Anmerkung:Verborgene Zahl – Verborgener Gott/33
Die Bibliotheca Palatina in Heidelberg war bis zum 17. Jahrhundert sicher die bedeutendste Bibliothek im Reich nördlich der Alpen und verfügte entsprechend über einen großen Bestand mathematisch-naturwissenschaftlicher und medizinischer Werke. Hierzu: Ludwig Schuba: Die Quadriviums-Handschriften der Codices Palatini Latini in der VatikanischenBibliothek (= Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg 2), Wiesbaden 1992; Ders.: Diemedizinischen-Handschriften der Codices Palatini Latini in der Vatikanischen Bibliothek, Wiesbaden 1981 (= Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg 1). Bereits 1421 verfügte Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz (1378‒1436), dass wichtige Handschriften nach seinem Tode der Heidelberger Universität vermacht werden sollen. Diese erhielt 1438 aus dem landesherrlichen Nachlaß 155 Handschriften, die auf den Emporen der Heiliggeistkirche zur Benutzung für die Professoren aller Fakultäten aufgestellt wurden. Auch weiterhin erfuhr die Bibliotheca Palatina nachhaltige Förderung durch die Kurfürsten, insbesondere durch den bibliophilen Regenten Ottheinrich (1502‒1559). Nach der Einnahme Heidelbergs durch die Truppen Tillys 1622 bemächtigte sich die katholische Kirche der Bibliotheca Palatina, um sie in die Bibliotheca Apostolica des Vatikans zu überführen. Bemühungen, die Bibliotheca Palatina in den nachfolgenden Jahrhunderten zurückzugewinnen, blieben erfolglos. Hierzu: Reinhard Düchting: Biblioteca Palatina. Vom europäischen Glanz einer traditionsreichen Institution, in: Heidelberger Jahrbücher 29 (1985), S. 133‒152.