Justus Georg Schottel

Justus Georg Schottel (latinisiert Justus-Georgius Schottelius; * 23. Juni 1612 in Einbeck; † 25. Oktober 1676 in Wolfenbüttel) war ein deutscherDichter und Sprachgelehrter der Barockzeit.
Schottelius’ wichtigstes und mit mehr als 1500 Seiten umfangreichstes Werk Ausführliche Arbeit - Von der Teutschen HaubtSprache (…) erschien 1663. Schottelius hat damit alle weiteren Bemühungen um die grammatische Beschreibung des Deutschen grundlegend beeinflusst. Die volkssprachlichen Dialekte des Mittelalters beschrieb er als barbarische Gebilde und stellt sie der Kunstsprache gegenüber. Die deutsche Sprache, die man bislang ihrem natürlichen Gang überlassen hatte, müsse als „zur werthaltung gerahtene HochTeutsche Sprache“ von Spezialisten, Schriftgelehrten und Dichtern konstruiert werden: „Die völlige grundrichtige Vorstellung und Ausarbeitung einer HaubtSprache ist ein mühsames, durch lange Zeit und viel Fleiß einzurichtendes Werck."[1] Er beschreibt die Kultursprache als Symbolsystem, das anders als die überkommenen Dialekte als Kunstgebäude konstruiert werden muss.[2] Nur mit einer so geplanten neuen Sprache, so Schottelius, könne „Teutschland“ mit den anderen Nationen mithalten. Diese Kultursprache („HaubtSprache“) könne nicht mehr von der Mutter gelernt werden, sondern sie müsse in speziellen, allgemeinbildenden Schulen von Spezialisten gelehrt werden. Schottelius verband mit der neuen Sprache zivilisatorische Fortschritte: „Das einzige Band menschlicher Einigkeit, das Mittel zum Guten, zur Tugend und zur Seligkeit, und die höchste Zier des vernünftlichen Menschen sind die Sprachen“, schreibt er Schottelius.[3] Deutsche Wörter für linguistische und grammatische Termini (z. B. „Einzahl“, „Mehrzahl“, „Stammform“) gehen auf Schottelius zurück.