Werk:Werk:Phaidon (Platon)/314
◀▷Und die Seele also, das Unsichtbare und sich an einen andern, eben solchen Ort Begebende, der edel und rein und unsichtbar ist, nämlich in die Geisterwelt zu dem wahren Hades, dem guten und vernünftigen Gott, wohin, wenn Gott will, alsbald auch meine Seele zu gehen hat, diese, die so beschaffen und geartet ist, sollte, wenn sie von dem Leibe getrennt ist, sogleich verweht und untergegangen sein, wie [E] die meisten Menschen sagen? Daran fehlt wohl viel, ihr lieben Kebes und Simmias! Sondern vielmehr verhält es sich so, wenn sie sich rein loslöst und nichts von dem Leibe mit sich zieht, weil sie mit gutem Willen nichts mit ihm gemein hatte im Leben, sondern ihn floh und in sich selbst gesammelt blieb und dies immer im Sinn hatte, was nichts anders heißen will, als dass sie recht philosophierte und darauf dachte, leicht zu sterben, [81 St.1 A] oder hieß dies nicht auf den Tod bedacht sein?▷