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Rezeption des Pythagoras von Samos

aus AufEinWort, der freien Forschung
(Weitergeleitet von Pythagoras von Samos/Rezeption)


In der Antike ebenso wie im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gehörte Pythagoras zu den bekanntesten antiken Persönlichkeiten, wobei das Pythagoras-Bild stark von Legenden geprägt war.

Antike

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Nachwirkung der Lehre

Als die Schule des Pythagoras nach der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. im Verlauf politischer Wirren untergegangen war, kam es zu einem Bruch der Kontinuität, obwohl sich einzelne versprengte Pythagoräer weiterhin bemühten, die Tradition fortzusetzen und sie auch in Griechenland heimisch zu machen. Eine Ausnahme bildete die Stadt Tarent, wo der Pythagoräismus noch im 4. Jahrhundert blühte.

Platon erwähnt Pythagoras bzw. die Pythagoräer nur zweimal namentlich. Er war aber schon auf seiner ersten Italienreise mit Pythagoräern in Kontakt gekommen und blieb insbesondere mit dem Pythagoräer Archytas von Tarentin Verbindung. Von seinen Dialogen sind zwei der berühmtesten, der Timaios und der Phaidon, von pythagoräischem Gedankengut beeinflusst. Die Vermutungen der Forscher darüber, wie stark dieser Einfluss war und wie er sich konkret äußerte, sind allerdings großenteils spekulativ. Platons Schüler und Nachfolger als Scholarch (Leiter) der Akademie, Speusippos, schrieb ein Buch über pythagoräische Zahlen, und auch Speusippos’ Nachfolger Xenokrates widmete dem Thema Pythagoräismus eine eigene Schrift. Auch Aristoteles interessierte sich stark für den Pythagoräismus und setzte sich kritisch damit auseinander, doch gehört das meiste, was er darüber schrieb, zum verlorenen Teil seiner Werke.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. kam es im Römischen Reich zu einer Wiederbelebung. Dieser „Neupythagoreismus“, der bis in die Spätantike fortdauerte, war großenteils von Platonikern bzw. Neuplatonikern getragen, die kaum zwischen Pythagoräismus und Platonismus unterschieden. Im Neupythagoreismus waren frühpythagoräische Ideen mit älteren und jüngeren Legenden und (neu)platonischen Lehren verschmolzen.

Urteile über Pythagoras

Münzabbildung des Pythagoras

Zu seinen Lebzeiten war Pythagoras umstritten; seine politischen Aktivitäten schufen ihm Gegner, und sein Zeitgenosse Heraklit kritisierte ihn scharf. Heraklit bezeichnete ihn als „Oberschwindler“ (kopídōn archēgós) und warf ihm „Vielwisserei“ vor, die Pythagoras ohne Verstand praktiziere, also bloßes Ansammeln von Wissensstoff ohne wirkliches Verständnis.[1] Heraklit lebte in Ephesos in Kleinasien, also lagen dort damals bereits Nachrichten über das Wirken des Pythagoras in Italien vor. Ein anderer Zeitgenosse, der in Italien tätige Philosoph Xenophanes, gehörte ebenfalls zu den Gegnern.[2] In einigen Quellen findet sich ein Nachhall der politischen Konflikte; da ist davon die Rede, Pythagoras und seine Schüler hätten eine Tyrannis angestrebt.[3]

Das Urteil der antiken Nachwelt fiel jedoch fast einhellig sehr günstig aus. Nur gelegentlich wurden einzelne religiöse Ansichten des Pythagoras ironisch erwähnt.[4] Empedokles spendete hohes Lob,[5] Herodot und Platon äußerten sich respektvoll. Auch der einflussreiche Geschichtsschreiber Timaios von Tauromenion hegte offenbar Sympathie für Pythagoras.[6]

Um 430–420 wurden in der Stadt Abdera in Thrakien Münzen mit dem Bildnis und Namen des Pythagoras geprägt. Das war eine für damalige Verhältnisse einzigartige Ehrung für einen Philosophen, zumal Abdera nicht seine Vaterstadt war.[7] Dies dürfte damit zusammenhängen, dass der Philosoph Demokrit aus Abdera stammte und damals dort lebte. Demokrit war erheblich vom Pythagoräismus beeinflusst.[8]

Die Römer folgten im späten 4. Jahrhundert einem Rat des Orakels von Delphi, der besagte, dass sie ein Abbild des tapfersten und eines des weisesten Griechen aufstellen sollten. Sie errichteten auf dem Comitium eine Statue des Feldherrn Alkibiades und eine des Pythagoras. Plinius der Ältere, der dies berichtet, drückt sein Erstaunen darüber aus, dass sie sich für Pythagoras und nicht für Sokrates entschieden.[9] In Rom kursierte spätestens im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. ein (allerdings mit der Chronologie unvereinbares) Gerücht, wonach der wegen seiner Weisheit verehrte zweite römische König, der Gesetzgeber Numa Pompilius, Pythagoräer war; diese Vorstellung zeugt vom hohen Ansehen des Pythagoras.[10] Cicero wies auf die gewaltige, lange anhaltende Autorität des Pythagoras in Unteritalien hin.[11]

Die Quellen der römischen Kaiserzeit schildern Pythagoras als Reformer, welcher der Sittenverderbnis seiner Zeit kraftvoll entgegentrat und durch sein Vorbild und seine Beredsamkeit die Tugenden erneuerte. Ovid zeichnet im 15. Buch seiner Metamorphosen ein sehr vorteilhaftes Bild von der Weisheit und Güte des Philosophen. Der Pythagoräer Apollonius von Tyana oder ein unbekannter gleichnamiger Autor[12] und die Neuplatoniker Porphyrios und Iamblichosverfassten Pythagoras-Biographien. Porphyrios und Iamblichos beschrieben Pythagoras als Urbild eines edlen Weisheitslehrers und Wohltäters. Hochachtung äußerten auch Christen im 2. Jahrhundert (Clemens von Alexandria, Hippolyt von Rom).[13]

Mittelalter

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Darstellung des Pythagoras in einem der Tympana am Haupteingang der Kathedrale von Chartres im Westportal

In der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt des Mittelalters wirkte das gewaltige Ansehen, dessen sich Pythagoras im Altertum erfreute, stark nach, obwohl man damals keine der antiken Biographien des Philosophen besaß und nur über vereinzelte Informationen verfügte. Seine mit kirchlichen Lehren unvereinbare Auffassung vom Schicksal der Seele nach dem Tod wurde zwar heftig verdammt,[14] doch schadete dies dem Ruf seiner Weisheit kaum. Neben Ovids Darstellung und derjenigen des Junianus Justinus[15] waren die Hauptquellen damals die spätantiken und patristischenAutoren Martianus Capella, Hieronymus,[16] Augustinus,[17] Boethius,[18] Cassiodor[19] und Isidor von Sevilla.[20] Die mittelalterlichen Gebildeten sahen in Pythagoras (den sie auch Pitagoras schrieben) den Begründer der Musikwissenschaft und der Mathematik, einen prominenten Verkünder der Unsterblichkeit der Seele und den Erfinder des Begriffs „Philosophie“.

Berühmt war die Symbolik des „pythagoräischen Buchstabens“ Y, der mit seiner gegabelten Gestalt als Zeichen für den Scheideweg des menschlichen Lebens diente: an der Wegscheide hatte man zwischen dem Pfad der Tugend und dem des Lasters zu wählen.[21] Die teils in rätselhafter Verhüllung formulierten Sprüche und Lebensregeln der Pythagoräer und die asketischen Aspekte der pythagoräischen Sittenlehre standen mit mittelalterlichen Vorstellungen und Bedürfnissen in Einklang. Einen Eindruck von dem positiven Pythagorasbild des Spätmittelalters vermitteln zwei damals sehr populäre Werke, das Speculum historiale des Vinzenz von Beauvais[22] und der Liber de vita et moribus philosophorum (Buch über das Leben und die Sitten der Philosophen), der früher zu Unrecht Walter Burleyzugeschrieben wurde.[23] Francesco Petrarca äußerte seine Bewunderung für Pythagoras im Stil des im Mittelalter üblichen Pythagoras-Lobs.[24]

Zwei antike Kommentare zu den „Goldenen Versen“ waren im Mittelalter in arabischer Übersetzung in der islamischen Welt verbreitet.

Neuzeit

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Raffael: Die Schule von Athen (1510/1511), Detail. Im Vordergrund Pythagoras, daneben vielleicht Parmenides

In der Frühen Neuzeit wurde die Quellenbasis stark verbreitert. Im Jahr 1433 hatte Ambrogio Traversari die Philosophenbiographien des Diogenes Laertios, zu denen eine Lebensbeschreibung des Pythagoras gehörte, ins Lateinische übersetzt; durch die 1472 erschienene Erstausgabe der lateinischen Fassung wurde das Werk breiteren Kreisen bekannt. Später kamen die Pythagoras verherrlichenden Biographien hinzu; die von Iamblichos verfasste wurde 1598 erstmals gedruckt, die von Porphyrios stammende 1610. Verbreitet waren eine Reihe von (neu)pythagoräischen Briefen und Schriften aus der Antike, die zu Unrecht Pythagoras bzw. Personen aus seiner Umgebung zugeschrieben wurden (Pseudepigrapha). Die Briefe lagen seit 1499 gedruckt vor.[25] Besonders geschätzt und auch als Schullektüre verwendet wurden in der Renaissance die „Goldenen Verse“.

Insgesamt dominierte das Pythagorasbild der antiken Neupythagoreer und Neuplatoniker. Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) bezeichnete sich als Pythagoräer.[26] Der Humanist Johannes Reuchlin (1455–1522) machte es sich zur Aufgabe, seinen Zeitgenossen die Gedankenwelt des Pythagoras zu erschließen, dessen Lehren nach Reuchlins Überzeugung mit denjenigen der Kabbala übereinstimmten. Giordano Bruno meinte, die Methode des Pythagoras sei „besser und reiner“ als diejenige Platons.[27] Stark von einer pythagoräischen Betrachtungsweise geprägt war der Astronom und Naturphilosoph Johannes Kepler (1571–1630). Er versuchte die Planetenbewegungen als Ausdruck einer vollkommenen Weltharmonie zu erweisen und astronomische Proportionen mit musikalischen zu verbinden, womit er bewusst ein Kernanliegen der antiken Pythagoräer aufgriff.

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es unter italienischen Philosophen und Kulturhistorikern eine nationalistische Richtung, welche die ruhmreiche „italische Weisheit“ (italica sapienza) pries, zu welcher man auch die Lehre des Pythagoras zählte, die als Errungenschaft Italiens betrachtet wurde (Hauptvertreter im 18. Jahrhundert: Giambattista Vico, im 19. Jahrhundert: Vincenzo Gioberti). 1873 wurde in Neapel eine „Accademia Pitagorica“ gegründet, der u. a. Pasquale Stanislao Mancini und Ruggero Bonghi angehörten. Noch im frühen 20. Jahrhundert vertrat der Althistoriker und Archäologe Jérôme Carcopino die Ansicht, der Pythagoräismus sei eine spezifisch italische Weltanschauung gewesen, die zeitweilig auch auf das politische Geschick Süditaliens maßgeblichen Einfluss genommen habe.[28]

Im 20. Jahrhundert bemühte sich der Musikwissenschaftler Hans Kayser um eine „harmonikale Grundlagenforschung“, mit der er an das pythagoräische Denken anknüpfte.

Eine noch heute nachwirkende späte Pythagoraslegende ist die Behauptung, der Philosoph habe den „Pythagorasbecher“ erfunden. Die Konstruktion dieses Bechers verhindert, dass man ihn ganz füllt und dann austrinkt, denn sie bewirkt, dass er sich vorher plötzlich leert. Solche Becher werden auf Samos als Souvenirs für Touristen produziert. Mit dem historischen Pythagoras und seiner Schule hat das nichts zu tun.

1935 wurde von der IAU der Mondkrater Pythagoras nach ihm benannt. Am 22. Juli 1959 folgte der Pythagoras Peak in der Antarktis durch das Antarctic Names Committee of Australia (ANCA) und am 17. März 1995 der Asteroid (6143) Pythagoras.[29] Auch die Pflanzengattung Pythagorea Lour. aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae) ist nach Pythagoras benannt.[30]

  1. ↑ Heraklit, Fragmente B 40, B 81, B 129. Zweifel an der Echtheit von B 129 sind unbegründet, siehe Leonid Zhmud: Wissenschaft, Philosophie und Religion im frühen Pythagoräismus, Berlin 1997, S. 35–37.
  2. ↑ Leonid Zhmud: Wissenschaft, Philosophie und Religion im frühen Pythagoräismus, Berlin 1997, S. 29 f.
  3. ↑ Dieser Ansicht war beispielsweise Theopompos; Belege bei Walter Burkert: Weisheit und Wissenschaft, Nürnberg 1962, S. 184; siehe auch Bruno Centrone: Introduzione a i pitagorici, Roma 1996, S. 45.
  4. ↑ Walter Burkert: Weisheit und Wissenschaft, Nürnberg 1962, S. 115 f., 136 f.
  5. ↑ Fragment B 129. Er nennt dabei Pythagoras allerdings nicht namentlich; der Bezug ist daher nicht zweifelsfrei gesichert, aber vom Inhalt her höchst wahrscheinlich.
  6. ↑ Walter Burkert: Weisheit und Wissenschaft, Nürnberg 1962, S. 92.
  7. ↑ Abbildungen bei Christiane Joost-Gaugier: Measuring Heaven. Pythagoras and His Influence on Thought and Art in Antiquity and the Middle Ages, Ithaca 2006, S. 139, 141.
  8. ↑ Leonid Zhmud: Wissenschaft, Philosophie und Religion im frühen Pythagoräismus, Berlin 1997, S. 39–41.
  9. ↑ Plinius, Naturalis historia 34,26. Zum Vorgang und seiner Datierung siehe Michel Humm: Les origines du pythagorisme romain (I). In: Les Études classiques 64, 1996, S. 339–353, hier: 345–350.
  10. ↑ Michel Humm: Les origines du pythagorisme romain (I). In: Les Études classiques 64, 1996, S. 339–353, hier: 340–345; Peter Panitschek: Numa Pompilius als Schüler des Pythagoras. In: Grazer Beiträge 17, 1990, S. 49–65.
  11. ↑ Cicero, Tusculanae disputationes 1,38; 4,2.
  12. ↑ Die von Apollonios verfasste Vita ist verloren. Nach herkömmlicher Auffassung war der Verfasser Apollonios von Tyana; anderer Meinung sind Peter Gorman: The „Apollonios“ of the Neoplatonic Biographies of Pythagoras. In: Mnemosyne 38, 1985, S. 130–144 und Gregor Staab: Der Gewährsmann ‘Apollonios’ in den neuplatonischen Pythagorasviten – Wundermann oder hellenistischer Literat? In: Michael Erler, Stefan Schorn (Hrsg.): Die griechische Biographie in hellenistischer Zeit, Berlin 2007, S. 195–217.
  13. ↑ Christiane Joost-Gaugier: Measuring Heaven. Pythagoras and His Influence on Thought and Art in Antiquity and the Middle Ages, Ithaca 2006, S. 41 f.
  14. ↑ Zusammenstellung der zahlreichen Belege (auch zur literarischen Verwertung des Motivs) bei Wolfgang Maaz: Metempsychotica mediaevalia. In: ψυχή – Seele – anima. Festschrift für Karin Alt zum 7. Mai 1998, Stuttgart 1998, S. 385–416.
  15. ↑ Junianus Justinus, Epitoma 20,4.
  16. ↑ Hieronymus, Epistula adversus Rufinum 39 f. und Adversus Iovinianum 1,42.
  17. ↑ Augustinus, De civitate dei 8,2; 8,4; 18,37.
  18. ↑ Boethius, De institutione musica 1,1; 1,10–11; 1,33; 2,2–3.
  19. ↑ Cassiodor, Institutiones 2,4,1; 2,5,1–2.
  20. ↑ Isidor von Sevilla: Etymologiae 1,3,7; 3,2; 3,16,1; 8,6,2–3; 8,6,19–20.
  21. ↑ Wolfgang Harms: Homo viator in bivio. Studien zur Bildlichkeit des Weges, München 1970; Hubert Silvestre: Nouveaux témoignages médiévaux de la Littera Pythagorae. In: Le Moyen Age 79, 1973, S. 201–207; Hubert Silvestre: Pour le dossier de l’Y pythagoricien. In: Le Moyen Age 84, 1978, S. 201–209.
  22. ↑ Vinzenz von Beauvais, Speculum historiale 3,23–26 (nach der Ausgabe Douai 1624; korrekt wäre 4,23–26).
  23. ↑ Die dortige Pythagoras-Biographie ist herausgegeben von Jan Prelog: De Pictagora phylosopho. In: Medioevo 16, 1990, S. 191–251.
  24. ↑ Christiane Joost-Gaugier: Measuring Heaven. Pythagoras and His Influence on Thought and Art in Antiquity and the Middle Ages, Ithaca 2006, S. 74 f.; Paolo Casini: L’antica sapienza italica. Cronistoria di un mito, Bologna 1998, S. 35 f.
  25. ↑ Zu diesen Schriften siehe Gregor Staab: Pythagoras in der Spätantike, München 2002, S. 69–72; Alfons Städele: Die Briefe des Pythagoras und der Pythagoräer, Meisenheim 1980 (Ausgabe der griechischen Texte mit deutscher Übersetzung und Kommentar).
  26. ↑ Paolo Casini: L’antica sapienza italica. Cronistoria di un mito, Bologna 1998, S. 57–61.
  27. ↑ Vincenzo Capparelli: La sapienza di Pitagora, Bd. 1: Problemi e fonti d’informazione, Padova 1941, S. 1.
  28. ↑ Jérôme Carcopino: La basilique pythagoricienne de la Porte Majeure, Paris 1927, S. 163.
  29. ↑ Minor Planet Circ. 24919
  30. ↑ Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.