Werk:Dedomena/XXIV.
Stehen drei Strecken in gleicher Proportion und ist das Verhältnis der ersten Strecke zur dritten angegeben, dann ist ihr Verhältnis zur zweiten gegeben.

Wenn bei drei Strecken A, B, C das Verhältnis A zu B dem Verhältnis B zu C gleich und das Verhältnis A zu C gegeben ist, dann, sage ich, ist das Verhältnis A zu B gegeben.
Denn da das Verhältnis A zu C gegeben ist, kann zu einer beliebigen Strecke D das ihm gleiche Verhältnis D zu F gefunden werden, das damit gegeben ist.
Ist D gegeben, ist damit F gegeben.
Steht zu den Strecken D, F die Strecke E in fortlaufend gleicher Proportion [wie Stoicheia VI.13], dann ist das Rechteck aus D mit F gleich dem Quadrat über E.
Sind die Strecken D, F gegeben, ist das Rechteck aus D mit F gegeben.
Damit ist das Quadrat über E und damit die Strecke E gegeben.
Ist D gegeben, ist das Verhältnis D zu E gegeben.
Das Verhältnis A zu C ist gleich D zu F und ist gleich dem Verhältnis des Quadrats über A zum Rechteck aus A mit C.
Es verhält sich D zu F wie das Quadrat über D zum Rechteck aus D mit F und es verhält sich somit das Quadrat über A zum Rechteck aus A mit C wie das Quadrat über D zum Rechteck aus D mit F [wie Stoicheia VI.17].
Da das Rechteck aus A mit C gleich dem Quadrat über B und da das Rechteck aus D mit F gleich dem Quadrat über E ist, verhält sich das Quadrat über A zum Quadrat über B wie das Quadrat über D zum Quadrat über E.
Damit verhält sich A zu B wie D zu E [wie Stoicheia VI.22].
Ist das Verhältnis D zu E gegeben, ist deshalb das Verhältnis A zu B gegeben.
Anmerkung:
Da A : B = B : C, oder A : B : C, ist mit C · r = A und A : C = r, dann A : B = r½.
In der Form 1 : a½ : a wird die Intervallschachtelung der Quadratwurzel dargestellt.
Zum Beispiel: 1 : 2½ : 2, 4/3 : 2½ : 3/2, 14/10 : 2½ : 10/7 . . ..