▷ Ein primäres
Subjektsprädikativ charakterisiert das Subjekt des Satzes und bildet dabei das Prädikat mit Verben wie
sein,
werden,
bleiben,
heißen,
gelten als und
sich erweisen als.
[1][2] Lateingrammatiken bezeichnen in diesem Fall das Verb als
Kopula und das Prädikativ als
Prädikatsnomen (sodass dann der Begriff
Prädikativum auf freie Prädikativa eingeschränkt wird).
Ein solches Prädikativ kann mit praktisch allen Wortarten gebildet werden, sogar Adverbien:
- Sie ist Lehrerin. / Sie ist eine gute Lehrerin. (Substantiv / Substantivgruppe im Nominativ als Subjektsprädikativ)
- Du bleibst gesund. (Adjektiv)
- Es ist niemand mehr hinter mir. (Präpositionalphrase)
- Dieser Fall ist anders. (Adverb)
Außerdem kommen einige wenige Wörter nur (oder fast nur) in dieser prädikativen Funktion vor, ohne sonst noch attributive oder adverbielle Verwendungen zu haben, z. B. egal erscheint prädikativ wie in Der Rest ist egal, aber nicht attributiv: *ein egaler Rest. (Solche Wörter werden auch als Adkopula bezeichnet).
Von diesen Konstruktionen sind Fälle zu unterscheiden, wo das Verb bleiben als Vollverb statt als Kopulaverb verwendet wird, auch wenn danach Adjektive folgen können. Ein Adjektiv ist hierbei nur ein Prädikativum, wenn es dem Subjekt eine Eigenschaft zuschreibt. Vergleiche:
- Die Warteschlange blieb lang. (= „Sie war lang und wurde nicht kürzer“, prädikatives Adjektiv lang)
- Die Besucher blieben lang. (= „Sie hielten sich für lange Zeit bei uns auf“, Adjektiv lang als adverbiale Bestimmung, nicht als Eigenschaft der Besucher)[3]