Zum Inhalt springen

„Wogastisburg” - vergessene Hauptstadt der Slawen

aus AufEinWort, der freien Forschung

angelegt 13.02.2020

September 21, 2015

pastedGraphic.png

Um das Jahr 622 ist nördlich von Byzantinischem Reich ein Verbund der slawischen Stämme, der unter dem Namen Samo-Reich in die Geschichte eingegangen ist, entstanden. Der eigentliche Förderer und Initiator des Projekts war Kaiser von Byzanz Herakleios. Das Hauptziel des Herakleios war es, die nördliche Grenze des Reiches zu sicher und vor kriegerischen Awaren, die eigentlich Abodriten hissen, zu schützen. Herakleios selbst stammte von einer wandalischen Familie aus Karthago und war den Wandalen in der Heimat, aus dem Bereich von Polen der jetzt Kleinpolen heißt, anscheinend stark verbunden.

[child_pages cols="2" skin="simple" list="true"]

Der slawische Bund hat diese Funktion sehr gut erfüllt und trug entscheidend  bei der Zerschlagung der Belagerung des Konstantinopels durch Abodriten und Persern bei.

Dieser Erfolg wurde mit wachsender Aufmerksamkeit von einer anderen slawischen Macht im Westen beobachtet, von den Polanen in Galien.

Die herrschende Dynastie der Merowinger, die Nachfahren der Polanenkönig Respendials, hat nämlich ein Anspruch, nach dem Zerfall des Wandalenreiches, als Einzige die Führung über alle arianischen Slawen zu haben, erhoben.

Der Name der Dynastie leitet sich von der slawischer Namen der Herrscher, die sehr oft, wie das bei Slawen typisch ist, auf „mir“ enden, her.

Der damalige Herrscher der Polanen hieß Dagobert und man  sein Name nicht verstehen kann, wenn man nicht weiß, wie die Struktur der Macht bei der  slawischer Staaten aufgebaut war.

pastedGraphic_1.png

Die Slawen, die zu damaligen Zeit fast ganz Europa beherrschten, mit Ausnahme der Byzanz und Randgebieten, haben nach der Eroberung des Römischen Reiches, in der Gesellschaft ein Kastensystem eingeführt, wo die herrschende Schicht aus Slawen bestand. Das Land wurde in einzelne Fürstentümer geteilt, die dann von weitgehend selbstständigen slawischen Herrscher regiert wurden. Diese Kleinherrscher haben in der Sprache der Polanen die Bezeichnung Dago bekommen. Diese Bezeichnung hat wahrscheinlich keine slawische Wurzel und wurde von lateinischen Wort Dux übernommen und dann zu Dago, so zu sagen, „polonisiert.

Ähnliche Struktur der Macht weisen alle slawischen Königreiche zu der Zeit und dieses Kastensystem war ein Grund, warum ein feudales System des Mittelalters in Europa entstanden ist.

Die Herrscher aus der Dynastie der Merowinger wollten natürlich ihren Führungsanspruch, auch in der Auswahl der Namen bekräftigen und haben nach der Krönung auch solche angenommen, die diesen Anspruch zu Ausdruck bringen konnten. Dagobert war genau so ein Name.

Sein richtiger Name war eigentlich Dagowar. Erst später wurde die Silbe „W“ in „B“ umgewandelt, aufgrund von einem Durcheinander in der Übersetzung der Worte aus dem Griechischen in Latein und umgekehrt.

Die Endung „T“ bekam er von den Deutschen, als die begannen sich eine „germanische“ Vergangenheit zu basteln.

http://universumskristall.blogspot.de/2015/04/die-erfindung-der-germanen.html#!/2015/04/die-erfindung-der-germanen.html

Das Wort „War“ ist slawisch und bedeutet „verteidigen“ „wehren“ und ist in der polnischen Sprache oft zu finden, z.B. in dem Namen der Hauptstadt Warszawa.

Auch in der deutschen Sprache hat sich dieses Wort erhalten wie in dem o.g. Wort „wehren, bewahren“.

So ist uns jetzt auch die Bedeutung des Namens Dagowar (Dagobert) klar. Er hieß „Der Verteidiger der Fürsten“ und wir sehen wie geschickt und raffiniert dieser Name den Leuten damals, eine angeblich friedliche und ausgleichende Natur des Herrschers zu vermitteln versuchte.

Die Wirklichkeit war anders und der Dagowar wollte eine zweite slawische Macht in Europa nicht dulden. Dem Reich-Samo, der eigentlich „Samostojna“ hieß, was unabhängig bedeutet, wurde ein Ultimatum gestellt.

Die Republik Samostojna war aber der Meinung selbst die Nachfolgerin von den Bezwinger der Römischen Reiches, den Vandalen, zu sein und hat selbst den Führungsanspruch über alle arianischen Slawen erhoben besonders, dass sie auf die Unterstützung von dem Kaiser des Ostroms Herakleios zählen konnte, als dem Nachfahren der Vandalen aus Karthago.

Beide Seiten begannen so unverzüglich die Koalitionen zu schmieden in Erwartung einer endgültigen Konfrontation.

Dagowar konnte hinter sich die „Langobarden“ und „Alemannen“ scharen und die Vandalen waren der Unterstützung der pannonischen Slawen und slawischen Geten (Goten) aus Balkan sicher.

Der Zeitpunkt des Angriffs wurde von Dagowar perfekt ausgewählt.

In Jahren 631 – 632 begann der erste Angriff der Araber gegen Byzanz und dem  Herakleios waren die Hände gebunden, weil er alle Kräfte, um die Araber aufzuhalten, brauchte.

Dagowar hat zuerst zugeschlagen, und zwar gleich auf drei Fronten. Von Süden drangen die „Langobarden“ vor und auf dem Südufer der Donau Alemannen, die aus ihrer Heimat am Mein marschierten.

http://universumskristall.blogspot.de/2015/04/die-erfindung-der-germanen.html#!/2015/04/die-erfindung-der-germanen.html

„Langobarden” und Alemannen haben die Aufgabe gehabt die Balkanslawen in Kampfhandlungen zu verwickeln und die Hilfe aus Byzanz für die Wawelanen zu verhindern.

Wawelanen, übrigens, war die richtige Bezeichnung der Wandalen. Diese Bezeichnung leitet sich von dem Sitz der wawelanischen Königen, dem Wawel in Krakau ab. Die Könige selbst haben ein Titel „Krak“ getragen.

Wenn wir schon bei der Bezeichnung der slawischen Stämme sind, dann sollten wir auch mit Lügen im Bezug auf der Stamm der „Langobarden” aufräumen.

Natürlich ist diese Bezeichnung eine spätere deutsche Erfindung.

Diese Stamm hat mit dem deutschsprachigen Kulturkreis nichts zu tun und ist wie alle Stämme zu der Zeit in Kontinentaleuropa eindeutig slawisch. Diese Stamm gehörte zu den Westslawen und genau gesagt zu den Abodriten (Awaren), die nach Eroberung von Pannonien sich an dem Mittellauf der Donau niedergelassen haben.

Das Zentrum des Gebiets bildete der Einzugsgebiet des Flusses Lom. Und der Name von dem Fluss wurde für die Bezeichnung des Stamms übernommen indem man Lom mit der Name Abodriten verband.

Daraus ist der Name Lombodriten entstanden, die durch Griechen und Römern als Lombarden verstanden wurde. Von diesen Namen stammt auch die Bezeichnung für die Provinz in Italien Lombardei wo die Lombarden ihre letzte Heimat gefunden haben.

Natürlich haben die Deutschen, wie immer, versucht aus diesem Stamm deutschsprachigen „Germanen“ zu machen und haben sich der Name Langobarden ausgedacht und eine infantile Geschichte dazu, die dieser Name begründen sollte.

Dagobert selbst war mit seinen Hauptstreitmacht Richtung Hauptstadt der Wawelanen unterwegs.

Zu der Schlacht kam es in der nähe des Ortes „Wogastisburg”, so ein Name hat zumindest der Fredegar überliefert.

Die Schlacht war die größte in dem früherem Mittelalter der Mitteleuropa und  wurde zwischen den größten slawischen Armeen damaligen Zeit ausgetragen.

Bevor zu der Schlacht kam, hat Dagowar versucht die Wawelanen zu Zugeständnissen zu zwingen und verlangte, dass die Königin der Wawelanen Wanda ihm heiratet.

Die Person der Wandalenkönigin Wanda wurde bis jetzt zu wenig beachtet, weil man sie als reine Erfindung und Legende gehalten hat. Es würde aber für die Geschichte von Europa eine riesige Sensation gewesen, hätte sich diese Herrscherin als war herausgestellt.

Wie die Legende besagt hat Wanda Selbstmord begangen statt einen „Niemiec”, was „der Deutsche“ in polnischer Sprache bedeutet, zu heiraten.

Natürlich von einem Deutschen zu sprechen im Bezug auf Dagobert ist schon sehr übertrieben weil er ein galischer Polane war, also der direkte Vorfahre der heutigen Polen.

Die Deutschen gab es zu der Zeit noch nicht.

Dagobert und sein Volk wurden zwar schon den Prozessen der Assimilation in gallischer Gesellschaft unterzogen aber ich glaube nicht, dass sie sich zu der Zeit mit den polanischen und wawelanischen Landsleuten nicht verständigen konnten.

Besonders das die Kontakte noch sehr eng waren und ständig neuen ehrgeiziger Ritter aus dem Polanen und Wawelanen Völker in den Westen zog auf der Suche nach Ruhm und Reichtum.

Es ist aber fast sicher dass diese sprachlichen Unterschiede schon gab. Vielleicht hat nur Königin Wanda kein Bock gehabt, eine von vielen anderen Weiber des Dagowars zu werden oder Sie wollte die Freiheit des eigenes Volkes über eigenen Interessen und eigenes Leben stellen.

Aus der Sicht der gallischen Polanen waren die Heiratspläne des Dagowars die beste Methode die Kontrolle über der Republik Samostojna zu erlangen und wer weiß vielleicht wurde der Niedergang der Slawen dadurch aufgehalten, aber die Geschichte hat einen anderen Lauf genommen.

Wanda wollte diese Einigung verhindern und ihr Tod hat tatsächlich dazu geführt, dass die Wawelanen keine andere Wahl gehabt haben als sich den Polanen zu widersetzen und dem Kampf zu stellen.

Die Schlacht dauerte 3 Tage und Nächte und am Ende wurden die gallischen Polanen vernichtend geschlagen. Dagobert und die Überlebenden, wenn die es überhaupt gab, wurden in die Flucht geschlagen und mussten auf dem Schlachtfeld die Ausrüstung und unterwegs beraubten Schätze lassen.

Was die Lage des Schlachtfeldes betrifft, da dauern die Diskussionen unter „Fachleuten” und Interessierten schon seit Jahrhunderten und es gibt kaum ein Stadt in Mitteleuropa, die nicht auf diese Auszeichnung pocht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wogastisburg

Erstaunlicherweise keine von diesen Lokalisierungen befindet sich in Polen. Das ist aber kein Zufall weil sonst wurde die richtige Lage des Schlachtfeldes schon längst erkannt.