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„dumm“ – Versionsunterschied

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<p>[[dum]] + [[-m]] | &nbsp;‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’.&nbsp;Ahd.&nbsp;''tumb''&nbsp;‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''tump''&nbsp;‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’ (-mb bzw. -mp werden&nbsp;nhd.&nbsp;assimiliert zu -mm), mnd.&nbsp;''dum''&nbsp;‘unerfahren, einfältig, dumm’,&nbsp;mnl.&nbsp;''dom'',&nbsp;''domp'',&nbsp;nl.&nbsp;''dom'',&nbsp;</p>
<p>dum-m ‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’.&nbsp;</p>


tumb,dumme,dummen,dummer,dummes,<p>asächs.&nbsp;''dumb'',&nbsp;afries.&nbsp;''dumb'' ‘stumm’,&nbsp;aengl.&nbsp;''dumb''&nbsp;‘stumm’,&nbsp;engl.&nbsp;''dumb''&nbsp;‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’,&nbsp;anord.&nbsp;''dumbr'' ‘stumm, dumm’,&nbsp;schwed.&nbsp;''dum''&nbsp;‘stumm, dumpf, unklar’,&nbsp;got.&nbsp;''dumbs''&nbsp;‘stumm’ führen auf&nbsp;ger.''*dumba-''.&nbsp;</p><p>Außergerm.&nbsp;Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu&nbsp;''taub''&nbsp;läßt an einen Anschluß an&nbsp;uig.&nbsp;''*dheubh-''&nbsp;‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’, eine (im&nbsp;Germ.&nbsp;teilweise nasalierte) Erweiterung der Ww.&nbsp;uig.&nbsp;''*dheu-'',&nbsp;''*dheu̯ə-'', zu der taub,&nbsp;Dunst&nbsp;und&nbsp;toben gehören, denken.</p><p>Die ältesten Bedeutungen von&nbsp;''dumm'' sind ‘stumm’ und ‘taub’, beide im 17. Jh. noch bekannt;&nbsp;mhd.&nbsp;''tump''&nbsp;bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’,&nbsp;nhd.&nbsp;noch erhalten in&nbsp;''dummer Junge''.</p><p>Seit dem 19. Jh. wird&nbsp;''dumm''&nbsp;‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu&nbsp;''saudumm'',&nbsp;''strohdumm''.</p><p>Die Lautform&nbsp;mhd.''tumb''&nbsp;bleibt in Einzelfällen im&nbsp;Nhd.&nbsp;(bis ins 17. Jh.) erhalten.</p><p>Bei der Beschäftigung mit der&nbsp;mhd.&nbsp;Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird&nbsp;'''tumb'''&nbsp;im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt.&nbsp;</p>
** ahd.&nbsp;tumb&nbsp;‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.),&nbsp;
** mhd.&nbsp;tump&nbsp;‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’
*** (-mb bzw. -mp werden&nbsp;nhd.&nbsp;assimiliert zu -mm),  
** mnd.&nbsp;dum&nbsp;‘unerfahren, einfältig, dumm’,&nbsp;
** mnl.&nbsp;dom,&nbsp;domp,&nbsp;
** nl.&nbsp;dom,&nbsp;tumb,  
** asächs.&nbsp;dumb,&nbsp;
** afries.&nbsp;dumb ‘stumm’,&nbsp;
** aengl.&nbsp;dumb&nbsp;‘stumm’,&nbsp;
** engl.&nbsp;dumb&nbsp;‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’,&nbsp;
** anord.&nbsp;dumbr ‘stumm, dumm’,&nbsp;
** schwed.&nbsp;dum&nbsp;‘stumm, dumpf, unklar’,&nbsp;
** got.&nbsp;dumbs&nbsp;‘stumm’  
* führen auf&nbsp;ger.*dumba-.&nbsp;
* Außergerm.&nbsp;Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu&nbsp;''[[taub]]''&nbsp;läßt sich denken einen Anschluß an&nbsp;
** uig.&nbsp;*dheubh-&nbsp;‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’,  
*** eine (im&nbsp;Germ.&nbsp;teilweise nasalierte) Erweiterung der Ww.&nbsp;uig.&nbsp;*dheu-,&nbsp;*dheu̯ə-, zu der taub,&nbsp;Dunst&nbsp;und&nbsp;toben gehören.
<p>Die ältesten Bedeutungen von&nbsp;''[[dumm]]'' sind ‘''[[stumm]]''’ und ‘''[[taub]]''’, beide im 17. Jh. noch bekannt;&nbsp;</p>
 
* mhd.&nbsp;tump&nbsp;bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’,&nbsp;nhd.&nbsp;noch erhalten in&nbsp;dummer Junge.<p>Seit dem 19. Jh. wird&nbsp;''dumm''&nbsp;‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu&nbsp;saudumm,&nbsp;strohdumm.</p><p>Die Lautform&nbsp;mhd.tumb&nbsp;bleibt in Einzelfällen im&nbsp;Nhd.&nbsp;(bis ins 17. Jh.) erhalten.</p><p>Bei der Beschäftigung mit der&nbsp;mhd.&nbsp;Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird&nbsp;tumb&nbsp;im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt.&nbsp;</p>

Aktuelle Version vom 8. Juli 2026, 10:26 Uhr

dum-m ‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’. 

    • ahd. tumb ‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.), 
    • mhd. tump ‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’
      • (-mb bzw. -mp werden nhd. assimiliert zu -mm),
    • mnd. dum ‘unerfahren, einfältig, dumm’, 
    • mnl. dom, domp, 
    • nl. dom, tumb,
    • asächs. dumb, 
    • afries. dumb ‘stumm’, 
    • aengl. dumb ‘stumm’, 
    • engl. dumb ‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’, 
    • anord. dumbr ‘stumm, dumm’, 
    • schwed. dum ‘stumm, dumpf, unklar’, 
    • got. dumbs ‘stumm’
  • führen auf ger.*dumba-. 
  • Außergerm. Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu taub läßt sich denken einen Anschluß an 
    • uig. *dheubh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’,
      • eine (im Germ. teilweise nasalierte) Erweiterung der Ww. uig. *dheu-, *dheu̯ə-, zu der taub, Dunst und toben gehören.

Die ältesten Bedeutungen von dumm sind ‘stumm’ und ‘taub’, beide im 17. Jh. noch bekannt; 

  • mhd. tump bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’, nhd. noch erhalten in dummer Junge.

    Seit dem 19. Jh. wird dumm ‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu saudumm, strohdumm.

    Die Lautform mhd.tumb bleibt in Einzelfällen im Nhd. (bis ins 17. Jh.) erhalten.

    Bei der Beschäftigung mit der mhd. Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird tumb im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt.