Zum Inhalt springen

„epístasthai“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
epístasthai, έπίστασθαι aufstellen, vorstellen; sich auf etwas verstehen;
epístasthai, έπίστασθαι "„daraufstelelen“; aufstellen, vorstellen; sich auf etwas verstehen;


<nowiki>*</nowiki>Infinitiv von ε̇πσ́ταμαι / ε̇πσ́ταμαι) bedeutet „verstehen“, „wissen“ oder „fähig sein“. [1]
<nowiki>*</nowiki>Infinitiv von ε̇πσ́ταμαι / ε̇πσ́ταμαι) bedeutet „verstehen“, „wissen“ oder „fähig sein“.  


Etymologisch setzt sich das Wort aus zwei altgriechischen Bausteinen zusammen: [1, 2]
Etymologisch setzt sich das Wort aus zwei altgriechischen Bausteinen zusammen:


* '''ε̇πί (epi):''' „auf“, „darauf“, „über“
* '''ε̇πί (epi):''' „auf“, „darauf“, „über“
* '''σ́τασθαι ([[stasthai]]):''' Der Infinitivstamm zu '''ι̇σταμαι (hístamai):''' „sich hinstellen“, „stehen“ [1, 2, 3, 4]
* '''σ́τασθαι ([[stasthai]]):''' Der Infinitivstamm zu '''ι̇σταμαι (hístamai):''' „sich hinstellen“, „stehen“


'''Bedeutungsentwicklung:'''
'''Bedeutungsentwicklung:'''


Wörtlich bedeutet es also '''„daraufstehen“'''. Die inhaltliche Entwicklung verlagerte sich über die Jahrhunderte von ''„sich vor etwas stellen“'' hin zu ''„feststehen in etwas“''. Es beschreibt die geistige Festigkeit eines Wissens, das auf einem festen Fundament ruht, oder die praktische Fertigkeit (das „Sich-Ausennen“). [1, 2, 3]
Die inhaltliche Entwicklung verlagerte sich über die Jahrhunderte von ''„vor sich etwas stellen“'' hin zu ''„feststehen in etwas“''.


Historisch geht das zweite Element auf die indogermanische Wurzel \(\ast st\tilde{o}-\) / \(\ast stah_2-\) („stehen“, „festmachen“) zurück. [1, 2]
Historisch geht das zweite Element auf die indogermanische Wurzel \(\ast st\tilde{o}-\) / \(\ast stah_2-\) („stehen“, „feststellen“) zurück.


Das Wort ist der Ursprung für den modernen philosophischen Begriff '''Epistemologie''' (die Erkenntnistheorie), der sich vom verwandten Substantiv ε̇πιστη̇μη (epistēmē – „gesichertes Wissen“/„Wissenschaft“) ableite
Das Wort ist der Ursprung für den modernen philosophischen Begriff '''Epistemologie''' (die Erkenntnistheorie), der sich vom verwandten Substantiv ε̇πιστη̇μη (epistēmē – „gesichertes Wissen“/„Wissenschaft“) ableitet.
* „wissen/verstehen“ (ursprünglich: „darüberstehen“, „seinen Geist auf etwas richten“).

Aktuelle Version vom 11. August 2026, 09:14 Uhr

epístasthai, έπίστασθαι "„daraufstelelen“; aufstellen, vorstellen; sich auf etwas verstehen;

*Infinitiv von ε̇πσ́ταμαι / ε̇πσ́ταμαι) bedeutet „verstehen“, „wissen“ oder „fähig sein“.

Etymologisch setzt sich das Wort aus zwei altgriechischen Bausteinen zusammen:

  • ε̇πί (epi): „auf“, „darauf“, „über“
  • σ́τασθαι (stasthai): Der Infinitivstamm zu ι̇σταμαι (hístamai): „sich hinstellen“, „stehen“

Bedeutungsentwicklung:

Die inhaltliche Entwicklung verlagerte sich über die Jahrhunderte von „vor sich etwas stellen“ hin zu „feststehen in etwas“.

Historisch geht das zweite Element auf die indogermanische Wurzel \(\ast st\tilde{o}-\) / \(\ast stah_2-\) („stehen“, „feststellen“) zurück.

Das Wort ist der Ursprung für den modernen philosophischen Begriff Epistemologie (die Erkenntnistheorie), der sich vom verwandten Substantiv ε̇πιστη̇μη (epistēmē – „gesichertes Wissen“/„Wissenschaft“) ableitet.

  • „wissen/verstehen“ (ursprünglich: „darüberstehen“, „seinen Geist auf etwas richten“).