„Mittellatein“ – Versionsunterschied
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Die Seite wurde neu angelegt: „<p>mittel + Latein |</p><p>Auszug Wikipedia [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittellatein Mittellatein]: Unter dem Begriff '''Mittellatein''' oder '''Mittellateinische Sprache''' werden die vielfältigen Formen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinischen Sprache] des europäischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalters] (etwa 6. bis 15. Jahrhundert) zusammengefasst. Eine genaue Abgrenzung einerseits vom vorausgehenden Spätl…“ |
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<p>Unter dem Begriff '''Mittellatein''' oder '''mittellateinische Sprache''' werden die vielfältigen Formen der [[Latein|lateinischen Sprache]] des europäischen [[Mittelalter|Mittelalters]] (etwa 6. bis 15. Jahrhundert) zusammengefasst. Eine genaue Abgrenzung einerseits vom vorausgehenden [[Spätlatein]] (Latein der [[Spätantike]]) und andererseits vom in der [[Renaissance]] aufkommenden [[Neulatein]] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance-Humanismus Humanisten] ist nicht möglich.</p><p>Der Begriff ist eine Analogiebildung zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelhochdeutsch Mittelhochdeutsch]. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische_Literatur_des_Mittelalters lateinische Literatur des Mittelalters] wird als [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittellateinische_Literatur mittellateinische Literatur] bezeichnet, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische_Philologie lateinische Philologie des Mittelalters] als ''mittellateinische Philologie'' oder kurz ''Mittellatein''. Fachleute in dieser Disziplin werden als [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bekannter_mittellateinischer_Philologen ''Mittellateiner''] bezeichnet.</p><p>Ausgehend von der Literatursprache der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tantike spätantiken] Kaiserzeit, der Sprache der [https://de.wikipedia.org/wiki/Jurisprudenz Jurisprudenz] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenv%C3%A4ter Kirchenväter], zuweilen, jedoch keineswegs durchgängig, beeinflusst von den romanischen Sprachen oder der jeweiligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Muttersprache Muttersprache] des Autors, aber entgegen verbreiteten Vorurteilen („[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCchenlatein Küchenlatein]“) immer wieder auch im Kontakt mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Antike_Literatur antiken Literatur] der klassischen Periode, insbesondere der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dichtung Dichtung], entstand ein äußerst heterogenes Sprachmaterial, das die ganze Spannbreite von [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache umgangssprachlicher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kolloquialismus kolloquialer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatisch pragmatischer] [https://de.wikipedia.org/wiki/Diktion Diktion] bis zu hoch[https://de.wikipedia.org/wiki/Rhetorisch rhetorischer] oder dichterischer Stilisierung auf höchstem Niveau umfasst und in seinen Spitzenerzeugnissen den Vergleich mit der antiken, viel stärker durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp%C3%A4tantike Selektion des Überlieferungsprozesses] gefilterten Literaturproduktion genauso wenig zu scheuen braucht wie den mit der gleichzeitigen oder späteren volkssprachigen Literaturproduktion.</p> | |||
Aktuelle Version vom 5. Januar 2024, 13:23 Uhr
Unter dem Begriff Mittellatein oder mittellateinische Sprache werden die vielfältigen Formen der lateinischen Sprache des europäischen Mittelalters (etwa 6. bis 15. Jahrhundert) zusammengefasst. Eine genaue Abgrenzung einerseits vom vorausgehenden Spätlatein (Latein der Spätantike) und andererseits vom in der Renaissance aufkommenden Neulatein der Humanisten ist nicht möglich.
Der Begriff ist eine Analogiebildung zu Mittelhochdeutsch. Die lateinische Literatur des Mittelalters wird als mittellateinische Literatur bezeichnet, die lateinische Philologie des Mittelalters als mittellateinische Philologie oder kurz Mittellatein. Fachleute in dieser Disziplin werden als Mittellateiner bezeichnet.
Ausgehend von der Literatursprache der spätantiken Kaiserzeit, der Sprache der Jurisprudenz und der Kirchenväter, zuweilen, jedoch keineswegs durchgängig, beeinflusst von den romanischen Sprachen oder der jeweiligen Muttersprache des Autors, aber entgegen verbreiteten Vorurteilen („Küchenlatein“) immer wieder auch im Kontakt mit der antiken Literatur der klassischen Periode, insbesondere der Dichtung, entstand ein äußerst heterogenes Sprachmaterial, das die ganze Spannbreite von umgangssprachlicher, kolloquialer, pragmatischer Diktion bis zu hochrhetorischer oder dichterischer Stilisierung auf höchstem Niveau umfasst und in seinen Spitzenerzeugnissen den Vergleich mit der antiken, viel stärker durch die Selektion des Überlieferungsprozesses gefilterten Literaturproduktion genauso wenig zu scheuen braucht wie den mit der gleichzeitigen oder späteren volkssprachigen Literaturproduktion.