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„Los“ – Versionsunterschied

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<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ [[los]];</p><p style="text-align: justify;" >¦∅¦ das „Abgetrennte, Trennende“ durch das man von etwas einen Anteil, Teil oder Ganzes &nbsp;erhält; ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’;</p><p style="text-align: justify;" >¦∅¦ frei, befreit; nicht mehr an etwas fest verbunden, abhängen, abhängig, verhakt, gebunden sein; von etwas abgetrennt;</p><p style="text-align: justify;" >¦⊕¦ etwas kann nur als los gelten, wenn es zuvor fest war und durch lösen gelöst wurde; über Wortstamm verwand mit Schloß und schließen;</p><p style="text-align: justify;" >¦√¦ pie. *klew, *leu- "das Los";</p><p style="text-align: justify;" >*''klē̌u''-, *''klāu''- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich.</p><p style="text-align: justify;" >¦↵¦ uger. <em class="Latinx mention" lang="gem-pro">[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/hlautiz *hlautiz]</em>;&nbsp; uwger. <em class="Latinx mention" lang="gmw-pro">[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-West_Germanic/hlauti *hlauti]&nbsp;</em>; ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.); Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ, <em class="Latn mention" lang="goh">[https://en.wiktionary.org/w/index.php?title=hloz&action=edit&redlink=1 hlōz]</em>, ‘Schicksal’ (8. Jh.); mhd. lōʒ,<em class="Latn mention" lang="gmh"> [https://en.wiktionary.org/wiki/loz#Middle_High_German lôz]</em> ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’,&nbsp;</p><p style="text-align: justify;" >''' Los''' n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)''lōʒ'' ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. ''lōʒ'' ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. ⁄, mnd. lōt, aengl. ''hlīet'', ''hlȳt'', ''hlēt'', anord. ''hlautr'', got. ''hlauts'' ‘Los, Erbschaft’ (germ. *''hlauta''-, *''hlauti''-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)''luʒ'' ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. ''hlot'' ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. ''lot'' ‘Los, Posten’, mnl. nl. ''lot'' (s. Lotterie), anord. ''hlutr'' ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. ''lott'' ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)''lioʒan'' ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. ''lieʒen'' ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. ''hliotan'' ‘erlosen, erlangen’, aengl. ''hlēotan'' ‘losen, durch Los erhalten’, anord. ''hljōta'' ‘(er)losen’, schwed. ''ljuta''. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘''an-,'' festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. ''kliū́ti'' ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter schließen und Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *''klē̌u''-, *''klāu''- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv.</p><div id="wb-2"></div>
<p style="text-align: justify;" >[[los]]</p>
 
* das „Abgetrennte, Trennende“ durch das man von etwas einen Anteil, Teil oder Ganzes &nbsp;erhält;  
* ‘Schicksal, Geschick,  
* verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’;
* frei, befreit;  
** nicht mehr an etwas fest verbunden, abhängen, abhängig, verhakt, gebunden sein;  
** von etwas abgetrennt;
<p style="text-align: justify;">{{Anm. KF}} etwas kann nur als los gelten, wenn es zuvor fest war und durch lösen gelöst wurde; über Wortstamm verwand mit Schloß und schließen;</p><p style="text-align: justify;" >¦√¦ pie. *klew, *leu- "das Los";</p><p style="text-align: justify;" >*''klē̌u''-, *''klāu''- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich.</p>
 
* uger. <em class="Latinx mention" lang="gem-pro">[[wikt:Reconstruction:Proto-Germanic/hlautiz|*hlautiz]]</em>;
* uwger. <em class="Latinx mention" lang="gmw-pro">[[wikt:Reconstruction:Proto-West_Germanic/hlauti|*hlauti]]</em>;  
* ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.);  
* mhd. lōʒ,<em class="Latn mention" lang="gmh"> [[wikt:loz#Middle_High_German|lôz]]</em> ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’,
* asächs. ⁄, mnd. lōt,  
* aengl. ''hlīet'', ''hlȳt'', ''hlēt'',  
* anord. ''hlautr'',  
* got. ''hlauts'' ‘Los, Erbschaft’ (germ. *''hlauta''-, *''hlauti''-).  
* Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend)  
** ahd. (h)luʒ, ‘Schicksal’ (8. Jh.);
** mnd. lot, aengl. ''hlot'' ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’,  
** engl. ''lot'' ‘Los, Posten’,  
** mnl. nl. ''lot'' (s. Lotterie),  
** anord. ''hlutr'' ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’,  
** hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’,  
** schwed. ''lott'' ‘Los, Anteil’.  
* Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb  
** ahd. (h)''lioʒan'' ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.),  
** mhd. ''lieʒen'' ‘losen, als Los zuteilen’,  
** asächs. ''hliotan'' ‘erlosen, erlangen’,  
** aengl. ''hlēotan'' ‘losen, durch Los erhalten’,  
** anord. ''hljōta'' ‘(er)losen’,  
** swed. ''ljuta''.  
* Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen.  
** Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘''an-,'' festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus  
** und vergleicht lit. ''kliū́ti'' ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’,  
** so ist Verwandtschaft mit den unter [[schließen]] und [[Schloß]] (s. d.) genannten Formen  
** und Anschluß an die dort genannte Wurzel uig. *''klē̌u''-, *''klāu''-  
*** ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’  
*** möglich.  
*** siehe [[losen]]<sup>2</sup>
<div id="wb-2"></div>

Aktuelle Version vom 2. April 2026, 17:12 Uhr

los

  • das „Abgetrennte, Trennende“ durch das man von etwas einen Anteil, Teil oder Ganzes  erhält;
  • ‘Schicksal, Geschick,
  • verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’;
  • frei, befreit;
    • nicht mehr an etwas fest verbunden, abhängen, abhängig, verhakt, gebunden sein;
    • von etwas abgetrennt;

Anm. KF: etwas kann nur als los gelten, wenn es zuvor fest war und durch lösen gelöst wurde; über Wortstamm verwand mit Schloß und schließen;

¦√¦ pie. *klew, *leu- "das Los";

*klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich.

  • uger. *hlautiz;
  • uwger. *hlauti;
  • ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.);
  • mhd. lōʒ, lôz ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’,
  • asächs. ⁄, mnd. lōt,
  • aengl. hlīet, hlȳt, hlēt,
  • anord. hlautr,
  • got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-).
  • Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend)
    • ahd. (h)luʒ, ‘Schicksal’ (8. Jh.);
    • mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’,
    • engl. lot ‘Los, Posten’,
    • mnl. nl. lot (s. Lotterie),
    • anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’,
    • hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’,
    • schwed. lott ‘Los, Anteil’.
  • Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb
    • ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.),
    • mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’,
    • asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’,
    • aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’,
    • anord. hljōta ‘(er)losen’,
    • swed. ljuta.
  • Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen.
    • Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus
    • und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’,
    • so ist Verwandtschaft mit den unter schließen und Schloß (s. d.) genannten Formen
    • und Anschluß an die dort genannte Wurzel uig. *klē̌u-, *klāu-
      • ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’
      • möglich.
      • siehe losen2