„Quintessenz“ – Versionsunterschied
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[[quint-]][[Essenz]] f. ‘Wesen, Kern, Auszug’, | |||
* im 16. Jh. entlehnt aus spätlat. bzw. mlat. [[quinta essentia]] ‘das fünfte Seiende’, | |||
** das griech. [[pémptē ūsía]] ([[πέμπτη οὐσία]]) übersetzt, worunter die Pythagoräer den ‘feinsten Luft-, Ätherstoff’ verstehen, den Aristoteles als neues, fünftes Element den vier sichtbaren Elementen hinzufügt. | |||
* Im Mittelalter bezeichnet es in Philosophie und Naturlehre ‘die fünfmal ausgezogene Kraft eines Stoffes’ | |||
** und wird vom 16. Jh. an als ‘feinste Kraft, Grund-, Kernstoff, Auszug’ in Alchimie und Biologie verwendet. | |||
* Übertragene Bedeutung ‘geistiger (Grund)stoff’ setzt daneben im 17. Jh. ein | |||
** und verhilft dem Ausdruck zur Verbreitung als Modewort des 18. Jhs. für ‘das Eigentliche, Wesenhafte, Ergebnis’. | |||
* Verdeutschungsversuche (funfftwesen 15. Jh., Fünftelsaft Gottfried August Bürger 1773) können sich nicht durchsetzen. | |||
Aktuelle Version vom 24. März 2026, 08:09 Uhr
quint-Essenz f. ‘Wesen, Kern, Auszug’,
- im 16. Jh. entlehnt aus spätlat. bzw. mlat. quinta essentia ‘das fünfte Seiende’,
- das griech. pémptē ūsía (πέμπτη οὐσία) übersetzt, worunter die Pythagoräer den ‘feinsten Luft-, Ätherstoff’ verstehen, den Aristoteles als neues, fünftes Element den vier sichtbaren Elementen hinzufügt.
- Im Mittelalter bezeichnet es in Philosophie und Naturlehre ‘die fünfmal ausgezogene Kraft eines Stoffes’
- und wird vom 16. Jh. an als ‘feinste Kraft, Grund-, Kernstoff, Auszug’ in Alchimie und Biologie verwendet.
- Übertragene Bedeutung ‘geistiger (Grund)stoff’ setzt daneben im 17. Jh. ein
- und verhilft dem Ausdruck zur Verbreitung als Modewort des 18. Jhs. für ‘das Eigentliche, Wesenhafte, Ergebnis’.
- Verdeutschungsversuche (funfftwesen 15. Jh., Fünftelsaft Gottfried August Bürger 1773) können sich nicht durchsetzen.