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„v“ – Versionsunterschied

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== v, V<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 973-974. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000494224; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 973]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0974 974]; Kategorien: [http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</ref> ==
<p>Phö.</p><p>Ara.</p><p>Gri.</p><p>Etr.</p><p>Lat. 22 [https://de.wikipedia.org/wiki/V V, v]</p><p>Rune</p><p>Dt. 22 [https://de.wikipedia.org/wiki/V V, v]</p>
<div class="zenoCOAdRight"><ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 [973]]</ref>'''v''', der zwey und zwanzigste unter den Deutschen Buchstaben
*Ursprung
**Das V teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/U U] und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/W W], daneben sind das [https://de.wikipedia.org/wiki/Y Y] und auch das [https://de.wikipedia.org/wiki/F F] mit ihm verwandt.
**U und V - beide Formen waren austauschbar. Erst etwa im [https://de.wikipedia.org/wiki/17._Jahrhundert 17. Jahrhundert] wurde die spitze Variante des Buchstabens nur für den konsonantischen Lautwert verwendet und die runde nur für den vokalischen.
**Bis zum [https://de.wikipedia.org/wiki/5._Jahrhundert 5. Jahrhundert] wurde aus dem römischen Halbvokal [w] im Rahmen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautwandel Lautwandel] der Reibelaut [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. die germanischen Sprachen verschriftet wurden, die über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen &lt;v&gt; bzw. &lt;u&gt; nicht immer als passend und schuf stattdessen die Ligatur &lt;uu&gt; bzw. &lt;vv&gt;, woraus sich das heutige [https://de.wikipedia.org/wiki/W ''w''] entwickelte.


* und der siebzehente unter den Mitlautern,  
== v, V <ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 973-974. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000494224; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 973]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0974 974]; Kategorien: [http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</ref>  ==
** welcher seiner heutigen gewöhnlichsten Aussprache nach dem ''[[f]]'' gleich lautend ist,  
<div class="zenoCOAdRight"> <ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 [973]]</ref> '''v''', der zwey und zwanzigste unter den Deutschen Buchstaben
*** er stehe zu Anfange eines Wortes,  
 
**** Vater, viel, voll, Volk,  
* und der siebzehente unter den Mitlautern,
**** oder am Ende, brav, massiv,  
** welcher seiner heutigen gewöhnlichsten Aussprache nach dem ''[[f]]'' gleich lautend ist,
**** oder auch in der Mitte, Larve, Nerve, Pulver.  
*** er stehe zu Anfange eines Wortes,
***** In dem letztern Worte wird es von vielen gelinde, wie ein ''[[w]]'' gesprochen,  
**** Vater, viel, voll, Volk,
****** welche Aussprache es auch bekommt,  
**** oder am Ende, brav, massiv,
****** wenn es in der Mitte zwischen zwey Selbstlautern stehet;  
**** oder auch in der Mitte, Larve, Nerve, Pulver.
***** In dem letztern Worte wird es von vielen gelinde, wie ein ''[[w]]'' gesprochen,
****** welche Aussprache es auch bekommt,
****** wenn es in der Mitte zwischen zwey Selbstlautern stehet;
******* wie in Frevel, Stüver, Sclave, wo es wie ein ''w'' oder sanftes ''[[b]]'' ausgesprochen wird.
******* wie in Frevel, Stüver, Sclave, wo es wie ein ''w'' oder sanftes ''[[b]]'' ausgesprochen wird.
</div><p class="zenoPLm4n0">Die Deutschen </p>
</div>
 
<p class="zenoPLm4n0">Die Deutschen</p>
* haben diesen Buchstab mit dem ganzen übrigen Alphabete von den Lateinern angenommen.  
* haben diesen Buchstab mit dem ganzen übrigen Alphabete von den Lateinern angenommen.
** Allein, bey diesen hatte er, aus Armuth an Schriftzeichen,  
** Allein, bey diesen hatte er, aus Armuth an Schriftzeichen,
*** einen sehr mangelhaften Gebrauch.  
*** einen sehr mangelhaften Gebrauch.
* In ihrer größern Schrift  
* In ihrer größern Schrift
** mußte das ''<span class="zenoTXHighlight0">V</span>'' sowohl den Selbstlaut ''u'',  
** mußte das ''<span class="zenoTXHighlight0">V</span>'' sowohl den Selbstlaut ''u'',
** als auch den gelindern Blaselaut, ausdrücken,  
** als auch den gelindern Blaselaut, ausdrücken,
*** für welchen wir jetzt das ''w'' haben,  
*** für welchen wir jetzt das ''w'' haben,
*** und ob sie gleich in ihrer spätern kleinern und [[Kurrentschrift|Current-Schrift]] zwey verschiedene Zeichen ''u'' und ''<span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' annahmen,  
*** und ob sie gleich in ihrer spätern kleinern und [[Kurrentschrift|Current-Schrift]] zwey verschiedene Zeichen ''u'' und ''<span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' annahmen,
**** so waren doch die Schreiber durch die ältere größere Schrift schon so sehr verwöhnt,  
**** so waren doch die Schreiber durch die ältere größere Schrift schon so sehr verwöhnt,
***** daß der Gebrauch der letztern sehr unbestimmt und schwankend wurde.
***** daß der Gebrauch der letztern sehr unbestimmt und schwankend wurde.
<p class="zenoPLm4n0">Diese Verwirrung </p>
<p class="zenoPLm4n0">Diese Verwirrung</p>
 
* schlich sich mit der Schrift auch in die Deutsche Schreibart ein.
* schlich sich mit der Schrift auch in die Deutsche Schreibart ein.  
* Zwar half man einem Theil derselben dadurch ab,
* Zwar half man einem Theil derselben dadurch ab,  
** daß man für den sanftern Blaselaut, welchen das ''<span class="zenoTXHighlight0">V</span>, <span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' oder ''u,''
** daß man für den sanftern Blaselaut, welchen das ''<span class="zenoTXHighlight0">V</span>, <span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' oder ''u,''  
*** wenn es das Zeichen eines Mitlauters war, ausdrucken mußte,
*** wenn es das Zeichen eines Mitlauters war, ausdrucken mußte,  
*** das w annahm
*** das w annahm  
**** und nicht Vein, vehe mir, Vind und u.s.f.
**** und nicht Vein, vehe mir, Vind und u.s.f.  
**** sondern Wein, wehe, Wind schrieb;
**** sondern Wein, wehe, Wind schrieb;  
** allein, sie ward auf der andern Seite wieder vermehret,
** allein, sie ward auf der andern Seite wieder vermehret,  
*** indem man das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> nicht nur als völlig gleich bedeutend mit dem f gebrauchte,
*** indem man das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> nicht nur als völlig gleich bedeutend mit dem f gebrauchte,  
*** welches die Lateiner nicht thaten,
*** welches die Lateiner nicht thaten,  
**** bey welchen es, wenn es ein Mitlaut war, wie unser w lautete,
**** bey welchen es, wenn es ein Mitlaut war, wie unser w lautete,  
**** sondern es auch nach Art derselben anstatt des Selbstlautes u schrieb.
**** sondern es auch nach Art derselben anstatt des Selbstlautes u schrieb.  
**** Im ersten Falle schrieb man ohne Unterschied
**** Im ersten Falle schrieb man ohne Unterschied  
***** ''Fater'' und ''Vater,''
***** ''Fater'' und ''Vater,''  
***** ''fon'' und ''von,''
***** ''fon'' und ''von,''  
***** ''Folk'' und ''Volk,''
***** ''Folk'' und ''Volk,''  
**** im zweyten aber
**** im zweyten aber  
***** ''vnnd'' und ''und,''
***** ''vnnd'' und ''und,''  
***** ''dauon'' und ''davon.''
***** ''dauon'' und ''davon.''
<p class="zenoPLm4n0">Nach und nach </p>
<p class="zenoPLm4n0">Nach und nach</p>
 
* ward die Rechtschreibung einförmiger,
* ward die Rechtschreibung einförmiger,  
* und der Mitlauter <span class="zenoTXHighlight0">v</span> theilte sich mit dem f in diejenigen Fälle,
* und der Mitlauter <span class="zenoTXHighlight0">v</span> theilte sich mit dem f in diejenigen Fälle,  
** in welchen der harte Blaselaut Statt fand,
** in welchen der harte Blaselaut Statt fand,  
*** obgleich diese Theilung sehr ungleich und willkührlich geschahe,
*** obgleich diese Theilung sehr ungleich und willkührlich geschahe,  
*** indem man sich dabey bloß nach dem Gebrauche richtete,
*** indem man sich dabey bloß nach dem Gebrauche richtete,  
*** und bald das f, bald aber auch das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> schrieb,
*** und bald das f, bald aber auch das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> schrieb,  
*** so wie dieses oder jenes allgemeiner geworden war.
*** so wie dieses oder jenes allgemeiner geworden war.  
** Man
** Man  
*** schrieb daher Volk,
*** schrieb daher Volk,  
*** behielt aber das f in dem Stammworte folgen;
*** behielt aber das f in dem Stammworte folgen;  
** auf ähnliche Art entstanden die Ungleichheiten in der Schreibart der Wörter
** auf ähnliche Art entstanden die Ungleichheiten in der Schreibart der Wörter  
*** viel, voll und Fülle, füllen, vor und für u.s.f.
*** viel, voll und Fülle, füllen, vor und für u.s.f.  
** Einige Wörter
** Einige Wörter  
*** hat man noch sehr lange sowohl mit einem <span class="zenoTXHighlight0">v</span>, als mit einem f, geschrieben;
*** hat man noch sehr lange sowohl mit einem <span class="zenoTXHighlight0">v</span>, als mit einem f, geschrieben;  
**** z.B. Vehwamme und Fehwamme, vest und fest,
**** z.B. Vehwamme und Fehwamme, vest und fest,  
**** und in manchen Gegenden schreibt man sie noch jetzt mit dem <span class="zenoTXHighlight0">v</span>.
**** und in manchen Gegenden schreibt man sie noch jetzt mit dem <span class="zenoTXHighlight0">v</span>.
<div class="zenoCOAdRight"><br>In solchen Fällen nun,  
<div class="zenoCOAdRight"><br>In solchen Fällen nun,  


* wo der Gebrauch schwankend zu seyn scheinet,  
* wo der Gebrauch schwankend zu seyn scheinet,
** erkläret man sich billig allemahl für das f,  
** erkläret man sich billig allemahl für das f,
*** weil dieses in den allermeisten Fällen zur Bezeichnung des harten Blaselautes angenommen ist,  
*** weil dieses in den allermeisten Fällen zur Bezeichnung des harten Blaselautes angenommen ist,
*** dagegen man das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> vergleichungsweise nur in einigen wenigen beybehalten hat.  
*** dagegen man das <span class="zenoTXHighlight0">v</span> vergleichungsweise nur in einigen wenigen beybehalten hat.
* Es ist nur die Frage,  
* Es ist nur die Frage,
** ob man es nicht auch in diesen wenigen verbannen und dafür das bessere f einführen könne.  
** ob man es nicht auch in diesen wenigen verbannen und dafür das bessere f einführen könne.
*** Da f und <span class="zenoTXHighlight0">v</span> unserer Aussprache nach, völlig gleich lautend sind,  
*** Da f und <span class="zenoTXHighlight0">v</span> unserer Aussprache nach, völlig gleich lautend sind,
**** das letztere sich auch nur durch einen Mißbrauch anstatt des erstern eingeschlichen hat,  
**** das letztere sich auch nur durch einen Mißbrauch anstatt des erstern eingeschlichen hat,
**** so wäre es allerdings zu wünschen,<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 [973]]</ref>  
**** so wäre es allerdings zu wünschen, <ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-04-0973 [973]]</ref>  
***** daß die ersten Schreiber und Schriftsteller dasselbe vermieden hätten.  
***** daß die ersten Schreiber und Schriftsteller dasselbe vermieden hätten.
***** Allein, da die ganze Nation diese Ungleichheit einmahl angenommen,  
***** Allein, da die ganze Nation diese Ungleichheit einmahl angenommen,
****** und dadurch stillschweigend gebilliget hat,  
****** und dadurch stillschweigend gebilliget hat,
****** so kann solche auch nicht anders, als durch ihre allgemeine Einwilligung, wieder abgeschaffet werden,  
****** so kann solche auch nicht anders, als durch ihre allgemeine Einwilligung, wieder abgeschaffet werden,
****** wozu heutiges Tages keine vernünftige Hoffnung ist.  
****** wozu heutiges Tages keine vernünftige Hoffnung ist.
*** Es sind daher alle Bemühungen einzelner Sprachlehrer  
*** Es sind daher alle Bemühungen einzelner Sprachlehrer
**** seit mehr als hundert Jahren in diesem Stücke fruchtlos gewesen  
**** seit mehr als hundert Jahren in diesem Stücke fruchtlos gewesen
**** und haben ihnen keinen andern Vortheil gebracht,  
**** und haben ihnen keinen andern Vortheil gebracht,
***** als daß man sie als Sonderlinge verlacht hat,  
***** als daß man sie als Sonderlinge verlacht hat,
***** und man kann mit Gewißheit behaupten,  
***** und man kann mit Gewißheit behaupten,
****** daß die Bemühungen derer, welche sich in den neuesten Zeiten zu Sprach- und Schriftverbesserern aufwerfen,  
****** daß die Bemühungen derer, welche sich in den neuesten Zeiten zu Sprach- und Schriftverbesserern aufwerfen,
****** kein besseres Schicksal haben werden.  
****** kein besseres Schicksal haben werden.
**** Überdieß würde die Verwirrung,  
**** Überdieß würde die Verwirrung,
***** welche eine so wesentliche Veränderung,  
***** welche eine so wesentliche Veränderung,
***** als die Ausstoßung eines ganzen allgemein angenommenen Buchstabens ist,  
***** als die Ausstoßung eines ganzen allgemein angenommenen Buchstabens ist,
***** weit mehr Nachtheil verursachen müssen,  
***** weit mehr Nachtheil verursachen müssen,
****** wenn sie auch gewisser Maßen allgemein werden sollte,  
****** wenn sie auch gewisser Maßen allgemein werden sollte,
****** als der kleine etwa damit verbundene Nutzen wieder ersetzen könnte.
****** als der kleine etwa damit verbundene Nutzen wieder ersetzen könnte.
</div><p class="zenoPLm4n0">Was den Gebrauch des <span class="zenoTXHighlight0">v</span> anstatt des u betrifft, </p>
</div>
 
<p class="zenoPLm4n0">Was den Gebrauch des <span class="zenoTXHighlight0">v</span> anstatt des u betrifft,</p>
* so hat sich derselbe sehr lange erhalten,  
* so hat sich derselbe sehr lange erhalten,
* wozu bey Wiederherstellung der alten Römischen Litteratur  
* wozu bey Wiederherstellung der alten Römischen Litteratur
** die Pedanterey einiger Lateinischen Gelehrten das ihrige beytrug,  
** die Pedanterey einiger Lateinischen Gelehrten das ihrige beytrug,
** welche das ''u'' zu Anfange eines Wortes mit ''<span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' und in der Mitte mit ''u'' ausgedruckt wissen wollten;  
** welche das ''u'' zu Anfange eines Wortes mit ''<span class="zenoTXHighlight0">v</span>'' und in der Mitte mit ''u'' ausgedruckt wissen wollten;
*** eine Pedanterey, welche sich, so seltsam und thöricht sie auch ist,  
*** eine Pedanterey, welche sich, so seltsam und thöricht sie auch ist,
**** doch sehr lange erhalten hat.  
**** doch sehr lange erhalten hat.
** Allein, endlich behaupteten Vernunft und Geschmack ihr Recht,  
** Allein, endlich behaupteten Vernunft und Geschmack ihr Recht,
*** wenigstens in der Deutschen Schreibart,  
*** wenigstens in der Deutschen Schreibart,
*** und zeigten ihnen, wie seltsam es sey, vnd zu schreiben,  
*** und zeigten ihnen, wie seltsam es sey, vnd zu schreiben,
*** und nunmehr ward der Mitlaut <span class="zenoTXHighlight0">v</span> mit fast einstimmiger Bemühung überall verbannet.
*** und nunmehr ward der Mitlaut <span class="zenoTXHighlight0">v</span> mit fast einstimmiger Bemühung überall verbannet.
<p class="zenoPLm4n0">Ein Überbleibsel des alten Vorurtheils, </p>
<p class="zenoPLm4n0">Ein Überbleibsel des alten Vorurtheils,</p>
 
* das u und <span class="zenoTXHighlight0">v</span> als einen und eben denselben Buchstaben zu betrachten,
* das u und <span class="zenoTXHighlight0">v</span> als einen und eben denselben Buchstaben zu betrachten,  
** hat sich indessen noch bis auf unsere Zeiten erhalten,
** hat sich indessen noch bis auf unsere Zeiten erhalten,  
* und dieser bestehet darin,
* und dieser bestehet darin,  
** daß man in allen Registern und alphabetischen Verzeichnissen,
** daß man in allen Registern und alphabetischen Verzeichnissen,  
*** den Selbstlaut u mit dem Mitlaut <span class="zenoTXHighlight0">v</span> vermengt,
*** den Selbstlaut u mit dem Mitlaut <span class="zenoTXHighlight0">v</span> vermengt,  
*** und die damit anfangenden Wörter nach Maßgebung des folgenden Buchstabens ordnet.
*** und die damit anfangenden Wörter nach Maßgebung des folgenden Buchstabens ordnet.  
* Wie seltsam diese Vermischung
* Wie seltsam diese Vermischung  
** zweyer in der Gestalt und Aussprache so verschiedener Buchstaben ist,
** zweyer in der Gestalt und Aussprache so verschiedener Buchstaben ist,  
** wofür man keinen andern Grund hat,
** wofür man keinen andern Grund hat,  
*** als weil die alten Römer in ihrer großen Schrift, aus Armuth an Schriftzeichen, für beyde nur Einen Buchstab hatten,
*** als weil die alten Römer in ihrer großen Schrift, aus Armuth an Schriftzeichen, für beyde nur Einen Buchstab hatten,  
*** darf wohl nicht erst gesagt werden.
*** darf wohl nicht erst gesagt werden.  
** Es wird also auch nicht erst einer Entschuldigung bedürfen,
** Es wird also auch nicht erst einer Entschuldigung bedürfen,  
*** daß ich in diesem Wörterbuche U und <span class="zenoTXHighlight0">V</span>, als zwey verschiedene Buchstaben, so wie sie es wirklich sind, behandelt habe.
*** daß ich in diesem Wörterbuche U und <span class="zenoTXHighlight0">V</span>, als zwey verschiedene Buchstaben, so wie sie es wirklich sind, behandelt habe.
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Aktuelle Version vom 30. Dezember 2023, 19:25 Uhr

Phö.

Ara.

Gri.

Etr.

Lat. 22 V, v

Rune

Dt. 22 V, v

  • Ursprung
    • Das V teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem U und dem W, daneben sind das Y und auch das F mit ihm verwandt.
    • U und V - beide Formen waren austauschbar. Erst etwa im 17. Jahrhundert wurde die spitze Variante des Buchstabens nur für den konsonantischen Lautwert verwendet und die runde nur für den vokalischen.
    • Bis zum 5. Jahrhundert wurde aus dem römischen Halbvokal [w] im Rahmen von Lautwandel der Reibelaut [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. die germanischen Sprachen verschriftet wurden, die über den Laut [w] verfügten, empfand man das Zeichen <v> bzw. <u> nicht immer als passend und schuf stattdessen die Ligatur <uu> bzw. <vv>, woraus sich das heutige w entwickelte.

v, V [1]

[2] v, der zwey und zwanzigste unter den Deutschen Buchstaben
  • und der siebzehente unter den Mitlautern,
    • welcher seiner heutigen gewöhnlichsten Aussprache nach dem f gleich lautend ist,
      • er stehe zu Anfange eines Wortes,
        • Vater, viel, voll, Volk,
        • oder am Ende, brav, massiv,
        • oder auch in der Mitte, Larve, Nerve, Pulver.
          • In dem letztern Worte wird es von vielen gelinde, wie ein w gesprochen,
            • welche Aussprache es auch bekommt,
            • wenn es in der Mitte zwischen zwey Selbstlautern stehet;
              • wie in Frevel, Stüver, Sclave, wo es wie ein w oder sanftes b ausgesprochen wird.

Die Deutschen

  • haben diesen Buchstab mit dem ganzen übrigen Alphabete von den Lateinern angenommen.
    • Allein, bey diesen hatte er, aus Armuth an Schriftzeichen,
      • einen sehr mangelhaften Gebrauch.
  • In ihrer größern Schrift
    • mußte das V sowohl den Selbstlaut u,
    • als auch den gelindern Blaselaut, ausdrücken,
      • für welchen wir jetzt das w haben,
      • und ob sie gleich in ihrer spätern kleinern und Current-Schrift zwey verschiedene Zeichen u und v annahmen,
        • so waren doch die Schreiber durch die ältere größere Schrift schon so sehr verwöhnt,
          • daß der Gebrauch der letztern sehr unbestimmt und schwankend wurde.

Diese Verwirrung

  • schlich sich mit der Schrift auch in die Deutsche Schreibart ein.
  • Zwar half man einem Theil derselben dadurch ab,
    • daß man für den sanftern Blaselaut, welchen das V, v oder u,
      • wenn es das Zeichen eines Mitlauters war, ausdrucken mußte,
      • das w annahm
        • und nicht Vein, vehe mir, Vind und u.s.f.
        • sondern Wein, wehe, Wind schrieb;
    • allein, sie ward auf der andern Seite wieder vermehret,
      • indem man das v nicht nur als völlig gleich bedeutend mit dem f gebrauchte,
      • welches die Lateiner nicht thaten,
        • bey welchen es, wenn es ein Mitlaut war, wie unser w lautete,
        • sondern es auch nach Art derselben anstatt des Selbstlautes u schrieb.
        • Im ersten Falle schrieb man ohne Unterschied
          • Fater und Vater,
          • fon und von,
          • Folk und Volk,
        • im zweyten aber
          • vnnd und und,
          • dauon und davon.

Nach und nach

  • ward die Rechtschreibung einförmiger,
  • und der Mitlauter v theilte sich mit dem f in diejenigen Fälle,
    • in welchen der harte Blaselaut Statt fand,
      • obgleich diese Theilung sehr ungleich und willkührlich geschahe,
      • indem man sich dabey bloß nach dem Gebrauche richtete,
      • und bald das f, bald aber auch das v schrieb,
      • so wie dieses oder jenes allgemeiner geworden war.
    • Man
      • schrieb daher Volk,
      • behielt aber das f in dem Stammworte folgen;
    • auf ähnliche Art entstanden die Ungleichheiten in der Schreibart der Wörter
      • viel, voll und Fülle, füllen, vor und für u.s.f.
    • Einige Wörter
      • hat man noch sehr lange sowohl mit einem v, als mit einem f, geschrieben;
        • z.B. Vehwamme und Fehwamme, vest und fest,
        • und in manchen Gegenden schreibt man sie noch jetzt mit dem v.

In solchen Fällen nun,
  • wo der Gebrauch schwankend zu seyn scheinet,
    • erkläret man sich billig allemahl für das f,
      • weil dieses in den allermeisten Fällen zur Bezeichnung des harten Blaselautes angenommen ist,
      • dagegen man das v vergleichungsweise nur in einigen wenigen beybehalten hat.
  • Es ist nur die Frage,
    • ob man es nicht auch in diesen wenigen verbannen und dafür das bessere f einführen könne.
      • Da f und v unserer Aussprache nach, völlig gleich lautend sind,
        • das letztere sich auch nur durch einen Mißbrauch anstatt des erstern eingeschlichen hat,
        • so wäre es allerdings zu wünschen, [3]
          • daß die ersten Schreiber und Schriftsteller dasselbe vermieden hätten.
          • Allein, da die ganze Nation diese Ungleichheit einmahl angenommen,
            • und dadurch stillschweigend gebilliget hat,
            • so kann solche auch nicht anders, als durch ihre allgemeine Einwilligung, wieder abgeschaffet werden,
            • wozu heutiges Tages keine vernünftige Hoffnung ist.
      • Es sind daher alle Bemühungen einzelner Sprachlehrer
        • seit mehr als hundert Jahren in diesem Stücke fruchtlos gewesen
        • und haben ihnen keinen andern Vortheil gebracht,
          • als daß man sie als Sonderlinge verlacht hat,
          • und man kann mit Gewißheit behaupten,
            • daß die Bemühungen derer, welche sich in den neuesten Zeiten zu Sprach- und Schriftverbesserern aufwerfen,
            • kein besseres Schicksal haben werden.
        • Überdieß würde die Verwirrung,
          • welche eine so wesentliche Veränderung,
          • als die Ausstoßung eines ganzen allgemein angenommenen Buchstabens ist,
          • weit mehr Nachtheil verursachen müssen,
            • wenn sie auch gewisser Maßen allgemein werden sollte,
            • als der kleine etwa damit verbundene Nutzen wieder ersetzen könnte.

Was den Gebrauch des v anstatt des u betrifft,

  • so hat sich derselbe sehr lange erhalten,
  • wozu bey Wiederherstellung der alten Römischen Litteratur
    • die Pedanterey einiger Lateinischen Gelehrten das ihrige beytrug,
    • welche das u zu Anfange eines Wortes mit v und in der Mitte mit u ausgedruckt wissen wollten;
      • eine Pedanterey, welche sich, so seltsam und thöricht sie auch ist,
        • doch sehr lange erhalten hat.
    • Allein, endlich behaupteten Vernunft und Geschmack ihr Recht,
      • wenigstens in der Deutschen Schreibart,
      • und zeigten ihnen, wie seltsam es sey, vnd zu schreiben,
      • und nunmehr ward der Mitlaut v mit fast einstimmiger Bemühung überall verbannet.

Ein Überbleibsel des alten Vorurtheils,

  • das u und v als einen und eben denselben Buchstaben zu betrachten,
    • hat sich indessen noch bis auf unsere Zeiten erhalten,
  • und dieser bestehet darin,
    • daß man in allen Registern und alphabetischen Verzeichnissen,
      • den Selbstlaut u mit dem Mitlaut v vermengt,
      • und die damit anfangenden Wörter nach Maßgebung des folgenden Buchstabens ordnet.
  • Wie seltsam diese Vermischung
    • zweyer in der Gestalt und Aussprache so verschiedener Buchstaben ist,
    • wofür man keinen andern Grund hat,
      • als weil die alten Römer in ihrer großen Schrift, aus Armuth an Schriftzeichen, für beyde nur Einen Buchstab hatten,
      • darf wohl nicht erst gesagt werden.
    • Es wird also auch nicht erst einer Entschuldigung bedürfen,
      • daß ich in diesem Wörterbuche U und V, als zwey verschiedene Buchstaben, so wie sie es wirklich sind, behandelt habe.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 973-974. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000494224; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 973 | 974; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [973]
  3. ↑ [973]