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„Mittelalter“ – Versionsunterschied

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<p>Als '''Mittelalter''' wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Europas europäischen Geschichte] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter Epoche] zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Antike Ende der Antike] und dem Beginn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] bezeichnet, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter#Zeitliche_Einordnung unten]).</p><p>Im Übergang von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tantike Spätantike] ins [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChmittelalter Frühmittelalter] zerbrach die politische und kulturelle Einheit des durch die griechisch-römische [https://de.wikipedia.org/wiki/Antike Antike] geprägten [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum Mittelmeerraums]. Während das [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich Byzantinische Reich] im Osten intakt blieb, ging das [https://de.wikipedia.org/wiki/Westr%C3%B6misches_Reich Westreich] [https://de.wikipedia.org/wiki/476 476] unter. Es bildeten sich neue Reiche innerhalb (wie das [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich Frankenreich], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Westgotenreich Westgotenreich] auf der [https://de.wikipedia.org/wiki/Iberische_Halbinsel Iberischen Halbinsel] und die Reiche der [https://de.wikipedia.org/wiki/Angelsachsen Angelsachsen] in Britannien) und außerhalb (wie die Herrschaften der [https://de.wikipedia.org/wiki/Slawen Slawen] in Ost- und [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdosteuropa Südosteuropa] und die neuen Reichsbildungen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Skandinavien Skandinavien]) des ehemaligen weströmischen Reichs. Bevölkert waren diese Reiche von der ansässigen romanisierten Mehrheitsbevölkerung und in der sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung Völkerwanderungszeit] eingewanderten Gruppen (vor allem [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen germanische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Slawen slawische] Krieger).</p><p>Während der Mittelmeerraum bereits am Ende der Spätantike [https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum christlich] geprägt war, wurden im Mittelalter auch die übrigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Heidentum heidnischen] Gebiete Europas [https://de.wikipedia.org/wiki/Christianisierung christianisiert]. Vor allem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster#Christliche_Tradition christliche Klöster] spielten eine wichtige Rolle dabei, einen Bruchteil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Philologie antiken Literatur] zu bewahren. Im Frühmittelalter bildete sich im Wesentlichen die politische Grundordnung späterer Zeiten heraus. Das anschließende [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmittelalter Hochmittelalter] war gekennzeichnet durch den Aufschwung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] erfolgte der langsame Übergang in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChe_Neuzeit Frühe Neuzeit].</p><p>Mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] entstand im 7. Jahrhundert eine neue Religion, die sich infolge der [https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion arabischen Eroberungen] in West- und Mittelasien, Nordafrika und auch in Teilen Südeuropas ausbreitete, bevor christliche Herrscher die Rückeroberung in Spanien ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista Reconquista]) und Süditalien/Sizilien einleiteten. In Südosteuropa hingegen drangen seit dem späten 14. Jahrhundert die [https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich Osmanen] weiter vor. Das Ende des Mittelalters ist dabei ähnlich schwierig zu bestimmen wie der Anfang; traditionell werden hier Ereignisse wie die Entdeckung Amerikas durch die Europäer 1492 oder der Beginn der Reformation 1517 als wichtige Zäsuren betrachtet.</p><p>Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Hoch- und Spätmittelalters war der [https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalismus Feudalismus]. Grundzüge dieser Zeit waren eine nach [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndeordnung Ständen] geordnete [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaft], ein durch das Christentum bestimmtes [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbild Weltbild], eine christlich geprägte [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft Wissenschaft] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Literatur Literatur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Architektur Architektur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst Kunst] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur Kultur] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein Latein] als gemeinsame, übergreifende [https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungssprache Bildungssprache]. Nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenl%C3%A4ndisches_Schisma Großen Schisma] von 1054 strebte sowohl die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Kirche katholische Kirche] als auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirchen orthodoxe Kirche] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiologie#Exklusivit%C3%A4t_und_Kirchenstruktur Einheit] des Christentums unter ihrem Dach an. Diese Bemühungen scheiterten jedoch.</p><p>Von großer Bedeutung für das „christliche“ Europa waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Juden Juden]. Auf Grund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot Zinsverbots] der katholischen Kirche waren den Christen Geldgeschäfte verboten, nicht aber den andersgläubigen Juden. Sie waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenregal Schutzbefohlene] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesherr Landesherren] und wurden als [https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheit Minderheit]nur widerwillig geduldet. Aufgrund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus#Mittelalter Antijudaismus im Mittelalter] waren sie Opfer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenpogrom Judenpogromen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung Vertreibungen].</p>
[[mittel]]–[[Alter]] {{nhdt.-dt.}} {{Wrtdtng}}richtiger wäre es "Mittelzeitalter, Mittelaltertum" zu sagen; etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert.
 
* Mittelalter n. ‘mittleres Lebensalter’ (17. Jh.),
* ‘geschichtlicher Zeitraum zwischen ''[[Altertum]]'' und ''[[Neuzeit]]'', Hauptepoche des Feudalismus’ (18. Jh.),
** nach der Fügung nlat. medium aevum;
*** vgl. andere Benennungsversuche wie mittleres Zeitalter, mittlere Zeiten, Mittelzeit, ferner engl. Middle Ages, nl. middeleeuwen, frz. moyen âge.
 
Als '''Mittelalter''' wird in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Europas europäischen Geschichte] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter Epoche] zwischen dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Antike Ende der Antike] und dem Beginn der [[Neuzeit]] bezeichnet, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter#Zeitliche_Einordnung unten]).<p>Im Übergang von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tantike Spätantike] ins [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChmittelalter Frühmittelalter] zerbrach die politische und kulturelle Einheit des durch die griechisch-römische [https://de.wikipedia.org/wiki/Antike Antike] geprägten [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum Mittelmeerraums]. Während das [https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich Byzantinische Reich] im Osten intakt blieb, ging das [https://de.wikipedia.org/wiki/Westr%C3%B6misches_Reich Westreich] [https://de.wikipedia.org/wiki/476 476] unter. Es bildeten sich neue Reiche innerhalb (wie das [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4nkisches_Reich Frankenreich], das [https://de.wikipedia.org/wiki/Westgotenreich Westgotenreich] auf der [https://de.wikipedia.org/wiki/Iberische_Halbinsel Iberischen Halbinsel] und die Reiche der [https://de.wikipedia.org/wiki/Angelsachsen Angelsachsen] in Britannien) und außerhalb (wie die Herrschaften der [https://de.wikipedia.org/wiki/Slawen Slawen] in Ost- und [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdosteuropa Südosteuropa] und die neuen Reichsbildungen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Skandinavien Skandinavien]) des ehemaligen weströmischen Reichs. Bevölkert waren diese Reiche von der ansässigen romanisierten Mehrheitsbevölkerung und in der sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung Völkerwanderungszeit] eingewanderten Gruppen (vor allem [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen germanische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Slawen slawische] Krieger).</p><p>Während der Mittelmeerraum bereits am Ende der Spätantike [https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum christlich] geprägt war, wurden im Mittelalter auch die übrigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Heidentum heidnischen] Gebiete Europas [https://de.wikipedia.org/wiki/Christianisierung christianisiert]. Vor allem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster#Christliche_Tradition christliche Klöster] spielten eine wichtige Rolle dabei, einen Bruchteil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Philologie antiken Literatur] zu bewahren. Im Frühmittelalter bildete sich im Wesentlichen die politische Grundordnung späterer Zeiten heraus. Das anschließende [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmittelalter Hochmittelalter] war gekennzeichnet durch den Aufschwung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tmittelalter Spätmittelalter] erfolgte der langsame Übergang in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChe_Neuzeit Frühe Neuzeit].</p><p>Mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Islam Islam] entstand im 7. Jahrhundert eine neue Religion, die sich infolge der [https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion arabischen Eroberungen] in West- und Mittelasien, Nordafrika und auch in Teilen Südeuropas ausbreitete, bevor christliche Herrscher die Rückeroberung in Spanien ([https://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista Reconquista]) und Süditalien/Sizilien einleiteten. In Südosteuropa hingegen drangen seit dem späten 14. Jahrhundert die [https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich Osmanen] weiter vor. Das Ende des Mittelalters ist dabei ähnlich schwierig zu bestimmen wie der Anfang; traditionell werden hier Ereignisse wie die Entdeckung Amerikas durch die Europäer 1492 oder der Beginn der Reformation 1517 als wichtige Zäsuren betrachtet.</p><p>Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Hoch- und Spätmittelalters war der [https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalismus Feudalismus]. Grundzüge dieser Zeit waren eine nach [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndeordnung Ständen] geordnete [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) Gesellschaft], ein durch das Christentum bestimmtes [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbild Weltbild], eine christlich geprägte [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft Wissenschaft] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Literatur Literatur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Architektur Architektur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst Kunst] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur Kultur] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein Latein] als gemeinsame, übergreifende [https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungssprache Bildungssprache]. Nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenl%C3%A4ndisches_Schisma Großen Schisma] von 1054 strebte sowohl die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Kirche katholische Kirche] als auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Orthodoxe_Kirchen orthodoxe Kirche] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ekklesiologie#Exklusivit%C3%A4t_und_Kirchenstruktur Einheit] des Christentums unter ihrem Dach an. Diese Bemühungen scheiterten jedoch.</p><p>Von großer Bedeutung für das „christliche“ Europa waren die [https://de.wikipedia.org/wiki/Juden Juden]. Auf Grund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot Zinsverbots] der katholischen Kirche waren den Christen Geldgeschäfte verboten, nicht aber den andersgläubigen Juden. Sie waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenregal Schutzbefohlene] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Landesherr Landesherren] und wurden als [https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheit Minderheit]nur widerwillig geduldet. Aufgrund des [https://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus#Mittelalter Antijudaismus im Mittelalter] waren sie Opfer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Judenpogrom Judenpogromen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung Vertreibungen].</p>

Aktuelle Version vom 24. Juli 2024, 12:20 Uhr

mittel–Alter nhdt.-dt. Wrtdtng:richtiger wäre es "Mittelzeitalter, Mittelaltertum" zu sagen; etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert.

  • Mittelalter n. ‘mittleres Lebensalter’ (17. Jh.),
  • ‘geschichtlicher Zeitraum zwischen Altertum und Neuzeit, Hauptepoche des Feudalismus’ (18. Jh.),
    • nach der Fügung nlat. medium aevum;
      • vgl. andere Benennungsversuche wie mittleres Zeitalter, mittlere Zeiten, Mittelzeit, ferner engl. Middle Ages, nl. middeleeuwen, frz. moyen âge.

Als Mittelalter wird in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit bezeichnet, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt (siehe unten).

Im Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter zerbrach die politische und kulturelle Einheit des durch die griechisch-römische Antike geprägten Mittelmeerraums. Während das Byzantinische Reich im Osten intakt blieb, ging das Westreich 476 unter. Es bildeten sich neue Reiche innerhalb (wie das Frankenreich, das Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel und die Reiche der Angelsachsen in Britannien) und außerhalb (wie die Herrschaften der Slawen in Ost- und Südosteuropa und die neuen Reichsbildungen in Skandinavien) des ehemaligen weströmischen Reichs. Bevölkert waren diese Reiche von der ansässigen romanisierten Mehrheitsbevölkerung und in der sogenannten Völkerwanderungszeit eingewanderten Gruppen (vor allem germanische und slawische Krieger).

Während der Mittelmeerraum bereits am Ende der Spätantike christlich geprägt war, wurden im Mittelalter auch die übrigen heidnischen Gebiete Europas christianisiert. Vor allem christliche Klöster spielten eine wichtige Rolle dabei, einen Bruchteil der antiken Literatur zu bewahren. Im Frühmittelalter bildete sich im Wesentlichen die politische Grundordnung späterer Zeiten heraus. Das anschließende Hochmittelalter war gekennzeichnet durch den Aufschwung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Im Spätmittelalter erfolgte der langsame Übergang in die Frühe Neuzeit.

Mit dem Islam entstand im 7. Jahrhundert eine neue Religion, die sich infolge der arabischen Eroberungen in West- und Mittelasien, Nordafrika und auch in Teilen Südeuropas ausbreitete, bevor christliche Herrscher die Rückeroberung in Spanien (Reconquista) und Süditalien/Sizilien einleiteten. In Südosteuropa hingegen drangen seit dem späten 14. Jahrhundert die Osmanen weiter vor. Das Ende des Mittelalters ist dabei ähnlich schwierig zu bestimmen wie der Anfang; traditionell werden hier Ereignisse wie die Entdeckung Amerikas durch die Europäer 1492 oder der Beginn der Reformation 1517 als wichtige Zäsuren betrachtet.

Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Hoch- und Spätmittelalters war der Feudalismus. Grundzüge dieser Zeit waren eine nach Ständen geordnete Gesellschaft, ein durch das Christentum bestimmtes Weltbild, eine christlich geprägte Wissenschaft und Literatur, Architektur, Kunst und Kultur sowie Latein als gemeinsame, übergreifende Bildungssprache. Nach dem Großen Schisma von 1054 strebte sowohl die katholische Kirche als auch die orthodoxe Kirche die Einheit des Christentums unter ihrem Dach an. Diese Bemühungen scheiterten jedoch.

Von großer Bedeutung für das „christliche“ Europa waren die Juden. Auf Grund des Zinsverbots der katholischen Kirche waren den Christen Geldgeschäfte verboten, nicht aber den andersgläubigen Juden. Sie waren Schutzbefohlene der Landesherren und wurden als Minderheitnur widerwillig geduldet. Aufgrund des Antijudaismus im Mittelalter waren sie Opfer von Judenpogromen und Vertreibungen.