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„Intuitionismus“ – Versionsunterschied

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'''Intuitionismus''' bezeichnet unterschiedliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie philosophische], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik mathematische] und teilweise auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie psychologische] Positionen, die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Intuition Intuition] eine Priorität einräumen. Oftmals wird dabei vorausgesetzt, dass bestimmte Sachverhalte unmittelbar erkannt oder bewiesen werden. Zu unterscheiden sind hauptsächlich Wortverwendungen in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Erkenntnistheorie], der [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ethischer_Intuitionismus&action=edit&redlink=1 intuitionistischen Ethik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaethik Metaethik] sowie ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus_(Logik_und_Mathematik) mathematischer und logischer Intuitionismus].
[[Intuition]][[-ismus]] [[Sprachstufe::lat.-deu.]] [[an sich]] lediglich "[[Schauen]], [[Anschauung]], [[Einsicht]]' ist ein muß;
== <span id="Erkenntnistheoretischer_Intuitionismus">Erkenntnistheoretischer Intuitionismus</span> ==
<p>In der Klassifikation erkenntnistheoretischer Positionen bezeichnet „Intuitionismus“ die Auffassung, dass epistemische, kognitive und ggf. metaphysische [https://de.wikipedia.org/wiki/Tatsache Tatsachen] unmittelbar einsichtig sind und als [https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom Axiome] zur Grundlage der weiteren philosophischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Beweis_(Logik) Beweisführung]dienen können. „Intuition“ kann dabei erkenntnistheoretisch bezogen sein auf ein Wissen aus reiner Vernunft ([https://de.wikipedia.org/wiki/A_priori A-priori]-Wissen), unspezifischer auf den Anschein des Bestehens eines Sachverhalts oder allgemeiner auf Zustände, die Sinneserfahrung und [https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbeobachtung Introspektion]einschließen.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-1 [1]]</sup></p>
=== <span id="Frühe_Neuzeit_–_17._und_18._Jahrhundert">Frühe Neuzeit – 17. und 18. Jahrhundert</span> ===
<p>Die erkenntnistheoretische Position wird üblicherweise<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-2 [2]]</sup> verbunden mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Descartes René Descartes] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Buffier Claude Buffier]. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schottische_Schule Schottische Schule] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Reid Thomas Reid], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dugald_Stewart_(Philosoph) Dugald Stewart], [https://de.wikipedia.org/wiki/William_Hamilton_(Philosoph) William Hamilton], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Paul_Royer-Collard Pierre Paul Royer-Collard]) knüpft daran an, wobei zunächst dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus Skeptizismus] von [https://de.wikipedia.org/wiki/David_Hume David Hume] und später auch dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Sensualismus Sensualismus] von [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tienne_Bonnot_de_Condillac Étienne Bonnot de Condillac] widersprochen werden soll. Seit dem 19. Jahrhundert wird diese Richtung „Intuitionismus“ genannt, womit auch deren Nachfolger des [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Franz%C3%B6sischer_Eklektizismus&action=edit&redlink=1 französischen Eklektizismus] bezeichnet werden. Ähnliche Ideen, die ebenfalls in der „schottischen Schule“ rezipiert werden, verfolgen [https://de.wikipedia.org/wiki/Anthony_Ashley-Cooper,_3._Earl_of_Shaftesbury Shaftesbury] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Hutcheson Francis Hutcheson], wobei Empfindung und Gefühl als unmittelbare Evidenzen betont werden und dem Empirismus von [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke John Locke] entgegenstehen.</p>
=== <span id="19._und_frühes_20._Jahrhundert">19. und frühes 20. Jahrhundert</span> ===
<span></span>[[file:170px-Walter_Meckauer_Henri_Bergson_1917_Titel.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Walter_Meckauer_Henri_Bergson_1917_Titel.jpg|170x270px]][https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Meckauer Walter Meckauer]: Dissertation (1917)<p>Seit dem 19. Jahrhundert entsteht eine Strömung ethischer Theoriebildung, welche „Intuitionismus“ als Selbstbezeichnung verwendet.</p><p>Bei den Theoretikern des französischen Eklektizismus werden Konzepte der schottischen Schule mit Ideen aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Idealismus deutschen Idealismus] verbunden. Zu den Vertretern zählen [https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Cousin Victor Cousin], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Adolphe_Garnier&action=edit&redlink=1 Adolphe Garnier] (1801–1864), [https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A9odore_Simon_Jouffroy Théodore Simon Jouffroy] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Janet Pierre Janet]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Traugott_Krug Wilhelm Traugott Krug] bezeichnet auch Ideen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Heinrich_Jacobi Friedrich Heinrich Jacobi] als „Intuitionismus“. Letzterer ist durch Shaftesbury und Hutcheson und deren Gefühlsorientierung beeinflusst und versucht ebenfalls, gegenüber Locke, Hume, [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Berkeley George Berkeley] und nunmehr auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant], einen unmittelbaren Zugang zu metaphysischen Wahrheiten und Gegenständen zu etablieren. In dieser Linie<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-3 [3]]</sup> bewegt sich auch der spekulative Idealismus von [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Joseph_Schelling Friedrich Wilhelm Joseph Schelling], der – gegen Kant und die vorbenannten – an einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Intellektuelle_Anschauung intellektuellen Anschauung] festhält.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Bergson Henri Bergson] knüpft an die Ideen des Intuitionismus an und arbeitet den Ansatz weiter aus. Er stellt wissenschaftliche Diskursivität und philosophische „Intuition“ einander gegenüber.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-4 [4]]</sup></p><p>Im Gefolge Bergsons wiederum entwickelt [https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Husserl Edmund Husserl] seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie phänomenologische] Methode der Ideation bzw. Wesensschau, die einen unmittelbaren, von wissenschaftlicher Theoriebildung unabhängigen epistemischen Zugang zu Dingen oder Werten an sich annimmt. [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Scheler Max Scheler] schließt daran seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Wertphilosophie Wertphilosophie] an.</p>
=== <span id="Spätes_20._und_frühes_21._Jahrhundert">Spätes 20. und frühes 21. Jahrhundert</span> ===
<p>Verschiedenen Positionen wird eine „intuitionistische“ Ausrichtung zugeschrieben, so etwa mit Bezug auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Lossky Vladimir Lossky] (1903–1958), [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger Martin Heidegger], [https://de.wikipedia.org/wiki/Knud_Ejler_L%C3%B8gstrup Knud Ejler Løgstrup] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno Theodor W. Adorno],<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-5 [5]]</sup> die ebenfalls das Element eines unmittelbaren Zugangs zur Wirklichkeit gegenüber betont argumentativ oder rational vermittelten Positionen enthalten oder verteidigen.</p><p>Auch in Disziplinen heutiger theoretischer Philosophie wird „Intuitionismus“ als Klassifikationsbegriff verwendet, wobei aber in der Regel keine explizite Kontinuität zu den vorbenannten Positionen vertreten wird.</p>
== <span id="Ethischer_und_metaethischer_Intuitionismus">Ethischer und metaethischer Intuitionismus</span> ==
<p>Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Audi Robert Audi] ist in der heutigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Epistemologie] der Moral „moralischer Intuitionismus“ ein Sammelbegriff für Positionen, die – anders als [https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus Utilitarismus] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Deontologie deontologische] Ethik wie diejenige Kants – in folgenden theoretischen Verpflichtungen übereinkommen:<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-6 [6]]</sup></p>


<span></span>
'''Intuitionismus''' bezeichnet unterschiedliche [[Philosophie|philosophische]], [[Mathematik|mathematische]] und teilweise auch [[Psychologie|psychologische]] Positionen, die der [[Intuition]] eine Priorität einräumen. Oftmals wird dabei vorausgesetzt, dass bestimmte Sachverhalte unmittelbar erkannt oder bewiesen werden. Zu unterscheiden sind hauptsächlich Wortverwendungen in der [[Erkenntnistheorie]], der [[Ethischer Intuitionismus|intuitionistischen Ethik]] und [[Metaethik]] sowie ein [[Intuitionismus (Logik und Mathematik)|mathematischer und logischer Intuitionismus]].
*Es gibt irreduzibel mehrere Prinzipien der Moral. (Dagegen werden in verbreiteten Ausarbeitungen utilitaristischer und deontologischer Ethik, insb. in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant kantischen Ethik] nur ein oder wenige Moralprinzipien angenommen, aus welchen andere moralische Wahrheiten herleitbar bzw. auf welche diese geltungslogisch zurückführbar sein sollen.)
*Jedes der Moralprinzipien bezieht sich auf einen natürlichen Grund, der eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Prima_facie prima facie] Pflicht impliziert.
*Diese Moralprinzipien sind intuitiv wissbar, werden also nicht etwa nur durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlussfolgerung Schlussfolgerungen] (inferentiell) erfasst.
<p>Wegen der dritten These handelt es sich um eine Variante eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheoretischer_Fundamentalismus Epistemologischen Fundamentalismus], also einer Theorie, die letzte Fundamente der Wissensbegründung postuliert. Gegenpositionen sind der Empirismus des Utilitarismus, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalismus Rationalismus] der kantischen deontologischen Ethik, sowie ferner der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nonkognitivismus Nonkognitivismus].<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>Einige Autoren unterscheiden [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturalismus_(Philosophie) naturalistischen] und „metaphysischen“ Intuitionismus.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-8 [8]]</sup> Letzterer wird dabei zum Beispiel verstanden als verpflichtet auf die These, dass Ausdrücke wie „gut“ auf „ethische Objekte“ referieren, die menschliches Bewusstsein erfasst, wenn es ethisches Wissen erwirbt.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-9 [9]]</sup></p><p>Der moralische Intuitionismus hat Vorläufer in [https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Sidgwick Henry Sidgwick], [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Edward_Moore George Edward Moore], [https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Scheler Max Scheler], [https://de.wikipedia.org/wiki/William_David_Ross William David Ross], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hastings_Rashdall&action=edit&redlink=1 Hastings Rashdall] (1858–1924), wobei aber Abgrenzungen vorgenommen werden, etwa bei Moore<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-10 [10]]</sup>. Gegenwärtige Vertreter sind unter anderem [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Audi Robert Audi], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Noah_Lemos&action=edit&redlink=1 Noah Lemos] (* 1956), [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Grant_C._Sterling&action=edit&redlink=1 Grant C. Sterling], [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Russ_Shafer-Landau&action=edit&redlink=1 Russ Shafer-Landau] (* 1963) und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=William_Donald_Hudson&action=edit&redlink=1 William Donald Hudson].</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Gigerenzer Gerd Gigerenzer] versteht „intuitionistische Ethik“ als Heuristik einfacher und evolvierter Faustregeln zur intelligenten Komplexitätsreduzierung.<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-11 [11]]</sup></p>
== <span id="Intuitionistische_Mathematik_und_Logik">Intuitionistische Mathematik und Logik</span> ==
<span></span><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus_(Logik_und_Mathematik) Intuitionismus (Logik und Mathematik)]''</div><p>Der mathematische Intuitionismus vertritt, dass die Mathematik eine aktiv konstruktive Tätigkeit ist. Alle mathematischen Gegenstände sind Konstrukte, produziert von idealen Mathematikern, die gleichwohl endlich bleiben und damit aktual unendliche mathematische Objekte eigentlich nicht konstruieren können. Um nichtkonstruktive [https://de.wikipedia.org/wiki/Beweis Beweise] ausschließen zu können, müssen die Gesetze der Elimination doppelter Negation (non-non-A = A) und des Ausschlusses einer dritten Alternative bei logischen Gegensätzen (A oder non-A) aus der klassischen Logik suspendiert werden. Darum müssen klassische mathematische Theorien wie die Peano-Arithmetik revidiert werden. Während im Bereich der Arithmetik syntaktische Übersetzungen in intuitionistische Aussagen leicht zu bewerkstelligen sind, erhöht der intuitionistische Ansatz in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Analysis Analysis] und anderen Theorien höherer Mathematik die Komplexität enorm. Gegenpositionen in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Mathematik Philosophie der Mathematik] sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Logizismus Logizismus] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Frege Gottlob Frege]: Mathematik ist reduzierbar auf Logik), Formalismus ([https://de.wikipedia.org/wiki/David_Hilbert David Hilbert]) oder Prädikativismus ([https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrand_Russell Bertrand Russell]).<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-12 [12]]</sup> Ein entschiedener Gegner der Reduktion der Mathematik auf die Logik war Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Poincar%C3%A9 Henri Poincaré].</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/L._E._J._Brouwer L. E. J. Brouwer] ist der Begründer des mathematischen Intuitionismus.<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-13 [13]]</sup> Der Ausgangspunkt für diesen Intuitionismus (den fregeschen Logizismus zu radikalisieren, die klassische Mathematik zu revidieren und auch verschiedene logische Prinzipien zu verwerfen) ist der Unendlichkeitsbegriff, weil das Unendliche niemals als fertige Gesamtheit (als „aktual Unendliches“, z.&nbsp;B., als gäbe es unendlich viele Zahlen), sondern als bloße Möglichkeit des unbegrenzten Fortschreitens aufzufassen sei (als „potentiell Unendliches“, z.&nbsp;B., insofern man zu jeder natürlichen Zahl eine nachfolgende Zahl angeben kann; siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Finitismus Finitismus]), so dass die Allgemeingültigkeit des Prinzips vom ausgeschlossenen Dritten geleugnet werden müsse, da es in Anwendung auf unendliche Gegenstandsbereiche nicht unbeschränkt gelten könne.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-14 [14]]</sup> Heutige Vertreter sind beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Troelstra Anne Troelstra], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_van_Dalen Dirk van Dalen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Taschner Rudolf Taschner]. Aus den vorbenannten Gründen erfordert die konstruktivistische Mathematik eine revidierte Logik. Diese Basis stellt die [https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionistische_Logik Intuitionistische Logik] bereit. Neben Brouwer waren an der Ausarbeitung intuitionistischer Logiksysteme unter anderem beteiligt [https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Kolmogorow Andrei Kolmogorow], [https://de.wikipedia.org/wiki/Errett_Bishop Errett Bishop], [https://de.wikipedia.org/wiki/Arend_Heyting Arend Heyting], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Gentzen Gerhard Gentzen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Cole_Kleene Stephen Cole Kleene], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_G%C3%B6del Kurt Gödel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Saul_A._Kripke Saul A. Kripke], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Lorenzen Paul Lorenzen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Dummett Michael Dummett]. Auch der aus der Hilbert-Schule stammende Mathematiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Weyl Hermann Weyl] stand zeitweise dem Intuitionismus nahe und löste 1921 eine Debatte zwischen Intuitionisten und der Hilbert-Schule aus ([https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlagenkrise_der_Mathematik Grundlagenkrise der Mathematik]).</p>
== <span id="Sonstige_Wortverwendungen">Sonstige Wortverwendungen</span> ==
<p>Von „intuitionistischen“ Positionen hat man auch gesprochen mit Bezug auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Pawel_Alexandrowitsch_Florenski Pawel Alexandrowitsch Florenski] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Lossky Nikolai Lossky]<sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-15 [15]]</sup> sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger Martin Heidegger], bei letzterem mit Bezug auf seine Rationalitätskritik und die Annahme eines unmittelbaren „Zuspruch[s] des Seins“, der jeder „Verdinglichung“ von einzelnem Seienden voraus geht.<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-16 [16]]</sup> Auch die auf „Vollzugswissen“ beruhende [https://de.wikipedia.org/wiki/Empraxis Empraxis] steht für eine spezifisch intuitionistische Position.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Intuitionismus#cite_note-17 [17]]</sup></p>
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==


#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=George_Bealer&action=edit&redlink=1 George Bealer]: Art. ''Intuition'' (Addendum), in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Encyclopedia_of_Philosophy Encyclopedia of Philosophy], 2. A., 732f, hier 732.</span>
== Erkenntnistheoretischer Intuitionismus ==
#<span class="reference-text">Vgl. zum Folgenden G. Pflug: „Intuitionismus I“, in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_W%C3%B6rterbuch_der_Philosophie Historisches Wörterbuch der Philosophie], Bd. 4, S. 540–42.</span>
In der Klassifikation erkenntnistheoretischer Positionen bezeichnet „Intuitionismus“ die Auffassung, dass epistemische, kognitive und ggf. metaphysische [[Tatsache]]n unmittelbar einsichtig sind und als [[Axiom]]e zur Grundlage der weiteren philosophischen [[Beweis (Logik)|Beweis]]führung dienen können. „Intuition“ kann dabei erkenntnistheoretisch bezogen sein auf ein Wissen aus reiner Vernunft ([[a priori|A-priori]]-Wissen), unspezifischer auf den Anschein des Bestehens eines Sachverhalts oder allgemeiner auf Zustände, die Sinneserfahrung und [[Selbstbeobachtung|Introspektion]] einschließen.<ref>[[George Bealer]]: Art. ''Intuition'' (Addendum), in: [[Encyclopedia of Philosophy]], 2. A., 732f, hier 732.</ref>
#<span class="reference-text">Vgl. M. Adam: ''Die intellektuelle Anschauung bei Schelling in ihrem Verhältnis zur Methode der Intuition bei Bergson'', Diss. Hamburg, Patschkau (Schlesien) 1926.</span>
 
#<span class="reference-text">Vgl. Pflug, l.c. mit Bezug auf H. Bergson: ''L'intuition philosophique'', in: ''La pensée et le mouvant. Essais et conférences.'' Alcan, Paris 1934, deutsch: ''Denken und schöpferisches Werden. Aufsätze und Vorträge.'' EVA, Frankfurt am Main 1948, Neuauflage Hamburg 2007.</span>
=== Frühe Neuzeit – 17. und 18. Jahrhundert ===
#<span class="reference-text">Oliver Garbrecht: ''Rationalitätskritik der Moderne'': Adorno und Heidegger″, Diss. 1999, München 2002 [https://books.google.de/books?id=1SlXtJuuOYwC&pg=PA270&redir_esc=y&hl=de online bei google books], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3896756524 ISBN 3-89675-652-4].</span>
Die erkenntnistheoretische Position wird üblicherweise<ref>Vgl. zum Folgenden G. Pflug: „Intuitionismus I“, in: [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Bd. 4, S. 540–42.</ref> verbunden mit [[René Descartes]] und [[Claude Buffier]]. Die [[Schottische Schule]] ([[Thomas Reid]], [[Dugald Stewart (Philosoph)|Dugald Stewart]], [[William Hamilton (Philosoph)|William Hamilton]], [[Pierre Paul Royer-Collard]]) knüpft daran an, wobei zunächst dem [[Skeptizismus]] von [[David Hume]] und später auch dem [[Sensualismus]] von [[Étienne Bonnot de Condillac]] widersprochen werden soll. Seit dem 19. Jahrhundert wird diese Richtung „Intuitionismus“ genannt, womit auch deren Nachfolger des [[Französischer Eklektizismus|französischen Eklektizismus]] bezeichnet werden. Ähnliche Ideen, die ebenfalls in der „schottischen Schule“ rezipiert werden, verfolgen [[Anthony Ashley-Cooper, 3. Earl of Shaftesbury|Shaftesbury]] und [[Francis Hutcheson]], wobei Empfindung und Gefühl als unmittelbare Evidenzen betont werden und dem Empirismus von [[John Locke]] entgegenstehen.
#<span class="reference-text">So die Charakterisierung von Robert Audi: Moral Knowledge and Ethical Pluralism, in: John Greco / [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Sosa Ernest Sosa] (Hgg.): The Blackwell Guide to Epistemology, Oxford: Blackwell 1999, 271–302. Vgl. allgemein auch Ders.: ''The Good in the Right'': A Theory of Intuition and Intrinsic Value, Princeton University Press, Princeton – Oxford 2004 (Paperback 2005), [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780691123882 ISBN 978-0-691-12388-2].</span>
 
#<span class="reference-text">Auch diese Klassifizierung nach Audi.</span>
=== 19. und frühes 20. Jahrhundert ===
#<span class="reference-text">So zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/William_K._Frankena William K. Frankena]: ''Ethics'', Prentice Hall 1973, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0132904780 ISBN 0132904780].</span>
[[Datei:Walter Meckauer Henri Bergson 1917 Titel.jpg|mini|hochkant|[[Walter Meckauer]]: Dissertation (1917)]]
#<span class="reference-text">So zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jan_Narveson&action=edit&redlink=1 Jan Narveson]: ''The libertarian idea'', Broadview Press 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/1551114216 ISBN 1551114216], S. 110, [https://books.google.de/books?id=N8Cu2hi3sJ8C&pg=PA110&lpg=PA110&hl=de einsehbar] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Books Google Books].</span>
Seit dem 19. Jahrhundert entsteht eine Strömung ethischer Theoriebildung, welche „Intuitionismus“ als Selbstbezeichnung verwendet.
#<span class="reference-text">Vgl. George Edward Moore: ''Principia Ethica''. Cambridge 1962 (1903), § 90, S. 148.</span>
 
#<span class="reference-text">Gerd Gigerenzer: ''Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition''. München 2007.</span>
Bei den Theoretikern des französischen Eklektizismus werden Konzepte der schottischen Schule mit Ideen aus dem [[Deutscher Idealismus|deutschen Idealismus]] verbunden. Zu den Vertretern zählen [[Victor Cousin]], [[Adolphe Garnier]] (1801–1864), [[Théodore Simon Jouffroy]] und [[Pierre Janet]]. [[Wilhelm Traugott Krug]] bezeichnet auch Ideen von [[Friedrich Heinrich Jacobi]] als „Intuitionismus“. Letzterer ist durch Shaftesbury und Hutcheson und deren Gefühlsorientierung beeinflusst und versucht ebenfalls, gegenüber Locke, Hume, [[George Berkeley]] und nunmehr auch [[Immanuel Kant]], einen unmittelbaren Zugang zu [[Metaphysik|metaphysischen]] Wahrheiten und Gegenständen zu etablieren. In dieser Linie<ref>Vgl. M. Adam: ''Die intellektuelle Anschauung bei Schelling in ihrem Verhältnis zur Methode der Intuition bei Bergson'', Diss. Hamburg, Patschkau (Schlesien) 1926.</ref> bewegt sich auch der spekulative Idealismus von [[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling]], der – gegen Kant und die vorbenannten – an einer [[Intellektuelle Anschauung|intellektuellen Anschauung]] festhält.
#<span class="reference-text">Vgl. Leon Horsten:&nbsp;[https://plato.stanford.edu/entries/philosophy-mathematics/ ''Philosophy of Mathematics.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''.</span>
 
#<span class="reference-text">Vgl. zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/L._E._J._Brouwer L. E. J. Brouwer] (Hrsg.): ''Intuitionismus'', eingeleitet und kommentiert von Dirk van Dalen, Mannheim – Leipzig u.&nbsp;a. 1992, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3411153717 ISBN 3-411-15371-7].</span>
[[Henri Bergson]] knüpft an die Ideen des Intuitionismus an und arbeitet den Ansatz weiter aus. Er stellt wissenschaftliche Diskursivität und philosophische „Intuition“ einander gegenüber.<ref>Vgl. Pflug, l.c. mit Bezug auf H. Bergson: ''L'intuition philosophique'', in: ''La pensée et le mouvant. Essais et conférences.'' Alcan, Paris 1934, deutsch: ''Denken und schöpferisches Werden. Aufsätze und Vorträge.'' EVA, Frankfurt am Main 1948, Neuauflage Hamburg 2007.</ref>
#<span class="reference-text">Vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Stegm%C3%BCller Wolfgang Stegmüller]: ''Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie.'' Bd. 1, Stuttgart 1989, S. 438.</span>
 
#<span class="reference-text">Siehe zum Beispiel C. Chant: Art. ''Florenski, Pavel Aleksandrovich'', in: Stuart Brown / Diané Collinson / Robert Wilkinson (Hgg.): ''Biographical dictionary of twentieth-century philosophers'', Taylor & Francis 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0415286050 ISBN 0415286050], S. 238.</span>
Im Gefolge Bergsons wiederum entwickelt [[Edmund Husserl]] seine [[Phänomenologie|phänomenologische]] Methode der Ideation bzw. [[Wesensschau]], die einen unmittelbaren, von wissenschaftlicher Theoriebildung unabhängigen epistemischen Zugang zu Dingen oder Werten an sich annimmt. [[Max Scheler]] schließt daran seine [[Wertphilosophie]] an.
#<span class="reference-text">Oliver Garbrecht: ''Rationalitätskritik der Moderne: Adorno und Heidegger″'', Utz, München 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3896756524 ISBN 3-89675-652-4], S. 269f ([https://books.google.de/books?id=1SlXtJuuOYwC&pg=PA270&redir_esc=y&hl=de teilweise online] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Books Google Books]) (Dissertation Universität München 1999, 299 Seiten).</span>
 
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Caysa Volker Caysa]: ''Empraktische Vernunft.''; Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften 2015, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783631667071 ISBN 978-3-631-66707-1].</span>
=== Spätes 20. und frühes 21. Jahrhundert ===
Verschiedenen Positionen wird eine „intuitionistische“ Ausrichtung zugeschrieben, so etwa mit Bezug auf [[Vladimir Lossky]] (1903–1958), [[Martin Heidegger]], [[Knud Ejler Løgstrup]] und [[Theodor W. Adorno]],<ref>Oliver Garbrecht: ''Rationalitätskritik der Moderne'': Adorno und Heidegger″, Diss. 1999, München 2002 [https://books.google.de/books?id=1SlXtJuuOYwC&pg=PA270&redir_esc=y&hl=de online bei Google Books], ISBN 3-89675-652-4.</ref> die ebenfalls das Element eines unmittelbaren Zugangs zur Wirklichkeit gegenüber betont argumentativ oder rational vermittelten Positionen enthalten oder verteidigen.
 
Auch in Disziplinen heutiger theoretischer Philosophie wird „Intuitionismus“ als Klassifikationsbegriff verwendet, wobei aber in der Regel keine explizite Kontinuität zu den vorbenannten Positionen vertreten wird.
 
== Ethischer und metaethischer Intuitionismus ==
{{Hauptartikel|Ethischer Intuitionismus}}
Nach [[Robert Audi]] ist in der heutigen [[Erkenntnistheorie|Epistemologie]] der Moral „moralischer Intuitionismus“ ein Sammelbegriff für Positionen, die – anders als [[Utilitarismus]] und [[Deontologie|deontologische]] Ethik wie diejenige Kants – in folgenden theoretischen Verpflichtungen übereinkommen:<ref>So die Charakterisierung von Robert Audi: Moral Knowledge and Ethical Pluralism, in: John Greco / [[Ernest Sosa]] (Hrsg.): The Blackwell Guide to Epistemology, Oxford: Blackwell 1999, 271–302. Vgl. allgemein auch Ders.: ''The Good in the Right'': A Theory of Intuition and Intrinsic Value, Princeton University Press, Princeton – Oxford 2004 (Paperback 2005), ISBN 978-0-691-12388-2.</ref>
* Es gibt irreduzibel mehrere Prinzipien der Moral. (Dagegen werden in verbreiteten Ausarbeitungen utilitaristischer und deontologischer Ethik, insb. in der [[Immanuel Kant|kantischen Ethik]] nur ein oder wenige Moralprinzipien angenommen, aus welchen andere moralische Wahrheiten herleitbar bzw. auf welche diese geltungslogisch zurückführbar sein sollen.)
* Jedes der Moralprinzipien bezieht sich auf einen natürlichen Grund, der eine [[prima facie]] Pflicht impliziert.
* Diese Moralprinzipien sind intuitiv wissbar, werden also nicht etwa nur durch [[Schlussfolgerung]]en (inferentiell) erfasst.
 
Wegen der dritten These handelt es sich um eine Variante eines [[Erkenntnistheoretischer Fundamentalismus|Epistemologischen Fundamentalismus]], also einer Theorie, die letzte Fundamente der Wissensbegründung postuliert. Gegenpositionen sind der Empirismus des Utilitarismus, der [[Rationalismus]] der kantischen deontologischen Ethik, sowie ferner der [[Nonkognitivismus]].<ref>Auch diese Klassifizierung nach Audi.</ref>
 
Einige Autoren unterscheiden [[Naturalismus (Philosophie)|naturalistischen]] und „metaphysischen“ Intuitionismus.<ref>So zum Beispiel [[William K. Frankena]]: ''Ethics'', Prentice Hall 1973, ISBN 0-13-290478-0.</ref> Letzterer wird dabei zum Beispiel verstanden als verpflichtet auf die These, dass Ausdrücke wie „[[Das Gute|gut]]“ auf „ethische Objekte“ referieren, die menschliches Bewusstsein erfasst, wenn es ethisches Wissen erwirbt.<ref>So zum Beispiel [[Jan Narveson]]: ''The libertarian idea'', Broadview Press 2001, ISBN 1-55111-421-6, S. 110, [https://books.google.de/books?id=N8Cu2hi3sJ8C&pg=PA110&lpg=PA110&hl=de einsehbar] bei [[Google Books]].</ref>
 
Der moralische Intuitionismus hat Vorläufer in [[Henry Sidgwick]], [[George Edward Moore]], [[Max Scheler]], [[William David Ross]], [[Hastings Rashdall]] (1858–1924), wobei aber Abgrenzungen vorgenommen werden, etwa bei Moore<ref>Vgl. George Edward Moore: ''Principia Ethica''. Cambridge 1962 (1903), § 90, S. 148.</ref>. Gegenwärtige Vertreter sind unter anderem [[Robert Audi]], [[Noah Lemos]] (* 1956), [[Grant C. Sterling]], [[Russ Shafer-Landau]] (* 1963) und [[William Donald Hudson]].
 
[[Gerd Gigerenzer]] versteht „intuitionistische Ethik“ als Heuristik einfacher und evolvierter Faustregeln zur intelligenten Komplexitätsreduzierung.<ref>Gerd Gigerenzer: ''Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition''. München 2007.</ref>
 
== Intuitionistische Mathematik und Logik ==
{{Hauptartikel|Intuitionismus (Logik und Mathematik)}}
 
Der mathematische Intuitionismus vertritt, dass die Mathematik eine aktiv konstruktive Tätigkeit ist. Alle mathematischen Gegenstände sind Konstrukte, produziert von idealen Mathematikern, die gleichwohl endlich bleiben und damit aktual unendliche mathematische Objekte eigentlich nicht konstruieren können. Um nichtkonstruktive [[Beweis]]e ausschließen zu können, müssen die Gesetze der Elimination doppelter Negation (non-non-A = A) und des Ausschlusses einer dritten Alternative bei logischen Gegensätzen (A oder non-A) aus der klassischen Logik suspendiert werden. Darum müssen klassische mathematische Theorien wie die Peano-Arithmetik revidiert werden. Während im Bereich der [[Arithmetik]] syntaktische Übersetzungen in intuitionistische Aussagen leicht zu bewerkstelligen sind, erhöht der intuitionistische Ansatz in der [[Analysis]] und anderen Theorien höherer Mathematik die Komplexität enorm. Gegenpositionen in der [[Philosophie der Mathematik]] sind [[Logizismus]] ([[Gottlob Frege]]: Mathematik ist reduzierbar auf Logik), Formalismus ([[David Hilbert]]) oder Prädikativismus ([[Bertrand Russell]]).<ref>Vgl. {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/philosophy-mathematics/|Philosophy of Mathematics|Leon Horsten|beleg=1}}</ref> Ein entschiedener Gegner der Reduktion der Mathematik auf die Logik war Anfang des 20.&nbsp;Jahrhunderts auch [[Henri Poincaré]].
 
[[L. E. J. Brouwer]] ist der Begründer des mathematischen Intuitionismus.<ref>Vgl. zum Beispiel [[L. E. J. Brouwer]] (Hrsg.): ''Intuitionismus'', eingeleitet und kommentiert von Dirk van Dalen, Mannheim – Leipzig u.&nbsp;a. 1992, ISBN 3-411-15371-7.</ref> Der Ausgangspunkt für diesen Intuitionismus (den fregeschen Logizismus zu radikalisieren, die klassische Mathematik zu revidieren und auch verschiedene logische Prinzipien zu verwerfen) ist der Unendlichkeitsbegriff, weil [[Unendlichkeit|das Unendliche]] niemals als fertige Gesamtheit (als „aktual Unendliches“, z.&nbsp;B., als gäbe es unendlich viele Zahlen), sondern als bloße Möglichkeit des unbegrenzten Fortschreitens aufzufassen sei (als „potentiell Unendliches“, z.&nbsp;B., insofern man zu jeder natürlichen Zahl eine nachfolgende Zahl angeben kann; siehe auch [[Finitismus]]), so dass die Allgemeingültigkeit des Prinzips vom ausgeschlossenen Dritten geleugnet werden müsse, da es in Anwendung auf unendliche Gegenstandsbereiche nicht unbeschränkt gelten könne.<ref>Vgl. [[Wolfgang Stegmüller]]: ''Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie.'' Bd. 1, Stuttgart 1989, S. 438.</ref> Heutige Vertreter sind beispielsweise [[Anne Troelstra]], [[Dirk van Dalen]] oder [[Rudolf Taschner]]. Aus den vorbenannten Gründen erfordert die konstruktivistische Mathematik eine revidierte Logik. Diese Basis stellt die [[Intuitionistische Logik]] bereit. Neben Brouwer waren an der Ausarbeitung intuitionistischer Logiksysteme unter anderem beteiligt [[Andrei Kolmogorow]], [[Errett Bishop]], [[Arend Heyting]], [[Gerhard Gentzen]], [[Stephen Cole Kleene]], [[Kurt Gödel]], [[Saul A. Kripke]], [[Paul Lorenzen]] und [[Michael Dummett]]. Auch der aus der Hilbert-Schule stammende Mathematiker [[Hermann Weyl]] stand zeitweise dem Intuitionismus nahe und löste 1921 eine Debatte zwischen Intuitionisten und der Hilbert-Schule aus ([[Grundlagenkrise der Mathematik]]).
 
== Sonstige Wortverwendungen ==
Von „intuitionistischen“ Positionen hat man auch gesprochen mit Bezug auf [[Pawel Alexandrowitsch Florenski]] und [[Nikolai Lossky]]<ref>Siehe zum Beispiel C. Chant: Art. ''Florenski, Pavel Aleksandrovich'', in: Stuart Brown / Diané Collinson / Robert Wilkinson (Hrsg.): ''Biographical dictionary of twentieth-century philosophers'', Taylor & Francis 2002, ISBN 0-415-28605-0, S. 238.</ref> sowie [[Martin Heidegger]], bei letzterem mit Bezug auf seine Rationalitätskritik und die Annahme eines unmittelbaren „Zuspruch[s] des [[Sein]]s“, der jeder „Verdinglichung“ von einzelnem Seienden voraus geht.<ref>Oliver Garbrecht: ''Rationalitätskritik der Moderne: Adorno und Heidegger″'', Utz, München 2002, ISBN 3-89675-652-4, S. 269f ([https://books.google.de/books?id=1SlXtJuuOYwC&pg=PA270&redir_esc=y&hl=de teilweise online] bei [[Google Books]]) (Dissertation Universität München 1999, 299 Seiten).</ref> Auch die auf „Vollzugswissen“ beruhende [[Empraxis]] steht für eine spezifisch intuitionistische Position.<ref>[[Volker Caysa]]: ''Empraktische Vernunft.''; Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften 2015, ISBN 978-3-631-66707-1.</ref>
 
== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 06:21 Uhr

Intuition-ismus lat.-deu. an sich lediglich "Schauen, Anschauung, Einsicht' ist ein muß;

Intuitionismus bezeichnet unterschiedliche philosophische, mathematische und teilweise auch psychologische Positionen, die der Intuition eine Priorität einräumen. Oftmals wird dabei vorausgesetzt, dass bestimmte Sachverhalte unmittelbar erkannt oder bewiesen werden. Zu unterscheiden sind hauptsächlich Wortverwendungen in der Erkenntnistheorie, der intuitionistischen Ethik und Metaethik sowie ein mathematischer und logischer Intuitionismus.

Erkenntnistheoretischer Intuitionismus

In der Klassifikation erkenntnistheoretischer Positionen bezeichnet „Intuitionismus“ die Auffassung, dass epistemische, kognitive und ggf. metaphysische Tatsachen unmittelbar einsichtig sind und als Axiome zur Grundlage der weiteren philosophischen Beweisführung dienen können. „Intuition“ kann dabei erkenntnistheoretisch bezogen sein auf ein Wissen aus reiner Vernunft (A-priori-Wissen), unspezifischer auf den Anschein des Bestehens eines Sachverhalts oder allgemeiner auf Zustände, die Sinneserfahrung und Introspektion einschließen.[1]

Frühe Neuzeit – 17. und 18. Jahrhundert

Die erkenntnistheoretische Position wird üblicherweise[2] verbunden mit René Descartes und Claude Buffier. Die Schottische Schule (Thomas Reid, Dugald Stewart, William Hamilton, Pierre Paul Royer-Collard) knüpft daran an, wobei zunächst dem Skeptizismus von David Hume und später auch dem Sensualismus von Étienne Bonnot de Condillac widersprochen werden soll. Seit dem 19. Jahrhundert wird diese Richtung „Intuitionismus“ genannt, womit auch deren Nachfolger des französischen Eklektizismus bezeichnet werden. Ähnliche Ideen, die ebenfalls in der „schottischen Schule“ rezipiert werden, verfolgen Shaftesbury und Francis Hutcheson, wobei Empfindung und Gefühl als unmittelbare Evidenzen betont werden und dem Empirismus von John Locke entgegenstehen.

19. und frühes 20. Jahrhundert

Walter Meckauer: Dissertation (1917)

Seit dem 19. Jahrhundert entsteht eine Strömung ethischer Theoriebildung, welche „Intuitionismus“ als Selbstbezeichnung verwendet.

Bei den Theoretikern des französischen Eklektizismus werden Konzepte der schottischen Schule mit Ideen aus dem deutschen Idealismus verbunden. Zu den Vertretern zählen Victor Cousin, Adolphe Garnier (1801–1864), Théodore Simon Jouffroy und Pierre Janet. Wilhelm Traugott Krug bezeichnet auch Ideen von Friedrich Heinrich Jacobi als „Intuitionismus“. Letzterer ist durch Shaftesbury und Hutcheson und deren Gefühlsorientierung beeinflusst und versucht ebenfalls, gegenüber Locke, Hume, George Berkeley und nunmehr auch Immanuel Kant, einen unmittelbaren Zugang zu metaphysischen Wahrheiten und Gegenständen zu etablieren. In dieser Linie[3] bewegt sich auch der spekulative Idealismus von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, der – gegen Kant und die vorbenannten – an einer intellektuellen Anschauung festhält.

Henri Bergson knüpft an die Ideen des Intuitionismus an und arbeitet den Ansatz weiter aus. Er stellt wissenschaftliche Diskursivität und philosophische „Intuition“ einander gegenüber.[4]

Im Gefolge Bergsons wiederum entwickelt Edmund Husserl seine phänomenologische Methode der Ideation bzw. Wesensschau, die einen unmittelbaren, von wissenschaftlicher Theoriebildung unabhängigen epistemischen Zugang zu Dingen oder Werten an sich annimmt. Max Scheler schließt daran seine Wertphilosophie an.

Spätes 20. und frühes 21. Jahrhundert

Verschiedenen Positionen wird eine „intuitionistische“ Ausrichtung zugeschrieben, so etwa mit Bezug auf Vladimir Lossky (1903–1958), Martin Heidegger, Knud Ejler Løgstrup und Theodor W. Adorno,[5] die ebenfalls das Element eines unmittelbaren Zugangs zur Wirklichkeit gegenüber betont argumentativ oder rational vermittelten Positionen enthalten oder verteidigen.

Auch in Disziplinen heutiger theoretischer Philosophie wird „Intuitionismus“ als Klassifikationsbegriff verwendet, wobei aber in der Regel keine explizite Kontinuität zu den vorbenannten Positionen vertreten wird.

Ethischer und metaethischer Intuitionismus

Nach Robert Audi ist in der heutigen Epistemologie der Moral „moralischer Intuitionismus“ ein Sammelbegriff für Positionen, die – anders als Utilitarismus und deontologische Ethik wie diejenige Kants – in folgenden theoretischen Verpflichtungen übereinkommen:[6]

  • Es gibt irreduzibel mehrere Prinzipien der Moral. (Dagegen werden in verbreiteten Ausarbeitungen utilitaristischer und deontologischer Ethik, insb. in der kantischen Ethik nur ein oder wenige Moralprinzipien angenommen, aus welchen andere moralische Wahrheiten herleitbar bzw. auf welche diese geltungslogisch zurückführbar sein sollen.)
  • Jedes der Moralprinzipien bezieht sich auf einen natürlichen Grund, der eine prima facie Pflicht impliziert.
  • Diese Moralprinzipien sind intuitiv wissbar, werden also nicht etwa nur durch Schlussfolgerungen (inferentiell) erfasst.

Wegen der dritten These handelt es sich um eine Variante eines Epistemologischen Fundamentalismus, also einer Theorie, die letzte Fundamente der Wissensbegründung postuliert. Gegenpositionen sind der Empirismus des Utilitarismus, der Rationalismus der kantischen deontologischen Ethik, sowie ferner der Nonkognitivismus.[7]

Einige Autoren unterscheiden naturalistischen und „metaphysischen“ Intuitionismus.[8] Letzterer wird dabei zum Beispiel verstanden als verpflichtet auf die These, dass Ausdrücke wie „gut“ auf „ethische Objekte“ referieren, die menschliches Bewusstsein erfasst, wenn es ethisches Wissen erwirbt.[9]

Der moralische Intuitionismus hat Vorläufer in Henry Sidgwick, George Edward Moore, Max Scheler, William David Ross, Hastings Rashdall (1858–1924), wobei aber Abgrenzungen vorgenommen werden, etwa bei Moore[10]. Gegenwärtige Vertreter sind unter anderem Robert Audi, Noah Lemos (* 1956), Grant C. Sterling, Russ Shafer-Landau (* 1963) und William Donald Hudson.

Gerd Gigerenzer versteht „intuitionistische Ethik“ als Heuristik einfacher und evolvierter Faustregeln zur intelligenten Komplexitätsreduzierung.[11]

Intuitionistische Mathematik und Logik

Der mathematische Intuitionismus vertritt, dass die Mathematik eine aktiv konstruktive Tätigkeit ist. Alle mathematischen Gegenstände sind Konstrukte, produziert von idealen Mathematikern, die gleichwohl endlich bleiben und damit aktual unendliche mathematische Objekte eigentlich nicht konstruieren können. Um nichtkonstruktive Beweise ausschließen zu können, müssen die Gesetze der Elimination doppelter Negation (non-non-A = A) und des Ausschlusses einer dritten Alternative bei logischen Gegensätzen (A oder non-A) aus der klassischen Logik suspendiert werden. Darum müssen klassische mathematische Theorien wie die Peano-Arithmetik revidiert werden. Während im Bereich der Arithmetik syntaktische Übersetzungen in intuitionistische Aussagen leicht zu bewerkstelligen sind, erhöht der intuitionistische Ansatz in der Analysis und anderen Theorien höherer Mathematik die Komplexität enorm. Gegenpositionen in der Philosophie der Mathematik sind Logizismus (Gottlob Frege: Mathematik ist reduzierbar auf Logik), Formalismus (David Hilbert) oder Prädikativismus (Bertrand Russell).[12] Ein entschiedener Gegner der Reduktion der Mathematik auf die Logik war Anfang des 20. Jahrhunderts auch Henri Poincaré.

L. E. J. Brouwer ist der Begründer des mathematischen Intuitionismus.[13] Der Ausgangspunkt für diesen Intuitionismus (den fregeschen Logizismus zu radikalisieren, die klassische Mathematik zu revidieren und auch verschiedene logische Prinzipien zu verwerfen) ist der Unendlichkeitsbegriff, weil das Unendliche niemals als fertige Gesamtheit (als „aktual Unendliches“, z. B., als gäbe es unendlich viele Zahlen), sondern als bloße Möglichkeit des unbegrenzten Fortschreitens aufzufassen sei (als „potentiell Unendliches“, z. B., insofern man zu jeder natürlichen Zahl eine nachfolgende Zahl angeben kann; siehe auch Finitismus), so dass die Allgemeingültigkeit des Prinzips vom ausgeschlossenen Dritten geleugnet werden müsse, da es in Anwendung auf unendliche Gegenstandsbereiche nicht unbeschränkt gelten könne.[14] Heutige Vertreter sind beispielsweise Anne Troelstra, Dirk van Dalen oder Rudolf Taschner. Aus den vorbenannten Gründen erfordert die konstruktivistische Mathematik eine revidierte Logik. Diese Basis stellt die Intuitionistische Logik bereit. Neben Brouwer waren an der Ausarbeitung intuitionistischer Logiksysteme unter anderem beteiligt Andrei Kolmogorow, Errett Bishop, Arend Heyting, Gerhard Gentzen, Stephen Cole Kleene, Kurt Gödel, Saul A. Kripke, Paul Lorenzen und Michael Dummett. Auch der aus der Hilbert-Schule stammende Mathematiker Hermann Weyl stand zeitweise dem Intuitionismus nahe und löste 1921 eine Debatte zwischen Intuitionisten und der Hilbert-Schule aus (Grundlagenkrise der Mathematik).

Sonstige Wortverwendungen

Von „intuitionistischen“ Positionen hat man auch gesprochen mit Bezug auf Pawel Alexandrowitsch Florenski und Nikolai Lossky[15] sowie Martin Heidegger, bei letzterem mit Bezug auf seine Rationalitätskritik und die Annahme eines unmittelbaren „Zuspruch[s] des Seins“, der jeder „Verdinglichung“ von einzelnem Seienden voraus geht.[16] Auch die auf „Vollzugswissen“ beruhende Empraxis steht für eine spezifisch intuitionistische Position.[17]

Einzelnachweise

  1. ↑ George Bealer: Art. Intuition (Addendum), in: Encyclopedia of Philosophy, 2. A., 732f, hier 732.
  2. ↑ Vgl. zum Folgenden G. Pflug: „Intuitionismus I“, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 4, S. 540–42.
  3. ↑ Vgl. M. Adam: Die intellektuelle Anschauung bei Schelling in ihrem Verhältnis zur Methode der Intuition bei Bergson, Diss. Hamburg, Patschkau (Schlesien) 1926.
  4. ↑ Vgl. Pflug, l.c. mit Bezug auf H. Bergson: L'intuition philosophique, in: La pensée et le mouvant. Essais et conférences. Alcan, Paris 1934, deutsch: Denken und schöpferisches Werden. Aufsätze und Vorträge. EVA, Frankfurt am Main 1948, Neuauflage Hamburg 2007.
  5. ↑ Oliver Garbrecht: Rationalitätskritik der Moderne: Adorno und Heidegger″, Diss. 1999, München 2002 online bei Google Books, ISBN 3-89675-652-4.
  6. ↑ So die Charakterisierung von Robert Audi: Moral Knowledge and Ethical Pluralism, in: John Greco / Ernest Sosa (Hrsg.): The Blackwell Guide to Epistemology, Oxford: Blackwell 1999, 271–302. Vgl. allgemein auch Ders.: The Good in the Right: A Theory of Intuition and Intrinsic Value, Princeton University Press, Princeton – Oxford 2004 (Paperback 2005), ISBN 978-0-691-12388-2.
  7. ↑ Auch diese Klassifizierung nach Audi.
  8. ↑ So zum Beispiel William K. Frankena: Ethics, Prentice Hall 1973, ISBN 0-13-290478-0.
  9. ↑ So zum Beispiel Jan Narveson: The libertarian idea, Broadview Press 2001, ISBN 1-55111-421-6, S. 110, einsehbar bei Google Books.
  10. ↑ Vgl. George Edward Moore: Principia Ethica. Cambridge 1962 (1903), § 90, S. 148.
  11. ↑ Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München 2007.
  12. ↑ Vgl. Leon Horsten: Philosophy of Mathematics. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
  13. ↑ Vgl. zum Beispiel L. E. J. Brouwer (Hrsg.): Intuitionismus, eingeleitet und kommentiert von Dirk van Dalen, Mannheim – Leipzig u. a. 1992, ISBN 3-411-15371-7.
  14. ↑ Vgl. Wolfgang Stegmüller: Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie. Bd. 1, Stuttgart 1989, S. 438.
  15. ↑ Siehe zum Beispiel C. Chant: Art. Florenski, Pavel Aleksandrovich, in: Stuart Brown / Diané Collinson / Robert Wilkinson (Hrsg.): Biographical dictionary of twentieth-century philosophers, Taylor & Francis 2002, ISBN 0-415-28605-0, S. 238.
  16. ↑ Oliver Garbrecht: Rationalitätskritik der Moderne: Adorno und Heidegger″, Utz, München 2002, ISBN 3-89675-652-4, S. 269f (teilweise online bei Google Books) (Dissertation Universität München 1999, 299 Seiten).
  17. ↑ Volker Caysa: Empraktische Vernunft.; Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften 2015, ISBN 978-3-631-66707-1.