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„Prädikator“ – Versionsunterschied

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<p>'''Prädikator''' (englisch ''predicator'') ist ein Begriff aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachphilosophie Sprachphilosophie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik]. Eingeführt wurde er von [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Carnap Rudolf Carnap] in seinem Werk ''Meaning and Necessity'' als Sammelbegriff für alle Arten von [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikat_(Logik) Prädikat]­ausdrücken, unabhängig von ihrer Stelligkeit und unabhängig davon, ob sie elementar oder zusammengesetzt sind.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikator#cite_note-1 [1]]</sup> Zweck dieser Begriffsbildung ist es, dem mehrdeutigen Wort „Prädikat“, das in der Grammatik einen Satzteil (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikat_(Grammatik) Prädikat (Grammatik)]) und in der traditionellen Logik meist den vom Prädikator benannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff_(Philosophie) Begriff] (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Syllogismus Syllogismus]) bezeichnet, eine eindeutige Bezeichnung für das Prädikat im Sinn der modernen Logik gegenüberzustellen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikator#cite_note-2 [2]]</sup></p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Konstruktivismus konstruktivistischen] Sprachtheorie wird der Begriff '''Prädikator''' in [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Kamlah Kamlahs] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Lorenzen Lorenzens] einflussreichem Werk ''Logische Propädeutik'' verwendet, wobei hier der Schwerpunkt auf der Fragestellung liegt, wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikation Prädikation] – die Sprachhandlung ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sprechakt Sprechakt]), in der ein Prädikator auf einen Gegenstand angewendet wird – zustande kommt. „Das grammatische Prädikat ist ein Satzteil, der in der Regel Prädikatoren enthält, der Prädikator hingegen ist eine Wortart, die auch im grammatischen Subjekt vorkommen kann.“<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikator#cite_note-3 [3]]</sup></p><p>„Prädikator“ sollte nicht verwechselt werden mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4diktor Prädiktor], einer Bedingung oder Variablen in den Erfahrungswissenschaften, die eine Vorhersage bestimmter Wirkungen oder Ereignisse gestattet.</p>
[[Prädikat]][[-or]] [[Sprachstufe::lat.-deu.]] {{wrtl.}} '[[Vorzeiger]]'
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==


*Rudolf Carnap: ''Meaning and Necessity: A Study in Semantics and Modal Logic'', Chicago 1947, erweiterte Ausgabe 1956. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780226093475 ISBN 978-0-226-09347-5]
'''Prädikator''' (englisch ''predicator'') ist ein Begriff aus der [[Sprachphilosophie]] und [[Logik]]. Eingeführt wurde er von [[Rudolf Carnap]] in seinem Werk ''[[Meaning and Necessity (Rudolf Carnap)|Meaning and Necessity]]'' als Sammelbegriff für alle Arten von [[Prädikat (Logik)|Prädikat]]&shy; ausdrücken, unabhängig von ihrer [[Stelligkeit]] und unabhängig davon, ob sie elementar oder zusammengesetzt sind.<ref>[[Gottfried Gabriel]]: „Prädikator“ in: [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Band 7</ref> Zweck dieser Begriffsbildung ist es, dem mehrdeutigen Wort „[[Prädikat]]“, das in der Grammatik einen [[Satzteil]] (siehe [[Prädikat (Grammatik)]]) und in der traditionellen Logik meist den vom Prädikator benannten [[Begriff (Philosophie)|Begriff]] (siehe [[Syllogismus]]) bezeichnet, eine eindeutige Bezeichnung für das Prädikat im Sinn der modernen Logik gegenüberzustellen.<ref>Kuno Lorenz: „Prädikator“ in: [[Jürgen Mittelstraß]]: ''Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie'' Band 3, Stuttgart 1995, Seite 315f.</ref>
*Wilhelm Kamlah, Paul Lorenzen: ''Logische Propädeutik'', Bibliographisches Institut Mannheim, 1967. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783476013712 ISBN 978-3-476-01371-2]


== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
In der [[Erlanger Konstruktivismus|konstruktivistischen]] Sprachtheorie wird der Begriff '''Prädikator''' in [[Wilhelm Kamlah|Kamlahs]] und [[Paul Lorenzen|Lorenzens]] einflussreichem Werk ''Logische Propädeutik'' verwendet, wobei hier der Schwerpunkt auf der Fragestellung liegt, wie [[Prädikation]] – die Sprachhandlung ([[Sprechakt]]), in der ein Prädikator auf einen Gegenstand angewendet wird – zustande kommt. „Das grammatische Prädikat ist ein Satzteil, der in der Regel Prädikatoren enthält, der Prädikator hingegen ist eine Wortart, die auch im grammatischen Subjekt vorkommen kann.“<ref>W. Kamlah, ''Logische Propädeutik'', rev. Ausgabe, S. 28 f.</ref>
<div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Pr%C3%A4dikator Wiktionary: Prädikator]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==


#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Gabriel Gottfried Gabriel]: „Prädikator“ in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_W%C3%B6rterbuch_der_Philosophie Historisches Wörterbuch der Philosophie], Band 7</span>
„Prädikator“ sollte nicht verwechselt werden mit [[Prädiktor]], einer Bedingung oder Variablen in den Erfahrungswissenschaften, die eine Vorhersage bestimmter Wirkungen oder Ereignisse gestattet.
#<span class="reference-text">Kuno Lorenz: „Prädikator“ in: [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Mittelstra%C3%9F Jürgen Mittelstraß]: ''Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie'' Band 3, Stuttgart 1995, Seite 315f.</span>
 
#<span class="reference-text">W. Kamlah, ''Logische Propädeutik'', rev. Ausgabe, S. 28 f.</span>
== Literatur ==
* Rudolf Carnap: ''Meaning and Necessity: A Study in Semantics and Modal Logic'', Chicago 1947, erweiterte Ausgabe 1956, ISBN 978-0-226-09347-5
* Wilhelm Kamlah, Paul Lorenzen: ''Logische Propädeutik'', Bibliographisches Institut Mannheim, 1967, ISBN 978-3-476-01371-2
 
== Weblinks ==
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
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== Einzelnachweise ==
<references />
 
{{DEFAULTSORT:Pradikator}}
[[Kategorie:Philosophische Logik]]
[[Kategorie:Prädikatenlogik]]
[[Kategorie:Sprachphilosophie]]

Aktuelle Version vom 2. August 2026, 11:23 Uhr

Prädikat-or lat.-deu. wrtl. 'Vorzeiger'

Prädikator (englisch predicator) ist ein Begriff aus der Sprachphilosophie und Logik. Eingeführt wurde er von Rudolf Carnap in seinem Werk Meaning and Necessity als Sammelbegriff für alle Arten von Prädikat­ ausdrücken, unabhängig von ihrer Stelligkeit und unabhängig davon, ob sie elementar oder zusammengesetzt sind.[1] Zweck dieser Begriffsbildung ist es, dem mehrdeutigen Wort „Prädikat“, das in der Grammatik einen Satzteil (siehe Prädikat (Grammatik)) und in der traditionellen Logik meist den vom Prädikator benannten Begriff (siehe Syllogismus) bezeichnet, eine eindeutige Bezeichnung für das Prädikat im Sinn der modernen Logik gegenüberzustellen.[2]

In der konstruktivistischen Sprachtheorie wird der Begriff Prädikator in Kamlahs und Lorenzens einflussreichem Werk Logische Propädeutik verwendet, wobei hier der Schwerpunkt auf der Fragestellung liegt, wie Prädikation – die Sprachhandlung (Sprechakt), in der ein Prädikator auf einen Gegenstand angewendet wird – zustande kommt. „Das grammatische Prädikat ist ein Satzteil, der in der Regel Prädikatoren enthält, der Prädikator hingegen ist eine Wortart, die auch im grammatischen Subjekt vorkommen kann.“[3]

„Prädikator“ sollte nicht verwechselt werden mit Prädiktor, einer Bedingung oder Variablen in den Erfahrungswissenschaften, die eine Vorhersage bestimmter Wirkungen oder Ereignisse gestattet.

Literatur

  • Rudolf Carnap: Meaning and Necessity: A Study in Semantics and Modal Logic, Chicago 1947, erweiterte Ausgabe 1956, ISBN 978-0-226-09347-5
  • Wilhelm Kamlah, Paul Lorenzen: Logische Propädeutik, Bibliographisches Institut Mannheim, 1967, ISBN 978-3-476-01371-2
Wiktionary: Prädikator – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Gottfried Gabriel: „Prädikator“ in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 7
  2. ↑ Kuno Lorenz: „Prädikator“ in: Jürgen Mittelstraß: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie Band 3, Stuttgart 1995, Seite 315f.
  3. ↑ W. Kamlah, Logische Propädeutik, rev. Ausgabe, S. 28 f.