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„Athanasius Kircher“ – Versionsunterschied

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<p>'''Athanasius Kircher''' (latinisiert auch: '''Athanasius Kircherus (Fuldensis)'''; * [https://de.wikipedia.org/wiki/2._Mai 2. Mai] [https://de.wikipedia.org/wiki/1602 1602] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Geisa Geisa], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rh%C3%B6n Rhön], im [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochstift_Fulda Hochstift Fulda]; † [https://de.wikipedia.org/wiki/27._November 27. November] [https://de.wikipedia.org/wiki/1680 1680] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rom Rom]) war ein deutscher [https://de.wikipedia.org/wiki/Jesuiten Jesuit] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Universalgelehrter Universalgelehrter]. Er war unter anderem Professor der Theologie und Philosophie.</p>[[file:220px-Athanasius_Kircher.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Athanasius_Kircher.jpg|220x343px]]
<p></p>[[Datei:Athanasius Kircher.jpg|mini|Pater Athanasius Kircher (vor 1664)|255x255px]]


Pater Athanasius Kircher (vor 1664)<p>Er lehrte und forschte die meiste Zeit seines Lebens am [https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Universit%C3%A4t_Gregoriana Collegium Romanum] in Rom. Kircher veröffentlichte eine große Zahl ausführlicher Monografien über ein weites Spektrum von Themen unter anderem der [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptologie Ägyptologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Geologie Geologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Medizin Medizin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik Mathematik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Musiktheorie Musiktheorie]. Mehr als 150 Jahre vor [https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Fran%C3%A7ois_Champollion Jean-François Champollion] versuchte er, [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptische_Hieroglyphen ägyptische Hieroglyphen] zu entziffern.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Kittler Friedrich Kittler] bezeichnet Kircher als „eine Art wissenschaftliche Feuerwehr des [https://de.wikipedia.org/wiki/Papst Papstes]: Mit Sonderaufträgen und Sondervollmachten war er immer zur Stelle, wenn wissenschaftliches Neuland zu betreten, aber auch im Namen der Kirche zu verteidigen war.“<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Athanasius_Kircher#cite_note-1 [1]]</sup> Tatsächlich war Kircher seiner Zeit voraus, was insbesondere an seinem Einfluss auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Akustik Akustik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomie Astronomie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanik Mechanik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Farbenlehre Farbenlehre] abzulesen ist. So vermutete er als einer der ersten den Einfluss von „kleinen Wesen“ auf die Verbreitung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pest Pest].</p><p>Kirchers Motto lautete ''In uno omnia'' (In Einem alles).</p>
'''Athanasius Kircher''' (latinisiert auch: '''Athanasius Kircherus (Fuldensis)'''; * [[2. Mai]] [[1602]] in [[Geisa]], [[Rhön]], im [[Hochstift Fulda]]; † [[27. November]] [[1680]] in [[Rom]]) war ein deutscher [[Jesuiten|Jesuit]] und [[Universalgelehrter]]. Er war unter anderem Professor der Theologie und Philosophie.
 
Er lehrte und forschte die meiste Zeit seines Lebens am [[Päpstliche Universität Gregoriana|Collegium Romanum]] in Rom. Kircher veröffentlichte eine große Zahl ausführlicher Monografien über ein weites Spektrum von Themen unter anderem der [[Ägyptologie]], [[Geologie]], [[Medizin]], [[Mathematik]] und [[Musiktheorie]]. Mehr als 150 Jahre vor [[Jean-François Champollion]] versuchte er, [[ägyptische Hieroglyphen]] zu entziffern.
 
[[Friedrich Kittler]] bezeichnet Kircher als {{" |Text=eine Art wissenschaftliche Feuerwehr des [[Papst]]es: Mit Sonderaufträgen und Sondervollmachten war er immer zur Stelle, wenn wissenschaftliches Neuland zu betreten, aber auch im Namen der Kirche zu verteidigen war.|ref=<ref>Friedrich Kittler: ''Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999'' (= ''Internationaler Merve Diskurs.'' Band 250). Merve, Berlin 2002, ISBN 3-88396-183-3, S. 88.</ref>}} Tatsächlich war Kircher seiner Zeit voraus, was insbesondere an seinem Einfluss auf die [[Akustik]], [[Astronomie]], [[Mechanik]] und [[Farbenlehre]] abzulesen ist. So vermutete er als einer der ersten den Einfluss von „kleinen Wesen“ auf die Verbreitung der [[Pest]].
 
Kirchers Motto lautete ''[[in uno omnia|In uno omnia]]'' (In Einem alles).
 
== Leben ==
Kircher wurde am 2. Mai 1602 in [[Geisa]], einer zum Hochstift Fulda gehörenden Stadt in der nördlichen Rhön, geboren. Sein Vater Johann Kircher stammte aus Mainz und war Amtmann des Fürstabts [[Balthasar von Dernbach]], seine Mutter Anna war eine geborene Gansek aus Fulda. Von 1614 bis 1618 besuchte er das Jesuiten-Kollegium in Fulda. Am 2. Oktober 1618 trat er in [[Paderborn]] dem Jesuitenorden bei. An der [[Gymnasium Theodorianum|Academia Theodoriana]] studierte er [[Philosophie]] und [[Theologie]], musste aber 1622 auf abenteuerliche Weise nach [[Köln]] fliehen, um einrückenden protestantischen Truppen unter Herzog [[Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel|Christian von Braunschweig-Lüneburg]] zu entgehen.<ref>{{Literatur |Autor=Klaus Zacharias |Hrsg=Vereinigung ehemaliger Schüler des Gymnasiums Theodorianum in Paderborn |Titel=P. Athanasius Kircher SJ (1602–1680) |Sammelwerk=Jahresbericht 2010 |Ort=Paderborn |Datum=2010 |Seiten=84–85}}</ref> Auf der Reise entging er knapp dem Tod, nachdem er bei der Überquerung des zugefrorenen Rheins ins Eis eingebrochen war. Später war er in [[Heilbad Heiligenstadt|Heiligenstadt]] als Lehrer tätig und unterrichtete Mathematik, Hebräisch und [[Syrische Sprache|Syrisch]].
 
1628 wurde er Priester und im selben Jahr Professor für Mathematik und Ethik an der [[Julius-Maximilians-Universität Würzburg|Universität Würzburg]]. 1631 veröffentlichte er sein erstes Buch (''Ars Magnesia''). Im selben Jahr zwang ihn der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]], seine Arbeiten an der Päpstlichen Universität von [[Avignon]] in [[Frankreich]] fortzusetzen. 1633 berief ihn [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]], Kaiser des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation]], zum Nachfolger [[Johannes Kepler]]s als Mathematiker an den [[Habsburg]]er Hof nach [[Wien]].
 
Diese Berufung wurde allerdings auf Betreiben von [[Nicolas-Claude Fabri de Peiresc]] widerrufen. Dieser sorgte stattdessen für eine Berufung nach [[Rom]] an das [[Päpstliche Universität Gregoriana|Collegium Romanum]], da sein Freund Kircher dort mehr Zeit für seine Forschungen haben würde&nbsp;– unter anderem für die Arbeit an der Entzifferung der [[Hieroglyphen]]. 1637/1638 unternahm er eine Forschungsreise, die ihn nach Malta, nach Sizilien und auf die Liparischen Inseln mit Besteigung des [[Ätna]] und des [[Stromboli]] führte. Nachdem er das Erdbeben von Kalabrien miterlebt hatte, ging er in Neapel an Land, bestieg den [[Vesuv]] und seilte sich in den Krater ab. Von 1638 an lehrte Kircher Mathematik, Physik und orientalische Sprachen am Collegium Romanum (Gregoriana).
 
1645 wurde er von dieser Tätigkeit freigestellt, um sich ganz seinen Forschungen widmen zu können. Er erforschte Krankheiten wie [[Malaria]] und die [[Pest]] und schuf eine bedeutende [[Sammeln|Sammlung]] von Antiquitäten, die er zusammen mit seinen eigenen Erfindungen im eigens dazu eingerichteten ''[[Museum Kircherianum]]'' ausstellte. 1661 entdeckte Kircher die Ruinen einer Kirche in Guadagnolo östlich von [[Palestrina (Latium)|Palestrina]], die angeblich von [[Konstantin der Große|Konstantin dem Großen]] an der Stelle errichtet wurde, an der sich eine Jesuserscheinung zugetragen haben soll. Er sammelte Geld für den Wiederaufbau dieser Kirche und verfügte die Beisetzung seines Herzens an ebendiesem Ort. Das Kloster Santuário della Mentorella auf dem „Eustachiusberg“ beherbergt seit 1857 eine Niederlassung der polnischen „Resurrektionisten“ (Priester von der Auferstehung).
 
Athanasius Kircher starb 1680 in Rom.
 
== Werk ==
Kircher veröffentlichte eine große Anzahl grundlegender Werke mit einem sehr breiten Themenspektrum. Er beschäftigte sich mit [[Mathematik]], [[Physik]], [[Chemie]], [[Geographie]], [[Geologie]], [[Astronomie]], [[Biologie]], [[Medizin]], [[Musik]], [[Sprache]]n, [[Philologie]] und [[Geschichte]].
 
Er verfolgte einen [[Synkretismus|synkretistischen]] oder universalwissenschaftlichen Ansatz und legte keinen Wert auf die im Entstehen begriffene Ausbildung verschiedener Disziplinen, wie wir sie heute im Wissenschaftsbetrieb kennen. Typisch für seine Monographien ist, dass sie über das eigentliche Thema hinausgehen und verwandte Fragestellungen und Meta-Diskussionen einschließen. So behandelt sein Buch ''Magnes'' (1641), das sich vornehmlich mit [[Magnetismus]] beschäftigt, auch andere Formen der Anziehung wie ''Gravitation'' und ''Liebe'' (Zitat: „Alles ist durch geheime Knoten miteinander verbunden“). In der ''Ars magna lucis et umbrae'' von 1646 findet sich eine kaum zu überblickende Anzahl verschiedener Themen, zu denen die Botanik, Zoologie, Farbenlehre, Strahlungslehre, Lichtbrechung, Parabolspiegel, Astrologie, Medizin, Sonnenuhren, Stundenlinien und Astronomie gehören. Die theoretischen Erklärungen werden durch anschauliche Skizzen unterbrochen und erläutert.<ref>Ralf Kern: ''Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit.'' Band 2, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2010, ISBN 978-3-86560-772-0, S. 266.</ref>
 
Kirchers heute vielleicht bekanntestes Werk ist der ''[[Oedipus Aegyptiacus|Œdipus Ægyptiacus]]'' (1652), eine breit angelegte Studie zur [[Ägyptologie]] und zur vergleichenden [[Religionswissenschaft]]. Seine in Latein verfassten Werke fanden zu seiner Zeit weite Verbreitung und machten die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit einem weiten Kreis von Lesern bekannt.
 
=== Ägyptologie ===
[[Datei:Athanasius Kircher Koptisches Alphabet.jpg|mini|Das [[Kopten|koptische]] Alphabet<br />(Auszug aus ''Prodromus coptus'', 1636)]]
 
Kirchers Interesse an der [[Ägyptologie]] wurde geweckt, als er 1628 in der Bibliothek von [[Speyer]] auf eine [[Ägyptische Hieroglyphen|Hieroglyphensammlung]] stieß. Vermittelt durch [[Nicolas-Claude Fabri de Peiresc]] kam er später in den Besitz mehrerer Manuskripte, die der Forschungsreisende [[Pietro della Valle]] aus Ägypten mitgebracht hatte; diese waren in [[Bohairisch]], einem Dialekt der koptischen Sprache verfasst und eigentlich für den Linguisten [[Thomas Obicini]] gedacht gewesen. Nach dessen Tod schien der berühmte Gelehrte Kircher der richtige Mann, sie zu bearbeiten. 1633 an das [[Päpstliche Universität Gregoriana|Collegium Romanum]] berufen, begann er mit der Arbeit, lernte [[Koptische Sprache|Koptisch]] und veröffentlichte 1636 die erste Grammatik dieser Sprache (''Prodromus Coptus sive Aegyptiacus'').<ref>Athanasius Kircher: ''Prodromus coptus sive aegyptiacus Ad Eminentiss S. R. E. Cardinalem Franciscum Barberinum. in quo cum linguae Coptae, sive Aegyptiacae, quondam Pharaonicae, origo, aetas, vicissitudo, inclinatio, tum hieroglyphicae literaturae instauratio uti per varia variarum eruditionum, interpretationumque difficillimarum specimina, ita noua quoque et insolita methodo exhibentur''. Rom 1636. [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/ECHOdocuViewfull?pn=5&ws=2&url=/mpiwg/online/permanent/library/0W011A8U/pageimg&viewMode=images&mode=imagepath Online] bei [[European Cultural Heritage Online|ECHO]]</ref> In seinem Werk ''Lingua Aegyptiaca restituta'' von 1643 argumentiert er korrekt, dass Koptisch keine separate Sprache sei, sondern die letzte Ausbaustufe der antiken [[Ägyptische Sprache|ägyptischen Sprache]]. Er erkannte auch die Beziehung zwischen [[Hieratische Schrift|hieratischen Schriftzeichen]] und den Hieroglyphen.<ref>Horst Beinlich: [https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/volltexte/2016/2890 ''Athanasius Kircher und die Kenntnis vom Alten Ägypten.''] In: Horst Beinlich, Christoph Daxelmüller (Hrsg.): ''Magie des Wissens: Athanasius Kircher, 1602–1680. Universalgelehrter, Sammler, Visionär'' (= ''Katalog zur Ausstellung im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg, 1. Oktober – 14. Dezember 2002.'') Röll, Dettelbach 2002, ISBN 978-3-89754-211-2. S. 85–98.</ref>
 
In ''Œdipus Ægyptiacus'' (1652) argumentiert er, dass die antike ägyptische Sprache von [[Adam und Eva]] gesprochen wurde und dass [[Hermes Trismegistos]] und [[Mose]]s ein und dieselbe Person gewesen seien. Die ägyptischen Hieroglyphen seien [[Okkultismus|okkulte]] Symbole, die nicht wörtlich übersetzt, sondern nur [[Allegorie|allegorisch]] (sinnbildlich) ausgelegt werden könnten, da ihre wahren Gehalte dem Eingeweihten vorbehalten seien. Er nahm an der Aufstellung der [[Liste der Obelisken in Rom|Obelisken in Rom]] teil und ist für die Hinzufügung heute als sinnlos bzw. sinnentstellend erkannter Hieroglyphen an einigen derselben verantwortlich; vgl. sein Werk ''Obeliscus Pamphilius'' (1650) über den unter Kaiser [[Domitian]] aufgestellten [[Obelisco Agonale]].<ref>Athanasius Kircher: ''Obeliscus Pamphilius, hoc est interpretatio nova et hucusque intentata obelisci hieroglyphici Quem non ita pridem ex Veteri Hippodromo Antonini Caracallae Caesaris, in Agonale Forum transtulit, integritati restituit, & in Urbis Aeternae ornamentum erexit Innocentius X. Pont. Max.'' [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/ECHOdocuViewfull?url=http://content.mpiwg-berlin.mpg.de/mpiwg/online/permanent/einstein_exhibition/sources/VZBBKTXN/index.meta&mode=texttool&viewMode=images Online] bei [[European Cultural Heritage Online|ECHO]]</ref> Im Jahre 1666 widmete er dem kurz vorher aufgefundenen und auf dem Rücken von [[Berninis Elefant]]en aufgestellten [[Obelisco della Minerva]] die Monographie ''Ad Alexandrum VII. Pont. Max. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera effossi interpretatio hieroglyphica''.<ref>Athanasius Kircher: ''Ad Alexandrum VII. Pont. Max. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera effossi interpretatio hieroglyphica.'' [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/ECHOdocuViewfull?url=http://content.mpiwg-berlin.mpg.de/mpiwg/online/permanent/library/1389U9WD/index.meta&mode=texttool&viewMode=images Online] bei ECHO.</ref> Noch 1676 befasst er sich in seiner ''Sphinx Mystagoga''<ref>Athanasius Kircher: ''Sphinx mystagoga, sive diatribe hieroglyphica de mumiis.'' Amsterdam 1676. [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/ECHOdocuViewfull?mode=imagepath&url=/mpiwg/online/permanent/library/DG3F6ZYD/pageimg&viewMode=images Online] bei ECHO (beigebunden zu ''Turris Babel'')</ref> mit Mumienbergung und Entschlüsselung der Hieroglyphen.
 
Obwohl sein Ansatz zur Entzifferung altägyptischer Texte auf fundamentalen Fehlkonzepten beruhte, betrieb er doch bahnbrechende wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet. Kircher selbst glaubte an die Möglichkeit, dass die Hieroglyphen ein Alphabet bilden könnten, und setzte sie zum griechischen Alphabet in Beziehung. Seine Ergebnisse wurden später von [[Jean-François Champollion]] bei seinen erfolgreichen Bemühungen, diese altägyptische Sprache zu entziffern, verwendet.
 
Kircher beschäftigte sich auch mit [[Atlantis]], das [[Platon]] zufolge auf eine Überlieferung aus Ägypten zurückgeht. Kircher glaubte, Atlantis im Atlantik lokalisieren zu können.
 
=== Sinologie ===
[[Datei:Kircherchinamap.jpg|mini|Karte des [[Kaiserreich China|Kaiserreichs China]] aus Kirchers ''[[China illustrata]]'', 1667]]
 
Kircher entwickelte früh ein Interesse an der [[Chinesische Kultur|chinesischen Kultur]]. Schon 1629 übermittelte er seinem geistlichen Mentor, dass er [[Missionar]] in diesem Land werden wolle. Sein Werk ''China monumentis qua sacris qua profanis (…) illustrata'' („China, illustriert anhand seiner heiligen und weltlichen Denkmäler...“) war eine Enzyklopädie über das [[Kaiserreich China]], die akkurate [[Kartografie]] mit mystischen Elementen wie [[Long (Mythologie)|Drachen]] verband. Es betont die christlichen Elemente der [[Geschichte Chinas|chinesischen Geschichte]], sowohl reale als auch imaginäre: Kircher erwähnt die frühe Anwesenheit von [[Nestorianismus|Nestorianern]], aufgrund des sogenannten Sino-Syrischen Denkmals, der [[Nestorianische Stele|Nestorianischen Stele]], die im Jahr 1625 in einer Villa der chinesischen Stadt [[Xi’an|Sianfu]] entdeckt worden war. Er betrachtete das Denkmal, welches auch in seinem Buch ''Prodromus Coptus'' (1636) behandelt wurde, als einen Beweis dafür, dass in China bereits eintausend Jahre zuvor (also um 600) ein Evangelium verkündet worden sei.
 
Daneben schrieb er auch, dass die Chinesen Nachkommen von [[Ham (Bibel)|Ham]] seien und dass die [[Chinesische Schrift|chinesischen Schriftzeichen]] abgewandelte Hieroglyphen seien, wie er bereits im ''Oedipus Aegyptiacus'' (1652–1654) behauptet hatte. Zum Nachweis dieser These konstruierte Kircher unter Berufung auf biblische Erzählungen eine umfangreiche Kolonialisierungsgeschichte der Welt durch [[Noach|Noahs]] Familie. Nach der Sintflut sei Ham, Noahs zweiter Sohn, nach Persien gekommen, wo er eine Kolonie gegründet habe. Kircher identifizierte ihn als [[Zoroaster]], den König von [[Baktrien]], dessen Grenze bis Indien und an die Mongolei reichte. Das Nachbarland China sei die letzte Erde gewesen, die Ham zu kolonialisieren hatte. Damals hätte der erste chinesische Kaiser [[Fu Xi]] vom Kolonialherren Ham die Hieroglyphenschrift übernommen und sie zur chinesischen Schrift entwickelt, behauptete Kircher. Nach seiner Zeitrechnung geschah diese Übernahme 300&nbsp;Jahre nach der [[Sintflut]].
 
Trotz dieser Verwandtschaft standen in seinem System die [[Ideographie|Ideogramme]] unter den Hieroglyphen, weil sie sich auf spezifische Ideen bezogen, anstatt auf mysteriöse Ideenkomplexe. Die Zeichen der [[Maya]] und [[Azteken]] waren für ihn noch niedrigere Zeichen, weil sie sich auf einzelne Objekte bezogen.
 
=== Geologie ===
[[Datei:Athanasius Kircher Interior of the earth.jpg|mini|Kirchers Modell des [[Innerer Aufbau der Erde|Erdinneren]] aus ''Mundus subterraneus'' (1678)]]
 
Auf einer Reise nach Süditalien 1638 stieg Kircher in den Krater des [[Vesuv]]s, um dann am Rande der Eruptionen das Innere des Vulkans zu erforschen. Er war auch angetan von dem unterirdischen Rumpeln, das er an der Meerenge von [[Messina]] vernahm. Seine geologischen und geographischen Forschungen gipfelten in seinem Werk ''Mundus subterraneus'' (1664), in dem er vermutete, dass die Gezeiten von Wassermassen verursacht würden, die sich zwischen den Weltmeeren und einem unterirdischen [[Ozean]] bewegen.
 
Kirchers Standpunkt zu [[Fossil]]ien war nicht einheitlich. Er verstand, dass einige dieser Versteinerungen Überreste von Tieren waren, andere schrieb er aber dem menschlichen Erfindergeist oder spontanen regenerativen Kräften der Erde zu. Nicht alle Objekte, die er zu erklären versuchte, waren tatsächlich Fossilien&nbsp;– daher die Vielfalt seiner Ansätze.
 
=== Medizin ===
[[Datei:Kircherears.jpg|mini|hochkant|Illustration über das [[Ohr|Gehör]] aus ''Musurgia universalis'' (1650)]]
 
Das einzige Werk Kirchers, das sich speziell mit medizinischen Fragen beschäftigt, ist seine 1658 veröffentlichte Schrift ''Scrutinium physico-medicum contagiosae luis, quae pestis dicitur''. Es geht zurück auf die [[Pest]]epidemie von 1656 in Neapel, bei der er, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Kranke in Siechenhäusern untersuchte. Kircher geht in einem eigenen Kapitel auf die Ursache der Pest ein. Nachdem er, für einen geistlichen Autoren pflichtgemäß, ihre Begründung als „Geißel Gottes“ angeführt hat widmet er sich ausführlich natürlichen Ursachen.
 
Neben der zeitgenössischen [[Miasma]]-Theorie erwähnt er, damals revolutionär, seine Vermutung, die Pest würde durch [[Ansteckung]] von Kranken auf Gesunde übertragen. Wie schon vor ihm der Arzt [[Girolamo Fracastoro]] nimmt er giftige „corpuscula“ als Ursache an, die gleich Samen die Krankheit verbreiten. Seiner eigenen Ansicht nach sind diese „corpuscula“ belebte Organismen („Würmlein“ bzw. ''Animalcula''<ref>Vgl. Luigi Belloni: ''Athanasius Kircher. Sein Mikroskop, die Animalcula und Pestwürmer.'' In: ''Medizinhistorisches Journal.'' Band 20, 1985, S. 58–65.</ref>). Zur Begründung gibt er unter anderem an, er habe die „animata effluvia“ in dem damals neu erfundenen [[Mikroskop]] in mehreren Versuchen selbst sehen können; er hatte ein einfaches Mikroskop etwa 1646 von seinem Gönner, dem Kardinal [[Carlo di Ferdinando de’ Medici]] erhalten.
 
Nach heutigen Einschätzungen gilt es allerdings als ausgeschlossen, dass Kircher die Pesterreger ([[Bakterien]]), vor Entdeckung der [[Chromatische Aberration|achromatischen Linsen]], tatsächlich gesehen haben kann. Medizinhistoriker erklären die Beobachtungen als technische Artefakte. Auch wurde vermutet, dass Kircher die zu seiner Zeit noch unbekannten Blutkörperchen beschrieben hatte.<ref>Friedrich Wilhelm Gierhake: ''Asepsis.'' In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): ''Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.'' Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 33–42, hier: S. 38.</ref> Dennoch gilt Kirchers Schrift, trotz der für den Autor nicht unüblichen kritiklosen Übernahme tradierter Anschauungen neben der Anwendung moderner Methoden, heute als bedeutender Beitrag, da seine Autorität dazu beitrug, die letztlich richtige Erklärung der Pesterkrankung durchzusetzen und auch den Einsatz von, damals noch von Einigen als ketzerisch verdammten, technischen Hilfsmitteln wie dem Mikroskop zu etablieren.<ref>Gerhard F. Strasser: ''Athanasius Kirchers Pestschrift von 1658 und seine Einstellung zur Lungenpest.'' In: ''Pneumologie.'' Band 59, 2005, Nr. 3, S. 213–217, [[doi:10.1055/s-2004-830085]], abgedruckt auch in Robert Kropp (Hrsg.): ''Pneumologie. Historisches Kaleidoskop – Überraschendes, Kurioses, Lehrreiches.'' Thieme, Stuttgart / New York 2011, S. 193–198.</ref>
 
=== Musik ===
In dem Werk ''Musurgia universalis'' (1650) mit zahlreichen Notenbeispielen aus der zeitgenössischen Musik<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=RD6khYNpnS4 Tonbeispiel].</ref> legt Kircher seine Ansichten zur Musik und zur [[Affektenlehre]] dar. Er glaubte, dass die Harmonie der Musik die Proportionen des Universums widerspiegelt. Besonders ausführlich wird der Orgelbau behandelt. Kircher beschreibt in diesem Buch Pläne von wasserkraftbetriebenen automatischen [[Orgel]]n, die Charakteristik des Vogelgesangs und den Aufbau [[Musikinstrument|musikalischer Instrumente]]. Eine Zeichnung zeigt die Unterschiede zwischen dem menschlichen [[Ohr]] und dem einiger [[Tierart]]en. Auch stellt er einen [[Algorithmus]] zur automatischen Komposition vor. Kircher behandelt ferner die Schallübertragung und Abhöranlagen.
 
=== Erfindungen und theoretische Leistungen ===
[[Datei:Kirchermagneticclock.jpg|mini|hochkant|Konstruktion einer [[magnet]]ischen [[Uhr]] (1650)]]
 
Zu Kirchers Erfindungen gehört unter anderem ein Vorläufer der [[Laterna magica]], das ''Smicroscopium parastaticum'', welches er in seinem Buch ''Ars magna lucis et umbrae'' (1671) beschreibt. Dieses Gerät bestand aus einer Drehscheibe und einer optischen Betrachtungseinrichtung. Auf dieser Scheibe waren zahlreiche kleine Bilder angebracht, die man durch das [[Linsensystem]] dann vergrößert betrachten konnte. Dieses Gerät ist ein direkter Vorläufer des [[Phenakistiskop]]s, das wiederum ein direkter Vorläufer des [[Filmprojektor]]s ist.
 
Er konstruierte eine magnetische Uhr nach dem von ihm in seinem Werk ''Magnes'' vorgestellten Mechanismus.
 
Weiterhin erfand Kircher das ''Organum mathematicum'', eine Art mathematischer Lernmaschine.
 
Andere von Kircher entworfene oder konstruierte Maschinen waren:
* eine [[Pipeline]] aus Blei,
* eine [[Äolsharfe|Windharfe]],
* eine Statue, die mittels eines Sprachrohrs sprechen und hören konnte,
* der Versuch eines [[Perpetuum mobile]].
 
Nebenbei entwickelte er ein System der [[Kryptografie|verschlüsselten Nachrichtenübertragung]] unter der Bezeichnung ''[[Stenographia]]'' („geheimes Schreiben mit Licht“) bzw. ''Cryptologia''. Dieses System verwendete&nbsp;– im Gegensatz zur [[Optische Telegrafie|optischen Telegrafie]] der [[Antike]]&nbsp;– einen [[Hohlspiegel]], der mit den zu übertragenden [[Schriftzeichen]] beschriftet wird. Mit diesem Verfahren konnten [[Militärischer Befehl|militärische Kommandos]] über eine Entfernung von rund dreieinhalb Kilometern „abhörsicher“ übermittelt werden.
 
=== Farbenlehre ===
Aufbauend auf dem [[Farbsystem des Franciscus Aguilonius]] entwickelte Kircher 1646 dieses Farbsystem insofern weiter, als er es in Beziehung setzte zu Tugenden und Lastern und zu Geschmacksrichtungen sowie den Elementen des Aristoteles. Wegweisend war seine Unterscheidung von der Farbmischung durch Pigmentfarben der Malerei und den durch optische Effekte erzeugten Regenbogen – damit brachte er die Unterscheidung von subtraktiver und additiver Farbmischung voran.
 
=== Sonstiges ===
In der ''Polygraphia nova'' (1663), die ihren Titel der kryptologischen Schrift [[Polygraphia]] des Johannes Trithemius entlehnte, schlägt Kircher eine von ihm geschaffene, künstliche universelle [[Plansprache]] vor.<ref>[http://www.hab.de/ausstellungen/kircher/vitrine1-4.htm Polygraphia nova von 1663] auf der Ausstellung aus Anlass des 400. Geburtstages Kirchers in der Bibliotheca Augusta 2002 (7. Oktober 2013).</ref>
 
Sein Schüler [[Caspar Schott]], ein Würzburger Mathematiker, war sein engster Mitarbeiter.
 
Kircher beschäftigte sich zum Lebensabend auch mit der [[Sintflut]] und der [[Arche Noah]] (vor allem in technischer Hinsicht), wodurch das äußerst reich illustrierte Buch ''Arca Noë'' (erschienen in Amsterdam bei Jansson & Waesberge 1675) entstand. Einige Ausarbeitungen beziehen sich auf Studien des französischen Mathematikers [[Johannes Buteo]], der 1554 eine den biblischen Angaben entsprechende Arche beschrieben hatte.
 
Kircher nahm gegenüber der in der [[Alchemie]] behaupteten Möglichkeit der Transmutation von Metallen eine kritische Haltung ein. Er schloss dies zwar nicht völlig aus, meinte aber, dass dies nur mit ''dunklen Mächten'' möglich sei oder durch ''teuflisches Blendwerk'' vorgetäuscht, was zu kritischen Auseinandersetzungen mit Anhängern dieser Richtung der Alchemie (von ihm Alchemia transmutatoria genannt) führten, darunter [[Ole Borch]], John Webster (1610–1682), [[Gabriel Clauder]] und ein Autor mit dem Pseudonym von Blauenstein (abgedruckt in der [[Bibliotheca Chemica Curiosa]]). Davon unterschied er die Alchemia metallurgica (Bergbau, Metallurgie) und die Alchemia spagyrica (Pharmazeutisch-Medizinische Anwendungen), die er für nützlich hielt.<ref>Claus Priesner: ''Kircher, Athanasius.'' In: [[Claus Priesner]], [[Karin Figala]]: ''Alchemie. Lexikon einer hermetischen Wissenschaft.'' Beck, München 1998, S. 196&nbsp;ff.</ref> Bezüglich seiner Haltung zu Metallumwandlungen bezog er sich auf Aristoteles, der seiner Meinung nach Elementumwandlungen ausschloss.
 
In ''Ars magna lucis et umbrae'' beschreibt Kircher im Kapitel ''Experimentum mirabile de imaginatione gallinae'' ein von ihm durchgeführtes Verhaltensexperiment an einem Hahn, der, nachdem ein Kreidestrich auf seinen Schnabel zu auf den Boden gezeichnet worden ist, einige Zeit unbeweglich verharrt. Kircher erklärt dies quasi-magisch dadurch, der Hahn glaube irrtümlich, er wäre durch den gezeichneten Strich gefesselt. Dieses Experiment ist als frühes Beispiel für [[Hypnose]] angeführt worden<ref>Dirk Revenstorf: ''Klinische Hypnose.'' Springer-Verlag, Berlin u.&nbsp;a. 1990, ISBN 978-3-540-52074-0, Seite 8.</ref><ref>Jan Bures, Olga Burešová, Joseph P. Huston: ''Techniques and Basic Experiments for the Study of Brain and Behavior.'' Elsevier, Amsterdam etc. 1976, ISBN 0-444-41502-5, Seite 258.</ref> (der Begriff selbst wurde erst später, durch [[James Braid (Mediziner)|James Braid]] geprägt). Heute wird Kirchers Resultat als [[Totstellreflex]] gedeutet<ref>Renard Korzcynski, Piotr Korda: ''Immobility reflex evoked by vertical lifting of the rat.'' In: ''Acta Neurobiologiae Experimentalis.'' Band 48, 1988, S. 145–159.</ref>, auch wenn einige Autoren das Phänomen als der Hypnose beim Menschen analog betrachten und von Tierhypnose sprechen.<ref>W. R. Klemm: ''Neurophysiologic studies of the immobility reflex („animal hypnosis“).'' In: ''Neurosciences Research.'' Band 4, 1971, S. 165–212, [[doi:10.1016/B978-0-12-512504-8.50011-1]].</ref> Kirchers Arbeit wurde zu ihrer Zeit kaum rezipiert, die Beschäftigung mit Hypnose wurde erst später durch die Experimente von [[Franz Anton Mesmer]] in der Öffentlichkeit wahrgenommen.
 
== Standpunkt ==
Kircher war und blieb während seines gesamten Lebens ein Mann der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]]. Stets versuchte er, die Ergebnisse seiner Arbeit in Einklang mit der Lehrmeinung der Kirche zu bringen.
 
So wandte er sich entsprechend der offiziellen Lehrmeinung in seinem Werk ''Magnes'' (1641)<ref>H. Siebert: ''Die große kosmologische Kontroverse: Rekonstruktionsversuche anhand des Itinerarium exstaticum von Athanasius Kircher SJ (1602–1680).'' Stuttgart 2006, S. 102 ([http://books.google.de/books?id=E0p-v7PJc5wC&pg=PA102 eingeschränkte Buchvorschau auf ''books.google.de'']).</ref> gegen das [[Kopernikanisches Weltbild|Kopernikanische Weltbild]] (vertreten durch Kepler) und unterstützte das [[Tychonisches Weltmodell|Tychonische Modell]], präsentierte aber in seinem späteren Werk ''Itinerarium extaticum'' (1656, revidiert 1671) mehrere alternativ mögliche Systeme, einschließlich des Kopernikanischen.<ref>auf [[Nikolaus von Kues|Cusanus]] berufend war er sehr skeptisch ggü. der „Vermessung des Kosmos“; trug nichts Neues bei, aber seine Meinung war äußerst wichtig, (H. Siebert; Stuttgart 2006) und (S. Rebohm; Frankfurt am Main 2011); seine präsentierten Modelle: [http://www.stanford.edu/group/kircher/cgi-bin/site/?attachment_id=533 ''Athanasius Kircher at Stanford .''] - World systems. Diagrams of the different world systems, Ptolemaic, Platonic, Egyptian, Copernican, Tychonic and semi-Tychonic from Iter Exstaticum (1671 ed.) S.&nbsp;37. Auf: ''stanford.edu'', oder [http://starsandstones.wordpress.com/2010/07/19/athanasius-kircher-on-the-celestial-spheres/ Athanasius Kircher on the Celestial Spheres] wordpress.com (abgerufen am 18. März 2014).</ref>
 
== Das Voynich-Manuskript ==
1665 erhielt der damals unrichtig als „Entzifferer der Hieroglyphen“ bekannte Kircher von seinem langjährigen Freund [[Johannes Marcus Marci]] das sogenannte [[Voynich-Manuskript]] in der Hoffnung, dass er es entschlüsseln könne. Das Manuskript blieb bis zur Annektierung des [[Kirchenstaat]]es durch den italienischen König [[Viktor Emanuel II.]] im Jahre 1870 und der damit einhergehenden [[Säkularisation]] des Kirchenbesitzes mit Kirchers restlicher Korrespondenz im Archiv des ''Collegium Romanum''.
 
== Bedeutung und Nachwirken ==
Während eines Großteils der Zeit seines wissenschaftlichen Wirkens galt Kircher als einer der populärsten Gelehrten der damaligen Welt. Gemäß der amerikanischen Historikerin Paula Findlen war Kircher „der erste Gelehrte mit weltweiter Reputation“. Seine Bedeutung erreichte er mit einer Doppelstrategie: Seinen eigenen Forschungen und Experimenten fügte er die Informationen hinzu, die er aus seiner Korrespondenz mit über 760 anderen Wissenschaftlern, Physikern und vor allem seinen Jesuitenbrüdern aus aller Welt zusammentrug. Die ''[[Encyclopædia Britannica]]'' nennt Kircher eine „Ein-Mann-[[Clearing]]stelle für intellektuelle Themen“. Die nach seinen Anweisungen illustrierten Werke waren sehr populär. Er war der erste Wissenschaftler, der sich durch den Verkauf seiner Bücher vollständig selbst finanzieren konnte.
Zum Ende seines Lebens begann sich der [[Cartesianismus]] durchzusetzen, und seine Popularität verebbte. [[René Descartes]] selbst nannte Kircher „mehr [[Quacksalber]] als Gelehrten“.
 
Aus heutiger Sicht erscheinen seine Werke als eine Mischung von Ergebnissen genuiner Forschung, durchdachten Beziehungsmanagements, zukunftsweisender Intuition, bloßer Spekulation und bewundernswerten Marketings.
 
Der moderne Kircher-Forscher [[John Edward Fletcher|John E. Fletcher]] beurteilt seine Arbeitsweise folgendermaßen:
{{Zitat
|Text=Sein Fleiß und sein Ausstoß waren herkulisch. Beinahe unvermeidlich, dass in seinen Werken wertvolle Entdeckungen enthalten sind und neue Tatsachen präsentiert werden … Aber er war ebenso leichtgläubig, naiv und kindlich in seiner Leichtgläubigkeit. Wie ein riesiger Schwamm absorbierte er Wissen, Phantasie, Wahrheit und Erfindung zu gleichen Teilen, woraus er ein sonderbares Gemisch von launenhaft-schrulliger Halbwahrheit produzierte …
|ref=<ref>John E. Fletcher: ''Athanasius Kircherius Restituendus. The bibliographic basis of biographic research for a seventeenth century figure.'' In: ''Australian Academic and Research Libraries.'' Band 3, 1972, S. 187.</ref><ref>Klaus Peter Kelber, Martin Okrusch: ''[http://www.equisetites.de/kircher/pendelschlaege.pdf Athanasius Kircher retrospektiv: Pendelschläge geowissenschaftlicher Erkenntnis.]'' In: Horst Beinlich, Hans-Joachim Vollrath, Klaus Wittstadt (Hrsg.): ''Spurensuche. Wege zu Athanasius Kircher.'' Röll, Dettelbach 2002, ISBN 3-89754-213-7, S. 153–154.</ref>}}
 
Nach seinem Tod wurde Kirchers Werk bis ins späte 20. Jahrhundert weitgehend nicht beachtet, dann aber erfuhr es eine gewisse [[Renaissance]]. Man führt Kirchers Wiederentdeckung auf die Ähnlichkeiten seines [[eklektizistisch]]en Ansatzes mit der [[Postmoderne]] zurück. Da ein Großteil von Kirchers wissenschaftlicher Arbeit heute nicht mehr aktuell ist und wenige seiner Werke übersetzt wurden, liegt das heutige Interesse mehr auf deren ästhetischer Qualität als auf dem eigentlichen Inhalt. Eine Reihe von [[Ausstellung]]en hat bereits die Schönheit von Kirchers Werken herausgestellt:
 
* [[Chicago]], 2000: ''The ecstatic journey: Athanasius Kircher in Baroque Rome'', Ausstellung an der University of Chicago
* [[Rom]], 2001: ''Athanasius Kircher: Il Museo del Mondo'', Exponate des ehemaligen [[Museum Kircherianum]] im Palazzo Venezia
* [[Stanford (Kalifornien)|Stanford]], 2001: ''The great art of knowing: The baroque encyclopedia of Athanasius Kircher'', Ausstellung an der [[Stanford-Universität]]
* [[Wolfenbüttel]], 2002: ''Athanasius Kircher und Herzog August der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg'', Ausstellung aus Anlass des 400. Geburtstages Kirchers
 
Kircher war Gegenstand von Romanen. [[Heimito von Doderer]] nimmt in seinem Roman ''Ein Umweg'' (Gespräch zwischen einer der Hauptfiguren des Romans, Manuel, und Pater Kircher) und in seiner Textsammlung ''Die Wiederkehr der Drachen'' Bezug auf Athanasius Kircher. [[Umberto Eco]] schrieb über Kircher sowohl in seinem Roman ''Die Insel des vorigen Tages'' als auch in seinen nichtfiktionalen Texten ''Die Suche nach der vollkommenen Sprache'' und ''Serendipities. Language and Lunacy''. Im historischen Roman ''Imprimatur'' von Monaldi & Sorti (2002) spielt Kircher eine tragende Rolle. Kurz nach seinem Tod werden einige Reisende von den päpstlichen Gesundheitsbehörden wegen einer Pestepidemie in einem Hotel im barocken Rom eingesperrt. Kirchers Theorie über die Heilkraft der Musik wird von den Protagonisten in diversen Rückblenden erinnert und liefert schließlich den Schlüssel zum Rätsel. [[Daniel Kehlmann]] lässt in seinem Roman ''[[Tyll (Roman)|Tyll]]'' die Hauptfigur zweimal auf Kircher treffen, der mit seinem Hexenkommissar [[Oswald Tesimond]] einen Prozess gegen [[Till Eulenspiegel|Tylls]] Vater führt, der mit dessen Hinrichtung endet. Ein weiterer Roman über Kircher stammt von [[Jean-Marie Blas de Roblés]].<ref>Jean-Marie Blas de Roblés: ''Wo Tiger zu Hause sind'' (Roman über Kircher). Übersetzung aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. S. Fischer, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-10-009641-8.</ref>
 
== Benennungen ==
Der [[Mondkrater]] [[Kircher (Mondkrater)|Kircher]] ist nach ihm benannt.
 
Es gibt mehrere Straßen und Wege in Deutschland, die nach Kircher benannt sind. Darunter der ''Kircherweg'' in [[Paderborn]] und jeweils eine ''Athanasius-Kircher-Straße'' in [[Geisa]], eine in [[Hünfeld]], eine in [[Heilbad Heiligenstadt]] und eine in [[Würzburg]]. In [[Fulda]] war eine Schule nach ihm benannt.
 
== Werke ==
[[Datei:Latium (cropped).tif|mini|hochkant|''Latium'' (1671)]]
 
Kirchers Nachlass wird mit 44 gedruckten Bänden und 14 Briefschaften angegeben.
Seine wichtigsten Werke (in chronologischer Reihung):
* 1631 ''[http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/xb-3528 Ars Magnesia]''
* 1635 ''[http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10052940-7 Primitiae gnomoniciae catroptricae]''
* 1636 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:XKQGWN9Q Prodromus Coptus sive Ægyptiacus]''
* 1637 ''[https://archive.org/details/bub_gb_BAO1uGDc4twC/mode/2upb Specula Melitensis encyclica, hoc est syntagma novum instrumentorum physico-mathematicorum]''
* 1641 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:MANTPCWE Magnes sive de arte magnetica]''
* 1643 ''[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k1097707 Lingua Ægyptiaca restituta]''
* 1645–1646 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:9WZNM3XV Ars magna lucis et umbrae]''
* 1650 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:9KHR7XGD Obeliscus Pamphilius]''
* 1650 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:U2VY3FA3 Musurgia universalis, sive ars magna consoni et dissoni]''
* 1652–1655 ''[http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kircher1652bd1 Œdipus Ægyptiacus]'' ([http://books.google.de/books?id=XjfzMnomDQoC zweiter Band, Teil 1], [http://books.google.de/books?id=zXWh65oYZ4EC zweiter Band, Teil 2], [http://books.google.de/books?id=pDK2CF_y2nkC dritter Band])
* 1656 ''[http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/6-3-quod-1 Itinerarium extaticum s. opificium coeleste]''
* 1657 ''[http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10058472-2 Iter extaticum secundum, mundi subterranei prodromus]''
* 1658 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:TRU63BD4 Scrutinium physico-medicum contagiosae luis, quae pestis dicitur]''
* 1660 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:2Q2TG482 Pantometrum Kircherianum … explicatum a G. Schotto]''
* 1660 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:VW5944VU Iter extaticum coeleste]''
* 1661 ''[http://www.e-rara.ch/zut/content/titleinfo/4110938 Diatribe de prodigiosis crucibus]''
* 1663 ''[http://data.onb.ac.at/rep/1031F3F8 Polygraphia nova et universalis, ex combinatoria arte detecta]''
* 1664–1678 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:AK5115CX Mundus subterraneus, quo universae denique naturae divitiae]'' ([http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:HUZRWNHD Band 2]) ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-171368 Digitalisierte Ausgabe Band 1/2] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]])
* 1665 ''[http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/39-10-hist Historia Eustachio-Mariana]''
* 1665 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:E87T9D29 Arithmologia sive de abditis numerorum mysteriis]''
 
[[Datei:Kircher - Arithmologia sive De abditis numerorum mysterijs qua origo, antiquitas et fabrica numerorum exponitur, 1665 - 870894 A (cropped).jpg|mini|hochkant|''Arithmologia'' (1665)]]
 
* 1666 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:4AWB3G9G Obelisci Aegyptiaci … interpretatio hieroglyphica]''
* 1667 [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:PCY3A4XP ''China monumentis, qua sacris qua profanis, nec non variis naturae et artis spectaculis, aliarumque rerum memorabilium argumentis illustrata'']
* 1667 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:8MV1U8K1 Magneticum naturae regnum sive disceptatio physiologica]''
* 1668 ''[http://digital.slub-dresden.de/id274819260 Organum mathematicum]'' (Mitwirkender, herausgegeben und veröffentlicht von [[Gaspar Schott]])
* 1669 ''[https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10688049 Principis Cristiani archetypon politicum]'' (Ausgabe von 1672)
* 1669 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:96KBY05T Latium]''
* 1669 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:VSKPWNWK Ars magna sciendi sive combinatorica]''
* 1670 ''[http://www2.biusante.parisdescartes.fr/livanc/?do=livre&cote=00989 La Chine […&#93; illustrée de plusieurs monuments tant sacrés que profanes […&#93;]''
* 1671 ''[http://alfama.sim.ucm.es/dioscorides/consulta_libro.asp?ref=B19315430 Ars magna lucis et umbrae]''
* 1673 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:7WEVD7C1 Phonurgia nova, sive conjugium mechanico-physicum artis & naturae paranympha phonosophia concinnatum]''
* 1675 ''[http://books.google.be/books?vid=GENT900000181103 Arca Noë]''
* 1676 ''[http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/15-9-quod-2f Sphinx mystagoga]''
* 1679 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:FHPG4XSB Musaeum Collegii Romani Societatis Jesu]''
* 1679 ''[http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/MPIWG:5BMWKDPF Turris Babel, sive Archontologia] qua primo priscorum post diluvium hominum vita, mores rerumque gestarum magnitudo, secundo Turris fabrica civitatumque exstructio, confusio linguarum, & inde gentium transmigrationis, cum principalium inde enatorum idiomatum historia, multiplici eruditione describuntur & explicantur.'' Amstelodami<!--Amsterdam-->, Jansson-Waesberge 1679
* 1679 ''[https://gutenberg.beic.it/webclient/DeliveryManager?pid=1457539 Tariffa Kircheriana sive mensa Pythagorica expansa]''
* 1680 ''[http://diglib.hab.de/wdb.php?dir=drucke/gw-2f-5-2 Physiologia Kircheriana experimentalis]''
 
<gallery class="center" perrow="4" widths="150" heights="170">
Musurgia.jpg|''Musurgia universalis'' (1650)
Turris Babel-Why the Tower Could Not Reach the Moon.jpg|''Turris Babel'': Figurative Erklärung, weshalb der Turmbau zu Babel nicht den Mond erreichen konnte
Athanasius Kircher-Sphinx Mystagoga.jpg|Titelkupfer des Werkes ''Sphinx Mystagoga'' (1676)
Kircher-Diagram of the names of God (22593924).jpg|Diagramm über die Bezeichnungen Gottes in ''Oedipus Aegyptiacus''
</gallery>
 
== Schriften ==
* Athanasius Kircher: ''Musurgia Universalis: Musical Experiments; Harmonies of the planets and their satellites.'' In: Joscelyn Godwin (Hrsg.): ''The Harmony of the Spheres. A sourcebook of the Pythagorean tradition in music.'' Inner Traditions International, Rochester (Vermont) 1993, ISBN 0-89281-265-6, S. 263–286.
* [[Hans-Joachim Vollrath]] (Hrsg.): ''[[Caspar Schott|Kaspar Schott]] an Athanasius Kircher. Briefe 1650–1664.'' Königshausen & Neumann, Würzburg 2015, ISBN 978-3-8260-5732-8.
 
== Literatur ==
* Tina Asmussen, [[Lucas Burkart]], Hole Rößler: ''Theatrum Kircherianum. Wissenskulturen und Bücherwelten im 17. Jahrhundert''. Wiesbaden 2013 ([http://www.academia.edu/4646029/Theatrum_Kircherianum._Wissenskulturen_und_Bucherwelten_im_17._Jahrhundert online]).
* Tina Asmussen: ''Scientia Kircheriana. Die Fabrikation von Wissen bei Athanasius Kircher.'' Didymos, Affalterbach 2016, ISBN 978-3-939020-43-1.
* [[Andreas Bähr]]: ''Athanasius Kircher. Ein Leben für die Entzifferung der Welt.'' Wagenbach, Berlin 2023, ISBN 978-3-8031-5196-4.
* Roberto Buonanno: ''The stars of Galilei and the universal knowledge of Athanasius Kircher'' (= ''[[Astrophysics and Space Science Library]].'' Band 399). Springer, Cham 2014, ISBN 978-3-319-00299-6.
* [[Rainer Cadenbach]]: ''Einige apologetische Erwägungen zur musikgeschichtlichen Relevanz von Athanasius Kirchers Phantasien zur Musiktherapie.'' In: [[Markus Engelhardt]], [[Michael Heinemann (Musikwissenschaftler)|Michael Heinemann]] (Hrsg.): ''Ars magna musices – Athanasius Kircher und die Universalität der Musik. Vorträge des deutsch-italienischen Symposiums aus Anlass des 400. Geburtstages von Athanasius Kircher (1602–1680)'' (= ''Analecta musicologica.'' Band 38). Laaber 2007, S.&nbsp;227–252.
* [[Franz Daxecker]]: ''Der Jesuit Athanasius Kircher und sein Organum mathematicum.'' In: ''[[Gesnerus (Zeitschrift)|Gesnerus]].'' Band 57, Basel 2000, {{ISSN|0016-9161}}, S. 77–83.
* [[Gerhard Dünnhaupt]]: ''Athanasius Kircher S.J. (1602–1680).'' In: ''Personalbibliographien zu den Drucken des Barock.'' Band 3, Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9105-6, S. 2326–2350 (Werk- und Literaturverzeichnis).
* [[Gregor Eisenhauer]]: ''Scharlatane.'' In: [[Hans Magnus Enzensberger]] (Hrsg.): ''Die andere Bibliothek.'' Eichborn, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-8218-4112-5, S. 105–135.
* {{ADB|16|1|4|Kircher, Athanasius|[[Adolf Erman]]|ADB:Kircher, Athanasius}}
* Paula Findlen (Hrsg.): ''Athanasius Kircher. The last man who knew everything.'' Routledge, New York 2004, ISBN 0-415-94016-8.
* Paula Findlen: ''Kircher, Athanasius.'' In: ''New [[Dictionary of Scientific Biography]].'' Band 4, 2008, S. 130–136.
* {{DictSciBiogr |Autor=Hans Kangro |Lemma=Kircher, Athanasius |Band=7 |Seiten=374–378}}
* John Fletcher: ''Athanasius Kircher und seine Beziehungen zum gelehrten Europa seiner Zeit.'' Harrassowitz, Wiesbaden 1988, ISBN 3-447-02842-4.
* John Fletcher: ''A Study of the Life and Works of Athanasius Kircher, „Germanus Incredibilis“: With a Selection of his Unpublished Correspondence and an Annotated Translation of his Autobiography'' (= ''Aries book serie.'' Band 12). Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-20712-7.
* Totaro Giunia: ''L’autobiographie d’Athanasius Kircher. L’écriture d’un jésuite entre vérité et invention au seuil de l’œuvre. Introduction et traduction française et italienne.'' Lang, Bern 2009, ISBN 978-3-03911-793-2, S.&nbsp;430.
* John Glassie: ''Der letzte Mann, der alles wusste. Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher.'' Berlin-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-8270-1173-2.<ref>Jürgen Schickinger: [http://www.badische-zeitung.de/literatur-und-vortraege/der-universalgelehrte-athanasius-kircher-war-ein-forscher-und-ein-flunkerer--99715247.html ''Der Universalgelehrte Athanasius Kircher war ein Forscher und ein Flunkerer.''] In: ''[[Badische Zeitung]].'' ''Literatur & Vorträge.'' vom 30. Januar 2015 (auf: ''badische-zeitung.de'').</ref>
* Joscelyn Godwin: ''Athanasius Kircher. A Renaissance man and the quest for lost knowledge''. Thames & Hudson, London 1979, ISBN 0-500-81022-2.
* [[Joscelyn Godwin]]: ''Athanasius Kircher’s Theatre of the World.'' Thames & Hudson, London 2009, ISBN 978-0-500-25860-6.
* Ignacio Gómez de Liaño: ''Athanasius Kircher. Itinerario del éxtasis o Las imágenes de un saber universal.'' Siruela, Madrid 1986, ISBN 84-85876-45-8.
* Olaf Hein: ''Die Drucker und Verleger der Werke des Polyhistors Athanasius Kircher S.J. […].'' Band 1: ''Allgemeiner Teil.'' Böhlau, Köln 1993, ISBN 3-412-08590-1.
* Olaf Hein: ''Athanasius Kircher S. J. Äußere Lebensumstände – Geistiger Standort – Literarische Wirksamkeit.'' Olms, Hildesheim 2013, ISBN 978-3-487-14993-6.
* Hans Kangro: ''Kircher, Athanasius.'' In: ''[[Dictionary of Scientific Biography]].'' Band 6, S. 374–378.
* Alexander Klein: ''Eine Arche Noah der Dinge'' (über Kirchers Kunstkammer und Museum in Rom). In: ''Kultur und Technik. Das Magazin aus dem Deutschen Museum.'' Heft 3/2012, {{ISSN|0344-5690}}, S. 42–47.
* Peter Költzsch: ''Von der Antike bis in das 20. Jahrhundert – ein Streifzug durch die Geschichte der Akustik'' (= ''Schriftenreihe zur Geschichte der Akustik.'' Heft 1). Deutsche Gesellschaft für Akustik e.&nbsp;V. (DEGA), Berlin 2010, ISBN 978-3-9808659-7-5, S.&nbsp;81–129.
* {{NDB|11|641|645|Kircher, Athanasius|[[Fritz Krafft]]|118562347}}
* Nathalie Lallemand-Buyssens: ''Les acquisitions d’Athanasius Kircher au musée du Collège Romain à la lumière de documents inédits.'' In: ''Storia dell’Arte.'' Nr. 133, 2012, S. 107–129.
* Thomas Leinkauf: ''Mundus combinatus. Studien zur Struktur der barocken Universalwissenschaft am Beispiel Athanasius Kirchers SJ (1602–1680)''. Akademie-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-002364-3.
* [[Michael Mott]]: ''Athanasius Kircher und das Heiligtum Mentorella / Zur 400. Wiederkehr des Geburtstages des in Geisa geborenen Universalgelehrten.'' In: ''Buchenblätter.'' [[Fuldaer Zeitung]], 75. Jahrgang, Nr. 9, 22. Juni 2002, S. 33,34; Nr. 10, 2. Juli 2002, S. 37,38; Nr. 11, 6. Juli 2002, S. 43.
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070407211011/http://www.bautz.de/bbkl/k/Kircher.shtml |band=3|spalten=1513-1517|autor=Hans-Josef Olszewsky|artikel=KIRCHER, Athanasius, SJ}}
* Simon Rebohm: ''Harmonikale Kosmologie: Johannes Kepler und Athanasius Kircher.'' In: W. R. Dick, H. W. Duerbeck, J. Hamel (Hrsg.): ''Beiträge zur Astronomiegeschichte.'' Band 11 (= ''Acta Historia Astronomiae.'' Band 43). H. Deutsch, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8171-1883-0, S.&nbsp;100–163.
* Conor Reilly: ''Athanasius Kircher. A master of a hundred arts. 1602–1680. Studia Kircheriana'' (= ''Studia Kircheriana.'' Band 1). Edizioni del Mondo, Wiesbaden / Rom 1974, ISBN 3-920228-72-3.
* Valerio Rivosecchi: ''Esotismo in Roma Barocca. Studi sul Padre Kircher'' (= ''Biblioteca di storia dell'arte (Bulzoni editore).'' Band 12). Bulzoni, Rom 1982, {{OCLC|9300049}}.
* [[Eckart Roloff]]: ''Athanasius Kircher (1602–1680): Der Phantast aus der Rhön macht Karriere in Rom.'' In: Eckart Roloff: ''Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker.'' Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2010, ISBN 978-3-527-32578-8, S. 115–136 (mit Hinweisen auf Erinnerungsstätten, Museen, Straßen u. ä.). (2. aktualisierte Ausgabe. 2012, ISBN 978-3-527-32864-2).
* [[Ulf Scharlau]]: ''Athanasius Kircher (1601–1680) als Musikschriftsteller. Ein Beitrag zur Musikanschauung des Barock.'' Görich & Weiershäuser, Marburg 1969, {{OCLC|265520209}}.
* Edward W. Schmidt: ''The Last Renaissance Man: Athanasius Kircher, SJ.'' {{Webarchiv |url=http://companysj.com/magazine.html |text=Company, The World of Jesuits and Their Friends |wayback=20030207141608}}, Chicago 2001, {{ISSN|0886-1293}}.
* Harald Siebert: ''Die große kosmologische Kontroverse: Rekonstruktionsversuche anhand des Itinerarium exstaticum von Athanasius Kircher SJ (1602–1680)''. Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08731-1.
* Harald Siebert: ''Flucht, Aufstieg und die Galilei-Affäre. Drei Jahre im Leben des Athanasius Kircher. Eine Mikrostorie (1631–1633)''. BoD, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-6011-9.
* Gregor K. Stasch (Hrsg.): ''Magie des Wissens. Athanasius Kircher (1602–1680). Jesuit und Universalgelehrter.'' Ausstellungskatalog des Vonderau-Museums Fulda. Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-82-2.
* Daniel Stolzenberg: ''Egyptian Oedipus: Athanasius Kircher and the Secrets of Antiquity.'' Taschenbuchausgabe, University of Chicago Press, Chicago 2015, ISBN 978-0-226-27327-3.
* [[Dieter Ullmann]]: ''Zur Frühgeschichte der Akustik: A. Kirchers „Phonurgia nova“.'' In: ''Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena.'' Mathematisch-naturwissenschaftliche Reihe, Band 27, 1978, S. 355–360.
* Dieter Ullmann: ''Ein akustisches Experiment A. Kirchers und seine Geschichte. Zum 300. Todestag des Gelehrten.'' In: ''NTM. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin.'' Leipzig 1980, Band 17, Heft 1, S. 61–68.
* Dieter Ullmann: ''Athanasius Kircher und die Akustik der Zeit um 1650.'' In: ''NTM – Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin.'' Band 10, Nummer 2, Birkhäuser, Basel September 2002, S. 65–77, [[doi:10.1007/BF03033102]].
* Melanie Wald: [http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&CON_LNG=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=005108530 ''„Sic ludit in orbe terrarum aeterna Dei sapientia“ – Harmonie als Utopie. Untersuchungen zur Musurgia universalis von Athanasius Kircher.''] Dissertation, Universität Zürich 2005.
* [[Stefan Heid]]: ''Athanasius Kircher.'' In: Stefan Heid, Martin Dennert (Hrsg.): ''[[Personenlexikon zur Christlichen Archäologie]]. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert.'' Band 2. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0, S. 730–731.
 
== Weblinks ==
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
{{Wikisource}}
{{Commons|Athanasius Kircher|Athanasius Kircher}}
* {{DNB-Portal|118562347}}
* {{DDB|Person|118562347}}
* {{VerzDtDrucke |VD=17 |PPN=004063651}}
* {{Internetquelle
  |url=https://www.mjt.org/exhibits/Gkircher.html
  |titel=Leben und Werk des Athanasius Kircher, S.J. 1602–1680
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=== Werke im Internet ===
* [http://holeroessler.de/kircher_online.html Übersicht über alle im Internet zugänglichen Werke] chronologisch geordnet
* [http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/content/jesuit/jesuit_sciences Zahlreiche Digitalisate] bei [[European Cultural Heritage Online|ECHO]]
* [https://www.hmt-leipzig.de/de/home/fachrichtungen/institut-fuer-musikwissenschaft/forschung/musurgia-universalis ''Musurgia universalis''] (Übersetzung: Günter Scheibel, [[Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig|HMT Leipzig]])
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
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Aktuelle Version vom 1. August 2026, 04:04 Uhr

Pater Athanasius Kircher (vor 1664)

Athanasius Kircher (latinisiert auch: Athanasius Kircherus (Fuldensis); * 2. Mai 1602 in Geisa, Rhön, im Hochstift Fulda; † 27. November 1680 in Rom) war ein deutscher Jesuit und Universalgelehrter. Er war unter anderem Professor der Theologie und Philosophie.

Er lehrte und forschte die meiste Zeit seines Lebens am Collegium Romanum in Rom. Kircher veröffentlichte eine große Zahl ausführlicher Monografien über ein weites Spektrum von Themen unter anderem der Ägyptologie, Geologie, Medizin, Mathematik und Musiktheorie. Mehr als 150 Jahre vor Jean-François Champollion versuchte er, ägyptische Hieroglyphen zu entziffern.

Friedrich Kittler bezeichnet Kircher als „eine Art wissenschaftliche Feuerwehr des Papstes: Mit Sonderaufträgen und Sondervollmachten war er immer zur Stelle, wenn wissenschaftliches Neuland zu betreten, aber auch im Namen der Kirche zu verteidigen war.“[1] Tatsächlich war Kircher seiner Zeit voraus, was insbesondere an seinem Einfluss auf die Akustik, Astronomie, Mechanik und Farbenlehre abzulesen ist. So vermutete er als einer der ersten den Einfluss von „kleinen Wesen“ auf die Verbreitung der Pest.

Kirchers Motto lautete In uno omnia (In Einem alles).

Leben

Kircher wurde am 2. Mai 1602 in Geisa, einer zum Hochstift Fulda gehörenden Stadt in der nördlichen Rhön, geboren. Sein Vater Johann Kircher stammte aus Mainz und war Amtmann des Fürstabts Balthasar von Dernbach, seine Mutter Anna war eine geborene Gansek aus Fulda. Von 1614 bis 1618 besuchte er das Jesuiten-Kollegium in Fulda. Am 2. Oktober 1618 trat er in Paderborn dem Jesuitenorden bei. An der Academia Theodoriana studierte er Philosophie und Theologie, musste aber 1622 auf abenteuerliche Weise nach Köln fliehen, um einrückenden protestantischen Truppen unter Herzog Christian von Braunschweig-Lüneburg zu entgehen.[2] Auf der Reise entging er knapp dem Tod, nachdem er bei der Überquerung des zugefrorenen Rheins ins Eis eingebrochen war. Später war er in Heiligenstadt als Lehrer tätig und unterrichtete Mathematik, Hebräisch und Syrisch.

1628 wurde er Priester und im selben Jahr Professor für Mathematik und Ethik an der Universität Würzburg. 1631 veröffentlichte er sein erstes Buch (Ars Magnesia). Im selben Jahr zwang ihn der Dreißigjährige Krieg, seine Arbeiten an der Päpstlichen Universität von Avignon in Frankreich fortzusetzen. 1633 berief ihn Ferdinand II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, zum Nachfolger Johannes Keplers als Mathematiker an den Habsburger Hof nach Wien.

Diese Berufung wurde allerdings auf Betreiben von Nicolas-Claude Fabri de Peiresc widerrufen. Dieser sorgte stattdessen für eine Berufung nach Rom an das Collegium Romanum, da sein Freund Kircher dort mehr Zeit für seine Forschungen haben würde – unter anderem für die Arbeit an der Entzifferung der Hieroglyphen. 1637/1638 unternahm er eine Forschungsreise, die ihn nach Malta, nach Sizilien und auf die Liparischen Inseln mit Besteigung des Ätna und des Stromboli führte. Nachdem er das Erdbeben von Kalabrien miterlebt hatte, ging er in Neapel an Land, bestieg den Vesuv und seilte sich in den Krater ab. Von 1638 an lehrte Kircher Mathematik, Physik und orientalische Sprachen am Collegium Romanum (Gregoriana).

1645 wurde er von dieser Tätigkeit freigestellt, um sich ganz seinen Forschungen widmen zu können. Er erforschte Krankheiten wie Malaria und die Pest und schuf eine bedeutende Sammlung von Antiquitäten, die er zusammen mit seinen eigenen Erfindungen im eigens dazu eingerichteten Museum Kircherianum ausstellte. 1661 entdeckte Kircher die Ruinen einer Kirche in Guadagnolo östlich von Palestrina, die angeblich von Konstantin dem Großen an der Stelle errichtet wurde, an der sich eine Jesuserscheinung zugetragen haben soll. Er sammelte Geld für den Wiederaufbau dieser Kirche und verfügte die Beisetzung seines Herzens an ebendiesem Ort. Das Kloster Santuário della Mentorella auf dem „Eustachiusberg“ beherbergt seit 1857 eine Niederlassung der polnischen „Resurrektionisten“ (Priester von der Auferstehung).

Athanasius Kircher starb 1680 in Rom.

Werk

Kircher veröffentlichte eine große Anzahl grundlegender Werke mit einem sehr breiten Themenspektrum. Er beschäftigte sich mit Mathematik, Physik, Chemie, Geographie, Geologie, Astronomie, Biologie, Medizin, Musik, Sprachen, Philologie und Geschichte.

Er verfolgte einen synkretistischen oder universalwissenschaftlichen Ansatz und legte keinen Wert auf die im Entstehen begriffene Ausbildung verschiedener Disziplinen, wie wir sie heute im Wissenschaftsbetrieb kennen. Typisch für seine Monographien ist, dass sie über das eigentliche Thema hinausgehen und verwandte Fragestellungen und Meta-Diskussionen einschließen. So behandelt sein Buch Magnes (1641), das sich vornehmlich mit Magnetismus beschäftigt, auch andere Formen der Anziehung wie Gravitation und Liebe (Zitat: „Alles ist durch geheime Knoten miteinander verbunden“). In der Ars magna lucis et umbrae von 1646 findet sich eine kaum zu überblickende Anzahl verschiedener Themen, zu denen die Botanik, Zoologie, Farbenlehre, Strahlungslehre, Lichtbrechung, Parabolspiegel, Astrologie, Medizin, Sonnenuhren, Stundenlinien und Astronomie gehören. Die theoretischen Erklärungen werden durch anschauliche Skizzen unterbrochen und erläutert.[3]

Kirchers heute vielleicht bekanntestes Werk ist der Œdipus Ægyptiacus (1652), eine breit angelegte Studie zur Ägyptologie und zur vergleichenden Religionswissenschaft. Seine in Latein verfassten Werke fanden zu seiner Zeit weite Verbreitung und machten die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit einem weiten Kreis von Lesern bekannt.

Ägyptologie

Das koptische Alphabet
(Auszug aus Prodromus coptus, 1636)

Kirchers Interesse an der Ägyptologie wurde geweckt, als er 1628 in der Bibliothek von Speyer auf eine Hieroglyphensammlung stieß. Vermittelt durch Nicolas-Claude Fabri de Peiresc kam er später in den Besitz mehrerer Manuskripte, die der Forschungsreisende Pietro della Valle aus Ägypten mitgebracht hatte; diese waren in Bohairisch, einem Dialekt der koptischen Sprache verfasst und eigentlich für den Linguisten Thomas Obicini gedacht gewesen. Nach dessen Tod schien der berühmte Gelehrte Kircher der richtige Mann, sie zu bearbeiten. 1633 an das Collegium Romanum berufen, begann er mit der Arbeit, lernte Koptisch und veröffentlichte 1636 die erste Grammatik dieser Sprache (Prodromus Coptus sive Aegyptiacus).[4] In seinem Werk Lingua Aegyptiaca restituta von 1643 argumentiert er korrekt, dass Koptisch keine separate Sprache sei, sondern die letzte Ausbaustufe der antiken ägyptischen Sprache. Er erkannte auch die Beziehung zwischen hieratischen Schriftzeichen und den Hieroglyphen.[5]

In Œdipus Ægyptiacus (1652) argumentiert er, dass die antike ägyptische Sprache von Adam und Eva gesprochen wurde und dass Hermes Trismegistos und Moses ein und dieselbe Person gewesen seien. Die ägyptischen Hieroglyphen seien okkulte Symbole, die nicht wörtlich übersetzt, sondern nur allegorisch (sinnbildlich) ausgelegt werden könnten, da ihre wahren Gehalte dem Eingeweihten vorbehalten seien. Er nahm an der Aufstellung der Obelisken in Rom teil und ist für die Hinzufügung heute als sinnlos bzw. sinnentstellend erkannter Hieroglyphen an einigen derselben verantwortlich; vgl. sein Werk Obeliscus Pamphilius (1650) über den unter Kaiser Domitian aufgestellten Obelisco Agonale.[6] Im Jahre 1666 widmete er dem kurz vorher aufgefundenen und auf dem Rücken von Berninis Elefanten aufgestellten Obelisco della Minerva die Monographie Ad Alexandrum VII. Pont. Max. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera effossi interpretatio hieroglyphica.[7] Noch 1676 befasst er sich in seiner Sphinx Mystagoga[8] mit Mumienbergung und Entschlüsselung der Hieroglyphen.

Obwohl sein Ansatz zur Entzifferung altägyptischer Texte auf fundamentalen Fehlkonzepten beruhte, betrieb er doch bahnbrechende wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet. Kircher selbst glaubte an die Möglichkeit, dass die Hieroglyphen ein Alphabet bilden könnten, und setzte sie zum griechischen Alphabet in Beziehung. Seine Ergebnisse wurden später von Jean-François Champollion bei seinen erfolgreichen Bemühungen, diese altägyptische Sprache zu entziffern, verwendet.

Kircher beschäftigte sich auch mit Atlantis, das Platon zufolge auf eine Überlieferung aus Ägypten zurückgeht. Kircher glaubte, Atlantis im Atlantik lokalisieren zu können.

Sinologie

Karte des Kaiserreichs China aus Kirchers China illustrata, 1667

Kircher entwickelte früh ein Interesse an der chinesischen Kultur. Schon 1629 übermittelte er seinem geistlichen Mentor, dass er Missionar in diesem Land werden wolle. Sein Werk China monumentis qua sacris qua profanis (…) illustrata („China, illustriert anhand seiner heiligen und weltlichen Denkmäler...“) war eine Enzyklopädie über das Kaiserreich China, die akkurate Kartografie mit mystischen Elementen wie Drachen verband. Es betont die christlichen Elemente der chinesischen Geschichte, sowohl reale als auch imaginäre: Kircher erwähnt die frühe Anwesenheit von Nestorianern, aufgrund des sogenannten Sino-Syrischen Denkmals, der Nestorianischen Stele, die im Jahr 1625 in einer Villa der chinesischen Stadt Sianfu entdeckt worden war. Er betrachtete das Denkmal, welches auch in seinem Buch Prodromus Coptus (1636) behandelt wurde, als einen Beweis dafür, dass in China bereits eintausend Jahre zuvor (also um 600) ein Evangelium verkündet worden sei.

Daneben schrieb er auch, dass die Chinesen Nachkommen von Ham seien und dass die chinesischen Schriftzeichen abgewandelte Hieroglyphen seien, wie er bereits im Oedipus Aegyptiacus (1652–1654) behauptet hatte. Zum Nachweis dieser These konstruierte Kircher unter Berufung auf biblische Erzählungen eine umfangreiche Kolonialisierungsgeschichte der Welt durch Noahs Familie. Nach der Sintflut sei Ham, Noahs zweiter Sohn, nach Persien gekommen, wo er eine Kolonie gegründet habe. Kircher identifizierte ihn als Zoroaster, den König von Baktrien, dessen Grenze bis Indien und an die Mongolei reichte. Das Nachbarland China sei die letzte Erde gewesen, die Ham zu kolonialisieren hatte. Damals hätte der erste chinesische Kaiser Fu Xi vom Kolonialherren Ham die Hieroglyphenschrift übernommen und sie zur chinesischen Schrift entwickelt, behauptete Kircher. Nach seiner Zeitrechnung geschah diese Übernahme 300 Jahre nach der Sintflut.

Trotz dieser Verwandtschaft standen in seinem System die Ideogramme unter den Hieroglyphen, weil sie sich auf spezifische Ideen bezogen, anstatt auf mysteriöse Ideenkomplexe. Die Zeichen der Maya und Azteken waren für ihn noch niedrigere Zeichen, weil sie sich auf einzelne Objekte bezogen.

Geologie

Kirchers Modell des Erdinneren aus Mundus subterraneus (1678)

Auf einer Reise nach Süditalien 1638 stieg Kircher in den Krater des Vesuvs, um dann am Rande der Eruptionen das Innere des Vulkans zu erforschen. Er war auch angetan von dem unterirdischen Rumpeln, das er an der Meerenge von Messina vernahm. Seine geologischen und geographischen Forschungen gipfelten in seinem Werk Mundus subterraneus (1664), in dem er vermutete, dass die Gezeiten von Wassermassen verursacht würden, die sich zwischen den Weltmeeren und einem unterirdischen Ozean bewegen.

Kirchers Standpunkt zu Fossilien war nicht einheitlich. Er verstand, dass einige dieser Versteinerungen Überreste von Tieren waren, andere schrieb er aber dem menschlichen Erfindergeist oder spontanen regenerativen Kräften der Erde zu. Nicht alle Objekte, die er zu erklären versuchte, waren tatsächlich Fossilien – daher die Vielfalt seiner Ansätze.

Medizin

Illustration über das Gehör aus Musurgia universalis (1650)

Das einzige Werk Kirchers, das sich speziell mit medizinischen Fragen beschäftigt, ist seine 1658 veröffentlichte Schrift Scrutinium physico-medicum contagiosae luis, quae pestis dicitur. Es geht zurück auf die Pestepidemie von 1656 in Neapel, bei der er, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Kranke in Siechenhäusern untersuchte. Kircher geht in einem eigenen Kapitel auf die Ursache der Pest ein. Nachdem er, für einen geistlichen Autoren pflichtgemäß, ihre Begründung als „Geißel Gottes“ angeführt hat widmet er sich ausführlich natürlichen Ursachen.

Neben der zeitgenössischen Miasma-Theorie erwähnt er, damals revolutionär, seine Vermutung, die Pest würde durch Ansteckung von Kranken auf Gesunde übertragen. Wie schon vor ihm der Arzt Girolamo Fracastoro nimmt er giftige „corpuscula“ als Ursache an, die gleich Samen die Krankheit verbreiten. Seiner eigenen Ansicht nach sind diese „corpuscula“ belebte Organismen („Würmlein“ bzw. Animalcula[9]). Zur Begründung gibt er unter anderem an, er habe die „animata effluvia“ in dem damals neu erfundenen Mikroskop in mehreren Versuchen selbst sehen können; er hatte ein einfaches Mikroskop etwa 1646 von seinem Gönner, dem Kardinal Carlo di Ferdinando de’ Medici erhalten.

Nach heutigen Einschätzungen gilt es allerdings als ausgeschlossen, dass Kircher die Pesterreger (Bakterien), vor Entdeckung der achromatischen Linsen, tatsächlich gesehen haben kann. Medizinhistoriker erklären die Beobachtungen als technische Artefakte. Auch wurde vermutet, dass Kircher die zu seiner Zeit noch unbekannten Blutkörperchen beschrieben hatte.[10] Dennoch gilt Kirchers Schrift, trotz der für den Autor nicht unüblichen kritiklosen Übernahme tradierter Anschauungen neben der Anwendung moderner Methoden, heute als bedeutender Beitrag, da seine Autorität dazu beitrug, die letztlich richtige Erklärung der Pesterkrankung durchzusetzen und auch den Einsatz von, damals noch von Einigen als ketzerisch verdammten, technischen Hilfsmitteln wie dem Mikroskop zu etablieren.[11]

Musik

In dem Werk Musurgia universalis (1650) mit zahlreichen Notenbeispielen aus der zeitgenössischen Musik[12] legt Kircher seine Ansichten zur Musik und zur Affektenlehre dar. Er glaubte, dass die Harmonie der Musik die Proportionen des Universums widerspiegelt. Besonders ausführlich wird der Orgelbau behandelt. Kircher beschreibt in diesem Buch Pläne von wasserkraftbetriebenen automatischen Orgeln, die Charakteristik des Vogelgesangs und den Aufbau musikalischer Instrumente. Eine Zeichnung zeigt die Unterschiede zwischen dem menschlichen Ohr und dem einiger Tierarten. Auch stellt er einen Algorithmus zur automatischen Komposition vor. Kircher behandelt ferner die Schallübertragung und Abhöranlagen.

Erfindungen und theoretische Leistungen

Konstruktion einer magnetischen Uhr (1650)

Zu Kirchers Erfindungen gehört unter anderem ein Vorläufer der Laterna magica, das Smicroscopium parastaticum, welches er in seinem Buch Ars magna lucis et umbrae (1671) beschreibt. Dieses Gerät bestand aus einer Drehscheibe und einer optischen Betrachtungseinrichtung. Auf dieser Scheibe waren zahlreiche kleine Bilder angebracht, die man durch das Linsensystem dann vergrößert betrachten konnte. Dieses Gerät ist ein direkter Vorläufer des Phenakistiskops, das wiederum ein direkter Vorläufer des Filmprojektors ist.

Er konstruierte eine magnetische Uhr nach dem von ihm in seinem Werk Magnes vorgestellten Mechanismus.

Weiterhin erfand Kircher das Organum mathematicum, eine Art mathematischer Lernmaschine.

Andere von Kircher entworfene oder konstruierte Maschinen waren:

Nebenbei entwickelte er ein System der verschlüsselten Nachrichtenübertragung unter der Bezeichnung Stenographia („geheimes Schreiben mit Licht“) bzw. Cryptologia. Dieses System verwendete – im Gegensatz zur optischen Telegrafie der Antike – einen Hohlspiegel, der mit den zu übertragenden Schriftzeichen beschriftet wird. Mit diesem Verfahren konnten militärische Kommandos über eine Entfernung von rund dreieinhalb Kilometern „abhörsicher“ übermittelt werden.

Farbenlehre

Aufbauend auf dem Farbsystem des Franciscus Aguilonius entwickelte Kircher 1646 dieses Farbsystem insofern weiter, als er es in Beziehung setzte zu Tugenden und Lastern und zu Geschmacksrichtungen sowie den Elementen des Aristoteles. Wegweisend war seine Unterscheidung von der Farbmischung durch Pigmentfarben der Malerei und den durch optische Effekte erzeugten Regenbogen – damit brachte er die Unterscheidung von subtraktiver und additiver Farbmischung voran.

Sonstiges

In der Polygraphia nova (1663), die ihren Titel der kryptologischen Schrift Polygraphia des Johannes Trithemius entlehnte, schlägt Kircher eine von ihm geschaffene, künstliche universelle Plansprache vor.[13]

Sein Schüler Caspar Schott, ein Würzburger Mathematiker, war sein engster Mitarbeiter.

Kircher beschäftigte sich zum Lebensabend auch mit der Sintflut und der Arche Noah (vor allem in technischer Hinsicht), wodurch das äußerst reich illustrierte Buch Arca Noë (erschienen in Amsterdam bei Jansson & Waesberge 1675) entstand. Einige Ausarbeitungen beziehen sich auf Studien des französischen Mathematikers Johannes Buteo, der 1554 eine den biblischen Angaben entsprechende Arche beschrieben hatte.

Kircher nahm gegenüber der in der Alchemie behaupteten Möglichkeit der Transmutation von Metallen eine kritische Haltung ein. Er schloss dies zwar nicht völlig aus, meinte aber, dass dies nur mit dunklen Mächten möglich sei oder durch teuflisches Blendwerk vorgetäuscht, was zu kritischen Auseinandersetzungen mit Anhängern dieser Richtung der Alchemie (von ihm Alchemia transmutatoria genannt) führten, darunter Ole Borch, John Webster (1610–1682), Gabriel Clauder und ein Autor mit dem Pseudonym von Blauenstein (abgedruckt in der Bibliotheca Chemica Curiosa). Davon unterschied er die Alchemia metallurgica (Bergbau, Metallurgie) und die Alchemia spagyrica (Pharmazeutisch-Medizinische Anwendungen), die er für nützlich hielt.[14] Bezüglich seiner Haltung zu Metallumwandlungen bezog er sich auf Aristoteles, der seiner Meinung nach Elementumwandlungen ausschloss.

In Ars magna lucis et umbrae beschreibt Kircher im Kapitel Experimentum mirabile de imaginatione gallinae ein von ihm durchgeführtes Verhaltensexperiment an einem Hahn, der, nachdem ein Kreidestrich auf seinen Schnabel zu auf den Boden gezeichnet worden ist, einige Zeit unbeweglich verharrt. Kircher erklärt dies quasi-magisch dadurch, der Hahn glaube irrtümlich, er wäre durch den gezeichneten Strich gefesselt. Dieses Experiment ist als frühes Beispiel für Hypnose angeführt worden[15][16] (der Begriff selbst wurde erst später, durch James Braid geprägt). Heute wird Kirchers Resultat als Totstellreflex gedeutet[17], auch wenn einige Autoren das Phänomen als der Hypnose beim Menschen analog betrachten und von Tierhypnose sprechen.[18] Kirchers Arbeit wurde zu ihrer Zeit kaum rezipiert, die Beschäftigung mit Hypnose wurde erst später durch die Experimente von Franz Anton Mesmer in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Standpunkt

Kircher war und blieb während seines gesamten Lebens ein Mann der katholischen Kirche. Stets versuchte er, die Ergebnisse seiner Arbeit in Einklang mit der Lehrmeinung der Kirche zu bringen.

So wandte er sich entsprechend der offiziellen Lehrmeinung in seinem Werk Magnes (1641)[19] gegen das Kopernikanische Weltbild (vertreten durch Kepler) und unterstützte das Tychonische Modell, präsentierte aber in seinem späteren Werk Itinerarium extaticum (1656, revidiert 1671) mehrere alternativ mögliche Systeme, einschließlich des Kopernikanischen.[20]

Das Voynich-Manuskript

1665 erhielt der damals unrichtig als „Entzifferer der Hieroglyphen“ bekannte Kircher von seinem langjährigen Freund Johannes Marcus Marci das sogenannte Voynich-Manuskript in der Hoffnung, dass er es entschlüsseln könne. Das Manuskript blieb bis zur Annektierung des Kirchenstaates durch den italienischen König Viktor Emanuel II. im Jahre 1870 und der damit einhergehenden Säkularisation des Kirchenbesitzes mit Kirchers restlicher Korrespondenz im Archiv des Collegium Romanum.

Bedeutung und Nachwirken

Während eines Großteils der Zeit seines wissenschaftlichen Wirkens galt Kircher als einer der populärsten Gelehrten der damaligen Welt. Gemäß der amerikanischen Historikerin Paula Findlen war Kircher „der erste Gelehrte mit weltweiter Reputation“. Seine Bedeutung erreichte er mit einer Doppelstrategie: Seinen eigenen Forschungen und Experimenten fügte er die Informationen hinzu, die er aus seiner Korrespondenz mit über 760 anderen Wissenschaftlern, Physikern und vor allem seinen Jesuitenbrüdern aus aller Welt zusammentrug. Die Encyclopædia Britannica nennt Kircher eine „Ein-Mann-Clearingstelle für intellektuelle Themen“. Die nach seinen Anweisungen illustrierten Werke waren sehr populär. Er war der erste Wissenschaftler, der sich durch den Verkauf seiner Bücher vollständig selbst finanzieren konnte. Zum Ende seines Lebens begann sich der Cartesianismus durchzusetzen, und seine Popularität verebbte. René Descartes selbst nannte Kircher „mehr Quacksalber als Gelehrten“.

Aus heutiger Sicht erscheinen seine Werke als eine Mischung von Ergebnissen genuiner Forschung, durchdachten Beziehungsmanagements, zukunftsweisender Intuition, bloßer Spekulation und bewundernswerten Marketings.

Der moderne Kircher-Forscher John E. Fletcher beurteilt seine Arbeitsweise folgendermaßen:

„Sein Fleiß und sein Ausstoß waren herkulisch. Beinahe unvermeidlich, dass in seinen Werken wertvolle Entdeckungen enthalten sind und neue Tatsachen präsentiert werden … Aber er war ebenso leichtgläubig, naiv und kindlich in seiner Leichtgläubigkeit. Wie ein riesiger Schwamm absorbierte er Wissen, Phantasie, Wahrheit und Erfindung zu gleichen Teilen, woraus er ein sonderbares Gemisch von launenhaft-schrulliger Halbwahrheit produzierte …“[21][22]

Nach seinem Tod wurde Kirchers Werk bis ins späte 20. Jahrhundert weitgehend nicht beachtet, dann aber erfuhr es eine gewisse Renaissance. Man führt Kirchers Wiederentdeckung auf die Ähnlichkeiten seines eklektizistischen Ansatzes mit der Postmoderne zurück. Da ein Großteil von Kirchers wissenschaftlicher Arbeit heute nicht mehr aktuell ist und wenige seiner Werke übersetzt wurden, liegt das heutige Interesse mehr auf deren ästhetischer Qualität als auf dem eigentlichen Inhalt. Eine Reihe von Ausstellungen hat bereits die Schönheit von Kirchers Werken herausgestellt:

  • Chicago, 2000: The ecstatic journey: Athanasius Kircher in Baroque Rome, Ausstellung an der University of Chicago
  • Rom, 2001: Athanasius Kircher: Il Museo del Mondo, Exponate des ehemaligen Museum Kircherianum im Palazzo Venezia
  • Stanford, 2001: The great art of knowing: The baroque encyclopedia of Athanasius Kircher, Ausstellung an der Stanford-Universität
  • Wolfenbüttel, 2002: Athanasius Kircher und Herzog August der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg, Ausstellung aus Anlass des 400. Geburtstages Kirchers

Kircher war Gegenstand von Romanen. Heimito von Doderer nimmt in seinem Roman Ein Umweg (Gespräch zwischen einer der Hauptfiguren des Romans, Manuel, und Pater Kircher) und in seiner Textsammlung Die Wiederkehr der Drachen Bezug auf Athanasius Kircher. Umberto Eco schrieb über Kircher sowohl in seinem Roman Die Insel des vorigen Tages als auch in seinen nichtfiktionalen Texten Die Suche nach der vollkommenen Sprache und Serendipities. Language and Lunacy. Im historischen Roman Imprimatur von Monaldi & Sorti (2002) spielt Kircher eine tragende Rolle. Kurz nach seinem Tod werden einige Reisende von den päpstlichen Gesundheitsbehörden wegen einer Pestepidemie in einem Hotel im barocken Rom eingesperrt. Kirchers Theorie über die Heilkraft der Musik wird von den Protagonisten in diversen Rückblenden erinnert und liefert schließlich den Schlüssel zum Rätsel. Daniel Kehlmann lässt in seinem Roman Tyll die Hauptfigur zweimal auf Kircher treffen, der mit seinem Hexenkommissar Oswald Tesimond einen Prozess gegen Tylls Vater führt, der mit dessen Hinrichtung endet. Ein weiterer Roman über Kircher stammt von Jean-Marie Blas de Roblés.[23]

Benennungen

Der Mondkrater Kircher ist nach ihm benannt.

Es gibt mehrere Straßen und Wege in Deutschland, die nach Kircher benannt sind. Darunter der Kircherweg in Paderborn und jeweils eine Athanasius-Kircher-Straße in Geisa, eine in Hünfeld, eine in Heilbad Heiligenstadt und eine in Würzburg. In Fulda war eine Schule nach ihm benannt.

Werke

Latium (1671)

Kirchers Nachlass wird mit 44 gedruckten Bänden und 14 Briefschaften angegeben. Seine wichtigsten Werke (in chronologischer Reihung):

Arithmologia (1665)

Schriften

  • Athanasius Kircher: Musurgia Universalis: Musical Experiments; Harmonies of the planets and their satellites. In: Joscelyn Godwin (Hrsg.): The Harmony of the Spheres. A sourcebook of the Pythagorean tradition in music. Inner Traditions International, Rochester (Vermont) 1993, ISBN 0-89281-265-6, S. 263–286.
  • Hans-Joachim Vollrath (Hrsg.): Kaspar Schott an Athanasius Kircher. Briefe 1650–1664. Königshausen & Neumann, Würzburg 2015, ISBN 978-3-8260-5732-8.

Literatur

  • Tina Asmussen, Lucas Burkart, Hole Rößler: Theatrum Kircherianum. Wissenskulturen und Bücherwelten im 17. Jahrhundert. Wiesbaden 2013 (online).
  • Tina Asmussen: Scientia Kircheriana. Die Fabrikation von Wissen bei Athanasius Kircher. Didymos, Affalterbach 2016, ISBN 978-3-939020-43-1.
  • Andreas Bähr: Athanasius Kircher. Ein Leben für die Entzifferung der Welt. Wagenbach, Berlin 2023, ISBN 978-3-8031-5196-4.
  • Roberto Buonanno: The stars of Galilei and the universal knowledge of Athanasius Kircher (= Astrophysics and Space Science Library. Band 399). Springer, Cham 2014, ISBN 978-3-319-00299-6.
  • Rainer Cadenbach: Einige apologetische Erwägungen zur musikgeschichtlichen Relevanz von Athanasius Kirchers Phantasien zur Musiktherapie. In: Markus Engelhardt, Michael Heinemann (Hrsg.): Ars magna musices – Athanasius Kircher und die Universalität der Musik. Vorträge des deutsch-italienischen Symposiums aus Anlass des 400. Geburtstages von Athanasius Kircher (1602–1680) (= Analecta musicologica. Band 38). Laaber 2007, S. 227–252.
  • Franz Daxecker: Der Jesuit Athanasius Kircher und sein Organum mathematicum. In: Gesnerus. Band 57, Basel 2000, ISSN 0016-9161, S. 77–83.
  • Gerhard Dünnhaupt: Athanasius Kircher S.J. (1602–1680). In: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Band 3, Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9105-6, S. 2326–2350 (Werk- und Literaturverzeichnis).
  • Gregor Eisenhauer: Scharlatane. In: Hans Magnus Enzensberger (Hrsg.): Die andere Bibliothek. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-8218-4112-5, S. 105–135.
  • Adolf Erman: Kircher, Athanasius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 1–4.
  • Paula Findlen (Hrsg.): Athanasius Kircher. The last man who knew everything. Routledge, New York 2004, ISBN 0-415-94016-8.
  • Paula Findlen: Kircher, Athanasius. In: New Dictionary of Scientific Biography. Band 4, 2008, S. 130–136.
  • Hans Kangro: Kircher, Athanasius. In: Charles Coulston Gillispie (Hrsg.): Dictionary of Scientific Biography. Band 7: Iamblichus – Karl Landsteiner. Charles Scribner’s Sons, New York 1973, S. 374–378 (englisch).
  • John Fletcher: Athanasius Kircher und seine Beziehungen zum gelehrten Europa seiner Zeit. Harrassowitz, Wiesbaden 1988, ISBN 3-447-02842-4.
  • John Fletcher: A Study of the Life and Works of Athanasius Kircher, „Germanus Incredibilis“: With a Selection of his Unpublished Correspondence and an Annotated Translation of his Autobiography (= Aries book serie. Band 12). Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-20712-7.
  • Totaro Giunia: L’autobiographie d’Athanasius Kircher. L’écriture d’un jésuite entre vérité et invention au seuil de l’œuvre. Introduction et traduction française et italienne. Lang, Bern 2009, ISBN 978-3-03911-793-2, S. 430.
  • John Glassie: Der letzte Mann, der alles wusste. Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher. Berlin-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-8270-1173-2.[24]
  • Joscelyn Godwin: Athanasius Kircher. A Renaissance man and the quest for lost knowledge. Thames & Hudson, London 1979, ISBN 0-500-81022-2.
  • Joscelyn Godwin: Athanasius Kircher’s Theatre of the World. Thames & Hudson, London 2009, ISBN 978-0-500-25860-6.
  • Ignacio Gómez de Liaño: Athanasius Kircher. Itinerario del éxtasis o Las imágenes de un saber universal. Siruela, Madrid 1986, ISBN 84-85876-45-8.
  • Olaf Hein: Die Drucker und Verleger der Werke des Polyhistors Athanasius Kircher S.J. […]. Band 1: Allgemeiner Teil. Böhlau, Köln 1993, ISBN 3-412-08590-1.
  • Olaf Hein: Athanasius Kircher S. J. Äußere Lebensumstände – Geistiger Standort – Literarische Wirksamkeit. Olms, Hildesheim 2013, ISBN 978-3-487-14993-6.
  • Hans Kangro: Kircher, Athanasius. In: Dictionary of Scientific Biography. Band 6, S. 374–378.
  • Alexander Klein: Eine Arche Noah der Dinge (über Kirchers Kunstkammer und Museum in Rom). In: Kultur und Technik. Das Magazin aus dem Deutschen Museum. Heft 3/2012, ISSN 0344-5690, S. 42–47.
  • Peter Költzsch: Von der Antike bis in das 20. Jahrhundert – ein Streifzug durch die Geschichte der Akustik (= Schriftenreihe zur Geschichte der Akustik. Heft 1). Deutsche Gesellschaft für Akustik e. V. (DEGA), Berlin 2010, ISBN 978-3-9808659-7-5, S. 81–129.
  • Fritz Krafft: Kircher, Athanasius. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 641–645 (Digitalisat).
  • Nathalie Lallemand-Buyssens: Les acquisitions d’Athanasius Kircher au musée du Collège Romain à la lumière de documents inédits. In: Storia dell’Arte. Nr. 133, 2012, S. 107–129.
  • Thomas Leinkauf: Mundus combinatus. Studien zur Struktur der barocken Universalwissenschaft am Beispiel Athanasius Kirchers SJ (1602–1680). Akademie-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-002364-3.
  • Michael Mott: Athanasius Kircher und das Heiligtum Mentorella / Zur 400. Wiederkehr des Geburtstages des in Geisa geborenen Universalgelehrten. In: Buchenblätter. Fuldaer Zeitung, 75. Jahrgang, Nr. 9, 22. Juni 2002, S. 33,34; Nr. 10, 2. Juli 2002, S. 37,38; Nr. 11, 6. Juli 2002, S. 43.
  • Hans-Josef Olszewsky: KIRCHER, Athanasius, SJ. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 1513–1517.
  • Simon Rebohm: Harmonikale Kosmologie: Johannes Kepler und Athanasius Kircher. In: W. R. Dick, H. W. Duerbeck, J. Hamel (Hrsg.): Beiträge zur Astronomiegeschichte. Band 11 (= Acta Historia Astronomiae. Band 43). H. Deutsch, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8171-1883-0, S. 100–163.
  • Conor Reilly: Athanasius Kircher. A master of a hundred arts. 1602–1680. Studia Kircheriana (= Studia Kircheriana. Band 1). Edizioni del Mondo, Wiesbaden / Rom 1974, ISBN 3-920228-72-3.
  • Valerio Rivosecchi: Esotismo in Roma Barocca. Studi sul Padre Kircher (= Biblioteca di storia dell'arte (Bulzoni editore). Band 12). Bulzoni, Rom 1982, OCLC 9300049.
  • Eckart Roloff: Athanasius Kircher (1602–1680): Der Phantast aus der Rhön macht Karriere in Rom. In: Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2010, ISBN 978-3-527-32578-8, S. 115–136 (mit Hinweisen auf Erinnerungsstätten, Museen, Straßen u. ä.). (2. aktualisierte Ausgabe. 2012, ISBN 978-3-527-32864-2).
  • Ulf Scharlau: Athanasius Kircher (1601–1680) als Musikschriftsteller. Ein Beitrag zur Musikanschauung des Barock. Görich & Weiershäuser, Marburg 1969, OCLC 265520209.
  • Edward W. Schmidt: The Last Renaissance Man: Athanasius Kircher, SJ. Company, The World of Jesuits and Their Friends (Memento vom 7. Februar 2003 im Internet Archive), Chicago 2001, ISSN 0886-1293.
  • Harald Siebert: Die große kosmologische Kontroverse: Rekonstruktionsversuche anhand des Itinerarium exstaticum von Athanasius Kircher SJ (1602–1680). Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08731-1.
  • Harald Siebert: Flucht, Aufstieg und die Galilei-Affäre. Drei Jahre im Leben des Athanasius Kircher. Eine Mikrostorie (1631–1633). BoD, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-6011-9.
  • Gregor K. Stasch (Hrsg.): Magie des Wissens. Athanasius Kircher (1602–1680). Jesuit und Universalgelehrter. Ausstellungskatalog des Vonderau-Museums Fulda. Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-82-2.
  • Daniel Stolzenberg: Egyptian Oedipus: Athanasius Kircher and the Secrets of Antiquity. Taschenbuchausgabe, University of Chicago Press, Chicago 2015, ISBN 978-0-226-27327-3.
  • Dieter Ullmann: Zur Frühgeschichte der Akustik: A. Kirchers „Phonurgia nova“. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mathematisch-naturwissenschaftliche Reihe, Band 27, 1978, S. 355–360.
  • Dieter Ullmann: Ein akustisches Experiment A. Kirchers und seine Geschichte. Zum 300. Todestag des Gelehrten. In: NTM. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin. Leipzig 1980, Band 17, Heft 1, S. 61–68.
  • Dieter Ullmann: Athanasius Kircher und die Akustik der Zeit um 1650. In: NTM – Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin. Band 10, Nummer 2, Birkhäuser, Basel September 2002, S. 65–77, doi:10.1007/BF03033102.
  • Melanie Wald: „Sic ludit in orbe terrarum aeterna Dei sapientia“ – Harmonie als Utopie. Untersuchungen zur Musurgia universalis von Athanasius Kircher. Dissertation, Universität Zürich 2005.
  • Stefan Heid: Athanasius Kircher. In: Stefan Heid, Martin Dennert (Hrsg.): Personenlexikon zur Christlichen Archäologie. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Band 2. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0, S. 730–731.
Wikisource: Athanasius Kircher – Quellen und Volltexte
Commons: Athanasius Kircher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Seiten in englischer Sprache

Werke im Internet

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Kittler: Optische Medien. Berliner Vorlesung 1999 (= Internationaler Merve Diskurs. Band 250). Merve, Berlin 2002, ISBN 3-88396-183-3, S. 88.
  2. ↑ Klaus Zacharias: P. Athanasius Kircher SJ (1602–1680). In: Vereinigung ehemaliger Schüler des Gymnasiums Theodorianum in Paderborn (Hrsg.): Jahresbericht 2010. Paderborn 2010, S. 84–85.
  3. ↑ Ralf Kern: Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 2, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2010, ISBN 978-3-86560-772-0, S. 266.
  4. ↑ Athanasius Kircher: Prodromus coptus sive aegyptiacus Ad Eminentiss S. R. E. Cardinalem Franciscum Barberinum. in quo cum linguae Coptae, sive Aegyptiacae, quondam Pharaonicae, origo, aetas, vicissitudo, inclinatio, tum hieroglyphicae literaturae instauratio uti per varia variarum eruditionum, interpretationumque difficillimarum specimina, ita noua quoque et insolita methodo exhibentur. Rom 1636. Online bei ECHO
  5. ↑ Horst Beinlich: Athanasius Kircher und die Kenntnis vom Alten Ägypten. In: Horst Beinlich, Christoph Daxelmüller (Hrsg.): Magie des Wissens: Athanasius Kircher, 1602–1680. Universalgelehrter, Sammler, Visionär (= Katalog zur Ausstellung im Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg, 1. Oktober – 14. Dezember 2002.) Röll, Dettelbach 2002, ISBN 978-3-89754-211-2. S. 85–98.
  6. ↑ Athanasius Kircher: Obeliscus Pamphilius, hoc est interpretatio nova et hucusque intentata obelisci hieroglyphici Quem non ita pridem ex Veteri Hippodromo Antonini Caracallae Caesaris, in Agonale Forum transtulit, integritati restituit, & in Urbis Aeternae ornamentum erexit Innocentius X. Pont. Max. Online bei ECHO
  7. ↑ Athanasius Kircher: Ad Alexandrum VII. Pont. Max. Obelisci Aegyptiaci nuper inter Isaei Romani rudera effossi interpretatio hieroglyphica. Online bei ECHO.
  8. ↑ Athanasius Kircher: Sphinx mystagoga, sive diatribe hieroglyphica de mumiis. Amsterdam 1676. Online bei ECHO (beigebunden zu Turris Babel)
  9. ↑ Vgl. Luigi Belloni: Athanasius Kircher. Sein Mikroskop, die Animalcula und Pestwürmer. In: Medizinhistorisches Journal. Band 20, 1985, S. 58–65.
  10. ↑ Friedrich Wilhelm Gierhake: Asepsis. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 33–42, hier: S. 38.
  11. ↑ Gerhard F. Strasser: Athanasius Kirchers Pestschrift von 1658 und seine Einstellung zur Lungenpest. In: Pneumologie. Band 59, 2005, Nr. 3, S. 213–217, doi:10.1055/s-2004-830085, abgedruckt auch in Robert Kropp (Hrsg.): Pneumologie. Historisches Kaleidoskop – Überraschendes, Kurioses, Lehrreiches. Thieme, Stuttgart / New York 2011, S. 193–198.
  12. ↑ Tonbeispiel.
  13. ↑ Polygraphia nova von 1663 auf der Ausstellung aus Anlass des 400. Geburtstages Kirchers in der Bibliotheca Augusta 2002 (7. Oktober 2013).
  14. ↑ Claus Priesner: Kircher, Athanasius. In: Claus Priesner, Karin Figala: Alchemie. Lexikon einer hermetischen Wissenschaft. Beck, München 1998, S. 196 ff.
  15. ↑ Dirk Revenstorf: Klinische Hypnose. Springer-Verlag, Berlin u. a. 1990, ISBN 978-3-540-52074-0, Seite 8.
  16. ↑ Jan Bures, Olga Burešová, Joseph P. Huston: Techniques and Basic Experiments for the Study of Brain and Behavior. Elsevier, Amsterdam etc. 1976, ISBN 0-444-41502-5, Seite 258.
  17. ↑ Renard Korzcynski, Piotr Korda: Immobility reflex evoked by vertical lifting of the rat. In: Acta Neurobiologiae Experimentalis. Band 48, 1988, S. 145–159.
  18. ↑ W. R. Klemm: Neurophysiologic studies of the immobility reflex („animal hypnosis“). In: Neurosciences Research. Band 4, 1971, S. 165–212, doi:10.1016/B978-0-12-512504-8.50011-1.
  19. ↑ H. Siebert: Die große kosmologische Kontroverse: Rekonstruktionsversuche anhand des Itinerarium exstaticum von Athanasius Kircher SJ (1602–1680). Stuttgart 2006, S. 102 (eingeschränkte Buchvorschau auf books.google.de).
  20. ↑ auf Cusanus berufend war er sehr skeptisch ggü. der „Vermessung des Kosmos“; trug nichts Neues bei, aber seine Meinung war äußerst wichtig, (H. Siebert; Stuttgart 2006) und (S. Rebohm; Frankfurt am Main 2011); seine präsentierten Modelle: Athanasius Kircher at Stanford . - World systems. Diagrams of the different world systems, Ptolemaic, Platonic, Egyptian, Copernican, Tychonic and semi-Tychonic from Iter Exstaticum (1671 ed.) S. 37. Auf: stanford.edu, oder Athanasius Kircher on the Celestial Spheres wordpress.com (abgerufen am 18. März 2014).
  21. ↑ John E. Fletcher: Athanasius Kircherius Restituendus. The bibliographic basis of biographic research for a seventeenth century figure. In: Australian Academic and Research Libraries. Band 3, 1972, S. 187.
  22. ↑ Klaus Peter Kelber, Martin Okrusch: Athanasius Kircher retrospektiv: Pendelschläge geowissenschaftlicher Erkenntnis. In: Horst Beinlich, Hans-Joachim Vollrath, Klaus Wittstadt (Hrsg.): Spurensuche. Wege zu Athanasius Kircher. Röll, Dettelbach 2002, ISBN 3-89754-213-7, S. 153–154.
  23. ↑ Jean-Marie Blas de Roblés: Wo Tiger zu Hause sind (Roman über Kircher). Übersetzung aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. S. Fischer, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-10-009641-8.
  24. ↑ Jürgen Schickinger: Der Universalgelehrte Athanasius Kircher war ein Forscher und ein Flunkerer. In: Badische Zeitung. Literatur & Vorträge. vom 30. Januar 2015 (auf: badische-zeitung.de).
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Achtung: Der Sortierungsschlüssel „Kircher_Athanasius“ überschreibt den vorher verwendeten Schlüssel „Kircher, Athanasius“.