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„Informationsgehalt“ – Versionsunterschied

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{{Dieser Artikel|behandelt den Begriff in der Informationstheorie, für den in der Wissenschaftstheorie siehe [[Informationsgehalt (Wissenschaftstheorie)]].}}
[[Information]]{{-s-}}[[Gehalt]] [[Sprachstufe::lat.-deu.]]


Der '''Informationsgehalt''' (oder auch '''Überraschungswert''') einer [[Nachricht]] ist eine [[logarithmische Größe]], die angibt, wie viel [[Information]] in dieser Nachricht übertragen wurde.
<p>Der '''Informationsgehalt''' (oder auch '''Überraschungswert''') einer [[Nachricht]] ist eine [[logarithmische Größe]], die angibt, wie viel [[Information]] in dieser Nachricht übertragen wurde.</p>
 
<p>Dieser Begriff wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Shannon Claude Shannon] erstmals in seiner [https://de.wikipedia.org/wiki/Informationstheorie Informationstheorie] formalisiert: Der Informationsgehalt eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeichen Zeichens] ist seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz statistische Signifikanz]. Er bezeichnet also die minimale Anzahl von [https://de.wikipedia.org/wiki/Bit Bits], die benötigt werden, um ein Zeichen (also eine Information) darzustellen oder zu übertragen. Wichtig ist dabei, dass dies nicht unbedingt der Anzahl der tatsächlich empfangenen Bits (der [https://de.wikipedia.org/wiki/Datenmenge Datenmenge]) entspricht, da der Informationsgehalt vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Semantik semantischen] Kontext abhängig ist.</p>
Dieser Begriff wurde von [[Claude Shannon]] erstmals in seiner [[Informationstheorie]] formalisiert: Der Informationsgehalt eines [[Zeichen]]s ist seine [[statistische Signifikanz]]. Er bezeichnet also die minimale Anzahl von [[Bit]]s, die benötigt werden, um ein Zeichen (also eine Information) darzustellen oder zu übertragen. Wichtig ist dabei, dass dies nicht unbedingt der Anzahl der tatsächlich empfangenen Bits (der [[Datenmenge]]) entspricht, da der Informationsgehalt vom [[Semantik|semantischen]] Kontext abhängig ist.


== Definition ==
== Definition ==
Der Informationsgehalt eines Zeichens ''x'' mit einer Auftrittswahrscheinlichkeit ''p<sub>x</sub>'' ist definiert als
Der Informationsgehalt eines Zeichens ''x'' mit einer Auftrittswahrscheinlichkeit ''p<sub>x</sub>'' ist definiert als


: <math>I(x) = \log_a \left(\frac{1}{p_x} \right) = \log_a(1)-\log_a( p_x ) = -\log_a( p_x )</math>.
<p>''a'' entspricht dabei der [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4chtigkeit_(Mathematik) Mächtigkeit] des Alphabets (d.&nbsp;h. der Anzahl der möglichen Zustände einer Nachrichtenquelle).</p>
 
<p>Abhängig von der gewählten Basis ''a'' ändert sich auch die Einheit des Informationsgehaltes. Dies stellte schon Shannon in ''A Mathematical Theory of Communication'' fest.<sup id="cite_ref-Shannon_1948_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#cite_note-Shannon_1948-1 [1]]</sup> Im Allgemeinen kann die Einheit des Informationsgehaltes als [https://de.wikipedia.org/wiki/Shannon_(Einheit) Shannon (sh)] bezeichnet werden, aber diese Einheitsbezeichnung hat sich nicht durchgesetzt. Im wohl häufigsten Fall, dass für das Alphabet (mit der Mächtigkeit ''a'') das Binäralphabet gewählt wird, entspricht die Einheit des Informationsgehaltes dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bit Bit].</p>
''a'' entspricht dabei der [[Mächtigkeit (Mathematik)|Mächtigkeit]] des Alphabets (d.&nbsp;h. der Anzahl der möglichen Zustände einer Nachrichtenquelle).
<p>Im folgenden Text sei ''a'' = 2 (das [https://de.wikipedia.org/wiki/Dualsystem Binärsystem]) angenommen, wodurch man als Ergebnis die Anzahl der Binärziffern (in [https://de.wikipedia.org/wiki/Bit Bit]) erhält. Stattdessen könnte auch jedes andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlensystem Zahlensystem] verwendet werden.</p>
 
Abhängig von der gewählten Basis ''a'' ändert sich auch die Einheit des Informationsgehaltes. Dies stellte schon Shannon in {{lang|en|''A Mathematical Theory of Communication''}} fest.<ref name="Shannon_1948">{{Literatur |Autor=Claude Elwood Shannon |Titel=A Mathematical Theory of Communication |Hrsg=Bell Labs |Sammelwerk=The Bell System Technical Journal |Band=27 |Nummer=3 |Datum=1948-07 |Sprache=en |ISSN=0005-8580 |Seiten=379–423 |DOI=10.1002/j.1538-7305.1948.tb01338.x | Online=https://people.math.harvard.edu/~ctm/home/text/others/shannon/entropy/entropy.pdf |Format=PDF |KBytes=358 |Abruf=2023-08-01}}</ref> Im Allgemeinen kann die Einheit des Informationsgehaltes als [[Shannon (Einheit)|Shannon (sh)]] bezeichnet werden, aber diese Einheitsbezeichnung hat sich nicht durchgesetzt. Im wohl häufigsten Fall, dass für das Alphabet (mit der Mächtigkeit ''a'') das Binäralphabet gewählt wird, entspricht die Einheit des Informationsgehaltes dem [[Bit]].
 
Im folgenden Text sei ''a'' = 2 (das [[Dualsystem|Binärsystem]]) angenommen, wodurch man als Ergebnis die Anzahl der Binärziffern (in [[Bit]]) erhält. Stattdessen könnte auch jedes andere [[Zahlensystem]] verwendet werden.


== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
Der Begriff der [[Information]], wie er in der Informationstheorie nach Shannon<ref name="Shannon_1951">{{Literatur |Autor=Claude Elwood Shannon |Titel=Prediction and Entropy of Printed English |Hrsg=Bell Labs |Sammelwerk=The Bell System Technical Journal |Band=30 |Nummer=1 |Datum=1951-01 |Sprache=en |ISSN=0005-8580 |Seiten=50–64 |DOI=10.1002/j.1538-7305.1951.tb01366.x |Online=https://sites.socsci.uci.edu/~rfutrell/teaching/itl-davis/readings/shannon1951prediction.pdf |Format=PDF |KBytes=5318 |Abruf=2023-08-01}}</ref> verwendet wird, ist streng von dem gewöhnlichen Gebrauch dieses Begriffes zu unterscheiden. Insbesondere darf er nicht mit dem Begriff der [[Bedeutung]] gleichgesetzt werden. In Shannons Theorie können z.&nbsp;B. zwei Nachrichten, von denen eine von besonderer Bedeutung ist, während die andere nur „Unsinn“ darstellt, genau die gleiche Menge an Information enthalten. Für den einfachen Fall, in dem nur zwischen zwei möglichen Nachrichten zu wählen ist, wird dabei willkürlich festgelegt, dass die Information, die mit dieser Situation verbunden ist, gleich 1 ist. Die beiden Nachrichten, zwischen denen bei einer solchen Auswahl entschieden werden soll, können dabei völlig beliebig sein. Eine Nachricht könnte z.&nbsp;B. der Text des Telefonbuches sein und die andere Nachricht der einzelne Buchstabe „A“. Diese beiden Nachrichten könnten dann beispielsweise durch die Symbole 0 und 1 codiert werden.
== <span id="Allgemeines">Allgemeines</span> ==
 
<p>Der Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Information Information], wie er in der Informationstheorie nach Shannon<sup id="cite_ref-Shannon_1951_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#cite_note-Shannon_1951-2 [2]]</sup> verwendet wird, ist streng von dem gewöhnlichen Gebrauch dieses Begriffes zu unterscheiden. Insbesondere darf er nicht mit dem Begriff der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedeutung Bedeutung]gleichgesetzt werden. In Shannons Theorie können z.&nbsp;B. zwei Nachrichten, von denen eine von besonderer Bedeutung ist, während die andere nur „Unsinn“ darstellt, genau die gleiche Menge an Information enthalten. Für den einfachen Fall, in dem nur zwischen zwei möglichen Nachrichten zu wählen ist, wird dabei willkürlich festgelegt, dass die Information, die mit dieser Situation verbunden ist, gleich 1 ist. Die beiden Nachrichten, zwischen denen bei einer solchen Auswahl entschieden werden soll, können dabei völlig beliebig sein. Eine Nachricht könnte z.&nbsp;B. der Text des Telefonbuches sein und die andere Nachricht der einzelne Buchstabe „A“. Diese beiden Nachrichten könnten dann beispielsweise durch die Symbole 0 und 1 codiert werden.</p>
Allgemeiner wird durch eine beliebige Nachrichtenquelle eine Folge von Auswahlvorgängen aus einer Menge von elementaren Zeichen vorgenommen, wobei diese ausgewählte Folge dann die eigentliche Nachricht darstellt. Hierbei ist leicht einzusehen, dass die [[Wahrscheinlichkeit]]en der Zeichen bei der Erzeugung der Nachricht von besonderer Wichtigkeit sind. Denn wenn die aufeinanderfolgenden Zeichen ausgewählt werden, ist diese Auswahl, zumindest vom Standpunkt des Kommunikationssystems aus, von dieser Wahrscheinlichkeit bestimmt. Diese Wahrscheinlichkeiten sind in den meisten Fällen sogar voneinander abhängig, d.&nbsp;h., sie hängen von den vorangegangenen Auswahlereignissen ab. Ist z.&nbsp;B. das letzte Wort einer Wortfolge der Artikel „die“, dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass als nächstes Wort wieder ein Artikel oder ein Verb auftritt, sehr gering.
<p>Allgemeiner wird durch eine beliebige Nachrichtenquelle eine Folge von Auswahlvorgängen aus einer Menge von elementaren Zeichen vorgenommen, wobei diese ausgewählte Folge dann die eigentliche Nachricht darstellt. Hierbei ist leicht einzusehen, dass die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeiten] der Zeichen bei der Erzeugung der Nachricht von besonderer Wichtigkeit sind. Denn wenn die aufeinanderfolgenden Zeichen ausgewählt werden, ist diese Auswahl, zumindest vom Standpunkt des Kommunikationssystems aus, von dieser Wahrscheinlichkeit bestimmt. Diese Wahrscheinlichkeiten sind in den meisten Fällen sogar voneinander abhängig, d.&nbsp;h., sie hängen von den vorangegangenen Auswahlereignissen ab. Ist z.&nbsp;B. das letzte Wort einer Wortfolge der Artikel „die“, dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass als nächstes Wort wieder ein Artikel oder ein Verb auftritt, sehr gering.</p>
 
<p>Ein Maß, welches in besonderer Weise den natürlichen Anforderungen genügt, die man an dieses Informationsmaß stellt, entspricht genau dem, welches in der statistischen Physik als [https://de.wikipedia.org/wiki/Entropie Entropie] bekannt geworden ist. Wie dieses Informationsmaß von den entsprechenden Wahrscheinlichkeiten abhängt, wird im folgenden Abschnitt erklärt.</p>
Ein Maß, welches in besonderer Weise den natürlichen Anforderungen genügt, die man an dieses Informationsmaß stellt, entspricht genau dem, welches in der statistischen Physik als [[Entropie]] bekannt geworden ist. Wie dieses Informationsmaß von den entsprechenden Wahrscheinlichkeiten abhängt, wird im folgenden Abschnitt erklärt.
<p>Formal werden die zu übertragenden Informationen als ''Zeichen'' bezeichnet. Dabei steht nur ein endlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeichenvorrat Zeichenvorrat] zur Verfügung, Zeichen können aber beliebig kombiniert werden. Die minimale Anzahl von Bits, die für die Darstellung oder Übertragung eines Zeichens benötigt werden, hängt nun von der Wahrscheinlichkeit ab, mit der ein Zeichen auftritt: Für Zeichen, die häufig auftreten, verwendet man weniger Bits als für Zeichen, die selten verwendet werden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Datenkompression Datenkompressionstechniken] machen sich das zu Nutze, insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Entropiekodierung Entropiekodierungen] wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Arithmetische_Kodierung Arithmetische Kodierung] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Huffman-Kodierung Huffman-Kodierung]. Ein ähnliches Verfahren wird zum Ausbalancieren von [https://de.wikipedia.org/wiki/Bin%C3%A4rbaum Binärbäumen] verwendet.</p>
 
Formal werden die zu übertragenden Informationen als ''Zeichen'' bezeichnet. Dabei steht nur ein endlicher [[Zeichenvorrat]] zur Verfügung, Zeichen können aber beliebig kombiniert werden. Die minimale Anzahl von Bits, die für die Darstellung oder Übertragung eines Zeichens benötigt werden, hängt nun von der Wahrscheinlichkeit ab, mit der ein Zeichen auftritt: Für Zeichen, die häufig auftreten, verwendet man weniger Bits als für Zeichen, die selten verwendet werden. [[Datenkompression]]stechniken machen sich das zu Nutze, insbesondere [[Entropiekodierung]]en wie die [[Arithmetische Kodierung]] und die [[Huffman-Kodierung]]. Ein ähnliches Verfahren wird zum Ausbalancieren von [[Binärbaum|Binärbäumen]] verwendet.
 
[[Datei:Entropy InformationInSign.png|mini|Je kleiner die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Zeichens ist, desto höher ist sein Informationsgehalt. Andersherum ist der Informationsgehalt eines Zeichens sehr gering, wenn es sehr oft vorkommt.]]
[[Datei:Entropy InformationInSign.png|mini|Je kleiner die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Zeichens ist, desto höher ist sein Informationsgehalt. Andersherum ist der Informationsgehalt eines Zeichens sehr gering, wenn es sehr oft vorkommt.]]


Grundsätzlich wird der Informationsgehalt für [[Stochastisch unabhängige Ereignisse|statistisch unabhängige]] Ereignisse und statistisch abhängige Ereignisse unterschiedlich berechnet.
<p>Grundsätzlich wird der Informationsgehalt für [https://de.wikipedia.org/wiki/Stochastisch_unabh%C3%A4ngige_Ereignisse statistisch unabhängige] Ereignisse und statistisch abhängige Ereignisse unterschiedlich berechnet.</p>
 
<p>Man könnte auch sagen, dass der Informationsgehalt eines Zeichens proportional zum (negativen) Logarithmus der Wahrscheinlichkeit ist, mit der man es ''erraten'' kann. Der Informationsgehalt ist also ein Maß für die maximale [https://de.wikipedia.org/wiki/Effizienz_(Informatik) Effizienz], mit der eine Information übertragen werden kann.</p>
Man könnte auch sagen, dass der Informationsgehalt eines Zeichens proportional zum (negativen) Logarithmus der Wahrscheinlichkeit ist, mit der man es ''erraten'' kann. Der Informationsgehalt ist also ein Maß für die maximale [[Effizienz (Informatik)|Effizienz]], mit der eine Information übertragen werden kann.
<p>Ein alternatives Maß für den Informationsgehalt einer Zeichenkette ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kolmogorov-Komplexit%C3%A4t Kolmogorov-Komplexität] bzw. der [https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmischer_Informationsgehalt algorithmische Informationsgehalt]: er ist definiert als die Länge des kürzesten [https://de.wikipedia.org/wiki/Computerprogramm Programms], das diese Zeichenkette erzeugen kann. Ein weiterer Ansatz ist die sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmische_Tiefe Algorithmische Tiefe], die besagt, wie aufwändig es ist, eine bestimmte Nachricht zu erzeugen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gregory_Chaitin Gregory Chaitin] ist ebenfalls über die Shannonsche Definition der Entropie einer Information hinausgegangen (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmische_Informationstheorie Algorithmische Informationstheorie]).</p>
 
<p>In diesem Zusammenhang spielen auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzentropie Kreuzentropie] sowie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kullback-Leibler-Divergenz Kullback-Leibler-Divergenz] als Maße für die durch eine schlechte Kodierung ausgelösten Verschwendungen von Bits eine Rolle.</p>
Ein alternatives Maß für den Informationsgehalt einer Zeichenkette ist die [[Kolmogorov-Komplexität]] bzw. der [[Algorithmischer Informationsgehalt|algorithmische Informationsgehalt]]: er ist definiert als die Länge des kürzesten [[Computerprogramm|Programms]], das diese Zeichenkette erzeugen kann. Ein weiterer Ansatz ist die sogenannte [[Algorithmische Tiefe]], die besagt, wie aufwändig es ist, eine bestimmte Nachricht zu erzeugen. [[Gregory Chaitin]] ist ebenfalls über die Shannonsche Definition der Entropie einer Information hinausgegangen (siehe [[Algorithmische Informationstheorie]]).
 
In diesem Zusammenhang spielen auch die [[Kreuzentropie]] sowie die [[Kullback-Leibler-Divergenz]] als Maße für die durch eine schlechte Kodierung ausgelösten Verschwendungen von Bits eine Rolle.
 
== Informationsgehalt statistisch unabhängiger Ereignisse ==
Sei <math>x_1, x_2, \dots, x_n</math> eine Folge von ''n'' [[Stochastisch unabhängige Ereignisse|statistisch unabhängig]] aufeinanderfolgenden [[Ereignis (Wahrscheinlichkeitstheorie)|Ereignissen]]. Der Informationsgehalt <math>I_\mathrm{ges}</math> ist dann die Summe der Informationsgehalte aller Ereignisse:
 
: <math>I_\mathrm{ges} = I(x_1) + I(x_2) + I(x_3) + \dots + I(x_n) = \sum_{k=1}^{n}{I(x_k)}</math>
 
Ebenso lässt sich der Informationsgehalt mit der [[Entropie (Informationstheorie)|Entropie]] <math>H(X)</math> (mittlerer Informationsgehalt eines Zeichens) berechnen.
 
: <math>I_\mathrm{ges} = n\cdot H(X)</math>
 
Bei einer Gleichverteilung der Wahrscheinlichkeiten <math>p(x_i) = p=1/|Z|</math> für alle Zeichen <math>x_i</math> aus dem Alphabet&nbsp;<math>Z</math> lässt sich die Gesamtinformation auch über die [[Entropie (Informationstheorie)#Maximaler Entropiewert und Normierung|maximale Entropie]] beziehungsweise die Alphabetsgröße&nbsp;<math>|Z|</math> berechnen:
 
: <math>I_\mathrm{ges} = n\cdot H_\mathrm{max}(X)= n\cdot \log_{2}({|Z|})</math>&nbsp;&nbsp;bzw.&nbsp;&nbsp;<math> n\cdot I(p)</math>
 
Der Informationsgehalt der beiden Quellen „01010101…“ und „10010110…“ ist aus der Betrachtung von statistisch unabhängigen Ereignissen nach obiger Formel gleich. Zu erkennen ist, dass die Zeichen der ersten Quelle durch eine sich wiederholende Struktur geordnet sind. Deshalb würde man intuitiv in der ersten Kette weniger Information als in der zweiten Kette vermuten. Bei der Betrachtung als statistisch unabhängiges Ereignis wird aber jedes Zeichen einzeln betrachtet und nicht der eventuelle Zusammenhang mehrerer Zeichen berücksichtigt.
 
Eine andere Definition der Information eines Zeichens liefert die [[bedingte Entropie]]. Bei ihr wird das Auftreten vorangegangener Zeichen berücksichtigt. Die aufeinanderfolgenden Zeichen werden in diesem Fall als statistisch abhängige Ereignisse betrachtet.
 
== Informationsgehalt statistisch abhängiger Ereignisse ==
Bei statistisch [[Bedingte Wahrscheinlichkeit|abhängigen Ereignissen]] kennt man den Kontext der Ereignisse genauer und kann daraus Schlussfolgerungen ziehen, die den Informationsgehalt beeinflussen. Dabei können meistens die folgenden Ereignisse durch Ausschlussverfahren und Bindungen ‚erraten‘ werden. Ein Beispiel für statistisch abhängige Ereignisse ist ein Text in der deutschen Sprache: das „c“ tritt meistens paarweise mit einem „h“ oder „k“ auf. Andere Buchstaben unterliegen ebenfalls solchen paarweisen Bindungen.
 
Hierzu wird ähnlich wie bei statistisch unabhängigen Ereignissen der durchschnittliche und kontextsensitive Informationsgehalt eines Zeichens mit der Anzahl der vorhandenen Zeichen multipliziert:
 
: <math>I_\mathrm{ges} = n\cdot H(X|Y)</math>
 
Die [[bedingte Entropie]] berechnet sich folgend:
 
: <math>H(X|Y)=\sum_{y}{\,}{p(y) \cdot H(X|Y = y )} = -\sum_{x}^{}\sum_{y}^{} p(x,y) \cdot \log_{2}{p(x|y)} </math>
 
Bedingte Entropie als Differenz von Quell-Information und [[Transinformation]]:
 
: <math>H(X|Y) = H(X) - I(X;Y) \,</math>&nbsp;&nbsp;
 
Interpretation: Seien ''X'' und ''Y'' zwei stationär abhängige Quellen. ''H''(''X'') sei die stationär betrachtete Quell-Entropie. ''I''(''X'';''Y'') ist die [[Transinformation]], die Information, die von ''X'' nach ''Y'' fließt, also die Menge an Information, von der man von ''X'' auf ''Y'' schließen kann. Ist diese Information hoch, so ist auch die Abhängigkeit von ''X'' und ''Y'' hoch. Dementsprechend ist die über ''X'' nach einer Beobachtung ''Y'' nicht so hoch, da man nicht sehr viel neue Information über ''Y'' erhält.
 
Bedingte Entropie als Gesamtinformation abzüglich der Entropie von ''H''(''Y''):
 
: <math>H(X|Y) = H(X,Y) - H(Y) = H(X,Y) - ( I(X;Y) + H(Y|X) ) \,</math>&nbsp;&nbsp;
 
Interpretation: Im statistisch abhängigen Fall zieht man von der Gesamtinformation ([[Verbundentropie]]) die gemeinsame Information (= ''I''(''X'';''Y'')) von ''X'' und ''Y'' ab. Außerdem soll auch die neue Information, die ''Y'' mit sich bringt nicht mit eingerechnet werden, denn man möchte am Ende nur die Menge an Information von ''X'' herausbekommen, die ''X'' alleine beinhaltet. Deshalb rechnet man: ''H''(''X''|''Y'') = ''H''(''X'',''Y'') − ''I''(''X'';''Y'') − ''H''(''Y''|''X'')
 
''Bemerkung:'' Die Information von statistisch abhängigen Ereignissen ist immer kleiner oder gleich der von statistisch unabhängigen Ereignissen, da wie folgt gilt: ''H''(''X''|''Y'') ≤ ''H''(''X'')
 
=== Verbundwahrscheinlichkeit ''H''(''X'',''Y'') ===
<!-- - Vielleicht sollte „Verbundwahrscheinlichkeit“ ein neue Lemma sein ?? - -->
Gibt es <math>n</math> mögliche Ereignisse <math>x</math> und <math>m</math> mögliche Ereignisse <math>y</math>, so ist die Verbundwahrscheinlichkeit <math>p(x_i,y_j)</math> die Wahrscheinlichkeit dafür, dass je ein Ereignis <math>x_i</math> paarweise mit einem Ereignis <math>y_j</math> auftritt.
 
Die Wahrscheinlichkeit <math>p(x_i)</math>, dass das Ereignis <math>x_i</math> auftritt, ist die Gesamtwahrscheinlichkeit, dass <math>x_i</math> paarweise mit dem Ereignis <math>y_j</math> auftritt
:<math>p(x_i) = \sum_{j=1}^m p(x_i, y_j)</math>.
 
Mit der bedingten Wahrscheinlichkeit ergibt sich die Verbundwahrscheinlichkeit dann zu
:<math>p(x_i, y_j) = p(x_i) \cdot p(y_j | x_i) = p(y_j) \cdot p(x_i | y_j) </math>.
 
Der mittlere Informationsgehalt der Verbundentropie je Ereignispaar statistisch abhängiger Ereignisse ist somit definiert durch:
 
:<math>H(X,Y) = -\sum_{i=1}^n \sum_{j=1}^m{p(x_i,y_j)} \cdot \log_2( p(x_i,y_j))</math>
 
== Informationsgehalt bei analogen Signalen ==
Der Informationsgehalt eines einzelnen Werts aus einem analogen Signal ist grundsätzlich unendlich, da die Auftrittswahrscheinlichkeit eines Wertes bei einer kontinuierlichen Wahrscheinlichkeitsverteilung gleich Null ist. Für den mittleren Informationsgehalt eines reellen, kontinuierlichen Signals kann statt der Entropie nach Shannon die [[differentielle Entropie]] berechnet werden.
 
Alternativ kann das Signal mit Hilfe eines [[Analog-Digital-Umsetzer]]s in ein digitales umgewandelt werden, dabei geht jedoch Information verloren. Da nach der Umsetzung nur noch diskrete Werte vorkommen, kann deren Informationsgehalt wieder bestimmt werden.
 
== Beispiele für statistisch unabhängige Ereignisse ==
=== Beispiel 1 ===
An einer Quelle tritt ein Zeichen x mit der Wahrscheinlichkeit ''p''(''x'') = 0,0625 auf. Für die maximale Effizienz zur Übertragung in einem Kanal ist eine Information von <math>I(x) = I(0{,}0625) = 4 \text{ bit}</math> für jedes Zeichen x notwendig.
 
=== Beispiel 2 ===
Gegeben sei eine Zeichenkette „Mississippi“. Sie besteht aus ''n'' = 11 Zeichen. Das Alphabet <math>Z = \{i,M,p,s\}</math> mit den Auftrittswahrscheinlichkeiten
 
: <math>p(\mathit{i})= \frac{4}{11}, \; p(\mathit{M})=\frac{1}{11}, \; p(\mathit{p})=\frac{2}{11}, \; p(\mathit{s})=\frac{4}{11}</math>
 
Die Gesamtinformation beträgt:


: <math>
== <span id="Informationstheorie">Informationstheorie</span> ==
\begin{align}
<p>Der Überraschungswert (oder auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt Informationsgehalt]) eines Ereignisses oder einer Nachricht hängt – unabhängig vom Kontext – vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Kehrwert Kehrwert] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Eintrittswahrscheinlichkeit Eintrittswahrscheinlichkeit] ab. Die Funktion 𝑃 gibt an, in welchem Maße eine neue Aussage 𝑒 für 𝐴 einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Informationswert Informationswert] oder Überraschungswert (Surprisal) hat.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberraschung?wprov=srpw1_1#cite_note-4 [4]]</sup></p>
  I_\text{ges} &= \sum_{i=1}^{4} n_i \cdot I({z_i}) \\
              &= 4 \cdot I(i) + 1 \cdot I(M) + 2 \cdot I(p) + 4 \cdot I(s) \\
              &= 4 \cdot 1{,}46\,\mathrm{bit} + 1\cdot 3{,}46\,\mathrm{bit} + 2\cdot 2{,}46\,\mathrm{bit} + 4\cdot 1{,}46\,\mathrm{bit} \\
              &= 5{,}84 \,\mathrm{bit} + 3{,}46 \,\mathrm{bit} + 4{,}92\,\mathrm{bit} + 5{,}84\,\mathrm{bit} \\ &= 20{,}06\,\mathrm{bit}
\end{align}
</math>


Daraus folgt die Gesamtanzahl von 21 Bit, die notwendig ist, um die einzelnen Buchstaben des Wortes „Mississippi“ binär optimal zu kodieren.
<sup class="reference"></sup>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Informationsgehalt_statistisch_unabh%C3%A4ngiger_Ereignisse <span class="tocnumber">3</span><span class="toctext">Informationsgehalt statistisch unabhängiger Ereignisse</span>]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Informationsgehalt_statistisch_abh%C3%A4ngiger_Ereignisse <span class="tocnumber">4</span><span class="toctext">Informationsgehalt statistisch abhängiger Ereignisse</span>]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Verbundwahrscheinlichkeit_H(X,Y) <span class="tocnumber">4.1</span><span class="toctext">Verbundwahrscheinlichkeit ''H''(''X'',''Y'')</span>]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Informationsgehalt_bei_analogen_Signalen <span class="tocnumber">5</span><span class="toctext">Informationsgehalt bei analogen Signalen</span>]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Beispiele_f%C3%BCr_statistisch_unabh%C3%A4ngige_Ereignisse <span class="tocnumber">6</span><span class="toctext">Beispiele für statistisch unabhängige Ereignisse</span>]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Beispiel_1 <span class="tocnumber">6.1</span><span class="toctext">Beispiel 1</span>]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Beispiel_2 <span class="tocnumber">6.2</span><span class="toctext">Beispiel 2</span>]
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Informationsgehalt#Beispiel_3 <span class="tocnumber">6.3</span><span class="toctext">Beispiel 3</span>]


=== Beispiel 3 ===
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
Alphabet ''Z'' = {''a'', ''b''}&nbsp;&nbsp;mit&nbsp;&nbsp;''p''(''a'') = 0,01&nbsp;und&nbsp;&nbsp;''p''(''b'') = 0,99. Die Zeichenkette bestehe aus 100 Zeichen.
* <math>I(a) = 6{,}6439 \text{ bit}</math> (seltenes Auftreten ⇒ hohe Information im Falle des Auftretens)
* <math>I(b) = 0{,}0145 \text{ bit}</math> (häufiges Auftreten ⇒ wenig Information im Falle des Auftretens)


Gesamtinformation: <math>I_\text{ges} = 1 \cdot I(a) + 99 \cdot I(b) \approx 8{,}08 \text{ bit}</math>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmische_Informationstheorie Algorithmische Informationstheorie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Auff%C3%A4lligkeit_(Informationstheorie) Auffälligkeit]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Blockentropie Blockentropie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Entropiesch%C3%A4tzung Entropieschätzung]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Negentropie Negentropie]


Damit folgt eine Gesamtinformation von 9 bit.
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==


== Siehe auch ==
*Sebastian Dworatschek: <cite>Grundlagen der Datenverarbeitung</cite>. 8. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1989, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110120259 ISBN 3-11-012025-9] ([https://books.google.de/books?id=e9f0AWprRvQC eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche).
* [[Algorithmische Informationstheorie]]
*Martin Werner: <cite>Information und Codierung: Grundlagen und Anwendungen</cite>. 2. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783834802323 ISBN 978-3-8348-0232-3] ([https://books.google.de/books?id=EXMUPuYODTcC eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche).
* [[Auffälligkeit (Informationstheorie)|Auffälligkeit]]
*Werner Heise, Pasquale Quattrocchi: <cite>Informations- und Codierungstheorie: Mathematische Grundlagen der Daten-Kompression und -Sicherung in diskreten Kommunikationssystemen</cite>. 3. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 1995, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3540574778 ISBN 3-540-57477-8] ([https://books.google.de/books?id=okBdLAAACAAJ eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche).
* [[Blockentropie]]
* [[Entropieschätzung]]
* [[Negentropie]]


== Literatur ==
== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
* {{Literatur |Autor=Sebastian Dworatschek |Titel=Grundlagen der Datenverarbeitung |Auflage=8 |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1989 |Sprache=de |ISBN=3-11-012025-9 |Online={{Google Buch |BuchID=e9f0AWprRvQC}}}}
* {{Literatur |Autor=Martin Werner |Titel=Information und Codierung: Grundlagen und Anwendungen |Auflage=2 |Verlag=Vieweg + Teubner |Ort=Wiesbaden |Datum=2008 |Sprache=de |ISBN=978-3-8348-0232-3 |Online={{Google Buch |BuchID=EXMUPuYODTcC}}}}
* {{Literatur |Autor=Werner Heise, Pasquale Quattrocchi |Titel=Informations- und Codierungstheorie: Mathematische Grundlagen der Daten-Kompression und -Sicherung in diskreten Kommunikationssystemen |Auflage=3 |Verlag=Springer |Ort=Berlin / Heidelberg |Datum=1995 |Sprache=de |ISBN=3-540-57477-8 |Online={{Google Buch |BuchID=okBdLAAACAAJ}}}}


== Weblinks ==
*<span class="cite">[https://www.informatik.uni-leipzig.de/~brewka/papers/TheorieI8.pdf ''Grundlagen der Informationstheorie.''] (PDF; 47,5&nbsp;kB).</span>
* {{Internetquelle |url=https://www.informatik.uni-leipzig.de/~brewka/papers/TheorieI8.pdf |titel=Grundlagen der Informationstheorie |format=PDF; 47,5&nbsp;kB |sprache=de |abruf=2018-02-16 |abruf-verborgen=1}}
*<span class="cite">[https://www.cits.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/may/dimaii08/03_entropie.pdf ''Informationsgehalt einer Nachricht.''] (PDF; 243&nbsp;kB).</span>
* {{Internetquelle |url=https://www.cits.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/may/dimaii08/03_entropie.pdf |titel=Informationsgehalt einer Nachricht |format=PDF; 243&nbsp;kB |sprache=de |abruf=2018-02-16 |abruf-verborgen=1}}
*<span class="cite">[https://web.archive.org/web/20160615093820/http://www.ifi.uzh.ch/ee/fileadmin/user_upload/teaching/hs08/form_grund/Informationstheorie.pdf ''Informationstheorie.''] (PDF; 1,1&nbsp;MB) Archiviert vom <span class="dewiki-iconexternal">[https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.ifi.uzh.ch%2Fee%2Ffileadmin%2Fuser_upload%2Fteaching%2Fhs08%2Fform_grund%2FInformationstheorie.pdf Original]</span> am 15.&nbsp;Juni 2016.</span>
* {{Internetquelle |url=http://www.ifi.uzh.ch/ee/fileadmin/user_upload/teaching/hs08/form_grund/Informationstheorie.pdf |titel=Informationstheorie |format=PDF; 1,1&nbsp;MB |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160615093820/http://www.ifi.uzh.ch/ee/fileadmin/user_upload/teaching/hs08/form_grund/Informationstheorie.pdf |archiv-datum=2016-06-15 |abruf=2018-02-16 |abruf-verborgen=1}}
*<span class="cite">[https://w3-o.cs.hm.edu/~nischwit/gdi/CODIERG05.pdf ''Codierungstheorie.''] (PDF; 347&nbsp;kB).</span>
* {{Internetquelle |url=https://w3-o.cs.hm.edu/~nischwit/gdi/CODIERG05.pdf |titel=Codierungstheorie |format=PDF; 347&nbsp;kB |sprache=de |abruf=2018-02-16 |abruf-verborgen=1}}
*<span class="cite">[https://web.archive.org/web/20070716185158/https://www.bayceer.uni-bayreuth.de/mod/de/lehre/html/35027/ZRA05_10.pdf ''Informationsgehalt und Komplexität von Zeitreihen.''] (PDF; 3,0&nbsp;MB) Archiviert vom <span class="dewiki-iconexternal">[https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.bayceer.uni-bayreuth.de%2Fmod%2Fde%2Flehre%2Fhtml%2F35027%2FZRA05_10.pdf Original]</span> am 16.&nbsp;Juli 2007.</span>
* {{Internetquelle |url=https://www.bayceer.uni-bayreuth.de/mod/de/lehre/html/35027/ZRA05_10.pdf |titel=Informationsgehalt und Komplexität von Zeitreihen |format=PDF; 3,0&nbsp;MB |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20070716185158/https://www.bayceer.uni-bayreuth.de/mod/de/lehre/html/35027/ZRA05_10.pdf |archiv-datum=2007-07-16 |abruf=2018-02-16 |abruf-verborgen=1}}


== Einzelnachweise ==
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
<references />


[[Kategorie:Information]]
#<span class="reference-text">Claude Elwood Shannon: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">A Mathematical Theory of Communication</cite>. In: Bell Labs (Hrsg.): <cite class="lang" dir="auto" lang="en">The Bell System Technical Journal</cite>. Band&nbsp;27, Nr.&nbsp;3, Juli 1948, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220005-8580%22&key=cql 0005-8580], S.&nbsp;379–423, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1002/j.1538-7305.1948.tb01338.x 10.1002/j.1538-7305.1948.tb01338.x]</span>(englisch, [https://people.math.harvard.edu/~ctm/home/text/others/shannon/entropy/entropy.pdf harvard.edu] [PDF; 358&nbsp;kB; abgerufen am 1.&nbsp;August 2023]).</span>
[[Kategorie:Kybernetik]]
#<span class="reference-text">Claude Elwood Shannon: <cite class="lang" dir="auto" lang="en">Prediction and Entropy of Printed English</cite>. In: Bell Labs (Hrsg.): <cite class="lang" dir="auto" lang="en">The Bell System Technical Journal</cite>. Band&nbsp;30, Nr.&nbsp;1, Januar 1951, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220005-8580%22&key=cql 0005-8580], S.&nbsp;50–64, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.1002/j.1538-7305.1951.tb01366.x 10.1002/j.1538-7305.1951.tb01366.x]</span>(englisch, [https://sites.socsci.uci.edu/~rfutrell/teaching/itl-davis/readings/shannon1951prediction.pdf uci.edu] [PDF; 5,4&nbsp;MB; abgerufen am 1.&nbsp;August 2023]).</span>
[[Kategorie:Informationstheorie]]
[[Kategorie:Statistischer Grundbegriff]]

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 06:43 Uhr

Information‎-s-Gehalt lat.-deu.

Der Informationsgehalt (oder auch Überraschungswert) einer Nachricht ist eine logarithmische Größe, die angibt, wie viel Information in dieser Nachricht übertragen wurde.

Dieser Begriff wurde von Claude Shannon erstmals in seiner Informationstheorie formalisiert: Der Informationsgehalt eines Zeichens ist seine statistische Signifikanz. Er bezeichnet also die minimale Anzahl von Bits, die benötigt werden, um ein Zeichen (also eine Information) darzustellen oder zu übertragen. Wichtig ist dabei, dass dies nicht unbedingt der Anzahl der tatsächlich empfangenen Bits (der Datenmenge) entspricht, da der Informationsgehalt vom semantischen Kontext abhängig ist.

Definition

Der Informationsgehalt eines Zeichens x mit einer Auftrittswahrscheinlichkeit px ist definiert als

a entspricht dabei der Mächtigkeit des Alphabets (d. h. der Anzahl der möglichen Zustände einer Nachrichtenquelle).

Abhängig von der gewählten Basis a ändert sich auch die Einheit des Informationsgehaltes. Dies stellte schon Shannon in A Mathematical Theory of Communication fest.[1] Im Allgemeinen kann die Einheit des Informationsgehaltes als Shannon (sh) bezeichnet werden, aber diese Einheitsbezeichnung hat sich nicht durchgesetzt. Im wohl häufigsten Fall, dass für das Alphabet (mit der Mächtigkeit a) das Binäralphabet gewählt wird, entspricht die Einheit des Informationsgehaltes dem Bit.

Im folgenden Text sei a = 2 (das Binärsystem) angenommen, wodurch man als Ergebnis die Anzahl der Binärziffern (in Bit) erhält. Stattdessen könnte auch jedes andere Zahlensystem verwendet werden.

Allgemeines

Allgemeines

Der Begriff der Information, wie er in der Informationstheorie nach Shannon[2] verwendet wird, ist streng von dem gewöhnlichen Gebrauch dieses Begriffes zu unterscheiden. Insbesondere darf er nicht mit dem Begriff der Bedeutunggleichgesetzt werden. In Shannons Theorie können z. B. zwei Nachrichten, von denen eine von besonderer Bedeutung ist, während die andere nur „Unsinn“ darstellt, genau die gleiche Menge an Information enthalten. Für den einfachen Fall, in dem nur zwischen zwei möglichen Nachrichten zu wählen ist, wird dabei willkürlich festgelegt, dass die Information, die mit dieser Situation verbunden ist, gleich 1 ist. Die beiden Nachrichten, zwischen denen bei einer solchen Auswahl entschieden werden soll, können dabei völlig beliebig sein. Eine Nachricht könnte z. B. der Text des Telefonbuches sein und die andere Nachricht der einzelne Buchstabe „A“. Diese beiden Nachrichten könnten dann beispielsweise durch die Symbole 0 und 1 codiert werden.

Allgemeiner wird durch eine beliebige Nachrichtenquelle eine Folge von Auswahlvorgängen aus einer Menge von elementaren Zeichen vorgenommen, wobei diese ausgewählte Folge dann die eigentliche Nachricht darstellt. Hierbei ist leicht einzusehen, dass die Wahrscheinlichkeiten der Zeichen bei der Erzeugung der Nachricht von besonderer Wichtigkeit sind. Denn wenn die aufeinanderfolgenden Zeichen ausgewählt werden, ist diese Auswahl, zumindest vom Standpunkt des Kommunikationssystems aus, von dieser Wahrscheinlichkeit bestimmt. Diese Wahrscheinlichkeiten sind in den meisten Fällen sogar voneinander abhängig, d. h., sie hängen von den vorangegangenen Auswahlereignissen ab. Ist z. B. das letzte Wort einer Wortfolge der Artikel „die“, dann ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass als nächstes Wort wieder ein Artikel oder ein Verb auftritt, sehr gering.

Ein Maß, welches in besonderer Weise den natürlichen Anforderungen genügt, die man an dieses Informationsmaß stellt, entspricht genau dem, welches in der statistischen Physik als Entropie bekannt geworden ist. Wie dieses Informationsmaß von den entsprechenden Wahrscheinlichkeiten abhängt, wird im folgenden Abschnitt erklärt.

Formal werden die zu übertragenden Informationen als Zeichen bezeichnet. Dabei steht nur ein endlicher Zeichenvorrat zur Verfügung, Zeichen können aber beliebig kombiniert werden. Die minimale Anzahl von Bits, die für die Darstellung oder Übertragung eines Zeichens benötigt werden, hängt nun von der Wahrscheinlichkeit ab, mit der ein Zeichen auftritt: Für Zeichen, die häufig auftreten, verwendet man weniger Bits als für Zeichen, die selten verwendet werden. Datenkompressionstechniken machen sich das zu Nutze, insbesondere Entropiekodierungen wie die Arithmetische Kodierung und die Huffman-Kodierung. Ein ähnliches Verfahren wird zum Ausbalancieren von Binärbäumen verwendet.

Je kleiner die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Zeichens ist, desto höher ist sein Informationsgehalt. Andersherum ist der Informationsgehalt eines Zeichens sehr gering, wenn es sehr oft vorkommt.

Grundsätzlich wird der Informationsgehalt für statistisch unabhängige Ereignisse und statistisch abhängige Ereignisse unterschiedlich berechnet.

Man könnte auch sagen, dass der Informationsgehalt eines Zeichens proportional zum (negativen) Logarithmus der Wahrscheinlichkeit ist, mit der man es erraten kann. Der Informationsgehalt ist also ein Maß für die maximale Effizienz, mit der eine Information übertragen werden kann.

Ein alternatives Maß für den Informationsgehalt einer Zeichenkette ist die Kolmogorov-Komplexität bzw. der algorithmische Informationsgehalt: er ist definiert als die Länge des kürzesten Programms, das diese Zeichenkette erzeugen kann. Ein weiterer Ansatz ist die sogenannte Algorithmische Tiefe, die besagt, wie aufwändig es ist, eine bestimmte Nachricht zu erzeugen. Gregory Chaitin ist ebenfalls über die Shannonsche Definition der Entropie einer Information hinausgegangen (siehe Algorithmische Informationstheorie).

In diesem Zusammenhang spielen auch die Kreuzentropie sowie die Kullback-Leibler-Divergenz als Maße für die durch eine schlechte Kodierung ausgelösten Verschwendungen von Bits eine Rolle.

Informationstheorie

Der Überraschungswert (oder auch Informationsgehalt) eines Ereignisses oder einer Nachricht hängt – unabhängig vom Kontext – vom Kehrwert der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Die Funktion 𝑃 gibt an, in welchem Maße eine neue Aussage 𝑒 für 𝐴 einen Informationswert oder Überraschungswert (Surprisal) hat.[4]

Siehe auch

Literatur

  • Sebastian Dworatschek: Grundlagen der Datenverarbeitung. 8. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1989, ISBN 3-11-012025-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Martin Werner: Information und Codierung: Grundlagen und Anwendungen. 2. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8348-0232-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Werner Heise, Pasquale Quattrocchi: Informations- und Codierungstheorie: Mathematische Grundlagen der Daten-Kompression und -Sicherung in diskreten Kommunikationssystemen. 3. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 1995, ISBN 3-540-57477-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. Claude Elwood Shannon: A Mathematical Theory of Communication. In: Bell Labs (Hrsg.): The Bell System Technical Journal. Band 27, Nr. 3, Juli 1948, ISSN 0005-8580, S. 379–423, doi:10.1002/j.1538-7305.1948.tb01338.x(englisch, harvard.edu [PDF; 358 kB; abgerufen am 1. August 2023]).
  2. Claude Elwood Shannon: Prediction and Entropy of Printed English. In: Bell Labs (Hrsg.): The Bell System Technical Journal. Band 30, Nr. 1, Januar 1951, ISSN 0005-8580, S. 50–64, doi:10.1002/j.1538-7305.1951.tb01366.x(englisch, uci.edu [PDF; 5,4 MB; abgerufen am 1. August 2023]).