„Werk:TDPC/10.3“ – Versionsunterschied
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[[TDPC/ | [[Werk:TDPC/10.3|▷]]Iohannes: Quantum capio, in his paucis multa valde continentur. Nam si dico ex pulchritudine creaturarum deum pulchrum et scio quod deus est ita pulcher quod pulchritudo quae est omne id quod esse potest, scio nihil pulchri totius mundi deficere deo ac quod omnis quae potest creari pulchritudo non est nisi quaedam similitudo improportionalis ad illam quae actu est omnis essendi possibilitas pulchritudinis, quae non potest esse aliter quam est, cum sit id quod esse potest. Ita de bono, de vita et aliis, sic et de motu. Nullus enim motus est in fine seu id quod esse potest nisi qui deo convenit, qui est motus maximus pariter et minimus seu quietissimus. Et ita mihi videris dicere. Sed haesito, an in simili convenienter dici possit deum esse solem aut caelum sive hominem aut aliud tale. | ||
Johannes: Soweit ich es verstehe, umschließen diese wenigen Worte sehr viel. Wenn ich, von der Schönheit der Geschöpfe herkommend, Gott schön nenne und weiß, daß Gott so schön ist, daß er die Schönheit ist, die alles ist, was sie sein kann, so weiß ich, daß Gott nichts von der Schönheit der ganzen Welt fehlt, und daß alle Schönheit, die geschaffen werden kann, nichts anderes ist, als ein Ähnlichkeitsbild, das in gar keinem Verhältnis steht zu jener, die jede Seinsmöglichkeit von Schönheit wirklich ist, und die nicht anders sein kann als sie ist, weil sie eben alles ist, was sie sein kann. | <noinclude> | ||
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JOH: Soweit ich es verstehe, umschließen diese wenigen Worte sehr viel. Denn wenn ich von der Schönheit der Geschöpfe her Gott »schön« nenne und weiß, daß Gott der- gestalt schön ist, daß er die Schönheit ist, die alles ist was sie sein kann, dann weiß ich, daß nichts vom Schönen der ganzen Welt Gott mangelt<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Werk:TDPC/Anm/10,2}}</ref> und daß alle Schönheit, die ge- schaffen werden kann, nur ein in keinem Verhältnis stehen- des Abbild jener ist, die wirklich die ganze Seinsmöglich- keit von Schönheit ist, die nicht anders sein kann als sie ist, weil sie das ist was sie sein kann. Dasselbe gilt vom Guten, vom Leben usw., auch von der Bewegung. Keine Bewegung nämlich ist in ihrem Ziel oder das was sie sein kann außer derjenigen, die Gott zukommt, die die zugleich größte und kleinste oder ruhendste Bewegung ist.<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Werk:TDPC/Anm/10,3}}</ref> Und dies scheinst du mir sagen zu wollen. Aber ich zweifle, ob man ebenso zutreffend sagen kann, Gott sei Sonne oder Himmel oder Mensch oder etwas anderes derartiges. | |||
Johannes: Soweit ich es verstehe, umschließen diese wenigen Worte sehr viel. Wenn ich, von der Schönheit der Geschöpfe herkommend, Gott schön nenne und weiß, daß Gott so schön ist, daß er die Schönheit ist, die alles ist, was sie sein kann, so weiß ich, daß Gott nichts von der Schönheit der ganzen Welt fehlt, und daß alle Schönheit, die geschaffen werden kann, nichts anderes ist, als ein Ähnlichkeitsbild, das in gar keinem Verhältnis steht zu jener, die jede Seinsmöglichkeit von Schönheit wirklich ist, und die nicht anders sein kann als sie ist, weil sie eben alles ist, was sie sein kann. Ebenso ist es mit dem Guten, dem Leben und allem; dasselbe gilt auch für die Bewegung. Keine Bewegung ist in ihrem Ziel; beziehungsweise ist das, was sie sein kann, außer jener, die Gott entspricht, der zugleich die größte und geringste oder ruhendste Bewegung ist. Dies scheinst du sagen zu wollen; aber ich zweifle, ob man in ähnlicher Weise auch sagen kann, Gott sei Sonne oder Himmel oder Mensch oder etwas anderes derartiges.</noinclude> | |||
Aktuelle Version vom 22. Mai 2026, 08:25 Uhr
▷Iohannes: Quantum capio, in his paucis multa valde continentur. Nam si dico ex pulchritudine creaturarum deum pulchrum et scio quod deus est ita pulcher quod pulchritudo quae est omne id quod esse potest, scio nihil pulchri totius mundi deficere deo ac quod omnis quae potest creari pulchritudo non est nisi quaedam similitudo improportionalis ad illam quae actu est omnis essendi possibilitas pulchritudinis, quae non potest esse aliter quam est, cum sit id quod esse potest. Ita de bono, de vita et aliis, sic et de motu. Nullus enim motus est in fine seu id quod esse potest nisi qui deo convenit, qui est motus maximus pariter et minimus seu quietissimus. Et ita mihi videris dicere. Sed haesito, an in simili convenienter dici possit deum esse solem aut caelum sive hominem aut aliud tale.
JOH: Soweit ich es verstehe, umschließen diese wenigen Worte sehr viel. Denn wenn ich von der Schönheit der Geschöpfe her Gott »schön« nenne und weiß, daß Gott der- gestalt schön ist, daß er die Schönheit ist, die alles ist was sie sein kann, dann weiß ich, daß nichts vom Schönen der ganzen Welt Gott mangelt[1] und daß alle Schönheit, die ge- schaffen werden kann, nur ein in keinem Verhältnis stehen- des Abbild jener ist, die wirklich die ganze Seinsmöglich- keit von Schönheit ist, die nicht anders sein kann als sie ist, weil sie das ist was sie sein kann. Dasselbe gilt vom Guten, vom Leben usw., auch von der Bewegung. Keine Bewegung nämlich ist in ihrem Ziel oder das was sie sein kann außer derjenigen, die Gott zukommt, die die zugleich größte und kleinste oder ruhendste Bewegung ist.[2] Und dies scheinst du mir sagen zu wollen. Aber ich zweifle, ob man ebenso zutreffend sagen kann, Gott sei Sonne oder Himmel oder Mensch oder etwas anderes derartiges.
Johannes: Soweit ich es verstehe, umschließen diese wenigen Worte sehr viel. Wenn ich, von der Schönheit der Geschöpfe herkommend, Gott schön nenne und weiß, daß Gott so schön ist, daß er die Schönheit ist, die alles ist, was sie sein kann, so weiß ich, daß Gott nichts von der Schönheit der ganzen Welt fehlt, und daß alle Schönheit, die geschaffen werden kann, nichts anderes ist, als ein Ähnlichkeitsbild, das in gar keinem Verhältnis steht zu jener, die jede Seinsmöglichkeit von Schönheit wirklich ist, und die nicht anders sein kann als sie ist, weil sie eben alles ist, was sie sein kann. Ebenso ist es mit dem Guten, dem Leben und allem; dasselbe gilt auch für die Bewegung. Keine Bewegung ist in ihrem Ziel; beziehungsweise ist das, was sie sein kann, außer jener, die Gott entspricht, der zugleich die größte und geringste oder ruhendste Bewegung ist. Dies scheinst du sagen zu wollen; aber ich zweifle, ob man in ähnlicher Weise auch sagen kann, Gott sei Sonne oder Himmel oder Mensch oder etwas anderes derartiges.