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Werk:TDPC/11.1

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Cardinalis: Non est vocabulis insistendum. Nam si dicitur deum esse solem, utique si intelligitur hoc sane de sole qui est omne id actu quod esse potest, tunc clare videtur istum solem non esse aliquid simile ad illum. Hic enim sol sensibilis dum est in oriente, non est in qualibet parte caeli, ubi esse posset, neque est maximus pariter et minimus, ut non possit esse nec maior nec minor, neque est undique et ubilibet, ut non possit esse alibi quam est, neque est omnia, ut non possit esse aliud quam est, et ita de reliquis. Sic quidem de omnibus creaturis pariformiter. Non refert igitur quomodo deum nomines, dummodo terminos sic ad posse esse intellectualiter transferas.


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KARD: Man darf sich nicht auf Wörter versteifen.[1] Denn wenn man sagt, Gott sei Sonne[2], dann sieht man - jedenfalls wenn man dies richtig versteht von der Sonne, die alles das wirklich ist was sie sein kann - ganz klar, daß unsere Sonne nicht etwas jener Ähnliches ist. Wenn nämlich diese sinnlich gegenständliche Sonne im Osten steht, ist sie nicht in jedem beliebigen Teil des Himmels, in dem sie sein könnte, sie ist auch nicht zugleich die größte und die kleinste, so daß sie nicht größer und nicht kleiner sein könnte, sie ist auch nicht überall und wo immer es beliebt, so daß sie nicht anderswo sein könnte als sie ist, sie ist auch nicht alles, so daß sie nicht etwas anderes[3] sein könnte als sie ist, und so fort. Und entsprechend gilt es von allen Ge- schöpfen. Es kommt also nicht darauf an, wie du Gott benennst, wenn du nur die Begriffe in der Weise höchster Einsicht[4] auf das Können-Sein überträgst[5].

Kardinal: Man darf sich nicht auf Wörter versteifen. Wenn man sagt: Gott ist Sonne, dann sieht man sicherlich deutlich genug – wenn man es von der Sonne sagt, die als Wirkliches all das ist, was sie sein kann –, daß unsere Sonne dieser nicht ähnlich ist. Denn diese sinnlich sichtbare Sonne ist, während sie im Osten steht, nicht zugleich in jedem beliebigen Teil des Himmels, in dem sie sein könnte; sie ist nicht zugleich die größte und die kleinste, so daß sie nicht größer und nicht kleiner sein könnte; sie ist nicht überall und allerorts, so daß sie nirgends anderswo sein könnte als dort, wo sie ist; sie ist auch nicht alles, so daß sie nichts anderes sein könnte als das, was sie ist, usw. Und das hat Geltung für alle Geschöpfe. Es ist also gleichgültig, wie du Gott benennst, wenn du nur in dieser Weise die Termini vernunfthaft auf das Sein-Können überträgst.

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