„adäquat“ – Versionsunterschied
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* Bereits [[Johann Christoph Gottsched|Gottsched]] schlägt als Verdeutschung <span class="etymwb-mentioned">angemessen</span> vor. | * Bereits [[Johann Christoph Gottsched|Gottsched]] schlägt als Verdeutschung <span class="etymwb-mentioned">angemessen</span> vor. | ||
== adäquat == | |||
<p>'''Adäquat''' (lateinisch [[adaequare]], gleichmachen) bedeutet im allgemeinen Sinne „angemessen“, „sich deckend“, „passend“, „übereinstimmend“. Das Gegenteil des Begriffs ist „[[inadäquat]]“ (nicht deckend, unpassend).</p> | |||
*Insbesondere in der [[Wahrheitstheorie]] ist „adäquat“ ein bedeutsamer Begriff. So übernahm [[Thomas von Aquin]] ihn von dem jüdischen Neuplatoniker [[Isaak Ben Salomon Israeli]], auch Israeli der Ältere genannt, dessen Definition der Wahrheit ''[[veritas est adaequatio intellectus et rei|adaequatio intellectus et rei]]'' <ref group="KF">Es beginnt mit "veritas est …" | |||
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*In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Spinozismus spinozistischen Philosophie] heißt „adäquat“ ''als alleinige Erklärung ausreichend'', ''[[monokausal]]''. | |||
:„Unter [[adäquate Ursache|adäquater Ursache]] verstehe ich eine Ursache, deren Wirkung allein aus dieser (einen) Ursache erklärt werden kann. Inadäquate Ursache bzw. partiale Ursache hingegen nenne ich eine Ursache, deren Wirkung nicht allein aus dieser Ursache erklärt werden kann.“ ([[Baruch de Spinoza|Spinoza]] ''Ethica'', 3. Teil, Definitionen) | |||
:Als [[adäquate Idee]] bezeichnet Spinoza eine Idee, die ohne eine Beziehung zu einem Objekt gedacht werden kann. | |||
*Bei [[Edmund Husserl]] findet sich der Begriff adäquat in der Unterscheidung von [[adäquate Evidenz|adäquater]] und [[apodiktische Evidenz|apodiktischer Evidenz]] wieder. | |||
*Innerhalb der modernen Logik wird ein formales System [[Adäquatheit (Logik)|adäquat]] genannt, wenn es sowohl [[Vollständigkeit (Logik)|vollständig]] als auch [[Korrektheit (Logik)|korrekt]] ist. | |||
*In der [[Wissenschaftstheorie]] ist die [[Adäquatheit]] eine Forderung an die [[Explikation]] von Begriffen. | |||
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*[[Korrespondenztheorie]] | |||
*[[Phänomenologie]] | |||
*[[Adäquatheit]] | |||
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== Weblinks == | |||
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<references group="KF" /> | |||
Aktuelle Version vom 2. April 2026, 12:03 Uhr
adäquat Adj. ‘angemessen, entsprechend’.
- Die Wissenschaftssprache der 2. Hälfte des 17. Jhs. entlehnt das Wort aus gleichbed. lat. adaequātus,
- Bereits Gottsched schlägt als Verdeutschung angemessen vor.
adäquat
Adäquat (lateinisch adaequare, gleichmachen) bedeutet im allgemeinen Sinne „angemessen“, „sich deckend“, „passend“, „übereinstimmend“. Das Gegenteil des Begriffs ist „inadäquat“ (nicht deckend, unpassend).
- Insbesondere in der Wahrheitstheorie ist „adäquat“ ein bedeutsamer Begriff. So übernahm Thomas von Aquin ihn von dem jüdischen Neuplatoniker Isaak Ben Salomon Israeli, auch Israeli der Ältere genannt, dessen Definition der Wahrheit adaequatio intellectus et rei [KF 1] (Übereinstimmung zwischen Intellekt und Sache) war.
- In der spinozistischen Philosophie heißt „adäquat“ als alleinige Erklärung ausreichend, monokausal.
- „Unter adäquater Ursache verstehe ich eine Ursache, deren Wirkung allein aus dieser (einen) Ursache erklärt werden kann. Inadäquate Ursache bzw. partiale Ursache hingegen nenne ich eine Ursache, deren Wirkung nicht allein aus dieser Ursache erklärt werden kann.“ (Spinoza Ethica, 3. Teil, Definitionen)
- Als adäquate Idee bezeichnet Spinoza eine Idee, die ohne eine Beziehung zu einem Objekt gedacht werden kann.
- Bei Edmund Husserl findet sich der Begriff adäquat in der Unterscheidung von adäquater und apodiktischer Evidenz wieder.
- Innerhalb der modernen Logik wird ein formales System adäquat genannt, wenn es sowohl vollständig als auch korrekt ist.
- In der Wissenschaftstheorie ist die Adäquatheit eine Forderung an die Explikation von Begriffen.
Siehe auch
Weblinks
Wiktionary: adäquat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Anm. KF
- ↑ Es beginnt mit "veritas est …"