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„Beginen und Begarden“ – Versionsunterschied

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[[Datei:De baghine Des dodes dantz Lubeck 1489.jpg|mini|Holzschnitt einer Begine, entnommen dem ''Totentanz'' von [[Matthäus Brandis]] (1489)]]


'''Holzschnitt einer Begine, entnommen dem ''Totentanz'' von'''[https://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us_Brandis Matthäus Brandis]
'''Beginen und [[Begarden]]''' waren Mitglieder von religiösen Laiengemeinschaften in weiten Teilen Europas vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert.
<!-- Ungenaue Spezifizierungen !
Ihr Leben war eine  Ausprägung des Semi[[religiose]]ntums, das eine Zwischenform von [[Ordensgemeinschaft|Ordensleben]] und säkularem Leben war. Begarden standen zahlenmäßig im Schatten der wesentlich stärker vertretenen ? Beginen und waren stärkeren amtskirchlichen Verfolgungen ausgesetzt. Die Blütezeit der Beginen und Begarden war zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert.-->
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Besonders für Frauen erschien es attraktiv, eine dem [[Mönchtum]] ähnliche [[#Lebensweise|Lebensweise]] zu wählen. Sie verbreiteten sich über [[#Geografische Verbreitung der Beginen|weite Teile Europas]] und formten kirchlich anerkannte [[Kommunität|Gemeinschaften]].-->Sie richteten ihr Leben am [[Evangelische Räte|Armuts]]- und [[Buße (Religion)|Bußideal]] in der Nachfolge [[Jesus Christus|Jesu Christi]] aus und verrichteten vor allem karitative Tätigkeiten für Kranke, Arme und Sterbende.<ref name="Dinzel2000_368–369">Peter Dinzelbacher: ''Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter''. In: Peter Dinzelbacher (Hrsg.): ''Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum''. 6 Bände, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-72021-X, Phänomenologischer Teil. Heiligkeit des Menschen. Heilige Gemeinschaften. Semi-Religiosentum, S. 368–369.</ref><ref name="Reichstein2017_53–56">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, S. 180–188.</ref><!-- für: europaweit --><ref name="Reichstein2017_89–144">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen, S. 89–144.</ref><!-- für: anerkannt --><ref name="Reichstein2017_56–63">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.3. Die Büßerbewegung und die verstärkte Beteiligung von Laien am religiösen Leben, S. 56–63, hier S. 61–63.</ref><!-- für: Buße, Armut (als Kern, Beweggrund, Ideal des Beginenwesens) -->


'''(1489)'''
'''Beginen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Begarden Begarden]''' waren Mitglieder von religiösen Laiengemeinschaften in weiten Teilen Europas vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Sie richteten ihr Leben am [https://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Freiwillig_gew%C3%A4hlte_Armut Armuts]- und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C3%9Fe_(Religion) Bußideal] in der Nachfolge [https://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Christus Jesu Christi] aus und verrichteten vor allem karitative Tätigkeiten für Kranke, Arme und Sterbende.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Dinzel2000_368–369_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Dinzel2000_368%E2%80%93369-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_53–56_3-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_53%E2%80%9356-3 <span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_89–144_4-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_89%E2%80%93144-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_56–63_5-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_56%E2%80%9363-5 <span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<br><div class="mw-heading mw-heading2">
== Namensvarianten und Herleitungen ==
== Namensvarianten und Herleitungen ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Varianten ===
=== Varianten ===
</div>
* lateinisch: beguini, beguinae, mulieres devotiae
*lateinisch: beguini, beguinae, mulieres devotiae
* französisch: béguines
*französisch: beguines
* flämisch: begijnen
*flämisch: begijnen
* deutsch: baginen, bagynen, bakynen, beghinen, beguinen, begutten, lullsustern (=&nbsp;Lollardenschwestern), Nonnen, Selsustern, Seelschwestern, Seelweiber<ref>modern auch {{Webarchiv |url=http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8184.html |text=Seelfrauen |wayback=20150923193903}} in: ''Das grosse Kunstlexikon von P.&nbsp;W. Hartmann'', aufgerufen am 28. Oktober 2015</ref>, Schwestern; modern auch Klausnerinnen<ref name="Reichstein2017_43–53">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2017, S. 43–53 <!--(4.2.2. Die Auswertung der Regesten zum deutschen Beginenwesen)-->, Beginenklause: S. 48.</ref>
*deutsch: baginen, bagynen, bakynen, beghinen, beguinen, begutten, lullsustern (=Lollardenschwestern), Nonnen, Selsustern, Seelschwestern, Seelweiber<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-6 <span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>, Schwestern; modern auch Klausnerinnen<sup id="cite_ref-Reichstein2017_43–53_7-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_43%E2%80%9353-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<!-- Begarden in eigenem Artikel Beckarden, Picarden, Matemans (‚Genossen‘)? für Celliten -->
<div class="mw-heading mw-heading3">
 
=== Etymologie ===
=== Etymologie ===
</div><p>Die Entstehung der Bezeichnung ''Beginen'' ist unklar. Bereits 1243 erklärte ein Autor, dass er die Herkunft dieses Wortes nicht kenne. Die erste sichere erhaltene Erwähnung ''begina'' ist von 1223 aus Köln bekannt. Eventuelle frühere Erwähnungen sind unsicher.<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-8 <span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Als mögliche Herleitungen wurden bisher genannt<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-9 <span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
Die Entstehung der Bezeichnung ''Beginen'' ist unklar. Bereits 1243 erklärte ein Autor, dass er die Herkunft dieses Wortes nicht kenne.
*Heilige [https://de.wikipedia.org/wiki/Begga Begga] († um 695) aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Brabant Brabant],
Die erste sichere erhaltene Erwähnung ''begina'' ist von 1223 aus Köln bekannt. Eventuelle frühere Erwähnungen sind unsicher.<ref>{{Literatur |Autor=Eduard |Titel=Die Geschichte des Ursprungs der belgischen Beghinen |Ort=Berlin |Datum=1843 |Seiten=109 f. |Kommentar=mit einigen unsicheren älteren Erwähnungen}}</ref>
<p>Sie gründete eine religiöse Frauengemeinschaft, wurde später von den Beginen als Gründerin bezeichnet. Bis in das 13. Jahrhundert gab es aber keinerlei schriftliche Erwähnungen von Gemeinschaften nach ihrem Vorbild. Möglicherweise trotzdem Vorbild für die Namensentstehung.</p>
 
*[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lambert_le_B%C3%A8gue&action=edit&redlink=1 Lambert le Bègue] († 1177)
Als mögliche Herleitungen wurden bisher genannt<ref>[https://www.cnrtl.fr/etymologie/béguine Béguine] CNRTL, mit einigen Herleitungsvorschlägen</ref>
<p>Er gilt als Gründer des Beginenhofes in Lüttich.<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-10 <span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Der Beiname ''il Begge'' (''der Stammler''?) ist allerdings erst von 1259 bekannt, möglicherweise sogar in der Bedeutung ''der Begine''. Wird in der neueren Forschung als Herkunftsname abgelehnt.</p>
* Heilige [[Begga]] († um 695) aus [[Herzogtum Brabant|Brabant]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Albigenser Albigenser]
*:Sie gründete eine religiöse Frauengemeinschaft, wurde später von den Beginen als Gründerin bezeichnet. Bis in das 13.&nbsp;Jahrhundert gab es aber keinerlei schriftliche Erwähnungen von Gemeinschaften nach ihrem Vorbild. Möglicherweise trotzdem Vorbild für die Namensentstehung.
<p>Eine südfranzösische religiöse Bewegung, die um 1224 als häretisch bekämpft wurde.<sup id="cite_ref-Grundmann_48_11-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Grundmann_48-11 <span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Einmalige verkürzte Erwähnung ''beggini'' (1209). Unwahrscheinlich als Herkunftsname, da sie regional und strukturell sehr verschieden von den Beginen waren. Auch eine übertragene Bedeutung als ''Häretiker'' ist unwahrscheinlich, da die Beginen im 13. Jahrhundert noch als kirchlich anerkannt galten.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-12 <span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
 
*''beige''
* [[Lambert le Bègue]] († 1177)
<p>Aufgrund der Farbe ihrer Kleidung. Mögliche Herleitung.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
*:Er gilt als Gründer des Beginenhofes in Lüttich.<ref>Stiftete eine Anzahl einzelner Häuschen, die er nicht verheirateten Frauen und Witwen ohne Unterschied von Stand oder Vermögen unter der Bedingung zu Wohnungen gab, dass sie [[Christliche Ehelosigkeit|ehelos]] und anständig, arbeitsam und verträglich zusammenlebten.</ref> Der Beiname ''il Begge'' (''der Stammler''?) ist allerdings erst von 1259 bekannt, möglicherweise sogar in der Bedeutung ''der Begine''. Wird in der neueren Forschung als Herkunftsname abgelehnt.
* [[Albigenser]]
*:Eine südfranzösische religiöse Bewegung, die um 1224 als häretisch bekämpft wurde.<ref name="Grundmann_48">Herbert Grundmann: ''Religiöse Bewegungen im Mittelalter''. Darmstadt 1970, S. 48.</ref> Einmalige verkürzte Erwähnung ''beggini'' (1209). Unwahrscheinlich als Herkunftsname, da sie regional und strukturell sehr verschieden von den Beginen waren. Auch eine übertragene Bedeutung als ''Häretiker'' ist unwahrscheinlich, da die Beginen im 13.&nbsp;Jahrhundert noch als kirchlich anerkannt galten.<ref>{{LexMA|1|1699|1700|Begg(h)inen|Kaspar Elm}}, plädierte für diese Variante, vgl. {{Internetquelle |autor=Katrin Knebel |url=http://www.spaetmittelalter.uni-hamburg.de/spaetmittelalter/Lehre/Ergebnisse/Hamburg/themen/BeginenUndFrauenkloester.html |titel=Beginen in Hamburg |abruf=2022-08-31}}, Abschnitt 3.1.; mit einigen Herkunftsmöglichkeiten, skeptisch</ref>
 
* ''beige''
*:Aufgrund der Farbe ihrer Kleidung. Mögliche Herleitung.
 
== Lebensweise ==
== Lebensweise ==
[[file:170px-Kloesterle-cannstatt.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kloesterle-cannstatt.jpg|170x241px]]
[[Datei:Kloesterle-cannstatt.jpg|mini|hochkant|''[[Klösterle (Bad Cannstatt)|Klösterle]]'' in [[Bad Cannstatt|Cannstatt]] als erhaltenes (wahrscheinliches) Beginenhaus, mit Hauskapelle <!--Reichstein, S. 232-->]]
 
Beginen lebten meist in [[Konvent (Kloster)|Konventen]] in [[Beginenhaus|Beginenhäusern]] oder [[Beginenhof|-höfen]], einige auch allein in ihren eigenen Häusern oder auf Wanderschaft.
Sie lebten nach Regeln der Armut, der Keuschheit und des regelmäßigen Gebetes.
 
Man kann verschiedene Formen des Beginenlebens unterscheiden.


''''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kl%C3%B6sterle_(Bad_Cannstatt) Klösterle]in[https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Cannstatt Cannstatt]
* Wanderbeginen lebten vom Betteln und Predigen (wie [[Wandermönch]]e), seltene Form in der Frühzeit<ref>Reichstein, 2017, 6.3. Vagabundierende und betrügerische Beginen, S. 189–191.</ref>
* im elterlichen Haus wohnend, mit alltäglichem Leben
* im eigenen Haus lebend und selbstständig geschäftlich tätig
* ein [[Beginenhaus]], mit etwa 3 bis 12 Beginen
* Beginen[[Einsiedelei#Frauenklausen|klause]], kleinere Gemeinschaft, abgeschottet nach außen<ref name="Reichstein2017_Klausen">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2017,
<!-- 9.1.4. Katalog--> S. 212–389, Beispiele für Klausen: Altenheim [Elsaß] S. 214: zwei Klausnerinnen; Birkach S. 221; Dienheim S. 237; Endingen S. 242; Feldkirchen S. 247: (um 1300 Erwähnung einer Klause); Gelnhausen S. 255: 1311 große und kleine Klause (mit Franziskanerinnen-Terziarinnen); Hausen ob Rottweil S. 266: Bestimmungen für die innere Ordnung; Kattenhorn S. 274: 1352 drei Klausnerinnen; Metternich S. 319: (Klause bezeugt); Nordhausen [Nordheim-Nordhausen bei Heilbronn/Baden-Württemberg] S. 329: (Beginenklause belegt); Oberkirch-Oberndorf S. 331–332; Owen S. 336: (Klause oder Haus); Rottweil S. 346: von 1307 bis 1525 vier Klausen; Sobernheim S. 352; Thalheim [Baden-Württemberg] S. 365: 1376 zugleich Klause und Franziskanerinnen-Terziarinnen; Wachbach S. 374: (1311 Klause); Wattweiler S. 375: (1320 Erwähnung der Begine Agnes der Beginenklause).</ref><!-- 2 für: Beginenklausen --><ref>Peter Dinzelbacher: ''Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter''.  Paderborn 2000,<!-- Phänomenologischer Teil. Heiligkeit des Menschen. Amtsheiligkeit. Geistlichkeit. Einsiedler-->, S. 357–358.</ref><!-- allgemein für: abgeschottet -->
* größerer Beginenkonvent mit mehreren Häusern <!-- nicht Nebengebäude eines Haupthauses gemeint -->
* [[Beginenhof]], ein abgeschlossenes Gelände mit mehreren Häusern, Wirtschaftsgebäuden, abgegrenzt nach außen durch eine Mauer oder einen Graben, nur in [[Belgien]] und den [[Niederlande]]n.<ref name="FößelHettinger2000_50–51">[[Amalie Fößel]], Anette Hettinger: ''Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen''. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, ISBN 3-8248-0032-2, S. 50–51.</ref>


als erhaltenes (wahrscheinliches) Beginenhaus, mit Hauskapelle</div><p>Beginen lebten meist in [https://de.wikipedia.org/wiki/Konvent_(Kloster) Konventen] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhaus Beginenhäusern] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhof -höfen], einige auch allein in ihren eigenen Häusern oder auf Wanderschaft. Sie lebten nach Regeln der Armut, der Keuschheit und des regelmäßigen Gebetes.</p><p>Es wurden verschiedene Formen des Beginenlebens unterschieden.</p>
*Wanderbeginen lebten vom Betteln und Predigen (wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Wanderm%C3%B6nch Wandermönch]), seltene Form in der Frühzeit<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-13 <span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
*im elterlichen Haus wohnend, mit alltäglichem Leben
*im eigenen Haus lebend und selbstständig geschäftlich tätig
*ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhaus Beginenhaus], mit etwa 3 bis 12 Beginen
*Beginen[https://de.wikipedia.org/wiki/Einsiedelei#Frauenklausen klause], kleinere Gemeinschaft, abgeschottet nach außen<sup id="cite_ref-Reichstein2017_Klausen_14-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_Klausen-14 <span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-15 <span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
*größerer Beginenkonvent mit mehreren Häusern
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhof Beginenhof], ein abgeschlossenes Gelände mit mehreren Häusern, Wirtschaftsgebäuden, abgegrenzt nach außen durch eine Mauer oder einen Graben, nur in [https://de.wikipedia.org/wiki/Belgien Belgien] und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlande Niederlanden].<sup id="cite_ref-FößelHettinger2000_50–51_16-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-F%C3%B6%C3%9FelHettinger2000_50%E2%80%9351-16 <span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Beginenkonvente ===
=== Beginenkonvente ===
</div><p>Die meisten Beginen lebten in Konventen in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhaus Haus] mit etwa drei bis zwölf Bewohnerinnen. Dort galt jeweils eine Hausordnung, die von ihnen akzeptiert wurde.<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-17 <span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> In größeren Gemeinschaften gab es eine Meisterin (magistra) und meist auch einen Vorsteher von außen, der grundsätzliche Entscheidungen traf. Kleinere Gemeinschaften bis etwa vier Frauen regelten ihre Angelegenheiten selbst. Jede Frau bezahlte bei ihrem Eintritt eine Geldsumme.</p><p>Die Beginen legten kein Gelübde ab, sie verpflichteten sich jedoch, ein Leben in [https://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Freiwillig_gew%C3%A4hlte_Armut Armut] (gemäßigtes, einfaches Leben), [https://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsam_(Gel%C3%BCbde) Gehorsam] (gegenüber der Meisterin und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Prokurator Prokurator], falls es diese gab) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Keuschheit Keuschheit], den drei [https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_R%C3%A4te evangelischen Räten], zu führen.<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-18 <span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Dazu kamen [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%B6mmigkeit#Christentum Frömmigkeit], Tätigkeiten der [https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4chstenliebe Nächstenliebe] und die Forderung nach einem tugendhaften Lebenswandel.<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-19 <span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Es sind einige Hausordnungen erhalten, zum Beispiel Braunschweig 1290, Hamburg 1360, Hannover 1441, 1520, 1530, Lübeck 1438, 1463 und Stralsund 1332 (im norddeutschen Raum). Diese geben jeweils ein plastisches Bild vom Leben im Konvent, da jedes formulierte Verbot und jede Einschränkung auf bisherige alltägliche Gewohnheiten hinwiesen. Hauptinhalte von Hausordnungen waren Regelungen zum Umgang der Bewohnerinnen mit außenstehenden Personen. So sollten die Frauen niemals alleine das Haus verlassen und auch Begegnungen mit anderen nur in Gegenwart von Mitschwestern haben. In [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Aachen#Erhebung_zur_Reichsstadt_und_Sp%C3%A4tmittelalter Aachen] verbot die Neufassung von 1333 das gemeinsame Übernachten, Feiern und Baden mit Männern.<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-20 <span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Ein weiterer Schwerpunkt der Statuten waren das Verbot von Geschwätz, Zankereien, Herabsetzungen von Mitschwestern in Gegenwart von anderen und ähnliches. Dafür wurden harte Strafen bis zum Ausschluss angedroht.</p><p>Den Beginen war es grundsätzlich möglich, aus dem Konvent wieder auszutreten. In einigen Orten erhielten sie ihr eingezahltes Geld zurück, in anderen nicht. Sie konnten danach wieder heiraten und ein ''normales'' alltägliches Leben führen. <sup id="cite_ref-FößelHettinger2000_50–51_16-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-F%C3%B6%C3%9FelHettinger2000_50%E2%80%9351-16 <span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-21 <span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Seit dem 15. Jahrhundert mehrten sich die kritischen Berichte und Satiren, die den Beginen Oberflächlichkeit, Eitelkeit, leere Lebensformen und einen lockeren Lebenswandel vorwarfen, so zum Beispiel Sebastian Brants ''Narrenschiff'' und Thomas Murner, jeweils im Straßburger Raum.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
Die meisten Beginen lebten in Konventen in einem [[Beginenhaus|Haus]] mit etwa drei bis zwölf Bewohnerinnen. Dort galt jeweils eine Hausordnung, die von ihnen akzeptiert wurde.<ref>Günter Peters: ''Norddeutsches Beginen- und Begardenwesen im Mittelalter''. In: ''[[Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte]]''. 40/41, 1969/70. S. 50–118, hier S. 72–82 (PDF); zu Konventen im norddeutschen Raum</ref> In größeren Gemeinschaften gab es eine Meisterin (magistra) und meist auch einen Vorsteher von außen, der grundsätzliche Entscheidungen traf. Kleinere Gemeinschaften bis etwa vier Frauen regelten ihre Angelegenheiten selbst. Jede Frau bezahlte bei ihrem Eintritt eine Geldsumme.
 
Die Beginen legten kein Gelübde ab, sie verpflichteten sich jedoch, ein Leben in [[Armut#Freiwillig gewählte Armut|Armut]] (gemäßigtes, einfaches Leben), [[Gehorsam (Gelübde)|Gehorsam]] (gegenüber der Meisterin und dem [[Prokurator]], falls es diese gab) und [[Keuschheit]], den drei [[Evangelische Räte|evangelischen Räten]], zu führen.<ref>Peter Dinzelbacher: ''Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter''. Paderborn 2000, S. 354–357, Ratschläge: S. 354–355.<!-- für Einordnung als evangelische Räte --></ref> Dazu kamen [[Frömmigkeit#Christentum|Frömmigkeit]], Tätigkeiten der [[Nächstenliebe]] und die Forderung nach einem tugendhaften Lebenswandel.<ref>Reichstein, 2017. 5.3. Die Aufnahme von Beginen in einen Konvent, S. 152–156.<!-- für: Tugend, hier S. 154 --></ref>
<!-- ? Moderne Vorstellung Im Gegenzug verhieß die Gemeinschaft soziale Anerkennung und eine auf Solidarität gegründete wirtschaftliche Sicherheit.-->
 
Es sind einige Hausordnungen erhalten, zum Beispiel Braunschweig 1290, Hamburg 1360<!--, 1440, 1443, 1490-->, Hannover 1441, 1520, 1530, Lübeck 1438, 1463<!--, Prenzlau 1304--> und Stralsund 1332<!--, 1408, 1559,--> (im norddeutschen Raum).
Diese geben jeweils ein plastisches Bild vom Leben im Konvent, da jedes formulierte Verbot und jede Einschränkung auf bisherige alltägliche Gewohnheiten hinwiesen.
Hauptinhalte von Hausordnungen waren Regelungen zum Umgang der Bewohnerinnen mit außenstehenden Personen. So sollten die Frauen niemals alleine das Haus verlassen und auch Begegnungen mit anderen nur in Gegenwart von Mitschwestern haben. In [[Geschichte der Stadt Aachen#Erhebung zur Reichsstadt und Spätmittelalter|Aachen]] verbot die Neufassung von 1333 das gemeinsame Übernachten, Feiern und Baden mit Männern.<ref>Reichstein, 2017. 5.4. Organisationsstrukturen der Beginengemeinschaften, S. 159 Anm. 836.</ref>
 
Ein weiterer Schwerpunkt der Statuten war das Verbot von Geschwätz, Zankereien, Herabsetzungen von Mitschwestern in Gegenwart von anderen und Ähnlichem. Dafür wurden harte Strafen bis zum Ausschluss angedroht.
 
Den Beginen war es grundsätzlich möglich, aus dem Konvent wieder auszutreten. In einigen Orten erhielten sie ihr eingezahltes Geld zurück, in anderen nicht. Sie konnten danach wieder heiraten und ein ''normales'' alltägliches Leben führen.
<!--In den meisten Fällen führte das zum Verlust eines (Groß-)Teils des eingebrachten Vermögens oder zur Zahlung eines [[Schadensersatz]]es.--><ref name="FößelHettinger2000_50–51" /><!-- für: größere --><ref>Reichstein, 2017 <!-- 5.1.1. Beginenhäuser--> S. 56–63, 145–147, 157–165, besonders S. 161</ref>
 
Seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert mehrten sich die kritischen Berichte und Satiren, die den Beginen Oberflächlichkeit, Eitelkeit, leere Lebensformen und einen lockeren Lebenswandel vorwarfen, so zum Beispiel Sebastian Brants ''Narrenschiff'' und Thomas Murner, jeweils im Straßburger Raum.
 
=== Terziarinnenordnungen ===
=== Terziarinnenordnungen ===
</div><p>Seit dem 14. Jahrhundert schlossen sich einige Beginen formal einem der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bettelorden Bettelorden] als sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Terziarinnen] an, das heißt, als Laienschwestern innerhalb eines Ordens. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Drittordens]-Konstitutionen „waren so weit gefasst, dass Beginen diese ohne Einschränkungen annehmen konnten.“<sup id="cite_ref-Reichstein2017_73–77_22-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_73%E2%80%9377-22 <span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Hierbei gewann der etwas offener gestaltete Drittorden der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerinnen Franziskanerinnen] die meisten Anhängerinnen, seltener die der [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinerinnen Augustinerinnen], am wenigsten die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikanerinnen Dominikanerinnen] (Cölln bei Berlin). Dies lag wahrscheinlich an deren seltenerem Vorhandensein in Städten sowie an einigen strengeren Punkten ihrer terziarischen Konstitution.</p><p>Nach außen war oft nicht erkennbar, ob und wie stark ehemalige Beginenkonvente in Bettelorden eingegliedert worden waren. Die weitgehende Übereinstimmung der Lebensweise von Terziarin und Begine unterstrich deren [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Semireligiosen&action=edit&redlink=1 semireligiosen] Charakter.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_73–77_22-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_73%E2%80%9377-22 <span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
Ab dem 14.&nbsp;Jahrhundert schlossen sich einige Beginen formal einem der [[Bettelorden]] als sogenannte [[Dritter Orden|Terziarinnen]] an, das heißt als Laienschwestern innerhalb eines Ordens.
;[[file:170px-Shepherdess_feeding_her_sheep.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Shepherdess_feeding_her_sheep.jpg|170x216px]]Besaßen Beginen[https://de.wikipedia.org/wiki/Hausschaf Scha­fe], kon­trol­lier­ten sie die Pro­duk­ti­on von der[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolle Wol­le]bis zum[https://de.wikipedia.org/wiki/Weben We­ben];[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Georges_Laug%C3%A9e&action=edit&redlink=1 Geor­ges Lau­gée]: ''Schä­fe­rin füt­tert ei­nes ih­rer Scha­fe'', 1880[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_T%C3%A4tigkeiten-23 [23]]<sup id="cite_ref-Reichstein2017_Tätigkeiten_23-0" class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_167%E2%80%93170-24 [24]]<sup id="cite_ref-Reichstein2017_167–170_24-0" class="reference"></sup>
Die [[Dritter Orden|Drittordens]]-Konstitutionen {{" |waren so weit gefasst, dass Beginen diese ohne Einschränkungen annehmen konnten.}}<ref name="Reichstein2017_73–77">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2017,  4.4.4. Die Entwicklung ehemaliger Beginengemeinschaften als Terziarerkonvente, S. 73–77, hier S. 73.</ref><!-- unklar formuliert  Es sind offizielle Eingliederungshinweise bekannt (durch Papst, Bischof, Stadtrat, Fundator oder mittels [[Inkorporation (Kirche)|Inkorporation]] in einen [[Ordensgemeinschaft|Orden]]) bekannt.--> Hierbei gewann der etwas offener gestaltete Drittorden der [[Franziskanerinnen]] die meisten Anhängerinnen, seltener die [[Augustinerinnen]], am wenigsten die [[Dominikanerinnen]] (Cölln bei Berlin). Dies lag wahrscheinlich an deren seltenerem Vorhandensein in Städten sowie an einigen strengeren Punkten ihrer terziarischen Konstitution. <!-- Unwahrscheinlich, da vor Ort meist nicht aktiv . Möglicherweise wirkte sich zudem das Engagement des [[Dominikaner|Predigerordens]] in der [[Inquisition]] aus.-->
;Beispiele
 
<p>Eine (Beginen-)Klause überlieferte mitunter nur jenes Wort, u.&nbsp;a. in [https://de.wikipedia.org/wiki/Habenscheid Habenscheid]. Aufgrund der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quelle_(Geschichtswissenschaft) Quellen]lücken und -widersprüche blieb vielfach ungeklärt, inwieweit es sich tatsächlich um eine solche handelte. In [https://de.wikipedia.org/wiki/Ravensburg#Reichsstadt Ravensburg] entstand 1395 ausdrücklich ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Klausur_(Kloster) klausuriertes] Schwesternhaus bei der dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzengel_Michael Erzengel Michael] gewidmeten [https://de.wikipedia.org/wiki/Kapelle_(Kirchenbau) Kapelle]. 1406 ordnete der [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bisch%C3%B6fe_von_Konstanz Bischof von Konstanz] eine Verpflichtung zur Drittordensregel des [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi Franziskus von Assisi] an, die bewusst eine soziale, also [https://de.wikipedia.org/wiki/In_der_Welt nach außen] gerichtete Tätigkeit zuließ. In [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnster Münster] (Westfalen) nahm eines der dortigen Beginenhäuser, die ''Sorores et baghinae domus in Ringhe''(Schwestern und Beghinen des Hauses in Ringhe), 1491 die franziskanische Regel an und konstituierte sich als ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kl%C3%B6ster_franziskanischer_Orden_in_M%C3%BCnster#Tertiarinnen Sorores laicae de poenitentia tertiae regulae sancti patris Francisci Monasterii]'' (Laienschwestern von der Buße des dritten Ordens des heiligen Vaters Franziskus zu Münster); sie unterstanden der geistlichen Leitung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_(OFM) Franziskaner-Observanten] der [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lnische_Franziskanerprovinz Kölnischen Franziskanerprovinz] und wurden vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerkloster_Hamm Observanten-Kloster Hamm] aus betreut.<sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-25 <span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Deutschland brachte lediglich sechs Beginenklausen mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Regula_Benedicti Benedikt-Regel] hervor. In keiner davon legten die Klausnerinnen ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensgel%C3%BCbde Ordensgelübde] ab. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt-Oberrad Oberraderinnen] hüteten ihr [https://de.wikipedia.org/wiki/Vieh Vieh] auf der [https://de.wikipedia.org/wiki/Allmende Allmende] und betrieben ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdenzimmer Gaststübchen], was gegen ein völliges Lossagen von der Welt sprach. Eine eigene Beginenordnung erhielt z.&nbsp;B. 1279 die Beginenklause [https://de.wikipedia.org/wiki/Walburga Sankt Walpurgis] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt_Mainz Mainz]. Paragraf 5: „Alle sollen in einem Zimmer leben, das durch zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_(Technik) Schlösser]versperrt ist. Einen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCssel Schlüssel] verwahrt die [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84btissin Äbtissin], den Anderen die Älteste der [https://de.wikipedia.org/wiki/Inkluse Inklusen].“<sup id="cite_ref-26" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-26 <span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Zum Vergleich, bei den [https://de.wikipedia.org/wiki/Kart%C3%A4userinnen Kartäuserinnen] (ein [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zweiter_Orden&action=edit&redlink=1 Zweitorden]) bestanden die Abmilderungen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Einsiedelei Einsiedelei] aus Einzelräumen statt separater Behausungen und dem gemeinsamen Einnehmen der Mahlzeiten.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_Klausen_14-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_Klausen-14 <span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-27" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-27 <span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_43–53_7-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_43%E2%80%9353-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-28" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-28 <span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
Nach außen war oft nicht erkennbar, ob und wie stark ehemalige Beginenkonvente in Bettelorden eingegliedert worden waren. Die weitgehende Übereinstimmung der Lebensweise von Terziarin und Begine unterstrich deren semireligiösen Charakter.<ref name="Reichstein2017_73–77" />
 
[[Datei:Shepherdess feeding her sheep.jpg|hochkant|mini|Besaßen Beginen [[Hausschaf|Scha&shy;fe]], kon&shy;trol&shy;lier&shy;ten sie die Pro&shy;duk&shy;ti&shy;on von der [[Wolle|Wol&shy;le]] bis zum [[Weben|We&shy;ben]]; [[Georges Laugée|Geor&shy;ges Lau&shy;gée]]: ''Schä&shy;fe&shy;rin füt&shy;tert ei&shy;nes ih&shy;rer Scha&shy;fe'', 1880<ref name="Reichstein2017_Tätigkeiten">Reichstein, 2017. 9.1.4. Katalog. Altenburg [Jestetten-Altenburg bei Waldshut-Tiengen / Baden-Württemberg], S. 213–214: selbst bewirtschafteter Garten; Bulach [Karlsruhe-Bulach / Baden-Württemberg], S. 231: samt Garten; Egesheim [bei Rottweil/Baden-Württemberg], S. 240: umfangreiche Viehbestände; Eltville [bei Mainz/Rheinland-Pfalz], S. 241: Begine bewirtschaftet Hof; Göttingen [Niedersachsen], S. 258: vier Schafe in Esebeck im Besitz der Beginen; Köln [Nordrhein-Westfalen]. Konvent Busse, S. 285: gestattet 3&nbsp;Malter Korn wöchentlich zu mahlen; Kolmar [Colmar/Elsaß], S. 297: besorgen Äcker, Weinberge; Metternich [Koblenz-Metternich / Rheinland-Pfalz], S. 319: pachten sieben Weinbergparzellen; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332: Viehhaltung.</ref><!-- für: besaßen Schafe --><ref name="Reichstein2017_167–170">Reichstein, 2017. 5.6.2. Die Ausübung von Handwerk durch Beginen, S. 167–170.</ref><!-- für: betrieben Weberei -->]]
 
; Beispiele
Eine (Beginen-)Klause überlieferte mitunter nur jenes Wort, u.&nbsp;a. in [[Habenscheid]]. Aufgrund der [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]]<nowiki/>lücken und -widersprüche blieb vielfach ungeklärt, inwieweit es sich tatsächlich um eine solche handelte. In [[Ravensburg#Reichsstadt|Ravensburg]] entstand 1395 ausdrücklich ein [[Klausur (Kloster)|klausuriertes]] Schwesternhaus bei der dem [[Erzengel Michael]] gewidmeten [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapelle]]. 1406 ordnete der [[Liste der Bischöfe von Konstanz|Bischof von Konstanz]] eine Verpflichtung zur Drittordensregel des [[Franz von Assisi|Franziskus von Assisi]] an, die bewusst eine soziale, also [[In der Welt|nach außen]] gerichtete Tätigkeit zuließ. In [[Münster]] (Westfalen) nahm eines der dortigen Beginenhäuser, die ''Sorores et baghinae domus in Ringhe'' (Schwestern und Beginen des Hauses in Ringhe), 1491 die franziskanische Regel an und konstituierte sich als ''[[Klöster franziskanischer Orden in Münster#Tertiarinnen|Sorores laicae de poenitentia tertiae regulae sancti patris Francisci Monasterii]]'' (Laienschwestern von der Buße des dritten Ordens des heiligen Vaters Franziskus zu Münster); sie unterstanden der geistlichen Leitung der [[Franziskaner (OFM)|Franziskaner-Observanten]] der [[Kölnische Franziskanerprovinz|Kölnischen Franziskanerprovinz]] und wurden vom [[Franziskanerkloster Hamm|Observanten-Kloster Hamm]] aus betreut.<ref>[[Helmut Lahrkamp]]: ''Münster – Beginenhaus Ringe, dann Terziarinnen.'' In: Karl Hengst (Hrsg.): ''Westfälisches Klosterbuch.'' Band&nbsp;2: ''Münster – Zwillbrock'' Münster 1994, S.&nbsp;127–131.</ref>
 
Deutschland brachte lediglich sechs Beginenklausen mit [[Regula Benedicti|Benedikt-Regel]] hervor. In keiner davon legten die Klausnerinnen ein [[Ordensgelübde]] ab. Die [[Frankfurt-Oberrad|Oberraderinnen]] hüteten ihr [[Vieh]] auf der [[Allmende]] und betrieben ein [[Fremdenzimmer|Gaststübchen]], was gegen ein völliges Lossagen von der Welt sprach. Eine eigene Beginenordnung erhielt z.&nbsp;B. 1279 die Beginenklause [[Walburga|Sankt Walpurgis]] in [[Freie Stadt Mainz|Mainz]]. Paragraf 5: {{" |Alle sollen in einem Zimmer leben, das durch zwei [[Schloss (Technik)|Schlösser]] versperrt ist. Einen der [[Schlüssel]] verwahrt die [[Äbtissin]], den Anderen die Älteste der [[Inkluse]]n.}}<ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''.  2017, Katalog. III. Mainzer Inklusenregel von 1279, S. 398–399.</ref> Zum Vergleich, bei den [[Kartäuserinnen]] (ein [[Zweiter Orden|Zweitorden]]) bestanden die Abmilderungen der [[Einsiedelei]] aus Einzelräumen statt separater Behausungen und dem gemeinsamen Einnehmen der Mahlzeiten.<ref name="Reichstein2017_Klausen" /><!-- für: nur Wort --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''.  2017. 9.1.4. Katalog. Habenscheid (''wüst'') [bei Limburg an der Lahn/Rheinland-Pfalz], S. 260; Mainz [Rheinland-Pfalz]. Walpurgiskonvent, S. 312; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332; Ravensburg [Baden-Württemberg], S. 339.</ref><ref name="Reichstein2017_43–53" /><!-- für: 6 benediktinische Beginenklausen --><ref>[[James Lester Hogg]]: ''Kartäuser''. In: [[Peter Dinzelbacher]], James Lester Hogg (Hrsg.): ''Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen''. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-45001-1, 2. Regel, Verfassung, Tracht, S. 281–285, hier S. 285.</ref>
 
=== Tätigkeiten ===
=== Tätigkeiten ===
</div><p>Die hauptsächlichen Aufgaben von Beginen waren die Begleitung von Sterbenden, auch mit Gebeten, das Herrichten der [https://de.wikipedia.org/wiki/Leichnam Leichname], die Begleitung bei den Bestattungen und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Memorialwesen Gebete für die Verstorbenen] (für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Heil#Hoffnung_auf_Erl%C3%B6sung Seelenheil]).<sup id="cite_ref-29" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-29 <span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Dazu kamen regelmäßige Gebete für die Stifterfamilien der Beginenhäuser, sowie die Krankenpflege in Hospitälern, besonders bei ansteckenden Krankheiten (in Leprosorien, St. Georgs-Hospitälern und anderen Spitälern). Außerdem betrieben die Beginen an einigen Orten Mädchenschulen und leisteten Haushaltsdienste wie [https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4sche#W%C3%A4sche_als_Waschvorgang Wäschewaschen].<sup id="cite_ref-FößelHettinger2000_50–51_16-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-F%C3%B6%C3%9FelHettinger2000_50%E2%80%9351-16 <span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-30" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-30 <span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die Beginenkonvente finanzierten sich vor allem aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Spende Spenden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schenkung Schenkungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%A4chtnis Vermächtnissen] und Erträgen aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Privateigentum Eigen-] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung Stiftungsvermögen]. Die Stifter beließen die Verfügungsgewalt über das Vermögen meist in den Händen ihrer eigenen Familie, der Kirche oder des [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtrat Stadtrats].</p><p>In einigen Fällen waren Beginen auch mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Handwerk handwerklichen] Tätigkeiten beschäftigt, vor allem der Tuchweberei in den er. Damit traten sie öfter in Konkurrenz zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Zunft Zünften] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gilde_(Kaufleute) Gilden], ohne Auflagen, Abgabezwängen und mengenmäßigen Beschränkungen zu unterliegen. Weitere seltener erwähnte Tätigkeiten waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Bierbrauen Brauen von Bier], [https://de.wikipedia.org/wiki/Flechten_(Technik) Flechten] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Blumenkranz Blumenkränzen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Myrte Myrte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Backen Backen] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hostie Hostien], Herstellung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kerze Kerzen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsfackel Wachsfackeln] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Sieden Sieden] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Seife Seife].</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Die hauptsächlichen Aufgaben von Beginen waren die Begleitung von Sterbenden, auch mit Gebeten, das Herrichten der [[Leichnam]]e, die Begleitung bei den Bestattungen und die [[Memorialwesen|Gebete für die Verstorbenen]] (für das [[Heil#Hoffnung auf Erlösung|Seelenheil]]).<ref>Reichstein, 2017, S. 149–152</ref> Dazu kamen regelmäßige Gebete für die Stifterfamilien der Beginenhäuser sowie die Krankenpflege in Hospitälern, besonders bei ansteckenden Krankheiten (in Leprosorien, St.-Georgs-Hospitälern und anderen Spitälern). Außerdem betrieben die Beginen an einigen Orten Mädchenschulen und leisteten Haushaltsdienste wie Wäschewaschen.<ref name="FößelHettinger2000_50–51" /><ref>Reichstein, 2017. S. 165–174</ref>
== Geschichte der Beginen ==
 
</div><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Uberarbeiten"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true">[https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Beginen_und_Begarden ]</div><div><div>Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung. Näheres sollte auf der [https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Beginen_und_Begarden Diskussionsseite] angegeben sein. Bitte hilf mit, ihn zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wie_schreibe_ich_gute_Artikel verbessern], und entferne anschließend diese Markierung.</div></div></div><div class="mw-heading mw-heading3">
Die Beginenkonvente finanzierten sich vor allem aus [[Spende]]n, [[Schenkung]]en, [[Vermächtnis]]sen und Erträgen aus [[Privateigentum|Eigen-]] oder [[Stiftung]]svermögen. Die Stifter beließen die Verfügungsgewalt über das Vermögen meist in den Händen ihrer eigenen Familie, der Kirche oder des [[Stadtrat]]s.
=== Wurzeln und Anfänge ===
</div>[[file:220px-Cecil_Jay_Begijnen.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Cecil_Jay_Begijnen.jpg|220x136px]][https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_von_Vitry Jakob von Vitry]


för­der­te die Be­gi­nen und über­lie­fer­te Auf­schlüs­se zu ih­ren An­fäng­en;[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Cecil_Jay&action=edit&redlink=1 Ce­cil Jay]
In einigen Fällen waren Beginen auch mit [[handwerk]]lichen Tätigkeiten beschäftigt, vor allem der Tuchweberei. Damit traten sie in Konkurrenz zu den [[Zunft|Zünften]] und [[Gilde (Kaufleute)|Gilden]], ohne wie diese Auflagen, Abgabezwängen und mengenmäßigen Beschränkungen zu unterliegen. Weitere seltener erwähnte Tätigkeiten waren [[Bierbrauen]], [[Flechten (Technik)|Flechten]] von [[Blumenkranz|Blumenkränzen]] und [[Myrte]], Backen von [[Hostie]]n, Herstellung von Kerzen und Wachsfackeln sowie [[Sieden]] von Seife.


: ''Die Beginen von Goes beim Kirchendienst'', 1900<sup class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 [31]]<p>Erste Ansätze reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Das stieß zunächst auf Widerspruch im Klerus.1139 forderte das [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweites_Laterankonzil Zweite Laterankonzil]: „Außerdem bestimmen wir, dass der verderbliche und skandalöse Mißstand abgeschafft werde, wonach manche Frauen, ohne nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Regula_Benedicti Regel des seligen Benedikt] oder der des [https://de.wikipedia.org/wiki/Basilius_der_Gro%C3%9Fe#Asketische_Schriften Basilius] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinusregel Augustinusregel] zu leben, doch vor aller Welt als [https://de.wikipedia.org/wiki/Nonne Nonnen] gelten wollen.“<sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Ausführungen zur Lebensweise dieser Frauen ähnelten bereits stark denen der Beginen. Die ersten konkreten zeitgenössischen Spuren, nun ohne Argwohn geäußert, entstammen der Zeit um 1200. Als Ursprungsraum galten bereits damals das [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Brabant Herzogtum Brabant] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Flandern Grafschaft Flandern]. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft] folgte zumeist dieser Ansicht. Ebenso frühe Zeugnisse überlieferten andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Territorien_im_Heiligen_R%C3%B6mischen_Reich Territorien im Heiligen Römischen Reich]. Martina Wehrli-Johns sah ein Entstehen in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Italien italienischen] Städten und von dort ein Überspringen auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Textilindustrie Textil]zentren.<sup id="cite_ref-Dinzel2000_368–369_2-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Dinzel2000_368%E2%80%93369-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenrecht kirchenrechtlichen] Anfänge wurzelten in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Armutsbewegung Armuts- und Bußbewegung]. Diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Laienbewegung Laienbewegung] erkannte Papst [https://de.wikipedia.org/wiki/Innozenz_III. Innozenz III.] 1201 grundsätzlich an. Jakob Johannes von Lier, [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_von_Vitry Jakob von Vitry] und Weitere setzten sich bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Kurie Römischen Kurie] für die Beginen ein. Das 1215 auf dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Viertes_Laterankonzil#Kirchenverfassung Vierten Laterankonzil] beschlossene Verbot neuer [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensgemeinschaft Orden] betraf sie nicht. Im folgenden Jahr erteilte Papst [https://de.wikipedia.org/wiki/Honorius_III. Honorius III.] ihrer Lebensweise eine mündliche Erlaubnis. Dem folgten schriftliche Erneuerungen und Spezifizierungen der Beginenprivilegien für einzelne Regionen. Von Beginn an wurde den Beginen die freie Wahl eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordenspriester Ordenspriesters] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Seelsorge Seelsorger] eingeräumt. Die Entscheidung trafen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Stifter Fundatoren] oder die Beginen. Die [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Synodalstatut&action=edit&redlink=1 Synodalstatuten] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenprovinz Erzbistümer] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%B6zese Bistümer]betonten das Betreuungs- und Aufsichtsrecht der [https://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%B6zesanpriester Diözesanpriester]. Das widersprach teilweise den päpstlichen Erlassen. Viele [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtrat Stadträte] behielten sich ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht vor.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_89–102_32-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_89%E2%80%93102-32 <span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_56–63_5-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_56%E2%80%9363-5 <span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-33" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-33 <span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
== Geschichte der Beginen ==
=== Ausbreitung der Bewegung und Konflikte ===
{{Überarbeiten}}
</div><p>Das frühe Auftreten der Frauenbewegung verknüpfte sich mit der Gründung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Zisterzienserinnen Zisterzienserinnen]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster Klöstern]. Die Verbindung zum Orden stellte schon Jakob von Vitry her. Die starke Ausbreitung stand jedoch im Zusammenhang mit den [https://de.wikipedia.org/wiki/Bettelorden Bettelorden]. Tauchten in einer Stadt erstmals die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikaner Dominikaner] und insbesondere die [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_(OFM) Franziskaner] auf, ließen sich in zeitlicher Nähe oft Beginen nachweisen. Die Chronisten bestätigten, dass die Bettelorden die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C3%9Fe_(Religion) Buße] vorlebten, die Frauen das Ideal aufnahmen und auf selbständige Weise weiterentwickelten.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-34" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-34 <span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>[[file:220px-Beginen1.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Beginen1.jpg|220x199px]]


Rekonstruktion des Be­gi­nen­[https://de.wikipedia.org/wiki/Konvent_(Kloster) kon­vents]
=== Wurzeln und Anfänge ===
[[Datei:Cecil Jay Begijnen.jpg|mini|[[Jakob von Vitry]] för&shy;der&shy;te die Be&shy;gi&shy;nen und über&shy;lie&shy;fer&shy;te Auf&shy;schlüs&shy;se zu ih&shy;ren An&shy;fäng&shy;en; [[Cecil Jay|Ce&shy;cil Jay]]: ''Die Beginen von Goes beim Kirchendienst'', 1900<ref name="Reichstein2017_32–41">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.1. Erste Zeugnisse beginischer Lebensform im Spiegel der Darstellungen des Jakob von Vitry und Caesarius von Heisterbach, S. 32–41.</ref><!-- hier S. 33 -->]]


Mi­cha­els­berg in[https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]
Erste Ansätze reichen bis ins 11.&nbsp;Jahrhundert zurück. Das stieß zunächst auf Widerspruch im Klerus. 1139 forderte das [[Zweites Laterankonzil|Zweite Laterankonzil]]: {{" |Außerdem bestimmen wir, dass der verderbliche und skandalöse Mißstand abgeschafft werde, wonach manche Frauen, ohne nach der [[Regula Benedicti|Regel des seligen Benedikt]] oder der des [[Basilius der Große#Asketische Schriften|Basilius]] oder der [[Augustinusregel]] zu leben, doch vor aller Welt als [[Nonne]]n gelten wollen.}}<ref name="Reichstein2017_32–41" /><!-- hier S. 32 --> Die Ausführungen zur Lebensweise dieser Frauen ähnelten bereits stark denen der Beginen. Die ersten konkreten zeitgenössischen Spuren, nun ohne Argwohn geäußert, entstammen der Zeit um 1200. Als Ursprungsraum galten bereits damals das [[Herzogtum Brabant]] und die [[Grafschaft Flandern]]. Die [[Geschichtswissenschaft]] folgte zumeist dieser Ansicht. Ebenso frühe Zeugnisse überlieferten andere [[Liste der Territorien im Heiligen Römischen Reich|Territorien im Heiligen Römischen Reich]]. Martina Wehrli-Johns sah ein Entstehen in den [[italien]]ischen Städten und von dort ein Überspringen auf die [[Textilindustrie|Textil]]<nowiki/>zentren.<ref name="Dinzel2000_368–369" /><!-- für: 11. Jh., Bsp. Forschung folgt Sichtweise --><ref name="Reichstein2017_32–41" />


(zir­ka 1360), im Vor­der­grund Kla­ris­sen­gas­se und Mi­cha­el­stra­ße<sup class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-35 [35]]<p>Regular- und Säkular[https://de.wikipedia.org/wiki/Klerus klerus] stritten um die seelsorgerische Betreuung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%B6mmigkeit#Christentum Gläubigen] und die daran gekoppelten Einnahmen. Die Auseinandersetzung trugen sie auf dem Rücken der Beginen aus. Im sogenannten Begräbnisstreit schwelgten die Bettelorden in Lobpreisungen. Auf der Gegenseite verschärfte sich von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%B6zesansynode Bistumssynode] zur nächsten der Ton, wurden zunehmend die Vorwürfe des Ungehorsams und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4resie Häresie] erhoben. Die Wirkkraft von Synodalbeschlüssen war allerdings begrenzt. Durch die mündliche Erteilung der [https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Approbation päpstlichen Approbation] gerieten sie wohl in Vergessenheit, was sich zum Problem entwickelte. Die Bestätigung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Drittordens]-[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Konstitution_(Kirche)&action=edit&redlink=1 Konstitutionen] in den 1280er Jahren entspannte die Situation nur bedingt. Den unrühmlichen Tiefpunkt markierte das [https://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von_Vienne Konzil von Vienne] 1311/1312. Die dort von Papst [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_V. Clemens V.] verfassten Dekrete wurden erst nach seinem Tod verbreitet. Ihre Widersprüchlichkeit sorgte für Verwirrung und wurde von einigen Niederklerikern genutzt, um gegen Beginen und selbst Terziarinnen vorzugehen. Sein Nachfolger [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_XXII. Johannes XXII.] konnte mit der Schutz[https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Bulle bulle] vom 13. Januar 1321 die Missverständnisse relativ erfolgreich beseitigen. Von der sich verstärkenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition Inquisition] waren die Beginen zunächst selten betroffen, ihre Gemeinschaften blühten im 14. Jahrhundert weiter.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_89–102_32-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_89%E2%80%93102-32 <span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_70–73_36-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_70%E2%80%9373-36 <span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-37" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-37 <span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-38" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-38 <span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Reichstein2017_118–128_39-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_118%E2%80%93128-39 <span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Ab 1354 nannten päpstliche und [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser kaiserliche] [https://de.wikipedia.org/wiki/Bulle_(Urkunde) Bullen] die Beginen und Begarden meist zusammen als häretische [https://de.wikipedia.org/wiki/Sekte#Mittelalter_und_Fr%C3%BChe_Neuzeit Sekten]. Ob dies aus Unwissenheit oder als Verurteilung geschah, entzog sich der sicheren Erkenntnis. Seit 1368 forcierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_V. Urban V.], Papst (1362–1370) in Deutschland die Inquisition erheblich. Zunächst fühlte sich [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR) Karl IV.] laut [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Friedjung Heinrich Friedjung] dieser Politik nicht verpflichtet. Während des [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_IV._(HRR)#Italien-_und_Frankreichpolitik 2. Romzugs] legte der Kaiser Station in [https://de.wikipedia.org/wiki/Lucca#Mittelalter Lucca] ein. Von dort verkündete er am 9. Juni 1369 einen ungewöhnlich scharfen, u.&nbsp;a. gegen Beginen und Begarden gerichteten Häretikererlass. Die Gründe dafür und Absichten dahinter blieben mangels Schrift[https://de.wikipedia.org/wiki/Quelle_(Geschichtswissenschaft) quellen] im Dunkeln ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Seibt Ferdinand Seibt]: plötzliches Misstrauen; M. Tönsing: Schutzaufgabe des weltlichen Herrschers, deutsche [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigswahl Königswahl] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wenzel_(HRR) Wenzel]; Frank-Michael Reichstein [jeweils mit&nbsp;?]: Erfüllungsgehilfe des Papstes, Einflüsterung durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kerlinger Walter Kerlinger]). [https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%B6mmigkeit#Christentum Frömmigkeit] und Kirchentreue nutzte der [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Luxemburg Luxemburger]als Instrumente seiner [https://de.wikipedia.org/wiki/Dynastie dynastischen] Politik, ihr ordnete er Alles unter.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_118–128_39-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_118%E2%80%93128-39 <span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-40" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-40 <span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-41" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-41 <span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-42" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-42 <span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>[[file:170px-Grégoire_XI_gravure_sur_cuivre_duXIXe_s.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gr%C3%A9goire_XI_gravure_sur_cuivre_duXIXe_s.jpg|170x195px]]
Die [[kirchenrecht]]lichen Anfänge wurzelten in der [[Armutsbewegung|Armuts- und Bußbewegung]]. Diese [[Laienbewegung]] erkannte Papst [[Innozenz&nbsp;III.]] 1201 grundsätzlich an. Jakob Johannes von Lier, [[Jakob von Vitry]] und Weitere setzten sich bei der [[Römische Kurie|Römischen Kurie]] für die Beginen ein. Das 1215 auf dem [[Viertes Laterankonzil#Kirchenverfassung|Vierten Laterankonzil]] beschlossene Verbot neuer [[Ordensgemeinschaft|Orden]] betraf sie nicht. Im folgenden Jahr erteilte Papst [[Honorius&nbsp;III.]] ihrer Lebensweise eine mündliche Erlaubnis. Dem folgten schriftliche Erneuerungen und Spezifizierungen der Beginenprivilegien für einzelne Regionen. Von Beginn an wurde den Beginen die freie Wahl eines [[Ordenspriester]]s als [[Seelsorge]]r eingeräumt. Die Entscheidung trafen die [[Stifter|Fundatoren]] oder die Beginen. Die [[Synodalstatut]]en der [[Kirchenprovinz|Erzbistümer]] und [[Diözese|Bistümer]] betonten das Betreuungs- und Aufsichtsrecht der [[Diözesanpriester]]. Das widersprach teilweise den päpstlichen Erlassen. Viele [[Stadtrat|Stadträte]] behielten sich ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht vor.<ref name="Reichstein2017_89–102">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.1. Die kurialen und synodalen Beginenverordnungen bis zum Beginenprivileg von 1280, S. 89–102.</ref><ref name="Reichstein2017_56–63" /><!-- für: Jahr 1201 --><ref>William A. Hinnebusch: ''Kleine Geschichte des Dominikanerordens''. Geleitwort von [[Guy Bedouelle]]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, I. Die Gründung des Ordens. Dominikus der Gründer, S. 22–25, Gleichsetzung von Armuts- und Bußbewegung: S. 23 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).</ref><ref name="Reichstein2017_32–41" /><!-- hier S. 33–34 -->


Das Auf und Ab der[https://de.wikipedia.org/wiki/Papst päpst­li­chen]
=== Ausbreitung der Bewegung und Konflikte ===
Das frühe Auftreten der Frauenbewegung verknüpfte sich mit der Gründung von [[Zisterzienserinnen]]-[[Kloster|Klöstern]]. Die Verbindung zum Orden stellte schon Jakob von Vitry her. Die starke Ausbreitung stand jedoch im Zusammenhang mit den [[Bettelorden]]. Tauchten in einer Stadt erstmals die [[Dominikaner]] und insbesondere die [[Franziskaner (OFM)|Franziskaner]] auf, ließen sich in zeitlicher Nähe oft Beginen nachweisen. Die Chronisten bestätigten, dass die Bettelorden die [[Buße (Religion)|Buße]] vorlebten, die Frauen das Ideal aufnahmen und auf selbständige Weise weiterentwickelten.<ref name="Reichstein2017_32–41" /><!-- für: Zisterzienser, hier S. 35–37, 41 --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.1 Kontakte der Bettelorden zu Beginen, S. 63–69.</ref>


Hal­tung zu den Be­gi­nen zeig­te sich kom­pri­miert bei[https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_XI. Gre­gor XI.]
[[Datei:Beginen1.jpg|mini|Rekonstruktion des Be&shy;gi&shy;nen&shy;[[Konvent (Kloster)|kon&shy;vents]] Mi&shy;cha&shy;els&shy;berg in [[Neuss]] (zir&shy;ka 1360), im Vor&shy;der&shy;grund Kla&shy;ris&shy;sen&shy;gas&shy;se und Mi&shy;cha&shy;el&shy;stra&shy;ße<ref>Karl Remmen: ''Der Stadtraum Neuss. Korrelation von geomorphologischen Parametern und der Entwicklung von Nutzungsansprüchen und Raumordnungen bis in die Stauferzeit''. Inaugural-Dissertation [[Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf]] 2002, Bocholt 2002, S. 45, 50, 54, 148–149 ([https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2305/305.pdf Volltext] in Universität Düsseldorf [PDF; 7,7&nbsp;MB; abgerufen am 5. November 2019]).</ref> ]]


;[https://de.wikipedia.org/wiki/Kupferstich Kup­fer­stich]
Regular- und Säkular[[klerus]] stritten um die seelsorgerische Betreuung der [[Frömmigkeit#Christentum|Gläubigen]] und die daran gekoppelten Einnahmen. Die Auseinandersetzung trugen sie auf dem Rücken der Beginen aus. Im sogenannten Begräbnisstreit schwelgten die Bettelorden in Lobpreisungen. Auf der Gegenseite verschärfte sich von einer [[Diözesansynode|Bistumssynode]] zur nächsten der Ton, wurden zunehmend die Vorwürfe des Ungehorsams und der [[Häresie]] erhoben. Die Wirkkraft von Synodalbeschlüssen war allerdings begrenzt. Durch die mündliche Erteilung der [[Päpstliche Approbation|päpstlichen Approbation]] gerieten sie wohl in Vergessenheit, was sich zum Problem entwickelte. Die Bestätigung der [[Dritter Orden|Drittordens]]-[[Konstitution (Kirche)|Konstitutionen]] in den 1280er Jahren entspannte die Situation nur bedingt. Den unrühmlichen Tiefpunkt markierte das [[Konzil von Vienne]] 1311/1312. Die dort von Papst [[Clemens&nbsp;V.]] verfassten Dekrete wurden erst nach seinem Tod verbreitet. Ihre Widersprüchlichkeit sorgte für Verwirrung und wurde von einigen Niederklerikern genutzt, um gegen Beginen und selbst Terziarinnen vorzugehen. Sein Nachfolger [[Johannes&nbsp;XXII.]] konnte mit der Schutz[[Päpstliche Bulle|bulle]] vom 13.&nbsp;Januar 1321 die Missverständnisse relativ erfolgreich beseitigen. Von der sich verstärkenden [[Inquisition]] waren die Beginen zunächst selten betroffen, ihre Gemeinschaften blühten im 14.&nbsp;Jahrhundert weiter.<ref name="Reichstein2017_89–102" /><ref name="Reichstein2017_70–73">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2001.</ref><!-- für: finanzielle Interessen, hier S. 70–72; Verknüpfung Begräbnisstreit und Konzil von Vienne, hier S. 72; Drittordens-Regeln, hier S. 72–73 --><ref>William A. Hinnebusch: ''Kleine Geschichte des Dominikanerordens''. Geleitwort von [[Guy Bedouelle]]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. Die letzten 18 Jahre des 13. Jahrhunderts, S. 68–71, stillschweigende Anerkennung: S. 70 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).</ref><!-- für: Drittordens-Regel zwar erst 1405 approbiert, aber 1286 stillschweigend --><ref name="Reichstein2017_32–41" /><!-- für: Vergessen, hier S. 34 --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.2. Semireligiosität als Problem der Kirchendisziplin – Die ambivalente Haltung der Kirche in der Beginenfrage bis zur Beginenschutzbulle von 1321, S. 102–115.</ref><ref name="Reichstein2017_118–128">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.4. Die Auflösung einiger Beginenkonvente unter Karl&nbsp;IV. im Jahre 1452, S. 118–128.</ref><!-- für: Wirkung der Synodalbeschlüsse, hier S. 119 -->


, un­be­kannt, 19. Jahr­hun­dert<sup class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_89%E2%80%93144-4 [4]]<p>Die förmliche Einführung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition Inquisition] in Deutschland brachte allgemein kaum praktische Auswirkungen, für die Beginen noch geringere. In weniger als einem Prozent der in ''[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Das_Beginenwesen_in_Deutschland&action=edit&redlink=1 Das Beginenwesen in Deutschland]'' aufgelisteten [https://de.wikipedia.org/wiki/Siedlung Siedlungen] kam es zu Verfolgungen. Urban&nbsp;V. ernannte 1364 den Dominikaner Walter Kerlinger zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Inquisitor Inquisitor]. Er griff besonders in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensprovinz Ordensprovinz] Sachsen, 1369 zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Provinzial Provinzial] gewählt, hart durch. Über die [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Erfurt#Vorgeschichte_und_Mittelalter:_Erfurt_als_selbstst%C3%A4ndige_Stadt erfurtischen] Ereignisse des Jahrs 1368 berichtete der Chronist und Franziskaner Detmar. Von 400 Begarden und Beginen gaben demnach 200 ihre Lebensweise auf, 200 flohen (außerhalb ließ sich die Fluchtwelle nicht fassen) und 2 Begarden wurden [https://de.wikipedia.org/wiki/Scheiterhaufen verbrannt]. Nach der Beerdigung Kerlingers 1373 beschlagnahmte der Stadtrat von Erfurt seine beträchtliche Erbschaft. Offenbar erfreute er sich in seiner Heimat keiner großen Beliebtheit. Wie harmlos die „Verfolgung“ ablaufen konnten, zeigte sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg#Hansezeit Lüneburg]. Dort trickste der Stadtrat den Inquisitor Johannes von Odelevessen mittels eines Scheinverkaufs des Beginenhauses aus. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_XI. Gregor XI.], Papst (1370–1378) ordnete am 23. Juli 1372 für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenprovinz_Mainz Erzbistümer Mainz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_K%C3%B6ln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Trier Trier], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenprovinz_Salzburg Salzburg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_Magdeburg Magdeburg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Erzbistum_Bremen Bremen] die Anstellung von fünf (es sind aber sechs [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenprovinz Erzbistümer]) Inquisitoren an. Sie sollten durch die Dominikaner-Provinziale ernannt werden. Aufbaumaßnahmen unterblieben, Aktivitäten waren kaum erkennbar. Der Widerstand bezüglich der Schwestern ließ Gregor&nbsp;XI. umschwenken. In Bullen vom 7. April 1374 und 7. Dezember 1377 stellte er den päpstlichen Schutz wieder her, vermied jedoch das Wort Begine.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_118–128_39-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_118%E2%80%93128-39 <span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-43" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-43 <span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
Ab 1354 bezeichneten päpstliche und [[Römisch-deutscher Kaiser|kaiserliche]] [[Bulle (Urkunde)|Bullen]] die Beginen und Begarden meist zusammen als häretische [[Sekte#Mittelalter und Frühe Neuzeit|Sekten]]. Ob dies aus Unwissenheit oder als Verurteilung geschah, entzog sich der sicheren Erkenntnis. Seit 1368 forcierte [[Urban&nbsp;V.]] (Papst 1362–1370) in Deutschland die Inquisition erheblich. Zunächst fühlte sich [[Karl IV. (HRR)|Karl&nbsp;IV.]] laut [[Heinrich Friedjung]] dieser Politik nicht verpflichtet.<!-- Wikipedia-Artikel Dritter Orden: „Kaiser Karl IV. und der französische König Ludwig IX. sowie viele andere fürstliche Personen gehörten dritten Orden an.“ Ohne Beleg! --> Während des [[Karl IV. (HRR)#Italien- und Frankreichpolitik|2.&nbsp;Romzugs]] legte der Kaiser Station in [[Lucca#Mittelalter|Lucca]] ein. Von dort verkündete er am 9.&nbsp;Juni 1369 einen ungewöhnlich scharfen, u.&nbsp;a. gegen Beginen und Begarden gerichteten Häretikererlass. Die Gründe dafür und Absichten dahinter blieben mangels Schrift[[Quelle (Geschichtswissenschaft)|quellen]] im Dunkeln ([[Ferdinand Seibt]]: plötzliches Misstrauen; M. Tönsing: Schutzaufgabe des weltlichen Herrschers, deutsche [[Königswahl]] von [[Wenzel (HRR)|Wenzel]]; Frank-Michael Reichstein [jeweils mit ?]: Erfüllungsgehilfe des Papstes, Einflüsterung durch [[Walter Kerlinger]]). [[Frömmigkeit#Christentum|Frömmigkeit]] und Kirchentreue nutzte der [[Haus Luxemburg|Luxemburger]] als Instrumente seiner [[Dynastie|dynastischen]] Politik, ihr ordnete er alles unter.<ref name="Reichstein2017_118–128" /><ref>[[Ferdinand Seibt]]: ''Karl&nbsp;IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378''. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16005-7, 8. Kapitel: Der Friedensfürst. Der zweite Romzug. S. 339–342.</ref><!-- für: während 2. Romzug --><ref>[[Ferdinand Seibt]]: ''Karl&nbsp;IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378''. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16005-7, 9. Kapitel: Wir, Karl… Hofkultur. S. 367–376, hier S. 372.</ref><ref>Jiří Spĕváček: ''Frömmigkeit und Kirchentreue als Instrument der politischen Ideologie Karls&nbsp;IV.'' In: [[Evamaria Engel]] im Auftrag Zentralinstitut für Geschichte an [[Akademie der Wissenschaften der DDR]] (Hrsg.): ''Karl&nbsp;IV. Politik und Ideologie im 14. Jahrhundert''. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1982, {{DNB|830490582}}, S. 158–170.</ref>
=== Niedergang im 15. Jahrhundert ===
</div><p>Ab dem 15. Jahrhundert nahm die Anzahl der Neugründungen von Gemeinschaften signifikant ab. Der Zwist zwischen den beiden klerikalen Säulen um die Beginenseelsorge und -einnahmen dauerte an, nicht zuletzt ausgelöst durch deren fehlende zentrale Leitung. Die vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltpriester Säkularklerus] ständig auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Konzil Konzilen] und Synoden wiederholten Vorwürfe wirkten rufschädigend. Verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Stuhl apostolische] Schutzprivilegien entfalteten nur für kurze Zeit Wirkung, galten zumeist für einzelne Erzbistümer, differenzierten die [https://de.wikipedia.org/wiki/Religion religiösen] Frauengruppen unscharf. Das Vorhaben von [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_V. Martin V.], Papst (1417–1431), das Beginenwesen endgültig in die Dritten Orden einzubinden, verlief weitgehend im Sande, auch wenn etwa der Bischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_II._von_Brunn Johann II. von Brunn] für das Fürstbistum Würzburg 1422 eine Aufhebung der sozial wirkenden Frauengemeinschaften<sup id="cite_ref-44" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-44 <span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> erlassen hatte. Die Synode des [https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Konstanz Bistums Konstanz] von 1423 strebte eine klare [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleidung_im_Mittelalter Kleider]trennung an. Weltlich lebende Beginen sollten das [https://de.wikipedia.org/wiki/Skapulier Skapulier] ablegen, nur Ordensfrauen die Überwürfe als [https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndeordnung Standes]zeichen dienen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_IV. Eugen IV.], Papst (1431–1447) wechselte erneut den Kurs der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universalkirche Universalkirche], forderte in einer Bulle von 1431 die Bischöfe zum Schutz der Schwestern auf, verbot in einer Anordnung von 1440 den Dominikanern das weitere inquisitorische Vorgehen. Die inneren Zustände der Gemeinschaften sollten jedoch strenger beaufsichtigt werden.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_128–137_45-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_128%E2%80%93137-45 <span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>[[file:220px-Freyung_630-Ostansicht.JPG|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Freyung_630-Ostansicht.JPG|220x165px]]


Der Wandel von einer Be­gi­nen-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunit%C3%A4t Ge­mein­schaft]
[[Datei:Grégoire XI gravure sur cuivre duXIXe s.jpg|mini|hochkant|Das Auf und Ab der [[Papst|päpst&shy;li&shy;chen]] Hal&shy;tung zu den Be&shy;gi&shy;nen zeig&shy;te sich kom&shy;pri&shy;miert bei [[Gregor XI.|Gre&shy;gor&nbsp;XI.]]; [[Kupferstich|Kup&shy;fer&shy;stich]], un&shy;be&shy;kannt, 19. Jahr&shy;hun&shy;dert<ref name="Reichstein2017_89–144" />]]


zu ei­nem[https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Ter­zia­rin­nen]
Die förmliche Einführung der [[Inquisition]] in Deutschland brachte allgemein kaum praktische Auswirkungen, für die Beginen noch geringere. In weniger als einem Prozent der in ''[[Das Beginenwesen in Deutschland]]'' aufgelisteten [[Siedlung]]en kam es zu Verfolgungen. Urban&nbsp;V. ernannte 1364 den Dominikaner Walter Kerlinger zum [[Inquisitor]]. Er griff besonders in der [[Ordensprovinz]] Sachsen, 1369 zum [[Provinzial]] gewählt, hart durch. Über die [[Geschichte der Stadt Erfurt#Vorgeschichte und Mittelalter: Erfurt als selbstständige Stadt|erfurtischen]] Ereignisse des Jahrs 1368 berichtete der Chronist und Franziskaner Detmar. Von 400 Begarden und Beginen gaben demnach 200 ihre Lebensweise auf, 200 flohen (außerhalb ließ sich die Fluchtwelle nicht fassen) und 2 Begarden wurden [[Scheiterhaufen|verbrannt]]. Nach der Beerdigung Kerlingers 1373 beschlagnahmte der [[Erfurter Stadtrat]] seine beträchtliche Erbschaft. Offenbar erfreute er sich in seiner Heimat keiner großen Beliebtheit. Wie harmlos die „Verfolgung“ ablaufen konnten, zeigte sich in [[Lüneburg#Hansezeit|Lüneburg]]. Dort trickste der Stadtrat den Inquisitor Johannes von Odelevessen mittels eines Scheinverkaufs des Beginenhauses aus. [[Gregor&nbsp;XI.]] (Papst 1370–1378) ordnete am 23.&nbsp;Juli 1372 für die [[Kirchenprovinz Mainz|Erzbistümer Mainz]], [[Erzbistum Köln|Köln]], [[Bistum Trier|Trier]], [[Kirchenprovinz Salzburg|Salzburg]], [[Erzbistum Magdeburg|Magdeburg]] und [[Erzbistum Bremen|Bremen]] die Anstellung von fünf (es sind aber sechs [[Kirchenprovinz|Erzbistümer]]) Inquisitoren an. Sie sollten durch die Dominikaner-Provinziale ernannt werden. Aufbaumaßnahmen unterblieben, Aktivitäten waren kaum erkennbar. Der Widerstand bezüglich der Schwestern ließ Gregor&nbsp;XI. umschwenken. In Bullen vom 7.&nbsp;April 1374 und 7.&nbsp;Dezember 1377 stellte er den päpstlichen Schutz wieder her, vermied jedoch das Wort Begine.<ref name="Reichstein2017_118–128" /><ref>William A. Hinnebusch: ''Kleine Geschichte des Dominikanerordens''. Geleitwort von [[Guy Bedouelle]]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. [Einleitung], S. 40–41 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).</ref><!-- Frank-Michael Reichstein 2001 S. 126–127: „Der Dominikanerprovinzial…“, muss aber Plural sein -->


-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster Klos­ter]
=== {{Anker|Fünfzehntes Jahrhundert}}Niedergang im 15. Jahrhundert ===
Ab dem 15. Jahrhundert nahm die Anzahl der Neugründungen von Gemeinschaften signifikant ab. Der Zwist zwischen den beiden klerikalen Säulen um die Beginenseelsorge und -einnahmen dauerte an, nicht zuletzt ausgelöst durch deren fehlende zentrale Leitung. Die vom [[Weltpriester|Säkularklerus]] ständig auf [[Konzil]]en und Synoden wiederholten Vorwürfe wirkten rufschädigend. Verschiedene [[Heiliger Stuhl|apostolische]] Schutzprivilegien entfalteten nur für kurze Zeit Wirkung, galten zumeist für einzelne Erzbistümer, differenzierten die [[Religion|religiösen]] Frauengruppen unscharf. Das Vorhaben von [[Martin V.]] (Papst 1417–1431), das Beginenwesen endgültig in die Dritten Orden einzubinden, verlief weitgehend im Sande, auch wenn etwa der Bischof [[Johann II. von Brunn]] für das Bistum Würzburg 1422 eine Aufhebung der sozial wirkenden Frauengemeinschaften<ref>Gerhard Egert: ''Die Wallfahrtskirche St. Maria zu Volkach 1300–1400.'' In: ''MfJB f. Geschichte und Kunst.'' Band 37, 1985, S. 66–79.</ref> erlassen hatte. Die Synode des [[Bistum Konstanz|Bistums Konstanz]] von 1423 strebte eine klare [[Kleidung im Mittelalter|Kleider]]<nowiki/>trennung an. Weltlich lebende Beginen sollten das [[Skapulier]] ablegen, nur Ordensfrauen die Überwürfe als [[Ständeordnung|Standes]]<nowiki/>zeichen dienen. [[Eugen IV.]] (Papst 1431–1447) wechselte erneut den Kurs der [[Universalkirche]], forderte in einer Bulle von 1431 die Bischöfe zum Schutz der Schwestern auf, verbot in einer Anordnung von 1440 den Dominikanern das weitere inquisitorische Vorgehen. Die inneren Zustände der Gemeinschaften sollten jedoch strenger beaufsichtigt werden.<ref name="Reichstein2017_128–137">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.5. Die Institutionalisierung des Beginenwesens durch Papst Nikolaus&nbsp;V. im Jahre 1452, S. 128–137.</ref>


dau­er­te mit­un­ter Jahr­zehn­te, ver­lief auch ent­ge­gen­ge­setzt. 1480 galt als Stich­jahr für das[https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerinnenkloster_Landshut Fran­zis­ka­ner­in­nen-Klos­ter Lands­hut]
[[Datei:Freyung 630-Ostansicht.JPG|mini|Der Wandel von einer Be&shy;gi&shy;nen-[[Kommunität|Ge&shy;mein&shy;schaft]] zu ei&shy;nem [[Dritter Orden|Ter&shy;zia&shy;rin&shy;nen]]-[[Kloster|Klos&shy;ter]] dau&shy;er&shy;te mit&shy;un&shy;ter Jahr&shy;zehn&shy;te, ver&shy;lief auch ent&shy;ge&shy;gen&shy;ge&shy;setzt. 1480 galt als Stich&shy;jahr für das [[Franziskanerinnenkloster Landshut|Fran&shy;zis&shy;ka&shy;ner&shy;in&shy;nen-Klos&shy;ter Lands&shy;hut]]; Ost&shy;an&shy;sicht.<ref name="Reichstein2017_73–77" /><!-- hier S. 77 --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Landshut [Bayern], S. 301.</ref> ]]


; Ost­an­sicht.<sup class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_73%E2%80%9377-22 [22]]
{{Anker|Erzbistum Köln 1452}}
[[Nikolaus V. (Papst)|Nikolaus&nbsp;V.]] (Papst 1447–1455) griff die Idee des Vorvorgängers wieder auf. In seinem Auftrag leitete [[Nikolaus von Kues]] die kölnische Erzbistumssynode von 1452. Der [[Kardinal]] und [[Päpstlicher Legat|Legat]] erklärte das Bekenntnis zu oder die Annahme von einer approbierten Drittordens-Konstitution für zukünftige Beginengemeinschaften zur Pflicht. Das Gleiche galt für bereits bestehende, es sei denn, sie verfügten nachweislich über eine Zulassung des apostolischen Stuhls oder standen unter der Aufsicht eines Ordens. Der Druck erbrachte zwar keinen durchschlagenden Erfolg, aber in den nachfolgenden Jahrzehnten eine deutliche Zunahme von Umwandlungen. Im Verlauf des Zentenniums assimilierten sich die Terziaren/-innen immer mehr in den Regularklerus. So stellte [[Sixtus IV.]] (Papst 1471–1484) mit seiner Bulle vom 1.&nbsp;Dezember 1480 die nach der Dritten Konstitution des [[Franz von Assisi|Franziskus von Assisi]] abgelegten [[Ordensgelübde]] denen der anderen Orden gleich. Eine eindeutige Zuordnung zum Klerus brachte die damit verbundenen Privilegien – Befreiung von (weltlichen) [[Abgabe]]n und [[Dienstleistung#Geschichte|Diensten]], kaum dem [[Stadtrecht]] unterliegend. Solche Beginen erwuchsen ihren städtischen Förderern und Fundatoren zur [[Wirtschaft im Mittelalter|wirtschaftlichen]] Konkurrenz. Das senkte merklich die Akzeptanz in den maßgeblichen [[Soziale Schicht|Schichten]], löste ab Mitte des 15.&nbsp;Jahrhunderts stark vermehrte Abwehrreaktionen der [[Gilde (Kaufleute)|Gilden]], Stadträte und [[Zunft|Zünfte]] aus.<ref name="Reichstein2017_128–137" /><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 1. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2001, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.3. Die Konstituierung der Dritten Orden. Fußnote 374, S. 73.</ref><!-- für: Angleichung im 15. Jh. --><ref>[[Herbert Helbig]]: ''Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter'' (= [[Historische Kommission zu Berlin]] (Hrsg.): ''Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin''. Band 41). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1973, ISBN 3-11-003795-5, Gesellschaft und soziale Ordnung. Die Geistlichkeit, S. 33–35, kaum Stadtrecht: S. 33.</ref><ref name="BKB2007_StendalTerz2-1">Kirsten Schmies: ''Stendal. Franziskanerinnen''. In: [[Heinz-Dieter Heimann]], [[Klaus Neitmann]], [[Winfried Schich]] und Weitere (Hrsg.): ''Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Band II'' (= Klaus Neitmann im Auftrag [[Brandenburgische Historische Kommission]] und in Verbindung [[Brandenburgisches Landeshauptarchiv]] (Hrsg.): ''Brandenburgische Historische Studien''. Band 14). Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-937233-26-0, 2. Bände, 2. Geschichtlicher Abriß. 2.1 Kloster- bzw. Stiftsgeschichte, S. 1225–1226.</ref><!-- für: Bulle 1480 -->


<sup id="cite_ref-Reichstein2017_73–77_22-2" class="reference"></sup><sup class="reference"></sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-46 [46]]<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_V._(Papst) Nikolaus V.], Papst (1447–1455) griff die Idee des Vorvorgängers wieder auf. In seinem Auftrag leitete [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Kues Nikolaus von Kues] die kölnische Erzbistumssynode von 1452. Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kardinal Kardinal] und [https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstlicher_Legat Legat] erklärte das Bekenntnis zu oder die Annahme von einer approbierten Drittordens-Konstitution für zukünftige Beginengemeinschaften zur Pflicht. Das Gleiche galt für bereits Bestehende, es sei denn, sie verfügten nachweislich über eine Zulassung des apostolischen Stuhls oder standen unter der Aufsicht eines Ordens. Der Druck erbrachte zwar keinen durchschlagenden Erfolg, aber in den nachfolgenden Jahrzehnten eine deutliche Zunahme von Umwandlungen. Im Verlauf des Zentenniums assimilierten sich die Terziaren/-innen immer mehr in den Regularklerus. So stellte [https://de.wikipedia.org/wiki/Sixtus_IV. Sixtus IV.], Papst (1471–1484) mit seiner Bulle vom 1. Dezember 1480 die nach der Dritten Konstitution des [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi Franziskus von Assisi] abgelegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensgel%C3%BCbde Ordensgelübde] denen der anderen Orden gleich. Eine eindeutige Zuordnung zum Klerus brachte die damit verbundenen Privilegien – Befreiung von (weltlichen) [https://de.wikipedia.org/wiki/Abgabe Abgaben] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstleistung#Geschichte Diensten], kaum dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtrecht Stadtrecht] unterliegend. Solche Beginen erwuchsen ihren städtischen Förderern und Fundatoren zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_im_Mittelalter wirtschaftlichen] Konkurrenz. Das senkte merklich die Akzeptanz in den maßgeblichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Schicht Schichten], löste ab Mitte des 15. Jahrhunderts stark vermehrte Abwehrreaktionen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gilde_(Kaufleute) Gilden], Stadträte und [https://de.wikipedia.org/wiki/Zunft Zünfte] aus.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_128–137_45-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_128%E2%80%93137-45 <span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-47" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-47 <span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-48" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-48 <span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-BKB2007_StendalTerz2-1_49-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-BKB2007_StendalTerz2-1-49 <span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Frühe Neuzeit ===
=== Frühe Neuzeit ===
</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Reformation Reformation] und die damit verbundene religiöse Neuorientierung schlugen breite Schneisen ins Beginenwesen. Frank-Michael Reichstein ermittelte jedoch, dass immerhin 40&nbsp;Prozent der Gemeinschaften die Umbrüche überstanden. Das örtliche Fortleben hing weniger mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfession Konfession], mehr vom Wohlwollen der Stadträte ab. Manche behaupteten sich bis 19., teilweise sogar bis ins 20. Jahrhundert.<sup id="cite_ref-50" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-50 <span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Im Jahr 2004 gab es noch fünf aktive Beginen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Flandern Flandern]. 2008 starb in [https://de.wikipedia.org/wiki/Gent Gent] die vorletzte 99-jährig.<sup id="cite_ref-51" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-51 <span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die letzte Begine – [https://de.wikipedia.org/wiki/Marcella_Pattyn Marcella Pattyn] – verschied am 14. April 2013 im Alter von 92 Jahren in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Altenheim Altenheim] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kortrijk Kortrijk].<sup id="cite_ref-52" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-52 <span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
Die [[Reformation]] und die damit verbundene religiöse Neuorientierung schlugen breite Schneisen ins Beginenwesen. Frank-Michael Reichstein ermittelte jedoch, dass immerhin 40&nbsp;Prozent der Gemeinschaften die Umbrüche überstanden. Das örtliche Fortleben hing weniger mit der [[Konfession]], mehr vom Wohlwollen der Stadträte ab. Manche behaupteten sich bis ins 19., teilweise sogar bis ins 20.&nbsp;Jahrhundert.<ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.6. Beginen und der Niedergang des mittelalterlichen Bußwesens während der Reformation, S. 137–144.</ref> Im Jahr 2004 gab es noch fünf aktive Beginen in [[Flandern]]. 2008 starb in [[Gent]] die vorletzte 99-jährig.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/beginentum-flandern-stirbt-nach-800-jahren-langsam-aus |titel=Beginentum in Flandern stirbt nach 800 Jahren langsam aus |datum=2008-05-26 |sprache=de |abruf=2024-05-27}}</ref> Die letzte Begine – [[Marcella Pattyn]] – verschied am 14. April 2013 im Alter von 92 Jahren in einem [[Altenheim]] in [[Kortrijk]].<ref>[https://www.economist.com/news/obituary/21576632-marcella-pattyn-worlds-last-beguine-died-april-14th-aged-92-marcella-pattyn Marcella Pattyn, the world’s last Beguine, died on April 14th, aged 92]. (abgerufen am 28. Oktober 2015).</ref>
 
=== Regionale Ereignisse ===
=== Regionale Ereignisse ===
</div>
* Die Beginen wurden in den [[Franziskanische Orden|franziskanischen]] [[Armutsstreit]] um die [[Spiritualen#Die südfranzösischen Spiritualen|provenzalischen Spiritualen]] hineingezogen.<ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.3 Die Verwicklung südfranzösischer Beginen in den Armutsstreit von 1318–1323, S. 115–118.</ref>
*Die Beginen wurden in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanische_Orden franziskanisch]en [https://de.wikipedia.org/wiki/Armutsstreit Armutsstreit] um die [https://de.wikipedia.org/wiki/Spiritualen#Die_s%C3%BCdfranz%C3%B6sischen_Spiritualen provenzalischen Spiritualen] hineingezogen.<sup id="cite_ref-53" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-53 <span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
 
* Der [[Basel|Basler]] Beginenstreit von 1405 bis 1411 zerstörte den guten Ruf der Schwestern und untergrub ihre [[Wirtschaft im Mittelalter|wirtschaftlichen]] Grundlagen.<ref name="Reichstein2017_128–137" /><!-- hier S. 129–131 --> <!-- siehe oben -->


*Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Basel Basler] Beginenstreit von 1405 bis 1411 zerstörte den guten Ruf der Schwestern und untergrub ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_im_Mittelalter wirtschaftlichen] Grundlagen.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_128–137_45-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_128%E2%80%93137-45 <span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Beziehungen der Beginen zu den Orden ==
== Beziehungen der Beginen zu den Orden ==
</div><p>In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts gingen aus Beginen[https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunit%C3%A4t gemeinschaften] in wenigen Fällen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster Klöster] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Zisterzienserinnen Zisterzienserinnen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikanerinnen Dominikanerinnen] hervor. Seit der 2. Hälfte des Zentenniums übernahmen fast ausschließlich die selbst der [https://de.wikipedia.org/wiki/Armutsbewegung Armutsbewegung] entsprossenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bettelorden Bettelorden], insbesondere die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikaner Dominikaner] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_(OFM) Franziskaner] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Seelsorge seelsorgerische] Betreuung. Das bedeutete nicht, dass es zu anderen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ordensgemeinschaft Orden] keine Kontakte gab. Am Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sich für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Dritten Orden] eine feste [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenrecht kirchenrechtliche] Gestalt. Sie wandten sich an [https://de.wikipedia.org/wiki/Laie_(Religion) Laien], die „das Leben [https://de.wikipedia.org/wiki/In_der_Welt in der Welt] mit einem Leben in [https://de.wikipedia.org/wiki/Bu%C3%9Fe_(Religion) Buße] verbinden wollten.“<sup id="cite_ref-Reichstein2017_73–77_22-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_73%E2%80%9377-22 <span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Eine Führungsrolle trugen [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerinnen Franziskaner-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinerinnen Augustinerinnen]. Beginen-Gemeinschaft und Terziarinnen-Kloster flossen sanft ineinander über. Eine generelle Verpflichtung zur Annahme einer Drittordens-[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Konstitution_(Kirche)&action=edit&redlink=1 Konstitution] gab es nicht.<sup id="cite_ref-Reichstein2017_32–41_31-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_32%E2%80%9341-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-54" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-54 <span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-55" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-55 <span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-56" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-56 <span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
In den ersten Jahrzehnten des 13.&nbsp;Jahrhunderts gingen aus Beginen[[Kommunität|gemeinschaften]] in wenigen Fällen [[Kloster|Klöster]] der [[Zisterzienserinnen]] und [[Dominikanerinnen]]<!-- noch seltenere Fälle der Klarissen hier weggelassen --> hervor. Ab der 2.&nbsp;Hälfte des Zentenniums übernahmen fast ausschließlich die selbst der [[Armutsbewegung]] entsprossenen [[Bettelorden]], insbesondere die [[Dominikaner]] und [[Franziskaner (OFM)|Franziskaner]] die [[Seelsorge|seelsorgerische]] Betreuung. Das bedeutete nicht, dass es zu anderen [[Ordensgemeinschaft|Orden]] keine Kontakte gab. Am Ende des 13.&nbsp;Jahrhunderts entwickelte sich für die [[Dritter Orden|Dritten Orden]] eine feste [[kirchenrecht]]liche Gestalt. Sie wandten sich an [[Laie (Religion)|Laien]], die {{" |das Leben [[in der Welt]] mit einem Leben in [[Buße (Religion)|Buße]] verbinden wollten.}}<ref name="Reichstein2017_73–77" /><!-- hier S. 73 --> Eine Führungsrolle trugen [[Franziskanerinnen|Franziskaner-]] und [[Augustinerinnen]]. Beginen-Gemeinschaft und Terziarinnen-Kloster flossen sanft ineinander über. Eine generelle Verpflichtung zur Annahme einer Drittordens-[[Konstitution (Kirche)|Konstitution]] gab es nicht.<ref name="Reichstein2017_32–41" /><!-- hier S. 36–39 --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen, S. 63–79.</ref><ref>[[Ferdinand Seibt]]: ''Glanz und Elend des Mittelalters. Eine endliche Geschichte''. Bassermann Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8094-1996-9, IV Geistliche, geistige und weltliche Abenteuer. Neue Ketzer – neue Orden, S. 195–201 (Erstausgabe: Siedler Verlag, München 1987).</ref><!-- für: Bettelorden Teil der Armutsbewegung --><ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.5. Zisterziensische Klöster, Stadthöfe und Beginen, S. 79–89.</ref>
 
== Mystik der Beginen ==
== Mystik der Beginen ==
[https://de.wikipedia.org/wiki/Skulptur Skulptur]
[[Datei:Christina von Stommeln, Nordportal, Kölner Dom.jpg|mini|hochkant|[[Skulptur]] von [[Christina von Stommeln|Chris&shy;ti&shy;na von Stom&shy;meln]] am [[Kölner Dom|Köl&shy;ner Dom]]]]


von[https://de.wikipedia.org/wiki/Christina_von_Stommeln Chris­ti­na von Stom­meln]
Ob es tatsächlich eine spezifische Form der Beginenmystik gegeben hat, ist umstritten. Einige namhafte [[Mystik]]erinnen waren Beginen, beispielsweise [[Maria von Oignies|Maria von Oignie]], deren Vita von [[Jakob von Vitry]] niedergeschrieben wurde. Auch die niederländische Begine [[Hadewijch]] war Mystikerin. Zu einer der berühmtesten Mystikerinnen, [[Mechthild von Magdeburg]], liegen keine sicheren biographischen Daten vor. Man kann nur von Andeutungen sprechen, die vermuten lassen, dass sie in einer Beginengemeinschaft gelebt habe. Trotz der individuellen Gottesbeziehungen blieben die Mystikerinnen der Kirche treu. Lediglich Marguerite Porete wurde wegen ihrer Schrift ''Spiegel der einfachen Seelen'' in Paris 1310 zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt.<ref name="Reichstein2017_53–56" />


am[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Dom Köl­ner Dom]</div><p>Einige namhafte [https://de.wikipedia.org/wiki/Mystik Mystikerinnen] waren Beginen, beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Mechthild_von_Magdeburg Mechthild von Magdeburg], andere wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Marguerite_Porete Marguerite Porete] gerieten in den Verdacht der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4resie Häresie].<sup id="cite_ref-Reichstein2017_180–188_57-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_180%E2%80%93188-57 <span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Bekannte Beginen ==
== Bekannte Beginen ==
</div>
* [[Agnes Blannbekin]] (* um 1250; † 1315)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Blannbekin Agnes Blannbekin] (* um 1250; † 1315)
* [[Colette von Corbie]] (* 1381; † 1447)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Colette_von_Corbie Colette von Corbie] (* 1381; † 1447)
* [[Juliana von Lüttich]] (* 1193; † 1258)<ref name="Reichstein2017_180–188">Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 6. Zur Spiritualität der Beginen. 6.2. Juliana von Lüttich, Mechthild und Margareta von Magdeburg und Marguerite Porete – gewöhnliche Beginen?, S. 180–188.</ref><!-- für: eine Begine -->
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Juliana_von_L%C3%BCttich Juliana von Lüttich] (* 1193; † 1258)<sup id="cite_ref-Reichstein2017_180–188_57-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_180%E2%80%93188-57 <span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
* [[Margareta von Magdeburg]] (* 1237; † 1270)<ref name="Reichstein2017_180–188" />
*[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Margareta_von_Magdeburg&action=edit&redlink=1 Margareta von Magdeburg] (* 1237; † 1270)<sup id="cite_ref-Reichstein2017_180–188_57-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_180%E2%80%93188-57 <span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
* [[Mechthild von Magdeburg]] (* um 1207; † 1282/1297)<ref name="Reichstein2017_180–188" /><!-- für: 1297 -->
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Mechthild_von_Magdeburg Mechthild von Magdeburg] (* um 1207; † 1282/1297)<sup id="cite_ref-Reichstein2017_180–188_57-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-Reichstein2017_180%E2%80%93188-57 <span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
* [[Ida von Nivelles]] (* 1190; † 1237)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ida_von_Nivelles Ida von Nivelles] (* 1190; † 1237)
* [[Maria von Oignies]] (* um 1177; † 1213)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_von_Oignies Maria von Oignies] (* um 1177; † 1213)
* [[Maria van Oisterwijk]] (* um 1470; † 1547)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_van_Oisterwijk Maria van Oisterwijk] (* um 1470; † 1547)
* [[Gertrud von Ortenberg]] (* zwischen 1275 und 1285; † 1335)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_Ortenberg Gertrud von Ortenberg] (* zwischen 1275 und 1285; † 1335)
* [[Marcella Pattyn]] (* 1920; † 2013)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Marcella_Pattyn Marcella Pattyn] (* 1920; † 2013)
* [[Marguerite Porete]] (* um 1250/1260; † 1310)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Marguerite_Porete Marguerite Porete] (* um 1250/1260; † 1310)
* [[Christina von Stommeln]] (* 1242; † 1312)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Christina_von_Stommeln Christina von Stommeln] (* 1242; † 1312)
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Verbreitung ==
== Verbreitung ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Allgemein ===
=== Allgemein ===
[[file:550px-Panorama_beginenhof.jpg|link=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Panorama_beginenhof.jpg|550x135px]]
[[Datei:Panorama beginenhof.jpg|mini|hochkant=2.5|Beginenhof in [[Brügge]]]]
 
Es gab über 10.000 Beginenkonvente in weiten Teilen Europas von Spanien bis England, Ungarn und das Baltikum.<ref>Reichenstein, S, 53–56 führt die heutigen Staaten<!-- {|
| style="width:25%; vertical-align:top" |--> [[Belgien]], [[Deutschland]], [[England]], [[Estland]], [[Frankreich]],<!--
| style="width:15%; vertical-align:top" |--> [[Italien]], [[Lettland]], [[Niederlande]], [[Österreich]], [[Polen]],<!--
| style="width:60%; vertical-align:top" |--> [[Schweden]], [[Schweiz]], [[Spanien]], [[Tschechien]] und [[Ungarn]] auf; es fehlen nur Irland, Schottland, Wales, Portugal, Schweden, Norwegen, die Slowakei und die orthodoxen Länder des östlichen und südöstlichen Europas</ref>
 
13 der 26 noch erhaltenen [[Flandern|flämischen]] [[Beginenhof|Beginenhöfe]] wurden 1999 in die Liste des [[UNESCO-Welterbe|Weltkulturerbes]] aufgenommen.<ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''.  2017, 7. Die letzten Beginen der Neuzeit, S. 192–200 (Anzahl 26 dort nicht genannt).</ref>


Beginenhof in[https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCgge Brügge]</div><p>Es gab über 10.000 Beginenkonvente in weiten Teilen Europas von Spanien bis England, Ungarn und das Baltikum.<sup id="cite_ref-58" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-58 <span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>13 der 26 noch erhaltenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Flandern flämischen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhof Beginenhöfe] wurden 1999 in die Liste des [https://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Welterbe Weltkulturerbes]aufgenommen.<sup id="cite_ref-59" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-59 <span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Einzelne Konvente ===
=== Einzelne Konvente ===
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| [[Beginenhof Aarschot]]
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| [[Aarschot]]
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| [[Flandern]]
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| [[Beginenhof Amsterdam]]
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| [[Amsterdam]]
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| [[Beginenhof Antwerpen]]
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| [[Antwerpen]]
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Cannstatt Bad Cannstatt]
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Baden-W%C3%BCrttemberg Baden-Württemberg]
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Breda Breda]
| [[Breda]]
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| [[Niederlande]]
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| [[Beginenhof Brügge]]
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| [[Beginenhof Hasselt]]
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| [[Beginenhof Hoogstraten]]
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| data-sort-value="Heilig-Grab-Kirche Kitzingen" | [[Heilig-Grab-Kirche (Kitzingen)|Heilig-Grab-Kirche]] und Benefiziumsgebäude
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| [[Beginenhof Kortrijk]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Kortrijk Kortrijk]
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| data-sort-value="Beginenberg Kranenburg" | [[Niederrheinischer Höhenzug#Liste von Bergen und Erhebungen|Kranenburger Beginenberg]]<ref>Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland''. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Kranenburg [bei Kleve/Nordrhein-Westfalen], S. 299–300 (Beginenberg z.&nbsp;B. über [[OpenStreetMap]] auffindbar).</ref><!-- für: Beginen in Kranenburg -->
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Kranenburg_(Niederrhein) Kranenburg (Niederrhein)]
| [[Kranenburg (Niederrhein)]]
| Nordrhein-Westfalen
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Katharinenkapelle_(Landau_in_der_Pfalz) Katharinenkapelle (Landau in der Pfalz)]
| [[Katharinenkapelle (Landau in der Pfalz)|Katharinenkapelle]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Landau_in_der_Pfalz Landau in der Pfalz]
| [[Landau in der Pfalz]]
| Rheinland-Pfalz
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| [[Beginenhof Lier]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Lier_(Belgien) Lier]
| [[Lier (Belgien)|Lier]]
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| [[Großer Beginenhof Löwen]]
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| [[Löwen]]
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| [[Kleiner Beginenhof Löwen]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wen Löwen]
| [[Löwen]]
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| [[Großer Beginenhof Mecheln]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Mechelen Mechelen]
| [[Mechelen]]
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| [[Beginenhof Oudenaarde]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Oudenaarde Oudenaarde]
| [[Oudenaarde]]
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| data-sort-value="Beginenberg Rostock" | [[Beginenberg|Rostocker Beginenberg]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Rostock Rostock]
| [[Rostock]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern]
| [[Mecklenburg-Vorpommern]]
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| [[Beginenhof Sint-Truiden]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Sint-Truiden Sint-Truiden]
| [[Sint-Truiden]]
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| [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beguinenhaus_Stade&action=edit&redlink=1 Beguinenhaus Stade]
| [[Beguinenhaus Stade]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Stade Stade]
| [[Stade]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Niedersachsen Niedersachsen]
| [[Niedersachsen]]
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| [[Beginenhof Tienen]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Tienen Tienen]
| [[Tienen]]
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| [[Beginenhof Tongern]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Tongern Tongern]
| [[Tongern]]
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Beginenhof_Turnhout Beginenhof Turnhout]
| [[Beginenhof Turnhout]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Turnhout Turnhout]
| [[Turnhout]]
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| data-sort-value="Kirchberg Volkach" | [[Kirchberg (Volkach)|Volkacher Kirchberg]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Volkach_(Volkach) Volkach]
| [[Volkach (Volkach)|Volkach]]
| Bayern
| Bayern
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| [https://de.wikipedia.org/wiki/Schwesternhaus_Mariengarten Schwesternhaus Mariengarten]
| [[Schwesternhaus Mariengarten]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Wesel Wesel]
| [[Wesel]]
| Nordrhein-Westfalen
| Nordrhein-Westfalen
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| data-sort-value="Beginenkonvent Sankt Verena" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Konvent_St._Verena Beginenkonvent St. Verena]
| data-sort-value="Beginenkonvent Sankt Verena" | [[Konvent St. Verena|Beginenkonvent St. Verena]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCrich Zürich]
| [[Zürich]]
| [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz Schweiz]<tfoot></tfoot>
| [[Schweiz]]
|}
|}


*Hof Kenneken (ehemaliger Sitz einer Begardengemeinde): Haus Nr. 1 des zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bronnbach Kloster Bronnbach] gehörigen Bronnbacherhofes in [https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg Würzburg] (Bronnbachergasse)<sup id="cite_ref-61" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-61 <span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
* Hof Kenneken (ehemaliger Sitz einer Begardengemeinde): Haus Nr. 1 des zum [[Kloster Bronnbach]] gehörigen Bronnbacherhofes in [[Würzburg]] (Bronnbachergasse)<ref>Bruno Rottenbach: ''Würzburger Straßennamen. Band 1''. Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 51.</ref>
<p>Aus Beginen-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunit%C3%A4t Gemeinschaften] gingen beispielsweise folgende [https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Orden Terziarinnen]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster Klöster] hervor:</p>
* In der holländischen Stadt [[Haarlem]] gab es von [[1262]] bis [[1575]] einen Beginenhof. Einige Kirchen, viele alte Häuser und der Straßenname ''Begijnhof'' erinnern noch daran. Seit dem [[19. Jahrhundert]] befindet sich dort das örtliche [[Prostitution|Rotlichtviertel]].
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_der_Franziskanerinnen_von_Maria_Stern Franziskanerinnen-Kloster von Maria Stern Augsburg]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskanerinnenkloster_Dillingen_an_der_Donau Franziskanerinnen-Kloster Dillingen]
Aus Beginen-[[Kommunität|Gemeinschaften]] gingen beispielsweise folgende [[Dritter Orden|Terziarinnen]]-[[Kloster|Klöster]] hervor:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/St._Anna_(Stendal) Franziskanerinnen-Kloster Stendal]<sup id="cite_ref-BKB2007_StendalTerz2-1_49-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-BKB2007_StendalTerz2-1-49 <span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
* [[Kloster der Franziskanerinnen von Maria Stern|Franziskanerinnen-Kloster von Maria Stern Augsburg]]
* [[Franziskanerinnenkloster Dillingen an der Donau|Franziskanerinnen-Kloster Dillingen]]
* [[St. Anna (Stendal)|Franziskanerinnen-Kloster Stendal]]<ref name="BKB2007_StendalTerz2-1" />
 
== Moderne „Beginenhöfe“ ==
== Moderne „Beginenhöfe“ ==
</div><p>Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts entstanden einige moderne „Beginenhöfe“ in Deutschland.<sup id="cite_ref-62" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden#cite_note-62 <span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Diese betonen besonders den Aspekt des [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie selbstbestimmten] Zusammenlebens und des sozialen Zusammenhaltes in Frauengemeinschaften. Sie unterscheiden sich aber ansonsten grundlegend von den äußeren Formen und inneren Einstellungen der mittelalterlichen Beginen, die ein Leben in selbstgewählter Armut, tiefer Frömmigkeit und erniedrigenden sozialen Tätigkeiten führten.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts entstanden einige moderne „Beginenhöfe“ in Deutschland.<ref>{{Webarchiv |url=https://www.dachverband-der-beginen.de/beginenvereine.php |text=Moderne Beginengemeinschaften |wayback=20180628070702}}<!--[https://www.dachverband-der-beginen.de/startseite Dachverband der Beginen]-->.</ref> Diese betonen besonders den Aspekt des [[Autonomie|selbstbestimmten]] Zusammenlebens und des sozialen Zusammenhaltes in Frauengemeinschaften. Sie unterscheiden sich aber ansonsten grundlegend von den äußeren Formen und inneren Einstellungen der mittelalterlichen Beginen, die ein Leben in selbstgewählter Armut, tiefer Frömmigkeit und erniedrigenden sozialen Tätigkeiten führten.
 
== Literatur ==
== Literatur ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Allgemeine Literatur ===
=== Allgemeine Literatur ===
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* {{LexMA|1|1799|1803|Beg(h)inen|[[Kaspar Elm]], [[Raoul Manselli]], [[Rolf Sprandel]]}}
*Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland. Studien und Katalog.'' Dissertation. Technische Universität Berlin 2001 (= ''Wissenschaftliche Schriftenreihe Geschichte''. Band 9). 2., erweiterte Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3].
* Frank-Michael Reichstein: ''Das Beginenwesen in Deutschland. Studien und Katalog.'' Dissertation. Technische Universität Berlin 2001 (= ''Wissenschaftliche Schriftenreihe Geschichte''. Band 9). 2., erweiterte Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3.
*Gertrud Hofmann, Werner Krebber: ''Die Beginen. Geschichte und Gegenwart.'' 2. aktualisierte Auflage. Butzon & Bercker, Kevelaer 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783836705301 ISBN 978-3-8367-0530-1].
* Helga Unger: ''Die Beginen. Eine Geschichte von Aufbruch und Unterdrückung der Frauen.'' Verlag Herder, Freiburg im Breisgau u.&nbsp;a. 2005, ISBN 3-451-05643-7.
*Helga Unger: ''Die Beginen. Eine Geschichte von Aufbruch und Unterdrückung der Frauen.'' Verlag Herder, Freiburg im Breisgau u.&nbsp;a. 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3451056437 ISBN 3-451-05643-7].
* Gertrud Hofmann, Werner Krebber: ''Die Beginen. Geschichte und Gegenwart.'' 2. aktualisierte Auflage. Butzon & Bercker, Kevelaer 2008, ISBN 978-3-8367-0530-1.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Elm Kaspar Elm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Raoul_Manselli Raoul Manselli], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Sprandel Rolf Sprandel]: <cite>Beg(h)inen</cite>. In: <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Lexikon_des_Mittelalters Lexikon des Mittelalters] ''(LexMA)''</cite>. Band&nbsp;1. Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3760889018 ISBN 3-7608-8901-8], Sp.&nbsp;1799–1803.
 
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=== Regionale Darstellungen ===
=== Regionale Darstellungen ===
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* Otto Nübel: ''Mittelalterliche Beginen- und Sozialsiedlungen in den Niederlanden. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Fuggerei.'' Dissertation. Universität Erlangen-Nürnberg, 1968 (= ''Schwäbische Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte.'' Reihe 4, Band 14; ''Studien zur Fuggergeschichte''. Band 23). Mohr (Siebeck), Tübingen 1970.
*Petra Bernicke: ''„… in nostram protectionem, gubernationem et correctionem suscipimus….“ Studien zur Entwicklung der kleinen Frauenkonvente in Essen unter der Herrschaft der Äbtissinnen.'' Verlag MV Wissenschaft. Münster 2019, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783961631704 ISBN 978-3-96163-170-4] (= ''Forschungen zur Volkskunde''; Heft 70).
* [[Olaf Mußmann]]: ''Beginen – „Kommunardinnen“ des Mittelalters? Die „via media“ in Hannover.'' In: Angela Dinghaus (Hrsg.): ''Frauenwelten. Biographisch-historische Skizzen aus Niedersachsen.'' Olms, Hildesheim u.&nbsp;a. 1993, ISBN 3-487-09727-3, S. 19–32.
*Hannah Keß: ''Klausnerin – Nonne – Begine? Eine schwierige Kategorisierung. Zum Beginenwesen in Franken.'' In: ''Jahrbuch für fränkische Landesforschung.'' Band 6. 2007, <span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220446-3943%22&key=cql 0446-3943]</span>, S. 19–48.
* Hannah Keß: ''Klausnerin – Nonne – Begine? Eine schwierige Kategorisierung. Zum Beginenwesen in Franken.'' In: ''Jahrbuch für fränkische Landesforschung.'' Band 6. 2007, {{ISSN|0446-3943}}, S. 19–48.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Mu%C3%9Fmann Olaf Mußmann]: ''Beginen – „Kommunardinnen“ des Mittelalters? Die „via media“ in Hannover.'' In: Angela Dinghaus (Hrsg.): ''Frauenwelten. Biographisch-historische Skizzen aus Niedersachsen.'' Olms, Hildesheim u.&nbsp;a. 1993, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3487097273 ISBN 3-487-09727-3], S. 19–32.
* Petra Bernicke: ''„… in nostram protectionem, gubernationem et correctionem suscipimus….“ Studien zur Entwicklung der kleinen Frauenkonvente in Essen unter der Herrschaft der Äbtissinnen.'' Verlag MV Wissenschaft. Münster 2019, ISBN 978-3-96163-170-4 (= ''Forschungen zur Volkskunde''; Heft 70).
*Otto Nübel: ''Mittelalterliche Beginen- und Sozialsiedlungen in den Niederlanden. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Fuggerei.'' Dissertation. Universität Erlangen-Nürnberg, 1968 (= ''Schwäbische Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte.'' Reihe 4, Band 14; ''Studien zur Fuggergeschichte''. Band 23). Mohr (Siebeck), Tübingen 1970.
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Patschovsky Alexander Patschovsky]: ''Strassburger Beginenverfolgungen im 14. Jahrhundert.'' In: ''Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters.'' Band 30, 1974, S. 56–198 ([http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/p/2001/patschovsky/www.uni-konstanz.de/fuf/philo/geschichte/patschovsky/aufsaetze/inhalt/ia/ia.html Text]).
<!-- Niederlande * Walter Simons: ''Cities of Ladies. Beguine Communities in the Medieval Low Countries, 1200–1565.'' University of Pennsylvania Press, Philadelphia (PA) 2001, ISBN 0-8122-3604-1. -->
*Jörg Voigt: ''Beginen im Spätmittelalter. Frauenfrömmigkeit in Thüringen und im Reich.'' Dissertation. Universität Jena 2009 (= ''Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen''. Kleine Reihe, Band 32). Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783412206680 ISBN 978-3-412-20668-0].
* [[Alexander Patschovsky]]: ''Strassburger Beginenverfolgungen im 14. Jahrhundert.'' In: ''Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters.'' Band 30, 1974, S. 56–198 ([http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/p/2001/patschovsky/www.uni-konstanz.de/fuf/philo/geschichte/patschovsky/aufsaetze/inhalt/ia/ia.html Text]).
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<!--* Dayton Phillips: ''Beguines in medieval Strasburg. A Study of the Social Aspect of Beguine Life.'' Dissertation. Columbia-Universität New York. Stanford University, Stanford (CA) 1941.-->
* Jörg Voigt: ''Beginen im Spätmittelalter. Frauenfrömmigkeit in Thüringen und im Reich.'' Dissertation. Universität Jena 2009 (= ''Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen''. Kleine Reihe, Band 32). Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20668-0.
 
=== Monographien über Einzelaspekte ===
=== Monographien über Einzelaspekte ===
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* Saskia Murk-Jansen: ''Brides in the Desert. The Spirituality of the Beguines.'' Darton, Longman + Todd, London 1998, ISBN 1-57075-201-X.
*Vera von der Osten-Sacken: ''Jakob von Vitrys Vita Mariae Oigniacensis. Zu Herkunft und Eigenart der ersten Beginen'' (= ''Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte.'' Band 223). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783525101025 ISBN 978-3-525-10102-5].
* [[Amalie Fößel]], Anette Hettinger: ''Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter'' (= ''Historisches Seminar''. Neue Folge, Band 12). Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, ISBN 3-8248-0032-2.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Amalie_F%C3%B6%C3%9Fel Amalie Fößel], Anette Hettinger: ''Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter'' (= ''Historisches Seminar''. Neue Folge, Band 12). Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3824800322 ISBN 3-8248-0032-2].
* Vera von der Osten-Sacken: ''Jakob von Vitrys Vita Mariae Oigniacensis. Zu Herkunft und Eigenart der ersten Beginen'' (= ''Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte.'' Band 223). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-10102-5.
*Saskia Murk-Jansen: ''Brides in the Desert. The Spirituality of the Beguines.'' Darton, Longman + Todd, London 1998, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/157075201X ISBN 1-57075-201-X].
 
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=== Aufsätze ===
=== Aufsätze ===
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* [[Alexander Patschovsky|Alexander Patschofsky]]: ''Beginen, Begarden und Terziaren im 14. und 15. Jahrhundert.'' In: [[Karl Schnith]], Roland Pauler (Hrsg.): ''Festschrift für Eduard Hlawitschka zum 65. Geburtstag'' (= ''Münchener Historische Studien. Abteilung Mittelalterliche Geschichte.'' Bd. 5). Lassleben, Kallmünz 1993, S. 403–418. ISBN 3-7847-4205-X. [http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/p/2001/patschovsky/www.uni-konstanz.de/fuf/philo/geschichte/patschovsky/aufsaetze/inhalt/xxii/xxii.html Text]
*Regina Doblies: ''Die Renaissance der Beginen.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Westfalenspiegel Westfalenspiegel]''. 4/2009, S. 28&nbsp;f.
* Kaspar Elm: ''Vita regularis sine regula. Bedeutung, Rechtsstellung und Selbstverständnis des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Semireligiosentums.'' In: ''Häresie und vorzeitige Reformation im Spätmittelalter.'' Herausgegeben von [[František Šmahel]] unter Mitarbeit von [[Elisabeth Müller-Luckner]]. R. Oldenbourg Verlag, München 1998, S. 239–273.
*Kaspar Elm: ''Vita regularis sine regula. Bedeutung, Rechtsstellung und Selbstverständnis des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Semireligiosentums.'' In: ''Häresie und vorzeitige Reformation im Spätmittelalter.'' Herausgegeben von [https://de.wikipedia.org/wiki/Franti%C5%A1ek_%C5%A0mahel František Šmahel] unter Mitarbeit von [https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_M%C3%BCller-Luckner Elisabeth Müller-Luckner]. R. Oldenbourg Verlag, München 1998, S. 239–273.
* [[Edeltraud Klueting]]: ''Beginen, Mantellaten und Karmelitinnen im 15. Jahrhundert.'' In: Edeltraud Klueting (Hrsg.): ''Fromme Frauen – unbequeme Frauen? Weibliches Religiosentum im Mittelalter'' (= ''Hildesheimer Forschungen.'' Band 3). Olms, Hildesheim u.&nbsp;a. 2006, ISBN 3-487-13073-4, S. 205–224.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Edeltraud_Klueting Edeltraud Klueting]: ''Beginen, Mantellaten und Karmelitinnen im 15. Jahrhundert.'' In: Edeltraud Klueting (Hrsg.): ''Fromme Frauen – unbequeme Frauen? Weibliches Religiosentum im Mittelalter'' (= ''Hildesheimer Forschungen.'' Band 3). Olms, Hildesheim u.&nbsp;a. 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3487130734 ISBN 3-487-13073-4], S. 205–224.
* Marco Schäfer: ''Diakonie in mittelalterlichen Beginengemeinschaften.'' In: [[Johannes Eurich]] (Hrsg.): ''Diakonisches Handeln im Horizont gegenwärtiger Herausforderungen'' (= ''DWI-Info.'' Band 38). Diakoniewissenschaftliches Institut, Heidelberg 2006, S. 115–139.
*Marco Schäfer: ''Diakonie in mittelalterlichen Beginengemeinschaften.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Eurich Johannes Eurich] (Hrsg.): ''Diakonisches Handeln im Horizont gegenwärtiger Herausforderungen'' (= ''DWI-Info.'' Band 38). Diakoniewissenschaftliches Institut, Heidelberg 2006, S. 115–139.
* Regina Doblies: ''Die Renaissance der Beginen.'' In: ''[[Westfalenspiegel]]''. 4/2009, S. 28&nbsp;f.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Patschovsky Alexander Patschofsky]: ''Beginen, Begarden und Terziaren im 14. und 15. Jahrhundert.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schnith Karl Schnith], Roland Pauler (Hrsg.): ''Festschrift für Eduard Hlawitschka zum 65. Geburtstag'' (= ''Münchener Historische Studien. Abteilung Mittelalterliche Geschichte.'' Bd. 5). Lassleben, Kallmünz 1993, S. 403–418. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/378474205X ISBN 3-7847-4205-X]. [http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/p/2001/patschovsky/www.uni-konstanz.de/fuf/philo/geschichte/patschovsky/aufsaetze/inhalt/xxii/xxii.html Text]
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
<!-- * Jacqueline Tarrant: ''The Clementine Decrees on the Beguines. Conciliar and Papal Versions.'' In: ''Archivum Historiae Pontificiae.'' Band 12, 1974, {{ISSN|0066-6785}}, S. 300–308. -->
<!-- === Nur kurze Erwähnungen ===
* [[Herbert Grundmann]]: ''Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Untersuchungen über die geschichtlichen Zusammenhänge zwischen der Ketzerei, den Bettelorden und der religiösen Frauenbewegung im 12. und 13. Jahrhundert und über die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Mystik''. Habilitationsschrift Universität Leipzig 1933 (= ''Historische Studien.'' Band 267). Ebering, Berlin 1935 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977).
* Gordon Leff: ''Heresy in the Later Middle Ages. The Relation of Heterodoxy to Dissent c. 1250 – c. 1450''. 2 Bände, Manchester University Press u.&nbsp;a., New York (NY) 1967.
* Robert E. Lerner: ''The Heresy of the Free Spirit in the Later Middle Ages.'' University of California Press, Berkeley (CA) u.&nbsp;a. 1972, ISBN 0-520-01908-3.
* [[Richard Kieckhefer]]: ''Repression of Heresy in Medieval Germany.'' University of Pennsylvania Press, Philadelphia (PA) 1979, ISBN 0-8122-7758-9, Kap. 3.
* [[Bernard McGinn]]: ''The presence of God. A History of Western Christian Mysticism. Band 3: The Flowering of Mysticism. Men and Women in the New Mysticism (1200–1350)''. Crossroad, New York (NY) 1998, ISBN 0-8245-1742-3, Kap. 1.4 und 5, (deutsche Übersetzung: ''Die Mystik im Abendland. Band 3: Blüte. Männer und Frauen der neuen Mystik (1200–1350)''. Herder, Freiburg im Breisgau u.&nbsp;a. 1999, ISBN 3-451-23383-5).
Hallmann Belgien
https://books.google.de/books?id=oJADAAAAcAAJ&pg=PA109 Ersterwähnungen -->
 
== Weblinks ==
== Weblinks ==
</div><div class="sisterproject"><div class="noresize noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Commons">[[file:12px-Commons-logo.svg.png|12x16px]]</span></span></div>'''<span class="plainlinks">[https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Beghards_and_Beguines?uselang=de <span lang="en">Commons</span>: Beghards and Beguines]</span>'''&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div><div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wikisource">[[file:15px-Wikisource-logo.svg.png|15x16px]]</span></span></div>'''[https://de.wikisource.org/wiki/Beginen Wikisource: Beginen]'''&nbsp;– Quellen und Volltexte</div>
{{Commonscat|Beghards and Beguines|audio=1|video=1}}
*[https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Beginen Beginen] Mittelalter-Lexikon
{{Wikisource|Beginen}}
*Joachim Schäfer: [https://www.heiligenlexikon.de/Orden/Beginen.htm Beginen] ''Ökumenisches Heiligenlexikon''
* [https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Beginen Beginen] im Mittelalter-Lexikon
<div>
 
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
</div><div>
<references responsive />
#[https://www.heiligenlexikon.de/Orden/Beginen.htm Beginen - Ökumenisches Heiligenlexikon.] Abgerufen am 27.&nbsp;Mai 2024.
 
#Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. In: Peter Dinzelbacher (Hrsg.): Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. 6 Bände, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/350672021X ISBN 3-506-72021-X], Phänomenologischer Teil. Heiligkeit des Menschen. Heilige Gemeinschaften. Semi-Religiosentum, S. 368–369.
[[Kategorie:Beginen und Begarden| ]]
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.2. Ausbreitung und Dimensionen des Beginenwesen nach Auswertung der Regestensammlung. 4.2.3. Die europäische Dimension des Beginenwesens, S. 53–56.
[[Kategorie:Historische christliche Bewegung]]
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen, S. 89–144.
[[Kategorie:Häresiegeschichte (Mittelalter)]]
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.3. Die Büßerbewegung und die verstärkte Beteiligung von Laien am religiösen Leben, S. 56–63, hier S. 61–63.
[[Kategorie:Geschichte der römisch-katholischen Kirche]]
#modern auch [https://web.archive.org/web/20150923193903/http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8184.html Seelfrauen] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 23. September 2015 im [https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]) in: Das grosse Kunstlexikon von P.&nbsp;W. Hartmann, aufgerufen am 28. Oktober 2015
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, S. 43–53 , Beginenklause: S. 48.
#Eduard: Die Geschichte des Ursprungs der belgischen Beghinen. Berlin 1843, S.&nbsp;109&nbsp;f. (mit einigen unsicheren älteren Erwähnungen).
#[https://www.cnrtl.fr/etymologie/b%C3%A9guine Béguine] CNRTL, mit einigen Herleitungsvorschlägen
#Stiftete eine Anzahl einzelner Häuschen, die er nicht verheirateten Frauen und Witwen ohne Unterschied von Stand oder Vermögen unter der Bedingung zu Wohnungen gab, dass sie [https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Ehelosigkeit ehelos] und anständig, arbeitsam und verträglich zusammenlebten.
#Herbert Grundmann: Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Darmstadt 1970, S. 48.
#Kaspar Elm: Begg(h)inen. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Lexikon_des_Mittelalters Lexikon des Mittelalters] (LexMA). Band&nbsp;1. Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3760889018 ISBN 3-7608-8901-8], Sp.&nbsp;1699&nbsp;f., plädierte für diese Variante, vgl. Katrin Knebel: [http://www.spaetmittelalter.uni-hamburg.de/spaetmittelalter/Lehre/Ergebnisse/Hamburg/themen/BeginenUndFrauenkloester.html Beginen in Hamburg.] Abgerufen am 31.&nbsp;August 2022., Abschnitt 3.1.; mit einigen Herkunftsmöglichkeiten, skeptisch
#Reichstein, 2017, 6.3. Vagabundierende und betrügerische Beginen, S. 189–191.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, S. 212–389, Beispiele für Klausen: Altenheim [Elsaß] S. 214: zwei Klausnerinnen; Birkach S. 221; Dienheim S. 237; Endingen S. 242; Feldkirchen S. 247: (um 1300 Erwähnung einer Klause); Gelnhausen S. 255: 1311 große und kleine Klause (mit Franziskanerinnen-Terziarinnen); Hausen ob Rottweil S. 266: Bestimmungen für die innere Ordnung; Kattenhorn S. 274: 1352 drei Klausnerinnen; Metternich S. 319: (Klause bezeugt); Nordhausen [Nordheim-Nordhausen bei Heilbronn/Baden-Württemberg] S. 329: (Beginenklause belegt); Oberkirch-Oberndorf S. 331–332; Owen S. 336: (Klause oder Haus); Rottweil S. 346: von 1307 bis 1525 vier Klausen; Sobernheim S. 352; Thalheim [Baden-Württemberg] S. 365: 1376 zugleich Klause und Franziskanerinnen-Terziarinnen; Wachbach S. 374: (1311 Klause); Wattweiler S. 375: (1320 Erwähnung der Begine Agnes der Beginenklause).
#Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. Paderborn 2000,, S. 357–358.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Amalie_F%C3%B6%C3%9Fel Amalie Fößel], Anette Hettinger: Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3824800322 ISBN 3-8248-0032-2], S. 50–51.
#Günter Peters: Norddeutsches Beginen- und Begardenwesen im Mittelalter. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Nieders%C3%A4chsisches_Jahrbuch_f%C3%BCr_Landesgeschichte Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte]. 40/41, 1969/70. S. 50–118, hier S. 72–82 (PDF); zu Konventen im norddeutschen Raum
#Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. Paderborn 2000, S. 354–357, Ratschläge: S. 354–355.
#Reichstein, 2017. 5.3. Die Aufnahme von Beginen in einen Konvent, S. 152–156.
#Reichstein, 2017. 5.4. Organisationsstrukturen der Beginengemeinschaften, S. 159 Anm. 836.
#Reichstein, 2017 S. 56–63, 145–147, 157–165, besonders S. 161
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, 4.4.4. Die Entwicklung ehemaliger Beginengemeinschaften als Terziarerkonvente, S. 73–77, hier S. 73.
#Reichstein, 2017. 9.1.4. Katalog. Altenburg [Jestetten-Altenburg bei Waldshut-Tiengen / Baden-Württemberg], S. 213–214: selbst bewirtschafteter Garten; Bulach [Karlsruhe-Bulach / Baden-Württemberg], S. 231: samt Garten; Egesheim [bei Rottweil/Baden-Württemberg], S. 240: umfangreiche Viehbestände; Eltville [bei Mainz/Rheinland-Pfalz], S. 241: Begine bewirtschaftet Hof; Göttingen [Niedersachsen], S. 258: vier Schafe in Esebeck im Besitz der Beginen; Köln [Nordrhein-Westfalen]. Konvent Busse, S. 285: gestattet 3&nbsp;Malter Korn wöchentlich zu mahlen; Kolmar [Colmar/Elsaß], S. 297: besorgen Äcker, Weinberge; Metternich [Koblenz-Metternich / Rheinland-Pfalz], S. 319: pachten sieben Weinbergparzellen; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332: Viehhaltung.
#Reichstein, 2017. 5.6.2. Die Ausübung von Handwerk durch Beginen, S. 167–170.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Lahrkamp Helmut Lahrkamp]: Münster – Beginenhaus Ringe, dann Terziarinnen. In: Karl Hengst (Hrsg.): Westfälisches Klosterbuch. Band&nbsp;2: Münster – Zwillbrock Münster 1994, S.&nbsp;127–131.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, Katalog. III. Mainzer Inklusenregel von 1279, S. 398–399.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017. 9.1.4. Katalog. Habenscheid (wüst) [bei Limburg an der Lahn/Rheinland-Pfalz], S. 260; Mainz [Rheinland-Pfalz]. Walpurgiskonvent, S. 312; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332; Ravensburg [Baden-Württemberg], S. 339.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/James_Lester_Hogg James Lester Hogg]: Kartäuser. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Dinzelbacher Peter Dinzelbacher], James Lester Hogg (Hrsg.): Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3520450011 ISBN 3-520-45001-1], 2. Regel, Verfassung, Tracht, S. 281–285, hier S. 285.
#Reichstein, 2017, S. 149–152
#Reichstein, 2017. S. 165–174
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.1. Erste Zeugnisse beginischer Lebensform im Spiegel der Darstellungen des Jakob von Vitry und Caesarius von Heisterbach, S. 32–41.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.1. Die kurialen und synodalen Beginenverordnungen bis zum Beginenprivileg von 1280, S. 89–102.
#William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von [https://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Bedouelle Guy Bedouelle]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3746216885 ISBN 3-7462-1688-5], I. Die Gründung des Ordens. Dominikus der Gründer, S. 22–25, Gleichsetzung von Armuts- und Bußbewegung: S. 23 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.1 Kontakte der Bettelorden zu Beginen, S. 63–69.
#Karl Remmen: Der Stadtraum Neuss. Korrelation von geomorphologischen Parametern und der Entwicklung von Nutzungsansprüchen und Raumordnungen bis in die Stauferzeit. Inaugural-Dissertation [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Heine-Universit%C3%A4t_D%C3%BCsseldorf Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf] 2002, Bocholt 2002, S. 45, 50, 54, 148–149 ([https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2305/305.pdf Volltext] in Universität Düsseldorf [PDF; 7,7&nbsp;MB; abgerufen am 5. November 2019]).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2001.
#William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von [https://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Bedouelle Guy Bedouelle]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3746216885 ISBN 3-7462-1688-5], II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. Die letzten 18 Jahre des 13. Jahrhunderts, S. 68–71, stillschweigende Anerkennung: S. 70 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.2. Semireligiosität als Problem der Kirchendisziplin – Die ambivalente Haltung der Kirche in der Beginenfrage bis zur Beginenschutzbulle von 1321, S. 102–115.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.4. Die Auflösung einiger Beginenkonvente unter Karl&nbsp;IV. im Jahre 1452, S. 118–128.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Seibt Ferdinand Seibt]: Karl&nbsp;IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3596160057 ISBN 3-596-16005-7], 8. Kapitel: Der Friedensfürst. Der zweite Romzug. S. 339–342.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Seibt Ferdinand Seibt]: Karl&nbsp;IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3596160057 ISBN 3-596-16005-7], 9. Kapitel: Wir, Karl… Hofkultur. S. 367–376, hier S. 372.
#Jiří Spĕváček: Frömmigkeit und Kirchentreue als Instrument der politischen Ideologie Karls&nbsp;IV. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Evamaria_Engel Evamaria Engel] im Auftrag Zentralinstitut für Geschichte an [https://de.wikipedia.org/wiki/Akademie_der_Wissenschaften_der_DDR Akademie der Wissenschaften der DDR] (Hrsg.): Karl&nbsp;IV. Politik und Ideologie im 14. Jahrhundert. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1982, [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek DNB] [https://d-nb.info/830490582 830490582], S. 158–170.
#William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von [https://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Bedouelle Guy Bedouelle]. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3746216885 ISBN 3-7462-1688-5], II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. [Einleitung], S. 40–41 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
#Gerhard Egert: Die Wallfahrtskirche St. Maria zu Volkach 1300–1400. In: MfJB f. Geschichte und Kunst. Band 37, 1985, S. 66–79.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.5. Die Institutionalisierung des Beginenwesens durch Papst Nikolaus&nbsp;V. im Jahre 1452, S. 128–137.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Landshut [Bayern], S. 301.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 1. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.3. Die Konstituierung der Dritten Orden. Fußnote 374, S. 73.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Helbig Herbert Helbig]: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter (= [https://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Kommission_zu_Berlin Historische Kommission zu Berlin] (Hrsg.): Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin. Band 41). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1973, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3110037955 ISBN 3-11-003795-5], Gesellschaft und soziale Ordnung. Die Geistlichkeit, S. 33–35, kaum Stadtrecht: S. 33.
#Kirsten Schmies: Stendal. Franziskanerinnen. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Dieter_Heimann Heinz-Dieter Heimann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Neitmann Klaus Neitmann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Schich Winfried Schich] und Weitere (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Band II (= Klaus Neitmann im Auftrag [https://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburgische_Historische_Kommission Brandenburgische Historische Kommission] und in Verbindung [https://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburgisches_Landeshauptarchiv Brandenburgisches Landeshauptarchiv] (Hrsg.): Brandenburgische Historische Studien. Band 14). Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783937233260 ISBN 978-3-937233-26-0], 2. Bände, 2. Geschichtlicher Abriß. 2.1 Kloster- bzw. Stiftsgeschichte, S. 1225–1226.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.6. Beginen und der Niedergang des mittelalterlichen Bußwesens während der Reformation, S. 137–144.
#[https://www.domradio.de/artikel/beginentum-flandern-stirbt-nach-800-jahren-langsam-aus Beginentum in Flandern stirbt nach 800 Jahren langsam aus.] 26.&nbsp;Mai 2008,abgerufen am 27.&nbsp;Mai 2024.
#[https://www.economist.com/news/obituary/21576632-marcella-pattyn-worlds-last-beguine-died-april-14th-aged-92-marcella-pattyn Marcella Pattyn, the world’s last Beguine, died on April 14th, aged 92]. (abgerufen am 28. Oktober 2015).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.3 Die Verwicklung südfranzösischer Beginen in den Armutsstreit von 1318–1323, S. 115–118.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen, S. 63–79.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Seibt Ferdinand Seibt]: Glanz und Elend des Mittelalters. Eine endliche Geschichte. Bassermann Verlag, München 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783809419969 ISBN 978-3-8094-1996-9], IV Geistliche, geistige und weltliche Abenteuer. Neue Ketzer – neue Orden, S. 195–201 (Erstausgabe: Siedler Verlag, München 1987).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.5. Zisterziensische Klöster, Stadthöfe und Beginen, S. 79–89.
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 6. Zur Spiritualität der Beginen. 6.2. Juliana von Lüttich, Mechthild und Margareta von Magdeburg und Marguerite Porete – gewöhnliche Beginen?, S. 180–188.
#Reichenstein, S, 53–56 führt die heutigen Staaten [https://de.wikipedia.org/wiki/Belgien Belgien], [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland Deutschland], [https://de.wikipedia.org/wiki/England England], [https://de.wikipedia.org/wiki/Estland Estland], [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankreich Frankreich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Italien Italien], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lettland Lettland], [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlande Niederlande], [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich Österreich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Polen Polen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweden Schweden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz Schweiz], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien Spanien], [https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechien Tschechien] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn Ungarn] auf; es fehlen nur Irland, Schottland, Wales, Portugal, Schweden, Norwegen, die Slowakei und die orthodoxen Länder des östlichen und südöstlichen Europas
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, 7. Die letzten Beginen der Neuzeit, S. 192–200 (Anzahl 26 dort nicht genannt).
#Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783895744273 ISBN 978-3-89574-427-3], 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Kranenburg [bei Kleve/Nordrhein-Westfalen], S. 299–300 (Beginenberg z.&nbsp;B. über [https://de.wikipedia.org/wiki/OpenStreetMap OpenStreetMap] auffindbar).
#Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band 1. Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 51.
#[https://web.archive.org/web/20180628070702/https://www.dachverband-der-beginen.de/beginenvereine.php Moderne Beginengemeinschaften] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 28. Juni 2018 im [https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]).
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Aktuelle Version vom 17. Juni 2026, 06:08 Uhr

Holzschnitt einer Begine, entnommen dem Totentanz von Matthäus Brandis (1489)

Beginen und Begarden waren Mitglieder von religiösen Laiengemeinschaften in weiten Teilen Europas vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Sie richteten ihr Leben am Armuts- und Bußideal in der Nachfolge Jesu Christi aus und verrichteten vor allem karitative Tätigkeiten für Kranke, Arme und Sterbende.[1][2][3][4]

Namensvarianten und Herleitungen

Varianten

  • lateinisch: beguini, beguinae, mulieres devotiae
  • französisch: béguines
  • flämisch: begijnen
  • deutsch: baginen, bagynen, bakynen, beghinen, beguinen, begutten, lullsustern (= Lollardenschwestern), Nonnen, Selsustern, Seelschwestern, Seelweiber[5], Schwestern; modern auch Klausnerinnen[6]

Etymologie

Die Entstehung der Bezeichnung Beginen ist unklar. Bereits 1243 erklärte ein Autor, dass er die Herkunft dieses Wortes nicht kenne. Die erste sichere erhaltene Erwähnung begina ist von 1223 aus Köln bekannt. Eventuelle frühere Erwähnungen sind unsicher.[7]

Als mögliche Herleitungen wurden bisher genannt[8]

  • Heilige Begga († um 695) aus Brabant
    Sie gründete eine religiöse Frauengemeinschaft, wurde später von den Beginen als Gründerin bezeichnet. Bis in das 13. Jahrhundert gab es aber keinerlei schriftliche Erwähnungen von Gemeinschaften nach ihrem Vorbild. Möglicherweise trotzdem Vorbild für die Namensentstehung.
  • Lambert le Bègue († 1177)
    Er gilt als Gründer des Beginenhofes in Lüttich.[9] Der Beiname il Begge (der Stammler?) ist allerdings erst von 1259 bekannt, möglicherweise sogar in der Bedeutung der Begine. Wird in der neueren Forschung als Herkunftsname abgelehnt.
  • Albigenser
    Eine südfranzösische religiöse Bewegung, die um 1224 als häretisch bekämpft wurde.[10] Einmalige verkürzte Erwähnung beggini (1209). Unwahrscheinlich als Herkunftsname, da sie regional und strukturell sehr verschieden von den Beginen waren. Auch eine übertragene Bedeutung als Häretiker ist unwahrscheinlich, da die Beginen im 13. Jahrhundert noch als kirchlich anerkannt galten.[11]
  • beige
    Aufgrund der Farbe ihrer Kleidung. Mögliche Herleitung.

Lebensweise

Klösterle in Cannstatt als erhaltenes (wahrscheinliches) Beginenhaus, mit Hauskapelle

Beginen lebten meist in Konventen in Beginenhäusern oder -höfen, einige auch allein in ihren eigenen Häusern oder auf Wanderschaft. Sie lebten nach Regeln der Armut, der Keuschheit und des regelmäßigen Gebetes.

Man kann verschiedene Formen des Beginenlebens unterscheiden.

  • Wanderbeginen lebten vom Betteln und Predigen (wie Wandermönche), seltene Form in der Frühzeit[12]
  • im elterlichen Haus wohnend, mit alltäglichem Leben
  • im eigenen Haus lebend und selbstständig geschäftlich tätig
  • ein Beginenhaus, mit etwa 3 bis 12 Beginen
  • Beginenklause, kleinere Gemeinschaft, abgeschottet nach außen[13][14]
  • größerer Beginenkonvent mit mehreren Häusern
  • Beginenhof, ein abgeschlossenes Gelände mit mehreren Häusern, Wirtschaftsgebäuden, abgegrenzt nach außen durch eine Mauer oder einen Graben, nur in Belgien und den Niederlanden.[15]

Beginenkonvente

Die meisten Beginen lebten in Konventen in einem Haus mit etwa drei bis zwölf Bewohnerinnen. Dort galt jeweils eine Hausordnung, die von ihnen akzeptiert wurde.[16] In größeren Gemeinschaften gab es eine Meisterin (magistra) und meist auch einen Vorsteher von außen, der grundsätzliche Entscheidungen traf. Kleinere Gemeinschaften bis etwa vier Frauen regelten ihre Angelegenheiten selbst. Jede Frau bezahlte bei ihrem Eintritt eine Geldsumme.

Die Beginen legten kein Gelübde ab, sie verpflichteten sich jedoch, ein Leben in Armut (gemäßigtes, einfaches Leben), Gehorsam (gegenüber der Meisterin und dem Prokurator, falls es diese gab) und Keuschheit, den drei evangelischen Räten, zu führen.[17] Dazu kamen Frömmigkeit, Tätigkeiten der Nächstenliebe und die Forderung nach einem tugendhaften Lebenswandel.[18]

Es sind einige Hausordnungen erhalten, zum Beispiel Braunschweig 1290, Hamburg 1360, Hannover 1441, 1520, 1530, Lübeck 1438, 1463 und Stralsund 1332 (im norddeutschen Raum). Diese geben jeweils ein plastisches Bild vom Leben im Konvent, da jedes formulierte Verbot und jede Einschränkung auf bisherige alltägliche Gewohnheiten hinwiesen. Hauptinhalte von Hausordnungen waren Regelungen zum Umgang der Bewohnerinnen mit außenstehenden Personen. So sollten die Frauen niemals alleine das Haus verlassen und auch Begegnungen mit anderen nur in Gegenwart von Mitschwestern haben. In Aachen verbot die Neufassung von 1333 das gemeinsame Übernachten, Feiern und Baden mit Männern.[19]

Ein weiterer Schwerpunkt der Statuten war das Verbot von Geschwätz, Zankereien, Herabsetzungen von Mitschwestern in Gegenwart von anderen und Ähnlichem. Dafür wurden harte Strafen bis zum Ausschluss angedroht.

Den Beginen war es grundsätzlich möglich, aus dem Konvent wieder auszutreten. In einigen Orten erhielten sie ihr eingezahltes Geld zurück, in anderen nicht. Sie konnten danach wieder heiraten und ein normales alltägliches Leben führen. [15][20]

Seit dem 15. Jahrhundert mehrten sich die kritischen Berichte und Satiren, die den Beginen Oberflächlichkeit, Eitelkeit, leere Lebensformen und einen lockeren Lebenswandel vorwarfen, so zum Beispiel Sebastian Brants Narrenschiff und Thomas Murner, jeweils im Straßburger Raum.

Terziarinnenordnungen

Ab dem 14. Jahrhundert schlossen sich einige Beginen formal einem der Bettelorden als sogenannte Terziarinnen an, das heißt als Laienschwestern innerhalb eines Ordens. Die Drittordens-Konstitutionen „waren so weit gefasst, dass Beginen diese ohne Einschränkungen annehmen konnten.“[21] Hierbei gewann der etwas offener gestaltete Drittorden der Franziskanerinnen die meisten Anhängerinnen, seltener die Augustinerinnen, am wenigsten die Dominikanerinnen (Cölln bei Berlin). Dies lag wahrscheinlich an deren seltenerem Vorhandensein in Städten sowie an einigen strengeren Punkten ihrer terziarischen Konstitution.

Nach außen war oft nicht erkennbar, ob und wie stark ehemalige Beginenkonvente in Bettelorden eingegliedert worden waren. Die weitgehende Übereinstimmung der Lebensweise von Terziarin und Begine unterstrich deren semireligiösen Charakter.[21]

Besaßen Beginen Scha­fe, kon­trol­lier­ten sie die Pro­duk­ti­on von der Wol­le bis zum We­ben; Geor­ges Lau­gée: Schä­fe­rin füt­tert ei­nes ih­rer Scha­fe, 1880[22][23]
Beispiele

Eine (Beginen-)Klause überlieferte mitunter nur jenes Wort, u. a. in Habenscheid. Aufgrund der Quellenlücken und -widersprüche blieb vielfach ungeklärt, inwieweit es sich tatsächlich um eine solche handelte. In Ravensburg entstand 1395 ausdrücklich ein klausuriertes Schwesternhaus bei der dem Erzengel Michael gewidmeten Kapelle. 1406 ordnete der Bischof von Konstanz eine Verpflichtung zur Drittordensregel des Franziskus von Assisi an, die bewusst eine soziale, also nach außen gerichtete Tätigkeit zuließ. In Münster (Westfalen) nahm eines der dortigen Beginenhäuser, die Sorores et baghinae domus in Ringhe (Schwestern und Beginen des Hauses in Ringhe), 1491 die franziskanische Regel an und konstituierte sich als Sorores laicae de poenitentia tertiae regulae sancti patris Francisci Monasterii (Laienschwestern von der Buße des dritten Ordens des heiligen Vaters Franziskus zu Münster); sie unterstanden der geistlichen Leitung der Franziskaner-Observanten der Kölnischen Franziskanerprovinz und wurden vom Observanten-Kloster Hamm aus betreut.[24]

Deutschland brachte lediglich sechs Beginenklausen mit Benedikt-Regel hervor. In keiner davon legten die Klausnerinnen ein Ordensgelübde ab. Die Oberraderinnen hüteten ihr Vieh auf der Allmende und betrieben ein Gaststübchen, was gegen ein völliges Lossagen von der Welt sprach. Eine eigene Beginenordnung erhielt z. B. 1279 die Beginenklause Sankt Walpurgis in Mainz. Paragraf 5: „Alle sollen in einem Zimmer leben, das durch zwei Schlösser versperrt ist. Einen der Schlüssel verwahrt die Äbtissin, den Anderen die Älteste der Inklusen.“[25] Zum Vergleich, bei den Kartäuserinnen (ein Zweitorden) bestanden die Abmilderungen der Einsiedelei aus Einzelräumen statt separater Behausungen und dem gemeinsamen Einnehmen der Mahlzeiten.[13][26][6][27]

Tätigkeiten

Die hauptsächlichen Aufgaben von Beginen waren die Begleitung von Sterbenden, auch mit Gebeten, das Herrichten der Leichname, die Begleitung bei den Bestattungen und die Gebete für die Verstorbenen (für das Seelenheil).[28] Dazu kamen regelmäßige Gebete für die Stifterfamilien der Beginenhäuser sowie die Krankenpflege in Hospitälern, besonders bei ansteckenden Krankheiten (in Leprosorien, St.-Georgs-Hospitälern und anderen Spitälern). Außerdem betrieben die Beginen an einigen Orten Mädchenschulen und leisteten Haushaltsdienste wie Wäschewaschen.[15][29]

Die Beginenkonvente finanzierten sich vor allem aus Spenden, Schenkungen, Vermächtnissen und Erträgen aus Eigen- oder Stiftungsvermögen. Die Stifter beließen die Verfügungsgewalt über das Vermögen meist in den Händen ihrer eigenen Familie, der Kirche oder des Stadtrats.

In einigen Fällen waren Beginen auch mit handwerklichen Tätigkeiten beschäftigt, vor allem der Tuchweberei. Damit traten sie in Konkurrenz zu den Zünften und Gilden, ohne wie diese Auflagen, Abgabezwängen und mengenmäßigen Beschränkungen zu unterliegen. Weitere seltener erwähnte Tätigkeiten waren Bierbrauen, Flechten von Blumenkränzen und Myrte, Backen von Hostien, Herstellung von Kerzen und Wachsfackeln sowie Sieden von Seife.

Geschichte der Beginen

Wurzeln und Anfänge

Jakob von Vitry för­der­te die Be­gi­nen und über­lie­fer­te Auf­schlüs­se zu ih­ren An­fäng­en; Ce­cil Jay: Die Beginen von Goes beim Kirchendienst, 1900[30]

Erste Ansätze reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Das stieß zunächst auf Widerspruch im Klerus. 1139 forderte das Zweite Laterankonzil: „Außerdem bestimmen wir, dass der verderbliche und skandalöse Mißstand abgeschafft werde, wonach manche Frauen, ohne nach der Regel des seligen Benedikt oder der des Basilius oder der Augustinusregel zu leben, doch vor aller Welt als Nonnen gelten wollen.“[30] Die Ausführungen zur Lebensweise dieser Frauen ähnelten bereits stark denen der Beginen. Die ersten konkreten zeitgenössischen Spuren, nun ohne Argwohn geäußert, entstammen der Zeit um 1200. Als Ursprungsraum galten bereits damals das Herzogtum Brabant und die Grafschaft Flandern. Die Geschichtswissenschaft folgte zumeist dieser Ansicht. Ebenso frühe Zeugnisse überlieferten andere Territorien im Heiligen Römischen Reich. Martina Wehrli-Johns sah ein Entstehen in den italienischen Städten und von dort ein Überspringen auf die Textilzentren.[1][30]

Die kirchenrechtlichen Anfänge wurzelten in der Armuts- und Bußbewegung. Diese Laienbewegung erkannte Papst Innozenz III. 1201 grundsätzlich an. Jakob Johannes von Lier, Jakob von Vitry und Weitere setzten sich bei der Römischen Kurie für die Beginen ein. Das 1215 auf dem Vierten Laterankonzil beschlossene Verbot neuer Orden betraf sie nicht. Im folgenden Jahr erteilte Papst Honorius III. ihrer Lebensweise eine mündliche Erlaubnis. Dem folgten schriftliche Erneuerungen und Spezifizierungen der Beginenprivilegien für einzelne Regionen. Von Beginn an wurde den Beginen die freie Wahl eines Ordenspriesters als Seelsorger eingeräumt. Die Entscheidung trafen die Fundatoren oder die Beginen. Die Synodalstatuten der Erzbistümer und Bistümer betonten das Betreuungs- und Aufsichtsrecht der Diözesanpriester. Das widersprach teilweise den päpstlichen Erlassen. Viele Stadträte behielten sich ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht vor.[31][4][32][30]

Ausbreitung der Bewegung und Konflikte

Das frühe Auftreten der Frauenbewegung verknüpfte sich mit der Gründung von Zisterzienserinnen-Klöstern. Die Verbindung zum Orden stellte schon Jakob von Vitry her. Die starke Ausbreitung stand jedoch im Zusammenhang mit den Bettelorden. Tauchten in einer Stadt erstmals die Dominikaner und insbesondere die Franziskaner auf, ließen sich in zeitlicher Nähe oft Beginen nachweisen. Die Chronisten bestätigten, dass die Bettelorden die Buße vorlebten, die Frauen das Ideal aufnahmen und auf selbständige Weise weiterentwickelten.[30][33]

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Rekonstruktion des Be­gi­nen­kon­vents Mi­cha­els­berg in Neuss (zir­ka 1360), im Vor­der­grund Kla­ris­sen­gas­se und Mi­cha­el­stra­ße[34]

Regular- und Säkularklerus stritten um die seelsorgerische Betreuung der Gläubigen und die daran gekoppelten Einnahmen. Die Auseinandersetzung trugen sie auf dem Rücken der Beginen aus. Im sogenannten Begräbnisstreit schwelgten die Bettelorden in Lobpreisungen. Auf der Gegenseite verschärfte sich von einer Bistumssynode zur nächsten der Ton, wurden zunehmend die Vorwürfe des Ungehorsams und der Häresie erhoben. Die Wirkkraft von Synodalbeschlüssen war allerdings begrenzt. Durch die mündliche Erteilung der päpstlichen Approbation gerieten sie wohl in Vergessenheit, was sich zum Problem entwickelte. Die Bestätigung der Drittordens-Konstitutionen in den 1280er Jahren entspannte die Situation nur bedingt. Den unrühmlichen Tiefpunkt markierte das Konzil von Vienne 1311/1312. Die dort von Papst Clemens V. verfassten Dekrete wurden erst nach seinem Tod verbreitet. Ihre Widersprüchlichkeit sorgte für Verwirrung und wurde von einigen Niederklerikern genutzt, um gegen Beginen und selbst Terziarinnen vorzugehen. Sein Nachfolger Johannes XXII. konnte mit der Schutzbulle vom 13. Januar 1321 die Missverständnisse relativ erfolgreich beseitigen. Von der sich verstärkenden Inquisition waren die Beginen zunächst selten betroffen, ihre Gemeinschaften blühten im 14. Jahrhundert weiter.[31][35][36][30][37][38]

Ab 1354 bezeichneten päpstliche und kaiserliche Bullen die Beginen und Begarden meist zusammen als häretische Sekten. Ob dies aus Unwissenheit oder als Verurteilung geschah, entzog sich der sicheren Erkenntnis. Seit 1368 forcierte Urban V. (Papst 1362–1370) in Deutschland die Inquisition erheblich. Zunächst fühlte sich Karl IV. laut Heinrich Friedjung dieser Politik nicht verpflichtet. Während des 2. Romzugs legte der Kaiser Station in Lucca ein. Von dort verkündete er am 9. Juni 1369 einen ungewöhnlich scharfen, u. a. gegen Beginen und Begarden gerichteten Häretikererlass. Die Gründe dafür und Absichten dahinter blieben mangels Schriftquellen im Dunkeln (Ferdinand Seibt: plötzliches Misstrauen; M. Tönsing: Schutzaufgabe des weltlichen Herrschers, deutsche Königswahl von Wenzel; Frank-Michael Reichstein [jeweils mit ?]: Erfüllungsgehilfe des Papstes, Einflüsterung durch Walter Kerlinger). Frömmigkeit und Kirchentreue nutzte der Luxemburger als Instrumente seiner dynastischen Politik, ihr ordnete er alles unter.[38][39][40][41]

Das Auf und Ab der päpst­li­chen Hal­tung zu den Be­gi­nen zeig­te sich kom­pri­miert bei Gre­gor XI.; Kup­fer­stich, un­be­kannt, 19. Jahr­hun­dert[3]

Die förmliche Einführung der Inquisition in Deutschland brachte allgemein kaum praktische Auswirkungen, für die Beginen noch geringere. In weniger als einem Prozent der in Das Beginenwesen in Deutschland aufgelisteten Siedlungen kam es zu Verfolgungen. Urban V. ernannte 1364 den Dominikaner Walter Kerlinger zum Inquisitor. Er griff besonders in der Ordensprovinz Sachsen, 1369 zum Provinzial gewählt, hart durch. Über die erfurtischen Ereignisse des Jahrs 1368 berichtete der Chronist und Franziskaner Detmar. Von 400 Begarden und Beginen gaben demnach 200 ihre Lebensweise auf, 200 flohen (außerhalb ließ sich die Fluchtwelle nicht fassen) und 2 Begarden wurden verbrannt. Nach der Beerdigung Kerlingers 1373 beschlagnahmte der Erfurter Stadtrat seine beträchtliche Erbschaft. Offenbar erfreute er sich in seiner Heimat keiner großen Beliebtheit. Wie harmlos die „Verfolgung“ ablaufen konnten, zeigte sich in Lüneburg. Dort trickste der Stadtrat den Inquisitor Johannes von Odelevessen mittels eines Scheinverkaufs des Beginenhauses aus. Gregor XI. (Papst 1370–1378) ordnete am 23. Juli 1372 für die Erzbistümer Mainz, Köln, Trier, Salzburg, Magdeburg und Bremen die Anstellung von fünf (es sind aber sechs Erzbistümer) Inquisitoren an. Sie sollten durch die Dominikaner-Provinziale ernannt werden. Aufbaumaßnahmen unterblieben, Aktivitäten waren kaum erkennbar. Der Widerstand bezüglich der Schwestern ließ Gregor XI. umschwenken. In Bullen vom 7. April 1374 und 7. Dezember 1377 stellte er den päpstlichen Schutz wieder her, vermied jedoch das Wort Begine.[38][42]

Niedergang im 15. Jahrhundert

Ab dem 15. Jahrhundert nahm die Anzahl der Neugründungen von Gemeinschaften signifikant ab. Der Zwist zwischen den beiden klerikalen Säulen um die Beginenseelsorge und -einnahmen dauerte an, nicht zuletzt ausgelöst durch deren fehlende zentrale Leitung. Die vom Säkularklerus ständig auf Konzilen und Synoden wiederholten Vorwürfe wirkten rufschädigend. Verschiedene apostolische Schutzprivilegien entfalteten nur für kurze Zeit Wirkung, galten zumeist für einzelne Erzbistümer, differenzierten die religiösen Frauengruppen unscharf. Das Vorhaben von Martin V. (Papst 1417–1431), das Beginenwesen endgültig in die Dritten Orden einzubinden, verlief weitgehend im Sande, auch wenn etwa der Bischof Johann II. von Brunn für das Bistum Würzburg 1422 eine Aufhebung der sozial wirkenden Frauengemeinschaften[43] erlassen hatte. Die Synode des Bistums Konstanz von 1423 strebte eine klare Kleidertrennung an. Weltlich lebende Beginen sollten das Skapulier ablegen, nur Ordensfrauen die Überwürfe als Standeszeichen dienen. Eugen IV. (Papst 1431–1447) wechselte erneut den Kurs der Universalkirche, forderte in einer Bulle von 1431 die Bischöfe zum Schutz der Schwestern auf, verbot in einer Anordnung von 1440 den Dominikanern das weitere inquisitorische Vorgehen. Die inneren Zustände der Gemeinschaften sollten jedoch strenger beaufsichtigt werden.[44]

Der Wandel von einer Be­gi­nen-Ge­mein­schaft zu ei­nem Ter­zia­rin­nen-Klos­ter dau­er­te mit­un­ter Jahr­zehn­te, ver­lief auch ent­ge­gen­ge­setzt. 1480 galt als Stich­jahr für das Fran­zis­ka­ner­in­nen-Klos­ter Lands­hut; Ost­an­sicht.[21][45]

Nikolaus V. (Papst 1447–1455) griff die Idee des Vorvorgängers wieder auf. In seinem Auftrag leitete Nikolaus von Kues die kölnische Erzbistumssynode von 1452. Der Kardinal und Legat erklärte das Bekenntnis zu oder die Annahme von einer approbierten Drittordens-Konstitution für zukünftige Beginengemeinschaften zur Pflicht. Das Gleiche galt für bereits bestehende, es sei denn, sie verfügten nachweislich über eine Zulassung des apostolischen Stuhls oder standen unter der Aufsicht eines Ordens. Der Druck erbrachte zwar keinen durchschlagenden Erfolg, aber in den nachfolgenden Jahrzehnten eine deutliche Zunahme von Umwandlungen. Im Verlauf des Zentenniums assimilierten sich die Terziaren/-innen immer mehr in den Regularklerus. So stellte Sixtus IV. (Papst 1471–1484) mit seiner Bulle vom 1. Dezember 1480 die nach der Dritten Konstitution des Franziskus von Assisi abgelegten Ordensgelübde denen der anderen Orden gleich. Eine eindeutige Zuordnung zum Klerus brachte die damit verbundenen Privilegien – Befreiung von (weltlichen) Abgaben und Diensten, kaum dem Stadtrecht unterliegend. Solche Beginen erwuchsen ihren städtischen Förderern und Fundatoren zur wirtschaftlichen Konkurrenz. Das senkte merklich die Akzeptanz in den maßgeblichen Schichten, löste ab Mitte des 15. Jahrhunderts stark vermehrte Abwehrreaktionen der Gilden, Stadträte und Zünfte aus.[44][46][47][48]

Frühe Neuzeit

Die Reformation und die damit verbundene religiöse Neuorientierung schlugen breite Schneisen ins Beginenwesen. Frank-Michael Reichstein ermittelte jedoch, dass immerhin 40 Prozent der Gemeinschaften die Umbrüche überstanden. Das örtliche Fortleben hing weniger mit der Konfession, mehr vom Wohlwollen der Stadträte ab. Manche behaupteten sich bis ins 19., teilweise sogar bis ins 20. Jahrhundert.[49] Im Jahr 2004 gab es noch fünf aktive Beginen in Flandern. 2008 starb in Gent die vorletzte 99-jährig.[50] Die letzte Begine – Marcella Pattyn – verschied am 14. April 2013 im Alter von 92 Jahren in einem Altenheim in Kortrijk.[51]

Regionale Ereignisse

  • Der Basler Beginenstreit von 1405 bis 1411 zerstörte den guten Ruf der Schwestern und untergrub ihre wirtschaftlichen Grundlagen.[44]

Beziehungen der Beginen zu den Orden

In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts gingen aus Beginengemeinschaften in wenigen Fällen Klöster der Zisterzienserinnen und Dominikanerinnen hervor. Ab der 2. Hälfte des Zentenniums übernahmen fast ausschließlich die selbst der Armutsbewegung entsprossenen Bettelorden, insbesondere die Dominikaner und Franziskaner die seelsorgerische Betreuung. Das bedeutete nicht, dass es zu anderen Orden keine Kontakte gab. Am Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sich für die Dritten Orden eine feste kirchenrechtliche Gestalt. Sie wandten sich an Laien, die „das Leben in der Welt mit einem Leben in Buße verbinden wollten.“[21] Eine Führungsrolle trugen Franziskaner- und Augustinerinnen. Beginen-Gemeinschaft und Terziarinnen-Kloster flossen sanft ineinander über. Eine generelle Verpflichtung zur Annahme einer Drittordens-Konstitution gab es nicht.[30][53][54][55]

Mystik der Beginen

Skulptur von Chris­ti­na von Stom­meln am Köl­ner Dom

Ob es tatsächlich eine spezifische Form der Beginenmystik gegeben hat, ist umstritten. Einige namhafte Mystikerinnen waren Beginen, beispielsweise Maria von Oignie, deren Vita von Jakob von Vitry niedergeschrieben wurde. Auch die niederländische Begine Hadewijch war Mystikerin. Zu einer der berühmtesten Mystikerinnen, Mechthild von Magdeburg, liegen keine sicheren biographischen Daten vor. Man kann nur von Andeutungen sprechen, die vermuten lassen, dass sie in einer Beginengemeinschaft gelebt habe. Trotz der individuellen Gottesbeziehungen blieben die Mystikerinnen der Kirche treu. Lediglich Marguerite Porete wurde wegen ihrer Schrift Spiegel der einfachen Seelen in Paris 1310 zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt.[2]

Bekannte Beginen

Verbreitung

Allgemein

Beginenhof in Brügge

Es gab über 10.000 Beginenkonvente in weiten Teilen Europas von Spanien bis England, Ungarn und das Baltikum.[57]

13 der 26 noch erhaltenen flämischen Beginenhöfe wurden 1999 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.[58]

Einzelne Konvente

Beginenkonvente Ortschaft Land
Beginenhof Aarschot Aarschot Flandern
Beginenhof Amsterdam Amsterdam Niederlande
Beginenhof Antwerpen Antwerpen Flandern
Beginenklösterle Bad Cannstatt Bad Cannstatt Baden-Württemberg
Beginenhof Breda Breda Niederlande
Beginenhof Brügge Brügge Flandern
Beginenklösterle Buchen Buchen (Odenwald) Baden-Württemberg
Beginenhaus Deilinghofen Deilinghofen Nordrhein-Westfalen
Beginenhof Dendermonde Dendermonde Flandern
Beginenhof Diest Diest Flandern
Beginenhof Diksmuide Diksmuide Flandern
Beginengemeinschaften in Geldern Geldern Nordrhein-Westfalen
Alter Beginenhof Gent Gent Flandern
Kleiner Beginenhof ter Hoye Gent Flandern
Großer Beginenhof Sint-Amandsberg Gent Flandern
Beginenhaus Hannover Hannover Niedersachsen
Beginenturm Hannover Hannover Niedersachsen
Beginenhof Hasselt Hasselt Flandern
Beginenhaus bei St. Wolfgang Heilbronn Baden-Württemberg
Beginenhof Hoogstraten Hoogstraten Flandern
Heilig-Grab-Kirche und Benefiziumsgebäude Kitzingen Bayern
Bergkirche Hohenfeld Kitzingen-Hohenfeld Bayern
Kalkarer Beginenberg Kalkar Nordrhein-Westfalen
Beginenhaus Kempten Kempten (Allgäu) Bayern
Beginenhof Kortrijk Kortrijk Flandern
Kranenburger Beginenberg[59] Kranenburg (Niederrhein) Nordrhein-Westfalen
Katharinenkapelle Landau in der Pfalz Rheinland-Pfalz
Beginenhof Lier Lier Flandern
Großer Beginenhof Löwen Löwen Flandern
Kleiner Beginenhof Löwen Löwen Flandern
Großer Beginenhof Mecheln Mechelen Flandern
Beginenhof Oudenaarde Oudenaarde Flandern
Rostocker Beginenberg Rostock Mecklenburg-Vorpommern
Beginenhof Sint-Truiden Sint-Truiden Flandern
Beguinenhaus Stade Stade Niedersachsen
Beginenhof Tienen Tienen Flandern
Beginenhof Tongern Tongern Flandern
Beginenhof Turnhout Turnhout Flandern
Volkacher Kirchberg Volkach Bayern
Schwesternhaus Mariengarten Wesel Nordrhein-Westfalen
Beginenkonvent St. Verena Zürich Schweiz
  • Hof Kenneken (ehemaliger Sitz einer Begardengemeinde): Haus Nr. 1 des zum Kloster Bronnbach gehörigen Bronnbacherhofes in Würzburg (Bronnbachergasse)[60]
  • In der holländischen Stadt Haarlem gab es von 1262 bis 1575 einen Beginenhof. Einige Kirchen, viele alte Häuser und der Straßenname Begijnhof erinnern noch daran. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich dort das örtliche Rotlichtviertel.

Aus Beginen-Gemeinschaften gingen beispielsweise folgende Terziarinnen-Klöster hervor:

Moderne „Beginenhöfe“

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts entstanden einige moderne „Beginenhöfe“ in Deutschland.[61] Diese betonen besonders den Aspekt des selbstbestimmten Zusammenlebens und des sozialen Zusammenhaltes in Frauengemeinschaften. Sie unterscheiden sich aber ansonsten grundlegend von den äußeren Formen und inneren Einstellungen der mittelalterlichen Beginen, die ein Leben in selbstgewählter Armut, tiefer Frömmigkeit und erniedrigenden sozialen Tätigkeiten führten.

Literatur

Allgemeine Literatur

  • Kaspar Elm, Raoul Manselli, Rolf Sprandel: Beg(h)inen. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1. Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 1799–1803.
  • Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. Studien und Katalog. Dissertation. Technische Universität Berlin 2001 (= Wissenschaftliche Schriftenreihe Geschichte. Band 9). 2., erweiterte Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3.
  • Helga Unger: Die Beginen. Eine Geschichte von Aufbruch und Unterdrückung der Frauen. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2005, ISBN 3-451-05643-7.
  • Gertrud Hofmann, Werner Krebber: Die Beginen. Geschichte und Gegenwart. 2. aktualisierte Auflage. Butzon & Bercker, Kevelaer 2008, ISBN 978-3-8367-0530-1.

Regionale Darstellungen

  • Otto Nübel: Mittelalterliche Beginen- und Sozialsiedlungen in den Niederlanden. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Fuggerei. Dissertation. Universität Erlangen-Nürnberg, 1968 (= Schwäbische Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte. Reihe 4, Band 14; Studien zur Fuggergeschichte. Band 23). Mohr (Siebeck), Tübingen 1970.
  • Olaf Mußmann: Beginen – „Kommunardinnen“ des Mittelalters? Die „via media“ in Hannover. In: Angela Dinghaus (Hrsg.): Frauenwelten. Biographisch-historische Skizzen aus Niedersachsen. Olms, Hildesheim u. a. 1993, ISBN 3-487-09727-3, S. 19–32.
  • Hannah Keß: Klausnerin – Nonne – Begine? Eine schwierige Kategorisierung. Zum Beginenwesen in Franken. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung. Band 6. 2007, ISSN 0446-3943, S. 19–48.
  • Petra Bernicke: „… in nostram protectionem, gubernationem et correctionem suscipimus….“ Studien zur Entwicklung der kleinen Frauenkonvente in Essen unter der Herrschaft der Äbtissinnen. Verlag MV Wissenschaft. Münster 2019, ISBN 978-3-96163-170-4 (= Forschungen zur Volkskunde; Heft 70).
  • Alexander Patschovsky: Strassburger Beginenverfolgungen im 14. Jahrhundert. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Band 30, 1974, S. 56–198 (Text).
  • Jörg Voigt: Beginen im Spätmittelalter. Frauenfrömmigkeit in Thüringen und im Reich. Dissertation. Universität Jena 2009 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, Band 32). Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20668-0.

Monographien über Einzelaspekte

  • Saskia Murk-Jansen: Brides in the Desert. The Spirituality of the Beguines. Darton, Longman + Todd, London 1998, ISBN 1-57075-201-X.
  • Amalie Fößel, Anette Hettinger: Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Religiöse Lebensformen von Frauen im Mittelalter (= Historisches Seminar. Neue Folge, Band 12). Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, ISBN 3-8248-0032-2.
  • Vera von der Osten-Sacken: Jakob von Vitrys Vita Mariae Oigniacensis. Zu Herkunft und Eigenart der ersten Beginen (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte. Band 223). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-10102-5.

Aufsätze

  • Alexander Patschofsky: Beginen, Begarden und Terziaren im 14. und 15. Jahrhundert. In: Karl Schnith, Roland Pauler (Hrsg.): Festschrift für Eduard Hlawitschka zum 65. Geburtstag (= Münchener Historische Studien. Abteilung Mittelalterliche Geschichte. Bd. 5). Lassleben, Kallmünz 1993, S. 403–418. ISBN 3-7847-4205-X. Text
  • Kaspar Elm: Vita regularis sine regula. Bedeutung, Rechtsstellung und Selbstverständnis des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Semireligiosentums. In: Häresie und vorzeitige Reformation im Spätmittelalter. Herausgegeben von František Šmahel unter Mitarbeit von Elisabeth Müller-Luckner. R. Oldenbourg Verlag, München 1998, S. 239–273.
  • Edeltraud Klueting: Beginen, Mantellaten und Karmelitinnen im 15. Jahrhundert. In: Edeltraud Klueting (Hrsg.): Fromme Frauen – unbequeme Frauen? Weibliches Religiosentum im Mittelalter (= Hildesheimer Forschungen. Band 3). Olms, Hildesheim u. a. 2006, ISBN 3-487-13073-4, S. 205–224.
  • Marco Schäfer: Diakonie in mittelalterlichen Beginengemeinschaften. In: Johannes Eurich (Hrsg.): Diakonisches Handeln im Horizont gegenwärtiger Herausforderungen (= DWI-Info. Band 38). Diakoniewissenschaftliches Institut, Heidelberg 2006, S. 115–139.
  • Regina Doblies: Die Renaissance der Beginen. In: Westfalenspiegel. 4/2009, S. 28 f.


Commons: Beghards and Beguines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Beginen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. In: Peter Dinzelbacher (Hrsg.): Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. 6 Bände, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-72021-X, Phänomenologischer Teil. Heiligkeit des Menschen. Heilige Gemeinschaften. Semi-Religiosentum, S. 368–369.
  2. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, S. 180–188.
  3. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen, S. 89–144.
  4. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.3. Die Büßerbewegung und die verstärkte Beteiligung von Laien am religiösen Leben, S. 56–63, hier S. 61–63.
  5. ↑ modern auch Seelfrauen (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) in: Das grosse Kunstlexikon von P. W. Hartmann, aufgerufen am 28. Oktober 2015
  6. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, S. 43–53 , Beginenklause: S. 48.
  7. ↑ Eduard: Die Geschichte des Ursprungs der belgischen Beghinen. Berlin 1843, S. 109 f. (mit einigen unsicheren älteren Erwähnungen).
  8. ↑ Béguine CNRTL, mit einigen Herleitungsvorschlägen
  9. ↑ Stiftete eine Anzahl einzelner Häuschen, die er nicht verheirateten Frauen und Witwen ohne Unterschied von Stand oder Vermögen unter der Bedingung zu Wohnungen gab, dass sie ehelos und anständig, arbeitsam und verträglich zusammenlebten.
  10. ↑ Herbert Grundmann: Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Darmstadt 1970, S. 48.
  11. ↑ Kaspar Elm: Begg(h)inen. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1. Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 1699 f., plädierte für diese Variante, vgl. Katrin Knebel: Beginen in Hamburg. Abgerufen am 31. August 2022., Abschnitt 3.1.; mit einigen Herkunftsmöglichkeiten, skeptisch
  12. ↑ Reichstein, 2017, 6.3. Vagabundierende und betrügerische Beginen, S. 189–191.
  13. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, S. 212–389, Beispiele für Klausen: Altenheim [Elsaß] S. 214: zwei Klausnerinnen; Birkach S. 221; Dienheim S. 237; Endingen S. 242; Feldkirchen S. 247: (um 1300 Erwähnung einer Klause); Gelnhausen S. 255: 1311 große und kleine Klause (mit Franziskanerinnen-Terziarinnen); Hausen ob Rottweil S. 266: Bestimmungen für die innere Ordnung; Kattenhorn S. 274: 1352 drei Klausnerinnen; Metternich S. 319: (Klause bezeugt); Nordhausen [Nordheim-Nordhausen bei Heilbronn/Baden-Württemberg] S. 329: (Beginenklause belegt); Oberkirch-Oberndorf S. 331–332; Owen S. 336: (Klause oder Haus); Rottweil S. 346: von 1307 bis 1525 vier Klausen; Sobernheim S. 352; Thalheim [Baden-Württemberg] S. 365: 1376 zugleich Klause und Franziskanerinnen-Terziarinnen; Wachbach S. 374: (1311 Klause); Wattweiler S. 375: (1320 Erwähnung der Begine Agnes der Beginenklause).
  14. ↑ Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. Paderborn 2000,, S. 357–358.
  15. ↑ a b c Amalie Fößel, Anette Hettinger: Klosterfrauen, Beginen, Ketzerinnen. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein 2000, ISBN 3-8248-0032-2, S. 50–51.
  16. ↑ Günter Peters: Norddeutsches Beginen- und Begardenwesen im Mittelalter. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 40/41, 1969/70. S. 50–118, hier S. 72–82 (PDF); zu Konventen im norddeutschen Raum
  17. ↑ Peter Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Band 2. Hoch- und Spätmittelalter. Paderborn 2000, S. 354–357, Ratschläge: S. 354–355.
  18. ↑ Reichstein, 2017. 5.3. Die Aufnahme von Beginen in einen Konvent, S. 152–156.
  19. ↑ Reichstein, 2017. 5.4. Organisationsstrukturen der Beginengemeinschaften, S. 159 Anm. 836.
  20. ↑ Reichstein, 2017 S. 56–63, 145–147, 157–165, besonders S. 161
  21. ↑ a b c d Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, 4.4.4. Die Entwicklung ehemaliger Beginengemeinschaften als Terziarerkonvente, S. 73–77, hier S. 73.
  22. ↑ Reichstein, 2017. 9.1.4. Katalog. Altenburg [Jestetten-Altenburg bei Waldshut-Tiengen / Baden-Württemberg], S. 213–214: selbst bewirtschafteter Garten; Bulach [Karlsruhe-Bulach / Baden-Württemberg], S. 231: samt Garten; Egesheim [bei Rottweil/Baden-Württemberg], S. 240: umfangreiche Viehbestände; Eltville [bei Mainz/Rheinland-Pfalz], S. 241: Begine bewirtschaftet Hof; Göttingen [Niedersachsen], S. 258: vier Schafe in Esebeck im Besitz der Beginen; Köln [Nordrhein-Westfalen]. Konvent Busse, S. 285: gestattet 3 Malter Korn wöchentlich zu mahlen; Kolmar [Colmar/Elsaß], S. 297: besorgen Äcker, Weinberge; Metternich [Koblenz-Metternich / Rheinland-Pfalz], S. 319: pachten sieben Weinbergparzellen; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332: Viehhaltung.
  23. ↑ Reichstein, 2017. 5.6.2. Die Ausübung von Handwerk durch Beginen, S. 167–170.
  24. ↑ Helmut Lahrkamp: Münster – Beginenhaus Ringe, dann Terziarinnen. In: Karl Hengst (Hrsg.): Westfälisches Klosterbuch. Band 2: Münster – Zwillbrock Münster 1994, S. 127–131.
  25. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, Katalog. III. Mainzer Inklusenregel von 1279, S. 398–399.
  26. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017. 9.1.4. Katalog. Habenscheid (wüst) [bei Limburg an der Lahn/Rheinland-Pfalz], S. 260; Mainz [Rheinland-Pfalz]. Walpurgiskonvent, S. 312; Oberrad [Frankfurt am Main-Oberrad/Hessen], S. 332; Ravensburg [Baden-Württemberg], S. 339.
  27. ↑ James Lester Hogg: Kartäuser. In: Peter Dinzelbacher, James Lester Hogg (Hrsg.): Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-45001-1, 2. Regel, Verfassung, Tracht, S. 281–285, hier S. 285.
  28. ↑ Reichstein, 2017, S. 149–152
  29. ↑ Reichstein, 2017. S. 165–174
  30. ↑ a b c d e f g Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.1. Erste Zeugnisse beginischer Lebensform im Spiegel der Darstellungen des Jakob von Vitry und Caesarius von Heisterbach, S. 32–41.
  31. ↑ a b Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.1. Die kurialen und synodalen Beginenverordnungen bis zum Beginenprivileg von 1280, S. 89–102.
  32. ↑ William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von Guy Bedouelle. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, I. Die Gründung des Ordens. Dominikus der Gründer, S. 22–25, Gleichsetzung von Armuts- und Bußbewegung: S. 23 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
  33. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.1 Kontakte der Bettelorden zu Beginen, S. 63–69.
  34. ↑ Karl Remmen: Der Stadtraum Neuss. Korrelation von geomorphologischen Parametern und der Entwicklung von Nutzungsansprüchen und Raumordnungen bis in die Stauferzeit. Inaugural-Dissertation Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2002, Bocholt 2002, S. 45, 50, 54, 148–149 (Volltext in Universität Düsseldorf [PDF; 7,7 MB; abgerufen am 5. November 2019]).
  35. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2001.
  36. ↑ William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von Guy Bedouelle. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. Die letzten 18 Jahre des 13. Jahrhunderts, S. 68–71, stillschweigende Anerkennung: S. 70 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
  37. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.2. Semireligiosität als Problem der Kirchendisziplin – Die ambivalente Haltung der Kirche in der Beginenfrage bis zur Beginenschutzbulle von 1321, S. 102–115.
  38. ↑ a b c Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.4. Die Auflösung einiger Beginenkonvente unter Karl IV. im Jahre 1452, S. 118–128.
  39. ↑ Ferdinand Seibt: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16005-7, 8. Kapitel: Der Friedensfürst. Der zweite Romzug. S. 339–342.
  40. ↑ Ferdinand Seibt: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1316–1378. neue Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16005-7, 9. Kapitel: Wir, Karl… Hofkultur. S. 367–376, hier S. 372.
  41. ↑ Jiří Spĕváček: Frömmigkeit und Kirchentreue als Instrument der politischen Ideologie Karls IV. In: Evamaria Engel im Auftrag Zentralinstitut für Geschichte an Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Karl IV. Politik und Ideologie im 14. Jahrhundert. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1982, DNB 830490582, S. 158–170.
  42. ↑ William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens. Geleitwort von Guy Bedouelle. 1. Auflage, St. Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, II. Die Ausbreitung des Ordens 1221–1303. [Einleitung], S. 40–41 (übersetzt von Christophe Holzer, Winfried Locher).
  43. ↑ Gerhard Egert: Die Wallfahrtskirche St. Maria zu Volkach 1300–1400. In: MfJB f. Geschichte und Kunst. Band 37, 1985, S. 66–79.
  44. ↑ a b c Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.5. Die Institutionalisierung des Beginenwesens durch Papst Nikolaus V. im Jahre 1452, S. 128–137.
  45. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Landshut [Bayern], S. 301.
  46. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 1. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2001, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen. 4.4.3. Die Konstituierung der Dritten Orden. Fußnote 374, S. 73.
  47. ↑ Herbert Helbig: Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter (= Historische Kommission zu Berlin (Hrsg.): Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin. Band 41). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1973, ISBN 3-11-003795-5, Gesellschaft und soziale Ordnung. Die Geistlichkeit, S. 33–35, kaum Stadtrecht: S. 33.
  48. ↑ a b Kirsten Schmies: Stendal. Franziskanerinnen. In: Heinz-Dieter Heimann, Klaus Neitmann, Winfried Schich und Weitere (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Band II (= Klaus Neitmann im Auftrag Brandenburgische Historische Kommission und in Verbindung Brandenburgisches Landeshauptarchiv (Hrsg.): Brandenburgische Historische Studien. Band 14). Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-937233-26-0, 2. Bände, 2. Geschichtlicher Abriß. 2.1 Kloster- bzw. Stiftsgeschichte, S. 1225–1226.
  49. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.6. Beginen und der Niedergang des mittelalterlichen Bußwesens während der Reformation, S. 137–144.
  50. ↑ Beginentum in Flandern stirbt nach 800 Jahren langsam aus. 26. Mai 2008, abgerufen am 27. Mai 2024.
  51. ↑ Marcella Pattyn, the world’s last Beguine, died on April 14th, aged 92. (abgerufen am 28. Oktober 2015).
  52. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.6. Die Geschichte der „Verfolgung“ der Beginen vom 13. bis 16. Jahrhundert im Spiegel geistlicher und weltlicher Verordnungen. 4.6.3 Die Verwicklung südfranzösischer Beginen in den Armutsstreit von 1318–1323, S. 115–118.
  53. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.4. Franziskaner und Dominikaner als Seelsorger der Beginen und Terziarinnen, S. 63–79.
  54. ↑ Ferdinand Seibt: Glanz und Elend des Mittelalters. Eine endliche Geschichte. Bassermann Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8094-1996-9, IV Geistliche, geistige und weltliche Abenteuer. Neue Ketzer – neue Orden, S. 195–201 (Erstausgabe: Siedler Verlag, München 1987).
  55. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 4. Die Geschichte der Beginen als Teil der Bußbewegung. 4.5. Zisterziensische Klöster, Stadthöfe und Beginen, S. 79–89.
  56. ↑ a b c Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 6. Zur Spiritualität der Beginen. 6.2. Juliana von Lüttich, Mechthild und Margareta von Magdeburg und Marguerite Porete – gewöhnliche Beginen?, S. 180–188.
  57. ↑ Reichenstein, S, 53–56 führt die heutigen Staaten Belgien, Deutschland, England, Estland, Frankreich, Italien, Lettland, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien und Ungarn auf; es fehlen nur Irland, Schottland, Wales, Portugal, Schweden, Norwegen, die Slowakei und die orthodoxen Länder des östlichen und südöstlichen Europas
  58. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2017, 7. Die letzten Beginen der Neuzeit, S. 192–200 (Anzahl 26 dort nicht genannt).
  59. ↑ Frank-Michael Reichstein: Das Beginenwesen in Deutschland. 2. Auflage, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978-3-89574-427-3, 9. Anhang. 9.1. Regesten zum deutschen Beginenwesen. 9.1.4. Katalog. Kranenburg [bei Kleve/Nordrhein-Westfalen], S. 299–300 (Beginenberg z. B. über OpenStreetMap auffindbar).
  60. ↑ Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band 1. Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 51.
  61. ↑ Moderne Beginengemeinschaften (Memento vom 28. Juni 2018 im Internet Archive).