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„-lein“ – Versionsunterschied

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anstelle von [[-el]], gleichbedeutend [[-chen]]
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***** Rosel, Charlottel u.s.f. Häuslein oder Häusel, von Haus,  
***** Rosel, Charlottel u.s.f. Häuslein oder Häusel, von Haus,  
****** folgt nebst noch einigen der Regel.
****** folgt nebst noch einigen der Regel.
<p class="zenoPLm4n0">Die Endsylben [[Wortglied::-e]] und [[-en]] </p>
<p class="zenoPLm4n0">Die Endsylben [[-e]] und [[-en]] </p>


* werden vor der Verkleinerung weggeworfen.  
* werden vor der Verkleinerung weggeworfen.  

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 13:36 Uhr

-lein, vwdt. mit klein; ahd.-deu.

anstelle von -el, gleichbedeutend -chen

In den Oberdeutschen gemeinen Mundarten

  • wird diese Endung überaus sehr verändert.
    • In der Schweiz lautet sie -li,
    • um Nürnberg und in der Oberpfalz -la,
    • in Schlesien -le, -la, -aln und -ang,
    • um Grünberg in Schlesien -lang,
    • in andern Gegenden -ling, (S. diese Endung,)
    • in der Jüdisch-Deutschen Mundart -lich,
    • im Salzburgischen -lach u.s.f.[1]
    • Bübla, Büble, Bübli, Bübaln, Büblang u.s.f. für Büblein.

-lein[2]

[3]-jein, eine Endsylbe, welche den Hauptwörtern angehänget wird,

  • wenn man aus denselben verkleinernde Wörter bilden will.
    • Das Kindlein, Herzlein, Thierlein, Weiblein, Brieflein, Steinlein u.s.f.
    • ein kleines Kind, Herz, Thier u.s.f. zu bezeichnen.
  • Wenn in der ersten oder zweyten vorher gehenden Sylbe einer der Selbstlaute a, o und u folget,
    • so werden selbige in den meisten Fällen in die verwandten Laute ä, ö und ü verwandelt.
      • Lämmlein, Mägdlein, Männlein, Mäuslein, Städtlein, Häutlein, Fräulein, Bäumlein, Brötlein, Söhnlein, Büchlein, Mütterlein, Rüthlein, Hütlein, Hündlein, Brüderlein, Kämmerlein, Klösterlein u.s.f.
    • In einigen wenigen bleiben diese Selbstlauter unverändert,
      • Maulbeerlein, Alraunlein und noch einige andere,
      • wohin auch die meisten eigenen Nahmen gehören,
        • besonders wenn sie anstatt -lein die Sylbe -el bekommen;
          • Rosel, Charlottel u.s.f. Häuslein oder Häusel, von Haus,
            • folgt nebst noch einigen der Regel.

Die Endsylben -e und -en

  • werden vor der Verkleinerung weggeworfen.
    • Fähnlein, Knäblein, Öchslein, Büchslein, Öflein, Küßlein, Küchlein u.s.f.
      • von Fahne, Knabe, Ochse, Büchse, Ofen, Küssen, Kuchen.
  • Wenn sich aber ein Wort
    • auf ein unbetontes l endet,
      • oder vielmehr, wenn die Sylbe, worin sich das l am Ende befindet, unbetont ist,
        • so bleibt das eine l weg.
          • Engelein, Vögelein, Kügelein, Näbelein, Sesselein u.s.f.
            • von Engel, Vogel, Kugel, Nabel, Sessel.
    • Ist hingegen die Sylbe betont,
      • so leidet in den meisten Fällen der Wohlklang,
        • daher man sich alsdann lieber des gleichbedeutenden, aber mehr Hochdeutschen -chen bedienet.
    • Harte Sprecharten machen freylich von Maul, Stuhl, Mäullein, Stühllein u.s.f.
      • Allein, wem es um den Wohllaut zu thun ist, wird diese Diminutiva ohne Bedenken mit Mäulchen, Stühlchen vertauschen.

Bey der gleichbedeutenden verkleinernden Endung -chen

  • im ersten Bande dieses Wörterbuches, ist bereits angemerket worden,
    • daß die vermittelst der Sylbe -lein gemachten Verkleinerungen der Oberdeutschen Mundart vorzüglich eigen sind,
    • und daher auch in der feyerlichen und höhern Schreibart der Hochdeutschen,
      • welche über dieß die Diminutiva so sehr als möglich vermeidet,
      • den Verkleinerungen auf -chen vorgezogen werden,
      • welche im Hochdeutschen mehr der vertraulichen und geselligen Sprechart eigen sind. S. Chen.

Alle eigentliche Diminutiva

  • haben im Deutschen so wie in den meisten andern Sprachen,
    • außer der eigentlichen verkleinernden Bedeutung
    • noch einen doppelten Nebengebrauch,
      • indem sie theils, und zwar am häufigsten,
      • zugleich Ausdrücke der Vertraulichkeit und Zärtlichkeit sind,
        • wo zugleich der harte Nebenbegriff des Hauptwortes verschwindet,
        • ein kleines artiges Närrlein oder Närrchen;
        • zuweilen aber auch der Verachtung.
          • Ein Dichterlein, Kunstrichterlein, ein verächtlicher Dichter oder Kunstrichter.
    • Einige wenige haben durch den Gebrauch auch andere Nebenbegriffe bekommen.
      • So ist Fräulein ein Ehrennahme unverheiratheter adeliger Frauenzimmer geworden;
        • sein Müthlein kühlen, es sind gute Leutlein, haben die Verkleinerung nebst den Neben-Ideen fast völlig verloren.

Die Verkleinerungen auf -lein sind so wie die auf -chen insgesammt sächlichen Geschlechtes;
  • in der zweyten einfachen Endung bekommen sie ein s und die erste vielfache ist der ersten einfachen alle Mahl gleich.

In den Oberdeutschen gemeinen Mundarten

  • wird diese Endung überaus sehr verändert.
    • In der Schweiz lautet sie -li,
    • um Nürnberg und in der Oberpfalz -la,
    • in Schlesien -le, -la, -aln und -ang,
    • um Grünberg in Schlesien -lang,
    • in andern Gegenden -ling, (S. diese Endung,)
    • in der Jüdisch-Deutschen Mundart -lich,
    • im Salzburgischen -lach u.s.f.[1]
    • Bübla, Büble, Bübli, Bübaln, Büblang u.s.f. für Büblein.
  • Die häufigste Zusammenziehung,
    • welche fast in allen Oberdeutschen Gegenden gangbar ist,
    • geschiehet in -el, und wenn ein -n vorher gehet,
      • im Österreichischen u.s.f. in -del;
        • Steindel, Mandel, Hähndel, Hahndel,
        • für Steinlein, Männlein, Hähnlein.
      • Oft bleibt auch von dieser Sylbe weiter nichts als ein bloßes -l übrig;
        • Wörtl, Klösterl, für Wörtel oder Wörtlein, Klösterlein.
    • Die Hochdeutschen haben manche dieser Wörter auf -el gleichfalls angenommen,
      • Mädel für Mägdlein, von Mad, Magd, Mündel, Ferkel u.s.f.
      • welche man aber mit derjenigen Endung nicht verwechseln muß,
        • wo -el ein Werkzeug, ein handelndes Object u.s.f. bedeutet, S. -El.

Bey den ältern Oberdeutschen Schriftstellern,

  • z.B. dem Kero, Ottfried, Notker, Willeram u.a.
    • wo doch überhaupt die verkleinernden Formen selten sind,
      • lautet diese Endung beständig -lin.
    • Sie kommt
      • mit den verkleinernden Endungen der Lateiner -lus und -culus überein,
      • und gehöret außer allem Streite
        • zu dem noch in dem Nieders.
        • und andern nördlichen Sprachen üblichen Worte
          • lehn, leen, mager, klein,
          • ja zu unserm klein selbst,
            • welches, so wie das Angelsächs. hlean, bloß durch Vorsetzung des Hauch- und Gaumenlautes daraus gebildet worden.
            • S. das Beywort 1. Lehne und Klein.
  1. ↑ a b [2015]
  2. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 2015-2016. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000296481, Lizenz: Gemeinfrei, Faksimiles: 2015 | 2016, Kategorien: Lexikalischer Artikel
  3. ↑ [2015]