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-chen

aus AufEinWort, der freien Forschung
Wrtndng

-che-n mhdt.-dt. "klein, jung"

  • vermindernde Nachsibe (wie -lein),
  • zusammengesetzt aus dem häufig in Tier- und Pflanzennamen,
    • auch in vermindernden, auftretenden ger. k-Endsilben
      • (oft mit vorangestelltem Bindewortlaut, s. Habicht, Kranich,
        • die unter Sperling angeführten Formen
        • mhd. (md.) sperc, sperke, sperche
        • und vgl.
          • ahd. fulihha ‘weibliches Füllen, junge Stute’, 9. Jh., m
          • engl. hillok ‘kleiner Hügel, Haufen’)
      • und der Endsilbe ger. -īna-,
        • zu uig. -īno-, -eino-, das ursprünglich eine Zugehörigkeit, Abstammung ausdrückt,
          • daher auch ‘das Kleine, das Junge’ bezeichnen kann,
          • vgl. got. gaits ‘Geiß’, gaitein ‘das Junge der Geiß, Zicklein’
          • und s. Schwein, Scheweinchen, Füllen, Füllin, Küken, Kükchen.
    • In Verbindung mit k- und l-Suffix (s. -lein) erhält -īna- eindeutig vermindernden Sinn.
    • Es ergeben sich
      • asächs. -ikīn, wieskipikīn ‘Schiffchen’,
      • mnd. -ken, wie vürken ‘Feuerchen’,
      • ahd. -ihhīn, -ihhī wie fulihhīn, fulihhī ‘Füllen’ (Hs. 12. Jh.),
      • mhd. (md.) -ichin, -chen, wie bei nichin, frouchen.
    • Solche Bildungen entstehen (zuerst vereinzelt) seit dem 9. Jh. und sind seit dem 14. Jh. in allen Landschaften anzutreffen.
    • Luther kennt von Hause aus -chen, bevorzugt in seinen gedruckten Schriften aber obd. -lein,
      • das bis etwa 1620 vorherrscht; danach wird -chen häufiger, das 1690 von Bödiker als deminuierende Endung empfohlen wird.
    • Heute dominiert -chen in der Prosa; es steht in der Regel nach auslautendem -l (Spielchen), nach auslautendem -ch gilt -lein (Bächlein).