Zum Inhalt springen

„Genosse“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>genoß + e | m. ‘Gefährte, Begleiter, Mitglied, Kampfgefährte in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander. Ahd. ''ginōʒ'' (8. Jh.), ''ginōʒo'' (9. Jh.), mhd. ''genōʒ(e)'' ‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’, </p> <!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asäch…“
 
K Textersetzung - „-e“ durch „Wortglied::-e“
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<p>genoß + e&nbsp;| m.&nbsp;‘Gefährte, Begleiter, Mitglied, Kampfgefährte in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander.&nbsp;Ahd.&nbsp;''ginōʒ''&nbsp;(8. Jh.),&nbsp;''ginōʒo''&nbsp;(9. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''genōʒ(e)''&nbsp;‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’,&nbsp;</p>
<p>[[genoß]][[Wortglied::-e]] m. ‘[[Gefährte]], [[Begleiter]], [[Mitglied]], [[Kampfgefährte]] in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander. </p>


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs.&nbsp;''ginōt'',&nbsp;mnd.&nbsp;''genōt(e)'',&nbsp;mnl.&nbsp;''ghenoot'',&nbsp;nl. ''genoot'',&nbsp;aengl.&nbsp;''genēat''&nbsp;und (ohne Präfix)&nbsp;anord.&nbsp;''nautr'',&nbsp;afries.&nbsp;''nāt''&nbsp;sind Possessivkomposita</p>
* Ww
 
** Ahd. ginōʒ (8. Jh.), ginōʒo (9. Jh.),
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>zu&nbsp;ahd.&nbsp;(8. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''nōʒ'',&nbsp;mnl.&nbsp;''noot'',&nbsp;aengl.&nbsp;''nēat'',&nbsp;engl.&nbsp;''neat'',&nbsp;anord.&nbsp;''naut''&nbsp;‘Nutzvieh, Rind, Schlachttier, Zugtier, Lasttier’ und bezeichnen denjenigen, ‘der das Vieh mit (einem) anderen gemeinsam hat’ (zur Bildung s.&nbsp;''Bauer''<sup>3</sup>,&nbsp;''Geselle'',&nbsp;''Gefährte'').</p>
** mhd. genōʒ(e) ‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’,
 
** asächs. ginōt,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Das zugrundeliegendegerm.&nbsp;''*nauta-''&nbsp;‘Nutztier, -vieh, Habe’ ist verwandt mit&nbsp;''genießen''&nbsp;und&nbsp;''nutzen'' und läßt sich mit diesen sowie mit&nbsp;lit.&nbsp;''naudà''&nbsp;‘Nutzen, Vorteil, Gewinn, Besitz, Vermögen’,&nbsp;lett. ''nauda''&nbsp;‘Nutzen, Habe, Geld’ unter einem Ansatz&nbsp;uig.&nbsp;''*neud-''&nbsp;‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ vereinigen.</p>
** mnd. genōt(e),  
 
** mnl. ghenoot,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Bis ins 19. Jh. bezeichnet&nbsp;''Genosse''&nbsp;den Gefährten, den Gleichgesinnten, den Gleichgestellten an Stand und Besitz.</p>
** nl. genoot,  
 
** aengl. genēat  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>In der Mitte der 70er Jahre des 19. Jhs. wird&nbsp;''Genosse''&nbsp;übliche Anrede in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei als Ausdruck gleicher Gesinnung im Streben nach Verwirklichung gemeinsamer Ziele (s. das Kompositum&nbsp;''Parteigenosse'').&nbsp;</p>
* und (ohne Präfix)  
** anord. nautr,  
** afries. nāt  
* sind Possessivkomposita zu
** ahd. (8. Jh.),  
** mhd. nōʒ,  
** mnl. noot,  
** aengl. nēat,  
** engl. neat,  
** anord. naut ‘Nutzvieh, Rind, Schlachttier, Zugtier, Lasttier’  
* und bezeichnen denjenigen, ‘der das Vieh mit (einem) anderen gemeinsam hat’  
** (zur Bildung s. [[Bauer]]<sup>3</sup>, [[Geselle]], [[Gefährte]]).  
* Das zugrundeliegende
** germ. *nauta- ‘Nutztier, Nutzvieh, Habe’ ist verwandt mit ''[[genießen]]'' und ''[[nutzen]]'' (s. d.)
* und läßt sich mit diesen sowie mit  
** lit. naudà ‘Nutzen, Vorteil, Gewinn, Besitz, Vermögen’,  
** lett. nauda ‘Nutzen, Habe, Geld’  
* unter einem Ansatz ie. *[[neud-]] ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ vereinigen.  
* Bis ins 19. Jh. bezeichnet ''Genosse'' den ''[[Gefährte|Gefährten]]'', den ''[[Gleichgesinnter|Gleichgesinnten]]'', den [[Gleichgestellter|''Gleichgestellten'']] an Stand und Besitz.  
* In der Mitte der 70er Jahre des 19. Jhs. wird ''Genosse'' übliche Anrede in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei  
** als Ausdruck gleicher Gesinnung im Streben nach Verwirklichung gemeinsamer Ziele (s. das Kompositum ''[[Parteigenosse]]'').  
* – [[Genossenschaft]]

Aktuelle Version vom 14. April 2025, 07:25 Uhr

genoß-e m. ‘Gefährte, Begleiter, Mitglied, Kampfgefährte in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander.

  • Ww
    • Ahd. ginōʒ (8. Jh.), ginōʒo (9. Jh.),
    • mhd. genōʒ(e) ‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’,
    • asächs. ginōt,
    • mnd. genōt(e),
    • mnl. ghenoot,
    • nl. genoot,
    • aengl. genēat
  • und (ohne Präfix)
    • anord. nautr,
    • afries. nāt
  • sind Possessivkomposita zu
    • ahd. (8. Jh.),
    • mhd. nōʒ,
    • mnl. noot,
    • aengl. nēat,
    • engl. neat,
    • anord. naut ‘Nutzvieh, Rind, Schlachttier, Zugtier, Lasttier’
  • und bezeichnen denjenigen, ‘der das Vieh mit (einem) anderen gemeinsam hat’
  • Das zugrundeliegende
    • germ. *nauta- ‘Nutztier, Nutzvieh, Habe’ ist verwandt mit genießen und nutzen (s. d.)
  • und läßt sich mit diesen sowie mit
    • lit. naudà ‘Nutzen, Vorteil, Gewinn, Besitz, Vermögen’,
    • lett. nauda ‘Nutzen, Habe, Geld’
  • unter einem Ansatz ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ vereinigen.
  • Bis ins 19. Jh. bezeichnet Genosse den Gefährten, den Gleichgesinnten, den Gleichgestellten an Stand und Besitz.
  • In der Mitte der 70er Jahre des 19. Jhs. wird Genosse übliche Anrede in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei
    • als Ausdruck gleicher Gesinnung im Streben nach Verwirklichung gemeinsamer Ziele (s. das Kompositum Parteigenosse).
  • – Genossenschaft