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Bauer

aus AufEinWort, der freien Forschung

Bauer1 | Bau + -er | m. ahd. būwāri, būāri ‘Bewohner, Siedler, Landmann’ (9. Jh.), mhd. būwære, bouwære ‘Bauer, Erbauer’, mnd. būwer.

Bauer2 | Bau + -er | n.m. ‘Vogelkäfig’. In ahd. būr n., auch m.? ‘Wohnung, Vorratshaus, Keller’ (8. Jh.), mhd. būr m. ‘Vogelkäfig’, mnd. būr n. ‘Gehäuse, Käfig’, mnl. buur n. m. ‘Wohnung’, aengl. būr n. ‘Hütte, Zimmer’, anord. būr n. ‘Stube, Vorratshaus’, schwed. bur liegt ein Hptw. (ger.*būra-) mit der Endung uig. -ro- zur Ablautform uig. *bhū- der Wurzel uig. *bheu-, *bheu̯ə- (s. bauen) vor. Dazu Vogelbauer | Vogel + Bauer2 |  n.m. (15. Jh.).

Bauer3 | bau + -er | m. ‘wer Grund und Boden, mit dem ihn ein bestimmtes Eigentumsverhältnis verbindet, bestellt’; entstanden aus schwach flektierendem ahd. gibūro m. ‘Familien-, Stammesgenosse, Dorfgenosse, Nachbar (ursprünglich Nahbauer), Mitbürger, abhängiger Bauer’ (8. Jh.), neben stark beugendem gleichbedeutenden gibūr (8. Jh.), mhd. gebūre, gebūr (neben būre, būr) ‘Miteinwohner, Nachbar, Bauer, roher Mensch’.

Es handelt sich um hauptwortgebildete Eigenartenworte zu dem unter Bauer2 behandelten Wort mit dem Vorsilbe gi-, ge-, (zuvor schon möglicherweise ger. ga-) das hier die Bedeutung ‘zusammen mit, gemeinsam mit’ hat (s. Genosse, Geselle).

Bauer ist eigentlich ‘wer die Wohnung mit (einem) anderen gemeinsam hat’, der ‘Mitbewohner’. Bereits im 15. Jh. geht die volle Form, die noch im Familiennamen Gebauer erhalten ist, zurück; es setzt sich die vorsilbenlose Form Bauer, mhd. būre, būr durch.