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„Frau“ – Versionsunterschied

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<p>Frau |&nbsp;f.&nbsp;‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’, auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt),&nbsp;ahd.&nbsp;''frouwa''&nbsp;‘Herrin’ (9. Jh.),&nbsp;mhd. mnd.&nbsp;''vrouwe'',&nbsp;</p>
Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’,  


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs.&nbsp;''frūa''&nbsp;(aus dem&nbsp;Dt.&nbsp;entlehnt&nbsp;mnl.&nbsp;''vrouwe'',&nbsp;nl.&nbsp;''vrouw''?) sowie der Name der Göttin&nbsp;anord.&nbsp;''Freyja''&nbsp;sind movierte Feminina zu&nbsp;ahd.&nbsp;''frō''&nbsp;‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s.&nbsp;''Frone'').</p>
* auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt),
 
* Ww
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist&nbsp;ahd.&nbsp;''frouwa'',mhd.&nbsp;''vrouwe''&nbsp;Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens.</p>
** ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.),
 
** mhd. mnd. vrouwe,
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Demgegenüber steht&nbsp;mhd.&nbsp;''wīp''&nbsp;(s.&nbsp;''Weib'') als Geschlechtsbezeichnung, wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von ''Frau''&nbsp;allmählich verdrängt.</p>
** asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?)  
 
* sowie der Name der Göttin anord. ''[[Freyja]]'' sind movierte Feminina zu ahd. ''frō'' ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. ''[[Frone]]'').  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums&nbsp;''Frau''&nbsp;allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs.&nbsp;''Madame''&nbsp;in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen.&nbsp;</p>
* In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe  
 
** Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens.  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>vom Urgermanischen *frawjǭ, einer weiblichen Form von *frawjô („Herr“) (altenglisch frēa, frēo), vom Urindogermanischen *proHwo-, einer Ableitung von *per- („vorwärts gehen“). Verwandt mit altsächsischem frūa (mittelniederdeutsches vrouwe, modernes niederdeutsches frug), altnordischem freyja. Die indogermanische Wurzel ist auch die Quelle des protoslawischen *pravъ (daher altkirchenslawisch правъ (pravŭ), russisch пра́вый (právyj, „richtig“)).</p>
** Demgegenüber steht mhd. ''wīp'' (s. ''[[Weib]]'') als Geschlechtsbezeichnung,  
*** wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt.  
*** Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen.
* von uger. *frawjǭ, einer weiblichen Form von *frawjô („Herr“) (altenglisch frēa, frēo),  
** von uig. *[[proHwo-]], einer Ableitung von *[[per-]] „vorwärts gehen“.  
** Verwandt mit asächs. ''frūa'' (mndt. vrouwe, modernes ndt. frug), anord. ''freyja''.  
** Die ig. Wurzel ist auch die Quelle des protoslawischen *pravъ (daher altkirchenslawisch правъ (pravŭ), russisch пра́вый právyj, „richtig“).

Aktuelle Version vom 20. Juli 2024, 17:28 Uhr

Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’,

  • auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt),
  • Ww
    • ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.),
    • mhd. mnd. vrouwe,
    • asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?)
  • sowie der Name der Göttin anord. Freyja sind movierte Feminina zu ahd. frō ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. Frone).
  • In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe
    • Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens.
    • Demgegenüber steht mhd. wīp (s. Weib) als Geschlechtsbezeichnung,
      • wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt.
      • Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen.
  • von uger. *frawjǭ, einer weiblichen Form von *frawjô („Herr“) (altenglisch frēa, frēo),
    • von uig. *proHwo-, einer Ableitung von *per- „vorwärts gehen“.
    • Verwandt mit asächs. frūa (mndt. vrouwe, modernes ndt. frug), anord. freyja.
    • Die ig. Wurzel ist auch die Quelle des protoslawischen *pravъ (daher altkirchenslawisch правъ (pravŭ), russisch пра́вый právyj, „richtig“).