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„Formalismus (Mathematik)“ – Versionsunterschied

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Der '''Formalismus''' ist eine von [[David Hilbert]] gegründete Schulrichtung in der [[Philosophie der Mathematik]] bzgl. der [[Grundlagen der Mathematik]].
 
Zentral ist dabei die Frage, wie eine mathematische Folgerung oder [[Implikation]] aufzufassen ist. Das Anliegen bestand darin, allein von der Form her die [[Vollständigkeit (Logik)|Vollständigkeit]] und [[Widerspruchsfreiheit]] der [[Axiomensystem]]e der Mathematik zu beweisen.
 
In den 1920er Jahren stand der Formalismus (Göttinger Mathematiker) im [[Grundlagenkrise der Mathematik|Grundlagenstreit der Mathematik]] dem [[Intuitionismus (Logik und Mathematik)|Intuitionismus]] ([[Luitzen Egbertus Jan Brouwer|Brouwer]] und Berliner Mathematiker) und dem [[Logizismus]] ([[Gottlob Frege]] und [[Bertrand Russell]]) gegenüber.
 
Als der [[Gödelscher Unvollständigkeitssatz|Gödelsche Unvollständigkeitssatz]] zeigte, dass es kein Axiomensystem gibt, welches der formalistischen Aufgabenstellung ([[Hilbertprogramm]]) genügt, erlitt der Formalismus eine schwere Niederlage. Andererseits kann man sagen, dass heute fast alle Mathematiker formalistische Axiomatiker sind.
 
== Siehe auch ==
* [[Formalisierte Theorie]]
* [[Axiom]]
* [[Metamathematik]]
* [[Beweistheorie]]
* [[Modelltheorie]]
* [[Metalogik]]
 
== Literatur ==
* [[David Hilbert]]/[[Paul Bernays]]: ''Grundlagen der Mathematik'', I-II, Berlin/Heidelberg/New York 1968/1970
* Rosemarie Rheinwald: ''Der Formalismus und seine Grenzen. Untersuchungen zur neueren Philosophie der Mathematik'', Hain, Königstein/Ts. 1984
 
== Weblinks ==
* [https://plato.stanford.edu/entries/formalism-mathematics/ Formalism in the Philosophy of Mathematics] in der [[Stanford Encyclopedia of Philosophy]] (englisch; inklusive Literaturangaben.)
 
[[Kategorie:Philosophie der Mathematik]]

Version vom 19. Januar 2026, 17:33 Uhr

Der Formalismus ist eine von David Hilbert gegründete Schulrichtung in der Philosophie der Mathematik bzgl. der Grundlagen der Mathematik.

Zentral ist dabei die Frage, wie eine mathematische Folgerung oder Implikation aufzufassen ist. Das Anliegen bestand darin, allein von der Form her die Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit der Axiomensysteme der Mathematik zu beweisen.

In den 1920er Jahren stand der Formalismus (Göttinger Mathematiker) im Grundlagenstreit der Mathematik dem Intuitionismus (Brouwer und Berliner Mathematiker) und dem Logizismus (Gottlob Frege und Bertrand Russell) gegenüber.

Als der Gödelsche Unvollständigkeitssatz zeigte, dass es kein Axiomensystem gibt, welches der formalistischen Aufgabenstellung (Hilbertprogramm) genügt, erlitt der Formalismus eine schwere Niederlage. Andererseits kann man sagen, dass heute fast alle Mathematiker formalistische Axiomatiker sind.

Siehe auch

Literatur

  • David Hilbert/Paul Bernays: Grundlagen der Mathematik, I-II, Berlin/Heidelberg/New York 1968/1970
  • Rosemarie Rheinwald: Der Formalismus und seine Grenzen. Untersuchungen zur neueren Philosophie der Mathematik, Hain, Königstein/Ts. 1984