„-ung“ – Versionsunterschied
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Version vom 20. September 2025, 06:24 Uhr
-ung
Bedeutungen:
- häufig benutztes Suffix zur Bildung von Substantiven vorwiegend aus Verben
- [1] Nomen Actionis: Geschehen, Vorgang des verbalen Wortstammes
- [2] Nomen Acti: tatsächlich/oft physisch existierendes Ergebnis des Vorganges [1], bei transitiven Verben das grammatische Objekt des Verbs nach vollzogener Handlung
Herkunft:
- Das Suffix -ung entwickelte sich aus den im Germanischen parallel vorkommenden Endungen -inga und -unga (einen Sonderweg schlug von dort die Entwicklung des Englischen ein, die zur Verlaufsform der Verben, Bildung mit -ing, führte);
- im Althochdeutschen fand sich -ing bei Konkreta und -unga (eher) bei Abstrakta;
- im Mittelhochdeutschen zu -unge reduziert, wird es hauptsächlich zur Ableitung von Verben (deverbale Abstraktbildung) eingesetzt, steht aber in Konkurrenz zu anderen Wortbildungsmustern.[1]
- Als Pendant zum lateinischen Suffix -tion ersetzt die Endung -ung dieses bei der Übersetzung von Fremdwörtern, die oft als griechisch-/lateinischstämmige Fachbegriffe im wissenschaftlichen und technischen Bereich verwendet werden und keine allgemeine Verbreitung in der Alltagssprache haben.[Quellen fehlen]
- Im Gegensatz zur Substantivierung mittels Infinitivform des Stammverbums betonen auf -ung endende Wörter häufig das Kontinuierliche, Bestehende einer Bedeutung.[Quellen fehlen]
Sinnverwandte Wörter:
-ung[1]
[2]-ung,
- eine sowohl in der Deutschen, als den damit verwandten Sprachen,
- sehr alte Ableitungssylbe,
- welche an verschiedene Wörter gesetzet wird, Hauptwörter daraus zu bilden.
- Diese Wörter sind,
1. Nennwörter, und zwar,
- Beywörter,
- deren Anzahl doch die kleinste ist,
- wo -ung
- theils eine Gegend zu bezeichnen scheinet,
- wie in Freyung, von frey, eine befreyete Gegend,
- theils einen Zustand,
- wie Theurung, von theuer,
- theils ein Ding, ein Individuum,
- wie Quittung, von quitt.
- theils eine Gegend zu bezeichnen scheinet,
- wo -ung
- Indessen können auch diese und die ihnen ähnlichen Wörter dieser Art
- von den Zeitwörtern freyen, theuren, quitten u.s.f. abstammen.
- deren Anzahl doch die kleinste ist,
- Hauptwörter, und hier bezeichnet sie.
- (a) Eine Gegend, einen Raum.
- Waldung, eine mit Wald bewachsene Gegend;
- Holzung, eine mit Holz bewachsene Gegend;
- Hutung, ein zur Hut bestimmter Raum;
- Feldung, eine aus Feldern bestehende Gegend;
- Stallung, ein mit Ställen bebaueter Ort;
- die Markung, eine zur Mark oder Flur gehörige Gegend;
- das bergmännische Losung, ein leerer Raum, S. 1. Losung.
- (b) Ein Ding, Individuum,
- von welchem die erste Hälfte der Zusammensetzung gesagt wird;
- Hornung, Mastung, was Mast gibt;
- die Mündung, wenn dieses nicht von einem veralteten Zeitworte münden abstammet;
- das Oberdeutsche Mehrung, ein Canal, welches aber auch die Ableitung von einem Zeitworte mehren leidet,
- u.s.f.
- von welchem die erste Hälfte der Zusammensetzung gesagt wird;
- (a) Eine Gegend, einen Raum.
2. Zeitwörter, und zwar
- deren Infinitiv, Abstracta daraus zu bilden,
- d.i. eine Handlung und den darin gegründeten Zustand zu bezeichnen.
- Der Wörter dieser Art
- ist eine große Menge,
- indessen lassen sich doch nicht von allen Zeitwörtern solche Hauptwörter auf -ung bilden.
- Die Abkürzung, Änderung, Anfechtung, Anführung, Bändigung, Befestigung, Befreyung, Begnadigung, Bekräftigung, Belohnung, Bemäntelung, Bestellung, Bestrafung, Entschuldigung, Erziehung, Eroberung, Handlung, Krönung, Prüfung, Salbung, Warnung
- u.s.f.
- von abkürzen, ändern, anfechten, anführen, bändigen
- u.s.f.
- Es wird in solchen Fällen
- nur die eigenthümliche Sylbe des Infinitivs -en oder -n weggeworfen,
- und dafür -ung angehänget.
- Einige wenige haben noch einige andere Veränderungen erlitten;
- wie Nahrung von nähren,
- oder vielmehr von einem veralteten Zeitworte nahren,
- Handlung für Handelung,
- Löhnung von lohnen.
- wie Nahrung von nähren,
- Der Sprung gehöret nicht hierher, zumahl da es, wider die Natur aller dieser Wörter, männlichen Geschlechtes ist.
- Die nächste und eigentliche Bedeutung dieser von Zeitwörtern gebildeten Hauptwörter
- ist die Handlung des Zeitwortes, als ein Individuum zu bezeichnen.
- Es scheinet aber, daß diese Bedeutung
- wiederum eine Figur der Bedeutung eines Dinges, eines Individui ist,
- welche noch in vielen Wörtern dieser Art die herrschende ist.[3]
- Es scheinet aber, daß diese Bedeutung
- ist die Handlung des Zeitwortes, als ein Individuum zu bezeichnen.
Anm.
Alle diese mit -ung zusammen gesetzte Wörter
- sind weiblichen Geschlechtes;
- denn der Sprung gehöret, wie schon bemerket worden, nicht hierher.
- Diese Ableitungssylbe -ung
- ist mit der Sylbe -ing sehr nahe verwandt,
- und allem Ansehen nach von derselben nur in der Mundart verschieden.
- Daher werden -ing und -ung noch jetzt in einigen Mundarten häufig verwechselt.
- Was die Böttcher in einigen Gegenden die Kimmung nennen, heißt in andern die Kimming.
- Die Nahrung heißt im Dänischen Näring.
- Doch findet sich in den Ableitungen
- von Zeitwörtern
- die Form -ing nur selten, am häufigsten -ung,
- dagegen Nennwörter
- eben so oft -ing, als -ung an sich nehmen.
- von Zeitwörtern
- Siehe -ing,
- ist mit der Sylbe -ing sehr nahe verwandt,
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 850-851. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000486566; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 850 | 851; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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