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„Stoff“ – Versionsunterschied

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<p>Stoff |&nbsp;m. an sich Verdichtetes, durch verdichten, stopfen, stoppen entstehendes, entstandenes Dasein; &nbsp;‘Materie in ihrer körperhaften, gegenständlichen Erscheinungsform, Material, aus dem etw. besteht, hergestellt wird’, besonders ‘Gewebe, Tuch’.</p>
[[Datei:Reinstoffe in der schematischen Einteilung der Stoffe.png|mini|Reinstoffe in der schematischen Einteilung der Stoffe[[Stoff]] ([[Substanz]]), [[Reinstoff]], [[Gemisch]], [[Element]], [[Verbindung]], [[Lösung]], [[Dispersion]].]]
Stoff m.  


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Das seit der Mitte des 17. Jhs. geläufige Hptw. ist eine wohl durch gleichbed.&nbsp;nl.&nbsp;''stof''&nbsp;f.,&nbsp;mnl.&nbsp;''stoffe''&nbsp;f. vermittelte Entlehnung (mit Genuswechsel) aus dem Femininum&nbsp;afrz. ''estofe'',&nbsp;mfrz.&nbsp;frz.&nbsp;(bis ins 18. Jh.)&nbsp;''estoffe''&nbsp;‘Material, Zubehör, Zeug, Gewebe’ (heute&nbsp;frz.&nbsp;''étoffe'').</p>
{{Wrtdtng}} [[a.s.]] Verdichtetes, durch ''[[stopfen]]'' (füllend verdichtend bis zum ''[[stoppen]]'') entstehendes, entstandenes Daseinsinhalt; dem Wort nach besteht somit ein Stoff am jeweiligen Ort nicht aus sich heraus, sondern muß als solcher zuvor als Rauminhalt eingebracht worden und durch etwas in Ausdehnung und Verortung begrenzt sein.


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* Stoff m.
 
** ‘Materie in ihrer körperhaften, gegenständlichen Erscheinungsform,
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** Material, aus dem etw. besteht, hergestellt wird’,
 
** besonders ‘Gewebe, Tuch’.
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** Das seit der Mitte des 17. Jhs. geläufige Substantiv ist eine wohl durch gleichbed.
*** nl. stof f.,
*** mnl. stoffe f.
** vermittelte Entlehnung (mit Genuswechsel)
*** aus dem Femininum afrz. ''estofe'', mfrz.frz. (bis ins 18. Jh.) ''estoffe'' ‘Material, Zubehör, Zeug, Gewebe’ (heute frz. ''étoffe'').
**** Dieses gehört als Ableitung zum Verb afrz. ''estofer'', mfrz. frz. (älter) ''estoffer'', frz. ''étoffer'' ‘gut ausstatten’ (s. ''[[ausstaffieren]]''),  
***** das zunächst im Afrz. auch im Sinne von ‘ausstopfen, polstern’ bezeugt ist  
****** und wahrscheinlich auf das unter ''[[stopfen]]'' (s. d.) behandelte westgerm. Verb
******* (in einer im nordwestlichen Frankenreich verbreiteten Form mit bereits von der hd. Lautverschiebung geprägtem Lautstand)  
****** zurückgeht.  
** Mit der Bedeutung ‘thematische Grundlage, Gegenstand einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Darstellung eines Gesprächs’ (Anfang 18. Jh.)  
*** folgt ''Stoff'' entsprechenden übertragenen Verwendungen von frz. ''étoffe'',  
**** die sich an den älteren Gebrauch ‘für eine Arbeit notwendiges Material’ anschließen.  
** Seit dem frühen 19. Jh. begegnet ''Stoff'' ferner in studentischen Kreisen als verhüllende Bezeichnung für ‘Getränk, Bier’,  
*** vielleicht nach (ebenfalls aus dem Frz. stammendem) engl. ''stuff'',  
**** das schon früh die Bedeutung ‘Trunk, Essen’ entwickelt.  
** Euphemismus ist auch ''Stoff'' ‘Rauschgift’ (um 1920).

Version vom 15. April 2024, 07:50 Uhr

Reinstoffe in der schematischen Einteilung der StoffeStoff (Substanz), Reinstoff, Gemisch, Element, Verbindung, Lösung, Dispersion.

Stoff m.

Wrtdtng: a.s. Verdichtetes, durch stopfen (füllend verdichtend bis zum stoppen) entstehendes, entstandenes Daseinsinhalt; dem Wort nach besteht somit ein Stoff am jeweiligen Ort nicht aus sich heraus, sondern muß als solcher zuvor als Rauminhalt eingebracht worden und durch etwas in Ausdehnung und Verortung begrenzt sein.

  • Stoff m.
    • ‘Materie in ihrer körperhaften, gegenständlichen Erscheinungsform,
    • Material, aus dem etw. besteht, hergestellt wird’,
    • besonders ‘Gewebe, Tuch’.
    • Das seit der Mitte des 17. Jhs. geläufige Substantiv ist eine wohl durch gleichbed.
      • nl. stof f.,
      • mnl. stoffe f.
    • vermittelte Entlehnung (mit Genuswechsel)
      • aus dem Femininum afrz. estofe, mfrz.frz. (bis ins 18. Jh.) estoffe ‘Material, Zubehör, Zeug, Gewebe’ (heute frz. étoffe).
        • Dieses gehört als Ableitung zum Verb afrz. estofer, mfrz. frz. (älter) estoffer, frz. étoffer ‘gut ausstatten’ (s. ausstaffieren),
          • das zunächst im Afrz. auch im Sinne von ‘ausstopfen, polstern’ bezeugt ist
            • und wahrscheinlich auf das unter stopfen (s. d.) behandelte westgerm. Verb
              • (in einer im nordwestlichen Frankenreich verbreiteten Form mit bereits von der hd. Lautverschiebung geprägtem Lautstand)
            • zurückgeht.
    • Mit der Bedeutung ‘thematische Grundlage, Gegenstand einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Darstellung eines Gesprächs’ (Anfang 18. Jh.)
      • folgt Stoff entsprechenden übertragenen Verwendungen von frz. étoffe,
        • die sich an den älteren Gebrauch ‘für eine Arbeit notwendiges Material’ anschließen.
    • Seit dem frühen 19. Jh. begegnet Stoff ferner in studentischen Kreisen als verhüllende Bezeichnung für ‘Getränk, Bier’,
      • vielleicht nach (ebenfalls aus dem Frz. stammendem) engl. stuff,
        • das schon früh die Bedeutung ‘Trunk, Essen’ entwickelt.
    • Euphemismus ist auch Stoff ‘Rauschgift’ (um 1920).