Element
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element- agr.-lat.-deu. ursprl. wrtl.-sgm. 'Steigreihe, Steigerung, Steig'
lat. elementa bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als Sprachlaute.
- Anm. KF:: "Itaque aer (hoc quoque utimur enim pro Latino) et ignis et aqua et terra prima sunt; ex his autem ortae animantium formae earumque rerum quae gignuntur e terra; ergo illa initia et, ut e Graeco vertam, elementa dicuntur." (Academica I.26)[1].
- "Daher sind Luft (denn wir verwenden dies auch für Latein) und Feuer und Wasser und Erde die ersten; und daraus entstanden die Formen der Lebewesen und der Dinge, die aus der Erde hervorgehen; daher werden diese Anfänge und, aus dem Griechischen übersetzt, Elemente genannt."
- Woraus sich sgm. ergibt: ele- aus elevo 'erheben' + mentum ' Vorstehende, Herausragende'
- Der griechische Philosoph Empedokles (ca. 450 v. Chr.) war der erste, der die vier klassischen Elemente als eine Menge vorschlug: Feuer, Erde, Luft und Wasser.[9] Er nannte sie die vier „Wurzeln“ (ῥιζώματα, rhizōmata). Empedokles bewies auch (zumindest zu seiner eigenen Zufriedenheit), dass Luft eine separate Substanz ist, indem er beobachtete, dass sich ein ins Wasser gedrehter Eimer nicht mit Wasser füllte, sondern eine Luftblase darin eingeschlossen blieb.[2]
- Platon (428/423 – 348/347 v. Chr.) scheint der erste gewesen zu sein, der den Begriff „Element (στοιχεῖον, stoicheîon)“ in Bezug auf Luft, Feuer, Erde und Wasser verwendete.[3] Das altgriechische Wort für Element, stoicheîon (von stoicheío, „anreihen“), bedeutete „kleinste Unterteilung (einer Sonnenuhr), eine Silbe“, als bildende Einheit eines Alphabets konnte es einen Buchstaben und die kleinste Einheit bezeichnen, aus der ein Wort gebildet wird.
- στοιχηδόν = in einer Reihe, in einer Linie, nebeneinander oder hintereinander) bezeichnet eine bestimmte Art der Anordnung der Buchstaben bei altgriechischen Inschriften.
- elementum steht in Zusammenhang zu alimentum, das jeweils vorangehende Element nährt das folgende Element, welches jeweils die gewandelte Ausgestalt des vorhergehenden Element ist, wodurch eine Reihe aufbauender verdichtender Elemente erwirkt.
Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’.
- Im 13. Jh. wird lat. elementum ‘Grundstoff, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. elementa ins Dt. entlehnt (vgl. lat. quattuor elementa, mhd. element, vier Elemente der Vier-Elemente-Lehre (siehe dazu elementar, Elementarwesen, Elementargeister);
- Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh.,
- Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs.
- In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von grie. στοιχεῖα stoiché͞ia, stoicheía Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. στοῖχος stó͞ichos stoîchos ‘Reihe’.
- Die Herkunft des lat. Hauptwort ist unklar; Wissenschaftler vermuten das Element aus *elepantum ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. eléphās bzw. dem Wenfall eléphanta ‘Elfenbein, Elefant’ anzusehen wäre.
- Alternativ könnte ein Neologismus zur Übersetzung des entsprechenden Begriffs agr. stoikheîon στοιχεῖον „Element, Buchstabe“ (von Platon im Sinne von „Element“ eingeführt) verwendet werden, der wie lat. elementum die doppelte Bedeutung von „Element“ und „Buchstabe" hat.
- ↑ Academici libri quattuor 45 a. Chr. n. Textus: M. Tulli Ciceronis Scripta Quae Manserunt Omnia. Fasc. 42: Academicorum reliquae cum Lucullo, ed. Otto Plasberg, Lipsiae: Teubner 1922
- ↑ Russell, Bertrand (1991). History of Western Philosophy (2nd ed.). London: Routledge. ISBN 0-415-07854-7. OCLC 221108071.
- ↑ Plato, Timaeus, 48b
- ↑ siehe Element Hokuspokus Autor Anatoly Liberman