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„befehlen“ – Versionsunterschied

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<p>[[Befehl]] + [[-en]] |&nbsp;‘anordnen, gebieten’.&nbsp;Ahd.&nbsp;''bifel(a)han''&nbsp;‘anvertrauen, begraben, empfehlen’ (8. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;''bevelhen''&nbsp;‘anvertrauen, übergeben’,&nbsp;</p><p>asächs.&nbsp;''bifelhan'',&nbsp;mnd.&nbsp;''bevēlen'',&nbsp;afries.&nbsp;''bifela'', aengl.&nbsp;''befēolan''&nbsp;‘anvertrauen, verbergen’ sind Präfixbildungen zu einem&nbsp;ger.&nbsp;Simplex, das inahd.&nbsp;''fel(a)han''&nbsp;‘zurechtlegen, einsäen, anvertrauen’ (8./9. Jh.),&nbsp;</p><p>aengl.&nbsp;''fēolan''&nbsp;‘eindringen’, anord.&nbsp;''fela''&nbsp;‘verbergen’,&nbsp;got.&nbsp;''filhan''&nbsp;‘begraben, verbergen’ (ger.&nbsp;''*felhan'') und auch in&nbsp;nhd.&nbsp;''empfehlen'' erhalten ist.</p><p>Weitere Herkunft ungewiß.&nbsp;Außergerm.&nbsp;finden sich keine sicheren Verwandten.</p><p>Ein Vergleich mit&nbsp;grie.&nbsp;''pélas''&nbsp;(''πέλας'') ‘Haut, Fell’,&nbsp;apreuß.&nbsp;''pelkis'' ‘Mantel’, der die&nbsp;ger.&nbsp;Formen als k-Erweiterungen der Ww.&nbsp;uig.&nbsp;''*pel-''&nbsp;‘bedecken, verhüllen’ erklären würde, ist wenig wahrscheinlich.</p><p>Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘eindringen’ und ‘verbergen, begraben, der Erde anvertrauen’, die zu ‘anvertrauen’ im allgemeinen Sinne weiterentwickelt; über ‘ein Amt, einen Auftrag anvertrauen, geben’ wird das Verb synonym mit ‘gebieten’.</p><p>Nur in religiöser Sprache (''etw. Gott befehlen'') wird die alte Bedeutung ‘anvertrauen’ bis heute bewahrt.</p><p>Vom Wort abgeleitet&nbsp;''Befehl''.&nbsp;</p>
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befehl,befehle,befehlte,befiehl,befohlen,
{{:befehl}}

Version vom 22. Juli 2024, 12:26 Uhr

befehl-en —Nwf. befehl

be-fehl vwdt. mit empfehlen

  • ahd. pifelahan, pifalah, mhd. bevelhen, bevalch
  • befehl ist befelh, befelch, wie noch im 16. 17 jh. geschrieben und gesprochen wurde. Vor allem überrascht aber, dasz die ahd. und mhd. sprache, so geläufig ihnen das verbum pifelahan und bevelhen auch ist, kein subst. pifelah und bevelch erzeugen; gleichergestalt steht dem alts. bifelhan kein bifelh, dem mnl. bevelen kein bevel, dem fries. bifella kein bifel, dem altn. fela kein fel zur seite, obschon der Gothe aus filhan, gafilhan, anafilhan, usfilhan die nomina gafilh, anafilh, usfilh bildete. hätte er bifilhan gesagt, so wäre ihm auch ein neutrum bifilh entsprungen. jene frühere abwesenheit der substantiva musz in der ursprünglichen bedeutung des verbumsbefehlen begründet sein, wovon näher unter diesem wort zu handeln.[1]

befehlen Vb. ‘anordnen, gebieten’.

  • Ww
    • Ahd. bifel(a)han ‘anvertrauen, begraben, empfehlen’ (8. Jh.),
    • mhd. bevelhen ‘anvertrauen, übergeben’,
    • asächs. bifelhan,
    • mnd. bevēlen,
    • afries. bifela,
    • aengl. befēolan ‘anvertrauen, verbergen’
  • sind Präfixbildungen zu einem germ. Simplex, das in
    • ahd. fel(a)han ‘zurechtlegen, einsäen, anvertrauen’ (8./9. Jh.),
    • aengl. fēolan ‘eindringen’,
    • anord. fela ‘verbergen’,
    • got. filhan ‘begraben, verbergen’
    • (germ. *felhan)
  • und auch in
  • erhalten ist.
  • Weitere Herkunft ungewiß.
    • Außergerm. finden sich keine sicheren Verwandten.
    • Ein Vergleich mit
      • griech. pélas (πέλας) ‘Haut, Fell’,
      • apreuß. pelkis ‘Mantel’,
    • der die germ. Formen als k-Erweiterungen der Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen’ erklären würde, ist wenig wahrscheinlich.
    • Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘eindringen’ und ‘verbergen, begraben, der Erde anvertrauen’,
      • die zu ‘anvertrauen’ im allgemeinen Sinne weiterentwickelt;
        • über ‘ein Amt, einen Auftrag anvertrauen, geben’ wird das Verb synonym mit ‘gebieten’.
        • Nur in religiöser Sprache (etw. Gott befehlen) wird die alte Bedeutung ‘anvertrauen’ bis heute bewahrt.
  • Vom Verbum abgeleitet Befehl m.
  1. ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1251, Z. 49.