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„Monarchie“ – Versionsunterschied

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{{Regierungssysteme der Welt}}
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Der Begriff '''Monarchie''' ({{grcS|μοναρχία|monarchía|de=Alleinherrschaft}}, aus {{lang|grc|μόνος|monos|de=ein}}, und {{lang|grc|ἄρχειν|archein|de=herrschen}}) bezeichnet eine [[Staatsform]] mit einer Person, dem Monarchen, welche das Amt des [[Staatsoberhaupt]]s typischerweise auf Lebenszeit oder bis zur Abdankung innehat. Als Staatsform bildet die Monarchie das Gegenstück zur [[Republik]].<ref>{{Literatur |Autor=Eckhard Jesse |Titel=Republik/Republikanismus |Sammelwerk=Handbuch Staat |Verlag=Springer Fachmedien Wiesbaden |Ort=Wiesbaden |Datum=2018 |DOI=10.1007/978-3-658-20744-1_53 |Seiten=587–597}}</ref>
| [[Datei:Forms of government.svg|alternativtext=Weltkarte über die Regierungssysteme|340x340px]]
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! Staats- und Regierungsformen der Welt
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| [[Datei:Staats- und Regierungsformen der Welt Legende.png|zentriert|mini]]
*von Legislative bestimmtes[https://de.wikipedia.org/wiki/Direktorialsystem Direktorium]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Republik Republik]mit exekutivem Staatschef
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentielles_Regierungssystem Präsidentielle Republik]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Semipr%C3%A4sidentielles_Regierungssystem Semipräsidentielle Republik]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarische_Republik Parlamentarische Republik]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarische_Monarchie Parlamentarische Monarchie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitutionelle_Monarchie Konstitutionelle Monarchie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Absolute_Monarchie Absolute Monarchie]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Einparteiensystem Einparteiensystem](ggf. mit[https://de.wikipedia.org/wiki/Blockpartei Blockparteien])
*Verfassungsrechtliche Bestimmungen ausgesetzt
*Kein verfassungsrechtlich festgelegtes Regime
*Keine eigenständige Regierung
|-
| Stand: 2023
|}
 
= Monarchie =
Der Begriff '''Monarchie''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache altgriechisch] <span class="Grek" lang="grc-Grek">μοναρχία</span> <span class="Latn" lang="grc-Latn">monarchía</span>, deutsch ‚Alleinherrschaft‘, aus <span class="Grek" lang="grc-Grek">μόνος</span> <span class="Latn" lang="grc-Latn">monos</span>, deutsch ‚ein‘ und <span class="Grek" lang="grc-Grek">ἄρχειν</span><span class="Latn" lang="grc-Latn">archein</span>, deutsch ‚herrschen‘) bezeichnet eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsform Staatsform] mit einer Person, dem Monarchen, welcher das Amt des [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsoberhaupt Staatsoberhaupts] typischerweise auf Lebenszeit oder bis zu seiner Abdankung innehat. Die Monarchie bildet somit das Gegenstück zur modernen [https://de.wikipedia.org/wiki/Republik Republik]. In der Regel wird das Amt aus dem Kreis [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel adliger]Personen durch Vererbung (dynastisches Prinzip) oder Wahl übertragen.<ref><span class="reference-text">Tom Thieme: <cite>Monarchien. Auslauf- oder Zukunftsmodelle politischer Ordnung im 21. Jahrhundert?</cite> Baden-Baden 2017.</span></ref>  


Die Machtbefugnisse der betreffenden Person können je nach Form der Monarchie variieren: Dieses Spektrum reicht von fast keiner ([https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Parlamentarische_Monarchie parlamentarische Monarchie]) über eine durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung Verfassung]begrenzte ([https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitutionelle_Monarchie konstitutionelle Monarchie]) bis hin zu alleiniger, uneingeschränkter politischer Macht ([https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus absolute Monarchie]). Die entartete, [https://de.wikipedia.org/wiki/Legitimation_(Politikwissenschaft) illegitime] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Despotie despotische] Form der Monarchie ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tyrannis Tyrannis].
Die Machtbefugnisse der betreffenden Person können je nach [[Regierungssystem|Regierungsformen]] stark unterschiedlich ausfallen, das Spektrum reicht von fast keiner ([[#Parlamentarische Monarchie|parlamentarische Monarchie]]) über eine durch eine [[Verfassung]] begrenzte ([[konstitutionelle Monarchie]]) bis hin zu alleiniger, uneingeschränkter politischer Macht ([[Absolutismus|absolute Monarchie]]).<ref>{{Internetquelle |url=https://www.superprof.at/blog/monarchie-uebersicht-formen-geschichte/ |titel=Monarchie: Definition, Geschichte und Formen |sprache=de-AT |abruf=2026-07-01}}</ref>


Zusätzlich wird zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbmonarchie Erb-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmonarchie Wahlmonarchie] unterschieden: In der erstgenannten Form wird der Herrscher durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbfolge Erbfolge], in der zweitgenannten durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigswahl Wahl] meist auf Lebenszeit bestimmt. In Erbmonarchien wird der Herrschaftsanspruch des Staatsoberhauptes in der Regel auf eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesgnadentum göttliche Bestimmung] zurückgeführt (sakrale Elemente). Auch eine Verehrung als eigenständige Gottheit oder Person göttlichen Ursprungs ([https://de.wikipedia.org/wiki/Gottk%C3%B6nig Gottkönig], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sakralk%C3%B6nigtum Sakralkönigtum]) ist möglich (sehr verbreitet in [https://de.wikipedia.org/wiki/Antike antiken] Reichen, z.&nbsp;B. im [https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_%C3%84gypten alten Ägypten] oder –&nbsp;in abgewandelter Form&nbsp;– im [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich Römischen Reich], aber auch in neuerer Zeit, z.&nbsp;B. im [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserreich_China Kaiserreich China] oder bis nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg Zweiten Weltkrieg] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Japan Japan]).  
Zusätzlich wird zwischen [[Erbmonarchie|Erb-]] und [[Wahlmonarchie]] unterschieden: In der erstgenannten Form wird der Herrscher durch [[Erbfolge]], in der zweitgenannten durch eine [[Königswahl|Wahl]] meist auf Lebenszeit bestimmt. In Erbmonarchien wird der Herrschaftsanspruch des Staatsoberhauptes in der Regel auf eine [[Gottesgnadentum|göttliche Bestimmung]] zurückgeführt (sakrale Elemente).  


Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatstheorie Staatstheorie] beziehungsweise -[https://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie ideologie], die die Monarchie rechtfertigt, ist der [https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchismus Monarchismus] oder auch Royalismus. Ein Anhänger der Monarchie wird als Monarchist oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Royalist Royalist] bezeichnet, ein Gegner als Republikaner, [https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchomachen Monarchomach] oder auch Antimonarchist.  
Die [[Staatstheorie]] beziehungsweise -[[ideologie]], die die Monarchie rechtfertigt, ist der [[Monarchismus]] oder auch Royalismus. Zur gelegentlich vorkommenden parallelen Herrschaft mehrerer Monarchen siehe [[Dyarchie]].


== Geschichtliche Entwicklung ==
== Geschichtliche Entwicklung ==
[[Datei:330px-Monarchies_of_the_world.PNG|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Monarchies_of_the_world.PNG|mini|330x330px|Monarchien]]
Die Art von Monarchie, welche sich in Auslegung auf eine [[Gottheit]] oder auf einen vergöttlichten Ursprungsheros und dessen [[Abstammungslinie]] legitimiert, ist Merkmal der [[Stammesgesellschaft|gentilizischen]] und traditionellen Gesellschaft, soweit in ihr der Familienverband und das System der Abstammung großes Gewicht haben.
Die Art von Monarchie, welche sich in Auslegung auf eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottheit Gottheit] oder auf einen vergöttlichten Ursprungsheros und dessen [https://de.wikipedia.org/wiki/Abstammungslinie Abstammungslinie] legitimiert, geht in aller Regel der Kulturgeschichte voran. Sie ist Merkmal der gentilizischen und traditionellen Gesellschaft, soweit in ihr der Familienverband und das System der Abstammung großes Gewicht haben. In diesem Sinne besteht das deutsche Wort „[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig König]“ als alte Ableitung von ''cunne'' ‚Volksstamm‘ fort.  
{{Belege fehlen}}
Auch eine Verehrung als eigenständige Gottheit oder Person göttlichen Ursprungs ([[Gottkönig]], [[Sakralkönigtum]]) ist möglich. Ein Beispiel dafür ist das [[Altes Ägypten|alte Ägypten]], wo der [[Pharao]] als zukünftiger Gott verehrt wurde. Für andere Kulturkreise lässt sich das Königtum bei den [[Maya-Zivilisation|Maya]] oder das [[kaiser]]liche System im [[Kaiserreich China|alten China]] aufrufen, das den Herrscher unter anderem als „Sohn des Himmels“ ({{zh|c=天子|p=tiānzi}}) bezeichnete, in seiner Herrschaft ein „[[Mandat des Himmels]]“ ({{zh|kurz=1|c=天命|p=tiānmìng}}) erblickte und ihm dadurch absolute Macht verlieh.


Die entsprechende Monarchie kann bis in das [https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_%C3%84gypten alte Ägypten] zurückgeführt werden, wo der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pharao Pharao] als zukünftiger Gott verehrt wurde. Vergleichbar sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Romulus_(Gr%C3%BCnder_von_Rom) Romulus] für das römische Königtum, und später [https://de.wikipedia.org/wiki/Gaius_Iulius_Caesar Gaius Iulius Caesar] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustus Kaiser Augustus]. Für andere Kulturkreise lässt sich das [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser kaiserliche] System im [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserreich_China alten China] aufrufen, das den Herrscher unter anderem als „Sohn des Himmels“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Schrift chinesisch]&nbsp;<span class="Hani" lang="zh-Hani">天子</span>, [https://de.wikipedia.org/wiki/Pinyin Pinyin] ''tiānzi'') bezeichnete, in seiner Herrschaft ein „[https://de.wikipedia.org/wiki/Mandat_des_Himmels Mandat des Himmels]“ (<span class="Hani" lang="zh-Hani">天命</span>, ''tiānmìng'') erblickte und ihm dadurch absolute Macht verlieh.  
== Antike Theoriebildung ==
Im [[Antikes Griechenland|antiken Griechenland]] wurde Monarchie zunächst [[pejorativ]] verstanden und synonym zur [[Tyrannis]] verwendet. In der [[Attische Demokratie|attischen Demokratie]] wurde das Wort dann auf die mythischen Könige wie [[Theseus]] angewendet, nicht aber auf die negativ bewerteten Herrscher des [[Perserreich]]s. [[Herodot]] (ca. 480–420 v. Chr.) bezeichnet die „guten“ Alleinherrscher, die am [[Gemeinwohl]] orientiert sind, als Monarchen.<ref name="DNP 352">[[Justus Cobet]]: ''Monarchia.'' In: ''[[Der Neue Pauly]]'', Band 8: Mer–Op. J.B. Metzler, Stuttgart 2000, S. 352.</ref> Auch bei [[Platon]] (427–347 v. Chr.) ist die Monarchie die am Gemeinwohl orientierte idealtypische Herrschaft eines Einzelnen.<ref>Platon, ''Politikos'', 291c–303d.</ref> Dies Verständnis wurde zunächst von seinem Schüler [[Aristoteles]] (384–324 v. Chr.) und später vom griechischen Historiker [[Polybios]] (um 200 v. Chr. bis etwa 118 v. Chr.) weiterentwickelt. Sie fällt wie die Tyrannis unter die Herrschaft eines einzelnen: Aristoteles benutzt hierfür Monarchie als Oberbegriff, der die gute ''Basilie'' ({{lang|grc|βασιλεία|de=Königsherrschaft}}) und die schlechte Tyrannis umfasst.<ref name="DNP 352" />


Zur gelegentlich vorkommenden parallelen Herrschaft mehrerer Monarchen siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Dyarchie Dyarchie].  
Grundsätzlich war in der antiken Staatstheorie das Konzept verbreitet, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie, [[Aristokratie]] und [[Demokratie]]) ein entartetes, nur an den Einzelinteressen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat (Tyrannis, [[Oligarchie]], [[Ochlokratie]]). Aus der Erkenntnis heraus, dass diese sechs Grundformen der Verfassungen notwendigerweise instabil sind, hat vor allem Polybios die Idee des [[Verfassungskreislauf]]s entwickelt, die diese Herrschaftsformen zueinander in Beziehung setzt.<ref>Polybios 1,1,6,3–10.</ref> Empirisch haben die antiken Autoren aber vor allem Mischformen gefunden.<ref>[[Wilfried Nippel]]: ''Politische Theorien der griechisch-römischen Antike.'' In: [[Hans-Joachim Lieber]] (Hrsg.): ''Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart.'' [[Bundeszentrale für politische Bildung]], Bonn 1993, S. 29 ff. und 39 ff.</ref>


== Antike Theoriebildung ==
Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland antiken Griechenland] wurde Monarchie zunächst [https://de.wikipedia.org/wiki/Pejorativ pejorativ] verstanden und synonym zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Tyrannis Tyrannis] verwendet. In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Demokratie attischen Demokratie] wurde das Wort dann auf die mythischen Könige wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Theseus Theseus] angewendet, nicht aber auf die negativ bewerteten Herrscher des [https://de.wikipedia.org/wiki/Perserreich Perserreichs]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Herodot Herodot] (ca. 480–420 v. Chr.) bezeichnet die „guten“ Alleinherrscher, die am [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl Gemeinwohl] orientiert sind, als Monarchen.<ref name=":0"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Justus_Cobet Justus Cobet]: ''Monarchia.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Neue_Pauly Der Neue Pauly]'', Band 8: Mer–Op. J.B. Metzler, Stuttgart 2000, S. 352.</span></ref> Auch bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon] (427–347 v. Chr.) ist die Monarchie die am Gemeinwohl orientierte idealtypische Herrschaft eines Einzelnen.<ref><span class="reference-text">Platon, ''Politikos'', 291c–303d.</span></ref> Dies Verständnis wurde zunächst von seinem Schüler [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] (384–324 v. Chr.) und später vom griechischen Historiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Polybios Polybios] (um 200 v. Chr. bis etwa 118 v. Chr.) weiterentwickelt. Sie fällt wie die Tyrannis unter die Herrschaft eines einzelnen: Aristoteles benutzt hierfür Monarchie als Oberbegriff, der die gute ''Basilie''(<span class="Grek" lang="grc-Grek">βασιλεία</span> ‚Königsherrschaft‘) und die schlechte Tyrannis umfasst.<ref name=":0" /> 
Grundsätzlich war in der antiken Staatstheorie das Konzept verbreitet, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristokratie Aristokratie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie Demokratie]) ein entartetes, nur an den Einzelinteressen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat (Tyrannis, [https://de.wikipedia.org/wiki/Oligarchie Oligarchie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ochlokratie Ochlokratie]). Aus der Erkenntnis heraus, dass diese sechs Grundformen der Verfassungen notwendigerweise instabil sind, hat vor allem Polybios die Idee des [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungskreislauf Verfassungskreislaufs] entwickelt, die diese Herrschaftsformen zueinander in Beziehung setzt.<ref><span class="reference-text">Polybios 1,1,6,3–10.</span></ref> Empirisch haben die antiken Autoren aber vor allem Mischformen gefunden.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_Nippel Wilfried Nippel]: ''Politische Theorien der griechisch-römischen Antike.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Lieber Hans-Joachim Lieber] (Hrsg.): ''Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart.'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeszentrale_f%C3%BCr_politische_Bildung Bundeszentrale für politische Bildung], Bonn 1993, S. 29 ff. und 39 ff.</span></ref>
{| class="wikitable float-center"
{| class="wikitable float-center"
|+ Grundformen der Verfassungen (nach Polybios)
|+ Grundformen der Verfassungen (nach Polybios)
|-
! Anzahl der<br />Herrscher || Gemeinwohl || Eigennutz
! Anzahl der<br>Herrscher
|-
! Gemeinwohl
| ''Einer'' || Monarchie bzw. Basilie || Tyrannis
! Eigennutz
|-
|-  
| ''Einige'' || Aristokratie || Oligarchie
| ''Einer''
|-
| Monarchie bzw. Basilie
| ''Alle'' || Demokratie bzw. [[Politie]] || Ochlokratie
| Tyrannis
|-  
| ''Einige''
| Aristokratie
| Oligarchie
|-  
| ''Alle''
| Demokratie bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Politie Politie]
| Ochlokratie
|}
|}


== Mittelalter ==
== Mittelalter ==
{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=Monarchie Mittelalter}}<div class="mw-heading mw-heading2">
Im 15. Jahrhundert wurde im [[römisch-deutsches Reich|römisch-deutschen Reich]] verfassungspolitisch zwischen dem König, der unter Einbeziehung der [[Kurfürst]]en und [[Reichsfürst]]en regierte, und dem alleinherrschenden Monarchen ''(monarcha, unus princeps)'' unterschieden.<ref>{{Literatur |Autor=[[Eberhard Isenmann]] |Hrsg=Rainer C. Schwinges, Christian Hesse, Peter Moraw |Titel=König oder Monarch? Aspekte der Regierung und Verfassung des römisch-deutschen Reichs um die Mitte des 15. Jahrhunderts. |Sammelwerk=Europa im späten Mittelalter. Politik – Gesellschaft – Kultur |Reihe=Historische Zeitschrift. Beihefte |BandReihe=40 |Verlag=Oldenbourg |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-486-64440-8 |Seiten=71–98}}</ref> Angesichts einer „Vielheit von Herrschaftsgewalten“ ''(pluralitas principum)'' sei der König, wie der [[Liste der Bischöfe von Trier|Erzbischof von Trier]] [[Jakob I. von Sierck]] 1452/53 konstatierte, kein Monarch, dem „jedermann in sämtlichen Sachen gehorchen müsse“, oder wie zeitgleich Enea Silvio Piccolomini, der Sekretär König [[Friedrich III. (HRR)|Friedrichs III.]] und spätere Papst [[Pius II.]], schrieb, „der befehlen und zwingen könne“. Nach seiner Auffassung sollte der König aber, im Gegensatz zu der Vorstellung des Kurfürsten, von Rechts wegen ein Monarch sein. Dies deckte sich mit den Lehren der am [[Kanonisches Recht|römisch-kanonischen Recht]] ausgebildeten Juristen im Reich, die den König und Kaiser als ''imperator modernus'' und ''princeps'', als Nachfolger der [[Liste der römischen Kaiser der Antike|antiken Imperatoren]] betrachteten und ihm eine entsprechende „Machtvollkommenheit“ ''(plenitudo potestatis)'' zusprachen. Diese Position vertraten die kaiserliche Seite und insbesondere der rechtsgelehrte kaiserliche Fiskal, aber auch in Rechtsgutachten gelehrte Juristen und Räte von Fürsten und Juristen von Reichsstädten.<ref>{{Literatur |Autor=Eberhard Isenmann |Hrsg=Roman Schnur |Titel=Reichsrecht und Reichsverfassung in Konsilien reichsstädtischer Juristen (15.–17. Jahrhundert) |Sammelwerk=Die Rolle der Juristen bei der Entstehung des modernen Staates |Verlag=Duncker & Humblot |Ort=Berlin |Datum=1986 |ISBN=3-428-06044-X |Seiten=545–628}}</ref> Demnach besaß der Kaiser eine am Recht und an den bestehenden Gesetzen orientierte „ordentliche“ Rechtsmacht ''(ordinaria potestas)'' und eine „absolute“ oder „freie“, von den menschlichen Gesetzen entbundene Rechtsmacht ''(absoluta potestas)''. Die Kurfürsten forderten Kaiser Friedrich III. 1486 auf, gegenüber dem kaiserlichen Kammergericht künftig nur seine „ordentliche Gewalt und nicht die Vollkommenheit der kaiserlichen Gewalt“ zu gebrauchen und auf Eingriffe in den Gang der Rechtsprechung zu verzichten. Ein Wandel weg von einer monarchischen Auffassung von der königlich-kaiserlichen Herrschaftsgewalt vollzog sich seit der Reichsreformgesetzgebung des [[Reichstag zu Worms (1495)|Wormser Reichstags von 1495]] und der [[Wahlkapitulation]] [[Karl V. (HRR)|Karls V.]] von 1519, als der Vertragscharakter bei der Gesetzgebung und in den Beziehungen zwischen Kaiser und [[Reichsstände]]n deutlich hervortrat, die Gewalt des Kaisers daher als „limitiert“ erschien und das Reich eher als Aristokratie denn als Monarchie klassifiziert wurde. Von juristischer Seite nahm im frühen 16. Jahrhundert vor allem [[Ulrich Zasius]] in Rechtsgutachten eine rechtliche Einhegung der kaiserlichen ''summa potestas'' und ''plenitudo potestatis'' vor.<ref>{{Literatur |Autor=Eberhard Isenmann |Hrsg=Orazio Condorelli |Titel=Der römisch-deutsche König und „imperator modernus“ als „monarcha“ und „princeps“ in Traktaten und deutschen Konsilien des 15./16. Jahrhunderts |Sammelwerk="Panta rei". Studi dedicati a Manlio Bellomo |Band=3 |Verlag=Il Cigno Edizioni |Ort=Rom |Datum=2004 |Seiten=15–79}}</ref>


== Wahl- und Erbmonarchie ==
== Wahl- und Erbmonarchie ==
<span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmonarchie Wahlmonarchie]&nbsp;und [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbmonarchie Erbmonarchie]''
{{Hauptartikel|Wahlmonarchie|Erbmonarchie}}
Die [[Wahlmonarchie]] (mit oft eingeschränktem Kandidaten- und Wählerkreis) scheint historisch älter als die [[Erbmonarchie]] zu sein, da sie die [[Bürgerkrieg]]sgefahr bei der Erbfolge erfolgreich verringerte. Das [[Königreich Polen]] und das [[Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich Deutscher Nation]] waren bis zu ihrem Ende Wahlmonarchien. Folgende vier Länder sind gegenwärtig Wahlmonarchien: der [[Vatikanstadt|Vatikan]], [[Kambodscha]], [[Malaysia]] und die [[Vereinigte Arabische Emirate|Vereinigten Arabischen Emirate]].


Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlmonarchie Wahlmonarchie] (mit oft eingeschränktem Kandidaten- und Wählerkreis) scheint historisch älter als die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbmonarchie Erbmonarchie] zu sein, die die [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg Bürgerkriegsgefahr] bei der Erbfolge erfolgreich verringerte. Das [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Polen Königreich Polen] und das [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich Heilige Römische Reich Deutscher Nation] waren bis zu ihrem Ende Wahlmonarchien. Folgende vier Länder sind gegenwärtig Wahlmonarchien: der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt Vatikan], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha Kambodscha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Malaysia Malaysia] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Arabische_Emirate Vereinigten Arabischen Emirate].
In Europa war bis zur [[Christianisierung]] meist eine Form der Wahlmonarchie zu finden. Sowohl [[Germanen|germanische]] als auch [[Kelten|keltische]] [[Volksstamm|Stämme]] wählten ihre „[[Häuptling]]e“, welche jedoch in der Regel mächtigen und einflussreichen [[Klan|Familienclans]] entstammten. Dennoch galt für diese keine automatische Erbfolge wie in einer Erbmonarchie. Bei Tod oder bei Verlust des [[Königsheil]]s wurde ein neuer Anführer durch verschiedene Rituale ([[Thing]], [[Schilderhebung]]) gewählt oder [[Proklamation|proklamiert]]. In der [[Sächsische Ordnung|Sächsischen Ordnung]] wurde nur für die Zeit eines Krieges, eines [[Feldzug|Feld-]] oder Beutezuges ein [[Herzog]] gewählt, der nach Ende dieses Krieges wieder zum einfachen [[Freie]]n wurde. Eine andere Herrschaft wurde von den freien [[Bauernstand|Bauernkriegern]] abgelehnt.


In Europa war bis zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Christianisierung Christianisierung] meist eine Form der Wahlmonarchie zu finden. Sowohl [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen germanische] als auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Kelten keltische][https://de.wikipedia.org/wiki/Volksstamm Stämme] wählten ihre „[https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4uptling Häuptlinge]“, welche jedoch in der Regel mächtigen und einflussreichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Klan Familienclans] entstammten. Dennoch galt für diese keine automatische Erbfolge wie in einer Erbmonarchie. Bei Tod oder bei Verlust des [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsheil Königsheils] wurde ein neuer Anführer durch verschiedene Rituale ([https://de.wikipedia.org/wiki/Thing Thing], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schilderhebung Schilderhebung]) gewählt oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Proklamation proklamiert]. In der [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=S%C3%A4chsische_Ordnung&action=edit&redlink=1 Sächsischen Ordnung]wurde nur für die Zeit eines Krieges, eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Feldzug Feld-] oder Beutezuges ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzog Herzog] gewählt, der nach Ende dieses Krieges wieder zum einfachen [https://de.wikipedia.org/wiki/Freie Freien] wurde. Eine andere Herrschaft wurde von den freien [https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernstand Bauernkriegern] abgelehnt.
Diese [[Feudalismus|vorfeudalistische]] Ordnung, die teilweise [[Demokratie|demokratische]] Züge hatte, fand ihr Ende mit der Christianisierung. Als im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] Kaiser [[Konstantin der Große]] mit dem [[Toleranzedikt von Mailand]] im Jahr 313 das [[Christentum]] den anderen Religionen gleichstellte, begann eine Allianz zwischen den [[Kirche und Staat|kirchlichen Institutionen und der staatlichen Autorität]]. Die damalige [[Kirche (Organisation)|Kirche]] legitimierte die absolute Herrschaft und die Erbfolge mit der Ideologie der [[Gottesgnadentum|Herrschaft von Gottes Gnaden]]. Im Gegenzug sicherte sie sich selbst dadurch eine privilegierte Stellung und [[Partizipation]] an der Macht, die sie in den meisten Ländern bis in die Zeit der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] behielt.


Diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Feudalismus vorfeudalistische] Ordnung, die teilweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie demokratische] Züge hatte, fand ihr Ende mit der Christianisierung. Als im [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich Römischen Reich] Kaiser [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_der_Gro%C3%9Fe Konstantin der Große] mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranzedikt_von_Mailand Toleranzedikt von Mailand] im Jahr 313 das [https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum Christentum] den anderen Religionen gleichstellte, begann eine Allianz zwischen den [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kirche_und_Staat&action=edit&redlink=1 kirchlichen Institutionen und der staatlichen Autorität]. Die damalige [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_(Organisation) Kirche] legitimierte die absolute Herrschaft und die Erbfolge mit der Ideologie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesgnadentum Herrschaft von Gottes Gnaden]. Im Gegenzug sicherte sie sich selbst dadurch eine privilegierte Stellung und [https://de.wikipedia.org/wiki/Partizipation Partizipation] an der Macht, die sie in den meisten Ländern bis in die Zeit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution Französischen Revolution] behielt.
Europa wurde im [[Mittelalter]] zunehmend von Erbmonarchien beherrscht: Der Monarch stand an der Spitze von Herrschaftsgebieten, die als [[Lehnswesen|Lehen]] an Gefolgsleute vergeben wurden. Dieses Feudalsystem bildete die Grundlage der Verwaltung und des Militärwesens in den beherrschten Gebieten, litt jedoch am zunehmenden Anspruch der Lehnsnehmer, selbst in Erbfolge über ihre Gebiete zu verfügen und aus diesen wiederum an Gefolgsleute Lehen zu vergeben. Bis zum Aufziehen früher Formen des modernen [[Staat]]s verliert der römisch-deutsche oder polnische Monarch daher faktisch immer weiter an Macht an den so gebildeten feudalen [[Adel]], wogegen die französische oder preußische Monarchie ihn entmachtete und eine [[Absolutismus|absolutistische]] Monarchie durchsetzen konnte.
 
Europa wurde im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter Mittelalter] zunehmend von Erbmonarchien beherrscht: Der Monarch stand an der Spitze von Herrschaftsgebieten, die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehen] an Gefolgsleute vergeben wurden. Dieses Feudalsystem bildete die Grundlage der Verwaltung und des Militärwesens in den beherrschten Gebieten, litt jedoch am zunehmenden Anspruch der Lehnsnehmer, selbst in Erbfolge über ihre Gebiete zu verfügen und aus diesen wiederum an Gefolgsleute Lehen zu vergeben. Bis zum Aufziehen früher Formen des modernen [https://de.wikipedia.org/wiki/Staat Staats] verliert der römisch-deutsche oder polnische Monarch daher faktisch immer weiter an Macht an den so gebildeten feudalen [https://de.wikipedia.org/wiki/Adel Adel], wogegen die französische oder preußische Monarchie ihn entmachtete und eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus absolutistische] Monarchie durchsetzen konnte.


== Formen der Monarchie ==
== Formen der Monarchie ==
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert bildeten sich im Europa der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit Neuzeit] weitere Differenzierungen bzw. Subtypen heraus, die neben der Staatsform auch Aufschluss über das Regierungssystem bzw. die Machtverteilung geben. Die Unterteilung erfolgt heute meist in absolute, konstitutionelle und parlamentarische Monarchie.<ref><span class="reference-text">Tobias Haas: <cite>Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme</cite>. Freiburg 2014, S.&nbsp;195&nbsp;f. ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content uni-freiburg.de]).</span></ref><ref><span class="reference-text">Peter Schwacke, Guido Schmidt: <cite>Staatsrecht</cite>. 5. Auflage. Stuttgart 2007.</span></ref> Diese Trias wird auch von bedeutenden Politologen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Loewenstein_(Jurist) Karl Loewenstein]<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Loewenstein_(Jurist) Karl Loewenstein]: <cite>Die Monarchie im modernen Staat</cite>. Frankfurt am Main 1952.</span></ref>, [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fraenkel_(Politikwissenschaftler) Ernst Fraenkel]<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fraenkel_(Politikwissenschaftler) Ernst Fraenkel]: <cite>Staatsformen</cite>. In: Ernst Fraenkel, Karl Dietrich Bracher (Hrsg.): <cite>Staat und Politik</cite>. 3. Auflage. Frankfurt am Main 1964, S.&nbsp;317–319.</span></ref> und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eckhard_Jesse Eckhard Jesse]<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Eckhard_Jesse Eckhard Jesse]: <cite>Typologie politischer Systeme der Gegenwart</cite>. In: Harald Geiss (Hrsg.): <cite>Grundwissen Politik</cite>(=&nbsp;<cite>Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung</cite>. Band&nbsp;345). 3. Auflage. Bonn 1997, S.&nbsp;239–312.</span></ref> verwendet.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert bildeten sich im Europa der [[Neuzeit]] weitere Differenzierungen bzw. Subtypen heraus, die neben der Staatsform auch Aufschluss über das Regierungssystem bzw. die Machtverteilung geben. Die Unterteilung erfolgt heute meist in absolute, konstitutionelle und parlamentarische Monarchie.<ref>{{Literatur |Autor=Tobias Haas |Titel=Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Seiten=195f. |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Peter Schwacke, Guido Schmidt |Titel=Staatsrecht |Auflage=5. |Ort=Stuttgart |Datum=2007}}</ref> Diese Trias wird auch von bedeutenden Politologen wie [[Karl Loewenstein (Jurist)|Karl Loewenstein]]<ref>{{Literatur |Autor=[[Karl Loewenstein (Jurist)|Karl Loewenstein]] |Titel=Die Monarchie im modernen Staat |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1952}}</ref>, [[Ernst Fraenkel (Politikwissenschaftler)|Ernst Fraenkel]]<ref>{{Literatur |Autor=[[Ernst Fraenkel (Politikwissenschaftler)|Ernst Fraenkel]] |Hrsg=Ernst Fraenkel, Karl Dietrich Bracher |Titel=Staatsformen |Sammelwerk=Staat und Politik |Auflage=3. |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1964 |Seiten=317–319}}</ref> und [[Eckhard Jesse]]<ref>{{Literatur |Autor=[[Eckhard Jesse]] |Hrsg=Harald Geiss |Titel=Typologie politischer Systeme der Gegenwart |Sammelwerk=Grundwissen Politik |Reihe=Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung |BandReihe=345 |Auflage=3. |Ort=Bonn |Datum=1997 |Seiten=239–312}}</ref> verwendet.


=== Absolute Monarchie ===
=== Absolute Monarchie ===
[[Datei:170px-Louis_XIV_of_France.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Louis_XIV_of_France.jpg|mini|242x242px|''Ludwig XIV (1638–1715)'']]<span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus Absolutismus]''
{{Hauptartikel|Absolutismus}}
[[Datei:Louis XIV of France.jpg|mini|hochkant|Ludwig XIV (1638–1715)]]
 
In dieser Form besitzt der Monarch dem Anspruch nach die alleinige [[Staatsgewalt]]; der Adel verliert seine Position im Feudalsystem im Austausch gegen Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Monarch ist ''legibus absolutus'' ([[Latein]] für „von den Gesetzen losgelöst“), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst erlässt, nicht untersteht. Das bekannteste Beispiel für den Anspruch auf absolute Herrschaft des Monarchen ist der Sonnenkönig [[Ludwig XIV.|Ludwig&nbsp;XIV.]], dessen Selbstverständnis {{" |Sprache=fr |Text=L’État, c’est moi |Übersetzung=Der Staat bin ich}} als geradezu prototypisch für diese [[Soziokulturelle Evolution|Entwicklung]] angesehen werden kann. Der absolute Machtanspruch ist auf Dauer jedoch nicht gegen den Adel und das aufstrebende [[Bürgertum]] durchzusetzen; dort, wo die absolute Monarchie überlebt, nimmt sie einzelne Elemente der [[Republik]] oder [[Demokratie]] an. Trotz Schwierigkeiten in der Abgrenzung des Begriffes können heute (2022) [[Brunei]], die [[Vatikanstadt]], [[Saudi-Arabien]], [[Eswatini]], [[Katar]] und [[Oman]] als derzeit existierende absolute Monarchien gelten. In [[Nepal]] musste der bis dahin absolut regierende König im Frühjahr 2006 seine weitgehende Entmachtung hinnehmen.<ref>[http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/7158670.stm ''Nepal monarchy abolished''.] [[British Broadcasting Corporation|BBC]]</ref> Im Mai 2008 wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. In [[Bhutan]] wurde die absolute Monarchie am 18. Juli 2008<ref>[http://www.telegraphindia.com/1080719/jsp/foreign/story_9569850.jsp ''Bhutan Constitution''] auf: ''telegraphindia.com'', Ausrufung der konstitutionellen Monarchie in Bhutan.</ref> durch eine Verfassung in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt.


In dieser Form besitzt der Monarch dem Anspruch nach die alleinige [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsgewalt Staatsgewalt]; der Adel verliert seine Position im Feudalsystem im Austausch gegen Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Monarch ist ''legibus absolutus'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Latein Latein] für „von den Gesetzen losgelöst“), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst erlässt, nicht untersteht. Das bekannteste Beispiel für den Anspruch auf absolute Herrschaft des Monarchen ist der Sonnenkönig [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV. Ludwig XIV.], dessen Selbstverständnis «&nbsp;L’État, c’est moi&nbsp;» (deutsch: „Der Staat bin ich“) als geradezu prototypisch für diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziokulturelle_Evolution Entwicklung] angesehen werden kann. Der absolute Machtanspruch ist auf Dauer jedoch nicht gegen den Adel und das aufstrebende [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgertum Bürgertum] durchzusetzen; dort, wo die absolute Monarchie überlebt, nimmt sie einzelne Elemente der [https://de.wikipedia.org/wiki/Republik Republik] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie Demokratie] an. Trotz Schwierigkeiten in der Abgrenzung des Begriffes können heute (2022) [https://de.wikipedia.org/wiki/Brunei Brunei], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt Vatikanstadt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Saudi-Arabien Saudi-Arabien], [https://de.wikipedia.org/wiki/Eswatini Eswatini], [https://de.wikipedia.org/wiki/Katar Katar] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Oman Oman] als derzeit existierende absolute Monarchien gelten. In [https://de.wikipedia.org/wiki/Nepal Nepal] musste der bis dahin absolut regierende König im Frühjahr 2006 seine weitgehende Entmachtung hinnehmen.<ref><span class="reference-text">[http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/7158670.stm ''Nepal monarchy abolished''.] [https://de.wikipedia.org/wiki/British_Broadcasting_Corporation BBC]</span></ref> Im Mai 2008 wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. In [https://de.wikipedia.org/wiki/Bhutan Bhutan] wurde die absolute Monarchie am 18. Juli 2008<ref><span class="reference-text">[http://www.telegraphindia.com/1080719/jsp/foreign/story_9569850.jsp ''Bhutan Constitution''] auf: ''telegraphindia.com'', Ausrufung der konstitutionellen Monarchie in Bhutan.</span></ref> durch eine Verfassung in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt. Die entartete, [https://de.wikipedia.org/wiki/Despotie despotische] und selbstherrliche Form der absoluten Monarchie wird auch als ''Tyrannis'' bezeichnet.
Die entartete, [[Despotie|despotische]] und selbstherrliche Form der absoluten Monarchie wird auch als ''Tyrannis'' bezeichnet.


=== Konstitutionelle Monarchie ===
=== Konstitutionelle Monarchie ===
<span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstitutionelle_Monarchie Konstitutionelle Monarchie]''[[Datei:330px-Grundschema_Konstitutionelle_Monarchie.svg.png|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Grundschema_Konstitutionelle_Monarchie.svg|mini|330x330px|''Konstitutionelle Monarchie (Schema)'']]In einer konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen nicht mehr absolut, sondern durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung Verfassung] (Konstitution) begrenzt und geregelt. Monarch und Parlament müssen sich die Macht teilen. So bedürfen Gesetze der Zustimmung beider Organe.<ref><span class="reference-text">Tobias Haas: <cite>Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme</cite>. Freiburg 2014, S.&nbsp;189 ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content uni-freiburg.de]).</span></ref> Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Regierung Regierung] wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Volksvertretung Volksvertretung] gelenkt und ist von diesem abhängig, d.&nbsp;h., er kann die Regierung absetzen. Beispiele dafür sind das [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich Deutsche Kaiserreich] (1871–1918) sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Monaco Monaco] (seit 1911). Die konkrete Machtverteilung zwischen Parlament und Monarch variiert dabei und kann mal in die eine oder in die andere Richtung schlagen.<ref name=":1"><span class="reference-text">Tom Thieme: <cite>Die Staatsform Monarchie im 21. Jahrhundert. Typologie, Überblick und Vergleich</cite>. 2017, S.&nbsp;313, [https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier doi]:<span class="uri-handle">[https://doi.org/10.13109/tode.2017.14.2.309 10.13109/tode.2017.14.2.309]</span>.</span></ref> Das Fürstentum [https://de.wikipedia.org/wiki/Liechtenstein Liechtenstein] ist zum Beispiel eine konstitutionelle Erbmonarchie, in der die Regierung vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_des_F%C3%BCrstentums_Liechtenstein liechtensteinischen Landtag] bestimmt und lediglich vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_von_Liechtenstein Fürsten] ernannt wird. Allerdings ist die Regierung auch in Liechtenstein vom Vertrauen des Fürsten abhängig. Somit stellt das Fürstentum Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit stark demokratisch-parlamentarischen Zügen dar.
{{Hauptartikel|Konstitutionelle Monarchie}}
[[Datei:Grundschema Konstitutionelle Monarchie.svg|mini|hochkant=1.5|Konstitutionelle Monarchie (Schema)]]
 
In einer konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen nicht mehr absolut, sondern durch die [[Verfassung]] (Konstitution) begrenzt und geregelt. Monarch und Parlament müssen sich die Macht teilen. So bedürfen Gesetze der Zustimmung beider Organe.<ref>{{Literatur |Autor=Tobias Haas |Titel=Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Seiten=189 |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content}}</ref> Die [[Regierung]] wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer [[Volksvertretung]] gelenkt und ist von diesem abhängig, d.&nbsp;h., er kann die Regierung absetzen. Beispiele dafür sind das [[Deutsches Kaiserreich|Deutsche Kaiserreich]] (1871–1918) sowie [[Monaco]] (seit 1911). Die konkrete Machtverteilung zwischen Parlament und Monarch variiert dabei und kann mal in die eine oder in die andere Richtung schlagen.<ref name=":0">{{Literatur |Autor=Tom Thieme |Titel=Die Staatsform Monarchie im 21. Jahrhundert. Typologie, Überblick und Vergleich |Datum=2017 |Seiten=313 |DOI=10.13109/tode.2017.14.2.309}}</ref> Das Fürstentum [[Liechtenstein]] ist zum Beispiel eine konstitutionelle Erbmonarchie, in der die Regierung vom [[Landtag des Fürstentums Liechtenstein|liechtensteinischen Landtag]] bestimmt und lediglich vom [[Liste der Herrscher von Liechtenstein|Fürsten]] ernannt wird. Allerdings ist die Regierung auch in Liechtenstein vom Vertrauen des Fürsten abhängig. Somit stellt das Fürstentum Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit stark demokratisch-parlamentarischen Zügen dar.


=== Parlamentarische Monarchie ===
=== Parlamentarische Monarchie ===
[[Datei:330px-Grundschema_Parlamentarische_Monarchie.svg.png|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Grundschema_Parlamentarische_Monarchie.svg|mini|330x330px|Parlamentarische Monarchie (Schema)]]Parlamentarische Monarchien besitzen ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentarisches_Regierungssystem parlamentarisches Regierungssystem]. Der Regierungschef und ggf. auch die anderen Regierungsmitglieder werden vom Parlament gewählt oder faktisch bestimmt und sind von dessen Vertrauen abhängig. Der Monarch hat im Gegensatz zur konstitutionellen Monarchie nicht die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Steffani Winfried Steffani]: <cite>Parlamentarische und präsidentielle Demokratie. Strukturelle Aspekte westlicher Demokratien</cite>. Opladen, 1979, S.&nbsp;38&nbsp;f.</span></ref> Er übt in der Regel wenig bis gar keinen Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus, da diese vom Parlament und der Regierung geführt werden, die somit Träger der Staatsgewalt sind. Daher kommen dem Monarchen zumeist nur noch [https://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4sentativit%C3%A4t repräsentative] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsnotar staatsnotarielle] Aufgaben zu, wie die formelle Ernennung des Regierungschefs und der Minister oder die Unterzeichnung von Gesetzen. Hierbei ist sein Spielraum stark begrenzt, da er die Entscheidungen des Parlaments nicht blockieren kann – er verfügt über kein Veto-Recht. Die Monarchie steht unter dem Primat des Parlaments und könnte sogar durch das Parlament oder ein Referendum abgeschafft werden.<ref><span class="reference-text">Tobias Haas: <cite>Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme</cite>. Freiburg 2014, S.&nbsp;190&nbsp;f. ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content uni-freiburg.de]).</span></ref>  
[[Datei:Grundschema Parlamentarische Monarchie.svg|mini|hochkant=1.5|Parlamentarische Monarchie (Schema)]]
 
Parlamentarische Monarchien besitzen ein [[parlamentarisches Regierungssystem]]. Der Regierungschef und ggf. auch die anderen Regierungsmitglieder werden vom Parlament gewählt oder faktisch bestimmt und sind von dessen Vertrauen abhängig. Der Monarch hat im Gegensatz zur konstitutionellen Monarchie nicht die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen.<ref>{{Literatur |Autor=[[Winfried Steffani]] |Titel=Parlamentarische und präsidentielle Demokratie. Strukturelle Aspekte westlicher Demokratien |Verlag=Opladen |Datum=1979 |Seiten=38f.}}</ref> Er übt in der Regel wenig bis gar keinen Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus, da diese vom Parlament und der Regierung geführt werden, die somit Träger der Staatsgewalt sind. Daher kommen dem Monarchen zumeist nur noch [[Repräsentativität|repräsentative]] und [[staatsnotar]]ielle Aufgaben zu, wie die formelle Ernennung des Regierungschefs und der Minister oder die Unterzeichnung von Gesetzen. Hierbei ist sein Spielraum stark begrenzt, da er die Entscheidungen des Parlaments nicht blockieren kann – er verfügt über kein Veto-Recht. Die Monarchie steht unter dem Primat des Parlaments und könnte sogar durch das Parlament oder ein Referendum abgeschafft werden.<ref>{{Literatur |Autor=Tobias Haas |Titel=Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Seiten=190f. |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content}}</ref>


Fast alle westeuropäischen Monarchien haben sich im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu parlamentarischen Monarchien entwickelt. Die parlamentarische Monarchie ist in der Regel sukzessive als Folge von Demokratisierungsprozessen in den europäischen Monarchien entstanden. Sie ist das Resultat des Versuchs, die Monarchien zu demokratisieren, ohne sie abzuschaffen.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_von_Beyme Klaus von Beyme]: <cite>Die parlamentarische Demokratie. Entstehung und Funktionsweise 1789-1999</cite>. 4. Auflage. Opladen, Wiesbaden 2004.</span></ref> Weitere Beispiele sind die 15 [https://de.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_Realm Commonwealth-Monarchien].<ref><span class="reference-text">Tobias Haas: <cite>Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme</cite>. Freiburg 2014, S.&nbsp;192&nbsp;f. ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content uni-freiburg.de]).</span></ref>  
Fast alle westeuropäischen Monarchien haben sich im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu parlamentarischen Monarchien entwickelt. Die parlamentarische Monarchie ist in der Regel sukzessive als Folge von Demokratisierungsprozessen in den europäischen Monarchien entstanden. Sie ist das Resultat des Versuchs, die Monarchien zu demokratisieren, ohne sie abzuschaffen.<ref>{{Literatur |Autor=[[Klaus von Beyme]] |Titel=Die parlamentarische Demokratie. Entstehung und Funktionsweise 1789-1999 |Auflage=4. |Verlag=Opladen |Ort=Wiesbaden |Datum=2004}}</ref> Weitere Beispiele sind die 15 [[Commonwealth Realm|Commonwealth-Monarchien]].<ref>{{Literatur |Autor=Tobias Haas |Titel=Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Seiten=192f. |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content}}</ref>


=== Abgrenzung ===
=== Abgrenzung ===
Was die Zuordnung einzelner Staaten zu der konstitutionellen oder der parlamentarischen Monarchie erschwert, ist die Tatsache, dass Verfassungstext und [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungswirklichkeit Verfassungswirklichkeit] häufig auseinanderklaffen. Rein [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsrecht verfassungsrechtlich], also [https://de.wikipedia.org/wiki/De_jure/de_facto de jure] sind die meisten Monarchien konstitutionell, in der politischen Praxis aber ist die Mehrheit der Monarchien parlamentarisch. Die Monarchen verzichten auf die Wahrnehmung ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4rogative Prärogativen], mischen sich nicht in das politische Tagesgeschäft ein und beschränken sich auf ihre repräsentative und vermittelnde Rolle. Ausschlaggebend für die Zuordnung ist letztendlich „nicht das Ausmaß der formellen Machtbefugnisse […], sondern die praktische Ausgestaltung des Amtes als Staatsoberhaupt“.<ref name=":1" /> Krisen- oder Ausnahmesituationen können jedoch auch zu einem Wandel im Amtsverständnis führen.<ref name=":1" />  
Was die Zuordnung einzelner Staaten zu der konstitutionellen oder der parlamentarischen Monarchie erschwert, ist die Tatsache, dass Verfassungstext und [[Verfassungswirklichkeit]] häufig auseinanderklaffen. Rein [[verfassungsrecht]]lich, also [[de jure/de facto|de jure]] sind die meisten Monarchien konstitutionell, in der politischen Praxis aber ist die Mehrheit der Monarchien parlamentarisch. Die Monarchen verzichten auf die Wahrnehmung ihrer [[Prärogative]]n, mischen sich nicht in das politische Tagesgeschäft ein und beschränken sich auf ihre repräsentative und vermittelnde Rolle. Ausschlaggebend für die Zuordnung ist letztendlich {{" |nicht das Ausmaß der formellen Machtbefugnisse […], sondern die praktische Ausgestaltung des Amtes als Staatsoberhaupt}}.<ref name=":0" /> Krisen- oder Ausnahmesituationen können jedoch auch zu einem Wandel im Amtsverständnis führen.<ref name=":0" />
 
Im englischsprachigen Raum ist der Begriff ''parliamentary monarchy'' unüblich, weshalb hier stets von ''constitutional monarchy'' gesprochen wird. Eine Differenzierung anhand der Begrifflichkeit ist daher nicht möglich. Die Trennung zwischen konstitutioneller und parlamentarischer Monarchie ist also im Englischen oft nicht so scharf wie im Deutschen.<ref>{{Literatur |Autor=Tobias Haas |Titel=Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme |Ort=Freiburg |Datum=2014 |Seiten=194f. |Online=https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Richard Rose |Hrsg=[[Seymour Martin Lipset]] |Titel=Monarchy, Constitutional |Sammelwerk=The Encyclopedia of Democracy |Band=III |Ort=London |Datum=1995 |Seiten=843–847}}</ref> Grund für diese Ungenauigkeit ist die Auffassung, dass eine Monarchie mit Verfassung (und damit in der Regel mit einem [[Repräsentativsystem]]) sich zwangsläufig zu einem parlamentarischen Regierungssystem entwickelte. Schließlich sind [[Gesetzgebung]] und Haushalt [[Macht]]mittel des [[Parlament]]s, um eine Politik eigener Wahl durchzusetzen.
 
== Liste der gegenwärtigen Monarchien ==
=== Anerkannte unabhängige Staaten ===
Die folgende Liste umfasst 43 Monarchien, davon 42 [[Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen|Mitgliedstaaten]] der [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] sowie die [[Vatikanstadt]] (offiziell vertritt der [[Heiliger Stuhl|Heilige Stuhl]] die Vatikanstadt als [[Völkerrechtssubjekt]] in [[Diplomatie|diplomatischen]] Beziehungen). Folglich sind etwa ein Viertel der anerkannten unabhängigen Staaten Monarchien. Die Liste der unabhängigen [[Souveränität|souveränen]] Monarchien umfasst derzeit folgende [[Liste der Staaten der Erde|Staaten]]:
 
{| class="wikitable sortable toptextcells" style="font-size:95%;" cellpadding="4" cellspacing="0"
 
|-
! colspan="2"| Staat
! Monarchieform
! Monarch
! Aktuell
! class="unsortable"| Anmerkungen
 
|-
! colspan="6"| 1 [[Kaiser]]reich
|-
| [[Datei:Flag of Japan.svg|rand|31px]]
| [[Japan]]
| Parlamentarisch
| [[Tennō]] (oft mit „Kaiser“ übersetzt)
| [[Naruhito]]
|Der [[Tennō|japanische Kaiser]] ist [[de jure]] kein [[Staatsoberhaupt]] und hat keinerlei politische Macht inne, sondern gilt als „Symbol des Staates“. Er nimmt rein [[Repräsentation (Politik)|repräsentative]] Aufgaben wahr. Japan ist auch die älteste noch existierende Monarchie der Welt. Die traditionelle Rolle der japanischen Tennō ({{lang|ja-Hani|天皇}}, [[Japanische Sprache|japanisch]] für „Himmlischer Herrscher“) als religiöse Oberhäupter des [[Shintō|Shintoismus]] ist heute nur noch nomineller Natur.
|- style="background:#DADADA"
! colspan="6"| 32 [[Königreich]]e
|-
| [[Datei:Flag of Antigua and Barbuda.svg|31px]]
| [[Antigua und Barbuda]]<ref name="Commonwealth Realms">[[Commonwealth Realm|Commonwealth-Königreiche]] (Monarchien, in denen der britische Monarch Staatsoberhaupt ist und (mit Ausnahme des [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreichs]] selbst) jeweils von einem [[Generalgouverneur]] vertreten wird).</ref>
|rowspan="3"| Parlamentarisch
|rowspan="3"| König
|rowspan="3"| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Australia (converted).svg|31px]]
| [[Australien]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of the Bahamas.svg|31px]]
| [[Bahamas]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of Bahrain.svg|rand|31px]]
| [[Bahrain]]
| Konstitutionell
| König
| [[Hamad ibn Isa Al Chalifa|Hamad bin Isa Al Chalifa]]
|Bis 2002 Emirat, seitdem Königreich. Nach den im Jahr 2000 begonnenen [[Demokratie|demokratischen]] [[Reform]]en heute konstitutionelle Monarchie.
|-
| [[Datei:Flag of Belgium.svg|31px]]
| [[Belgien]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Philippe (Belgien)|Philipp]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Belize.svg|31px]]
| [[Belize]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| Parlamentarisch
| König
| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Bhutan.svg|31px]]
| [[Bhutan]]
| Konstitutionell
| König
| [[Jigme Khesar Namgyel Wangchuck]]
| [[Buddhismus|Buddhistische]] absolute Monarchie von 1907 bis 18. Juli 2008, seitdem konstitutionelle Monarchie. Die Könige von Bhutan werden [[Druk Gyalpo]] ([[Dzongkha]] für „Drachenkönig“) genannt.
|-
| [[Datei:Flag of Denmark.svg|31px]]
| [[Dänemark]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Frederik X.]]
|Der dänische Monarch ist zugleich Oberhaupt [[Grönland]]s und der [[Färöer]]. Seit 1953 steht die [[Thronfolge]] auch Frauen offen.
|-
| [[Datei:Flag of Eswatini.svg|31px]]
| [[Eswatini]]
| Absolut
| König
| [[Mswati III.]]
| Letzte absolute Monarchie Afrikas. [[Demokratisierung]]sprozess läuft.
|-
| [[Datei:Flag of Grenada.svg|31px]]
| [[Grenada]]<ref name="Commonwealth Realms" />
|rowspan="2"| Parlamentarisch
|rowspan="2"| König
|rowspan="2"| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Jamaica.svg|31px]]
| [[Jamaika]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of Jordan.svg|31px]]
| [[Jordanien]]
| Konstitutionell
| König
| [[Abdullah II. bin al-Hussein|Abdullah II.]]
|1921 vom [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]] etabliert.
|-
| [[Datei:Flag of Cambodia.svg|31px]]
| [[Kambodscha]]
| Konstitutionell
| König
| [[Norodom Sihamoni]]
|Seit der neuen [[Verfassung]] von 1993 wieder Monarchie.
|-
| [[Datei:Flag of Canada (Pantone).svg|31px]]
| [[Kanada]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| Parlamentarisch
|| König
| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Lesotho.svg|31px]]
| [[Lesotho]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Letsie III.]]
|Bis 1965 „Oberster Häuptling“. Der König hat keine [[exekutive]]n oder [[legislative]]n Aufgaben.
|-
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Ibrahim Ismail von Johor|Ibrahim Ismail]]
| [[Wahlmonarchie]]. Malaysia besteht aus dreizehn Bundesstaaten, darunter neun Sultanate (siehe dazu Abschnitt „[[#Subnationale Monarchien|Subnationale Monarchien]]“). Der König wird alle fünf Jahre von den neun Sultanen des Landes aus ihrem Kreis nach [[Rotationsprinzip]] gewählt. Der offizielle Titel des Oberhaupts lautet [[Yang di-Pertuan Agong]], auf [[Deutsche Sprache|Deutsch]] „Oberster Herrscher“.
|-
| [[Datei:Flag of Morocco.svg|31px]]
| [[Marokko]]
| Konstitutionell
| König
| [[Mohammed VI. (Marokko)|Mohammed VI.]]
|Bis 1957 Sultanat, seitdem Königreich.
|-
| [[Datei:Flag of New Zealand.svg|31px]]
| [[Neuseeland]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| Parlamentarisch<ref>{{Literatur |Autor=Martin Sebaldt |Titel=Die Macht der Parlamente. Funktionen und Leistungsprofile nationaler Volksvertretungen in den alten Demokratien der Welt |Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften |Datum=2009}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Steffanie Richter |Titel=Modell Aotearoa: der Prozess der Wahlsystemreform in Neuseeland |Verlag=Galda + Wilch |Ort=Berlin |Datum=1999 |Seiten=15}}</ref><ref>{{Literatur |Autor=Ismail Dalay, Supriyo Bhattacharya |Hrsg=Matthias Kowasch, Wolfgang Gieler, Andreas Dittmann |Titel=Neuseeland |Sammelwerk=Die Außenpolitik der Staaten Ozeaniens Ein Handbuch: Von Australien bis Neuseeland, von Samoa bis Vanuatu |Verlag=Ferdinand Schöningh |Datum=2010 |Seiten=93–106}}</ref>
| König
| [[Charles III.]]
| Seit 1907
|-
| [[Datei:Flag of the Netherlands.svg|31px]]
| [[Niederlande]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Willem-Alexander]]
|Teilt sich auf in die [[Niederlande]] mit ihren 12 Provinzen und 3 [[Karibische Niederlande|besonderen Gemeinden]] (BES-Inseln) sowie die autonomen Länder [[Aruba]], [[Curaçao]] und [[Sint Maarten]].
|-
| [[Datei:Flag of Norway.svg|31px]]
| [[Norwegen]]
| Parlamentarisch<ref>{{Literatur |Autor=Hermann Groß, Walter Rothholz |Hrsg=[[Wolfgang Ismayr]] |Titel=Das politische System Norwegens |Sammelwerk=Das politische System Norwegens |Verlag=UTB |Datum=1997 |ISBN=978-3-322-95712-2 |Seiten=125–157 |Online=https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-322-95712-2_4}}</ref>
| König
| [[Harald&nbsp;V.]]
|Besteht seit 872, von 1380 bis 1905 in [[Personalunion]] mit Dänemark bzw. Schweden. Selbstständiges Königreich seit 1905. Seit 1990 steht die [[Thronfolge]] auch Frauen offen.
|-
| [[Datei:Flag of Papua New Guinea.svg|31px]]
| [[Papua-Neuguinea]]<ref name="Commonwealth Realms" />
|rowspan="2"| Parlamentarisch
|rowspan="2"| König
|rowspan="2"| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of the Solomon Islands.svg|31px]]
| [[Salomonen]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of Saudi Arabia.svg|31px]]
| [[Saudi-Arabien]]
| Absolut
| König
| [[Salman ibn Abd al-Aziz|Salman ibn ʿAbd al-ʿAziz]]
| [[Islam]]ische Monarchie. Seit 1932 vereinigt.
|-
| [[Datei:Flag of Sweden.svg|31px]]
| [[Schweden]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Carl XVI. Gustaf]]
|Seit 1979 steht die [[Thronfolge]] auch Frauen offen. Der Monarch hat keine politische Macht inne.
|-
| [[Datei:Flag of Spain.svg|31px]]
| [[Spanien]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Felipe VI.]]
|1947 unter der [[Franquismus|Franco-Diktatur]] wieder zum Königreich erklärt, de facto seit 1975.
|-
| [[Datei:Flag of Saint Kitts and Nevis.svg|31px]]
| [[St. Kitts und Nevis]]<ref name="Commonwealth Realms" />
|rowspan="3"| Parlamentarisch
|rowspan="3"| König
|rowspan="3"| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Saint Lucia.svg|31px]]
| [[St. Lucia]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of Saint Vincent and the Grenadines.svg|31px]]
| [[St. Vincent und die Grenadinen]]<ref name="Commonwealth Realms" />
| —
|-
| [[Datei:Flag of Thailand.svg|31px]]
| [[Thailand]]
| Konstitutionell
| König
| [[Maha Vajiralongkorn]]<br />(Rama X.)
| [[Buddhismus|Buddhistische]] Monarchie.
|-
| [[Datei:Flag of Tonga.svg|31px]]
| [[Tonga]]
| Parlamentarisch
| König
| [[Tupou VI.]]
|Der [[tradition]]ell [[Polynesien|polynesische]] Königstitel „Tu'i Tonga“ wurde 1865 vor Beginn des [[Vereinigtes Königreich|britischen]] [[Protektorat]]s durch einen [[Westliche Welt|westlichen]] ersetzt.
|-
| [[Datei:Flag of Tuvalu.svg|31px]]
| [[Tuvalu]]<ref name="Commonwealth Realms" />
|rowspan="2"| Parlamentarisch
|rowspan="2"| König
|rowspan="2"| [[Charles III.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of the United Kingdom.svg|31px]]
| [[Vereinigtes Königreich]]<ref name="Commonwealth Realms" />
|Der britische Monarch ist zugleich Oberhaupt folgender [[Kronbesitzungen der britischen Krone|Kronbesitzungen]] (direkt der Krone unterstellte Territorien) oder [[Britische Überseegebiete|Überseegebiete]] (ehemalige [[Kronkolonie]]n): [[Guernsey]], [[Jersey]], [[Isle of Man]], [[Anguilla]], [[Bermuda]], [[Britische Jungferninseln]], [[Britisches Territorium im Indischen Ozean]], [[Kaimaninseln]], [[Falklandinseln]], [[Gibraltar]], [[Montserrat]], [[Pitcairninseln]], [[St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha]], [[Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln]] und die [[Turks- und Caicosinseln]].
|- style="background:#DADADA"
! colspan="6"| 1 [[Großherzogtum]]
|-
| [[Datei:Flag of Luxembourg.svg|31px]]
| [[Luxemburg]]
| Konstitutionell
| [[Großherzog]]
| [[Guillaume V.]]
|Bis 1890 von den [[Liste der Herrscher der Niederlande|niederländischen Monarchen]] regiert. Der Monarch hat seit der Verfassungsreform 2008 kaum noch politische Macht inne.
|- style="background:#DADADA"
! colspan="6"| 3 [[Fürstentum|Fürstentümer]]
|-
|rowspan="2"| [[Datei:Flag of Andorra.svg|31px]]
|rowspan="2"| [[Andorra]]
|rowspan="2"| Parlamentarisch
|rowspan="2"| [[Kofürst von Andorra|Kofürsten]]
| [[Bischof]] [[Josep-Lluís Serrano Pentinat]]
|rowspan="2"| Andorra ist eine [[Doppelherrschaft|Dyarchie]], da es zwei gleichberechtigte Staatsoberhäupter hat, nämlich den amtierenden [[Bistum Urgell|Bischof von Urgell]] und den aktuellen [[Frankreich|französischen]] [[Staatspräsident]]en.
|-
| [[Emmanuel Macron]]
|-
| [[Datei:Flag of Liechtenstein.svg|31px]]
| [[Liechtenstein]]
| Konstitutionell „auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage“
| [[Fürst]]
| [[Hans-Adam II.]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Monaco.svg|rand|31px]]
| [[Monaco]]
| Konstitutionell
| Fürst
| [[Albert II. (Monaco)|Albert&nbsp;II.]]
| —
|- style="background:#DADADA"
! colspan="6"| 2 [[Sultan]]ate
|-
| [[Datei:Flag of Brunei.svg|31px]]
| [[Brunei]]
| Absolut
| [[Sultan]]
| [[Hassanal Bolkiah]]
|Letzte absolute Monarchie im östlichen Asien. Der offizielle Titel des Oberhaupts lautet „Sultan und Yang Di-Pertuan“, auf Deutsch „Oberster Herrscher“.
|-
| [[Datei:Flag of Oman.svg|rand|31px]]
| [[Oman]]
| Absolut
| Sultan
| [[Haitham bin Tariq bin Taymur]]
| —
|-
! colspan="6"| 3 [[Emirat]]e
|-
| [[Datei:Flag of Qatar.svg|rand|31px]]
| [[Katar]]
| Absolut
| [[Emir]]
| [[Tamīm bin Hamad ath-Thānī]]
| —
|-
| [[Datei:Flag of Kuwait.svg|31px]]
| [[Kuwait]]
| Konstitutionell
| Emir
| [[Mischal al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah]]
|Bis 1991 absolute Monarchie, zwischen 1991 und 1996 Bildung eines Parlaments.
|-
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
| Konstitutionell (de jure)<br />Absolut (de facto)
| [[Staatspräsident]]
| [[Muhammad bin Zayid Al Nahyan]]
| [[Wahlmonarchie]], bestehend aus 7 Emiraten (siehe dazu Abschnitt „[[#Subnationale Monarchien|Subnationale Monarchien]]“). Formell kann jeder der sieben Emire des Bundes zum Bundesoberhaupt gewählt werden, traditionell wird aber immer der aktuelle Emir von Abu Dhabi gewählt.
|- style="background:#DADADA"
! colspan="6"| 1 souveräne territoriale Basis des [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhls]]
|-
| [[Datei:Flag of the Vatican City.svg|rand|31px]]
| [[Vatikanstadt]]
| Absolute Wahlmonarchie
| [[Papst]]
| [[Leo XIV.]]
|Letzte absolute Monarchie [[Europa]]s und einzige [[Christentum|christliche]] [[Theokratie]] der Welt. Der Papst wird von wahlberechtigten [[Kardinal|Kardinälen]] im [[Papstwahl#Konklave|Konklave]] gewählt und ist als Bischof von Rom und Oberhaupt der [[römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] [[ex officio]] Monarch der Vatikanstadt.
|}
 
=== Subnationale Monarchien ===
Abgesehen von den oben aufgeführten Ländern gibt es folgende Monarchien, die jeweils innerhalb eines international anerkannten unabhängigen Staates mit [[Föderalismus|föderalem Aufbau]] liegen. Teilweise sind diese Gesamtstaaten sogar auf Bundesebene republikanisch verfasst.
 
{| class="wikitable sortable" style="font-size:100%"
|-
!
! style="width:60px"| Land
! Monarch
! Aktuell
!
! Oberhoheit
|-
| [[Datei:Flag of Abu Dhabi.svg|31px]]
| [[Abu Dhabi (Emirat)|Abu Dhabi]]
| Emir
| [[Muhammad bin Zayid Al Nahyan]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
| [[Datei:Flag of Ajman.svg|31px]]
| [[Adschman (Emirat)|Adschman]]
| Emir
|Humaid bin Raschid an-Nuʿaimi
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
| [[Datei:Flag of Alo.svg|31px]]
| [[Alo (Königreich)|Alo]]
| König („Tu'i aga'ifo“)
|Lino Leleivai
| [[Datei:Flag of Wallis and Futuna.svg|31px]]
| [[Wallis und Futuna]]
|-
| [[Datei:Flag of Ankole.svg|31px]]
| [[Königreich Ankole|Ankole]]
|Omugabe
|Ntare VI.
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
|
| [[Anufu]]
|Soma
|Na Bema
| [[Datei:Flag of Togo.svg|31px]]
| [[Togo]]
|-
| [[Datei:Flag of Ashanti.svg|31px]]
| [[Königreich Aschanti|Aschanti]]
| [[Asantehene]]
|[[Osei Tutu II.]]
| [[Datei:Flag of Ghana.svg|31px]]
| [[Ghana]]
|-
| [[Datei:Bafokeng flag.svg|31px]]
| [[Royal Bafokeng Nation|Bafokeng]]
| König („Kgosi“)
|Leruo Molotlegi
| [[Datei:Flag of South Africa.svg|31px]]
| [[Südafrika]]
|-
|
| [[Bafut]]
|[[Fon (Titel)|Fon]]
|Abumbi II.
| [[Datei:Flag of Cameroon.svg|31px]]
| [[Kamerun]]
|-
| [[Datei:Flag of Buganda.svg|31px]]
| [[Buganda]]
| König („[[Kabaka]]“)
| [[Ronald Muwenda Mutebi II.]]
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
| [[Datei:Flag of Bunyoro, Uganda.svg|31px]]
| [[Bunyoro]]
|Omukama
|[[Solomon Iguru I.]]
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
| [[Datei:Flag of Busoga, Uganda.svg|31px]]
| [[Busoga]]
|Kyabazinga
|Henry Wako Muloki
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
| [[Datei:Flag of Dubai.svg|31px]]
| [[Dubai (Emirat)|Dubai]]
| Emir
| [[Muhammad bin Raschid Al Maktum]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
| [[Datei:Flag of the Ewe people.svg|31px]]
| [[Ewe (Ethnie)|Ewe]]
| König
| [[Céphas Bansah]]
| [[Datei:Flag of Ghana.svg|31px]]
| [[Ghana]]
|-
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Fudschaira (Emirat)|Fudschaira]]
| Emir
| [[Hamad ibn Muhammad asch-Scharqi]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
| [[Datei:Flag of Johor.svg|31px]]
| [[Johor]]
| Sultan
|[[Ibrahim Ismail von Johor|Ibrahim Ismail]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Kedah.svg|31px]]
| [[Kedah]]
| Sultan
| [[Sallehuddin]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Kelantan.svg|31px]]
| [[Kelantan]]
| Sultan
| [[Muhammad V. (Kelantan)|Muhammad V.]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
|
| [[Kotokolien]]
| [[Häuptling]] („Uro Eso“)
|Yusuf Ayeva
| [[Datei:Flag of Togo.svg|31px]]
| [[Togo]]
|-
|
| [[Kutei]]
| Sultan
| [[Haddschi Aji Muhammad Salehuddin II.]]
| [[Datei:Flag of Indonesia.svg|31px]]
| [[Indonesien]]
|-
| [[Datei:Tino Rangatiratanga Maori sovereignty movement flag.svg|31px]]
| [[Māori|Māori-Reich]]
| König
| [[Ngā Wai Hono i te Pō]]
| [[Datei:Flag of New Zealand.svg|31px]]
| [[Neuseeland]]
|-
| [[Datei:Flag of Namibia.svg|18px]]
|''diverse''
| König, [[Kaptein]],<br />Traditioneller Führer
| [[Liste der traditionellen Führer in Namibia]]
| [[Datei:Flag of Namibia.svg|31px]]
| [[Namibia]]
|-
| [[Datei:Flag of Negeri Sembilan.svg|31px]]
| [[Negeri Sembilan]]
| Sultan
| [[Tuanku Muhriz]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Pahang.svg|31px]]
| [[Pahang]]
| Sultan
| [[Abdullah Shah]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Perak.svg|31px]]
| [[Perak]]
| Sultan
| [[Nazrin Shah]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Perlis.svg|31px]]
| [[Perlis]]
| [[Raja|Radscha]]
|Tuanku [[Syed Sirajuddin]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Ras al-Khaimah.svg|31px]]
| [[Ra’s al-Chaima (Emirat)|Ra’s al-Chaima]]
| Emir
| [[Saʿud ibn Saqr al-Qasimi]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
| [[Datei:Flag of Rwenzururu.svg|31px]]
| [[Rwenzururu]]
|Omusinga
|Charles Mumbere
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
| [[Datei:Flag of Sharjah.svg|31px]]
| [[Schardscha (Emirat)|Schardscha]]
| Emir
| [[Sultan bin Mohamed al-Qasimi]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
|-
|{{MY-10|#|WIDTH=31}}
| [[Selangor]]
| [[Sultan]]
|Sharafuddin Idris Shah
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Sigave.svg|31px]]
| [[Sigave (Königreich)|Sigave]]
| König, [[Häuptling]] („Tu'i Sigave“)
| [[Eufenio Takala]]
| [[Datei:Flag of Wallis and Futuna.svg|31px]]
| [[Wallis und Futuna]]
|-
|
| [[Tenkodogo]]
|Naaba
|Tigre I.
| [[Datei:Flag of Burkina Faso.svg|31px]]
| [[Burkina Faso]]
|-
| [[Datei:Flag of Terengganu.svg|31px]]
| [[Terengganu]]
| Sultan
| [[Mizan Zainal Abidin]]
| [[Datei:Flag of Malaysia.svg|31px]]
| [[Malaysia]]
|-
| [[Datei:Flag of Toro, Uganda.svg|31px]]
| [[Königreich Toro|Toro]]
|Omukama
|Rukidi IV.
| [[Datei:Flag of Uganda.svg|31px]]
| [[Uganda]]
|-
| [[Datei:Flag of Umm al-Qaiwain.svg|31px]]
| [[Umm al-Qaiwain (Emirat)|Umm al-Qaiwain]]
| Emir
| [[Saʿud ibn Raschid al-Muʿalla]]
| [[Datei:Flag of the United Arab Emirates.svg|31px]]
| [[Vereinigte Arabische Emirate]]
 
|-
| [[Datei:Flag of Uvea.svg|31px]]
| [[Uvea (Königreich)|Uvea]]
| König (Lavelua)
| [[Kapeliele Faupala]]
| [[Datei:Flag of Wallis and Futuna.svg|31px]]
| [[Wallis und Futuna]]
 
|-
|
| [[Wogodogo]]
| Naaba
| Baongo II.
| [[Datei:Flag of Burkina Faso.svg|31px]]
| [[Burkina Faso]]
 
|-
|
| [[Yogyakarta]]
| Sultan
| [[Hamengkubuwono X.]]
| [[Datei:Flag of Indonesia.svg|31px]]
| [[Indonesien]]
 
|-
| [[Datei:Flag of KwaZulu (1985–1994).svg|31px]]
| [[Königreich Zululand|Zululand]]
| König
| [[Misuzulu Zulu]]
| [[Datei:Flag of South Africa.svg|31px]]
| [[Südafrika]]
 
|}
 
=== Kronbesitzungen der britischen Krone ===
{{Hauptartikel|Kronbesitzungen der britischen Krone}}
{| class="wikitable sortable"


Im englischsprachigen Raum ist der Begriff ''parliamentary monarchy'' unüblich, weshalb hier stets von ''constitutional monarchy''gesprochen wird. Eine Differenzierung anhand der Begrifflichkeit ist daher nicht möglich. Die Trennung zwischen konstitutioneller und parlamentarischer Monarchie ist also im Englischen oft nicht so scharf wie im Deutschen.<ref><span class="reference-text">Tobias Haas: <cite>Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme</cite>. Freiburg 2014, S.&nbsp;194&nbsp;f. ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:167292/datastreams/FILE1/content uni-freiburg.de]).</span></ref><ref><span class="reference-text">Richard Rose: <cite>Monarchy, Constitutional</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Seymour_Martin_Lipset Seymour Martin Lipset] (Hrsg.): <cite>The Encyclopedia of Democracy</cite>. Band&nbsp;III. London 1995, S.&nbsp;843–847.</span></ref> Grund für diese Ungenauigkeit ist die Auffassung, dass eine Monarchie mit Verfassung (und damit in der Regel mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4sentativsystem Repräsentativsystem]) sich zwangsläufig zu einem parlamentarischen Regierungssystem entwickelte. Schließlich sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzgebung Gesetzgebung] und Haushalt [https://de.wikipedia.org/wiki/Macht Machtmittel] des [https://de.wikipedia.org/wiki/Parlament Parlaments], um eine Politik eigener Wahl durchzusetzen.</div>
|-
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Liste_der_gegenw%C3%A4rtigen_Monarchien 6Liste der gegenwärtigen Monarchien]
!
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Anerkannte_unabh%C3%A4ngige_Staaten 6.1Anerkannte unabhängige Staaten]
! style="width:60px"| Land
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Subnationale_Monarchien 6.2Subnationale Monarchien]
! Monarch
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Kronbesitzungen_der_britischen_Krone 6.3Kronbesitzungen der britischen Krone]
! Aktuell
! Teil von


== S.a. ==
|-
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Monarchien_in_Afrika Liste der Monarchien in Afrika]
| [[Datei:Flag of Guernsey.svg|31px]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Monarchien_in_Asien Liste der Monarchien in Asien]
| [[Guernsey]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Monarchien_in_Europa Liste der Monarchien in Europa]
| [[Herzog]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_reichsten_Monarchen Liste der reichsten Monarchen]
| [[Charles III.]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchismus_im_deutschsprachigen_Raum Monarchismus im deutschsprachigen Raum]
| [[Liste der Herzöge der Normandie#Duke of Normandy|Herzogtum Normandie]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Thronpr%C3%A4tendent Thronprätendent]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Autokratie Autokratie]
|-
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kopfbedeckungen_monarchischer_Oberh%C3%A4upter_auf_Staatsebene Liste von Kopfbedeckungen monarchischer Oberhäupter auf Staatsebene]
| [[Datei:Flag of Jersey.svg|31px]]
| [[Jersey]]
| Herzog
| [[Charles III.]]
| [[Liste der Herzöge der Normandie#Duke of Normandy|Herzogtum Normandie]]
 
|-
| [[Datei:Flag of the Isle of Mann.svg|31px]]
| [[Isle of Man]]
| [[Lord]]
| [[Charles III.]]
| Lordschaft [[Isle of Man|Man]]
 
|}


== Lit. ==
== Siehe auch ==
*Horst Dreitzel: ''Monarchiebegriffe in der Fürstengesellschaft. Semantik und Theorie der Einherrschaft in Deutschland von der Reformation bis zum Vormärz''. 2 Bände. Böhlau, Köln u.&nbsp;a. 1991, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3412227889 ISBN 3-412-22788-9].
* [[Liste der Monarchien in Afrika]]
*Hartmut Fähndrich (Hrsg.): ''Vererbte Macht. Monarchien und Dynastien in der arabischen Welt''. Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3593377330 ISBN 3-593-37733-0].
* [[Liste der Monarchien in Asien]]
*Pierre Miquel: ''Europas letzte Könige. Die Monarchie im 20. Jahrhundert''. DVA, Stuttgart 1994, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3421066922 ISBN 3-421-06692-2] (zuletzt: Albatros, Düsseldorf 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3491961491 ISBN 3-491-96149-1])
* [[Liste der Monarchien in Europa]]
*Torsten Oppelland: ''Die europäische Monarchie. Ihre Entstehung, Entwicklung und Zukunft''. Merus, Hamburg 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783939519522 ISBN 978-3-939519-52-2].
* [[Liste der reichsten Monarchen]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_Riescher Gisela Riescher], [https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Thumfart Alexander Thumfart]: ''Monarchien.'' Nomos, Baden-Baden 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783832938277 ISBN 978-3-8329-3827-7].
* [[Monarchismus im deutschsprachigen Raum]]
* [[Thronprätendent]]
* [[Autokratie]]
* [[Liste von Kopfbedeckungen monarchischer Oberhäupter auf Staatsebene]]


== Webl. ==
== Literatur ==
<div class="sisterproject">'''[https://de.wikiquote.org/wiki/Monarchie Wikiquote: Monarchie]'''&nbsp;– Zitate'''[https://de.wiktionary.org/wiki/Monarchie Wiktionary: Monarchie]'''&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
* Horst Dreitzel: ''Monarchiebegriffe in der Fürstengesellschaft. Semantik und Theorie der Einherrschaft in Deutschland von der Reformation bis zum Vormärz''. 2 Bände. Böhlau, Köln u.&nbsp;a. 1991, ISBN 3-412-22788-9.
*[https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4040034-7 Literatur von und über Monarchie] im Katalog der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek Deutschen Nationalbibliothek]
* Hartmut Fähndrich (Hrsg.): ''Vererbte Macht. Monarchien und Dynastien in der arabischen Welt''. Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, ISBN 3-593-37733-0.
<div class="mw-heading mw-heading2">
* [[Steffen Hillebrecht]]: ''Ansätze einer „Sociologie Royale“. Über die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion der Monarchie in der modernen Gesellschaft''LIT-Verlag, Münster 2025, ISBN 978-3-643-15693-8.
== Einzelnachweise noch [https://de.wikipedia.org/wiki/Monarchie?wprov=srpw1_2#Liste_der_gegenw%C3%A4rtigen_Monarchien 6Liste der gegenwärtigen Monarchien] ==
* Pierre Miquel: ''Europas letzte Könige. Die Monarchie im 20. Jahrhundert''. DVA, Stuttgart 1994, ISBN 3-421-06692-2 (zuletzt: Albatros, Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-96149-1)
</div>
* Torsten Oppelland: ''Die europäische Monarchie. Ihre Entstehung, Entwicklung und Zukunft''. Merus, Hamburg 2007, ISBN 978-3-939519-52-2.
<span class="reference-text">24. [https://de.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_Realm Commonwealth-Königreiche] (Monarchien, in denen der britische Monarch Staatsoberhaupt ist und (mit Ausnahme des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich Vereinigten Königreichs] selbst) jeweils von einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Generalgouverneur Generalgouverneur] vertreten wird).</span>
* [[Gisela Riescher]], [[Alexander Thumfart]]: ''Monarchien.'' Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 978-3-8329-3827-7.


<span class="reference-text">25. Martin Sebaldt: <cite>Die Macht der Parlamente. Funktionen und Leistungsprofile nationaler Volksvertretungen in den alten Demokratien der Welt</cite>. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009.</span>
== Weblinks ==
{{Wikiquote}}
{{Wiktionary}}
* {{DNB-Portal|4040034-7}}


<span class="reference-text">26. Steffanie Richter: <cite>Modell Aotearoa: der Prozess der Wahlsystemreform in Neuseeland</cite>. Galda + Wilch, Berlin 1999, S.&nbsp;15.</span>
== Einzelnachweise ==
<references />


<span class="reference-text">27. Ismail Dalay, Supriyo Bhattacharya: <cite>Neuseeland</cite>. In: Matthias Kowasch, Wolfgang Gieler, Andreas Dittmann (Hrsg.): <cite>Die Außenpolitik der Staaten Ozeaniens Ein Handbuch: Von Australien bis Neuseeland, von Samoa bis Vanuatu</cite>. Ferdinand Schöningh, 2010, S.&nbsp;93–106.</span>
{{Normdaten|TYP=s|GND=4040034-7|LCCN=sh85086679|NDL=00567002}}


<span class="reference-text">28. Hermann Groß, Walter Rothholz: <cite>Das politische System Norwegens</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Ismayr Wolfgang Ismayr] (Hrsg.): <cite>Das politische System Norwegens</cite>. UTB, 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783322957122 ISBN 978-3-322-95712-2], S.&nbsp;125–157 ([https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-322-95712-2_4 springer.com]).</span>
[[Kategorie:Monarchie| ]]
{{Anmrkng Enzlnchws}}
[[Kategorie:Antike Verfassungstheorie]]
[[Kategorie:Monarchische Staatsform]]
[[Kategorie:Herrschaftsform]]
[[Kategorie:Rechtsstaat]]
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]

Aktuelle Version vom 19. Juli 2026, 18:43 Uhr

Monarchie agr.-deu.

Weltkarte mit, je nach Regierungsform, unterschiedlich eingefärbten Flächen
Staats- und Regierungsformen der Welt
  • Parlamentarische Monarchie
  • Parlamentarische Republik
  • Parlamentarisches Direktorialsystem
  • Parlamentarische Republik mit parlamentsgebundener Exekutivgewalt
  • Semipräsidentielle Republik
  • Präsidentielle Republik
  • Konstitutionelle Monarchie
  • Absolute Monarchie
  • Einparteiensystem
  • Islamische Republik
  • Militärdiktatur/Militärjunta
  • Übergangsregierung
  • Keine eigenständige Regierung
  • (Angaben de jure laut Verfassung, nicht zwangsläufig de facto.)

    Der Begriff Monarchie (altgriechisch μοναρχία monarchía, deutsch ‚Alleinherrschaft‘, aus μόνος monos, deutsch ‚ein‘, und ἄρχειν archein, deutsch ‚herrschen‘) bezeichnet eine Staatsform mit einer Person, dem Monarchen, welche das Amt des Staatsoberhaupts typischerweise auf Lebenszeit oder bis zur Abdankung innehat. Als Staatsform bildet die Monarchie das Gegenstück zur Republik.[1]

    Die Machtbefugnisse der betreffenden Person können je nach Regierungsformen stark unterschiedlich ausfallen, das Spektrum reicht von fast keiner (parlamentarische Monarchie) über eine durch eine Verfassung begrenzte (konstitutionelle Monarchie) bis hin zu alleiniger, uneingeschränkter politischer Macht (absolute Monarchie).[2]

    Zusätzlich wird zwischen Erb- und Wahlmonarchie unterschieden: In der erstgenannten Form wird der Herrscher durch Erbfolge, in der zweitgenannten durch eine Wahl meist auf Lebenszeit bestimmt. In Erbmonarchien wird der Herrschaftsanspruch des Staatsoberhauptes in der Regel auf eine göttliche Bestimmung zurückgeführt (sakrale Elemente).

    Die Staatstheorie beziehungsweise -ideologie, die die Monarchie rechtfertigt, ist der Monarchismus oder auch Royalismus. Zur gelegentlich vorkommenden parallelen Herrschaft mehrerer Monarchen siehe Dyarchie.

    Geschichtliche Entwicklung

    Die Art von Monarchie, welche sich in Auslegung auf eine Gottheit oder auf einen vergöttlichten Ursprungsheros und dessen Abstammungslinie legitimiert, ist Merkmal der gentilizischen und traditionellen Gesellschaft, soweit in ihr der Familienverband und das System der Abstammung großes Gewicht haben.

    Auch eine Verehrung als eigenständige Gottheit oder Person göttlichen Ursprungs (Gottkönig, Sakralkönigtum) ist möglich. Ein Beispiel dafür ist das alte Ägypten, wo der Pharao als zukünftiger Gott verehrt wurde. Für andere Kulturkreise lässt sich das Königtum bei den Maya oder das kaiserliche System im alten China aufrufen, das den Herrscher unter anderem als „Sohn des Himmels“ (chinesisch 天子, Pinyin 'tiānzi') bezeichnete, in seiner Herrschaft ein „Mandat des Himmels“ (天命, 'tiānmìng') erblickte und ihm dadurch absolute Macht verlieh.

    Antike Theoriebildung

    Im antiken Griechenland wurde Monarchie zunächst pejorativ verstanden und synonym zur Tyrannis verwendet. In der attischen Demokratie wurde das Wort dann auf die mythischen Könige wie Theseus angewendet, nicht aber auf die negativ bewerteten Herrscher des Perserreichs. Herodot (ca. 480–420 v. Chr.) bezeichnet die „guten“ Alleinherrscher, die am Gemeinwohl orientiert sind, als Monarchen.[3] Auch bei Platon (427–347 v. Chr.) ist die Monarchie die am Gemeinwohl orientierte idealtypische Herrschaft eines Einzelnen.[4] Dies Verständnis wurde zunächst von seinem Schüler Aristoteles (384–324 v. Chr.) und später vom griechischen Historiker Polybios (um 200 v. Chr. bis etwa 118 v. Chr.) weiterentwickelt. Sie fällt wie die Tyrannis unter die Herrschaft eines einzelnen: Aristoteles benutzt hierfür Monarchie als Oberbegriff, der die gute Basilie (βασιλεία ‚Königsherrschaft‘) und die schlechte Tyrannis umfasst.[3]

    Grundsätzlich war in der antiken Staatstheorie das Konzept verbreitet, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie, Aristokratie und Demokratie) ein entartetes, nur an den Einzelinteressen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat (Tyrannis, Oligarchie, Ochlokratie). Aus der Erkenntnis heraus, dass diese sechs Grundformen der Verfassungen notwendigerweise instabil sind, hat vor allem Polybios die Idee des Verfassungskreislaufs entwickelt, die diese Herrschaftsformen zueinander in Beziehung setzt.[5] Empirisch haben die antiken Autoren aber vor allem Mischformen gefunden.[6]

    Grundformen der Verfassungen (nach Polybios)
    Anzahl der
    Herrscher
    Gemeinwohl Eigennutz
    Einer Monarchie bzw. Basilie Tyrannis
    Einige Aristokratie Oligarchie
    Alle Demokratie bzw. Politie Ochlokratie

    Mittelalter

    Im 15. Jahrhundert wurde im römisch-deutschen Reich verfassungspolitisch zwischen dem König, der unter Einbeziehung der Kurfürsten und Reichsfürsten regierte, und dem alleinherrschenden Monarchen (monarcha, unus princeps) unterschieden.[7] Angesichts einer „Vielheit von Herrschaftsgewalten“ (pluralitas principum) sei der König, wie der Erzbischof von Trier Jakob I. von Sierck 1452/53 konstatierte, kein Monarch, dem „jedermann in sämtlichen Sachen gehorchen müsse“, oder wie zeitgleich Enea Silvio Piccolomini, der Sekretär König Friedrichs III. und spätere Papst Pius II., schrieb, „der befehlen und zwingen könne“. Nach seiner Auffassung sollte der König aber, im Gegensatz zu der Vorstellung des Kurfürsten, von Rechts wegen ein Monarch sein. Dies deckte sich mit den Lehren der am römisch-kanonischen Recht ausgebildeten Juristen im Reich, die den König und Kaiser als imperator modernus und princeps, als Nachfolger der antiken Imperatoren betrachteten und ihm eine entsprechende „Machtvollkommenheit“ (plenitudo potestatis) zusprachen. Diese Position vertraten die kaiserliche Seite und insbesondere der rechtsgelehrte kaiserliche Fiskal, aber auch in Rechtsgutachten gelehrte Juristen und Räte von Fürsten und Juristen von Reichsstädten.[8] Demnach besaß der Kaiser eine am Recht und an den bestehenden Gesetzen orientierte „ordentliche“ Rechtsmacht (ordinaria potestas) und eine „absolute“ oder „freie“, von den menschlichen Gesetzen entbundene Rechtsmacht (absoluta potestas). Die Kurfürsten forderten Kaiser Friedrich III. 1486 auf, gegenüber dem kaiserlichen Kammergericht künftig nur seine „ordentliche Gewalt und nicht die Vollkommenheit der kaiserlichen Gewalt“ zu gebrauchen und auf Eingriffe in den Gang der Rechtsprechung zu verzichten. Ein Wandel weg von einer monarchischen Auffassung von der königlich-kaiserlichen Herrschaftsgewalt vollzog sich seit der Reichsreformgesetzgebung des Wormser Reichstags von 1495 und der Wahlkapitulation Karls V. von 1519, als der Vertragscharakter bei der Gesetzgebung und in den Beziehungen zwischen Kaiser und Reichsständen deutlich hervortrat, die Gewalt des Kaisers daher als „limitiert“ erschien und das Reich eher als Aristokratie denn als Monarchie klassifiziert wurde. Von juristischer Seite nahm im frühen 16. Jahrhundert vor allem Ulrich Zasius in Rechtsgutachten eine rechtliche Einhegung der kaiserlichen summa potestas und plenitudo potestatis vor.[9]

    Wahl- und Erbmonarchie

    Die Wahlmonarchie (mit oft eingeschränktem Kandidaten- und Wählerkreis) scheint historisch älter als die Erbmonarchie zu sein, da sie die Bürgerkriegsgefahr bei der Erbfolge erfolgreich verringerte. Das Königreich Polen und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation waren bis zu ihrem Ende Wahlmonarchien. Folgende vier Länder sind gegenwärtig Wahlmonarchien: der Vatikan, Kambodscha, Malaysia und die Vereinigten Arabischen Emirate.

    In Europa war bis zur Christianisierung meist eine Form der Wahlmonarchie zu finden. Sowohl germanische als auch keltische Stämme wählten ihre „Häuptlinge“, welche jedoch in der Regel mächtigen und einflussreichen Familienclans entstammten. Dennoch galt für diese keine automatische Erbfolge wie in einer Erbmonarchie. Bei Tod oder bei Verlust des Königsheils wurde ein neuer Anführer durch verschiedene Rituale (Thing, Schilderhebung) gewählt oder proklamiert. In der Sächsischen Ordnung wurde nur für die Zeit eines Krieges, eines Feld- oder Beutezuges ein Herzog gewählt, der nach Ende dieses Krieges wieder zum einfachen Freien wurde. Eine andere Herrschaft wurde von den freien Bauernkriegern abgelehnt.

    Diese vorfeudalistische Ordnung, die teilweise demokratische Züge hatte, fand ihr Ende mit der Christianisierung. Als im Römischen Reich Kaiser Konstantin der Große mit dem Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 das Christentum den anderen Religionen gleichstellte, begann eine Allianz zwischen den kirchlichen Institutionen und der staatlichen Autorität. Die damalige Kirche legitimierte die absolute Herrschaft und die Erbfolge mit der Ideologie der Herrschaft von Gottes Gnaden. Im Gegenzug sicherte sie sich selbst dadurch eine privilegierte Stellung und Partizipation an der Macht, die sie in den meisten Ländern bis in die Zeit der Französischen Revolution behielt.

    Europa wurde im Mittelalter zunehmend von Erbmonarchien beherrscht: Der Monarch stand an der Spitze von Herrschaftsgebieten, die als Lehen an Gefolgsleute vergeben wurden. Dieses Feudalsystem bildete die Grundlage der Verwaltung und des Militärwesens in den beherrschten Gebieten, litt jedoch am zunehmenden Anspruch der Lehnsnehmer, selbst in Erbfolge über ihre Gebiete zu verfügen und aus diesen wiederum an Gefolgsleute Lehen zu vergeben. Bis zum Aufziehen früher Formen des modernen Staats verliert der römisch-deutsche oder polnische Monarch daher faktisch immer weiter an Macht an den so gebildeten feudalen Adel, wogegen die französische oder preußische Monarchie ihn entmachtete und eine absolutistische Monarchie durchsetzen konnte.

    Formen der Monarchie

    Im 19. und frühen 20. Jahrhundert bildeten sich im Europa der Neuzeit weitere Differenzierungen bzw. Subtypen heraus, die neben der Staatsform auch Aufschluss über das Regierungssystem bzw. die Machtverteilung geben. Die Unterteilung erfolgt heute meist in absolute, konstitutionelle und parlamentarische Monarchie.[10][11] Diese Trias wird auch von bedeutenden Politologen wie Karl Loewenstein[12], Ernst Fraenkel[13] und Eckhard Jesse[14] verwendet.

    Absolute Monarchie

    Ludwig XIV (1638–1715)

    In dieser Form besitzt der Monarch dem Anspruch nach die alleinige Staatsgewalt; der Adel verliert seine Position im Feudalsystem im Austausch gegen Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Monarch ist legibus absolutus (Latein für „von den Gesetzen losgelöst“), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst erlässt, nicht untersteht. Das bekannteste Beispiel für den Anspruch auf absolute Herrschaft des Monarchen ist der Sonnenkönig Ludwig XIV., dessen Selbstverständnis « L’État, c’est moi » (deutsch: „Der Staat bin ich“) als geradezu prototypisch für diese Entwicklung angesehen werden kann. Der absolute Machtanspruch ist auf Dauer jedoch nicht gegen den Adel und das aufstrebende Bürgertum durchzusetzen; dort, wo die absolute Monarchie überlebt, nimmt sie einzelne Elemente der Republik oder Demokratie an. Trotz Schwierigkeiten in der Abgrenzung des Begriffes können heute (2022) Brunei, die Vatikanstadt, Saudi-Arabien, Eswatini, Katar und Oman als derzeit existierende absolute Monarchien gelten. In Nepal musste der bis dahin absolut regierende König im Frühjahr 2006 seine weitgehende Entmachtung hinnehmen.[15] Im Mai 2008 wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. In Bhutan wurde die absolute Monarchie am 18. Juli 2008[16] durch eine Verfassung in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt.

    Die entartete, despotische und selbstherrliche Form der absoluten Monarchie wird auch als Tyrannis bezeichnet.

    Konstitutionelle Monarchie

    Konstitutionelle Monarchie (Schema)

    In einer konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen nicht mehr absolut, sondern durch die Verfassung (Konstitution) begrenzt und geregelt. Monarch und Parlament müssen sich die Macht teilen. So bedürfen Gesetze der Zustimmung beider Organe.[17] Die Regierung wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Volksvertretung gelenkt und ist von diesem abhängig, d. h., er kann die Regierung absetzen. Beispiele dafür sind das Deutsche Kaiserreich (1871–1918) sowie Monaco (seit 1911). Die konkrete Machtverteilung zwischen Parlament und Monarch variiert dabei und kann mal in die eine oder in die andere Richtung schlagen.[18] Das Fürstentum Liechtenstein ist zum Beispiel eine konstitutionelle Erbmonarchie, in der die Regierung vom liechtensteinischen Landtag bestimmt und lediglich vom Fürsten ernannt wird. Allerdings ist die Regierung auch in Liechtenstein vom Vertrauen des Fürsten abhängig. Somit stellt das Fürstentum Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit stark demokratisch-parlamentarischen Zügen dar.

    Parlamentarische Monarchie

    Parlamentarische Monarchie (Schema)

    Parlamentarische Monarchien besitzen ein parlamentarisches Regierungssystem. Der Regierungschef und ggf. auch die anderen Regierungsmitglieder werden vom Parlament gewählt oder faktisch bestimmt und sind von dessen Vertrauen abhängig. Der Monarch hat im Gegensatz zur konstitutionellen Monarchie nicht die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen.[19] Er übt in der Regel wenig bis gar keinen Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus, da diese vom Parlament und der Regierung geführt werden, die somit Träger der Staatsgewalt sind. Daher kommen dem Monarchen zumeist nur noch repräsentative und staatsnotarielle Aufgaben zu, wie die formelle Ernennung des Regierungschefs und der Minister oder die Unterzeichnung von Gesetzen. Hierbei ist sein Spielraum stark begrenzt, da er die Entscheidungen des Parlaments nicht blockieren kann – er verfügt über kein Veto-Recht. Die Monarchie steht unter dem Primat des Parlaments und könnte sogar durch das Parlament oder ein Referendum abgeschafft werden.[20]

    Fast alle westeuropäischen Monarchien haben sich im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu parlamentarischen Monarchien entwickelt. Die parlamentarische Monarchie ist in der Regel sukzessive als Folge von Demokratisierungsprozessen in den europäischen Monarchien entstanden. Sie ist das Resultat des Versuchs, die Monarchien zu demokratisieren, ohne sie abzuschaffen.[21] Weitere Beispiele sind die 15 Commonwealth-Monarchien.[22]

    Abgrenzung

    Was die Zuordnung einzelner Staaten zu der konstitutionellen oder der parlamentarischen Monarchie erschwert, ist die Tatsache, dass Verfassungstext und Verfassungswirklichkeit häufig auseinanderklaffen. Rein verfassungsrechtlich, also de jure sind die meisten Monarchien konstitutionell, in der politischen Praxis aber ist die Mehrheit der Monarchien parlamentarisch. Die Monarchen verzichten auf die Wahrnehmung ihrer Prärogativen, mischen sich nicht in das politische Tagesgeschäft ein und beschränken sich auf ihre repräsentative und vermittelnde Rolle. Ausschlaggebend für die Zuordnung ist letztendlich „nicht das Ausmaß der formellen Machtbefugnisse […], sondern die praktische Ausgestaltung des Amtes als Staatsoberhaupt“.[18] Krisen- oder Ausnahmesituationen können jedoch auch zu einem Wandel im Amtsverständnis führen.[18]

    Im englischsprachigen Raum ist der Begriff parliamentary monarchy unüblich, weshalb hier stets von constitutional monarchy gesprochen wird. Eine Differenzierung anhand der Begrifflichkeit ist daher nicht möglich. Die Trennung zwischen konstitutioneller und parlamentarischer Monarchie ist also im Englischen oft nicht so scharf wie im Deutschen.[23][24] Grund für diese Ungenauigkeit ist die Auffassung, dass eine Monarchie mit Verfassung (und damit in der Regel mit einem Repräsentativsystem) sich zwangsläufig zu einem parlamentarischen Regierungssystem entwickelte. Schließlich sind Gesetzgebung und Haushalt Machtmittel des Parlaments, um eine Politik eigener Wahl durchzusetzen.

    Liste der gegenwärtigen Monarchien

    Anerkannte unabhängige Staaten

    Die folgende Liste umfasst 43 Monarchien, davon 42 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sowie die Vatikanstadt (offiziell vertritt der Heilige Stuhl die Vatikanstadt als Völkerrechtssubjekt in diplomatischen Beziehungen). Folglich sind etwa ein Viertel der anerkannten unabhängigen Staaten Monarchien. Die Liste der unabhängigen souveränen Monarchien umfasst derzeit folgende Staaten:

    Staat Monarchieform Monarch Aktuell Anmerkungen
    1 Kaiserreich
    Japan Parlamentarisch Tennō (oft mit „Kaiser“ übersetzt) Naruhito Der japanische Kaiser ist de jure kein Staatsoberhaupt und hat keinerlei politische Macht inne, sondern gilt als „Symbol des Staates“. Er nimmt rein repräsentative Aufgaben wahr. Japan ist auch die älteste noch existierende Monarchie der Welt. Die traditionelle Rolle der japanischen Tennō (天皇, japanisch für „Himmlischer Herrscher“) als religiöse Oberhäupter des Shintoismus ist heute nur noch nomineller Natur.
    32 Königreiche
    Antigua und Barbuda[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Australien[25] —
    Bahamas[25] —
    Bahrain Konstitutionell König Hamad bin Isa Al Chalifa Bis 2002 Emirat, seitdem Königreich. Nach den im Jahr 2000 begonnenen demokratischen Reformen heute konstitutionelle Monarchie.
    Belgien Parlamentarisch König Philipp —
    Belize[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Bhutan Konstitutionell König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck Buddhistische absolute Monarchie von 1907 bis 18. Juli 2008, seitdem konstitutionelle Monarchie. Die Könige von Bhutan werden Druk Gyalpo (Dzongkha für „Drachenkönig“) genannt.
    Dänemark Parlamentarisch König Frederik X. Der dänische Monarch ist zugleich Oberhaupt Grönlands und der Färöer. Seit 1953 steht die Thronfolge auch Frauen offen.
    Eswatini Absolut König Mswati III. Letzte absolute Monarchie Afrikas. Demokratisierungsprozess läuft.
    Grenada[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Jamaika[25] —
    Jordanien Konstitutionell König Abdullah II. 1921 vom Vereinigten Königreich etabliert.
    Kambodscha Konstitutionell König Norodom Sihamoni Seit der neuen Verfassung von 1993 wieder Monarchie.
    Kanada[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Lesotho Parlamentarisch König Letsie III. Bis 1965 „Oberster Häuptling“. Der König hat keine exekutiven oder legislativen Aufgaben.
    Malaysia Parlamentarisch König Ibrahim Ismail Wahlmonarchie. Malaysia besteht aus dreizehn Bundesstaaten, darunter neun Sultanate (siehe dazu Abschnitt „Subnationale Monarchien“). Der König wird alle fünf Jahre von den neun Sultanen des Landes aus ihrem Kreis nach Rotationsprinzip gewählt. Der offizielle Titel des Oberhaupts lautet Yang di-Pertuan Agong, auf Deutsch „Oberster Herrscher“.
    Marokko Konstitutionell König Mohammed VI. Bis 1957 Sultanat, seitdem Königreich.
    Neuseeland[25] Parlamentarisch[26][27][28] König Charles III. Seit 1907
    Niederlande Parlamentarisch König Willem-Alexander Teilt sich auf in die Niederlande mit ihren 12 Provinzen und 3 besonderen Gemeinden (BES-Inseln) sowie die autonomen Länder Aruba, Curaçao und Sint Maarten.
    Norwegen Parlamentarisch[29] König Harald V. Besteht seit 872, von 1380 bis 1905 in Personalunion mit Dänemark bzw. Schweden. Selbstständiges Königreich seit 1905. Seit 1990 steht die Thronfolge auch Frauen offen.
    Papua-Neuguinea[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Salomonen[25] —
    Saudi-Arabien Absolut König Salman ibn ʿAbd al-ʿAziz Islamische Monarchie. Seit 1932 vereinigt.
    Schweden Parlamentarisch König Carl XVI. Gustaf Seit 1979 steht die Thronfolge auch Frauen offen. Der Monarch hat keine politische Macht inne.
    Spanien Parlamentarisch König Felipe VI. 1947 unter der Franco-Diktatur wieder zum Königreich erklärt, de facto seit 1975.
    St. Kitts und Nevis[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    St. Lucia[25] —
    St. Vincent und die Grenadinen[25] —
    Thailand Konstitutionell König Maha Vajiralongkorn
    (Rama X.)
    Buddhistische Monarchie.
    Tonga Parlamentarisch König Tupou VI. Der traditionell polynesische Königstitel „Tu'i Tonga“ wurde 1865 vor Beginn des britischen Protektorats durch einen westlichen ersetzt.
    Tuvalu[25] Parlamentarisch König Charles III. —
    Vereinigtes Königreich[25] Der britische Monarch ist zugleich Oberhaupt folgender Kronbesitzungen (direkt der Krone unterstellte Territorien) oder Überseegebiete (ehemalige Kronkolonien): Guernsey, Jersey, Isle of Man, Anguilla, Bermuda, Britische Jungferninseln, Britisches Territorium im Indischen Ozean, Kaimaninseln, Falklandinseln, Gibraltar, Montserrat, Pitcairninseln, St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha, Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln und die Turks- und Caicosinseln.
    1 Großherzogtum
    Luxemburg Konstitutionell Großherzog Guillaume V. Bis 1890 von den niederländischen Monarchen regiert. Der Monarch hat seit der Verfassungsreform 2008 kaum noch politische Macht inne.
    3 Fürstentümer
    Andorra Parlamentarisch Kofürsten Bischof Josep-Lluís Serrano Pentinat Andorra ist eine Dyarchie, da es zwei gleichberechtigte Staatsoberhäupter hat, nämlich den amtierenden Bischof von Urgell und den aktuellen französischen Staatspräsidenten.
    Emmanuel Macron
    Liechtenstein Konstitutionell „auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage“ Fürst Hans-Adam II. —
    Monaco Konstitutionell Fürst Albert II. —
    2 Sultanate
    Brunei Absolut Sultan Hassanal Bolkiah Letzte absolute Monarchie im östlichen Asien. Der offizielle Titel des Oberhaupts lautet „Sultan und Yang Di-Pertuan“, auf Deutsch „Oberster Herrscher“.
    Oman Absolut Sultan Haitham bin Tariq bin Taymur —
    3 Emirate
    Katar Absolut Emir Tamīm bin Hamad ath-Thānī —
    Kuwait Konstitutionell Emir Mischal al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah Bis 1991 absolute Monarchie, zwischen 1991 und 1996 Bildung eines Parlaments.
    Vereinigte Arabische Emirate Konstitutionell (de jure)
    Absolut (de facto)
    Staatspräsident Muhammad bin Zayid Al Nahyan Wahlmonarchie, bestehend aus 7 Emiraten (siehe dazu Abschnitt „Subnationale Monarchien“). Formell kann jeder der sieben Emire des Bundes zum Bundesoberhaupt gewählt werden, traditionell wird aber immer der aktuelle Emir von Abu Dhabi gewählt.
    1 souveräne territoriale Basis des Heiligen Stuhls
    Vatikanstadt Absolute Wahlmonarchie Papst Leo XIV. Letzte absolute Monarchie Europas und einzige christliche Theokratie der Welt. Der Papst wird von wahlberechtigten Kardinälen im Konklave gewählt und ist als Bischof von Rom und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ex officio Monarch der Vatikanstadt.

    Subnationale Monarchien

    Abgesehen von den oben aufgeführten Ländern gibt es folgende Monarchien, die jeweils innerhalb eines international anerkannten unabhängigen Staates mit föderalem Aufbau liegen. Teilweise sind diese Gesamtstaaten sogar auf Bundesebene republikanisch verfasst.

    Land Monarch Aktuell Oberhoheit
    Abu Dhabi Emir Muhammad bin Zayid Al Nahyan Vereinigte Arabische Emirate
    Adschman Emir Humaid bin Raschid an-Nuʿaimi Vereinigte Arabische Emirate
    Alo König („Tu'i aga'ifo“) Lino Leleivai Wallis und Futuna
    Ankole Omugabe Ntare VI. Uganda
    Anufu Soma Na Bema Togo
    Aschanti Asantehene Osei Tutu II. Ghana
    Bafokeng König („Kgosi“) Leruo Molotlegi Südafrika
    Bafut Fon Abumbi II. Kamerun
    Buganda König („Kabaka“) Ronald Muwenda Mutebi II. Uganda
    Bunyoro Omukama Solomon Iguru I. Uganda
    Busoga Kyabazinga Henry Wako Muloki Uganda
    Dubai Emir Muhammad bin Raschid Al Maktum Vereinigte Arabische Emirate
    Ewe König Céphas Bansah Ghana
    Fudschaira Emir Hamad ibn Muhammad asch-Scharqi Vereinigte Arabische Emirate
    Johor Sultan Ibrahim Ismail Malaysia
    Kedah Sultan Sallehuddin Malaysia
    Kelantan Sultan Muhammad V. Malaysia
    Kotokolien Häuptling („Uro Eso“) Yusuf Ayeva Togo
    Kutei Sultan Haddschi Aji Muhammad Salehuddin II. Indonesien
    Māori-Reich König Ngā Wai Hono i te Pō Neuseeland
    diverse König, Kaptein,
    Traditioneller Führer
    Liste der traditionellen Führer in Namibia Namibia
    Negeri Sembilan Sultan Tuanku Muhriz Malaysia
    Pahang Sultan Abdullah Shah Malaysia
    Perak Sultan Nazrin Shah Malaysia
    Perlis Radscha Tuanku Syed Sirajuddin Malaysia
    Ra’s al-Chaima Emir Saʿud ibn Saqr al-Qasimi Vereinigte Arabische Emirate
    Rwenzururu Omusinga Charles Mumbere Uganda
    Schardscha Emir Sultan bin Mohamed al-Qasimi Vereinigte Arabische Emirate
    Selangor Selangor Sultan Sharafuddin Idris Shah Malaysia
    Sigave König, Häuptling („Tu'i Sigave“) Eufenio Takala Wallis und Futuna
    Tenkodogo Naaba Tigre I. Burkina Faso
    Terengganu Sultan Mizan Zainal Abidin Malaysia
    Toro Omukama Rukidi IV. Uganda
    Umm al-Qaiwain Emir Saʿud ibn Raschid al-Muʿalla Vereinigte Arabische Emirate
    Uvea König (Lavelua) Kapeliele Faupala Wallis und Futuna
    Wogodogo Naaba Baongo II. Burkina Faso
    Yogyakarta Sultan Hamengkubuwono X. Indonesien
    Zululand König Misuzulu Zulu Südafrika

    Kronbesitzungen der britischen Krone

    Land Monarch Aktuell Teil von
    Guernsey Herzog Charles III. Herzogtum Normandie
    Jersey Herzog Charles III. Herzogtum Normandie
    Isle of Man Lord Charles III. Lordschaft Man

    Siehe auch

    Literatur

    • Horst Dreitzel: Monarchiebegriffe in der Fürstengesellschaft. Semantik und Theorie der Einherrschaft in Deutschland von der Reformation bis zum Vormärz. 2 Bände. Böhlau, Köln u. a. 1991, ISBN 3-412-22788-9.
    • Hartmut Fähndrich (Hrsg.): Vererbte Macht. Monarchien und Dynastien in der arabischen Welt. Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, ISBN 3-593-37733-0.
    • Steffen Hillebrecht: Ansätze einer „Sociologie Royale“. Über die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion der Monarchie in der modernen GesellschaftLIT-Verlag, Münster 2025, ISBN 978-3-643-15693-8.
    • Pierre Miquel: Europas letzte Könige. Die Monarchie im 20. Jahrhundert. DVA, Stuttgart 1994, ISBN 3-421-06692-2 (zuletzt: Albatros, Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-96149-1)
    • Torsten Oppelland: Die europäische Monarchie. Ihre Entstehung, Entwicklung und Zukunft. Merus, Hamburg 2007, ISBN 978-3-939519-52-2.
    • Gisela Riescher, Alexander Thumfart: Monarchien. Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 978-3-8329-3827-7.
    Wiktionary: Monarchie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

    1. ↑ Eckhard Jesse: Republik/Republikanismus. In: Handbuch Staat. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2018, S. 587–597, doi:10.1007/978-3-658-20744-1_53.
    2. ↑ Monarchie: Definition, Geschichte und Formen. Abgerufen am 1. Juli 2026 (österreichisches Deutsch).
    3. ↑ a b Justus Cobet: Monarchia. In: Der Neue Pauly, Band 8: Mer–Op. J.B. Metzler, Stuttgart 2000, S. 352.
    4. ↑ Platon, Politikos, 291c–303d.
    5. ↑ Polybios 1,1,6,3–10.
    6. ↑ Wilfried Nippel: Politische Theorien der griechisch-römischen Antike. In: Hans-Joachim Lieber (Hrsg.): Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1993, S. 29 ff. und 39 ff.
    7. ↑ Eberhard Isenmann: König oder Monarch? Aspekte der Regierung und Verfassung des römisch-deutschen Reichs um die Mitte des 15. Jahrhunderts. In: Rainer C. Schwinges, Christian Hesse, Peter Moraw (Hrsg.): Europa im späten Mittelalter. Politik – Gesellschaft – Kultur (= Historische Zeitschrift. Beihefte. Band 40). Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-64440-8, S. 71–98.
    8. ↑ Eberhard Isenmann: Reichsrecht und Reichsverfassung in Konsilien reichsstädtischer Juristen (15.–17. Jahrhundert). In: Roman Schnur (Hrsg.): Die Rolle der Juristen bei der Entstehung des modernen Staates. Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-06044-X, S. 545–628.
    9. ↑ Eberhard Isenmann: Der römisch-deutsche König und „imperator modernus“ als „monarcha“ und „princeps“ in Traktaten und deutschen Konsilien des 15./16. Jahrhunderts. In: Orazio Condorelli (Hrsg.): "Panta rei". Studi dedicati a Manlio Bellomo. Band 3. Il Cigno Edizioni, Rom 2004, S. 15–79.
    10. ↑ Tobias Haas: Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme. Freiburg 2014, S. 195 f. (uni-freiburg.de).
    11. ↑ Peter Schwacke, Guido Schmidt: Staatsrecht. 5. Auflage. Stuttgart 2007.
    12. ↑ Karl Loewenstein: Die Monarchie im modernen Staat. Frankfurt am Main 1952.
    13. ↑ Ernst Fraenkel: Staatsformen. In: Ernst Fraenkel, Karl Dietrich Bracher (Hrsg.): Staat und Politik. 3. Auflage. Frankfurt am Main 1964, S. 317–319.
    14. ↑ Eckhard Jesse: Typologie politischer Systeme der Gegenwart. In: Harald Geiss (Hrsg.): Grundwissen Politik (= Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Band 345). 3. Auflage. Bonn 1997, S. 239–312.
    15. ↑ Nepal monarchy abolished. BBC
    16. ↑ Bhutan Constitution auf: telegraphindia.com, Ausrufung der konstitutionellen Monarchie in Bhutan.
    17. ↑ Tobias Haas: Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme. Freiburg 2014, S. 189 (uni-freiburg.de).
    18. ↑ a b c Tom Thieme: Die Staatsform Monarchie im 21. Jahrhundert. Typologie, Überblick und Vergleich. 2017, S. 313, doi:10.13109/tode.2017.14.2.309.
    19. ↑ Winfried Steffani: Parlamentarische und präsidentielle Demokratie. Strukturelle Aspekte westlicher Demokratien. Opladen, 1979, S. 38 f.
    20. ↑ Tobias Haas: Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme. Freiburg 2014, S. 190 f. (uni-freiburg.de).
    21. ↑ Klaus von Beyme: Die parlamentarische Demokratie. Entstehung und Funktionsweise 1789-1999. 4. Auflage. Opladen, Wiesbaden 2004.
    22. ↑ Tobias Haas: Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme. Freiburg 2014, S. 192 f. (uni-freiburg.de).
    23. ↑ Tobias Haas: Monarchien versus Republiken. Ein Beitrag zur Unterscheidung von Typen politischer Systeme. Freiburg 2014, S. 194 f. (uni-freiburg.de).
    24. ↑ Richard Rose: Monarchy, Constitutional. In: Seymour Martin Lipset (Hrsg.): The Encyclopedia of Democracy. Band III. London 1995, S. 843–847.
    25. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o Commonwealth-Königreiche (Monarchien, in denen der britische Monarch Staatsoberhaupt ist und (mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs selbst) jeweils von einem Generalgouverneur vertreten wird).
    26. ↑ Martin Sebaldt: Die Macht der Parlamente. Funktionen und Leistungsprofile nationaler Volksvertretungen in den alten Demokratien der Welt. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009.
    27. ↑ Steffanie Richter: Modell Aotearoa: der Prozess der Wahlsystemreform in Neuseeland. Galda + Wilch, Berlin 1999, S. 15.
    28. ↑ Ismail Dalay, Supriyo Bhattacharya: Neuseeland. In: Matthias Kowasch, Wolfgang Gieler, Andreas Dittmann (Hrsg.): Die Außenpolitik der Staaten Ozeaniens Ein Handbuch: Von Australien bis Neuseeland, von Samoa bis Vanuatu. Ferdinand Schöningh, 2010, S. 93–106.
    29. ↑ Hermann Groß, Walter Rothholz: Das politische System Norwegens. In: Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Das politische System Norwegens. UTB, 1997, ISBN 978-3-322-95712-2, S. 125–157 (springer.com).