„groß“ – Versionsunterschied
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[[gro]][[-ß]] {{ahdt.-dt.}} früher '[[grobkörnig]]', dann auch ‘[[massig]], [[dick]]’, übertragend ‘[[lang]], [[breit]], [[weit]], [[hoch]]’; dann auch ‘[[zahlreich]], [[viel]]’ | |||
* groß Adj. | |||
** ‘ausgedehnt, von beträchtlichem Ausmaß’, | |||
** bei näherer Bestimmung der räumlichen Ausdehnung mit vorangestellter Maßangabe im Akkusativ | |||
** (seit Ende des 18. Jhs., zuvor und bis ins 19. Jh. im Genitiv), | |||
** auch ‘der Zahl, dem Grad nach herausragend, von hohem Wert, besonderer Bedeutung’, | |||
*** ahd. (9. Jh.), mhd. grōʒ, | |||
*** asächs. mnd. grōt, | |||
*** mnl. nl. groot, | |||
*** afries. grāt, | |||
*** aengl. grēat, | |||
*** engl. great. | |||
** Die semantische Entwicklung des nur westgerm. belegten Adjektivs germ. *grauta-, | |||
*** das wahrscheinlich mit | |||
**** anord. grautr ‘Grütze’ (s. ''[[Grütze]]''<sup>1</sup>) und | |||
**** lit. graudùs ‘spröde, brüchig’, | |||
**** lett. grauds ‘Korn’ | |||
*** an uig. *ghrēud-, | |||
**** Erweiterung der Wurzel uig. *[[gher-]] ‘hart worüber streichen, zerreiben’ | |||
*** anzuschließen ist, | |||
** entspricht zunächst der des vielleicht ebenfalls verwandten ''[[grob]]'' (s. d.): | |||
*** aus ‘grobkörnig’ (so noch im Aengl. und gelegentlich im Frühnhd.) | |||
*** erwächst die Bedeutung ‘massig, dick’, die in mhd. Zeit vorherrscht. | |||
** Daran knüpfen sich (schon ahd. und in den übrigen westgerm. Sprachen) | |||
*** Übertragungen auf andere räumliche Erstreckungen (‘lang, breit, weit’) | |||
*** und (besonders asächs. mnd. mnl. frühnhd.) auf Mengen (‘zahlreich, viel’), | |||
*** ferner (bereits asächs. mhd. mnd. mnl. sowie im modernen Engl.) Verwendungen, | |||
**** die Qualitätsmerkmale, namentlich einen hohen Rang oder außergewöhnlichen Wert kennzeichnen | |||
***** (‘bedeutsam, wichtig, hervorragend, vornehm’). | |||
** Der im älteren Nhd.verbreitete Gebrauch als intensivierendes Adverb | |||
*** ist heute auf bestimmte Konstruktionen, | |||
*** vor allem auf einige negative Fügungen (nicht groß, niemand groß) eingeschränkt. | |||
** Jüngerer Umgangssprache gehört adverbielles (ganz) groß ‘großartig, prächtig’ an (groß ausgehen, etw. ganz groß ankündigen). | |||
** Die oben angeführten Formen vom Stamm *grauta- | |||
*** verdrängen im Kontinentalwestgerm. das vorher zur Bezeichnung eines beträchtlichen Ausmaßes übliche gemeingerm. Adjektiv | |||
**** ahd. mihhil (8. Jh.), | |||
**** asächs. mikil, mhd. michel, | |||
**** mnd. mnl. mēkel, michel, | |||
**** aengl. micel, | |||
**** anord. mikill, | |||
**** got. mikils | |||
***** (noch lebendig in engl. much, schwed. mycken, dän. megen ‘viel’ und in Namen wie Michelstadt, Mecklenburg), | |||
*** das wie | |||
**** lat. ''[[magnus]]'', | |||
**** griech. ''[[mégas]]'' (μέγαϛ) (s. [[mega-]]), | |||
**** aind. mahā́n ‘groß’ | |||
*** auf die Wurzel uig. *[[meg̑(h)-]] ‘groß’ zurückgeht. | |||
große,großen,großem,großer,großes,größer,größere,größeren,größerem,größerer,größeres,größt,größt,größte,größten,größtem,größter,größtes | |||
Version vom 4. Mai 2024, 14:45 Uhr
gro-ß Vorlage:ahdt.-dt. früher 'grobkörnig', dann auch ‘massig, dick’, übertragend ‘lang, breit, weit, hoch’; dann auch ‘zahlreich, viel’
- groß Adj.
- ‘ausgedehnt, von beträchtlichem Ausmaß’,
- bei näherer Bestimmung der räumlichen Ausdehnung mit vorangestellter Maßangabe im Akkusativ
- (seit Ende des 18. Jhs., zuvor und bis ins 19. Jh. im Genitiv),
- auch ‘der Zahl, dem Grad nach herausragend, von hohem Wert, besonderer Bedeutung’,
- ahd. (9. Jh.), mhd. grōʒ,
- asächs. mnd. grōt,
- mnl. nl. groot,
- afries. grāt,
- aengl. grēat,
- engl. great.
- Die semantische Entwicklung des nur westgerm. belegten Adjektivs germ. *grauta-,
- entspricht zunächst der des vielleicht ebenfalls verwandten grob (s. d.):
- aus ‘grobkörnig’ (so noch im Aengl. und gelegentlich im Frühnhd.)
- erwächst die Bedeutung ‘massig, dick’, die in mhd. Zeit vorherrscht.
- Daran knüpfen sich (schon ahd. und in den übrigen westgerm. Sprachen)
- Übertragungen auf andere räumliche Erstreckungen (‘lang, breit, weit’)
- und (besonders asächs. mnd. mnl. frühnhd.) auf Mengen (‘zahlreich, viel’),
- ferner (bereits asächs. mhd. mnd. mnl. sowie im modernen Engl.) Verwendungen,
- die Qualitätsmerkmale, namentlich einen hohen Rang oder außergewöhnlichen Wert kennzeichnen
- (‘bedeutsam, wichtig, hervorragend, vornehm’).
- die Qualitätsmerkmale, namentlich einen hohen Rang oder außergewöhnlichen Wert kennzeichnen
- Der im älteren Nhd.verbreitete Gebrauch als intensivierendes Adverb
- ist heute auf bestimmte Konstruktionen,
- vor allem auf einige negative Fügungen (nicht groß, niemand groß) eingeschränkt.
- Jüngerer Umgangssprache gehört adverbielles (ganz) groß ‘großartig, prächtig’ an (groß ausgehen, etw. ganz groß ankündigen).
- Die oben angeführten Formen vom Stamm *grauta-
- verdrängen im Kontinentalwestgerm. das vorher zur Bezeichnung eines beträchtlichen Ausmaßes übliche gemeingerm. Adjektiv
- ahd. mihhil (8. Jh.),
- asächs. mikil, mhd. michel,
- mnd. mnl. mēkel, michel,
- aengl. micel,
- anord. mikill,
- got. mikils
- (noch lebendig in engl. much, schwed. mycken, dän. megen ‘viel’ und in Namen wie Michelstadt, Mecklenburg),
- das wie
- auf die Wurzel uig. *meg̑(h)- ‘groß’ zurückgeht.
- verdrängen im Kontinentalwestgerm. das vorher zur Bezeichnung eines beträchtlichen Ausmaßes übliche gemeingerm. Adjektiv
große,großen,großem,großer,großes,größer,größere,größeren,größerem,größerer,größeres,größt,größt,größte,größten,größtem,größter,größtes