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„Grammatica speculativa und Modismus“ – Versionsunterschied

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Die Bezeichnung ''[[grammatica speculativa]]'' leitet sich vom lateinischen Wort ''speculum'' ‚Spiegel, Abbild‘ her. Frühe Autoren dieser Tradition wie [[Roger Bacon]] mit seiner ''summa grammaticae'' oder [[Robert Kilwardby]] waren der Überzeugung, dass sich die Struktur des Seins (vgl. [[Ontologie]]) in der Struktur der Sprache widerspiegele, und zwar in allen Sprachen auf dieselbe Art und Weise. Insofern vertreten diese Philosophen eine frühe Form eines universalistischen Grammatikkonzepts. Durch die Widerspiegelung der Realität in der Sprache wird diese ihnen auch zum eigentlichen Schlüssel zur [[Metaphysik]].
Die Bezeichnung ''[[grammatica speculativa]]'' leitet sich vom lateinischen Wort ''speculum'' ‚Spiegel, Abbild‘ her. Frühe Autoren dieser Tradition wie [[Roger Bacon]] mit seiner ''summa grammaticae'' oder [[Robert Kilwardby]] waren der Überzeugung, dass sich die Struktur des Seins (vgl. [[Ontologie]]) in der Struktur der Sprache widerspiegele, und zwar in allen Sprachen auf dieselbe Art und Weise. Insofern vertreten diese Philosophen eine frühe Form eines universalistischen Grammatikkonzepts. Durch die Widerspiegelung der Realität in der Sprache wird diese ihnen auch zum eigentlichen Schlüssel zur [[Metaphysik]].


Die Vertreter dieser philosophischen Richtung werden auch „Modisten“ (lateinisch ''modistae'') genannt, weil nach ihrer Auffassung die Sprache die Realität in verschiedenen ''modi significandi'' spiegelt. Ein Modus significandi ist die Art und Weise, wie ein sprachliches Zeichen auf „Dinge“ [[Referenz (Linguistik)|Bezug nimmt]] (vgl. [[Semiotik]]). Dabei kann es sich um eine morphologische Kategorie oder eine Wortart handeln oder auch um eine bestimmte diskursive Operation wie die [[Prädikation]].
Die Vertreter dieser philosophischen Richtung werden auch „[[Modisten]]“ (lateinisch ''[[modistae]]'') genannt, weil nach ihrer Auffassung die Sprache die Realität in verschiedenen ''[[modi significandi]]'' spiegelt. Ein Modus ''significandi'' ist die Art und Weise, wie ein sprachliches Zeichen auf „Dinge“ [[Referenz (Linguistik)|Bezug nimmt]] (vgl. [[Semiotik]]). Dabei kann es sich um eine morphologische Kategorie oder eine Wortart handeln oder auch um eine bestimmte diskursive Operation wie die [[Prädikation]].


Die modistische Tradition ist in gewissem Sinn eine Synthese der philologisch orientierten griechisch-römischen, auf Dionysios Thrax zurückgehenden Tradition mit zunächst unabhängigen philosophischen Strömungen des Mittelalters, vor allem der [[Scholastik]]. Wichtige Modisten waren [[Thomas von Erfurt]] und [[Johannes de Dacia]]. Die modistische Tradition ist vor allem innerhalb der Philosophie rezipiert worden und geriet außerhalb dieser bis ins 19. Jahrhundert weitestgehend in Vergessenheit.<ref> Dieser Absatz basiert weitgehend auf [https://www.christianlehmann.eu/publ/Thomas_von_Erfurt.pdf] (PDF; 201&nbsp;kB) </ref>
Die modistische Tradition ist in gewissem Sinn eine Synthese der philologisch orientierten griechisch-römischen, auf [[Dionysios Thrax]] zurückgehenden Tradition mit zunächst unabhängigen philosophischen Strömungen des Mittelalters, vor allem der [[Scholastik]]. Wichtige Modisten waren [[Thomas von Erfurt]] und [[Martinus de Dacia]] (oder [[Johannes de Dacia]] {{??}}). Die modistische Tradition ist vor allem innerhalb der Philosophie rezipiert worden und geriet außerhalb dieser bis ins 19. Jahrhundert weitestgehend in Vergessenheit.<ref> Dieser Absatz basiert weitgehend auf [https://www.christianlehmann.eu/publ/Thomas_von_Erfurt.pdf] (PDF; 201&nbsp;kB) </ref>


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Aktuelle Version vom 17. Juni 2026, 07:41 Uhr


Petrus Helie verfasste im Jahr 1150 einen Prisciankommentar, in dem er versuchte, Priscians Analyse zu den lateinischen Wortarten auf die Basis der aristotelischen Organon-Schriften Kategorien und De Interpretatione zu stellen. Damit versuchte er grammatischen Kategorien, vor allem eben die Wortarten, philosophisch zu begründen. Mit diesem Ansatz war Petrus Helie ein Vorbereiter der „spekulativen Grammatik“ (lateinisch grammatica speculativa) und des Modismus.

Die Bezeichnung grammatica speculativa leitet sich vom lateinischen Wort speculum ‚Spiegel, Abbild‘ her. Frühe Autoren dieser Tradition wie Roger Bacon mit seiner summa grammaticae oder Robert Kilwardby waren der Überzeugung, dass sich die Struktur des Seins (vgl. Ontologie) in der Struktur der Sprache widerspiegele, und zwar in allen Sprachen auf dieselbe Art und Weise. Insofern vertreten diese Philosophen eine frühe Form eines universalistischen Grammatikkonzepts. Durch die Widerspiegelung der Realität in der Sprache wird diese ihnen auch zum eigentlichen Schlüssel zur Metaphysik.

Die Vertreter dieser philosophischen Richtung werden auch „Modisten“ (lateinisch modistae) genannt, weil nach ihrer Auffassung die Sprache die Realität in verschiedenen modi significandi spiegelt. Ein Modus significandi ist die Art und Weise, wie ein sprachliches Zeichen auf „Dinge“ Bezug nimmt (vgl. Semiotik). Dabei kann es sich um eine morphologische Kategorie oder eine Wortart handeln oder auch um eine bestimmte diskursive Operation wie die Prädikation.

Die modistische Tradition ist in gewissem Sinn eine Synthese der philologisch orientierten griechisch-römischen, auf Dionysios Thrax zurückgehenden Tradition mit zunächst unabhängigen philosophischen Strömungen des Mittelalters, vor allem der Scholastik. Wichtige Modisten waren Thomas von Erfurt und Martinus de Dacia (oder Johannes de Dacia (??) ). Die modistische Tradition ist vor allem innerhalb der Philosophie rezipiert worden und geriet außerhalb dieser bis ins 19. Jahrhundert weitestgehend in Vergessenheit.[1]

  1. ↑ Dieser Absatz basiert weitgehend auf [1] (PDF; 201 kB)