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„Morphologie“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Morpholog]] + [[-ie]] | morph + o + logie | [[Wortformlehre]]</span></span></p><p><span class="etymwb-headword">wl<span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Femininum">.</abbr></span></span> ‘Lehre von der Gestalt, den Formen und ihrer Entwicklung’, gelehrte Bildung [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe Goethes] (1796), danach des Mediziners [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Burdach K. F. Burdach] (1800) zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="griechisch">grie.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">morphḗ</span>'' (<span class="etymwb-mentioned">μορφή</span>) ‘Form, äußerliche Gestalt, Ansehen’ und <span class="etymwb-mentioned">-''logia''</span> (s. -''logie'').</p><p>Der Begriff ''Morphologie'' wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe Johann Wolfgang von Goethe], der ihn in seinem Tagebuch bereits am 25. September 1796 verwendete, dessen Überlegungen aus den Jahren 1796 bis 1807 dazu jedoch erst 1817 bis 1824 (in der von Goethe begründeten Zeitschrift ''Zur Morphologie'') publiziert<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Morphologie_(Biologie)#cite_note-2 [2]]</sup> wurden, und 1800 vom deutschen Anatomen und Physiologen [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Burdach Karl Friedrich Burdach] (in der Schrift ''Propädeutik zum Studium der gesamten Heilkunst'') geprägt. Dazu die Neubildung <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Morphem.</span></span></p><p>Morphologen früherer Zeiten verstanden die von ihnen aufgestellten Klassifikationssysteme noch nicht als Beschreibung eines abgestuften Hervorgehens aus einem gemeinsamen Vorläufer. Stattdessen war von einem „Idealtypus“ oder „Urbild“ die Rede, die bestimmten Organismengruppen zugeordnet werden können.</p><p>In den Organismen sah man zum Teil auch die platonischen Ideen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"></sup> Das bekannteste Beispiel für ein solches Bestreben ist Goethes Versuch, aus dem Aussehen aller bekannten Pflanzenformen auf eine idealtypische „Urpflanze“ zu schließen. Diese Denkrichtung gilt heute als erster Schritt zur modernen Evolutionsbiologie und wird historisch als „idealistische Morphologie“ eingeordnet.</p>
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Morpholog]][[-ie]] | morph + o + logie |</span></span> {{agrie.-dt.}} <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">'[[Wortformlehre]], [[Wortstrukturlehre]]'</span></span></p><p><span class="etymwb-headword">wl<span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Femininum">.</abbr></span></span> ‘Lehre von der Gestalt, den Formen und ihrer Entwicklung’, gelehrte Bildung [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe Goethes] (1796), danach des Mediziners [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Burdach K. F. Burdach] (1800) zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="griechisch">grie.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">morphḗ</span>'' (<span class="etymwb-mentioned">μορφή</span>) ‘Form, äußerliche Gestalt, Ansehen’ und <span class="etymwb-mentioned">-''logia''</span> (s. -''logie'').</p><p>Der Begriff ''Morphologie'' wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe Johann Wolfgang von Goethe], der ihn in seinem Tagebuch bereits am 25. September 1796 verwendete, dessen Überlegungen aus den Jahren 1796 bis 1807 dazu jedoch erst 1817 bis 1824 (in der von Goethe begründeten Zeitschrift ''Zur Morphologie'') publiziert<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Morphologie_(Biologie)#cite_note-2 [2]]</sup> wurden, und 1800 vom deutschen Anatomen und Physiologen [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Burdach Karl Friedrich Burdach] (in der Schrift ''Propädeutik zum Studium der gesamten Heilkunst'') geprägt. Dazu die Neubildung <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Morphem.</span></span></p><p>Morphologen früherer Zeiten verstanden die von ihnen aufgestellten Klassifikationssysteme noch nicht als Beschreibung eines abgestuften Hervorgehens aus einem gemeinsamen Vorläufer. Stattdessen war von einem „Idealtypus“ oder „Urbild“ die Rede, die bestimmten Organismengruppen zugeordnet werden können.</p><p>In den Organismen sah man zum Teil auch die platonischen Ideen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"></sup> Das bekannteste Beispiel für ein solches Bestreben ist Goethes Versuch, aus dem Aussehen aller bekannten Pflanzenformen auf eine idealtypische „Urpflanze“ zu schließen. Diese Denkrichtung gilt heute als erster Schritt zur modernen Evolutionsbiologie und wird historisch als „idealistische Morphologie“ eingeordnet.</p>

Version vom 30. März 2024, 11:00 Uhr

Morpholog-ie | morph + o + logie | Vorlage:agrie.-dt. 'Wortformlehre, Wortstrukturlehre'

wl. ‘Lehre von der Gestalt, den Formen und ihrer Entwicklung’, gelehrte Bildung Goethes (1796), danach des Mediziners K. F. Burdach (1800) zu grie. morphḗ (μορφή) ‘Form, äußerliche Gestalt, Ansehen’ und -logia (s. -logie).

Der Begriff Morphologie wurde von Johann Wolfgang von Goethe, der ihn in seinem Tagebuch bereits am 25. September 1796 verwendete, dessen Überlegungen aus den Jahren 1796 bis 1807 dazu jedoch erst 1817 bis 1824 (in der von Goethe begründeten Zeitschrift Zur Morphologie) publiziert[2] wurden, und 1800 vom deutschen Anatomen und Physiologen Karl Friedrich Burdach (in der Schrift Propädeutik zum Studium der gesamten Heilkunst) geprägt. Dazu die Neubildung Morphem.

Morphologen früherer Zeiten verstanden die von ihnen aufgestellten Klassifikationssysteme noch nicht als Beschreibung eines abgestuften Hervorgehens aus einem gemeinsamen Vorläufer. Stattdessen war von einem „Idealtypus“ oder „Urbild“ die Rede, die bestimmten Organismengruppen zugeordnet werden können.

In den Organismen sah man zum Teil auch die platonischen Ideen. Das bekannteste Beispiel für ein solches Bestreben ist Goethes Versuch, aus dem Aussehen aller bekannten Pflanzenformen auf eine idealtypische „Urpflanze“ zu schließen. Diese Denkrichtung gilt heute als erster Schritt zur modernen Evolutionsbiologie und wird historisch als „idealistische Morphologie“ eingeordnet.