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Morphologie

aus AufEinWort, der freien Forschung

Morpholog-ie | morph + o + logie | agr.-deu. 'Wortformlehre, Wortstrukturlehre'

wl. ‘Lehre von der Gestalt, den Formen und ihrer Entwicklung’, gelehrte Bildung Goethes (1796), danach des Mediziners K. F. Burdach (1800) zu grie. morphḗ (μορφή) ‘Form, äußerliche Gestalt, Ansehen’ und -logia (s. -logie).

Der Begriff Morphologie wurde von Johann Wolfgang von Goethe, der ihn in seinem Tagebuch bereits am 25. September 1796 verwendete, dessen Überlegungen aus den Jahren 1796 bis 1807 dazu jedoch erst 1817 bis 1824 (in der von Goethe begründeten Zeitschrift Zur Morphologie) publiziert[2] wurden, und 1800 vom deutschen Anatomen und Physiologen Karl Friedrich Burdach (in der Schrift Propädeutik zum Studium der gesamten Heilkunst) geprägt. Dazu die Neubildung Morphem.

Morphologen früherer Zeiten verstanden die von ihnen aufgestellten Klassifikationssysteme noch nicht als Beschreibung eines abgestuften Hervorgehens aus einem gemeinsamen Vorläufer. Stattdessen war von einem „Idealtypus“ oder „Urbild“ die Rede, die bestimmten Organismengruppen zugeordnet werden können.

In den Organismen sah man zum Teil auch die platonischen Ideen. Das bekannteste Beispiel für ein solches Bestreben ist Goethes Versuch, aus dem Aussehen aller bekannten Pflanzenformen auf eine idealtypische „Urpflanze“ zu schließen. Diese Denkrichtung gilt heute als erster Schritt zur modernen Evolutionsbiologie und wird historisch als „idealistische Morphologie“ eingeordnet.