Zum Inhalt springen

„Schlange“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">schlang + e</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Femininum">f.</abbr> </span></span>Der Name des Kriechtieres <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slango</span>'' m. (9. Jh.), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</ab…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">schlang + e</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Femininum">f.</abbr> </span></span>Der Name des Kriechtieres <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slango</span>'' m. (9. Jh.), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slange</span>'' m. (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mitteldeutsch">md.</abbr> f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altsächsisch">asächs.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slango</span>m''., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slange</span>'' m. f., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch" aria-describedby="tooltip947989">mnl.&nbsp;</abbr>''<span class="etymwb-mentioned">slanghe</span>'' m. f., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slang</span>'' f. steht im Ablaut zu dem unter ''schlingen<sup>1</sup>'' (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’.</p><p>Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie Natter, Unke, Wurm. Weiblicher Artikel setzt sich mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Luthers] Bibelübersetzung durch. Die ''Schlange'' gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. <span class="etymwb-mentioned">klug wie eine Schlange</span>, <span class="etymwb-mentioned">falsche</span>, <span class="etymwb-mentioned">giftige Schlange</span> ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, <span class="etymwb-mentioned">eine Schlange an seinem Busen ziehen</span>, <span class="etymwb-mentioned">nähren</span> ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (<span class="etymwb-mentioned">wie eine&nbsp;</span>oder <span class="etymwb-mentioned">in einer</span>) <span class="etymwb-mentioned">Schlange stehen</span> ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.).</p><p>Die Schlange steht je nach Glaube sinnbildlich vielfältig bis entgegengesetz für beispielsweise &nbsp;Schlauheit, Sensibilität, Beschützer, den Teufel, die Versuchung, Verführung … siehe ein kurzer Überblick:&nbsp;[https://spresy.de/symbolik-und-mythologie-der-schlange/ Symbolik und Mythologie der Schlange]</p>
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[schlang]] + [[-e]]</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Femininum">f.</abbr> </span></span>Der Name des Kriechtieres <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slango</span>'' m. (9. Jh.), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slange</span>'' m. (<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mitteldeutsch">md.</abbr> f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altsächsisch">asächs.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slango</span>m''., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slange</span>'' m. f., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch" aria-describedby="tooltip947989">mnl.&nbsp;</abbr>''<span class="etymwb-mentioned">slanghe</span>'' m. f., <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">slang</span>'' f. steht im Ablaut zu dem unter ''schlingen<sup>1</sup>'' (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’.</p><p>Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie Natter, Unke, Wurm. Weiblicher Artikel setzt sich mit [[Martin Luther|Luther]]'s Bibelübersetzung durch. Die ''Schlange'' gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. <span class="etymwb-mentioned">klug wie eine Schlange</span>, <span class="etymwb-mentioned">falsche</span>, <span class="etymwb-mentioned">giftige Schlange</span> ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, <span class="etymwb-mentioned">eine Schlange an seinem Busen ziehen</span>, <span class="etymwb-mentioned">nähren</span> ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (<span class="etymwb-mentioned">wie eine&nbsp;</span>oder <span class="etymwb-mentioned">in einer</span>) <span class="etymwb-mentioned">Schlange stehen</span> ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.).</p><p>Die Schlange steht je nach Glaube sinnbildlich vielfältig bis entgegengesetz für beispielsweise &nbsp;Schlauheit, Sensibilität, Beschützer, den Teufel, die Versuchung, Verführung … siehe ein kurzer Überblick:&nbsp;[https://spresy.de/symbolik-und-mythologie-der-schlange/ Symbolik und Mythologie der Schlange]</p>

Version vom 19. Dezember 2023, 13:56 Uhr

schlang + -e f. Der Name des Kriechtieres ahd. slango m. (9. Jh.), mhd. slange m. (md. f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, asächs. slangom., mnd. slange m. f., mnl. slanghe m. f., nl. slang f. steht im Ablaut zu dem unter schlingen1 (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’.

Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie Natter, Unke, Wurm. Weiblicher Artikel setzt sich mit Luther's Bibelübersetzung durch. Die Schlange gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. klug wie eine Schlange, falsche, giftige Schlange ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, eine Schlange an seinem Busen ziehen, nähren ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (wie eine oder in einer) Schlange stehen ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.).

Die Schlange steht je nach Glaube sinnbildlich vielfältig bis entgegengesetz für beispielsweise  Schlauheit, Sensibilität, Beschützer, den Teufel, die Versuchung, Verführung … siehe ein kurzer Überblick: Symbolik und Mythologie der Schlange