Schlange
schlang + -e f. Der Name des Kriechtieres ahd. slango m. (9. Jh.), mhd. slange m. (md. f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, asächs. slangom., mnd. slange m. f., mnl. slanghe m. f., nl. slang f. steht im Ablaut zu dem unter schlingen1 (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’.
Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie Natter, Unke, Wurm. Weiblicher Artikel setzt sich mit Luther's Bibelübersetzung durch. Die Schlange gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. klug wie eine Schlange, falsche, giftige Schlange ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, eine Schlange an seinem Busen ziehen, nähren ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (wie eine oder in einer) Schlange stehen ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.).
Die Schlange steht je nach Glaube sinnbildlich vielfältig bis entgegengesetz für beispielsweise Schlauheit, Sensibilität, Beschützer, den Teufel, die Versuchung, Verführung … siehe ein kurzer Überblick: Symbolik und Mythologie der Schlange