Zum Inhalt springen

„Ware“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ [[war]] + [[-e]];</p><p style="text-align: justify;" >¦∅¦ Dasein von Wert, das unter Obacht und Obhut zu stehen hat, entsprechend werterhaltend oder wertvermehrend zu behandeln ist;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊕¦ verwandt mit wahren und wahrnehmen;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊗¦ ‘Handelsgut, für den Markt bestimmtes Produkt menschlicher Arbeitskraft’; Möglicherweise entspricht es genau dem unter ''wahren'' dargestellten Substantiv <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> <abbr title="altsächsisch">asächs.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">wara</span>'', <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''war''(e)</span>, <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">wāre</span>'', <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">waru</span>'', <abbr title="altnordisch">anord.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">vari</span>'' ‘Aufmerksamkeit, Obhut’ und gehört wie dieses zur Wurzel <abbr title="indoeuropäisch">uig.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''u̯er''-</span> ‘gewahren, achtgeben’, so daß <span class="etymwb-mentioned">Ware</span> als ‘das, was man unter seine Obhut nimmt, dem man seine Aufmerksamkeit zuwendet’ zu deuten ist.<br></p><p style="text-align: justify;" ><abbr title="indoeuropäisch">¦√¦</abbr><abbr title="indoeuropäisch"> uig. <em class="Latinx mention" lang="ine-pro">[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/wer- *wer-]</em>&nbsp;<span class="mention-gloss-double-quote">“</span><span class="mention-gloss">über etwas gewahr (bewußt) werden, beachten, wachsam hüten</span><span class="mention-gloss-double-quote">”</span>; <abbr title="indoeuropäisch">uig.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''u̯er''(e)-</span> ‘achtgeben, gewahren’;</abbr></p><p style="text-align: justify;" ><span style="font-size: 12pt;" >¦↵¦ <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''war'',&nbsp;</span><em class="Latn mention" lang="gml">ware</em> (1290 erstmals in einem <abbr title="hochdeutsch">hd.</abbr> Text belegt) gilt seiner Herkunft nach als <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> <abbr title="niederdeutsch">nd.</abbr> Wort der Hanse; <abbr title="mittelniederdeutsch">Mnd.</abbr> <abbr title="mittelniederländisch">mnl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">wāre</span>'', <abbr title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">waar</span>'', <abbr title="altenglisch">aengl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">waru</span>'', <abbr title="englisch">engl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ware</span>'', <abbr title="altnordisch">anord.</abbr> <abbr title="schwedisch">schwed.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">vara</span>'' ist etymologisch nicht sicher geklärt. </span><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch"></abbr></p><p style="text-align: justify;" >Semantisch befriedigender ist freilich die Verbindung von <abbr title="germanisch">germ.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''wazō''</span> f. mit <abbr title="hethitisch">hethit.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''u̯aš''-</span> ‘kaufen’, <abbr title="altindisch">aind.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">vasnám</span>'' ‘Kaufpreis, Wert’, <abbr title="griechisch">griech.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ṓnos</span>'' (<span class="etymwb-mentioned">ὦνος</span>) ‘Kaufpreis, Kauf’, <abbr title="lateinisch">lat.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''vēnum'' dare</span> ‘zum Verkauf geben’ und Anschluß an die Wurzel <abbr title="indoeuropäisch">uig.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''u̯es''-</span> ‘kaufen, verkaufen’; vgl. <span class="etymwb-bibl"><span class="etymwb-author">Szemerényi</span> in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 93 (1979) 118&nbsp;ff. </span><span class="etymwb-mentioned">Ware</span> dringt in der Mitte des 15. Jhs. von Mitteldeutschland her in <abbr title="oberdeutsch">obd.</abbr> Texte ein, wo es sich in der 2. Hälfte des 16. Jhs. gegen gleichbed. <abbr title="oberdeutsch">obd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">Kaufmannschaft</span>, <span class="etymwb-mentioned">Kaufmannschatz</span> durchsetzt; vgl. <span class="etymwb-bibl"><span class="etymwb-author">G. Richter</span> in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 178&nbsp;ff. </span></p>
<p style="text-align: justify;" >[[war]][[-e]] {{mhdt.-dt.}}</p><p style="text-align: justify;" >{{Anm. KF}} Dasein von Wert, das unter Obacht und Obhut zu stehen hat, entsprechend werterhaltend oder wertvermehrend zu behandeln ist; verwandt wüber ''[[wahren]]'' mit ''[[wahrnehmen]]'';</p>
 
* Ware f.
** ‘Handelsgut, für den Markt bestimmtes Produkt menschlicher Arbeitskraft’,
*** mhd. war(e) (1290 erstmals in einem hd. Text belegt)
**** gilt seiner Herkunft nach als nl. nd. Wort der Hanse.
*** Mnd. mnl. ''wāre'',
*** nl. waar,
*** aengl. waru,
*** engl. ware,
*** anord.
*** swed. vara
** ist etymologisch nicht sicher geklärt.
** Möglicherweise entspricht es genau dem unter ''[[wahren]]'' (s. d.) dargestellten Substantiv  
*** ahd. asächs. wara,  
*** mhd. war(e),  
*** mnd. mnl. wāre,  
*** aengl. waru,  
*** anord. vari ‘Aufmerksamkeit, Obhut’  
** und gehört wie dieses zur Wurzel uig. *[[u̯er-]] ‘gewahren, achtgeben’,  
*** ¦√¦ uig. *[[wer-]]&nbsp;“über etwas gewahr (bewußt) werden, beachten, wachsam hüten”;
*** so daß ''Ware'' als ‘das, was man unter seine Obhut nimmt, dem man seine Aufmerksamkeit zuwendet’ zu deuten ist.  
** Semantisch befriedigender ist freilich die Verbindung  
*** von germ. *wazō f.  
*** mit hethit. u̯aš- ‘kaufen’,  
*** aind. vasnám ‘Kaufpreis, Wert’,  
*** griech. ṓnos (ὦνος) ‘Kaufpreis, Kauf’,  
*** lat. vēnum dare ‘zum Verkauf geben’  
** und Anschluß an die Wurzel uig. *[[u̯es-]] ‘kaufen, verkaufen’;  
*** vgl. Szemerényi in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 93 (1979) 118 ff.  
** Ware dringt in der Mitte des 15. Jhs. von Mitteldeutschland her in obd. Texte ein,  
*** wo es sich in der 2. Hälfte des 16. Jhs. gegen gleichbed. obd. ''Kaufmannschaft'', ''Kaufmannschatz'' durchsetzt;  
**** vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 178 ff.

Version vom 6. April 2024, 13:06 Uhr

war-e mhdt.-dt.

Anm. KF: Dasein von Wert, das unter Obacht und Obhut zu stehen hat, entsprechend werterhaltend oder wertvermehrend zu behandeln ist; verwandt wüber wahren mit wahrnehmen;

  • Ware f.
    • ‘Handelsgut, für den Markt bestimmtes Produkt menschlicher Arbeitskraft’,
      • mhd. war(e) (1290 erstmals in einem hd. Text belegt)
        • gilt seiner Herkunft nach als nl. nd. Wort der Hanse.
      • Mnd. mnl. wāre,
      • nl. waar,
      • aengl. waru,
      • engl. ware,
      • anord.
      • swed. vara
    • ist etymologisch nicht sicher geklärt.
    • Möglicherweise entspricht es genau dem unter wahren (s. d.) dargestellten Substantiv
      • ahd. asächs. wara,
      • mhd. war(e),
      • mnd. mnl. wāre,
      • aengl. waru,
      • anord. vari ‘Aufmerksamkeit, Obhut’
    • und gehört wie dieses zur Wurzel uig. *u̯er- ‘gewahren, achtgeben’,
      • ¦√¦ uig. *wer- “über etwas gewahr (bewußt) werden, beachten, wachsam hüten”;
      • so daß Ware als ‘das, was man unter seine Obhut nimmt, dem man seine Aufmerksamkeit zuwendet’ zu deuten ist.
    • Semantisch befriedigender ist freilich die Verbindung
      • von germ. *wazō f.
      • mit hethit. u̯aš- ‘kaufen’,
      • aind. vasnám ‘Kaufpreis, Wert’,
      • griech. ṓnos (ὦνος) ‘Kaufpreis, Kauf’,
      • lat. vēnum dare ‘zum Verkauf geben’
    • und Anschluß an die Wurzel uig. *u̯es- ‘kaufen, verkaufen’;
      • vgl. Szemerényi in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 93 (1979) 118 ff.
    • Ware dringt in der Mitte des 15. Jhs. von Mitteldeutschland her in obd. Texte ein,
      • wo es sich in der 2. Hälfte des 16. Jhs. gegen gleichbed. obd. Kaufmannschaft, Kaufmannschatz durchsetzt;
        • vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 178 ff.