„zaudern“ – Versionsunterschied
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‘zögern, unschlüssig sein’ (Anfang des 16. Jhs. bei [[Martin Luther|Luther]] und [[Hieronymus Emser|Emser]]; ab 18. Jh. allgemein literatursprachlich). Herkunft unbekannt. | ‘zögern, unschlüssig sein’ (Anfang des 16. Jhs. bei [[Martin Luther|Luther]] und [[Hieronymus Emser|Emser]]; ab 18. Jh. allgemein literatursprachlich). Herkunft unbekannt. | ||
Zaudern, verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, langsam seyn, da man eilen sollte, fehlerhaft langsamverfahren, [[zögern]]. Was zauderst du lange? Er hat lange genug gezaudert. Die Sache, welche dadurch aufgehalten wird,bekommt das Vorwort mit. Mit der Bezahlung, mit der Ausfertigung zaudern. So auch das Zaudern. | |||
Anm. Im Nieders. taueln, welches doch in einigen Gegenden nur von der fehlerhaft langsamen und gedehnten Aussprache, inandern aber völlig, wie zaudern, gebraucht wird. Die Form zeigt schon, daß das Wort ein Iterativum, oder Intensivum ist, welches ein Primitivum zauden voraus setzet. Was dieses eigentlich bedeutet habe, ist unbekannt; gemeiniglich leitet man es von ziehen ab, von welchem das so ziemlich gleich bedeutende zögern unstreitig herstammet. Allein diese Ableitung ist doch zu sehr gewagt, und ungewiß, als daß man etwas darauf bauen könnte. Wenigstens hätte das Nieders. töwen, warten, und Schwed. Tof, Verzug, eben so viel Recht auf die Ehre, das Stammwort zu seyn. In den Provinzen hat man eine Menge Wörter, den Begriff des Zauderns mit allerley Nebenbegriffen auszudrucken. Dergleichen sind das Meißnische tempern, die Oberdeutschen und zum Theil auch Obersächsischen trändeln und trödeln, und die Nieders. talmen, tidellen, von Tüd, Zeit, tündeln, tändeln, nüsseln, von nusse, langsam, nälen, nuscheln, zörgen u. s. f. | |||
Aktuelle Version vom 27. Januar 2024, 07:53 Uhr
Zauder-n Vb. "zögern" Gegenwort zauen.
‘zögern, unschlüssig sein’ (Anfang des 16. Jhs. bei Luther und Emser; ab 18. Jh. allgemein literatursprachlich). Herkunft unbekannt.
Zaudern, verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, langsam seyn, da man eilen sollte, fehlerhaft langsamverfahren, zögern. Was zauderst du lange? Er hat lange genug gezaudert. Die Sache, welche dadurch aufgehalten wird,bekommt das Vorwort mit. Mit der Bezahlung, mit der Ausfertigung zaudern. So auch das Zaudern.
Anm. Im Nieders. taueln, welches doch in einigen Gegenden nur von der fehlerhaft langsamen und gedehnten Aussprache, inandern aber völlig, wie zaudern, gebraucht wird. Die Form zeigt schon, daß das Wort ein Iterativum, oder Intensivum ist, welches ein Primitivum zauden voraus setzet. Was dieses eigentlich bedeutet habe, ist unbekannt; gemeiniglich leitet man es von ziehen ab, von welchem das so ziemlich gleich bedeutende zögern unstreitig herstammet. Allein diese Ableitung ist doch zu sehr gewagt, und ungewiß, als daß man etwas darauf bauen könnte. Wenigstens hätte das Nieders. töwen, warten, und Schwed. Tof, Verzug, eben so viel Recht auf die Ehre, das Stammwort zu seyn. In den Provinzen hat man eine Menge Wörter, den Begriff des Zauderns mit allerley Nebenbegriffen auszudrucken. Dergleichen sind das Meißnische tempern, die Oberdeutschen und zum Theil auch Obersächsischen trändeln und trödeln, und die Nieders. talmen, tidellen, von Tüd, Zeit, tündeln, tändeln, nüsseln, von nusse, langsam, nälen, nuscheln, zörgen u. s. f.