Zum Inhalt springen

„Element“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>ele + ment | Lat. ''elementa'' bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute. </p><p>Eigentl. das mental (dinglich) erfassbare, zählbare Dasein? el + em + ment?</p><p>Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’.</p><p>Im 13. Jh. wird lat. [https://en.wiktionary.org/wiki/elementum#Latin ''elementum''] ‘Grundstoff, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. ''elementa'' ins Dt. ent…“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p>ele + ment | Lat. ''elementa'' bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute.&nbsp;</p><p>Eigentl. das mental (dinglich) erfassbare, zählbare Dasein? el + em + ment?</p><p>Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’.</p><p>Im 13. Jh. wird lat.&nbsp;[https://en.wiktionary.org/wiki/elementum#Latin ''elementum''] ‘Grundstoff, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. ''elementa'' ins Dt. entlehnt (vgl. lat. ''quattuorelementa'',&nbsp;mhd. [https://en.wiktionary.org/wiki/element#Middle_High_German ''element''], v''ier Elemente ''der[https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Elemente-Lehre ''Vier-Elemente-Lehre'']'' ''(siehe dazu elementar, Elementarwesen, Elementargeister);</p><p>Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh., Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs.</p><p>In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von grie. ''stoich''é͞''ia''&nbsp;Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. ''st''ó͞''ichos''&nbsp;‘Reihe’.</p><p>Die Herkunft des lat. Hauptwort ist unklar; Wissenschaftler vermuten das Element aus *''elepantum'' ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. ''eléphās'' bzw. dem Wenfall&nbsp;''eléphanta''&nbsp;‘Elfenbein, ''Elefant''’ anzusehen wäre.</p><p>Genauso wahrcheinlich wäre die Wortherkunft aus uig. [https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%82el- ''*hael-''] "Hingabe, Eifer, Stärke, Mut, Elan und uig. [https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/men-#Proto-Indo-European:_think ''*men-'']"Meinen, Denken";</p>
<p>ele + ment | Lat. ''elementa'' bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute.&nbsp;</p><p>Eigtl. das mental (dinglich) erfassbare, zählbare Dasein? el + em + ment<ref>Klaus Feldmann 2020</ref></p><p>Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’.</p><p></p><p>Im 13. Jh. wird lat.&nbsp;[[wikt:elementum#Latin|''elementum'']] ‘Grundstoff, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. ''elementa'' ins Dt. entlehnt (vgl. lat. ''quattuor elementa'',&nbsp;mhd. [[wikt:element#Middle_High_German|''element'']], v''ier Elemente ''der ''[[Vier-Elemente-Lehre]]''(siehe dazu [[elementar]], [[Elementarwesen]], [[Elementargeist|Elementargeister]]);</p><p>Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh., Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs.</p><p>In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von grie. ''stoich''é͞''ia''&nbsp;Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. ''st''ó͞''ichos''&nbsp;‘Reihe’.</p><p>Die Herkunft des lat. Hauptwort ist unklar; Wissenschaftler vermuten das Element aus *''elepantum'' ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. ''eléphās'' bzw. dem Wenfall&nbsp;''eléphanta''&nbsp;‘Elfenbein, ''Elefant''’ anzusehen wäre.</p>Genauso wahrcheinlich wäre die Wortherkunft aus uig. [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₂el-|''*hael-'']] "Hingabe, Eifer, Stärke, Mut, Elan und uig. [[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/men-#Proto-Indo-European:_think|''*men-'']]"Meinen, Denken";
 
Alternativ könnte ein [[Neologismus]] zur Übersetzung des entsprechenden Begriffs [[agrie./stoikheîon|agrie. stoikheîon]] στοιχεῖον „Element, Buchstabe“ (von Platon im Sinne von „Element“ eingeführt) verwendet werden, der wie [[lat./elementum|lat. elementum]] die doppelte Bedeutung von „Element“ und „Buchstabe" hat. Dieser Neologismus würde sich an [[lat./alimentum|lat. alimentum]] „Nahrung“ orientieren und darauf anspielen, modifiziert als Gedächtnisstütze für die Buchstabenfolge „L M N“; Dies würde es mit [[lat./alere|lat. alere]] „ernähren“ und lat. olēscere „wachsen“ verwandt machen, beide aus dem uig. *h₂el-.<ref>siehe [[Element Hokuspokus]] <time datetime="2007-10-31">2007</time> Autor [[Anatoly Liberman]]</ref>

Version vom 12. November 2023, 14:08 Uhr

ele + ment | Lat. elementa bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute. 

Eigtl. das mental (dinglich) erfassbare, zählbare Dasein? el + em + ment[1]

Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’.

Im 13. Jh. wird lat. elementum ‘Grundstoff, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. elementa ins Dt. entlehnt (vgl. lat. quattuor elementa, mhd. element, vier Elemente der Vier-Elemente-Lehre(siehe dazu elementar, Elementarwesen, Elementargeister);

Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh., Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs.

In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von grie. stoiché͞ia Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. stó͞ichos ‘Reihe’.

Die Herkunft des lat. Hauptwort ist unklar; Wissenschaftler vermuten das Element aus *elepantum ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. eléphās bzw. dem Wenfall eléphanta ‘Elfenbein, Elefant’ anzusehen wäre.

Genauso wahrcheinlich wäre die Wortherkunft aus uig. *hael- "Hingabe, Eifer, Stärke, Mut, Elan und uig. *men-"Meinen, Denken";

Alternativ könnte ein Neologismus zur Übersetzung des entsprechenden Begriffs agrie. stoikheîon στοιχεῖον „Element, Buchstabe“ (von Platon im Sinne von „Element“ eingeführt) verwendet werden, der wie lat. elementum die doppelte Bedeutung von „Element“ und „Buchstabe" hat. Dieser Neologismus würde sich an lat. alimentum „Nahrung“ orientieren und darauf anspielen, modifiziert als Gedächtnisstütze für die Buchstabenfolge „L M N“; Dies würde es mit lat. alere „ernähren“ und lat. olēscere „wachsen“ verwandt machen, beide aus dem uig. *h₂el-.[2]

  1. ↑ Klaus Feldmann 2020
  2. ↑ siehe Element Hokuspokus Autor Anatoly Liberman