„Idee“ – Versionsunterschied
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*** (vgl. <abbr>lat.</abbr> ''[[vidēre]]'' ‘sehen’, s. wissen), | *** (vgl. <abbr>lat.</abbr> ''[[vidēre]]'' ‘sehen’, s. wissen), | ||
** gelangt mit der Verbreitung der Philosophie Platons, | ** gelangt mit der Verbreitung der Philosophie [[Platon|Platons]], | ||
*** in der die Ideen als die ‘unveränderlichen Urbilder der Dinge’ dargestellt werden, | *** in der die ''[[Ideen]]'' als die ‘unveränderlichen Urbilder der Dinge’ dargestellt werden, | ||
*** in die übrigen europ. Sprachen | *** in die übrigen europ. Sprachen | ||
*** und ist seit dem 17. Jh. in der eingedeutschten Form ''Idee'' ([[Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]], [[Thomasius]]) nachzuweisen (doch noch im 18. Jh. auch in <abbr>lat.</abbr> Form belegt). | *** und ist seit dem 17. Jh. in der eingedeutschten Form ''Idee'' ([[Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]], [[Thomasius]]) nachzuweisen (doch noch im 18. Jh. auch in <abbr>lat.</abbr> Form belegt). | ||
* ''Idee'' wird zum grundlegenden Allgemeinbegriff der Philosophie, | * ''Idee'' wird zum grundlegenden Allgemeinbegriff der Philosophie, | ||
** der in [[Idealismus|idealistischen Weltanschauungen]] gegenüber der Materie als primär und bestimmend aufgefaßt wird. | ** der in [[Idealismus|idealistischen Weltanschauungen]] gegenüber der Materie als [[primär]] und bestimmend aufgefaßt wird. | ||
** Daneben wandelt sich in allgemeiner Vorstellung | ** Daneben wandelt sich in allgemeiner Vorstellung | ||
*** (unter dem Einfluß von <abbr>frz.</abbr> ''idée'') | *** (unter dem Einfluß von <abbr>frz.</abbr> ''idée'') | ||
*** die Bedeutung im 17. Jh. zu ‘geistige, gedankliche Vorstellung, Gedanke, Begriff’ | *** die Bedeutung im 17. Jh. zu ‘geistige, gedankliche Vorstellung, Gedanke, Begriff’ | ||
**** (in Anlehnung an Descartes), | **** (in Anlehnung an [[René Descartes|Descartes]]), | ||
** dann auch zu | ** dann auch zu | ||
*** ‘Meinung, die man von etw. hat’ ([[Herder]]), | *** ‘Meinung, die man von etw. hat’ ([[Herder]]), | ||
*** ‘Grundgedanke einer wissenschaftlichen Arbeit, eines Kunstwerks, dichterischer Stoff, Plan’ (Goethe). | *** ‘Grundgedanke einer wissenschaftlichen Arbeit, eines Kunstwerks, dichterischer Stoff, Plan’ ([[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]). | ||
** Über diese Entwicklung wird der philosophische Terminus zugleich ein Wort der Alltagssprache | ** Über diese Entwicklung wird der philosophische Terminus zugleich ein Wort der Alltagssprache | ||
*** mit den Bedeutungen ‘Einfall, plötzliche Eingebung’ | *** mit den Bedeutungen ‘Einfall, plötzliche Eingebung’ | ||
Version vom 7. März 2024, 05:44 Uhr
ide--e f. Wrtdtng:: kleinste ureigene unteilbare einzelne Denkeinheit;
- Idee f. ‘Urbild, Gedanke, Begriff, Einfall, Kleinigkeit’.
- Grie. idéa (ἰδέα), (agrie. idéā ἰδέᾱ)
- lat. idea ‘Erscheinung, Gestalt, Beschaffenheit, Art, Form, Urbild’,
- Idee wird zum grundlegenden Allgemeinbegriff der Philosophie,
- der in idealistischen Weltanschauungen gegenüber der Materie als primär und bestimmend aufgefaßt wird.
- Daneben wandelt sich in allgemeiner Vorstellung
- (unter dem Einfluß von frz. idée)
- die Bedeutung im 17. Jh. zu ‘geistige, gedankliche Vorstellung, Gedanke, Begriff’
- (in Anlehnung an Descartes),
- dann auch zu
- Über diese Entwicklung wird der philosophische Terminus zugleich ein Wort der Alltagssprache
- mit den Bedeutungen ‘Einfall, plötzliche Eingebung’
- sowie ‘Kleinigkeit, ein wenig’ (19. Jh.),
- wohl aus Verwendungen wie ‘Andeutung einer Vorstellung’.
uhel. *widéhā, von uig. *widése, *wéydos (Wortumbildung zu eîdos, von der Ww. uig. *weyd- “sehen”.