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„Aussagen“ – Versionsunterschied

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Version vom 14. März 2024, 19:48 Uhr

Aussage-n —Nwf.

aussag-e mhdt.-dt. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.); 'was man aussagt wird zur Aussage'

  • Aussage (Logik) s. Logikaussage
  • ein nicht bewiesener sprachlich vermittelter Satzinhalt, insofern eine Vermutung, Behauptung, Annahme über ein vergangenes, gegenwärtiges Dasein, Ereigniß, Geschehen, Sachverhalt, …, sowie einer zukünftigen Möglichkeit, deren Wahrheitswert naturgemäß unbestimmt ist, zu beweisen ist, auch wenn die Aussage einen Beweis oder Wahrheitswert vermittelt;
  • Aussage als  Kurzbezeichnung für sprwsl. Aussagesatz, rechtl. Zeugenaussage; künstlerisch für Motiv, und Aussage gemäß der aristotelischen Logik.
  • Eine Aussage im Sinn der zweiwertigen aristotelischen Logik ist ein sprachliches Gebilde (Sprachakt) als Aussagesatz zusammenhängender Aussagesätze, dem ein Beweisaussagesatz folgt.
Substantiv, f
Worttrennung: Aus·sa·ge, Plural: Aus·sa·gen
Aussprache: IPA: [ˈaʊ̯sˌzaːɡə]

Singular Plural
Nominativ die Aussage die Aussagen
Genitiv der Aussage der Aussagen
Dativ der Aussage den Aussagen
Akkusativ die Aussage die Aussagen

Bedeutungen:

[1] Erklärung, Bekundung, Feststellung; etwas Gesagtes, das die eigene Meinung beziehungsweise das eigene Wissen widerspiegelt
[2] Recht: Erklärung vor Gericht
[3] inhaltliche Nachricht, zum Beispiel eines künstlerischen Werks
[4] Logik, Mathematik: Zeichenreihe, die einen Sachverhalt widerspiegelt und entweder wahr oder falsch ist

Sinnverwandte Wörter:

[1] Bekundung, Erklärung, Feststellung
[2] Beschreibung, Darstellung, Schilderung
[3] Botschaft, Mitteilung, Nachricht
[4] Zeichenreihe

Unterbegriffe:

[1] Glaubensaussage, Koalitionsaussage, Falschaussage, Kernaussage, Voraussage, Wahrscheinlichkeitsaussage, Werbeaussage
[1] wertend: Behauptung, Erfindung, Lüge, Missinterpretation, Parole, Verdrehung
[2] Zeugenaussage
[4] Allaussage, Einzelaussage, Existenzaussage, Universalaussage, Wahrscheinlichkeitsaussage

Beispiele:

[1] „Sie hat einen Gesprächsstil perfektioniert, der den Interviewer sicher mit einem guten Gefühl, aber mit so gut wie keiner klaren Aussagezurücklässt.“[1]
[1] „Symptomatisch für diese gipfelbezogene Erlebnisweise des Höhenbergsteigens ist die Motivationskurve, die sich in zahlreichen, von mir geführten Interviews sinngleich wie in den folgenden Aussagen offenbart: Wenn ich einen Gipfel erreicht habe, sinkt meine Motivation rapide ab […].“[2]
[2] Er widerrief seine Aussage.
[2] „Die Aussage von dem Fried und anschließend wahrscheinlich die Schlussplädoyers von Dr. Grüner und dem Staatsanwalt – das würde sich bestimmt bis in den Nachmittag ziehen.“[3]
[3] Ich weiß nicht, welche Aussage dieses Gemälde hat.
[3] Mit seinen Ölfässern auf dem Wasser hat Christo auch eine politische Aussage gemacht.
[4] „Aussageformen werden durch bestimmte Einsetzungen für die Variablen zu wahren oder falschen Aussagen.“[4]
[4] „Untersuchen wir eine Eigenschaft eines mathematischen Objektes oder einen Zusammenhang zwischen mathematischen Objekten, so betrachten wir einen mathematischen Sachverhalt, den wir gegebenenfalls als eine wahre Aussage formulieren können.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine kurze Aussage, eine universelle Aussage, eine verbindliche Aussage, eine wahre Aussage, eine wissenschaftliche Aussage
[1] eine Aussage bestreiten, eine Aussage einschränken, eine Aussage relativieren, eine Aussage treffen
[2] eine eidesstattliche Aussage, eine falsche Aussage, eine klare Aussage, eine umfassende Aussage (Lautsprecherbild Audio (Info)), eine unzutreffende Aussage (Lautsprecherbild Audio (Info))
[2] die Aussage widerrufen, eine Aussage zurücknehmen

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: aussagefähig, aussagekräftig
Substantive: Aussageform, Aussagesatz, Aussageverweigerung
Verben: aussagen

Aussage

Der Ausdruck Aussage ist mehrdeutig. Er bezeichnet insbesondere[1]

  • einen Satz, der typischerweise eine Aussage enthält → Aussagesatz;
  • eine Äußerung, der man einen Wahrheitswert zuordnen kann → Aussage (Logik);
  • die Äußerung, mit der eine Aussage behauptet wird → die Aussage als Sprechakt­typ;
  • die Äußerung vor einer Behörde (z. B. Polizei, Gericht) → Zeugenaussage, Aussage im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren, Aussage im Disziplinarverfahren, Aussage als Sachverständiger usw.
  • das, was ausgesagt wird → Aussageinhalt (die Proposition).

In der Ästhetik auch

  • die künstlerische Aussage; „das, was ein Werk ausdrückt“,[2] „der Ausdruck des inneren Gehalts“.[3]


Ausgelagerte Inhalte dieser Seite

Aussage als Aussagesatz

s. Aussage als Aussagesatz

Aussage als behauptende Äußerung

s. Aussage als behauptende Äußerung

Aussage als wahrheitsfähiger Sinn

s. Aussage als wahrheitsfähiger Sinn


Siehe auch

  • Interpretation, ein Verfahren, mit dem über den Aussagegehalt etwa eines Kunstwerks gesprochen wird.

== Weblinks ==

Wiktionary: Aussage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Mathe für Nicht-Freaks: Aussage – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. ↑ Nach hier Peter Hinst: Logische Propädeutik. W. Fink, München 1974, S. 21 ff.: Aussagesatz – behauptende Äußerung – Proposition; Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010: Aussage verweist praktisch nur auf Proposition und für Aussagesatz auf Deklarativsatz; nach Hoyningen-Huene: Logik, 1998, S. 32 f. sind mit dem Ausdruck Aussage mindestens 5 Bedeutungen verbunden: [1] die Äußerung der Aussage; [1.1] das Schema der Äußerung; [2] ein Urteilsakt; [2.1] das Schema des Urteilsakts; [3] der Aussagesinn.
  2. ↑ Aussage. duden.de
  3. ↑ Aussage. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 8. Oktober 2019