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„künstliche Intelligenz (KI)“ – Versionsunterschied

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Künstliche Intelligenz (KI), auch artifizielle Intelligenz (AI), englisch artificial intelligence, ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierungintelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Der Begriff ist schwierig zu definieren, da es bereits an einer genauen Definition von Intelligenz mangelt.
'''Künstliche Intelligenz''' ('''KI'''), auch '''artifizielle Intelligenz''' ('''AI'''), [https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] ''artificial intelligence,'' ist ein Teilgebiet der [https://de.wikipedia.org/wiki/Informatik Informatik], das sich mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Automatisierung Automatisierung]intelligenten Verhaltens und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelles_Lernen maschinellen Lernen] befasst. Der Begriff ist schwierig zu definieren, da es bereits an einer genauen [https://de.wikipedia.org/wiki/Definition Definition] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz Intelligenz] mangelt.<p>Versuchsweise wird Intelligenz definiert als die Eigenschaft, die ein Wesen befähigt, angemessen und vorausschauend in seiner Umgebung zu agieren. Dazu gehört die Fähigkeit, Umgebungsdaten wahrzunehmen, d.&nbsp;h. Sinneseindrücke zu haben und darauf zu reagieren, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und als Wissen zu speichern, Sprache zu verstehen und zu erzeugen, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Praktische Erfolge der KI werden schnell in die Anwendungsbereiche integriert und zählen dann nicht mehr zur KI.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
Versuchsweise wird Intelligenz definiert als die Eigenschaft, die ein Wesen befähigt, angemessen und vorausschauend in seiner Umgebung zu agieren. Dazu gehört die Fähigkeit, Umgebungsdaten wahrzunehmen, d. h. Sinneseindrücke zu haben und darauf zu reagieren, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und als Wissen zu speichern, Sprache zu verstehen und zu erzeugen, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Praktische Erfolge der KI werden schnell in die Anwendungsbereiche integriert und zählen dann nicht mehr zur KI.
== Allgemeines ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Begriffsherkunft und Definitionsversuche ===
</div><p>Der Begriff ''künstliche Intelligenz'' (im englischen Original ''artificial intelligence'') wurde 1955 geprägt von dem US-amerikanischen Informatiker [https://de.wikipedia.org/wiki/John_McCarthy John McCarthy] im Rahmen eines Förderantrags an die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rockefeller-Stiftung Rockefeller-Stiftung] für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Dartmouth_Conference Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence], einem Forschungsprojekt, bei der sich dem Sommer 1956 eine Gruppe von 10 Wissenschaftlern über ca. 8 Wochen mit der Thematik befasste.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-Spektrum_Lexikon_Neuro_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Spektrum_Lexikon_Neuro-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Es existieren zahlreiche Definitionen für den Begriff der KI. Je nach Sichtweise wird die künstliche Intelligenz in Industrie, Forschung und Politik entweder über die zu erzielenden Anwendungen oder den Blick auf die wissenschaftlichen Grundlagen definiert:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, »menschenähnliche«, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">Bitkom e. V. und Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz</span><sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></div></div><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Die künstliche Intelligenz [...] ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Erforschung von Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens befasst [...].“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Neurowissenschaften</span><sup id="cite_ref-Spektrum_Lexikon_Neuro_2-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Spektrum_Lexikon_Neuro-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></div></div><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Unter künstlicher Intelligenz (KI) verstehen wir Technologien, die menschliche Fähigkeiten im Sehen, Hören, Analysieren, Entscheiden und Handeln ergänzen und stärken.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">Microsoft Corp.</span><sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></div></div><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">Europäisches Parlament (Webseite)</span><sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-5 <span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></div></div><p>Die Definitionen für künstliche Intelligenz lassen sich nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Stuart_J._Russell Stuart J. Russell] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Norvig Peter Norvig] in vier Kategorien einteilen:<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-6 <span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
*Nachbildung von menschlichem Denken
*Nachbildung von rationalem Denken
*Nachbildung von menschlichem Verhalten
*Nachbildung von rationalem Verhalten
<div class="mw-heading mw-heading4">
==== EU-rechtliche Definition ====
</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_k%C3%BCnstliche_Intelligenz KI-Verordnung] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union EU] definiert in Artikel 3 (Begriffsbestimmungen) ein „KI-System“ wie folgt:</p><blockquote><p>''Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck [...] „KI-System“ ein maschinengestütztes System, das für einen in unterschiedlichem Grade autonomen Betrieb ausgelegt ist und das nach seiner Betriebsaufnahme anpassungsfähig sein kann und das aus den erhaltenen Eingaben für explizite oder implizite Ziele ableitet, wie Ausgaben wie etwa Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erstellt werden, die physische oder virtuelle Umgebungen beeinflussen können''<sup id="cite_ref-:2_7-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:2-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p></blockquote><p>Diese Definition wird im Erwägungsgrund 12 etwas allgemeinverständlicher eingeordnet.<sup id="cite_ref-:2_7-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:2-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading5">
===== Alltagstaugliche Definitionen =====
</div><p>Um ein System im Alltag konkret als „KI“ oder „nicht KI“ einordnen zu können, ist in vielen Unternehmen eine Annäherung über möglichst konkrete und verständliche Kriterien notwendig. Diese werden z.&nbsp;B. von IT- und Compliance-Stakeholdern erarbeitet, stehen im Kontext vorhandener Informationssicherheits, Compliance- und/oder Risiko[https://de.wikipedia.org/wiki/Managementsystem management-Systeme] und orientieren sich - Stand Dezember 2024 - beispielsweise an folgenden Definitionen:</p>
*Ein System wird als 'KI-System' eingestuft, wenn es mindestens eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Softwarekomponente Komponente] enthält, deren Ausgaben auf Verarbeitungs- bzw. Entscheidungsmustern beruhen, die sie zuvor in einer Lernphase auf Basis großer Datenmengen selbst generiert hat.
*Ebenfalls als eindeutiges Merkmal gilt, dass die Ausgabe eines KI-Systems zu einer spezifischen Eingabe nicht alleine über [https://de.wikipedia.org/wiki/Programmierung Programmierung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Konfiguration_(Computer) Konfiguration] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Parameter_(Informatik) Parametrisierung] vorhergesagt werden kann, sondern bestenfalls auf Basis der Daten, mit denen das System angelernt wurde. Hier liegt ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Risikomanagement risikobasierter] Ansatz zugrunde, da die KI-Komponente als [https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Box_(Systemtheorie) Black Box] eingestuft wird, deren innere Funktionsweise nicht transparent ist. (Vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Black-Box-Test Black-Box-Test])
<p>Diese Annäherungen können sowohl auf generative als auch auf prädiktive KI angewendet werden.</p><p>Ein Non-KI-System, in dessen Algorithmen ein zuvor woanders erlerntes KI-Verarbeitungsmuster integriert ist, wird aufgrund der Risiken, die sich aus der o.&nbsp;g. Intransparenz ergeben, derzeit meist ebenfalls als KI-System eingeordnet. Dies betrifft beispielsweise die Mehrfachverwendung eines allgemeinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model LLM]-Modells in unterschiedlichen fachlichen Kontexten. (Stand Dezember 2024)</p><p>Der Vorteil der vorgenannten Annäherungen liegt darin, dass sie die Unschärfen des „Intelligenz“-Begriffs sowie Interpretationsspielräume der o.&nbsp;g. EU-Verordnung vermeiden, indem ausschließlich bekannte technische Aspekte der in Frage kommenden Systeme zugrunde gelegt werden: Für jeden [https://de.wikipedia.org/wiki/Quelltext Quellcode] ([https://de.wikipedia.org/wiki/White-Box-Test White Box]) kann eine eindeutige Aussage abgeleitet werden, ob eine Lernfähigkeit (z.&nbsp;B. nach Art der unten aufgeführten Methoden) eingebaut ist oder nicht. Ist der Quellcode nicht einsehbar, kann der Hersteller/Programmierer konsultiert werden.</p><p>Unterscheidungsbeispiel:</p>
*Ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Navigationssystem Navigationssystem] ist ein KI-System, wenn es anhand von Daten zu einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Teilmenge Teilmenge] aller möglichen Fahrten „angelernt“ wurde, für ''jede'' mögliche Fahrt die schnellste Route zu finden.
*Ein Navigationssystem ist kein KI-System, wenn es die schnellste Route aufgrund unveränderlicher*, mindestens dem Hersteller/Programmierer bekannter Algorithmen und einer zuvor nach ebenso bekannten Regeln optimierten, unveränderlichen* Datenbank ermittelt. (*unveränderlich mit Ausnahme herkömmlicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Softwareaktualisierung Updates], z.&nbsp;B. für Sicherheit, Effizienzverbesserungen, neue Funktionen und Kartenaktualisierungen)
<p>Im vorgenannten Beispiel liegt der Fokus auf der Routenfindung. Eine ggf. vorgeschaltete Sprachsteuerung wäre separat zu betrachten.</p><div class="mw-heading mw-heading4">
==== Metaphorik ====
</div><p>Der Diskurs über KI ist stark von einer metaphorischen Sprache geprägt<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-8 <span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-9 <span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-10 <span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>. Begriffe wie ''künstliche Intelligenz'' und ''maschinelles Lernen'' sind selbst [https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropomorphismus anthropomorphe] [https://de.wikipedia.org/wiki/Metapher Metaphern], die auf die menschliche Kognition anspielen.</p><p>Eine weitere gängige Metapher ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Box_(Systemtheorie) Black Box], die die Intransparenz vieler KI-Systeme beschreibt<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-11 <span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>. Im wissenschaftlichen Diskurs werden große Sprachmodelle auch als ''stochastische Papageien'' bezeichnet, um darauf hinzuweisen, dass sie Texte erzeugen, ohne den Inhalt wirklich zu verstehen<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-12 <span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>. Der Autor Ted Chiang vergleicht [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachmodell große Sprachmodelle] mit einem unscharfen [https://de.wikipedia.org/wiki/JPEG JPEG] aus dem Netz, um Kompressionsmechanismen zu veranschaulichen<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-13 <span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>.</p><p>Anthropomorphe Metaphern sind umstritten, da sie ein übertriebenes oder verzerrtes Bild von KI-Systemen vermitteln können.<sup id="cite_ref-14" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-14 <span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-15" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-15 <span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Alternativ diskutieren Forscher und Journalisten Metaphern wie KI als Werkzeuge<sup id="cite_ref-16" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-16 <span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>, [https://global.oup.com/academic/product/the-ai-mirror-9780197759066?cc=us&lang=en& Spiegel], Tiere, Organismen oder Naturphänomene<sup id="cite_ref-17" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-17 <span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> ([https://en.wikipedia.org/wiki/AI_slop siehe auch AI Slop]). Die Wahl einer Metapher beeinflusst nicht nur das öffentliche Verständnis von KI<sup id="cite_ref-18" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-18 <span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>, sondern spielt auch eine Rolle in der Gesetzgebung<sup id="cite_ref-19" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-19 <span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>, Regulierung<sup id="cite_ref-20" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-20 <span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> und wissenschaftlichen Forschung<sup id="cite_ref-21" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-21 <span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Starke und schwache KI ===
</div><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Belege_fehlen hatnote"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege ]</div><div><div>Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege Belegen] (beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:Einzelnachweise Einzelnachweisen]) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.</div></div></div><p>Starke KI wären [https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitives_System kognitive Systeme], die auf Augenhöhe mit Menschen die [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_(Philosophie)#Aufhebung_des_Arbeitsbegriffs_seit_Mitte_des_20._Jahrhunderts Arbeit] zur Erledigung schwieriger Aufgaben übernehmen können. Demgegenüber geht es bei ''schwacher KI'' darum, konkrete Anwendungsprobleme zu meistern. Das menschliche Denken und technische Anwendungen sollen hier in Einzelbereichen unterstützt werden.<sup id="cite_ref-Nilsson-2009_22-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Nilsson-2009-22 <span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Fähigkeit zu lernen ist eine Hauptanforderung an KI-Systeme und muss ein integraler Bestandteil sein, der ''nicht erst nachträglich''hinzugefügt werden darf. Ein zweites Hauptkriterium ist die Fähigkeit eines KI-Systems, mit Unsicherheiten und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeiten] (sowie mit ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Probabilismus probabilistischen]Informationen'') umzugehen.<sup id="cite_ref-:0_23-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:0-23 <span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Insbesondere sind solche Anwendungen von Interesse, zu deren Lösung nach allgemeinem Verständnis eine Form von „Intelligenz“ notwendig zu sein scheint. Letztlich geht es der schwachen KI somit um die Simulation intelligenten Verhaltens mit Mitteln der Mathematik und der Informatik, es geht ihr nicht um Schaffung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein Bewusstsein] oder um ein tieferes Verständnis von Intelligenz. Während die Schaffung starker KI an ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie philosophischen] Fragestellung bis heute scheiterte, sind auf der Seite der ''schwachen KI'' in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt worden.</p><p>Ein starkes KI-System muss nicht viel mit dem Menschen gemeinsam haben. Es wird wahrscheinlich eine andersartige kognitive Architektur aufweisen und auch in seinen Entwicklungsstadien nicht mit den evolutionären kognitiven Stadien des menschlichen Denkens vergleichbar sein ([https://de.wikipedia.org/wiki/Evolution_des_Denkens Evolution des Denkens]). Vor allem ist nicht anzunehmen, dass eine künstliche Intelligenz Gefühle wie Liebe, Hass, Angst oder Freude besitzt.<sup id="cite_ref-:1_24-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:1-24 <span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Forschungsgebiete ===
</div><p>Neben den Forschungsergebnissen der Kerninformatik selbst sind in die Erforschung der KI Ergebnisse der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie Psychologie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurologie Neurologie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurowissenschaften Neurowissenschaften], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik Mathematik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunikationswissenschaft Kommunikationswissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Linguistik Linguistik] eingeflossen. Umgekehrt nahm die Erforschung der KI auch ihrerseits Einfluss auf andere Gebiete, vor allem auf die Neurowissenschaften. Dies zeigt sich in der Ausbildung des Bereichs der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuroinformatik Neuroinformatik], der der biologieorientierten Informatik zugeordnet ist, sowie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Computational_Neuroscience Computational Neuroscience].</p><p>Bei [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_neuronales_Netz künstlichen neuronalen Netzen] handelt es sich um Techniken, die ab Mitte des 20.&nbsp;Jahrhunderts entwickelt wurden und auf der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurophysiologie Neurophysiologie] aufbauen.</p><p>KI stellt somit kein geschlossenes Forschungsgebiet dar. Vielmehr werden Techniken aus verschiedenen Disziplinen verwendet, ohne dass diese eine Verbindung miteinander haben müssen.</p><p>Eine wichtige Tagung ist die [https://de.wikipedia.org/wiki/International_Joint_Conference_on_Artificial_Intelligence International Joint Conference on Artificial Intelligence] (IJCAI), die seit 1969 stattfindet.</p><p>Seit der Begriffsprägung im Jahre 1955 hat sich eine Reihe relativ selbständiger Teildisziplinen herausgebildet:</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Mustererkennung Mustererkennung], wozu auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Spracherkennung Spracherkennung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Handschrifterkennung Handschrifterkennung] zählen;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Wissensmodellierung Wissensmodellierung] einschließlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Logische_Programmierung Logischer Programmierung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Inferenzmaschine Inferenzmaschinen];
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Expertensystem Expertensysteme], [https://de.wikipedia.org/wiki/Frage-Antwort-System Frage-Antwort-Systeme] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Chatbot Chatbots];
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelles_Lernen Maschinelles Lernen];
*[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_neuronales_Netz Künstliche neuronale Netze] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Learning Deep Learning];
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Computer_Vision Computer Vision];
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Robotik Robotik];
*und [https://de.wikipedia.org/wiki/General_Game_Playing Universelle Spieleprogramme].
<p>Zur Forschungsrichtung [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_Leben künstliches Leben] bestehen enge Beziehungen. Das Fernziel der KI ist die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Artificial_General_Intelligence starke KI oder künstliche allgemeine Intelligenz] bezeichnete Fähigkeit eines intelligenten Agenten, jede intellektuelle Aufgabe zu verstehen oder zu erlernen, die der Mensch oder ein anderes Lebewesen bewältigen kann.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Geschichte ==
</div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→&nbsp;</span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_k%C3%BCnstlichen_Intelligenz Geschichte der künstlichen Intelligenz]''</div><div class="mw-heading mw-heading2">
== Teilgebiete ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Wissensbasierte Systeme ===
</div><p>Wissensbasierte Systeme modellieren eine Form rationaler Intelligenz für sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Expertensystem Expertensysteme]. Diese sind in der Lage, auf eine Frage des Anwenders auf Grundlage formalisierten Fachwissens und daraus gezogener [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#Logisches_Schlie%C3%9Fen logischer Schlüsse] Antworten zu liefern. Beispielhafte Anwendungen finden sich in der Diagnose von Krankheiten oder der Suche und Beseitigung von Fehlern in technischen Systemen.</p><p>Beispiele für wissensbasierte Systeme sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Cyc Cyc] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Watson_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz) Watson].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Musteranalyse und Mustererkennung ===
</div><p>''Visuelle Intelligenz'' ermöglicht es, Bilder bzw. Formen zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Mustererkennung erkennen] und zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Musteranalyse analysieren]. Als Anwendungsbeispiele seien hier [https://de.wikipedia.org/wiki/Handschrifterkennung Handschrifterkennung], Identifikation von Personen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesichtserkennung Gesichtserkennung], Abgleich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Fingerabdruck Fingerabdrücke] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Iris_(Auge) Iris], industrielle Qualitätskontrolle und Fertigungsautomation (letzteres in Kombination mit Erkenntnissen der Robotik) genannt.</p><p>Mittels ''sprachlicher Intelligenz'' ist es beispielsweise möglich, einen geschriebenen Text in gesprochene Sprache umzuwandeln ([https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachsynthese Sprachsynthese]) und umgekehrt einen gesprochenen Text zu verschriftlichen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Spracherkennung Spracherkennung]). Diese automatische Sprachverarbeitung kann erweitert werden, so dass etwa durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Latent_Semantic_Analysis latente semantische Analyse] (kurz ''LSI'') Wörtern und Texten Bedeutung beigemessen werden kann.</p><p>Beispiele für Systeme zur Mustererkennung sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Brain Google Brain] und ''Microsoft Adam.''<sup id="cite_ref-25" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-25 <span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Mustervorhersage ===
</div><p>Die Mustervorhersage ist eine Erweiterung der Mustererkennung. Sie stellt die Grundlage des von [https://de.wikipedia.org/wiki/Jeff_Hawkins Jeff Hawkins] definierten [https://de.wikipedia.org/wiki/Hierarchischer_Temporalspeicher hierarchischen Temporalspeichers] dar.</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote lang="en"><p>“Prediction is not just one of the things your brain does. It is the primary function of the neocortex, and the foundation of intelligence.”</p></blockquote><blockquote lang="de-Latn"><p>„[https://de.wikipedia.org/wiki/Vorhersage Vorhersage] ist nicht einfach nur eines der Dinge, die dein [https://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn Gehirn] tut. Sie ist die Hauptfunktion des [https://de.wikipedia.org/wiki/Neocortex Neocortex] und das Fundament der Intelligenz.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">[https://de.wikipedia.org/wiki/Jeff_Hawkins Jeff Hawkins]</span>: <cite>On Intelligence</cite><sup id="cite_ref-26" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-26 <span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></div></div><p>Solche Systeme haben den Vorteil, dass sie z. B. nicht nur ein bestimmtes Objekt in einem Einzelbild erkennen (Mustererkennung), sondern aus einer Serie von Bildern vorhersagen können, wo sich das Objekt als Nächstes befinden wird.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Robotik ===
</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Robotik Robotik] beschäftigt sich mit manipulativer Intelligenz. Mit Hilfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Roboter Robotern] können unter anderem gefährliche Tätigkeiten wie etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Minensuche Minensuche] oder auch immer gleiche Manipulationen, wie sie beim Schweißen oder Lackieren auftreten können, automatisiert werden.</p><p>Der Grundgedanke ist es, Systeme zu schaffen, die intelligente Verhaltensweisen von Lebewesen nachvollziehen können. Beispiele für derartige Roboter sind [https://de.wikipedia.org/wiki/ASIMO ASIMO]und [https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_(Roboter) Atlas].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Künstliches Leben ===
</div><p>KI überlappt sich mit der Disziplin [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_Leben künstliches Leben] (''Artificial life,'' AL),<sup id="cite_ref-27" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-27 <span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> und wird als übergeordnete oder auch als eine Subdisziplin gesehen.<sup id="cite_ref-28" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-28 <span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> AL muss deren Erkenntnisse integrieren, da [https://de.wikipedia.org/wiki/Kognition Kognition] eine Kerneigenschaft von natürlichem Leben ist, nicht nur des Menschen.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== AI-Alignment ===
</div><p>Das junge Forschungsfeld der [https://de.wikipedia.org/wiki/AI-Alignment AI-Alignment] (zu deutsch KI-Ausrichtung) beschäftigt sich mit der Ausrichtung von KI nach menschlichen Werten und Normen. Unabhängig von der Frage, ob die jeweilige KI über eine Form von Bewusstsein verfügt, verhält sich jede KI entsprechend ihrem Training. Unter anderem durch Fehler oder Lücken im Training kann einer KI leicht Verhalten antrainiert werden, das nicht mit menschlichen Werten vereinbar ist.<sup id="cite_ref-:0_23-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:0-23 <span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Forschung versucht herauszufinden, wie und ob ethisches Verhalten in KI sichergestellt werden kann, um Probleme wie im Einsatz von KI in Krankenhäusern und Gerichtssälen zu verhindern, aber auch, um die Risiken durch weit fortgeschrittene KI wie im Falle von [https://de.wikipedia.org/wiki/Technologische_Singularit%C3%A4t Technologischer Singularität], zu minimieren.<sup id="cite_ref-:1_24-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-:1-24 <span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Methoden ==
</div><p>Die Methoden der KI lassen sich grob in zwei Dimensionen einordnen: symbolische vs. neuronale KI und Simulationsmethode vs. phänomenologische Methode. Die Zusammenhänge veranschaulicht die folgende Grafik:</p>
{| class="wikitable centered"
|-
| <span class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:K%C3%BCnstliche_Intelligenz_-_Ans%C3%A4tze.svg ]</span>
|}
<p>Die Neuronale KI verfolgt einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bottom-up Bottom-up]-Ansatz und möchte das menschliche Gehirn möglichst präzise nachbilden. Die symbolische KI verfolgt umgekehrt einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Top-down Top-down]-Ansatz und nähert sich den Intelligenzleistungen von einer begrifflichen Ebene her. Die Simulationsmethode orientiert sich so nah wie möglich an den tatsächlichen kognitiven Prozessen des Menschen. Dagegen kommt es dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie phänomenologischen] Ansatz nur auf das Ergebnis an.</p><p>Viele ältere Methoden, die in der KI entwickelt wurden, basieren auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Heuristik heuristischen] Lösungsverfahren. In jüngerer Zeit spielen mathematisch fundierte Ansätze aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Statistik Statistik], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Optimierung_(Mathematik) mathematischen Programmierung] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Approximationstheorie Approximationstheorie] eine bedeutende Rolle.</p><p>Die konkreten Techniken der KI lassen sich grob in Gruppen einteilen:</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Suchen ===
</div><p>Die KI beschäftigt sich häufig mit Problemen, bei denen nach bestimmten Lösungen gesucht wird. Verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Suchalgorithmus Suchalgorithmen] werden dabei eingesetzt. Ein Paradebeispiel für die Suche ist der Vorgang der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pathfinding Wegfindung], der in vielen Computerspielen eine zentrale Rolle einnimmt und auf Suchalgorithmen wie dem [https://de.wikipedia.org/wiki/A*-Algorithmus A*-Algorithmus] basiert.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Planen ===
</div><p>Neben dem Suchen von Lösungen stellt das Planen einen wichtigen Aspekt der KI dar. Der Vorgang des Planens unterteilt sich dabei in zwei Phasen:</p>
#Die ''Zielformulierung'': Ausgehend vom momentanen Umgebungs- bzw. Weltzustand wird ein Ziel definiert. Ein Ziel ist hierbei eine ''Menge von Weltzuständen,''bei der ein bestimmtes Zielprädikat erfüllt ist.
#Die ''Problemformulierung'': Nachdem bekannt ist, welche Ziele angestrebt werden sollen, wird in der Problemformulierung festgelegt, welche Aktionen und Weltzustände betrachtet werden sollen. Es existieren hierbei verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Problemtyp Problemtypen].
<p>Planungssysteme planen und erstellen aus solchen Problembeschreibungen Aktionsfolgen, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Software-Agent Agentensysteme] ausführen können, um ihre Ziele zu erreichen.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Optimierungsmethoden ===
</div><p>Oft führen Aufgabenstellungen der KI zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Optimierungsproblem Optimierungsproblemen]. Diese werden je nach Struktur entweder mit Suchalgorithmen aus der Informatik oder, zunehmend, mit Mitteln der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Optimierung mathematischen Optimierung] gelöst. Bekannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Heuristik heuristische] Suchverfahren aus dem Kontext der KI sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Evolution%C3%A4rer_Algorithmus evolutionäre Algorithmen].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Logisches Schließen ===
</div><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Belege_fehlen hatnote"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege ]</div><div><div>Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege Belegen] (beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:Einzelnachweise Einzelnachweisen]) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.</div></div></div><p>Eine Fragestellung der KI ist die Erstellung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissensrepr%C3%A4sentation Wissensrepräsentationen], die dann für automatisches [https://de.wikipedia.org/wiki/Logisches_Schlie%C3%9Fen logisches Schließen] benutzt werden können. Menschliches [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissen Wissen] wird dabei – soweit möglich – formalisiert, um es in eine maschinenlesbare Form zu bringen. Diesem Ziel haben sich die Entwickler diverser [https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie_(Informatik) Ontologien]verschrieben.</p><p>Schon früh beschäftigte sich die KI damit, automatische [https://de.wikipedia.org/wiki/Beweis_(Mathematik) Beweissysteme] zu konstruieren, die Mathematikern und Informatikern beim Beweisen von Sätzen und beim Programmieren ([https://de.wikipedia.org/wiki/Logikprogrammierung Logikprogrammierung]) behilflich wären. Zwei Schwierigkeiten zeichneten sich ab:</p>
#Formuliert man Sätze in den natürlicher Sprache nahen, relativ bequemen Beschreibungssprachen, werden die entstehenden Suchprobleme allzu aufwändig. In der Praxis mussten Kompromisse geschlossen werden, bei denen die Beschreibungssprache für den Benutzer etwas umständlicher, die zugehörigen Optimierungsprobleme für den Rechner dafür jedoch einfacher zu handhaben waren ([https://de.wikipedia.org/wiki/Prolog_(Programmiersprache) Prolog], [https://de.wikipedia.org/wiki/Expertensystem Expertensysteme]).
#Selbst mächtige Beschreibungssprachen werden unhandlich, wenn man versucht, unsicheres oder unvollständiges Wissen zu formulieren. Für praktische Probleme kann dies eine ernste Einschränkung sein. Die aktuelle Forschung untersucht daher Systeme, die die Regeln der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeitsrechnung Wahrscheinlichkeitsrechnung]anwenden, um Unwissen und Unsicherheit explizit zu modellieren. Algorithmisch unterscheiden sich diese Methoden von den älteren Verfahren: neben [https://de.wikipedia.org/wiki/Symbol Symbolen] werden auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeitsverteilung Wahrscheinlichkeitsverteilungen] manipuliert.
<p>Eine andere Form des logischen Schließens stellt die Induktion dar ([https://de.wikipedia.org/wiki/Induktionsschluss Induktionsschluss], [https://de.wikipedia.org/wiki/Induktionslogik Induktionslogik]), in der Beispiele zu Regeln verallgemeinert werden ([https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelles_Lernen maschinelles Lernen]). Auch hier spielen Art und Mächtigkeit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wissensrepr%C3%A4sentation Wissensrepräsentation] eine wichtige Rolle. Man unterscheidet zwischen symbolischen Systemen, in denen das Wissen – sowohl die Beispiele als auch die induzierten Regeln – explizit repräsentiert ist, und subsymbolischen Systemen wie neuronalen Netzen, denen zwar ein berechenbares Verhalten „antrainiert“ wird, die jedoch keinen Einblick in die erlernten Lösungswege erlauben.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Approximationsmethoden ===
</div><p>In vielen Anwendungen geht es darum, aus einer Menge von Daten eine allgemeine Regel abzuleiten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelles_Lernen maschinelles Lernen]). Mathematisch führt dies zu einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Approximation Approximationsproblem]. Im Kontext der KI wurden hierzu unter anderem künstliche neuronale Netze vorgeschlagen, die als universale Funktionsapproximatoren eingesetzt werden können, jedoch insbesondere bei vielen verdeckten Schichten schwer zu analysieren sind. Manchmal verwendet man deshalb alternative Verfahren, die mathematisch einfacher zu analysieren sind.</p><p>'''Künstliches Neuronales Netz'''</p><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→&nbsp;</span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_neuronales_Netz Künstliches neuronales Netz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Learning Deep Learning]''</div><p>Große Fortschritte erzielt die künstliche Intelligenz in jüngster Zeit im Bereich künstlicher neuronaler Netze, auch unter dem Begriff Deep Learning bekannt. Dabei werden neuronale Netze, die grob von der Struktur des Gehirns inspiriert sind, künstlich auf dem Computer simuliert. Viele der jüngsten Erfolge wie bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Handschrifterkennung Handschrifterkennung], Spracherkennung, [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesichtserkennung Gesichtserkennung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Fahren autonomem Fahren], [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelle_%C3%9Cbersetzung maschineller Übersetzung] und auch der Erfolg von [https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaGo AlphaGo] beruhen auf dieser Technik.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Anwendungen ==
</div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→&nbsp;</span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Anwendungen_k%C3%BCnstlicher_Intelligenz Anwendungen künstlicher Intelligenz]''</div><p>Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Verwendungen in Forschung und Wirtschaft.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Turing-Test ==
</div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→&nbsp;</span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Test Turing-Test]''</div><p>Um ein Kriterium zu haben, wann eine Maschine eine dem Menschen gleichwertige [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz Intelligenz] simuliert, wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing Alan Turing] der nach ihm benannte Turing-Test vorgeschlagen. Dabei stellt ein Mensch per Terminal beliebige Fragen an einen anderen Menschen bzw. eine KI, ohne dabei zu wissen, wer jeweils antwortet. Der Fragesteller muss danach entscheiden, ob es sich beim Interviewpartner um eine Maschine oder einen Menschen handelte. Ist die Maschine nicht von einem Menschen zu unterscheiden, so ist sie laut Turing intelligent.<sup id="cite_ref-29" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-29 <span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Bisher konnte keine Maschine den Turing-Test zweifelsfrei bestehen. Seit 1991 existiert der [https://de.wikipedia.org/wiki/Loebner-Preis Loebner-Preis] für den Turing-Test.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Technologische Singularität ==
</div><div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→&nbsp;</span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Technologische_Singularit%C3%A4t Technologische Singularität]''</div><p>Grob wird unter der technologischen Singularität der hypothetische Zeitpunkt verstanden, an dem künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz übertrifft. Ab diesem Zeitpunkt wird die weitere technologische Entwicklung hauptsächlich von KI vorangetrieben und nicht mehr vom Menschen.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Bewusstsein bei künstlicher Intelligenz ==
</div><p>In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein#Neurowissenschaften Neurowissenschaften] ist es eine Grundannahme, dass [https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein Bewusstseinsprozesse] mit neuronalen Prozessen des Gehirns korrelieren (siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuronales_Korrelat_des_Bewusstseins Neuronales Korrelat des Bewusstseins]). Nach [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schmidhuber Jürgen Schmidhuber] ist das Bewusstsein nur ein Nebenprodukt des Problemlösens des Gehirns. So sei auch bei künstlichen Problemlösern (z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomer_mobiler_Roboter autonomen mobilen Robotern]) von Vorteil, wenn diese sich ihrer selbst und ihrer Umgebung „bewusst“ seien. Schmidhuber bezieht sich bei „Bewusstsein“ im Kontext autonomer Roboter auf ein digitales Weltmodell inklusive des Systems selbst, nicht jedoch auf das [https://de.wikipedia.org/wiki/Erleben Erleben] von Zuständen. Ein Weltmodell könnte im Kontext von [https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4rkendes_Lernen Reinforcement Learning] dadurch erlernt werden, dass Aktionen belohnt werden, die das Weltmodell erweitern.<sup id="cite_ref-30" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-30 <span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Angrenzende Wissenschaften ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Sprachwissenschaft ===
</div><p>Die Interpretation menschlicher Sprache durch Maschinen besitzt bei der KI-Forschung eine entscheidende Rolle. So ergeben sich etwaige Ergebnisse des [https://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Test Turing-Tests] vor allem in Dialogsituationen, die bewältigt werden müssen.</p><p>Die Sprachwissenschaft liefert mit ihren [https://de.wikipedia.org/wiki/Syntaxtheorie Grammatikmodellen] und psycholinguistischen Semantikmodellen wie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Semantik#Merkmalssemantik Merkmals-] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Prototypensemantik Prototypensemantik] Grundlagen für das maschinelle „Verstehen“ komplexer natürlichsprachlicher Phrasen. Zentral ist die Frage, wie Sprachzeichen eine tatsächliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedeutung Bedeutung] für eine künstliche Intelligenz haben können.<sup id="cite_ref-31" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-31 <span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Chinese_Room Chinese-Room]-Argument des Philosophen [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Searle John Searle] sollte indes zeigen, dass es selbst dann möglich wäre, den [https://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Test Turing-Test] zu bestehen, wenn den verwendeten Sprachzeichen dabei keinerlei Bedeutung beigemessen wird. Insbesondere Ergebnisse aus dem Bereich [https://de.wikipedia.org/wiki/Embodiment Embodiment] betonen zudem die Relevanz von solchen Erfahrungen, die auf der Verkörperung eines Agenten beruhen sowie dessen Einbindung in eine sinnvolle Umgebung für jede Form von Kognition, also auch zur Konstruktion von Bedeutung durch eine Intelligenz.</p><p>Eine Schnittstelle zwischen der Linguistik und der Informatik bildet die [https://de.wikipedia.org/wiki/Computerlinguistik Computerlinguistik], die sich unter anderem mit maschineller Sprachverarbeitung und künstlicher Intelligenz beschäftigt.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Psychologie ===
</div><p>Die Psychologie beschäftigt sich unter anderem mit dem Begriff [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz Intelligenz].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Psychotherapie ===
</div><p>In der Psychotherapieforschung existieren seit geraumer Zeit experimentelle Anwendungen der künstlichen Intelligenz, um Defizite und Engpässe in der psychotherapeutischen Versorgung zu überbrücken und Kosten zu sparen.<sup id="cite_ref-32" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-32 <span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Philosophie ===
</div><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie philosophischen] Aspekte der KI-Problematik gehören zu den weitreichendsten der gesamten Informatik.</p><p>Die Antworten, die auf die zentralen Fragen dieses Bereiches gegeben werden, reichen weit in [https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie ontologische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie erkenntnistheoretische] Themen hinein, die das Denken des Menschen schon seit den Anfängen der Philosophie beschäftigen. Wer solche Antworten gibt, muss die Konsequenzen daraus auch für den Menschen und sich selbst ziehen. Nicht selten möchte man umgekehrt vorgehen und die Antworten, die man vor der Entwicklung künstlicher Intelligenz gefunden hat, auf diese übertragen. Doch wie sich zeigte, hat die künstliche Intelligenz zahlreiche Forscher dazu veranlasst, Probleme wie das Verhältnis zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Materie_(Philosophie) Materie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Geist Geist], die Ursprünge des Bewusstseins, die Grenzen der Erkenntnis, das Problem der [https://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz Emergenz], die Möglichkeit außermenschlicher Intelligenz usw. in einem neuen Licht zu betrachten und zum Teil neu zu bewerten.</p><p>Eine dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysischen] bzw. auch idealistischen Denken verpflichtete Sichtweise hält es (im Sinn einer schwachen KI) für unmöglich, dass Maschinen jemals mehr als nur simuliertes Bewusstsein mit wirklicher Erkenntnis und Freiheit besitzen könnten. Aus ontologischer Sicht kritisiert der amerikanische Philosoph [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Dreyfus Hubert Dreyfus]die Auffassung der starken KI. Aufbauend auf der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger Martin Heidegger] in dessen Werk [https://de.wikipedia.org/wiki/Sein_und_Zeit Sein und Zeit] entwickelten Ontologie der „Weltlichkeit der Welt“ versucht Dreyfus zu zeigen, dass hinter das Phänomen der Welt als sinnhafte Bedeutungsganzheit nicht zurückgegangen werden kann: Sinn, d.&nbsp;h. Beziehungen der Dinge in der Welt aufeinander, sei ein Emergenzphänomen, denn es gibt nicht „etwas Sinn“ und dann „mehr Sinn“. Damit erweist sich jedoch auch die Aufgabe, die sinnhaften Beziehungen zwischen den Dingen der Welt in einen Computer einzuprogrammieren, als eigentlich unmögliches bzw. unendliches Vorhaben. Dies deshalb, weil Sinn nicht durch Addition von zunächst sinnlosen Elementen hergestellt werden kann.<sup id="cite_ref-33" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-33 <span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Eine evolutionär-progressive Denkrichtung sieht es hingegen (im Sinn einer starken KI) als möglich an, dass Systeme der künstlichen Intelligenz einmal den Menschen in dem übertreffen könnten, was derzeit noch als spezifisch menschlich gilt. Dies birgt zum einen die Gefahr, dass solche KI-Maschinen sich gegen die Interessen der Menschen wenden könnten. Andererseits birgt diese Technologie die Chance, Probleme zu lösen, deren Lösung dem Menschen wegen seiner limitierten Kapazitäten schwerfällt (siehe auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Technologische_Singularit%C3%A4t technologische Singularität]).</p><p>Weitere Anknüpfungspunkte lassen sich in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Philosophie analytischen Philosophie] finden.</p><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik_der_K%C3%BCnstlichen_Intelligenz Ethik der Künstlichen Intelligenz] erforscht ethische Normen für Entwurf, Herstellung, Testung, Zertifizierung und den Einsatz künstlich intelligenter Systeme und fragt nach Prinzipien für das ethische Verhalten von KI-Systemen. Intensiv untersuchte Themen sind dabei ethische Fragen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Fahren Autonomen Fahrens] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lethal_Autonomous_Weapon_System Autonomer Waffensysteme] sowie die Probleme und Realisierungsmöglichkeiten künstlicher moralischer Agenten.<sup id="cite_ref-34" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-34 <span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-35" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-35 <span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsphilosophie Rechtsphilosophie] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Roboterethik Roboterethik] gehen der Frage nach, ob eine KI für ihr gesetzwidriges Handeln oder Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann (z.&nbsp;B. bei einem Autounfall durch ein autonomes Fahrzeug) und wer dafür haftet.<sup id="cite_ref-36" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-36 <span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der russisch-amerikanische Biochemiker und Sachbuchautor [https://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Asimov Isaac Asimov] beschreibt in seinen drei [https://de.wikipedia.org/wiki/Robotergesetze Robotergesetzen] die Voraussetzungen für ein friedliches und unterstützendes Zusammenleben zwischen KI und Mensch. Diese Gesetze wurden später von anderen Autoren erweitert.</p><p>Bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx Karl Marx] finden sich im sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfragment Maschinenfragment], einem Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrisse_der_Kritik_der_politischen_%C3%96konomie Grundrisse (1857–58)], Überlegungen zur Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen, die sich auch auf Maschinen mit Künstlicher Intelligenz anwenden lassen.<sup id="cite_ref-37" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-37 <span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Menschenrechte ===
</div><p>Zu den zentralen Fragen beim KI-Einsatz gehören die Aufteilung rechtlicher Verpflichtungen zwischen Staaten und Unternehmen sowie die Implikationen der Menschenrechte im Hinblick auf den Einsatz von KI in bestimmten Anwendungsbereichen, z.&nbsp;B. bei der Gesichtserkennung oder Erleichterung der Entscheidungsfindung von Gerichten. Auch wird das Ausmaß der technologischen Zusammenarbeit im Bereich der KI mit Staaten, die sich nicht an menschenrechtliche Grundstandards halten, aus wirtschaftsethischer und völkerrechtlicher Perspektive diskutiert.<sup id="cite_ref-38" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-38 <span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-39" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-39 <span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Klimatologie und Ökologie ===
</div><p>Der exponentiell zunehmende massiv ansteigende Energieverbrauch durch KI und der damit verbundene erhöhte Ausstoß des klimaaktiven Gases Kohlendioxid wirft grundlegende Fragen auf, wie sich die neue Technologie auf den menschengemachten Klimawandel auswirken wird. Auch der enorme Wasserverbrauch zur Kühlung der Rechenzentren wird seit einiger Zeit genauer untersucht.</p><p>Im Januar 2024 veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) die Publikation „Electricity 2024, Analysis and Forecast to 2026“, eine Prognose zum Stromverbrauch.<sup id="cite_ref-40" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-40 <span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Dies ist der erste IEA-Bericht, der Prognosen für Rechenzentren und den Stromverbrauch für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen enthält. Der Bericht besagt, dass sich der Strombedarf für diese Anwendungen von 2024 bis 2026 verdoppeln könnte, wobei der zusätzliche Stromverbrauch dem Stromverbrauch von ganz Japan entsprechen würde.<sup id="cite_ref-41" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-41 <span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der enorme Stromverbrauch von KI ist somit für einen Anstieg der Nutzung fossiler Brennstoffe mitverantwortlich und könnte weltweit die Schließung veralteter, kohlenstoffemittierender Kohlekraftwerke verzögern. So wird z.&nbsp;B. in den gesamten USA im ersten Halbjahr 2024 in großem Ausmaß mit dem Bau von Rechenzentren begonnen, was international führende Technologieunternehmen (z.&nbsp;B. ChatGPT, Meta, Google, Amazon) quasi über Nacht zu Marktteilnehmern mit massiv steigendem Stromverbrauch macht. Der prognostizierte Stromverbrauch ist so immens, dass die Sorge besteht, dass er die Maßnahmen gegen menschengemachten Klimawandel negativ beeinflussen wird.<sup id="cite_ref-42" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-42 <span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> So verbraucht eine ChatGPT-Suche zehn bis zwanzigmal so viel elektrische Energie wie eine bisherige normale Google-Suche.<sup id="cite_ref-43" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-43 <span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Auch der Wasserverbrauch von K.I. ist zurzeit immens: Laut einer Forschungsarbeit der University of California wird für eine einzelne Anfrage an ChatGPT das Äquivalent von einer Flasche Wasser benötigt.<sup id="cite_ref-44" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-44 <span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Informatik ===
</div><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Belege_fehlen hatnote"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege ]</div><div><div>Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege Belegen] (beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:Einzelnachweise Einzelnachweisen]) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.</div></div></div><p>Die ''künstliche Intelligenz'' ist mit den anderen Disziplinen der Informatik eng verzahnt. Eine Abgrenzung kann anhand der erzielten Ergebnisse versucht werden. Hierzu scheint es sinnvoll, verschiedene Dimensionen von Intelligenz zu unterscheiden:</p>
#Die Fähigkeit zur Verarbeitung beliebiger [https://de.wikipedia.org/wiki/Symbol Symbole] (nicht nur Zahlen).
#Der Aufbau eines inneren Modells der äußeren Welt, eines Selbstmodells, sowie der Beziehung von Selbst und Welt.
#Die Fähigkeit zu einer zweckentsprechenden Anwendung des Wissens.
#Die Fähigkeit, die im gespeicherten Wissen enthaltenen Zusammenhänge aufzudecken, d.&nbsp;h. logisch schlussfolgern zu können.
#Die Fähigkeit zur Verallgemeinerung (Abstraktion) und zur Spezialisierung (d.&nbsp;h. zu Anwendung allgemeiner Zusammenhänge auf konkrete Sachverhalte).
#Das Vermögen, erworbenes Wissen und vorhandene Erfahrung auf neue, bisher unbekannte Situationen zu übertragen.
#Die Fähigkeit, sich planvoll zu verhalten und entsprechende Strategien zum Erreichen der Ziele bilden zu können.
#Anpassungsfähigkeit an verschiedene, u.&nbsp;U. sich zeitlich ändernde Situationen und Problemumgebungen.
#Lernfähigkeit, verbunden mit dem Vermögen, partiellen Fortschritt oder Rückschritt einschätzen zu können.
#Die Fähigkeit, auch in unscharf bzw. unvollständig beschriebenen oder erkannten Situationen handeln zu können.
#Die Fähigkeit zur Mustererkennung (Besitz von Sensoren) und zur aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt (Besitz von Effektoren).
#Über ein Kommunikationsmittel von der Komplexität und Ausdrucksfähigkeit der menschlichen Sprache verfügen.
<p>Seit 1966 wird mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Turing_Award Turing Award] ein Informatikpreis vergeben. Viele der Preisträger wurden wegen ihrer Errungenschaften im Bereich der Erforschung und Entwicklung Künstlicher Intelligenz ausgezeichnet.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Kritik an der KI-Forschung ==
</div><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking Stephen Hawking] warnte 2014 vor der KI und sah darin eine Bedrohung für die Menschheit. Durch die KI könnte das [https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Menschheit Ende der Menschheit] eingeleitet werden. Ob die Maschinen irgendwann die Kontrolle übernehmen werden, werde die Zukunft zeigen. Aber es sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen.<sup id="cite_ref-handelsblatt.com-2014_45-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-handelsblatt.com-2014-45 <span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-gulli2014_46-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-gulli2014-46 <span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-47" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-47 <span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Im August 2017 forderten 116 Unternehmer und Experten aus der Technologiebranche (u.&nbsp;a. [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mustafa_Suleyman&action=edit&redlink=1 Mustafa Suleyman], [https://de.wikipedia.org/wiki/Elon_Musk Elon Musk], [https://de.wikipedia.org/wiki/Yoshua_Bengio Yoshua Bengio], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stuart_Russell Stuart Russell], [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schmidhuber Jürgen Schmidhuber]) in einem offenen Brief an die UN, dass autonome Waffen verboten werden sollten bzw. auf die seit 1983 bestehende CCW-Liste gesetzt werden sollen. Die Certain Conventional Weapons sind von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen UN] verboten und beinhalten unter anderem Chemiewaffen. Nach Schwarzpulver und der Atombombe drohe die dritte Revolution der Kriegsführung. Zitat aus dem Schreiben: „Wenn diese [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCchse_der_Pandora Büchse der Pandora] einmal geöffnet ist, wird es schwierig, sie wieder zu schließen“ und „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“. Terroristen und Despoten könnten die autonomen Waffen nutzen und sogar hacken.<sup id="cite_ref-48" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-48 <span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-49" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-49 <span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Argumentativ entgegengetreten sind solchen Positionen u.&nbsp;a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Rodney_Brooks Rodney Brooks] und [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jean-Gabriel_Ganascia&action=edit&redlink=1 Jean-Gabriel Ganascia].<sup id="cite_ref-50" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-50 <span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Phil_Friedrich Jörg Phil Friedrich] vertritt den Standpunkt, es sei weniger eine künstliche Intelligenz, die uns in den KI-Systemen begegne, „sondern eine über weite Strecken degenerierte menschliche Intelligenz“.<sup id="cite_ref-51" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-51 <span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Im Februar 2018 wurde ein Bericht einer Projektgruppe führender Experten im Bereich KI veröffentlicht, der vor möglichen „Bösartige[n] Nutzungen künstlicher Intelligenz“ (englischer Originaltitel: „The Malicious Use of Artificial Intelligence“) warnt.<sup id="cite_ref-Malicious_Use_52-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Malicious_Use-52 <span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Beteiligt waren daran unter anderem Forscher der Universitäten von Oxford, Yale und Stanford, sowie Entwickler von Microsoft und Google. Der Bericht nimmt Bezug auf schon existierende Technologien und demonstriert anhand von diversen Szenarien, wie diese von Terroristen, Kriminellen und despotischen Regierungen missbraucht werden könnten.<sup id="cite_ref-Malicious_Use_52-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Malicious_Use-52 <span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die Autoren des Berichts fordern daher eine engere Zusammenarbeit von Forschern, Entwicklern und Gesetzgeber im Bereich KI und schlagen konkrete Maßnahmen vor, wie die Gefahren des Missbrauchs verringert werden könnten.<sup id="cite_ref-Malicious_Use_52-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Malicious_Use-52 <span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der Historiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Yuval_Noah_Harari Yuval Noah Harari] sagt, „künstliche Intelligenz und [https://de.wikipedia.org/wiki/Biotechnologie Biotechnologie] können zerstören, was den Menschen ausmacht.“ Er warnt vor einem Wettrüsten im Bereich der künstlichen Intelligenz und empfiehlt globale Zusammenarbeit angesichts dieser „existenziellen Bedrohung.“<sup id="cite_ref-53" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-53 <span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> 2024 äußerte er sich im Wochenmagazin [https://de.wikipedia.org/wiki/Stern_(Zeitschrift) Stern] besorgt, weil KI „die erste Technologie“ sei, „die eigene Entscheidungen treffen“ könne. Noch komme sie „recht primitiv daher“, doch schreite die Entwicklung zu schnell voran, ohne dass gegenwärtig die damit verbundenen Risiken eingeschätzt werden könnten. Es sei zu befürchten, die KI könnte eines Tages „Waffensysteme selbständig kontrollieren“ und „allein entscheiden, welche Person sie töten“. Die Risiken für die Demokratie bringt Harari mit der potentiellen Fähigkeit der KI in Verbindung, „das erste totale Überwachungssystem der Geschichte zu errichten“.<sup id="cite_ref-54" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-54 <span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_David_Precht Richard David Precht] wendet sich gegen die Vorstellung, dass künftig böser Wille oder Machtstreben seitens einer entwickelten künstlichen Intelligenz drohe; das Gefahrenpotential liege vielmehr in ihrem falschen Einsatz.<sup id="cite_ref-55" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-55 <span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die ehemalige Google-Teamleiterin [https://de.wikipedia.org/wiki/Timnit_Gebru Timnit Gebru] warnt vor dem ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Verzerrung bias]'' und dem Energiebedarf großer Sprachmodelle, was [https://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung Diskriminierung] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Klimakrise Klimakrise] verschärfen könnte.<sup id="cite_ref-56" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-56 <span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Um solchen ungewollten Effekten vorzubeugen, versucht der Forschungsbereich des [https://de.wikipedia.org/wiki/AI-Alignment AI-Alignments] (zu deutsch KI-Ausrichtung) sicherzustellen, dass KI nach menschlichen Werten wie etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Egalitarismus Egalitarismus] handelt. (Siehe auch: [https://de.wikipedia.org/wiki/Green_IT Green IT])</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_Criado-Perez Caroline Criado Perez]<sup id="cite_ref-57" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-57 <span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> zeigt in ihrer ausführlichen Recherchearbeit das bestehende [https://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Data-Gap Gender-Data-Gaps] einen negativen Einfluss auf Trainingsdaten von KI nehmen und so bestehende Diskriminierungen reproduziert werden.</p><p>Als [https://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus feministische] Kritik im Bezug auf Daten und Technologisierung entwickelten sich bereits in den Anfängen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Internet Internets] feministische Praxen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Cyberfeminismus Cyperfeminismus]oder [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Technofeminismus&action=edit&redlink=1 Technofeminismus] und prägen den Diskurs der [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Feministischen_KI&action=edit&redlink=1 feministischen KI].</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Vorschläge zum Umgang mit KI ===
</div><p>Der Präsident von [https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft Microsoft], Brad Smith, schlug vor, einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Verhaltenskodex Verhaltenskodex] aufzustellen, wie etwa eine ''Digitale [https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konvention Genfer Konvention],'' um Risiken der künstlichen Intelligenz zu verringern.</p><p>Der Ethiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Dabrock Peter Dabrock] empfiehlt im Kontext der Benutzung und Programmierung von künstlicher Intelligenz nicht nur die digitale Kompetenz der Beteiligten zu erhöhen, sondern auch auf klassische Bildungselemente zu setzen. Um mit den dazugehörigen Herausforderungen zurechtzukommen sowie die Fähigkeiten zur Unterscheidung und zur Erkennung von Mehrdeutigkeit zu erhöhen, seien Kenntnisse aus Religion, Literatur, Mathematik, Fremdsprachen, Musik und Sport eine gute Voraussetzung.<sup id="cite_ref-58" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-58 <span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bundestag Deutsche Bundestag] hat am 28. Juni 2018 eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission_K%C3%BCnstliche_Intelligenz Enquete-Kommission ''Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale'']eingesetzt.<sup id="cite_ref-59" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-59 <span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Am 28. Oktober 2020 hat die Kommission ihren Abschlussbericht vorgelegt. Künstliche Intelligenz ist demnach die nächste Stufe der Digitalisierung. Unter dem Leitbild einer „menschenzentrierten KI“ wird eine „demokratische Gestaltung“ der Entwicklung gefordert, so dass KI-Anwendungen vorrangig auf das Wohl und die Würde der Menschen ausgerichtet seien und einen gesellschaftlichen Nutzen bringen. Um einer Diskriminierung von Menschen entgegenzuwirken „braucht es, wenn KI über Menschen urteilt, einen Anspruch auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen, damit eine gerichtliche Überprüfung automatisierter Entscheidungen möglich ist“.<sup id="cite_ref-60" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-60 <span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>2021 veröffentlichte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Kommission EU-Kommission] einen Vorschlag über eine [https://de.wikipedia.org/wiki/KI-Verordnung KI-Verordnung], über die derzeit verhandelt wird.</p><p>Im März 2023 wurde ein u. a. von Elon Musk unterstützter [https://de.wikipedia.org/wiki/ChatGPT#Aufruf_zu_einer_KI-Entwicklungspause Aufruf zu einer 6-monatigen KI-Entwicklungspause] veröffentlicht.<sup id="cite_ref-61" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-61 <span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der KI-Investor [https://de.wikipedia.org/wiki/Fabian_Westerheide Fabian Westerheide] verwies im Zusammenhang mit seinem 2024 erschienenen Buch ''Die KI-Nation'' auf hohe Investitionen einiger Staaten – insbesondere Chinas – in eine eigene KI-Strategie, warnte vor der Gefahr einer Überwachung durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Backdoor Backdoors] beim Einsatz ausländischer KI und betonte die Bedeutung deutscher und gesamteuropäischer Pläne zur KI.<sup id="cite_ref-62" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-62 <span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Verbreitung von KI in Deutschland ===
</div><p>Die Zahl der Betriebe, die KI-Technologien einsetzen, ist in Deutschland noch relativ gering. Ende 2018 haben nur 6 Prozent der Unternehmen KI genutzt oder implementiert. 17 Prozent haben angegeben, KI-Einsätze zu testen oder zumindest solche zu planen.<sup id="cite_ref-63" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-63 <span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Auch die ZEW-Studie<sup id="cite_ref-64" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-64 <span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Im Jahr 2019 haben rund 17.500 Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung (produzierendes Gewerbe und überwiegend unternehmensorientierte Dienstleistungen) KI in Produkten, Dienstleistungen oder internen Prozessen eingesetzt. Das sind 5,8 Prozent der Unternehmen im Berichtskreis.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Das KI-Observatorium ===
</div><p>Mit dem Observatorium Künstliche Intelligenz in Arbeit und Gesellschaft (kurz: KI-Observatorium), einem Projekt der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft, fokussiert das [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Arbeit_und_Soziales Bundesministerium für Arbeit und Soziales] die Frage nach den Auswirkungen von KI auf Arbeit und Gesellschaft. Das KI-Observatorium agiert an der Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft; es fungiert als Wissensträger und Impulsgeber. Das KI-Observatorium hat die Aufgabe, Effekte von KI in der Arbeitswelt frühzeitig zu antizipieren und Handlungsbedarfe aufzuzeigen. Auf diese Weise leistet die im März 2020 gestartete Arbeitseinheit einen Beitrag zur Realisierung der in der KI-Strategie der Bundesregierung formulierten Ziele – etwa zum sicheren und gemeinwohlorientierten Einsatz von KI. Darüber hinaus soll das KI-Observatorium mithilfe von Dialog- und Beteiligungsformaten unterschiedliche gesellschaftliche Akteure im Umgang mit künstlicher Intelligenz befähigen und bestärken.<sup id="cite_ref-65" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-65 <span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die konkreten Aufgabenschwerpunkte des Observatoriums sind in den fünf Handlungsfeldern festgehalten:<sup id="cite_ref-66" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-66 <span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
#Technologie-Foresight und Technikfolgenabschätzung
#KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung
#Ordnungsrahmen für KI/soziale Technikgestaltung
#Aufbau internationaler und europäischer Strukturen
#Gesellschaftlicher Dialog und Vernetzung
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Grundlegende Schwachstellen der KI ==
</div><p>Zu den auch Ende des Jahres 2024 deutlich feststellbaren grundlegenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Mangel_(Qualit%C3%A4t) Schwachstellen] der KI gehören u.&nbsp;a.:</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Generative_Modelle_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz) Generative KI] beinhaltet systemimmanente Probleme mit Auftreten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Halluzination_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz) Halluzinieren].<sup id="cite_ref-67" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-67 <span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
*Wenige marktbeherrschende Unternehmen im Zusammenhang mit den weltweiten [https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Tech BIG-Tech-Unternehmen] kontrollieren durch Ausnutzung ihrer bestehenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Marktf%C3%BChrer Dominanz] und durch gezieltes Aufkaufen von KI-Startups die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und verstärken dadurch umso mehr ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Monopol monopolartigen]Marktstellungen mit all den damit zusammenhängenden Nachteilen.<sup id="cite_ref-68" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-68 <span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Regulierung und Gesetzgebung ==
</div><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Europäische Union ===
</div><p>Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_k%C3%BCnstliche_Intelligenz Gesetz über künstliche Intelligenz] (informell meist ''KI-Verordnung,'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] ''AI Act'') ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EU) EU-Verordnung] für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Regulierung_von_k%C3%BCnstlicher_Intelligenz Regulierung von künstlicher Intelligenz]. Es ist die weltweit erste umfassende Regulierung dieser Art. Das Gesetz regelt den Einsatz von KI unter anderem für die kritische Infrastruktur, Sicherheitsbehörden und Personalverwaltung.<sup id="cite_ref-69" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-69 <span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Kommission Europäische Kommission] hat das Gesetz am 21. April 2021 vorgeschlagen und einen ersten Entwurf veröffentlicht.<sup id="cite_ref-70" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-70 <span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Am 28. September 2022 hat die Europäische Kommission in dem Zusammenhang auch den Entwurf einer Richtlinie über Produkthaftung<sup id="cite_ref-71" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-71 <span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> und einer Richtlinie über KI-Haftung veröffentlicht.<sup id="cite_ref-72" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-72 <span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Haftungsfragen waren zuvor aus der Verordnung herausgenommen worden.<sup id="cite_ref-73" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-73 <span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> In dem Kontext steht auch die Überarbeitung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2006/42/EG_(Maschinenrichtlinie) Maschinenrichtlinie]zur EU-Maschinenverordnung, die am 14. Juni 2023 in Kraft getreten ist. Am 9. Dezember 2023 einigten sich die EU-Gesetzgebungsinstitutionen auf die Grundzüge des Gesetzes.<sup id="cite_ref-74" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-74 <span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-75" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-75 <span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Am 12. Juni 2024 hat die EU die KI-Verordnung mit dem Titel „''Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 300/2008, (EU) Nr. 167/2013, (EU) Nr. 168/2013, (EU) 2018/858, (EU) 2018/1139 und (EU) 2019/2144 sowie der Richtlinien 2014/90/EU, (EU) 2016/797 und (EU) 2020/1828 (Verordnung über künstliche Intelligenz)''“ veröffentlicht.<sup id="cite_ref-76" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-76 <span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Hier sind Vorschriften zum Inverkehrbringen, Inbetriebnahme und die Verwendung von KI-Systemen festgelegt. Verbotene Praktiken sind in Kapitel II benannt.<sup id="cite_ref-77" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-77 <span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Ebenso sind die Kriterien zur Einstufung von KI-Systemen als Hochrisiko-KI-Systeme in Kapitel III beschrieben.<sup id="cite_ref-78" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-78 <span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Für Hochrisiko-KI-Systeme wird die EU eine Datenbank errichten.<sup id="cite_ref-79" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-79 <span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Sanktionen gegen die Missachtung der Richtlinie sind mit Geldbußen von 35 Millionen Euro oder 7&nbsp;% des gesamten weltweiten Umsatzes des verstoßenden Unternehmens belegt.<sup id="cite_ref-80" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-80 <span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Wie jede EU-Richtlinie muss sie in nationale Gesetze übernommen werden. Für KI-Systeme ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Konformit%C3%A4tserkl%C3%A4rung EU-Konformitätserklärung] vorgeschrieben.<sup id="cite_ref-81" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-81 <span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Da die KI-Systeme viele Bereiche tangieren, wie am Titel der RL ersichtlich, wurden folgende Richtlinien geändert: Richtlinie 2014/90/EU über Schiffsausrüstung, [https://de.wikipedia.org/wiki/Interoperabilit%C3%A4t_im_Schienenverkehr#Rechtliche_Rahmenbedingungen Richtlinie (EU) 2016/797 über die Interoperabilität des Eisenbahnsystems] in der Europäischen Union. Folgende Verordnungen wurden mit der KI-RL auch geändert: Verordnung (EG) Nr. 300/2008 über gemeinsame Vorschriften für die Sicherheit in der Zivilluftfahrt, Verordnung (EU) Nr. 167/2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, Verordnung (EU) Nr. 168/2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen, Verordnung (EU) 2018/858 über die Genehmigung und die Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge, Verordnung (EU) 2018/1139 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit, Verordnung (EU) 2019/2144 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern.<sup id="cite_ref-82" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-82 <span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Vereinigte Staaten ===
</div><p>In den [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten Vereinigten Staaten] gibt es bislang keine Bundesgesetzgebung, die die Verwendung von künstlicher Intelligenz explizit und umfassend reguliert.</p><p>Dass der Einsatz von KI möglichst global reguliert wird, halten viele US-amerikanische Juristen jedoch für notwendig, so zum Beispiel Anwalt Shabbi S. Khan: „Generative KI hat das Potenzial, katastrophal zu sein“.<sup id="cite_ref-83" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-83 <span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/US-Regierung US-Regierung] hat erkannt, dass die Machtfülle der großen Tech-Unternehmen zu einer Bedrohung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie Demokratie] werden kann. Im Juli 2023 wollte US-Präsident Joe Biden eine freiwillige Selbstverpflichtung führender KI-Unternehmen einholen, um zu einer sicheren und transparenten KI-Entwicklung beizutragen.<sup id="cite_ref-84" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-84 <span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Darstellung in Film, Videospielen, Literatur und Musik ==
</div><p>Künstliche Wesen, die denken können, tauchen seit der Antike als Figuren in Erzählungen auf und sind ein ständiges Thema in der Science-Fiction.<sup id="cite_ref-85" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-85 <span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Seit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Moderne Klassischen Moderne] wird KI in Kunst, Film und Literatur behandelt.<sup id="cite_ref-86" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-86 <span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Dabei geht es bei der künstlerischen Verarbeitung – im Gegensatz zur KI-Forschung, bei der die technische Realisierung im Vordergrund steht – vor allem um die moralischen, ethischen und religiösen Aspekte und Folgen einer nicht-menschlichen, „maschinellen Intelligenz“.</p><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance Renaissance] wurde der Begriff des ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Homunculus Homunculus]'' geprägt, eines künstlichen Miniaturmenschen ohne Seele.<sup id="cite_ref-87" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-87 <span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Im 18. und 19. Jahrhundert erschienen in der Literatur menschenähnliche Automaten, beispielsweise in [https://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann E. T. A. Hoffmanns] ''Der Sandmann'' und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Paul Jean Pauls] ''Der Maschinenmann.''</p><p>Im 20. und 21. Jahrhundert greift die [https://de.wikipedia.org/wiki/Science-Fiction Science-Fiction] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Film Film] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Prosa Prosa] das Thema mannigfach auf.<sup id="cite_ref-Xanke38_88-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Xanke38-88 <span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> 1920 prägte der Schriftsteller [https://de.wikipedia.org/wiki/Karel_%C4%8Capek Karel Čapek] den Begriff „Roboter“ in seinem Bühnenstück ''[https://de.wikipedia.org/wiki/R.U.R. R.U.R.]''; 1926 thematisierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Lang Fritz Lang] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolis_(Film) Metropolis] Roboter, welche die Arbeit der Menschen übernehmen.<sup id="cite_ref-Xanke38_88-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Xanke38-88 <span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Ein häufiges Motiv im Film und der Literatur begann mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Shelley Mary Shelleys] Roman [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankenstein_(Roman) ''Frankenstein''] (1818), in dem eine menschliche Schöpfung zu einer Bedrohung für ihre Meister wird. Dazu gehören Werke wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_C._Clarke Arthur C. Clarkes] und Stanley Kubricks ''2001:'' ''Odyssee im Weltraum'' (beide 1968), mit [https://de.wikipedia.org/wiki/HAL_9000 HAL 9000], dem mörderischen Computer, der das Raumschiff ''Discovery One'' steuert, sowie die Terminator-Filmreihe (ab 1984) und ''The Matrix'' (1999). Im Gegensatz dazu sind die seltenen loyalen Roboter wie Gort aus ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag,_an_dem_die_Erde_stillstand_(1951) Der Tag an dem die Erde stillstand]'' (1951) und ''Bishop'' aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Aliens_%E2%80%93_Die_R%C3%BCckkehr ''A''liens] (1986) in der Populärkultur weniger präsent.<sup id="cite_ref-89" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-89 <span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Mehrere Werke nutzen die künstliche Intelligenz, um uns mit der grundlegenden Frage zu konfrontieren, was uns zu Menschen macht, indem sie uns künstliche Wesen zeigen, die die Fähigkeit haben, zu fühlen und somit zu leiden. Dies geschieht in Karel Čapeks R.U.R., dem Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/A.I._%E2%80%93_K%C3%BCnstliche_Intelligenz A.I. Artificial Intelligence]'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Spielberg Steven Spielberg] (2001) und anhand der Androidin ''Ava'' im Kinofilm ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ex_Machina_(Film) Ex Machina]'' (2015) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alex_Garland Alex Garland] sowie in dem Roman ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%A4umen_Androiden_von_elektrischen_Schafen%3F Träumen Androiden von elektrischen Schafen?]'' (1968) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Philip_K._Dick Philip K. Dick]. Dick befasst sich mit der Idee, dass unser Verständnis der menschlichen Subjektivität durch die mit künstlicher Intelligenz geschaffene Technologie verändert wird.<sup id="cite_ref-90" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-90 <span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Am 30. September 2016 veröffentlichte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten US-amerikanische] [https://de.wikipedia.org/wiki/Pop-Rock Pop-Rock]-Band [https://de.wikipedia.org/wiki/OneRepublic OneRepublic] mit dem englischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Singer-Songwriter Singer-Songwriter] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rockmusik Rockmusiker] [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gabriel Peter Gabriel] das [https://de.wikipedia.org/wiki/Lied Lied] ''[https://de.wikipedia.org/wiki/A.I._(Lied) A.I.]''<sup id="cite_ref-OR+PG-A.I.-Peter_Gabriel_91-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-OR+PG-A.I.-Peter_Gabriel-91 <span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> als digitale [https://de.wikipedia.org/wiki/Single_(Musik) Single] und am 7. Oktober 2016 auf dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Musikalbum Album] ''Oh My My'' von OneRepublic.<sup id="cite_ref-OR-Oh_My_My-Discogs_92-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-OR-Oh_My_My-Discogs-92 <span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-OR-Oh_My_My-Digital_Spy_93-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-OR-Oh_My_My-Digital_Spy-93 <span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Song Song] ist inspiriert von dem Film ''A.I. Artificial Intelligence''von [https://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Spielberg Steven Spielberg] aus dem Jahr 2001.<sup id="cite_ref-OR+PG-A.I.-Billboard_94-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-OR+PG-A.I.-Billboard-94 <span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die beiden großen [https://de.wikipedia.org/wiki/Science-Fiction Science Fiction] [https://de.wikipedia.org/wiki/Franchise_(Medien) Franchises] des frühen 21.Jahrhunderts, ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars Star Wars]'' und ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek Star Trek]'', gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema KI um. Während bei ''Star Wars'' KI vor allem in Form von [https://de.wikipedia.org/wiki/Roboter Robotern] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Androide Androiden] (gleichermaßen als [https://de.wikipedia.org/wiki/Statist Statisten] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Protagonist Hauptfiguren]) von Beginn an selbstverständlich und allgegenwärtig erscheint, nahm ''Star Trek'' im Laufe der Zeit immer wieder sehr dedizierte, wechselnde Perspektiven ein, obwohl KI auch dort meist selbstverständlich ist (z.&nbsp;B. Simulierte Lebewesen auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Holodeck Holodecks]). Beispielsweise wurde die Folge ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Wem_geh%C3%B6rt_Data%3F Wem gehört Data?]'' (1989) zum Arbeitsthema mehrerer Wissenschaftler.</p><p>'''Roboter und Androide'''</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Asimov Isaac Asimov] führte die Drei Gesetze der Robotik in vielen Büchern und Geschichten ein, vor allem in der „''Multivac''“-Serie über einen superintelligenten Computer gleichen Namens. Asimovs Gesetze werden oft in Laiendiskussionen über Maschinenethik erwähnt;<sup id="cite_ref-95" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-95 <span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> während fast alle Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Asimovs Gesetzen durch die Populärkultur vertraut sind, halten sie die Gesetze im Allgemeinen aus vielen Gründen für nutzlos, einer davon ist ihre Zweideutigkeit.<sup id="cite_ref-96" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-96 <span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Dem Filmpublikum wurden in den unterschiedlichen Werken die Roboter als intelligente und differenzierte Maschinen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten präsentiert: Sie werden entwickelt, um sie für gute Zwecke einzusetzen, wandeln sich aber häufig zu gefährlichen Maschinen, die feindselige Pläne gegen Menschen entwickeln.<sup id="cite_ref-Xanke39_97-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Xanke39-97 <span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Im Lauf der Filmgeschichte werden sie zunehmend zu selbstbewussten Wesen, die sich die Menschheit unterwerfen wollen.<sup id="cite_ref-Xanke39_97-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-Xanke39-97 <span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>'''Simulierte Realität'''</p><p>Die simulierte Realität ist zu einem häufigen Thema in der Science-Fiction geworden, wie beispielsweise in dem Film The Matrix aus dem Jahr 1999 zu sehen ist, in dem eine Welt dargestellt wird, in der künstlich intelligente Roboter die Menschheit in einer Simulation versklaven, die in der heutigen Welt angesiedelt ist.<sup id="cite_ref-98" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-98 <span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Zuvor thematisierte bereits die [https://de.wikipedia.org/wiki/Raumschiff_Enterprise_%E2%80%93_Das_n%C3%A4chste_Jahrhundert Star Trek TNG] - Episode ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schiff_in_der_Flasche Das Schiff in der Flasche]'' (1993) die Steuerung einer simulierten Realität durch eine böswillige KI, welche zuvor in der Episode ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Sherlock_Data_Holmes Sherlock Data Holmes]'' (1988) versehentlich erschaffen worden war.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
=== Beispiele ===
</div><p>'''Auswahl Filme und Literatur''':</p>
*Der ''Maschinenmensch'' (aka die ''falsche Maria'') in [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Lang Fritz Lang]'s [https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolis_(Film) ''Metropolis''] (1927).
*Der Computer ''[https://de.wikipedia.org/wiki/HAL_9000 HAL 9000]'' im Kinofilm ''[https://de.wikipedia.org/wiki/2001:_Odyssee_im_Weltraum 2001 Odyssee im Weltraum]'' (1968) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Kubrick Stanley Kubrick]
*''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_hei%C3%9Fe_Nomad Nomad]'' (und andere) in der TV-Serie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Raumschiff_Enterprise Raumschiff Enterprise]'' (1966–1969) und später ''V'ger'' in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek:_Der_Film Star Trek: Der Film]'' (1979), dem ersten Kinofilm zur vorgenannten Serie.
*Die Elektronengehirne ''Colossus ''und ''Guardian ''im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Colossus_(Film) Colossus]'' (1969) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Sargent Joseph Sartgent]
*Die Androiden im Kinofilm ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Westworld_(Film) Westworld]'' (1973) und der US-amerikanischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Westworld_(Fernsehserie) Westworld]'' (2016)
*Die sprechenden Bomben im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Dark_Star_%E2%80%93_Finsterer_Stern Dark Star – Finsterer Stern]'' (1974) von [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Carpenter John Carpenter]
*Die meisten der seit 1977 im [https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars ''Star Wars Franchise''] (Filme, Serien, Videospiele) sichtbaren Roboter und Androide, einschließlich ''[https://de.wikipedia.org/wiki/R2-D2 R2-D2]'' und ''[https://de.wikipedia.org/wiki/C-3PO C-3PO]''.
*Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Supercomputer Supercomputer] ''Golem'' aus den Büchern ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Golem_XIV Golem XIV]'' und ''Also sprach Golem'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Lem Stanisław Lem] (1981)
*''Das Master Control Programm'' im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Tron_(Film) Tron]'' (1982) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Lisberger Steven Lisberger]
*Die Replikanten im [https://de.wikipedia.org/wiki/Blade_Runner Blade Runner] Film von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ridley_Scott Ridley Scott] (1982) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Blade_Runner_2049 Blade Runner 2049] Film von [https://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Villeneuve Denis Villeneuve] (2017)
*Das Auto ''K.I.T.T.'' in der US-amerikanischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Knight_Rider Knight Rider]'' (1982–1986)
*Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Expertensystem Expertensystem] des lernfähigen Computers ''WOPR (War Operation Plan Response)'' in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/WarGames_%E2%80%93_Kriegsspiele WarGames – Kriegsspiele]'' (1983)
*Die zentrale Maschineninstanz ''Skynet'' in der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Terminator_(Film) Terminator-Filmreihe]'' (ab 1984)
*Die Roboter der fliegenden Insel Laputa im japanischen Anime-Filmklassiker ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schloss_im_Himmel Das Schloss im Himmel]'' (1986) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hayao_Miyazaki Hayao Miyazaki] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Studio_Ghibli Studio Ghibli]).
*Der Androide ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_im_Star-Trek-Universum#Lieutenant_Commander_Data Data]'' in der US-amerikanischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Raumschiff_Enterprise_%E2%80%93_Das_n%C3%A4chste_Jahrhundert Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert]'' (1987–1994). Hervorzuheben ist hier die Episode ''"[https://de.wikipedia.org/wiki/Wem_geh%C3%B6rt_Data%3F Wem gehört Data?]"''.
*Holografische Lebewesen und diverse Computersysteme im [https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek Star Trek Franchise] (Filme, Serien, Videospiele), insbesondere ''der Doktor'' aus ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek:_Raumschiff_Voyager Star Trek: Voyager]'' und zuletzt z.&nbsp;B. die KIs ''Control'' und ''Zora'' in [https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek:_Discovery ''Start Trek: Discovery'']
*Der Roboter ''Nummer 5'' in den Filmen ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Nummer_5_lebt! Nummer 5 lebt!]'' (1986) und ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Nummer_5_gibt_nicht_auf Nummer 5 gibt nicht auf]'' (1988)
*Die ''Maschinen'' sowie sämtliche Programme (''Orakel,'' ''Architek''t, ''Agent'' etc.) im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/The_Matrix The Matrix]'' (1999) von den Geschwistern Lana und Lilly [https://de.wikipedia.org/wiki/Wachowskis Wachowski] und den darauf basierenden Produktionen (3 weitere Filme, Serie, Spiele).
*Der Androide ''Andrew Martin'' im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_200_Jahre_Mann Der 200 Jahre Mann]'' (2000) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Chris_Columbus_(Filmproduzent) Chris Columbus]
*Die Zentralcomputer ''Red Queen'' und ''White Queen'' in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Resident_Evil_(Realfilmreihe) ''Resident-Evil'' Realfilmreihe] (2002–2026)
*Der Roboter ''Sonny'' im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/I,_Robot_(Film) I, Robot]'' (2004) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alex_Proyas Alex Proyas]
*Die ''Tachikomas'', Kampfmaschinen deren KIs in der japanischen Anime-Serie [https://de.wikipedia.org/wiki/Ghost_in_the_Shell:_S.A.C._2nd_GIG ''Ghost In The Shell: S.A.C. 2nd GIG''] (2005) ein Bewusstsein entwickeln.
*Der Computer ''[https://de.wikipedia.org/wiki/42_(Antwort) Deep Thought],'' in der Roman- sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rspiel Hörspielreihe] des englischen Autors [https://de.wikipedia.org/wiki/Douglas_Adams Douglas Adams] und dem Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Per_Anhalter_durch_die_Galaxis_(Film) Per Anhalter durch die Galaxis]'' (2005) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Garth_Jennings Garth Jennings]
*Das geheime KI-Überwachungssystem in der US-amerikanischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Person_of_Interest Person of Interest]'' (2011–2016)
*Die Androiden in der schwedischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Real_Humans_%E2%80%93_Echte_Menschen Real Humans – Echte Menschen]'' (2012–2014)
*Das Betriebssystem ''Samantha'' im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Her_(2013) Her]'' (2013) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Spike_Jonze Spike Jonze]
*Die Androiden in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigtes_K%C3%B6nigreich britisch]-US-amerikanischen Fernsehserie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Humans Humans]'' (2015)
*Der Androide ''John of Us'' im Roman ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Qualityland Qualityland]'' (2017) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Marc-Uwe_Kling Marc-Uwe Kling]
*Die Spezies der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/The_Orville#Kaylon Kaylon]'' in der Serie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/The_Orville The Orville]'' (2017–2023).
*Das KI-System ''A.R.E.S.'' in Frank Schätzings Roman ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Tyrannei_des_Schmetterlings Die Tyrannei des Schmetterlings]'' (2018)
*Die KI ''TAU'' im gleichnamigen Film [https://de.wikipedia.org/wiki/TAU_(Film) TAU] von Federico D’Alessandro
*Die KI-Puppe ''M3GAN'' im US-amerikanischen Science-Fiction-[https://de.wikipedia.org/wiki/Horrorfilm Horrorfilm] ''[https://de.wikipedia.org/wiki/M3GAN M3GAN]'' (2023) von Gerard Johnstone
*Die Entität im Film ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Mission:_Impossible_%E2%80%93_Dead_Reckoning_Teil_Eins Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins]'' (2023) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_McQuarrie Christopher McQuarrie].
*''Raputa'', eine militärische KI im japanischen Manga ''Deep Raputa'' (2024) von Kitanoda Sorakara<sup id="cite_ref-99" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-99 <span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>
<p>'''Auswahl Videospiele''':</p>
*Roboter in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Beneath_a_Steel_Sky Beneath a Steel Sky]'' (1994) und ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyond_a_Steel_Sky Beyond a Steel Sky]'' (2020)
*Androiden in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Blade_Runner_(Computerspiel,_1997) Blade Runner]'' (1997)
*Androiden in ''Vandell: Knight of the Tortured Souls'' (2002)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/GLaDOS GLaDOS] in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Portal_(Computerspiel) Portal]'' und ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Portal_2 Portal 2]'' (2007)
*Androiden in ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Detroit:_Become_Human Detroit: Become Human]'' (2018)
*Die KI Esme in ''Annie and the Ai'' (2023)
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Soziale Auswirkungen ==
</div><p>Im Zuge der [https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution industriellen Revolution] wurde durch die Erfindung der Dampfmaschine die Muskelkraft von der Maschine ersetzt ([https://de.wikipedia.org/wiki/Pferdest%C3%A4rke PS] durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Watt_(Einheit) Watt]). Durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Revolution digitale Revolution] könnte die menschliche Denkleistung durch maschinelle KI ersetzt<sup id="cite_ref-100" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-100 <span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> beziehungsweise ergänzt<sup id="cite_ref-101" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-101 <span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> werden.</p><p>Der US-amerikanische Unternehmer Elon Musk prognostiziert, dass es zukünftig immer weniger Erwerbsarbeit geben werde, die nicht von einer Maschine besser und günstiger gemacht werden könne, weshalb [https://de.wikipedia.org/wiki/Technologische_Arbeitslosigkeit immer weniger Arbeitskräfte benötigt] würden. Durch die weitgehend maschinelle Produktion würden die Produkte und Dienstleistungen sehr billig werden. In diesem Zusammenhang unterstützt er die Einführung eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen bedingungslosen Grundeinkommens].<sup id="cite_ref-102" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-102 <span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Der Physiker [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking Stephen Hawking] meinte: Bereits heute sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen.<sup id="cite_ref-handelsblatt.com-2014_45-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-handelsblatt.com-2014-45 <span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-gulli2014_46-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-gulli2014-46 <span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Microsoft-Gründer [https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Gates Bill Gates] sieht die Entwicklung ähnlich. Er fordert eine Robotersteuer, um die sozialen Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können.<sup id="cite_ref-103" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-103 <span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Die Informatikerin [https://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_Kurz Constanze Kurz] erklärte in einem Interview, technischen Fortschritt habe es schon immer gegeben. Jedoch vollzog sich der technische Wandel in der Vergangenheit meist über Generationen, so dass genug Zeit blieb, sich für neue Aufgaben auszubilden. Heute verlaufe der technische Wandel innerhalb von wenigen Jahren, so dass die Menschen nicht genug Zeit hätten, sich für neue Aufgaben weiterzubilden.<sup id="cite_ref-104" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-104 <span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Der Sprecher des [https://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_Computer_Club Chaos Computer Clubs], [https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Rieger Frank Rieger], warnte in verschiedenen Publikationen (z.&nbsp;B. dem Buch ''Arbeitsfrei'')<sup id="cite_ref-105" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-105 <span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> davor, dass durch die beschleunigte Automatisierung vieler Arbeitsbereiche in naher Zukunft immer mehr Menschen ihre Beschäftigung verlieren würden (z.&nbsp;B. LKW-Fahrer durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Fahren selbstfahrende Autos]). Darin bestehe unter anderem eine Gefahr der Schwächung von Gewerkschaften, die an Mitgliedern verlieren könnten. Rieger plädiert daher für eine „Vergesellschaftung der Automatiserungsdividende“, also einer Besteuerung von nichtmenschlicher Arbeit, damit durch das Wachstum der Wirtschaft in Form eines Grundeinkommens auch der allgemeine Wohlstand wächst und gerecht verteilt wird.<sup id="cite_ref-106" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-106 <span class="cite-bracket">[</span>106<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Wissenschaftler der Universität Oxford haben in einer Studie im Jahr 2013 eine Vielzahl von Jobs auf ihre Automatisierbarkeit überprüft. Dabei unterteilten die Wissenschaftler die Jobs in verschiedene Risikogruppen. 47 Prozent der betrachteten Jobs in den USA wurden in die höchste Risikogruppe eingeteilt, d.&nbsp;h., dass für diese Jobs die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass innerhalb eines unbestimmten Zeitraums die nötige Technologie entwickelt wird, um sie automatisieren zu können. Die Studie macht jedoch keine Aussage dazu, wie viele Jobs tatsächlich automatisiert werden, da nur die technologischen Entwicklungen und keine weiteren Faktoren betrachtet werden. Ein solcher Faktor wäre zum Beispiel die Höhe der Kosten, also ob eine Automatisierung teurer wäre als das Gehalt für einen menschlichen Arbeiter.<sup id="cite_ref-107" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-107 <span class="cite-bracket">[</span>107<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schmidhuber Jürgen Schmidhuber] antwortete auf die Frage, ob KIs uns bald den Rang ablaufen werden bzw. ob wir uns Sorgen um unsere Jobs machen müssten: „Künstliche Intelligenzen werden fast alles erlernen, was Menschen können – und noch viel mehr. Ihre neuronalen Netzwerke werden aus Erfahrung klüger und wegen der sich rasch verbilligenden Hardware alle zehn Jahre hundertmal mächtiger. Unsere formelle Theorie des Spaßes erlaubt sogar, Neugierde und Kreativität zu implementieren, um künstliche Wissenschaftler und Künstler zu bauen.“ und „Alle fünf Jahre wird das Rechnen 10-mal billiger. Hält der Trend an, werden kleine Rechner bald so viel rechnen können wie ein menschliches Gehirn, 50 Jahre später wie alle 10 Milliarden Hirne zusammen.“<sup id="cite_ref-luzernerzeitung.ch-2017_108-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-luzernerzeitung.ch-2017-108 <span class="cite-bracket">[</span>108<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Siehe dazu auch: [https://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz Mooresches Gesetz]. Als Konsequenz aus der aus seiner Sicht unabwendbar fortschreitenden Automatisierung und dem damit einhergehenden Wegfall von Erwerbsarbeitsplätzen sieht Schmidhuber die Notwendigkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens.<sup id="cite_ref-109" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-109 <span class="cite-bracket">[</span>109<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> „Roboterbesitzer werden Steuern zahlen müssen, um die Mitglieder unserer Gesellschaft zu ernähren, die keine existenziell notwendigen Jobs mehr ausüben. Wer dies nicht bis zu einem gewissen Grad unterstützt, beschwört geradezu die Revolution Mensch gegen Maschine herauf.“<sup id="cite_ref-110" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-110 <span class="cite-bracket">[</span>110<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Brynjolfsson Erik Brynjolfsson] ist der Auffassung, das Aufkommen radikaler Parteien in den USA und Europa sei die Folge davon, dass viele Menschen heute schon nicht mehr mit dem technischen Fortschritt mithalten könnten. Wenn Menschen ihre Jobs verlieren, werden diese Menschen wütend, so Brynjolfsson. Auch er meint, dass in Zukunft die meisten Jobs von Maschinen erledigt würden.<sup id="cite_ref-111" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-111 <span class="cite-bracket">[</span>111<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg Mark Zuckerberg] äußerte bei einer Rede vor Harvard-Absolventen, dass die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens notwendig sei. Es könne etwas nicht mehr in Ordnung sein, wenn er als Harvard-Abbrecher innerhalb weniger Jahre Milliarden machen könne, während Millionen von Uni-Absolventen ihre Schulden nicht abbezahlen könnten. Es brauche eine Basis, auf der jeder innovativ und kreativ sein könne.<sup id="cite_ref-112" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-112 <span class="cite-bracket">[</span>112<span class="cite-bracket">]</span>]</sup><sup id="cite_ref-113" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-113 <span class="cite-bracket">[</span>113<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Im November 2017 stellte der Deutsche-Bank-Chef [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Cryan John Cryan] einen starken Stellenabbau in Aussicht. Das Unternehmen beschäftigt 97.000 Menschen. Bereits in den letzten 12 Monaten wurden 4.000 Stellen abgebaut. In naher Zukunft sollen 9.000 weitere Stellen abgebaut werden. Mittelfristig sollen die Hälfte aller Stellen abgebaut werden. Cryan begründete diesen Schritt damit, dass die Konkurrenz bereits heute mit etwa der Hälfte der Mitarbeiter vergleichbare Leistung erbringe. Cryan sagte: „Wir machen zu viel Handarbeit, was uns fehleranfällig und ineffizient macht“. Vor allem durch das maschinelle Lernen bzw. künstliche Intelligenzen könnte das Unternehmen noch viel effizienter werden. Viele Banker arbeiteten ohnehin wie Roboter, so Cryan. An die Stelle qualifizierter Mitarbeiter sollen qualifizierte Maschinen treten, so Cryan.<sup id="cite_ref-114" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-114 <span class="cite-bracket">[</span>114<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Der Zukunftsforscher Lars Thomson prognostizierte im November 2017 für die nächsten 10 Jahre gewaltige Umbrüche in Technologie, Arbeit, Werten und Gesellschaft. Im Jahr 2025 könne ein Haushalts-Roboter den Frühstückstisch decken, Fenster putzen, Pflegedienste übernehmen usw. wodurch Arbeitsplätze vernichtet würden. Heute schon gebe es 181 Firmen weltweit, die an klugen Robotern arbeiten. Der Preis eines solchen Roboters betrage heute etwa 20.000 Euro. Der Markt der künstlichen Intelligenz werde in wenigen Jahren größer sein als der Automobilmarkt. Wie schnell 10 Jahre vergingen, würde man sehen, wenn man 10 Jahre zurückblicke, als das erste Smartphone auf den Markt kam. Er bedauert, dass in unserer Gesellschaft kaum jemand diese Entwicklung erkenne, die unsere Gesellschaft komplett verändern werde. In Hotels würden in 10 Jahren Roboter die Arbeiten der heutigen Zimmermädchen übernehmen. Der Vorteil für den Hotelmanager: Der Roboter wolle keinen Lohn, keine freien Tage, müsse nicht versteuert und versichert werden. Der Nachteil: Der Staat erhalte keine Steuern mehr und die Menschen seien arbeitslos. Deshalb werde man nicht an einem bedingungslosen Grundeinkommen und der Einführung einer Robotersteuer vorbeikommen. Thomson sieht die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft, wenn das Tempo der Veränderung die Wandlungsfähigkeit der Menschen übersteige. Gleichzeitig werde die KI den Menschen von der Arbeit befreien. Die Gesellschaft müsse Leitplanken für die KIs definieren.<sup id="cite_ref-115" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-115 <span class="cite-bracket">[</span>115<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>In einem Interview im Januar 2018 meinte der CEO von Google [https://de.wikipedia.org/wiki/Sundar_Pichai Sundar Pichai], die aktuelle Entwicklung der künstlichen Intelligenz sei für den Werdegang der Menschheit bedeutender als es die Entdeckung des Feuers und die Entwicklung der Elektrizität waren. Durch die aktuelle Entwicklung der KI werde kein Stein auf dem anderen bleiben. Deshalb sei es wichtig, dass die Gesellschaft sich mit dem Thema auseinandersetze. Nur so könne man die Risiken eingrenzen und die Potentiale ausschöpfen. Google gehört derzeit zu den führenden Unternehmen im Bereich der KI. Allein der KI-Assistent von Google ist bereits auf hunderten Millionen Android-Smartphones installiert. Aber auch in den Suchmaschinen kommt KI derzeit bereits milliardenfach zum Einsatz. Die von Google gekaufte Firma [https://de.wikipedia.org/wiki/DeepMind DeepMind] eilt bei der KI-Forschung von Meilenstein zu Meilenstein u.&nbsp;a. mit [https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaGo AlphaGo], AlphaGo Zero, [https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaZero AlphaZero].<sup id="cite_ref-116" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-116 <span class="cite-bracket">[</span>116<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Arbeitsmarkt-_und_Berufsforschung Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung] (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört, hat in einer Studie von 4/2018<sup id="cite_ref-117" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-117 <span class="cite-bracket">[</span>117<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> dargelegt, welche menschliche Arbeit in Deutschland von Maschinen ersetzt werden kann. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass im Jahr 2016 25 Prozent der bezahlten menschlichen Tätigkeiten von Maschinen hätten erledigt werden können, was etwa acht Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland entspricht. Eine frühere Studie kam für das Jahr 2013 noch auf einen Wert von 15 Prozent. Am stärksten betroffen mit etwa 83 Prozent sind Fertigungsberufe, aber auch unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe mit 60 Prozent, Berufe in der Unternehmensführung und -organisation mit 57 Prozent, Berufe in Land- und Forstwirtschaft und Gartenbau mit 44 Prozent usw. Im Vergleich von 2013 zu 2016 sind besonders stark Logistik- und Verkehrsberufe gestiegen (von 36 auf 56 Prozent), ein Bereich, in dem in Deutschland etwa 2,4 Millionen Menschen beschäftigt sind. Insgesamt geht die Studie davon aus, dass in naher Zukunft 70 Prozent der menschlichen bezahlten Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden könnten. Maschinen könnten z.&nbsp;B. übernehmen: Wareneingangskontrolle, Montageprüfung, Kommissionierung, Versicherungsanträge, Steuererklärungen usw. Die Techniken, die diese Veränderungen vorantreiben, seien: künstliche Intelligenzen, Big Data, 3D-Druck und virtuelle Realität. Auch wenn es nicht zu Entlassungen komme, müssten Mitarbeiter zumindest mit starken Veränderungen in ihrem Berufsbild und damit starkem Umlernen rechnen. Es entstünden auch neue Berufsfelder. Auch werde nicht alles, was heute schon möglich ist, auch umgesetzt und schon gar nicht sofort. Ein Faktor für diese Verzögerung seien ethische und rechtliche Aspekte, aber auch die hohen Kosten der Automatisierung. Nicht immer sei die künstliche Intelligenz billiger als die menschliche Intelligenz.<sup id="cite_ref-118" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-118 <span class="cite-bracket">[</span>118<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>In einem Gastbeitrag im Februar 2018 meinte der SAP-Chef [https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_McDermott Bill McDermott], dass sich die Menschen fürchten würden vor den Veränderungen, die eine Welt mit Robotern und KIs mit sich bringt. Ein erster Meilenstein sei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Blue_%E2%80%93_Kasparow,_Philadelphia_1996,_1._Wettkampfpartie Sieg der Maschine Deep Blue über den amtierenden Schachweltmeister Gary Kasparov] im Jahr 1997 gewesen. Ein weiterer Meilenstein sei der Sieg der Maschine [https://de.wikipedia.org/wiki/Watson_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz) Watson] über den Menschen in der Quiz-Show Jeopardy im Jahr 2011 gewesen. Und der nächste große Schritt waren dann die Siege von [https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaGo AlphaGo] und seinen Nachfolgern AlphaGo Zero und [https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaZero AlphaZero] im Jahr 2016 und 2017. Die tiefgreifenden Veränderungen, die KI auch am Arbeitsplatz mit sich bringen würden, seien heute nun in aller Munde. Um etwaige negative Auswirkungen der neuen Techniken auf die Gesellschaft zu vermeiden, brauche es nun eine durchdachte Planung. Behörden, Privatwirtschaft und Bildungswesen müssten zusammenarbeiten, um jungen Menschen die Fähigkeiten zu vermitteln, die diese in der digitalen Wirtschaft benötigten. Umschulungen und lebenslanges Lernen seien heute die neue Normalität. Jobs würden nicht komplett von Maschinen ersetzt, sondern meist in Teilbereichen. Es entstünden auch viele neue Jobs. Die wirtschaftliche Entwicklung werde durch die KI befeuert. Man rechne für 2030 mit einer Wertschöpfung im Bereich von 16 Billionen US-Dollar und einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 26 Prozent. Durch die Automatisierung könnten Unternehmen zukünftig jährlich drei bis vier Billionen US-Dollar einsparen.<sup id="cite_ref-119" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-119 <span class="cite-bracket">[</span>119<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>Branchenvertreter und Politiker in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten Vereinigten Staaten] forderten 2024, die Laufzeiten für [https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk Kohlekraftwerke] zu verlängern und nicht, wie in den aktuellen Dekarbonisierungsplänen vorgesehen, zu verkürzen. Sie begründeten dies mit einem vermehrten Energiebedarf für KI-Anwendungen und mit Notwendigkeiten im globalen Wettbewerb.<sup id="cite_ref-120" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz#cite_note-120 <span class="cite-bracket">[</span>120<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
== Literatur ==
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<div class="mw-heading mw-heading2">
== Weblinks ==
</div><div class="sisterproject"><div class="noresize noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Commons">[[file:12px-Commons-logo.svg.png|12x16px]]</span></span></div>'''<span class="plainlinks">[https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Artificial_intelligence?uselang=de <span lang="en">Commons</span>: Künstliche Intelligenz]</span>'''&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
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*[https://www.kuenstliche-intelligenz.de/ Fachbereich Künstliche Intelligenz der Gesellschaft für Informatik (GI)]
*[https://www.heise.de/thema/K%C3%BCnstliche-Intelligenz Artikel zum Thema Künstliche Intelligenz] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Heise_online heise.de]
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Computerwoche Computerwoche.de]: [https://www.computerwoche.de/a/was-sie-zum-thema-ki-wissen-muessen,3544140 ''FAQ Künstliche Intelligenz'']
*Thomas Brandstetter: [https://www.spektrum.de/news/neuromorphe-computer-rechnen-wie-das-gehirn/2196684 ''Mit dem Gehirn als Vorbild zu besserer KI''] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Spektrum.de Spektrum.de] vom 4. November 2023
<p>'''Audios'''</p>
*<span class="cite">[https://archive.org/details/phil.-argumente-gegen-ki ''Elektrotechnik-Ingenieur und Philosoph Rolf Eraßme im Gespräch: Warum man Menschen nicht nachbauen kann. Philosophische Argumente gegen die Künstliche Intelligenz.''] (Podcast; 40&nbsp;Min.) In: ''Bayerischer Rundfunk.'' 11.&nbsp;Mai 2018,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 4.&nbsp;Januar 2025</span> (Moderation: Ania Mauruschat).</span>
*<span class="cite">[https://www.digitalkompakt.de/podcast/kuenstliche-intelligenz-ki/ ''Zum aktuellen Stand von Künstlicher Intelligenz.''] (Podcast; 55&nbsp;Min.) In: ''digitalkompakt.'' 25.&nbsp;August 2016,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 18.&nbsp;November 2021</span>.</span>
*[https://www.ardaudiothek.de/sendung/der-ki-podcast/94632864/ ARD – Der KI-Podcast – Wissen]
<p>'''Videos'''</p>
*[https://archive.org/details/iHuman-DE iHuman, Tonje Hessen Schei, 2019]
*[https://www.youtube.com/watch?v=rafhHIQgd2A Vortrag von Jürgen Schmidhuber: Künstliche Intelligenz wird alles ändern, 2016]
*[https://www.arte.tv/de/videos/115067-000-A/schlaue-neue-welt-das-ki-wettrennen/ Schlaue neue Welt – Das KI-Wettrennen. Dokumentation, RBB, 2024]
<p>'''Englisch'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Norvig Peter Norvig], [http://aima.cs.berkeley.edu/ai.html aima.cs.berkeley.edu: ''AI on the Web''] – Zusammenstellung weiterführender Links
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**Richmond Thomason:&nbsp;[https://plato.stanford.edu/entries/logic-ai/ ''Logic and Artifical Intelligence.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''.
**Frederic Portoraro:&nbsp;[https://plato.stanford.edu/entries/reasoning-automated/ ''Automated Reasoning.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''.

Version vom 9. Januar 2025, 07:48 Uhr

Künstliche Intelligenz (KI), auch artifizielle Intelligenz (AI), englisch artificial intelligence, ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierungintelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Der Begriff ist schwierig zu definieren, da es bereits an einer genauen Definition von Intelligenz mangelt.

Versuchsweise wird Intelligenz definiert als die Eigenschaft, die ein Wesen befähigt, angemessen und vorausschauend in seiner Umgebung zu agieren. Dazu gehört die Fähigkeit, Umgebungsdaten wahrzunehmen, d. h. Sinneseindrücke zu haben und darauf zu reagieren, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und als Wissen zu speichern, Sprache zu verstehen und zu erzeugen, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Praktische Erfolge der KI werden schnell in die Anwendungsbereiche integriert und zählen dann nicht mehr zur KI.

Allgemeines

Begriffsherkunft und Definitionsversuche

Der Begriff künstliche Intelligenz (im englischen Original artificial intelligence) wurde 1955 geprägt von dem US-amerikanischen Informatiker John McCarthy im Rahmen eines Förderantrags an die Rockefeller-Stiftung für das Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, einem Forschungsprojekt, bei der sich dem Sommer 1956 eine Gruppe von 10 Wissenschaftlern über ca. 8 Wochen mit der Thematik befasste.[1][2]

Es existieren zahlreiche Definitionen für den Begriff der KI. Je nach Sichtweise wird die künstliche Intelligenz in Industrie, Forschung und Politik entweder über die zu erzielenden Anwendungen oder den Blick auf die wissenschaftlichen Grundlagen definiert:

„Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, »menschenähnliche«, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“

– Bitkom e. V. und Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz[3]

„Die künstliche Intelligenz [...] ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Erforschung von Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens befasst [...].“

– Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Neurowissenschaften[2]

„Unter künstlicher Intelligenz (KI) verstehen wir Technologien, die menschliche Fähigkeiten im Sehen, Hören, Analysieren, Entscheiden und Handeln ergänzen und stärken.“

– Microsoft Corp.[4]

„Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren.“

– Europäisches Parlament (Webseite)[5]

Die Definitionen für künstliche Intelligenz lassen sich nach Stuart J. Russell und Peter Norvig in vier Kategorien einteilen:[6]

  • Nachbildung von menschlichem Denken
  • Nachbildung von rationalem Denken
  • Nachbildung von menschlichem Verhalten
  • Nachbildung von rationalem Verhalten

EU-rechtliche Definition

Die KI-Verordnung der EU definiert in Artikel 3 (Begriffsbestimmungen) ein „KI-System“ wie folgt:

Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck [...] „KI-System“ ein maschinengestütztes System, das für einen in unterschiedlichem Grade autonomen Betrieb ausgelegt ist und das nach seiner Betriebsaufnahme anpassungsfähig sein kann und das aus den erhaltenen Eingaben für explizite oder implizite Ziele ableitet, wie Ausgaben wie etwa Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erstellt werden, die physische oder virtuelle Umgebungen beeinflussen können[7]

Diese Definition wird im Erwägungsgrund 12 etwas allgemeinverständlicher eingeordnet.[7]

Alltagstaugliche Definitionen

Um ein System im Alltag konkret als „KI“ oder „nicht KI“ einordnen zu können, ist in vielen Unternehmen eine Annäherung über möglichst konkrete und verständliche Kriterien notwendig. Diese werden z. B. von IT- und Compliance-Stakeholdern erarbeitet, stehen im Kontext vorhandener Informationssicherheits, Compliance- und/oder Risikomanagement-Systeme und orientieren sich - Stand Dezember 2024 - beispielsweise an folgenden Definitionen:

  • Ein System wird als 'KI-System' eingestuft, wenn es mindestens eine Komponente enthält, deren Ausgaben auf Verarbeitungs- bzw. Entscheidungsmustern beruhen, die sie zuvor in einer Lernphase auf Basis großer Datenmengen selbst generiert hat.
  • Ebenfalls als eindeutiges Merkmal gilt, dass die Ausgabe eines KI-Systems zu einer spezifischen Eingabe nicht alleine über Programmierung, Konfiguration und Parametrisierung vorhergesagt werden kann, sondern bestenfalls auf Basis der Daten, mit denen das System angelernt wurde. Hier liegt ein risikobasierter Ansatz zugrunde, da die KI-Komponente als Black Box eingestuft wird, deren innere Funktionsweise nicht transparent ist. (Vgl. Black-Box-Test)

Diese Annäherungen können sowohl auf generative als auch auf prädiktive KI angewendet werden.

Ein Non-KI-System, in dessen Algorithmen ein zuvor woanders erlerntes KI-Verarbeitungsmuster integriert ist, wird aufgrund der Risiken, die sich aus der o. g. Intransparenz ergeben, derzeit meist ebenfalls als KI-System eingeordnet. Dies betrifft beispielsweise die Mehrfachverwendung eines allgemeinen LLM-Modells in unterschiedlichen fachlichen Kontexten. (Stand Dezember 2024)

Der Vorteil der vorgenannten Annäherungen liegt darin, dass sie die Unschärfen des „Intelligenz“-Begriffs sowie Interpretationsspielräume der o. g. EU-Verordnung vermeiden, indem ausschließlich bekannte technische Aspekte der in Frage kommenden Systeme zugrunde gelegt werden: Für jeden Quellcode (White Box) kann eine eindeutige Aussage abgeleitet werden, ob eine Lernfähigkeit (z. B. nach Art der unten aufgeführten Methoden) eingebaut ist oder nicht. Ist der Quellcode nicht einsehbar, kann der Hersteller/Programmierer konsultiert werden.

Unterscheidungsbeispiel:

  • Ein Navigationssystem ist ein KI-System, wenn es anhand von Daten zu einer Teilmenge aller möglichen Fahrten „angelernt“ wurde, für jede mögliche Fahrt die schnellste Route zu finden.
  • Ein Navigationssystem ist kein KI-System, wenn es die schnellste Route aufgrund unveränderlicher*, mindestens dem Hersteller/Programmierer bekannter Algorithmen und einer zuvor nach ebenso bekannten Regeln optimierten, unveränderlichen* Datenbank ermittelt. (*unveränderlich mit Ausnahme herkömmlicher Updates, z. B. für Sicherheit, Effizienzverbesserungen, neue Funktionen und Kartenaktualisierungen)

Im vorgenannten Beispiel liegt der Fokus auf der Routenfindung. Eine ggf. vorgeschaltete Sprachsteuerung wäre separat zu betrachten.

Metaphorik

Der Diskurs über KI ist stark von einer metaphorischen Sprache geprägt[8][9][10]. Begriffe wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind selbst anthropomorphe Metaphern, die auf die menschliche Kognition anspielen.

Eine weitere gängige Metapher ist die Black Box, die die Intransparenz vieler KI-Systeme beschreibt[11]. Im wissenschaftlichen Diskurs werden große Sprachmodelle auch als stochastische Papageien bezeichnet, um darauf hinzuweisen, dass sie Texte erzeugen, ohne den Inhalt wirklich zu verstehen[12]. Der Autor Ted Chiang vergleicht große Sprachmodelle mit einem unscharfen JPEG aus dem Netz, um Kompressionsmechanismen zu veranschaulichen[13].

Anthropomorphe Metaphern sind umstritten, da sie ein übertriebenes oder verzerrtes Bild von KI-Systemen vermitteln können.[14][15] Alternativ diskutieren Forscher und Journalisten Metaphern wie KI als Werkzeuge[16], Spiegel, Tiere, Organismen oder Naturphänomene[17] (siehe auch AI Slop). Die Wahl einer Metapher beeinflusst nicht nur das öffentliche Verständnis von KI[18], sondern spielt auch eine Rolle in der Gesetzgebung[19], Regulierung[20] und wissenschaftlichen Forschung[21].

Starke und schwache KI

Starke KI wären kognitive Systeme, die auf Augenhöhe mit Menschen die Arbeit zur Erledigung schwieriger Aufgaben übernehmen können. Demgegenüber geht es bei schwacher KI darum, konkrete Anwendungsprobleme zu meistern. Das menschliche Denken und technische Anwendungen sollen hier in Einzelbereichen unterstützt werden.[22] Die Fähigkeit zu lernen ist eine Hauptanforderung an KI-Systeme und muss ein integraler Bestandteil sein, der nicht erst nachträglichhinzugefügt werden darf. Ein zweites Hauptkriterium ist die Fähigkeit eines KI-Systems, mit Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten (sowie mit probabilistischenInformationen) umzugehen.[23] Insbesondere sind solche Anwendungen von Interesse, zu deren Lösung nach allgemeinem Verständnis eine Form von „Intelligenz“ notwendig zu sein scheint. Letztlich geht es der schwachen KI somit um die Simulation intelligenten Verhaltens mit Mitteln der Mathematik und der Informatik, es geht ihr nicht um Schaffung von Bewusstsein oder um ein tieferes Verständnis von Intelligenz. Während die Schaffung starker KI an ihrer philosophischen Fragestellung bis heute scheiterte, sind auf der Seite der schwachen KI in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt worden.

Ein starkes KI-System muss nicht viel mit dem Menschen gemeinsam haben. Es wird wahrscheinlich eine andersartige kognitive Architektur aufweisen und auch in seinen Entwicklungsstadien nicht mit den evolutionären kognitiven Stadien des menschlichen Denkens vergleichbar sein (Evolution des Denkens). Vor allem ist nicht anzunehmen, dass eine künstliche Intelligenz Gefühle wie Liebe, Hass, Angst oder Freude besitzt.[24]

Forschungsgebiete

Neben den Forschungsergebnissen der Kerninformatik selbst sind in die Erforschung der KI Ergebnisse der Psychologie, Neurologie und Neurowissenschaften, der Mathematik und Logik, Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Linguistik eingeflossen. Umgekehrt nahm die Erforschung der KI auch ihrerseits Einfluss auf andere Gebiete, vor allem auf die Neurowissenschaften. Dies zeigt sich in der Ausbildung des Bereichs der Neuroinformatik, der der biologieorientierten Informatik zugeordnet ist, sowie der Computational Neuroscience.

Bei künstlichen neuronalen Netzen handelt es sich um Techniken, die ab Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden und auf der Neurophysiologie aufbauen.

KI stellt somit kein geschlossenes Forschungsgebiet dar. Vielmehr werden Techniken aus verschiedenen Disziplinen verwendet, ohne dass diese eine Verbindung miteinander haben müssen.

Eine wichtige Tagung ist die International Joint Conference on Artificial Intelligence (IJCAI), die seit 1969 stattfindet.

Seit der Begriffsprägung im Jahre 1955 hat sich eine Reihe relativ selbständiger Teildisziplinen herausgebildet:

Zur Forschungsrichtung künstliches Leben bestehen enge Beziehungen. Das Fernziel der KI ist die als starke KI oder künstliche allgemeine Intelligenz bezeichnete Fähigkeit eines intelligenten Agenten, jede intellektuelle Aufgabe zu verstehen oder zu erlernen, die der Mensch oder ein anderes Lebewesen bewältigen kann.

Geschichte

Teilgebiete

Wissensbasierte Systeme

Wissensbasierte Systeme modellieren eine Form rationaler Intelligenz für sogenannte Expertensysteme. Diese sind in der Lage, auf eine Frage des Anwenders auf Grundlage formalisierten Fachwissens und daraus gezogener logischer Schlüsse Antworten zu liefern. Beispielhafte Anwendungen finden sich in der Diagnose von Krankheiten oder der Suche und Beseitigung von Fehlern in technischen Systemen.

Beispiele für wissensbasierte Systeme sind Cyc und Watson.

Musteranalyse und Mustererkennung

Visuelle Intelligenz ermöglicht es, Bilder bzw. Formen zu erkennen und zu analysieren. Als Anwendungsbeispiele seien hier Handschrifterkennung, Identifikation von Personen durch Gesichtserkennung, Abgleich der Fingerabdrücke oder der Iris, industrielle Qualitätskontrolle und Fertigungsautomation (letzteres in Kombination mit Erkenntnissen der Robotik) genannt.

Mittels sprachlicher Intelligenz ist es beispielsweise möglich, einen geschriebenen Text in gesprochene Sprache umzuwandeln (Sprachsynthese) und umgekehrt einen gesprochenen Text zu verschriftlichen (Spracherkennung). Diese automatische Sprachverarbeitung kann erweitert werden, so dass etwa durch latente semantische Analyse (kurz LSI) Wörtern und Texten Bedeutung beigemessen werden kann.

Beispiele für Systeme zur Mustererkennung sind Google Brain und Microsoft Adam.[25]

Mustervorhersage

Die Mustervorhersage ist eine Erweiterung der Mustererkennung. Sie stellt die Grundlage des von Jeff Hawkins definierten hierarchischen Temporalspeichers dar.

“Prediction is not just one of the things your brain does. It is the primary function of the neocortex, and the foundation of intelligence.”

„Vorhersage ist nicht einfach nur eines der Dinge, die dein Gehirn tut. Sie ist die Hauptfunktion des Neocortex und das Fundament der Intelligenz.“

– Jeff Hawkins: On Intelligence[26]

Solche Systeme haben den Vorteil, dass sie z. B. nicht nur ein bestimmtes Objekt in einem Einzelbild erkennen (Mustererkennung), sondern aus einer Serie von Bildern vorhersagen können, wo sich das Objekt als Nächstes befinden wird.

Robotik

Die Robotik beschäftigt sich mit manipulativer Intelligenz. Mit Hilfe von Robotern können unter anderem gefährliche Tätigkeiten wie etwa die Minensuche oder auch immer gleiche Manipulationen, wie sie beim Schweißen oder Lackieren auftreten können, automatisiert werden.

Der Grundgedanke ist es, Systeme zu schaffen, die intelligente Verhaltensweisen von Lebewesen nachvollziehen können. Beispiele für derartige Roboter sind ASIMOund Atlas.

Künstliches Leben

KI überlappt sich mit der Disziplin künstliches Leben (Artificial life, AL),[27] und wird als übergeordnete oder auch als eine Subdisziplin gesehen.[28] AL muss deren Erkenntnisse integrieren, da Kognition eine Kerneigenschaft von natürlichem Leben ist, nicht nur des Menschen.

AI-Alignment

Das junge Forschungsfeld der AI-Alignment (zu deutsch KI-Ausrichtung) beschäftigt sich mit der Ausrichtung von KI nach menschlichen Werten und Normen. Unabhängig von der Frage, ob die jeweilige KI über eine Form von Bewusstsein verfügt, verhält sich jede KI entsprechend ihrem Training. Unter anderem durch Fehler oder Lücken im Training kann einer KI leicht Verhalten antrainiert werden, das nicht mit menschlichen Werten vereinbar ist.[23] Die Forschung versucht herauszufinden, wie und ob ethisches Verhalten in KI sichergestellt werden kann, um Probleme wie im Einsatz von KI in Krankenhäusern und Gerichtssälen zu verhindern, aber auch, um die Risiken durch weit fortgeschrittene KI wie im Falle von Technologischer Singularität, zu minimieren.[24]

Methoden

Die Methoden der KI lassen sich grob in zwei Dimensionen einordnen: symbolische vs. neuronale KI und Simulationsmethode vs. phänomenologische Methode. Die Zusammenhänge veranschaulicht die folgende Grafik:

[2]

Die Neuronale KI verfolgt einen Bottom-up-Ansatz und möchte das menschliche Gehirn möglichst präzise nachbilden. Die symbolische KI verfolgt umgekehrt einen Top-down-Ansatz und nähert sich den Intelligenzleistungen von einer begrifflichen Ebene her. Die Simulationsmethode orientiert sich so nah wie möglich an den tatsächlichen kognitiven Prozessen des Menschen. Dagegen kommt es dem phänomenologischen Ansatz nur auf das Ergebnis an.

Viele ältere Methoden, die in der KI entwickelt wurden, basieren auf heuristischen Lösungsverfahren. In jüngerer Zeit spielen mathematisch fundierte Ansätze aus der Statistik, der mathematischen Programmierung und der Approximationstheorie eine bedeutende Rolle.

Die konkreten Techniken der KI lassen sich grob in Gruppen einteilen:

Suchen

Die KI beschäftigt sich häufig mit Problemen, bei denen nach bestimmten Lösungen gesucht wird. Verschiedene Suchalgorithmen werden dabei eingesetzt. Ein Paradebeispiel für die Suche ist der Vorgang der Wegfindung, der in vielen Computerspielen eine zentrale Rolle einnimmt und auf Suchalgorithmen wie dem A*-Algorithmus basiert.

Planen

Neben dem Suchen von Lösungen stellt das Planen einen wichtigen Aspekt der KI dar. Der Vorgang des Planens unterteilt sich dabei in zwei Phasen:

  1. Die Zielformulierung: Ausgehend vom momentanen Umgebungs- bzw. Weltzustand wird ein Ziel definiert. Ein Ziel ist hierbei eine Menge von Weltzuständen,bei der ein bestimmtes Zielprädikat erfüllt ist.
  2. Die Problemformulierung: Nachdem bekannt ist, welche Ziele angestrebt werden sollen, wird in der Problemformulierung festgelegt, welche Aktionen und Weltzustände betrachtet werden sollen. Es existieren hierbei verschiedene Problemtypen.

Planungssysteme planen und erstellen aus solchen Problembeschreibungen Aktionsfolgen, die Agentensysteme ausführen können, um ihre Ziele zu erreichen.

Optimierungsmethoden

Oft führen Aufgabenstellungen der KI zu Optimierungsproblemen. Diese werden je nach Struktur entweder mit Suchalgorithmen aus der Informatik oder, zunehmend, mit Mitteln der mathematischen Optimierung gelöst. Bekannte heuristische Suchverfahren aus dem Kontext der KI sind evolutionäre Algorithmen.

Logisches Schließen

Eine Fragestellung der KI ist die Erstellung von Wissensrepräsentationen, die dann für automatisches logisches Schließen benutzt werden können. Menschliches Wissen wird dabei – soweit möglich – formalisiert, um es in eine maschinenlesbare Form zu bringen. Diesem Ziel haben sich die Entwickler diverser Ontologienverschrieben.

Schon früh beschäftigte sich die KI damit, automatische Beweissysteme zu konstruieren, die Mathematikern und Informatikern beim Beweisen von Sätzen und beim Programmieren (Logikprogrammierung) behilflich wären. Zwei Schwierigkeiten zeichneten sich ab:

  1. Formuliert man Sätze in den natürlicher Sprache nahen, relativ bequemen Beschreibungssprachen, werden die entstehenden Suchprobleme allzu aufwändig. In der Praxis mussten Kompromisse geschlossen werden, bei denen die Beschreibungssprache für den Benutzer etwas umständlicher, die zugehörigen Optimierungsprobleme für den Rechner dafür jedoch einfacher zu handhaben waren (Prolog, Expertensysteme).
  2. Selbst mächtige Beschreibungssprachen werden unhandlich, wenn man versucht, unsicheres oder unvollständiges Wissen zu formulieren. Für praktische Probleme kann dies eine ernste Einschränkung sein. Die aktuelle Forschung untersucht daher Systeme, die die Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnunganwenden, um Unwissen und Unsicherheit explizit zu modellieren. Algorithmisch unterscheiden sich diese Methoden von den älteren Verfahren: neben Symbolen werden auch Wahrscheinlichkeitsverteilungen manipuliert.

Eine andere Form des logischen Schließens stellt die Induktion dar (Induktionsschluss, Induktionslogik), in der Beispiele zu Regeln verallgemeinert werden (maschinelles Lernen). Auch hier spielen Art und Mächtigkeit der Wissensrepräsentation eine wichtige Rolle. Man unterscheidet zwischen symbolischen Systemen, in denen das Wissen – sowohl die Beispiele als auch die induzierten Regeln – explizit repräsentiert ist, und subsymbolischen Systemen wie neuronalen Netzen, denen zwar ein berechenbares Verhalten „antrainiert“ wird, die jedoch keinen Einblick in die erlernten Lösungswege erlauben.

Approximationsmethoden

In vielen Anwendungen geht es darum, aus einer Menge von Daten eine allgemeine Regel abzuleiten (maschinelles Lernen). Mathematisch führt dies zu einem Approximationsproblem. Im Kontext der KI wurden hierzu unter anderem künstliche neuronale Netze vorgeschlagen, die als universale Funktionsapproximatoren eingesetzt werden können, jedoch insbesondere bei vielen verdeckten Schichten schwer zu analysieren sind. Manchmal verwendet man deshalb alternative Verfahren, die mathematisch einfacher zu analysieren sind.

Künstliches Neuronales Netz

Große Fortschritte erzielt die künstliche Intelligenz in jüngster Zeit im Bereich künstlicher neuronaler Netze, auch unter dem Begriff Deep Learning bekannt. Dabei werden neuronale Netze, die grob von der Struktur des Gehirns inspiriert sind, künstlich auf dem Computer simuliert. Viele der jüngsten Erfolge wie bei Handschrifterkennung, Spracherkennung, Gesichtserkennung, autonomem Fahren, maschineller Übersetzung und auch der Erfolg von AlphaGo beruhen auf dieser Technik.

Anwendungen

Künstliche Intelligenz hat eine Vielzahl von Verwendungen in Forschung und Wirtschaft.

Turing-Test

Um ein Kriterium zu haben, wann eine Maschine eine dem Menschen gleichwertige Intelligenz simuliert, wurde von Alan Turing der nach ihm benannte Turing-Test vorgeschlagen. Dabei stellt ein Mensch per Terminal beliebige Fragen an einen anderen Menschen bzw. eine KI, ohne dabei zu wissen, wer jeweils antwortet. Der Fragesteller muss danach entscheiden, ob es sich beim Interviewpartner um eine Maschine oder einen Menschen handelte. Ist die Maschine nicht von einem Menschen zu unterscheiden, so ist sie laut Turing intelligent.[29] Bisher konnte keine Maschine den Turing-Test zweifelsfrei bestehen. Seit 1991 existiert der Loebner-Preis für den Turing-Test.

Technologische Singularität

Grob wird unter der technologischen Singularität der hypothetische Zeitpunkt verstanden, an dem künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz übertrifft. Ab diesem Zeitpunkt wird die weitere technologische Entwicklung hauptsächlich von KI vorangetrieben und nicht mehr vom Menschen.

Bewusstsein bei künstlicher Intelligenz

In den Neurowissenschaften ist es eine Grundannahme, dass Bewusstseinsprozesse mit neuronalen Prozessen des Gehirns korrelieren (siehe Neuronales Korrelat des Bewusstseins). Nach Jürgen Schmidhuber ist das Bewusstsein nur ein Nebenprodukt des Problemlösens des Gehirns. So sei auch bei künstlichen Problemlösern (z. B. autonomen mobilen Robotern) von Vorteil, wenn diese sich ihrer selbst und ihrer Umgebung „bewusst“ seien. Schmidhuber bezieht sich bei „Bewusstsein“ im Kontext autonomer Roboter auf ein digitales Weltmodell inklusive des Systems selbst, nicht jedoch auf das Erleben von Zuständen. Ein Weltmodell könnte im Kontext von Reinforcement Learning dadurch erlernt werden, dass Aktionen belohnt werden, die das Weltmodell erweitern.[30]

Angrenzende Wissenschaften

Sprachwissenschaft

Die Interpretation menschlicher Sprache durch Maschinen besitzt bei der KI-Forschung eine entscheidende Rolle. So ergeben sich etwaige Ergebnisse des Turing-Tests vor allem in Dialogsituationen, die bewältigt werden müssen.

Die Sprachwissenschaft liefert mit ihren Grammatikmodellen und psycholinguistischen Semantikmodellen wie der Merkmals- oder der Prototypensemantik Grundlagen für das maschinelle „Verstehen“ komplexer natürlichsprachlicher Phrasen. Zentral ist die Frage, wie Sprachzeichen eine tatsächliche Bedeutung für eine künstliche Intelligenz haben können.[31] Das Chinese-Room-Argument des Philosophen John Searle sollte indes zeigen, dass es selbst dann möglich wäre, den Turing-Test zu bestehen, wenn den verwendeten Sprachzeichen dabei keinerlei Bedeutung beigemessen wird. Insbesondere Ergebnisse aus dem Bereich Embodiment betonen zudem die Relevanz von solchen Erfahrungen, die auf der Verkörperung eines Agenten beruhen sowie dessen Einbindung in eine sinnvolle Umgebung für jede Form von Kognition, also auch zur Konstruktion von Bedeutung durch eine Intelligenz.

Eine Schnittstelle zwischen der Linguistik und der Informatik bildet die Computerlinguistik, die sich unter anderem mit maschineller Sprachverarbeitung und künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Psychologie

Die Psychologie beschäftigt sich unter anderem mit dem Begriff Intelligenz.

Psychotherapie

In der Psychotherapieforschung existieren seit geraumer Zeit experimentelle Anwendungen der künstlichen Intelligenz, um Defizite und Engpässe in der psychotherapeutischen Versorgung zu überbrücken und Kosten zu sparen.[32]

Philosophie

Die philosophischen Aspekte der KI-Problematik gehören zu den weitreichendsten der gesamten Informatik.

Die Antworten, die auf die zentralen Fragen dieses Bereiches gegeben werden, reichen weit in ontologische und erkenntnistheoretische Themen hinein, die das Denken des Menschen schon seit den Anfängen der Philosophie beschäftigen. Wer solche Antworten gibt, muss die Konsequenzen daraus auch für den Menschen und sich selbst ziehen. Nicht selten möchte man umgekehrt vorgehen und die Antworten, die man vor der Entwicklung künstlicher Intelligenz gefunden hat, auf diese übertragen. Doch wie sich zeigte, hat die künstliche Intelligenz zahlreiche Forscher dazu veranlasst, Probleme wie das Verhältnis zwischen Materie und Geist, die Ursprünge des Bewusstseins, die Grenzen der Erkenntnis, das Problem der Emergenz, die Möglichkeit außermenschlicher Intelligenz usw. in einem neuen Licht zu betrachten und zum Teil neu zu bewerten.

Eine dem metaphysischen bzw. auch idealistischen Denken verpflichtete Sichtweise hält es (im Sinn einer schwachen KI) für unmöglich, dass Maschinen jemals mehr als nur simuliertes Bewusstsein mit wirklicher Erkenntnis und Freiheit besitzen könnten. Aus ontologischer Sicht kritisiert der amerikanische Philosoph Hubert Dreyfusdie Auffassung der starken KI. Aufbauend auf der von Martin Heidegger in dessen Werk Sein und Zeit entwickelten Ontologie der „Weltlichkeit der Welt“ versucht Dreyfus zu zeigen, dass hinter das Phänomen der Welt als sinnhafte Bedeutungsganzheit nicht zurückgegangen werden kann: Sinn, d. h. Beziehungen der Dinge in der Welt aufeinander, sei ein Emergenzphänomen, denn es gibt nicht „etwas Sinn“ und dann „mehr Sinn“. Damit erweist sich jedoch auch die Aufgabe, die sinnhaften Beziehungen zwischen den Dingen der Welt in einen Computer einzuprogrammieren, als eigentlich unmögliches bzw. unendliches Vorhaben. Dies deshalb, weil Sinn nicht durch Addition von zunächst sinnlosen Elementen hergestellt werden kann.[33]

Eine evolutionär-progressive Denkrichtung sieht es hingegen (im Sinn einer starken KI) als möglich an, dass Systeme der künstlichen Intelligenz einmal den Menschen in dem übertreffen könnten, was derzeit noch als spezifisch menschlich gilt. Dies birgt zum einen die Gefahr, dass solche KI-Maschinen sich gegen die Interessen der Menschen wenden könnten. Andererseits birgt diese Technologie die Chance, Probleme zu lösen, deren Lösung dem Menschen wegen seiner limitierten Kapazitäten schwerfällt (siehe auch technologische Singularität).

Weitere Anknüpfungspunkte lassen sich in der analytischen Philosophie finden.

Die Ethik der Künstlichen Intelligenz erforscht ethische Normen für Entwurf, Herstellung, Testung, Zertifizierung und den Einsatz künstlich intelligenter Systeme und fragt nach Prinzipien für das ethische Verhalten von KI-Systemen. Intensiv untersuchte Themen sind dabei ethische Fragen des Autonomen Fahrens und Autonomer Waffensysteme sowie die Probleme und Realisierungsmöglichkeiten künstlicher moralischer Agenten.[34][35]

Rechtsphilosophie und Roboterethik gehen der Frage nach, ob eine KI für ihr gesetzwidriges Handeln oder Fehlverhalten verantwortlich gemacht werden kann (z. B. bei einem Autounfall durch ein autonomes Fahrzeug) und wer dafür haftet.[36]

Der russisch-amerikanische Biochemiker und Sachbuchautor Isaac Asimov beschreibt in seinen drei Robotergesetzen die Voraussetzungen für ein friedliches und unterstützendes Zusammenleben zwischen KI und Mensch. Diese Gesetze wurden später von anderen Autoren erweitert.

Bei Karl Marx finden sich im sogenannten Maschinenfragment, einem Teil der Grundrisse (1857–58), Überlegungen zur Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen, die sich auch auf Maschinen mit Künstlicher Intelligenz anwenden lassen.[37]

Menschenrechte

Zu den zentralen Fragen beim KI-Einsatz gehören die Aufteilung rechtlicher Verpflichtungen zwischen Staaten und Unternehmen sowie die Implikationen der Menschenrechte im Hinblick auf den Einsatz von KI in bestimmten Anwendungsbereichen, z. B. bei der Gesichtserkennung oder Erleichterung der Entscheidungsfindung von Gerichten. Auch wird das Ausmaß der technologischen Zusammenarbeit im Bereich der KI mit Staaten, die sich nicht an menschenrechtliche Grundstandards halten, aus wirtschaftsethischer und völkerrechtlicher Perspektive diskutiert.[38][39]

Klimatologie und Ökologie

Der exponentiell zunehmende massiv ansteigende Energieverbrauch durch KI und der damit verbundene erhöhte Ausstoß des klimaaktiven Gases Kohlendioxid wirft grundlegende Fragen auf, wie sich die neue Technologie auf den menschengemachten Klimawandel auswirken wird. Auch der enorme Wasserverbrauch zur Kühlung der Rechenzentren wird seit einiger Zeit genauer untersucht.

Im Januar 2024 veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) die Publikation „Electricity 2024, Analysis and Forecast to 2026“, eine Prognose zum Stromverbrauch.[40] Dies ist der erste IEA-Bericht, der Prognosen für Rechenzentren und den Stromverbrauch für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen enthält. Der Bericht besagt, dass sich der Strombedarf für diese Anwendungen von 2024 bis 2026 verdoppeln könnte, wobei der zusätzliche Stromverbrauch dem Stromverbrauch von ganz Japan entsprechen würde.[41]

Der enorme Stromverbrauch von KI ist somit für einen Anstieg der Nutzung fossiler Brennstoffe mitverantwortlich und könnte weltweit die Schließung veralteter, kohlenstoffemittierender Kohlekraftwerke verzögern. So wird z. B. in den gesamten USA im ersten Halbjahr 2024 in großem Ausmaß mit dem Bau von Rechenzentren begonnen, was international führende Technologieunternehmen (z. B. ChatGPT, Meta, Google, Amazon) quasi über Nacht zu Marktteilnehmern mit massiv steigendem Stromverbrauch macht. Der prognostizierte Stromverbrauch ist so immens, dass die Sorge besteht, dass er die Maßnahmen gegen menschengemachten Klimawandel negativ beeinflussen wird.[42] So verbraucht eine ChatGPT-Suche zehn bis zwanzigmal so viel elektrische Energie wie eine bisherige normale Google-Suche.[43]

Auch der Wasserverbrauch von K.I. ist zurzeit immens: Laut einer Forschungsarbeit der University of California wird für eine einzelne Anfrage an ChatGPT das Äquivalent von einer Flasche Wasser benötigt.[44]

Informatik

Die künstliche Intelligenz ist mit den anderen Disziplinen der Informatik eng verzahnt. Eine Abgrenzung kann anhand der erzielten Ergebnisse versucht werden. Hierzu scheint es sinnvoll, verschiedene Dimensionen von Intelligenz zu unterscheiden:

  1. Die Fähigkeit zur Verarbeitung beliebiger Symbole (nicht nur Zahlen).
  2. Der Aufbau eines inneren Modells der äußeren Welt, eines Selbstmodells, sowie der Beziehung von Selbst und Welt.
  3. Die Fähigkeit zu einer zweckentsprechenden Anwendung des Wissens.
  4. Die Fähigkeit, die im gespeicherten Wissen enthaltenen Zusammenhänge aufzudecken, d. h. logisch schlussfolgern zu können.
  5. Die Fähigkeit zur Verallgemeinerung (Abstraktion) und zur Spezialisierung (d. h. zu Anwendung allgemeiner Zusammenhänge auf konkrete Sachverhalte).
  6. Das Vermögen, erworbenes Wissen und vorhandene Erfahrung auf neue, bisher unbekannte Situationen zu übertragen.
  7. Die Fähigkeit, sich planvoll zu verhalten und entsprechende Strategien zum Erreichen der Ziele bilden zu können.
  8. Anpassungsfähigkeit an verschiedene, u. U. sich zeitlich ändernde Situationen und Problemumgebungen.
  9. Lernfähigkeit, verbunden mit dem Vermögen, partiellen Fortschritt oder Rückschritt einschätzen zu können.
  10. Die Fähigkeit, auch in unscharf bzw. unvollständig beschriebenen oder erkannten Situationen handeln zu können.
  11. Die Fähigkeit zur Mustererkennung (Besitz von Sensoren) und zur aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt (Besitz von Effektoren).
  12. Über ein Kommunikationsmittel von der Komplexität und Ausdrucksfähigkeit der menschlichen Sprache verfügen.

Seit 1966 wird mit dem Turing Award ein Informatikpreis vergeben. Viele der Preisträger wurden wegen ihrer Errungenschaften im Bereich der Erforschung und Entwicklung Künstlicher Intelligenz ausgezeichnet.

Kritik an der KI-Forschung

Stephen Hawking warnte 2014 vor der KI und sah darin eine Bedrohung für die Menschheit. Durch die KI könnte das Ende der Menschheit eingeleitet werden. Ob die Maschinen irgendwann die Kontrolle übernehmen werden, werde die Zukunft zeigen. Aber es sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen.[45][46][47]

Im August 2017 forderten 116 Unternehmer und Experten aus der Technologiebranche (u. a. Mustafa Suleyman, Elon Musk, Yoshua Bengio, Stuart Russell, Jürgen Schmidhuber) in einem offenen Brief an die UN, dass autonome Waffen verboten werden sollten bzw. auf die seit 1983 bestehende CCW-Liste gesetzt werden sollen. Die Certain Conventional Weapons sind von der UN verboten und beinhalten unter anderem Chemiewaffen. Nach Schwarzpulver und der Atombombe drohe die dritte Revolution der Kriegsführung. Zitat aus dem Schreiben: „Wenn diese Büchse der Pandora einmal geöffnet ist, wird es schwierig, sie wieder zu schließen“ und „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“. Terroristen und Despoten könnten die autonomen Waffen nutzen und sogar hacken.[48][49]

Argumentativ entgegengetreten sind solchen Positionen u. a. Rodney Brooks und Jean-Gabriel Ganascia.[50] Jörg Phil Friedrich vertritt den Standpunkt, es sei weniger eine künstliche Intelligenz, die uns in den KI-Systemen begegne, „sondern eine über weite Strecken degenerierte menschliche Intelligenz“.[51]

Im Februar 2018 wurde ein Bericht einer Projektgruppe führender Experten im Bereich KI veröffentlicht, der vor möglichen „Bösartige[n] Nutzungen künstlicher Intelligenz“ (englischer Originaltitel: „The Malicious Use of Artificial Intelligence“) warnt.[52] Beteiligt waren daran unter anderem Forscher der Universitäten von Oxford, Yale und Stanford, sowie Entwickler von Microsoft und Google. Der Bericht nimmt Bezug auf schon existierende Technologien und demonstriert anhand von diversen Szenarien, wie diese von Terroristen, Kriminellen und despotischen Regierungen missbraucht werden könnten.[52] Die Autoren des Berichts fordern daher eine engere Zusammenarbeit von Forschern, Entwicklern und Gesetzgeber im Bereich KI und schlagen konkrete Maßnahmen vor, wie die Gefahren des Missbrauchs verringert werden könnten.[52]

Der Historiker Yuval Noah Harari sagt, „künstliche Intelligenz und Biotechnologie können zerstören, was den Menschen ausmacht.“ Er warnt vor einem Wettrüsten im Bereich der künstlichen Intelligenz und empfiehlt globale Zusammenarbeit angesichts dieser „existenziellen Bedrohung.“[53] 2024 äußerte er sich im Wochenmagazin Stern besorgt, weil KI „die erste Technologie“ sei, „die eigene Entscheidungen treffen“ könne. Noch komme sie „recht primitiv daher“, doch schreite die Entwicklung zu schnell voran, ohne dass gegenwärtig die damit verbundenen Risiken eingeschätzt werden könnten. Es sei zu befürchten, die KI könnte eines Tages „Waffensysteme selbständig kontrollieren“ und „allein entscheiden, welche Person sie töten“. Die Risiken für die Demokratie bringt Harari mit der potentiellen Fähigkeit der KI in Verbindung, „das erste totale Überwachungssystem der Geschichte zu errichten“.[54]

Richard David Precht wendet sich gegen die Vorstellung, dass künftig böser Wille oder Machtstreben seitens einer entwickelten künstlichen Intelligenz drohe; das Gefahrenpotential liege vielmehr in ihrem falschen Einsatz.[55]

Die ehemalige Google-Teamleiterin Timnit Gebru warnt vor dem bias und dem Energiebedarf großer Sprachmodelle, was Diskriminierung und Klimakrise verschärfen könnte.[56] Um solchen ungewollten Effekten vorzubeugen, versucht der Forschungsbereich des AI-Alignments (zu deutsch KI-Ausrichtung) sicherzustellen, dass KI nach menschlichen Werten wie etwa Egalitarismus handelt. (Siehe auch: Green IT)

Caroline Criado Perez[57] zeigt in ihrer ausführlichen Recherchearbeit das bestehende Gender-Data-Gaps einen negativen Einfluss auf Trainingsdaten von KI nehmen und so bestehende Diskriminierungen reproduziert werden.

Als feministische Kritik im Bezug auf Daten und Technologisierung entwickelten sich bereits in den Anfängen des Internets feministische Praxen wie Cyperfeminismusoder Technofeminismus und prägen den Diskurs der feministischen KI.

Vorschläge zum Umgang mit KI

Der Präsident von Microsoft, Brad Smith, schlug vor, einen Verhaltenskodex aufzustellen, wie etwa eine Digitale Genfer Konvention, um Risiken der künstlichen Intelligenz zu verringern.

Der Ethiker Peter Dabrock empfiehlt im Kontext der Benutzung und Programmierung von künstlicher Intelligenz nicht nur die digitale Kompetenz der Beteiligten zu erhöhen, sondern auch auf klassische Bildungselemente zu setzen. Um mit den dazugehörigen Herausforderungen zurechtzukommen sowie die Fähigkeiten zur Unterscheidung und zur Erkennung von Mehrdeutigkeit zu erhöhen, seien Kenntnisse aus Religion, Literatur, Mathematik, Fremdsprachen, Musik und Sport eine gute Voraussetzung.[58]

Der Deutsche Bundestag hat am 28. Juni 2018 eine Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenzialeeingesetzt.[59] Am 28. Oktober 2020 hat die Kommission ihren Abschlussbericht vorgelegt. Künstliche Intelligenz ist demnach die nächste Stufe der Digitalisierung. Unter dem Leitbild einer „menschenzentrierten KI“ wird eine „demokratische Gestaltung“ der Entwicklung gefordert, so dass KI-Anwendungen vorrangig auf das Wohl und die Würde der Menschen ausgerichtet seien und einen gesellschaftlichen Nutzen bringen. Um einer Diskriminierung von Menschen entgegenzuwirken „braucht es, wenn KI über Menschen urteilt, einen Anspruch auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen, damit eine gerichtliche Überprüfung automatisierter Entscheidungen möglich ist“.[60]

2021 veröffentlichte die EU-Kommission einen Vorschlag über eine KI-Verordnung, über die derzeit verhandelt wird.

Im März 2023 wurde ein u. a. von Elon Musk unterstützter Aufruf zu einer 6-monatigen KI-Entwicklungspause veröffentlicht.[61]

Der KI-Investor Fabian Westerheide verwies im Zusammenhang mit seinem 2024 erschienenen Buch Die KI-Nation auf hohe Investitionen einiger Staaten – insbesondere Chinas – in eine eigene KI-Strategie, warnte vor der Gefahr einer Überwachung durch Backdoors beim Einsatz ausländischer KI und betonte die Bedeutung deutscher und gesamteuropäischer Pläne zur KI.[62]

Verbreitung von KI in Deutschland

Die Zahl der Betriebe, die KI-Technologien einsetzen, ist in Deutschland noch relativ gering. Ende 2018 haben nur 6 Prozent der Unternehmen KI genutzt oder implementiert. 17 Prozent haben angegeben, KI-Einsätze zu testen oder zumindest solche zu planen.[63] Auch die ZEW-Studie[64] kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Im Jahr 2019 haben rund 17.500 Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung (produzierendes Gewerbe und überwiegend unternehmensorientierte Dienstleistungen) KI in Produkten, Dienstleistungen oder internen Prozessen eingesetzt. Das sind 5,8 Prozent der Unternehmen im Berichtskreis.

Das KI-Observatorium

Mit dem Observatorium Künstliche Intelligenz in Arbeit und Gesellschaft (kurz: KI-Observatorium), einem Projekt der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft, fokussiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Frage nach den Auswirkungen von KI auf Arbeit und Gesellschaft. Das KI-Observatorium agiert an der Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft; es fungiert als Wissensträger und Impulsgeber. Das KI-Observatorium hat die Aufgabe, Effekte von KI in der Arbeitswelt frühzeitig zu antizipieren und Handlungsbedarfe aufzuzeigen. Auf diese Weise leistet die im März 2020 gestartete Arbeitseinheit einen Beitrag zur Realisierung der in der KI-Strategie der Bundesregierung formulierten Ziele – etwa zum sicheren und gemeinwohlorientierten Einsatz von KI. Darüber hinaus soll das KI-Observatorium mithilfe von Dialog- und Beteiligungsformaten unterschiedliche gesellschaftliche Akteure im Umgang mit künstlicher Intelligenz befähigen und bestärken.[65]

Die konkreten Aufgabenschwerpunkte des Observatoriums sind in den fünf Handlungsfeldern festgehalten:[66]

  1. Technologie-Foresight und Technikfolgenabschätzung
  2. KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung
  3. Ordnungsrahmen für KI/soziale Technikgestaltung
  4. Aufbau internationaler und europäischer Strukturen
  5. Gesellschaftlicher Dialog und Vernetzung

Grundlegende Schwachstellen der KI

Zu den auch Ende des Jahres 2024 deutlich feststellbaren grundlegenden Schwachstellen der KI gehören u. a.:

  • Generative KI beinhaltet systemimmanente Probleme mit Auftreten des Halluzinieren.[67]
  • Wenige marktbeherrschende Unternehmen im Zusammenhang mit den weltweiten BIG-Tech-Unternehmen kontrollieren durch Ausnutzung ihrer bestehenden Dominanz und durch gezieltes Aufkaufen von KI-Startups die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und verstärken dadurch umso mehr ihre monopolartigenMarktstellungen mit all den damit zusammenhängenden Nachteilen.[68]

Regulierung und Gesetzgebung

Europäische Union

Das Gesetz über künstliche Intelligenz (informell meist KI-Verordnung, englisch AI Act) ist eine EU-Verordnung für die Regulierung von künstlicher Intelligenz. Es ist die weltweit erste umfassende Regulierung dieser Art. Das Gesetz regelt den Einsatz von KI unter anderem für die kritische Infrastruktur, Sicherheitsbehörden und Personalverwaltung.[69] Die Europäische Kommission hat das Gesetz am 21. April 2021 vorgeschlagen und einen ersten Entwurf veröffentlicht.[70] Am 28. September 2022 hat die Europäische Kommission in dem Zusammenhang auch den Entwurf einer Richtlinie über Produkthaftung[71] und einer Richtlinie über KI-Haftung veröffentlicht.[72] Haftungsfragen waren zuvor aus der Verordnung herausgenommen worden.[73] In dem Kontext steht auch die Überarbeitung der Maschinenrichtliniezur EU-Maschinenverordnung, die am 14. Juni 2023 in Kraft getreten ist. Am 9. Dezember 2023 einigten sich die EU-Gesetzgebungsinstitutionen auf die Grundzüge des Gesetzes.[74][75]

Am 12. Juni 2024 hat die EU die KI-Verordnung mit dem Titel „Verordnung (EU) 2024/1689 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 300/2008, (EU) Nr. 167/2013, (EU) Nr. 168/2013, (EU) 2018/858, (EU) 2018/1139 und (EU) 2019/2144 sowie der Richtlinien 2014/90/EU, (EU) 2016/797 und (EU) 2020/1828 (Verordnung über künstliche Intelligenz)“ veröffentlicht.[76] Hier sind Vorschriften zum Inverkehrbringen, Inbetriebnahme und die Verwendung von KI-Systemen festgelegt. Verbotene Praktiken sind in Kapitel II benannt.[77] Ebenso sind die Kriterien zur Einstufung von KI-Systemen als Hochrisiko-KI-Systeme in Kapitel III beschrieben.[78] Für Hochrisiko-KI-Systeme wird die EU eine Datenbank errichten.[79] Sanktionen gegen die Missachtung der Richtlinie sind mit Geldbußen von 35 Millionen Euro oder 7 % des gesamten weltweiten Umsatzes des verstoßenden Unternehmens belegt.[80] Wie jede EU-Richtlinie muss sie in nationale Gesetze übernommen werden. Für KI-Systeme ist eine EU-Konformitätserklärung vorgeschrieben.[81]

Da die KI-Systeme viele Bereiche tangieren, wie am Titel der RL ersichtlich, wurden folgende Richtlinien geändert: Richtlinie 2014/90/EU über Schiffsausrüstung, Richtlinie (EU) 2016/797 über die Interoperabilität des Eisenbahnsystems in der Europäischen Union. Folgende Verordnungen wurden mit der KI-RL auch geändert: Verordnung (EG) Nr. 300/2008 über gemeinsame Vorschriften für die Sicherheit in der Zivilluftfahrt, Verordnung (EU) Nr. 167/2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, Verordnung (EU) Nr. 168/2013 über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen, Verordnung (EU) 2018/858 über die Genehmigung und die Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge, Verordnung (EU) 2018/1139 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit, Verordnung (EU) 2019/2144 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern.[82]

Vereinigte Staaten

In den Vereinigten Staaten gibt es bislang keine Bundesgesetzgebung, die die Verwendung von künstlicher Intelligenz explizit und umfassend reguliert.

Dass der Einsatz von KI möglichst global reguliert wird, halten viele US-amerikanische Juristen jedoch für notwendig, so zum Beispiel Anwalt Shabbi S. Khan: „Generative KI hat das Potenzial, katastrophal zu sein“.[83] Auch die US-Regierung hat erkannt, dass die Machtfülle der großen Tech-Unternehmen zu einer Bedrohung der Demokratie werden kann. Im Juli 2023 wollte US-Präsident Joe Biden eine freiwillige Selbstverpflichtung führender KI-Unternehmen einholen, um zu einer sicheren und transparenten KI-Entwicklung beizutragen.[84]

Darstellung in Film, Videospielen, Literatur und Musik

Künstliche Wesen, die denken können, tauchen seit der Antike als Figuren in Erzählungen auf und sind ein ständiges Thema in der Science-Fiction.[85]

Seit der Klassischen Moderne wird KI in Kunst, Film und Literatur behandelt.[86] Dabei geht es bei der künstlerischen Verarbeitung – im Gegensatz zur KI-Forschung, bei der die technische Realisierung im Vordergrund steht – vor allem um die moralischen, ethischen und religiösen Aspekte und Folgen einer nicht-menschlichen, „maschinellen Intelligenz“.

In der Renaissance wurde der Begriff des Homunculus geprägt, eines künstlichen Miniaturmenschen ohne Seele.[87] Im 18. und 19. Jahrhundert erschienen in der Literatur menschenähnliche Automaten, beispielsweise in E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann und Jean Pauls Der Maschinenmann.

Im 20. und 21. Jahrhundert greift die Science-Fiction in Film und Prosa das Thema mannigfach auf.[88] 1920 prägte der Schriftsteller Karel Čapek den Begriff „Roboter“ in seinem Bühnenstück R.U.R.; 1926 thematisierte Fritz Lang in Metropolis Roboter, welche die Arbeit der Menschen übernehmen.[88]

Ein häufiges Motiv im Film und der Literatur begann mit Mary Shelleys Roman Frankenstein (1818), in dem eine menschliche Schöpfung zu einer Bedrohung für ihre Meister wird. Dazu gehören Werke wie Arthur C. Clarkes und Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum (beide 1968), mit HAL 9000, dem mörderischen Computer, der das Raumschiff Discovery One steuert, sowie die Terminator-Filmreihe (ab 1984) und The Matrix (1999). Im Gegensatz dazu sind die seltenen loyalen Roboter wie Gort aus Der Tag an dem die Erde stillstand (1951) und Bishop aus Aliens (1986) in der Populärkultur weniger präsent.[89]

Mehrere Werke nutzen die künstliche Intelligenz, um uns mit der grundlegenden Frage zu konfrontieren, was uns zu Menschen macht, indem sie uns künstliche Wesen zeigen, die die Fähigkeit haben, zu fühlen und somit zu leiden. Dies geschieht in Karel Čapeks R.U.R., dem Film A.I. Artificial Intelligence von Steven Spielberg (2001) und anhand der Androidin Ava im Kinofilm Ex Machina (2015) von Alex Garland sowie in dem Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? (1968) von Philip K. Dick. Dick befasst sich mit der Idee, dass unser Verständnis der menschlichen Subjektivität durch die mit künstlicher Intelligenz geschaffene Technologie verändert wird.[90]

Am 30. September 2016 veröffentlichte die US-amerikanische Pop-Rock-Band OneRepublic mit dem englischen Singer-Songwriter und Rockmusiker Peter Gabriel das Lied A.I.[91] als digitale Single und am 7. Oktober 2016 auf dem Album Oh My My von OneRepublic.[92][93] Der Song ist inspiriert von dem Film A.I. Artificial Intelligencevon Steven Spielberg aus dem Jahr 2001.[94]

Die beiden großen Science Fiction Franchises des frühen 21.Jahrhunderts, Star Wars und Star Trek, gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema KI um. Während bei Star Wars KI vor allem in Form von Robotern und Androiden (gleichermaßen als Statisten und Hauptfiguren) von Beginn an selbstverständlich und allgegenwärtig erscheint, nahm Star Trek im Laufe der Zeit immer wieder sehr dedizierte, wechselnde Perspektiven ein, obwohl KI auch dort meist selbstverständlich ist (z. B. Simulierte Lebewesen auf Holodecks). Beispielsweise wurde die Folge Wem gehört Data? (1989) zum Arbeitsthema mehrerer Wissenschaftler.

Roboter und Androide

Isaac Asimov führte die Drei Gesetze der Robotik in vielen Büchern und Geschichten ein, vor allem in der „Multivac“-Serie über einen superintelligenten Computer gleichen Namens. Asimovs Gesetze werden oft in Laiendiskussionen über Maschinenethik erwähnt;[95] während fast alle Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Asimovs Gesetzen durch die Populärkultur vertraut sind, halten sie die Gesetze im Allgemeinen aus vielen Gründen für nutzlos, einer davon ist ihre Zweideutigkeit.[96]

Dem Filmpublikum wurden in den unterschiedlichen Werken die Roboter als intelligente und differenzierte Maschinen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten präsentiert: Sie werden entwickelt, um sie für gute Zwecke einzusetzen, wandeln sich aber häufig zu gefährlichen Maschinen, die feindselige Pläne gegen Menschen entwickeln.[97] Im Lauf der Filmgeschichte werden sie zunehmend zu selbstbewussten Wesen, die sich die Menschheit unterwerfen wollen.[97]

Simulierte Realität

Die simulierte Realität ist zu einem häufigen Thema in der Science-Fiction geworden, wie beispielsweise in dem Film The Matrix aus dem Jahr 1999 zu sehen ist, in dem eine Welt dargestellt wird, in der künstlich intelligente Roboter die Menschheit in einer Simulation versklaven, die in der heutigen Welt angesiedelt ist.[98] Zuvor thematisierte bereits die Star Trek TNG - Episode Das Schiff in der Flasche (1993) die Steuerung einer simulierten Realität durch eine böswillige KI, welche zuvor in der Episode Sherlock Data Holmes (1988) versehentlich erschaffen worden war.

Beispiele

Auswahl Filme und Literatur:

Auswahl Videospiele:

Soziale Auswirkungen

Im Zuge der industriellen Revolution wurde durch die Erfindung der Dampfmaschine die Muskelkraft von der Maschine ersetzt (PS durch Watt). Durch die digitale Revolution könnte die menschliche Denkleistung durch maschinelle KI ersetzt[100] beziehungsweise ergänzt[101] werden.

Der US-amerikanische Unternehmer Elon Musk prognostiziert, dass es zukünftig immer weniger Erwerbsarbeit geben werde, die nicht von einer Maschine besser und günstiger gemacht werden könne, weshalb immer weniger Arbeitskräfte benötigt würden. Durch die weitgehend maschinelle Produktion würden die Produkte und Dienstleistungen sehr billig werden. In diesem Zusammenhang unterstützt er die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.[102] Der Physiker Stephen Hawking meinte: Bereits heute sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen.[45][46] Microsoft-Gründer Bill Gates sieht die Entwicklung ähnlich. Er fordert eine Robotersteuer, um die sozialen Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können.[103]

Die Informatikerin Constanze Kurz erklärte in einem Interview, technischen Fortschritt habe es schon immer gegeben. Jedoch vollzog sich der technische Wandel in der Vergangenheit meist über Generationen, so dass genug Zeit blieb, sich für neue Aufgaben auszubilden. Heute verlaufe der technische Wandel innerhalb von wenigen Jahren, so dass die Menschen nicht genug Zeit hätten, sich für neue Aufgaben weiterzubilden.[104] Der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Frank Rieger, warnte in verschiedenen Publikationen (z. B. dem Buch Arbeitsfrei)[105] davor, dass durch die beschleunigte Automatisierung vieler Arbeitsbereiche in naher Zukunft immer mehr Menschen ihre Beschäftigung verlieren würden (z. B. LKW-Fahrer durch selbstfahrende Autos). Darin bestehe unter anderem eine Gefahr der Schwächung von Gewerkschaften, die an Mitgliedern verlieren könnten. Rieger plädiert daher für eine „Vergesellschaftung der Automatiserungsdividende“, also einer Besteuerung von nichtmenschlicher Arbeit, damit durch das Wachstum der Wirtschaft in Form eines Grundeinkommens auch der allgemeine Wohlstand wächst und gerecht verteilt wird.[106]

Wissenschaftler der Universität Oxford haben in einer Studie im Jahr 2013 eine Vielzahl von Jobs auf ihre Automatisierbarkeit überprüft. Dabei unterteilten die Wissenschaftler die Jobs in verschiedene Risikogruppen. 47 Prozent der betrachteten Jobs in den USA wurden in die höchste Risikogruppe eingeteilt, d. h., dass für diese Jobs die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass innerhalb eines unbestimmten Zeitraums die nötige Technologie entwickelt wird, um sie automatisieren zu können. Die Studie macht jedoch keine Aussage dazu, wie viele Jobs tatsächlich automatisiert werden, da nur die technologischen Entwicklungen und keine weiteren Faktoren betrachtet werden. Ein solcher Faktor wäre zum Beispiel die Höhe der Kosten, also ob eine Automatisierung teurer wäre als das Gehalt für einen menschlichen Arbeiter.[107]

Jürgen Schmidhuber antwortete auf die Frage, ob KIs uns bald den Rang ablaufen werden bzw. ob wir uns Sorgen um unsere Jobs machen müssten: „Künstliche Intelligenzen werden fast alles erlernen, was Menschen können – und noch viel mehr. Ihre neuronalen Netzwerke werden aus Erfahrung klüger und wegen der sich rasch verbilligenden Hardware alle zehn Jahre hundertmal mächtiger. Unsere formelle Theorie des Spaßes erlaubt sogar, Neugierde und Kreativität zu implementieren, um künstliche Wissenschaftler und Künstler zu bauen.“ und „Alle fünf Jahre wird das Rechnen 10-mal billiger. Hält der Trend an, werden kleine Rechner bald so viel rechnen können wie ein menschliches Gehirn, 50 Jahre später wie alle 10 Milliarden Hirne zusammen.“[108] Siehe dazu auch: Mooresches Gesetz. Als Konsequenz aus der aus seiner Sicht unabwendbar fortschreitenden Automatisierung und dem damit einhergehenden Wegfall von Erwerbsarbeitsplätzen sieht Schmidhuber die Notwendigkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens.[109] „Roboterbesitzer werden Steuern zahlen müssen, um die Mitglieder unserer Gesellschaft zu ernähren, die keine existenziell notwendigen Jobs mehr ausüben. Wer dies nicht bis zu einem gewissen Grad unterstützt, beschwört geradezu die Revolution Mensch gegen Maschine herauf.“[110]

Erik Brynjolfsson ist der Auffassung, das Aufkommen radikaler Parteien in den USA und Europa sei die Folge davon, dass viele Menschen heute schon nicht mehr mit dem technischen Fortschritt mithalten könnten. Wenn Menschen ihre Jobs verlieren, werden diese Menschen wütend, so Brynjolfsson. Auch er meint, dass in Zukunft die meisten Jobs von Maschinen erledigt würden.[111]

Mark Zuckerberg äußerte bei einer Rede vor Harvard-Absolventen, dass die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens notwendig sei. Es könne etwas nicht mehr in Ordnung sein, wenn er als Harvard-Abbrecher innerhalb weniger Jahre Milliarden machen könne, während Millionen von Uni-Absolventen ihre Schulden nicht abbezahlen könnten. Es brauche eine Basis, auf der jeder innovativ und kreativ sein könne.[112][113]

Im November 2017 stellte der Deutsche-Bank-Chef John Cryan einen starken Stellenabbau in Aussicht. Das Unternehmen beschäftigt 97.000 Menschen. Bereits in den letzten 12 Monaten wurden 4.000 Stellen abgebaut. In naher Zukunft sollen 9.000 weitere Stellen abgebaut werden. Mittelfristig sollen die Hälfte aller Stellen abgebaut werden. Cryan begründete diesen Schritt damit, dass die Konkurrenz bereits heute mit etwa der Hälfte der Mitarbeiter vergleichbare Leistung erbringe. Cryan sagte: „Wir machen zu viel Handarbeit, was uns fehleranfällig und ineffizient macht“. Vor allem durch das maschinelle Lernen bzw. künstliche Intelligenzen könnte das Unternehmen noch viel effizienter werden. Viele Banker arbeiteten ohnehin wie Roboter, so Cryan. An die Stelle qualifizierter Mitarbeiter sollen qualifizierte Maschinen treten, so Cryan.[114]

Der Zukunftsforscher Lars Thomson prognostizierte im November 2017 für die nächsten 10 Jahre gewaltige Umbrüche in Technologie, Arbeit, Werten und Gesellschaft. Im Jahr 2025 könne ein Haushalts-Roboter den Frühstückstisch decken, Fenster putzen, Pflegedienste übernehmen usw. wodurch Arbeitsplätze vernichtet würden. Heute schon gebe es 181 Firmen weltweit, die an klugen Robotern arbeiten. Der Preis eines solchen Roboters betrage heute etwa 20.000 Euro. Der Markt der künstlichen Intelligenz werde in wenigen Jahren größer sein als der Automobilmarkt. Wie schnell 10 Jahre vergingen, würde man sehen, wenn man 10 Jahre zurückblicke, als das erste Smartphone auf den Markt kam. Er bedauert, dass in unserer Gesellschaft kaum jemand diese Entwicklung erkenne, die unsere Gesellschaft komplett verändern werde. In Hotels würden in 10 Jahren Roboter die Arbeiten der heutigen Zimmermädchen übernehmen. Der Vorteil für den Hotelmanager: Der Roboter wolle keinen Lohn, keine freien Tage, müsse nicht versteuert und versichert werden. Der Nachteil: Der Staat erhalte keine Steuern mehr und die Menschen seien arbeitslos. Deshalb werde man nicht an einem bedingungslosen Grundeinkommen und der Einführung einer Robotersteuer vorbeikommen. Thomson sieht die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft, wenn das Tempo der Veränderung die Wandlungsfähigkeit der Menschen übersteige. Gleichzeitig werde die KI den Menschen von der Arbeit befreien. Die Gesellschaft müsse Leitplanken für die KIs definieren.[115]

In einem Interview im Januar 2018 meinte der CEO von Google Sundar Pichai, die aktuelle Entwicklung der künstlichen Intelligenz sei für den Werdegang der Menschheit bedeutender als es die Entdeckung des Feuers und die Entwicklung der Elektrizität waren. Durch die aktuelle Entwicklung der KI werde kein Stein auf dem anderen bleiben. Deshalb sei es wichtig, dass die Gesellschaft sich mit dem Thema auseinandersetze. Nur so könne man die Risiken eingrenzen und die Potentiale ausschöpfen. Google gehört derzeit zu den führenden Unternehmen im Bereich der KI. Allein der KI-Assistent von Google ist bereits auf hunderten Millionen Android-Smartphones installiert. Aber auch in den Suchmaschinen kommt KI derzeit bereits milliardenfach zum Einsatz. Die von Google gekaufte Firma DeepMind eilt bei der KI-Forschung von Meilenstein zu Meilenstein u. a. mit AlphaGo, AlphaGo Zero, AlphaZero.[116]

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört, hat in einer Studie von 4/2018[117] dargelegt, welche menschliche Arbeit in Deutschland von Maschinen ersetzt werden kann. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass im Jahr 2016 25 Prozent der bezahlten menschlichen Tätigkeiten von Maschinen hätten erledigt werden können, was etwa acht Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland entspricht. Eine frühere Studie kam für das Jahr 2013 noch auf einen Wert von 15 Prozent. Am stärksten betroffen mit etwa 83 Prozent sind Fertigungsberufe, aber auch unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe mit 60 Prozent, Berufe in der Unternehmensführung und -organisation mit 57 Prozent, Berufe in Land- und Forstwirtschaft und Gartenbau mit 44 Prozent usw. Im Vergleich von 2013 zu 2016 sind besonders stark Logistik- und Verkehrsberufe gestiegen (von 36 auf 56 Prozent), ein Bereich, in dem in Deutschland etwa 2,4 Millionen Menschen beschäftigt sind. Insgesamt geht die Studie davon aus, dass in naher Zukunft 70 Prozent der menschlichen bezahlten Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden könnten. Maschinen könnten z. B. übernehmen: Wareneingangskontrolle, Montageprüfung, Kommissionierung, Versicherungsanträge, Steuererklärungen usw. Die Techniken, die diese Veränderungen vorantreiben, seien: künstliche Intelligenzen, Big Data, 3D-Druck und virtuelle Realität. Auch wenn es nicht zu Entlassungen komme, müssten Mitarbeiter zumindest mit starken Veränderungen in ihrem Berufsbild und damit starkem Umlernen rechnen. Es entstünden auch neue Berufsfelder. Auch werde nicht alles, was heute schon möglich ist, auch umgesetzt und schon gar nicht sofort. Ein Faktor für diese Verzögerung seien ethische und rechtliche Aspekte, aber auch die hohen Kosten der Automatisierung. Nicht immer sei die künstliche Intelligenz billiger als die menschliche Intelligenz.[118]

In einem Gastbeitrag im Februar 2018 meinte der SAP-Chef Bill McDermott, dass sich die Menschen fürchten würden vor den Veränderungen, die eine Welt mit Robotern und KIs mit sich bringt. Ein erster Meilenstein sei der Sieg der Maschine Deep Blue über den amtierenden Schachweltmeister Gary Kasparov im Jahr 1997 gewesen. Ein weiterer Meilenstein sei der Sieg der Maschine Watson über den Menschen in der Quiz-Show Jeopardy im Jahr 2011 gewesen. Und der nächste große Schritt waren dann die Siege von AlphaGo und seinen Nachfolgern AlphaGo Zero und AlphaZero im Jahr 2016 und 2017. Die tiefgreifenden Veränderungen, die KI auch am Arbeitsplatz mit sich bringen würden, seien heute nun in aller Munde. Um etwaige negative Auswirkungen der neuen Techniken auf die Gesellschaft zu vermeiden, brauche es nun eine durchdachte Planung. Behörden, Privatwirtschaft und Bildungswesen müssten zusammenarbeiten, um jungen Menschen die Fähigkeiten zu vermitteln, die diese in der digitalen Wirtschaft benötigten. Umschulungen und lebenslanges Lernen seien heute die neue Normalität. Jobs würden nicht komplett von Maschinen ersetzt, sondern meist in Teilbereichen. Es entstünden auch viele neue Jobs. Die wirtschaftliche Entwicklung werde durch die KI befeuert. Man rechne für 2030 mit einer Wertschöpfung im Bereich von 16 Billionen US-Dollar und einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 26 Prozent. Durch die Automatisierung könnten Unternehmen zukünftig jährlich drei bis vier Billionen US-Dollar einsparen.[119]

Branchenvertreter und Politiker in den Vereinigten Staaten forderten 2024, die Laufzeiten für Kohlekraftwerke zu verlängern und nicht, wie in den aktuellen Dekarbonisierungsplänen vorgesehen, zu verkürzen. Sie begründeten dies mit einem vermehrten Energiebedarf für KI-Anwendungen und mit Notwendigkeiten im globalen Wettbewerb.[120]

Literatur

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  • Ingo Boersch, Jochen Heinsohn, Rolf Socher: Wissensverarbeitung – Eine Einführung in die Künstliche Intelligenz. Elsevier, 2006, ISBN 3-8274-1844-5.
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  • Görz, Rollinger, Schneeberger: Handbuch der Künstlichen Intelligenz. 5. Auflage. Oldenbourg, 2013, ISBN 978-3-486-71979-6.
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  • Manuela Lenzen: Künstliche Intelligenz. Was sie kann und was uns erwartet. C.H.Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71869-4.
  • Manuela Lenzen: Der elektronische Spiegel. Menschliches Denken und künstliche Intelligenz. C.H.Beck, München 2023, ISBN 978-3-406-79208-3.
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  • Bernd Vowinkel: Maschinen mit Bewusstsein – Wohin führt die künstliche Intelligenz? Wiley-VCH, 2006, ISBN 3-527-40630-1.
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  • Emmanouil Billis, Nandor Knust, Jon-Petter Rui: Künstliche Intelligenz und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. M. Engelhart, H. Kudlich, B. Vogel (Hrsg.), Digitalisierung, Globalisierung und Risikoprävention – Festschrift für Ulrich Sieber zum 70. Geburtstag, Teilband II. Duncker & Humblot, Berlin 2021, ISBN 978-3-428-15971-0, S. 693–725.
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