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„Luft“ – Versionsunterschied

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<p>'''Luft'''&nbsp;| f.&nbsp;an sich "der unter einer Decke, einem Dach und Dachboden seiende Rauminhalt" übertragend "der zwischen Himmel und Erde seiende Rauminhalt";</p>
Luft f.  


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>erhalten in "da ist noch Luft" für leere Stelle, Platz, in dem noch etwas verstaut werden kann, dazu ''lüften'', ''liften''</p>
* ‘die Erde umgebendes Gasgemenge, Atmosphäre, leichter Wind, freier Raum, Zwischenraum’,  
 
** ahd. [[luft]] m. f. (8. Jh.),  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>‘die Erde umgebendes Gasgemenge, Atmosphäre, leichter Wind, freier Raum, Zwischenraum’,&nbsp;ahd.&nbsp;''luft''&nbsp;m. f. (8. Jh.),&nbsp;mhd.&nbsp;</p>
** mhd. asächs. luft m. f. ‘Luft, Wind, Himmel’,  
 
** aengl. lyft m. f. n. ‘Luft, Himmel’, dann auch ‘Dachstube’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs.&nbsp;''luft''&nbsp;m. f. ‘Luft, Wind, Himmel’,&nbsp;aengl.&nbsp;''lyft''&nbsp;m. f. n. ‘Luft, Himmel’, dann auch ‘Dachstube’, anord.&nbsp;''lopt''&nbsp;n. ‘Luft, Himmel, Dachstube’,&nbsp;schwed.&nbsp;''loft''&nbsp;‘Dachstube’,&nbsp;got.&nbsp;''luftus''&nbsp;m. ‘Luft’, daneben (mit&nbsp;nd.-nl.&nbsp;''cht''&nbsp;für ft, s.&nbsp;''anrüchig'')&nbsp;mnd.&nbsp;''lucht''&nbsp;‘(Tages)licht, Luft(raum), oberes Stockwerk eines Hauses, Boden’,&nbsp;mnl.&nbsp;''lucht'',&nbsp;''locht''‘Luft, Rauch, oberes Stockwerk eines Hauses’,&nbsp;nl.&nbsp;''lucht''&nbsp;‘Luft’. Die Herkunft ist ungewiß.</p>
** anord. lopt n. ‘Luft, Himmel, Dachstube’,  
 
** swed. loft ‘Dachstube’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Wenn man der vorgenannten Zusammenstellung der&nbsp;germ.&nbsp;Ausdrücke folgt und annimmt, daß die Bezeichnungen für ‘Luft’ und ‘oberes Stockwerk, Dachstube’ aus einer gemeinsamen Vorstufe hervorgegangen sind, dann darf eine ursprüngliche Bedeutung ‘Bedeckung, Rindendach oder Schindeldach’ vermutet werden, aus der sich&nbsp;''Luft''&nbsp;als ‘nach oben abschließende Decke’, gleichsam ‘Dach der Welt’, entwickelt haben könnte.</p>
** got. luftus m. ‘Luft’,  
 
* daneben (mit nd.-nl. ''[[-cht]]'' für ''[[-ft]]'', s. ''anrüchig'')  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Als Verwandte wären vergleichbar&nbsp;''Laub'',&nbsp;''Laube''&nbsp;und die unter&nbsp;''Rotlauf'' genannten Formen sowie&nbsp;ager.&nbsp;grie.&nbsp;''lȳ́pē''(''λύπη'') ‘Kummer, Trauer’,&nbsp;lat.&nbsp;''liber''&nbsp;(aus&nbsp;''*luber'') ‘Bast, Buch’,&nbsp;lit.&nbsp;''lúoba''&nbsp;‘Baumrinde’,&nbsp;''lùpti''&nbsp;‘schälen, abhäuten’,&nbsp;russ. ''lub''&nbsp;(''луб'') ‘Baumrinde, Bast’,&nbsp;''lupít’''&nbsp;(''лупить'') ‘schälen, enthülsen’.&nbsp;</p>
** mnd. lucht ‘(Tages)licht, Luft(raum), oberes Stockwerk eines Hauses, Boden’,  
 
** mnl. lucht, locht ‘Luft, Rauch, oberes Stockwerk eines Hauses’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Germ.&nbsp;''*luftu-''&nbsp;m. bzw.&nbsp;''*lufti-''&nbsp;f. könnte dann an die Lippenlauterweiterungen&nbsp;uig.&nbsp;''*leup-'',&nbsp;''*leub(h)-''&nbsp;‘abschälen, entrinden, abbrechen, beschädigen’</p>
** nl. lucht ‘Luft’.  
 
* Die Herkunft ist ungewiß.  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>der Ww.&nbsp;uig.&nbsp;''*leu-''‘abschneiden, trennen, loslösen’ (s.&nbsp;''los'') angeschlossen werden.</p>
** Wenn man der vorgenannten Zusammenstellung der germ. Ausdrücke folgt und annimmt,  
 
*** daß die Bezeichnungen für ‘Luft’ und ‘oberes Stockwerk, Dachstube’ aus einer gemeinsamen Vorstufe hervorgegangen sind,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Fem. Genus setzt sich im&nbsp;Dt.&nbsp;aus&nbsp;md.Gebrauch seit dem 16. Jh. unter dem Einfluß&nbsp;Luthers&nbsp;in der Schriftsprache durch.</p>
** dann darf eine ursprüngliche Bedeutung ‘Bedeckung, Rinden- oder Schindeldach’ vermutet werden,  
*** aus der sich Luft als ‘nach oben abschließende Decke’, gleichsam ‘Dach der Welt’, entwickelt haben könnte.  
** Als Verwandte  
*** wären vergleichbar ''[[Laub]]'', ''[[Laube]]'' und die unter ''[[Rotlauf]]'' (s. d.) genannten Formen  
*** sowie außergerm.  
**** griech. lȳ́pē (λύπη) ‘Kummer, Trauer’,  
**** lat. ''[[liber]]'' (aus *luber) ‘Bast, Buch’,  
**** lit. ''lúoba'' ‘Baumrinde’, lùpti ‘schälen, abhäuten’,  
**** russ. lub (луб) ‘Baumrinde, Bast’, lupít’ (лупить) ‘schälen, enthülsen’.  
*** Germ.*luftu- m. bzw. *lufti- f. könnte dann an die Labialerweiterungen uig. *[[leup-]], *leub(h)- ‘abschälen, entrinden, abbrechen, beschädigen’  
**** der Wurzel uig. *[[leu-]] ‘abschneiden, trennen, loslösen’ (s. ''[[los]]'') angeschlossen werden.  
** Fem. Genus setzt sich im Dt. aus md. Gebrauch seit dem 16. Jh. unter dem Einfluß [[Martin Luther|Luthers]] in der Schriftsprache durch.

Aktuelle Version vom 5. Juni 2024, 09:51 Uhr

Luft f.

  • ‘die Erde umgebendes Gasgemenge, Atmosphäre, leichter Wind, freier Raum, Zwischenraum’,
    • ahd. luft m. f. (8. Jh.),
    • mhd. asächs. luft m. f. ‘Luft, Wind, Himmel’,
    • aengl. lyft m. f. n. ‘Luft, Himmel’, dann auch ‘Dachstube’,
    • anord. lopt n. ‘Luft, Himmel, Dachstube’,
    • swed. loft ‘Dachstube’,
    • got. luftus m. ‘Luft’,
  • daneben (mit nd.-nl. -cht für -ft, s. anrüchig)
    • mnd. lucht ‘(Tages)licht, Luft(raum), oberes Stockwerk eines Hauses, Boden’,
    • mnl. lucht, locht ‘Luft, Rauch, oberes Stockwerk eines Hauses’,
    • nl. lucht ‘Luft’.
  • Die Herkunft ist ungewiß.
    • Wenn man der vorgenannten Zusammenstellung der germ. Ausdrücke folgt und annimmt,
      • daß die Bezeichnungen für ‘Luft’ und ‘oberes Stockwerk, Dachstube’ aus einer gemeinsamen Vorstufe hervorgegangen sind,
    • dann darf eine ursprüngliche Bedeutung ‘Bedeckung, Rinden- oder Schindeldach’ vermutet werden,
      • aus der sich Luft als ‘nach oben abschließende Decke’, gleichsam ‘Dach der Welt’, entwickelt haben könnte.
    • Als Verwandte
      • wären vergleichbar Laub, Laube und die unter Rotlauf (s. d.) genannten Formen
      • sowie außergerm.
        • griech. lȳ́pē (λύπη) ‘Kummer, Trauer’,
        • lat. liber (aus *luber) ‘Bast, Buch’,
        • lit. lúoba ‘Baumrinde’, lùpti ‘schälen, abhäuten’,
        • russ. lub (луб) ‘Baumrinde, Bast’, lupít’ (лупить) ‘schälen, enthülsen’.
      • Germ.*luftu- m. bzw. *lufti- f. könnte dann an die Labialerweiterungen uig. *leup-, *leub(h)- ‘abschälen, entrinden, abbrechen, beschädigen’
        • der Wurzel uig. *leu- ‘abschneiden, trennen, loslösen’ (s. los) angeschlossen werden.
    • Fem. Genus setzt sich im Dt. aus md. Gebrauch seit dem 16. Jh. unter dem Einfluß Luthers in der Schriftsprache durch.