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„hang“ – Versionsunterschied

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hängen ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv).
hängen ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv).

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 13:33 Uhr

hang- ahd.-deu. 'am Haken angebracht'

hängen ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv).

  • Das starke, ehemals reduplizierende Verb
    • ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’
      • (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.),
    • mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.),
    • asächs. hāhan (transitiv),
    • mnd. hangen (transitiv und intransitiv),
    • mnl. hanghen,
    • nl. hangen (transitiv und intransitiv),
    • aengl. hōn (transitiv und intransitiv),
    • anord. hanga (transitiv und intransitiv),
    • got. hāhan (transitiv)
  • setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist;
    • im Dt. und Nl. später auftretendes -ng wird aus den Präteritalformen übernommen.
  • Außergerm. vergleichbar sind
    • hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch
    • aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’,
    • lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’,
  • so daß von einer Wurzel ie.*k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann.
  • Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb
    • ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.),
    • anord. hanga,
    • got. hāhan (Prät. hāhaida),
  • ein intransitives schwaches ōn-Verb
    • asächs. hangon,
    • aengl. hangian
  • und ein transitives schwaches jan-Verb
    • ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.;
      • vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.),
    • mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’,
      • auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd. henken, s. d.),
    • mnl. henghen ‘zugestehen’,
    • nl. gehengen ‘erlauben’,
    • anord. hengja ‘hängen’.
  • Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen,
    • indem transitives hienc (zu hāhen) auch die
    • intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt;
      • vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor.
  • Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet.
  • Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten.
  • Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt,
    • daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen),
    • der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird.
    • Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931).
  • – Hang