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„Werk:Briefe (Platon)/Neunter Brief“ – Versionsunterschied

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| Prüfstand = ungeprüft
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| Bearbeitetdatum = 23. Februar 2024
| Bearbeitetdatum = 23. Februar 2024
| Bearbeitetzeit = 17:32
| Bearbeitzeit = 17:32
| Vorfolge = Achter Brief
| Vorfolge = Achter Brief
| Anzeigename = Neunter Brief
| Anzeigename = Neunter Brief

Aktuelle Version vom 26. Oktober 2025, 08:42 Uhr

NEUNTER BRIEF

PLATON WÜNSCHT DEM TARENTINER ARCHYTAS HEIL UND SEGEN DER VERNUNFT IN ALLEN SEINEN HANDLUNGEN

[357 St.3 D] Archippos und Philonides sind zu mir gekommen und haben mir den Brief, den du ihnen mitgegeben hast, und die Nachrichten von dir überbracht. [E] Ihre Staatsgeschäfte nun anlangend so haben sie dieselben ohne Schwierigkeiten abgetan, sie erforderten ja auch gar keine besondere Mühewaltung. Sodann erzählten sie mir von den Taten deinerseits und äußerten sich dabei, wie lästig es dir sei, dass du von der Last der Staatsgeschäfte nicht frei würdest. Dass es nun freilich das größte Glück ist sich nur mit den Angelegenheiten seiner eigenen Seele zu beschäftigen, [358 St.3 A] zumal wenn man sich solche geistige Beschäftigungen gewählt hat wie du, das ist wohl aller Welt begreiflich, aber da musst du auch das beherzigen, dass jeder von uns nicht allein für sich selbst geboren worden ist, sondern ein Teil von unserem Dasein gehört dem Vaterlande, ein Teil den Eltern, ein Teil den übrigen Lieben von uns, der meiste Teil aber ist für die zum Gutestun geeigneten Gelegenheiten bestimmt, welche uns zufällig in unserem Leben zustoßen. [B] Und auf den Ruf des Vaterlandes zur Besorgung seiner Interessen nicht zu hören, ist auch ganz unvernünftig, denn dadurch kommt zugleich das Unglück, dass auch eine Karriere für nichtsnutzige Menschen übrig bleibt, welche bei ihrem Schreiten zu Staatsämtern sich nicht vom wahrhaft Besten leiten lassen.

Soweit nun hiervon. Was aber den Echekrates betrifft, so werde ich auch für die übrige Zeit für ihn Sorge tragen, aus Rücksicht für dich, für seinen Vater Phrynion und auch für den jungen Mann selbst.