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„Begriff“ – Versionsunterschied

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== <span id="Unterschiedliches_Verständnis_von_Begriffen">Unterschiedliches Verständnis von Begriffen</span> ==
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== <span id="Begriffsbildung">Begriffsbildung</span> ==
== <span id="Begriffsbildung">Begriffsbildung</span> ==
{{:Begriffbildung}}
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== <span id="Über-_und_Unterordnung_von_Begriffen">Über- und Unterordnung von Begriffen</span> ==
== <span id="Über-_und_Unterordnung_von_Begriffen">Über- und Unterordnung von Begriffen</span> ==

Version vom 8. Dezember 2025, 16:42 Uhr

be-Griff deu. —Erstzwrt f. Konzept

Wolff: "

"

Begriff

  • mhdt. begrif
    • ist zu begreifen im Sinne von ‘umfassen, enthalten’ gebildet
    • und bedeutet ‘Umfang, Bezirk', 'Umfang und Inhalt einer Vorstellung’,
    • ferner ‘Zusammenfassung, kurzer Auszug’.
  • Begriff kommt durch die philosophischen Aufklärer Wolff und Thomasius allgemein in Gebrauch;
    • Begriff und Vorstellung werden in der philosophischen Terminologie bald gegeneinander abgegrenzt,
      • so daß Begriff die heute vorherrschende Bedeutung
        • ‘wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefaßt sind’ erhält.
    • Als Begriff definiert die DIN 2342 (1992:1):

Anm. KF: Eine nicht an ein Wort, Zeichen, Gegenstand gebundene Meinungsbedeutungseinheit und damit selbsterwirktes Abbild einer Bewusstseinsbedeutungseinheit, welches ein bestimmtes Dasein räumlich-bildlich verdeutlicht, daß selbst ungegenständlich, unphysikalisch ist und auf Erkenntnis, Anschauung oder Betrachtung über ein Dasein beruht.

Anm. KF: Ein Begriff kann durch ein Wortlaut, Wort, Namen … benannt werden und ist als Begriffwort wortgebildet undoder mit einem Zeichen als Begriffzeichen dargestellt undoder bspw. mit einem Gegenstand, Ton, Daseinszustand …, bspw. als einen Begriffgegenstand verschränkt werden und infolge als Mittler zwischen Begriff und Meinungsbedeutungseinheit zu dessen Anregung dienen, um erneut den Begriff als eine entsprechende Bewusstseinsbedeutungseinheit im Bewusstsein zu erhalten.

Anm. KF: Ein Begriff wird somit meist als Begriffwort, Begriffzeichen undoder Begriffgegenstand zum Ausdruck gebracht, ist darauf nicht begrenzt, jedoch sind diese immer begrenzend, da diese Begriffe immer eigenartlich nur mental-geistig begreifbar "erfassbar, verstehbar" sind und jeder Mensch alleiniger Inhaber seiner eigenen Meinungsbedeutungseinheit über bspw. ein Dasein, einen Daseinszustand, eine Erscheinung … hat und diese von Mensch zu Mensch bedingt gemäß jeweils eigenem Verständniß höchstens sehr ähnlich übereinstimmend sind.

Anm. KF: Begriff ist scheinbar eine Hptwbg. zu begriff als die Vergangenheitsform vom Tw. begreifen, somit begriff zu Begriff, steht jedoch als Begreifen zu Reife, reifen, gereifen, somit wohl zugleich verständlicherweise von der Übung abgeleitet, durch ergreifen und wiederholendes begreifen bspw. durch Tasten, Fühlen der Gestallt eines Gegenstand entstehender Zustand im Bewusstsein verstanden zu haben. Ein Begriff bedingt die Reifung einer Erkenntniß (s. Begreifen).

Anm. KF: Ein Begriff bedingt eine mental-geistige Erkenntniß und ist daher immer vom Dasein abgelöst, ein selbsterwirktes selbsterlangtes Abbild einer immer eigenen Vorstellung, Anschauung, Betrachtung … über ein Daseins, Nichtdasein undoder Meinungsdasein und vom Vorstellungsvermögen, wie auch vom Daseinszustand des Erkennenden abhängig.

Anm. KF: Ein Begriff ist bedingt immer räumlich, da ein Begriff über ein Dasein die Natur als Ganzes oder ein Bestandteil der Natur in dessen Dasein, Sein, Tun, Haben undoder Werden, wie auch als Ganzes und darüber hinaus es sich um eine Wahrnehmung, Erkenntiß, Vorstellung oder Ähnlichem handelt und so sagt ein Begriff nicht bedingt aus, daß es dieses Dasein auch tatsächlich, möglich, wirkend, dinglich ist – dies muß man begreifen.

Begriff

Mit dem Wort Begriff (auch: Konzept) wird der Bedeutungsinhalt einer Bezeichnung oder Vorstellung angesprochen. Die englische und französische Bezeichnung für Begriff lautet nach dem lateinischen Ursprung concept (von lateinisch conceptum „das Zusammengefasste, das Begriffene“).

Ein Begriff bildet eine semantische Einheit, die Teil einer Proposition oder eines Gedankens ist. [1] Ein definierter Begriffsinhalt kann in jeder Sprache eine unterschiedliche Bezeichnung haben (seine Benennung) oder durch ein Symbol gekennzeichnet sein oder einen Code als Bezeichner haben (vergleiche Wikidata).

Wortherkunft

Das Verb begreifen ist bereits seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar (althochdeutsch bigrīfan, mittelhochdeutsch begrīfen), die ursprüngliche Bedeutung war „ergreifen, umgreifen“. [2] Eine Bedeutungsausdehnung beginnt schon im Althochdeutschen, mit der Verwendung als Übersetzung des lateinischen comprehendere („begreifen“) oder concipere („erfassen“, „in sich aufnehmen“). Insbesondere in Texten mystischer Theologie wird der Ausdruck in erweitertem Sinne gebraucht, indem körperliches „Fassen, Greifen“ auf geistiges Begreifen als „mit dem Verstande erfassen, verstehen“ ausgedehnt wird.[5]

Das Substantiv Begriff ist als begrif (mittelhochdeutsch und frühneuhochdeutsch begrif oder begrifunge) bereits im Mittelhochdeutschen mit der Bedeutung „Umfang, Bezirk“ belegt. Später übertrug sich dessen Bedeutung analog zum Verb auf „Vorstellung“.[4] Das Wort kommt im 18. Jahrhundert insbesondere durch Christian Thomasius und Christian Wolff in Gebrauch.[5] Seine Bedeutung wird in der Zeit der Aufklärung auf „Allgemeinvorstellung“ eingeengt und zur Übersetzung von „Idee“ verwendet.[4] In der philosophischen Terminologie werden schließlich „Begriff“ und „Vorstellung“ voneinander abgegrenzt. [3]

Das Adjektiv begreiflich, mit der heutigen Bedeutung „verständlich“, ist aus dem mittelhochdeutschen begriflich („fassbar, leicht fassend, begreifend“) entstanden. Demgegenüber ist begrifflich, mit der Bedeutung „einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend“, aus dem Substantiv abgeleitet. Das Adjektiv begriffsstutzig („schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff“) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.[5]

Unterschiedliches Verständnis von Begriffen

Begriffsbildung

Über- und Unterordnung von Begriffen

Ein „übergeordneter Begriff“ liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer höheren Ebene und fasst mehrere Begriffe einer anderen Ebene zusammen. Ein „untergeordneter Begriff“ liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer niedrigeren Ebene.

Ein Oberbegriff ist ein übergeordneter Begriff, der auf Abstraktionsbeziehungen innerhalb des Begriffssystems beruht. So ist beispielsweise „Fahrzeug“ ein Oberbegriff von „Landfahrzeug, Wasserfahrzeug und Luftfahrzeug“. Analog ist ein Unterbegriff ein untergeordneter Begriff, wo innerhalb des Begriffssystems Abstraktionsbeziehungen bestehen. So ist beispielsweise „Auto“ ein Unterbegriff von „Fahrzeug“.

Ein „Verbandsbegriff“ ist ein übergeordneter Begriff in einem anderen Sinn: Er fußt darauf, dass innerhalb des zugrunde liegenden Begriffssystems Bestandsbeziehungen gegeben sind. So ist beispielsweise „Europa“ ein Verbandsbegriff von „Frankreich, Schweiz und Italien“. Man nennt diese Begriffsbeziehung in der Sprachwissenschaft Meronymie.

Benennung und Gegenstand

Semiotisches Dreieck

Begriffe vermitteln zwischen Gegenständen und Benennungen für diese, dies wird traditionell im Semiotischen Dreieck veranschaulicht:

  • Repräsentationsebene
    Die Benennung sowie die Definition eines Begriffs
    Begriffsebene
    Der Begriff mit seinen Merkmalen
    Gegenstandsebene
    Mehrere Gegenstände mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften

Begriffe und die sie verbindenden Relationen (Äquivalenz, Hierarchie usw.) spielen eine entscheidende Rolle beim Information Retrieval sowie beim Aufbau des sogenannten „Semantic Web“. [10]

Literatur

  • Artur Dubs: Das Wesen des Begriffs und des Begreifens. Max Niemeyer, Halle an der Saale 1911 (online im IArchive).
  • Michael Gal: Begriff, Definition, Begriffsanalyse: Grundzüge der Terminologie. In: Derselbe: Internationale Politikgeschichte: Konzeption – Grundlagen – Aspekte. 2. Auflage. Thelem, Dresden/München 2021, ISBN 978-3-95908-446-8, S. 165–184.
  • Albert Newen: Die ungeklärte Natur der Begriffe: Eine Analyse der ontologischen Diskussion. In: Proceedings der GAP.5. Fünfte Internationale Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Bielefeld September 2003, S. 419–434 (PDF: 168 kB, 16 Seiten auf gap5.de).

Siehe auch

Wiktionary: Begriff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Literatur von und über Begriff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

  1. ↑ Vergleiche etwa Eric Margolis, Stephen Laurence: Concepts. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.: Concepts, pretheoretically, are the constituents of thoughts. Siehe aber auch die nachfolgende dortige Kurzübersicht kontroverser jüngerer Positionen zur Ontologie von Begriffen: neben der – klassisch weithin üblichen – Auffassung als Elementen von Propositionen, also als Abstrakta, werden Begriffe auch als Fähigkeiten oder als mentale Repräsentationen aufgefasst.
  2. ↑ Satz nach Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 1. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017473-1, Lemma: „begreifen“.
  3. ↑ Satz nach Wilhelm Braun, Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR. Akademie-Verlag, Berlin 1989, Lemma: „begreifen“.
  4. ↑ Monika Schwarz, Jeannette Chur: Semantik: Ein Arbeitsbuch. 4. Auflage. Narr, Tübingen 2004, S. 219 (Seitenvorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Sebastian Löbner: Begriffswörterbuch Semantik. In: user.phil.hhu.de. 2015, abgerufen am 20. April 2020 (Zusammenfassung aus seinem Buch Semantik: Eine Einführung 2012).
  6. ↑ Hans Aebli: Denkprozesse. In: Denken: das Ordnen des Tuns. 2. Auflage. Band 2. Stuttgart 1994, ISBN 978-3-608-91035-3, S. 83.
  7. ↑ K. Foppa: Begriffsbildung, in: Joachim Ritter: Historisches Wörterbuch der Philosophie., Band 1, S. 787
  8. ↑ Begriffsbildung. In: Lexikon der Psychologie. Spektrum, abgerufen am 27. September 2021.
  9. ↑ Piaget, Jean: Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde. Ernst Klett, 1974, ISBN 3-12-926310-1.
  10. ↑ Wolfgang G. Stock: Begriffe und semantische Relationen in der Wissensrepräsentation. In: Information – Wissenschaft und Praxis. Band 60, Nr. 8, 2009, S. 403–420, hier S. 403 (PDF: 812 kB, 18 Seiten auf phil-fak.uni-duesseldorf.de).