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Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 18:06 Uhr
Duld-en Nwf. duld,
▷ dul-d ahd.-deu.
dulden Vb. ‘leiden, ertragen’, besonders ‘zulassen’,
- Ww
- ahd. thulten (8. Jh.),
- mhd. dulten, dulden
- ist wie
- mnd. dülden,
- mnl. nl. dulden,
- afries. thelda
- (westgerm. *þuldjan)
- abgeleitet von dem nur im Westgerm. existierenden Verbalabstraktum
- ahd. thult (9. Jh.),
- mhd. frühnhd. mnd. dult,
- aengl. þyld
- (gleichbed. mit den präfigierten, unter Geduld, genannten Formen).
- Es gehört zu den schwachen Verben
- ahd. tholēn ‘erleiden, ertragen, büßen’ (8. Jh.), tholōn ‘leiden, geduldig erwarten’ (9. Jh.),
- mhd. doln,
- frühnhd. dolen (bis ins 16. Jh.),
- asächs. tholon,
- mnd. mnl. dōlen,
- aengl. þolian,
- anord. þola,
- schwed. tåla,
- got. þulan
- (germ. *þulēn, *þulōn).
- Diese Verben gehen mit
- und
- griech. tlḗnai (τλῆναι) ‘ertragen, erdulden’
- auf die Wurzel ie. *tel(ə)- ‘aufheben, wägen, tragen, ertragen, dulden’ zurück.
- uig. *telh₂- „stützen, heben, wiegen“.
- In ahd. Zeit
- nur im südwestd. Raum belegt,
- dehnt sich dulden, auch als Wiedergabe des christlichen Leidensbegriffs, über das gesamte hd. Sprachgebiet aus
- und verdrängt das alte ēn- bzw. ōn-Verb schließlich ganz.
- dulden (mit durch -l- zu -d- erweichtem -t-)
- meint heute vorwiegend ‘etw. zulassen, gegen etw. nichts unternehmen’,
- während es in der Bedeutung ‘Unangenehmes durchstehen’ durch erdulden oder ertragen ersetzt wird.